Die neue Generation bei Metzgerlehner

Metzgerlehner hat wie gestern berichtet das letzte Jahr erfreulich abgeschlossen und mehr Personen neu im Team als gestern gemeldet.

Metzgerlehner hat wie gestern berichtet das letzte Jahr erfreulich abgeschlossen. Gewachsen ist die Agentur aber nicht nur durch neue Mandate, sondern auch in Sachen Mitarbeitende. Als Beratungsgruppenleiter wurden hingegen zwei Personen eingestellt und nicht wie gestern gemeldet nur eine: Silvan Metzger und Rebecca Krausse bekleiden dieses Amt.

RTVG: Reaktionen von SRG und Privaten

Mit dem neuen Radio- und Fernsehgesetz RTVG könnten alle leben. Dies teilte die SRG am Donnerstag der Nachrichtenagentur SDA mit.

Mit dem neuen Radio- und Fernsehgesetz RTVG könnten alle leben. Dies teilte die SRG am Donnerstag der Nachrichtenagentur SDA mit. Für die SRG bedeutet das fixe Gebührensplitting von 4 Prozent allerdings Mindereinnahmen von 30 Mio. Franken. Vor alle, die privaten Anbieter äusserten sich sehr zufrieden, denn das neue RTVG bringt ihnen Verbesserungen. Wie der Verband der Schweizer Privatradios im Communiqué schreibt, betrachtet er die 4 Prozent Gebührensanteile an den Radioempfangsgebühren als Anerkennung für die Erbringung eines Sevice public régional. „Extrem zufrieden“ erklärte sich gemäss SDA auch der Präsident des Verbandes Schweizer Regionalfernsehen.

Rauch verzieht sich

Tabak II Die Werbung für Zigaretten ist massiv geschrumpft. Nicht nur wegen beschränkter Möglichkeiten.

Tabak II Die Werbung für Zigaretten ist massiv geschrumpft. Nicht nur wegen beschränkter Möglichkeiten.Auf den ersten Blick scheint alles klar:
Laut Media Focus hat die Tabakbranche 2005 Werbe- Spendings in der Höhe
von rund 50 Millionen Franken getätigt. Das sind gut 20 Millionen
weniger als noch im Jahr 2000. Allerdings stellt die damalige
Spendingssumme von 71 Millionen einen langjährigen Peak dar. 1993, als
Tabakwerbeverbot weder auf Kantons- noch auf Bundesebene ein Thema war,
lagen die Werbeausgaben der Tabakbranche auf ähnlich «tiefem» Niveau
wie 2005.

Der Grund für die Trendwende dürfte daher weniger in der Einschränkung
der Werbung liegen, sondern vielmehr im gesunkenen Marktvolumen in
Westeuropa (CH: – 9% zwischen 1994 und 2002) und in der Konzentration
des nationalen Tabakmarkts, der von nur mehr drei Konzernen geteilt
wird. Wo der Kuchen schrumpft, werden zur Sicherung der Anteile –
anders als in den stark wachsenden Märkten Osteuropas und vor allem in
Russland – weniger Mittel eingesetzt, ist von den Tabakkonzernen zu
erfahren.

Das gilt nicht nur für die klassischen Werbemittel. Auch in den anderen
Kanälen wie POS oder Sponsoring stagnieren die Investitionen. Letzterer
Bereich wird seit Mitte der 90er-Jahre immer besser bearbeitet und
scheint sein Potenzial nahezu ausgeschöpft zu haben. Allerdings scheint
der Rückgang an Visibilität der Markenzigaretten zusammen mit der
Tabaksteuererhöhung den Absatz von billigeren Handelsmarken zu
begünstigen.

Von einem anderen Planeten
Diesen Marktveränderungen begegnen die Markenhersteller ihrerseits mit
einer Marketingmix-Anpassung, sprich: mit Preisreduktionen, um ihre
Absatzmengen zu halten. Umso stärker fällt die neue
Parisienne-Plakatkampagne in diesem Umfeld auf. Sie ist die neunte
klassische Kampagne, die Sulzer Sutter neben Hunderten von anderen
Massnahmen für die Schweizer BAT-Marke seit dem Etatgewinn vor zwölf
Jahren konzipiert und realisiert hat.

Nach den Scherenschnitten und der Entertainment- Verpackungspromotion
vertieft die Marke ihren avantgardistisch-künstlerischen Appeal mit
einem buchstäblich gestrickten Auftritt. Mit den Strickkünstlerinnen
Christa Michel und Eva Grimmer-Randegger ist ein ganzer Planet aus Garn
und Wolle mit vielen ebenso faserigen Bewohnern und Gegenständen darauf
entstanden.

Im gleichen Duktus wird im Mai der Kinospot folgen. Für diesen musste
ein bescheidenes Budget genügen. Die Zusammenarbeit mit der
Filmfachklasse der HGKZ habe trotzdem einen Spot ermöglicht, der 
den Mood der bisherigen Parisienne-Spot-Regisseure wie Polanski, Altman
oder die Cohen-Brüder auf dem gleichen Niveau fortführt, sagt CD
Francis Sulzer.

Dass er mit seiner Kreativstrategie selbst im schrumpfenden Markt
bestehen kann, zeigt die Tatsache, dass Parisienne trotz neuer, ähnlich
positionierter Produkte (wie Brunette und die unabhängige Fred) auch in
den letzten Jahren Anteile gewinnen konnte. Ob sich Parisienne damit
bewusst auf eine ähnlich restriktive Ausgangslage wie in den USA
vorbereitet, ist fraglich. Sulzer ist jedenfalls klar, dass
«normalerweise grosse Marken bei Einschränkungen ihre Marktanteile
festigen». Und: «Was in den USA geschieht, könnte sich auch hier
wiederholen.»

Luca Aloisi

Spiel mit dem Feuer

Gratispresse Am 8. März startete 20 minutes, Tamedias Gratisblatt, um die Romandie zu erobern. Es geht damit auf Konfrontation mit dem Edipresse-Gratisprodukt Le Matin Bleu.

Gratispresse Am 8. März startete 20
minutes, Tamedias Gratisblatt, um die Romandie zu erobern. Es geht
damit auf Konfrontation mit dem Edipresse-Gratisprodukt Le Matin Bleu.20-minutes-Chefredaktor Philippe Favre
gibt sich siegessicher: «Wir können mit der Erfolg versprechenden
Formel von 20 Minuten den Markt erobern.» Ansonsten ist mit dem Zürcher
Medienhaus Tamedia  zurzeit nicht gut Kirschen essen. Der Verlag
überwacht jedes Detail im Zusammenhang mit der Lancierung von 20
minutes. Die Aussagen des Lausanner Chefredaktors Philippe Favre müssen
zur Autorisierung auf das Pult der Zürcher Mediensprecherin Franziska
Hügli – zur «Vermeidung sprachlicher Missverständnisse», wird erklärt.

Auch sonst zeigt man sich in Zürich empfindlich: Als das Westschweizer
Satiremagazin La Distinction im letzten Dezember unter dem Logo «00
minutes» Gratiszeitungen als Modeerscheinungen  veräppelte, drohte
Tamedia mit rechtlichen Schritten. Und als die Wahlallianz
LausannEnsemble mit der Wahlzeitung «02 minutes» für ihre Kandidaten
bei den Gemeindewahlen warb, schritt der Verlag ebenfalls mit
juristischen Drohungen gegen die anscheinend gefährliche Konkurrenz aus
der Romandie ein.

Doch nicht nur Tamedia fährt grobes Geschütz auf. Die Abwehrstrategie
von Edipresse spielt mit dem bekannten Unmut vieler Romands gegenüber
der deutschschweizerischen Mehrheit und versucht, entsprechende
Abwehrreflexe hervorzukitzeln: Nur Le Matin Bleu sei «Romand d’esprit»,
habe die richtige Westschweizer Gesinnung. Und überhaupt, so werden wir
weiter belehrt, «haben die Romands das Welsche einfach lieber», Punktum!
 
Um dem frechen Eindringling aus dem wilden Osten das Fürchten zu
lehren, stockte Edipresse das Redaktionsteam des «Bleu» im Februar auf
rund 20 Journalisten auf, hat seit jüngst eine Genfer und eine
Lausanner Regionalausgabe und mit Tristan Cerf auch einen neuen
Chefredaktor – die Interimschefin Catherine Maret hat, wie vorgesehen,
nach der Lancierungsphase zur Fernsehzeitschrift Télétop zurück
gewechselt. Der 32-jährige Cerf hat seine ersten Schritte im Beruf als
Zürcher Korrespondent von Le Temps gemacht und anschliessend bei der
Migros-Presse gearbeitet – er ist überzeugt, dass die redaktionelle
Qualität und die regionale Sensibilität im Konkurrenzkampf
ausschlaggebend sein werden. Er hat weitere Ausbaupläne für den «Bleu»,
der sich bisher an ein jugendliches Zielpublikum richtet: «Wir werden
mehr Aktualitäten behandeln, die eine Mehrheit der Bevölkerung
interessieren.»

Gleichzeitig kündigt er an, auch all jene Gruppen anzusprechen, die
sich von traditionellen Zeitungen nicht betroffen fühlten, wie etwa die
«Secondos». «Eine Gratiszeitung zu machen, ist einfach Spitze, weil wir
die traditionellen Muster der Presse aufbrechen und Menschen
ansprechen, die sich keine Zeitungen leisten.» Den Vorwurf, mit den
Abwehrreflexen der Romands zu spielen, weist Cerf zurück: «Stellen Sie
sich vor, wir hätten nichts gegen die Pläne der Tamedia AG unternommen
und alle Werbegelder wären mit 20 minutes in die deutsche Schweiz
gegangen! Genau das hätte die Ressentiments der Romands verstärkt,
nicht unsere Werbung.»
Dass 20 minutes ein Exportprodukt aus der Deutschschweiz sei, lässt der
39-jährige Chefredaktor Philippe Favre nicht gelten: «Das Konzept
basiert auf der Formel von 20 Minuten, die auch in andern Ländern gut
funktioniert. Sie wurde von uns auf die Bedürfnisse der Romandie
adaptiert.»

 
Die rund 30 Mitarbeiter des Teams in Lausanne und Genf seien allesamt
Romands, und das Budget für Übersetzungen sei minimal. Artikel, die
nicht in der Westschweiz produziert würden, würden «regionalisiert»,
das heisst für ein Westschweizer Publikum aufgearbeitet. Besonders
stolz ist Favre auf den Schwerpunkt Lokaljournalismus – zwei Seiten
Lokalinfo für die beiden Regionalausgaben in Lausanne und Genf – und
auf eine «People»-Rubrik, die sich nicht nur von internationalen Stars
und Sternchen nährt, sondern auch über junge Talente in der Romandie
berichtet.
 
Favre ist Spezialist für Lokaljournalismus. Ab 1994 war er in
verschiedenen Funktionen bei der Lokalzeitung Presse Riviera Chablais
am oberen Genfersee tätig. Als die «Presse» von Edipresse übernommen
und mit 24 Heures zusammengelegt wurde, übernahm er die Chefredaktion
der Splitausgabe von 24 Heures für diese Gegend. Er scheut den
Konkurrenzkampf mit dem Edipresse-Gratisblatt nicht: «Wir müssen nicht
wie Le Matin Bleu auf andere Titel des gleichen Verlags Rücksicht
nehmen und haben freie Hand, einen neuen Markt zu erobern.»  
 

Krise der Zeitungen verschärft sich
Die angekündigte Eroberung des Marktes durch 20 minutes fürchten
Regionalzeitungen wie etwa die Freiburger «Liberté». Roger de Diesbach
macht sich Sorgen. Er hat sich als Recherchierjournalist und
Chefredaktor der Freiburger Tageszeitung La Liberté einen Namen als
unbestechlicher Beobachter der Medienszene gemacht. Er fürchtet, die
Werbekrise der Tageszeitungen werde durch die Gratiszeitungen
verschärft: «Gratiszeitungen bringen nicht mehr als die Zusammenfassung
von Agenturmeldungen. Es scheint mir wenig verantwortungsbewusst,
solche Blätter zu lancieren und den Tod von richtigen Zeitungen in Kauf
zu nehmen.»

De Diesbach ärgert sich, wenn er das Wort Gratiszeitung hört –
richtiger wäre, von durch Werbung finanzierten Blättern zu sprechen.
«Ich glaube, dass eine Zeitung ihre Legitimation nicht vom Inserenten,
sondern vom Leser erhält.» Eine Zeitung erhalte vom Leser den Auftrag,
nach der Wahrheit zu suchen und die Wahrheit zu schreiben: «In diesem
Sinn ist die Presse die kleine Schwester der Demokratie.» Theoretisch
könnten auch Gratiszeitungen gute Arbeit leisten, aber das sei nicht
ihr Ziel: «Ziel ist Zerstreuung. Der Inhalt darf nicht von Bedeutung
sein, weil er sonst von der Werbebotschaft ablenkt.»

Aus diesem Grund macht de Diesbach beim Westschweizer Appell «Info en
danger» mit, den eine Gruppe besorgter Journalistinnen und Journalisten
zirkulieren lässt. «Gewisse Verleger sind daran, die Presse zu einem
belanglosen Produkt zu degradieren. So bereiten sie ihren eigenen
Untergang vor», sagt de Diesbach. Für ihn ist klar, dass diese
Entwicklung gestoppt werden muss. Wie? «Es wäre schon viel gewonnen,
wenn der Schweizer Presserat nicht nur einschreitet, wenn Journalisten
ihre berufsethischen Pflichten verletzen, sondern auch, wenn Verleger
durch immer grössere Konzessionen an die Werber ihre
Informationspflicht verletzen.»

Helen Brügger

Metzgerlehner verzeichnet 11 Prozent Wachstum

Dank gutem Neugeschäft und dem Gewinn von namhaften Budgets in Konkurrenzpräsentationen, weist Metzgerlehner Worldwide Partners im Jahr 2005 ein Wachstum von 11 Prozent aus.

Dank gutem Neugeschäft und dem Gewinn von namhaften Budgets in Konkurrenzpräsentationen, weist Metzgerlehner Worldwide Partners im Jahr 2005 ein Wachstum von 11 Prozent aus. Gewonnen wurden unter anderem Emmi Schweiz, Phonak und Kägi Söhne. Nicht nur das Kundenportfolio, sondern auch das Know-how der Erlenbacher Agentur wurde letztes Jahr verstärkt: Mit Rebecca Krausse als Beratungsgruppenleiterin und Felix Dammann als Creative Director.

Best of CP

Die Anmeldefrist des vom Forum Corporate Publishing durchgeführten Wettbewerbs «BCP Best of Corporate Publishing 2006» läuft nur noch bis zum 10. März.

Die Anmeldefrist des vom Forum Corporate
Publishing durchgeführten Wettbewerbs «BCP Best of Corporate Publishing
2006» läuft nur noch bis zum 10. März. Für die Teilnahme bewerben
können sich Unternehmen und Corporate-Publishing-Dienstleister mit
ihren Publikationen. Bewerbungsunterlagen, Teilnahmevoraussetzungen und
Weiteres unter www.bcp-award.com.

Die P mag jetzt auch die Spartenvermittler

Anzeigenvermittler Die P hat ihre Richtlinien angepasst – nach langen Verhandlungen mit der Weko.

Anzeigenvermittler Die P hat ihre Richtlinien angepasst – nach langen Verhandlungen mit der Weko.Der Kreis jener Inseratevermittler, deren
Dienste die PubliGroupe mit der Vermittlerkommission abgilt, dürfte
bald grösser werden. Wird jedoch die PubliGroupe von der
Wettbewerbskommission (Weko) verurteilt oder nicht? Diese Frage hängt
seit November 2002 im Raum. Damals teilte das Weko-Sekretariat nach
einer einjährigen Voruntersuchung mit, es habe Anhaltspunkte dafür
gefunden, dass die PubliGroupe den Wettbewerb unter den
Anzeigenvermittlern «unzulässig beschränkt».

Deshalb eröffnete die Weko eine Untersuchung, um abzuklären, «ob die
PubliGroupe ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht», indem sie
einige Konkurrenten diskriminiert und deren Zugang zum Markt durch
«künstliche Marktzutrittschranken» blockiert. Als Schranken bezeichnete
das Weko-Sekretariat die so genannten VSW-Richtlinien, nach denen die
PubliGroupe andere Inserateagenturen als Berufsvermittler anerkennt und
deren Anstrengungen mit einer so genannten Vermittlerkommission abgilt.
VSW steht für Verband Schweizerischer Werbegesellschaften, ein Verein,
der ausschliesslich aus den vier 100-prozentigen PubliGroupe-Töchtern
Publicitas, Publimedia, Publimag und Mosse Media besteht.

Erste Konsequenz ersichtlich
Heute, knapp dreieinhalb Jahre später, ist das Weko-Verfahren gegen die
PubliGroupe zwar noch immer nicht abgeschlossen. Aber eine erste
Konsequenz aus der langwierigen Untersuchung ist doch ersichtlich: Die
erwähnten VSW-Richtlinien – sie datieren aus dem Jahr 2000 – wurden
kürzlich in aller Stille vom Internet entfernt und am 8. Februar durch
eine neue, vollständig überarbeitete Fassung ersetzt, die rückwirkend
ab dem 1. Januar 2006 gültig ist (
www.vsw-assp.ch/d/berufsv.htm).
«Wir haben die neuen Richtlinien auf Verlangen des Weko-Sekretariates
aufgeschaltet», sagt Georges von Csernatony, Direktionsmitglied der
PubliGroupe, auf Anfrage.

Weko-Sprecher Patrik Ducrey bestätigt: Die neue Fassung sei vom
Weko-Sekretariat tatsächlich als «kartellgesetzkonform» genehmigt
worden. Sowohl Ducrey als auch von Csernatony machen jedoch einen
klaren Vorbehalt geltend: Die neue Fassung sei nur vom Weko-Sekretariat
abgesegnet, definitiv sei sie aber erst, wenn auch die übergeordnete Wettbewerbskommission zustimme. Theoretisch seien
noch Änderungen denkbar, weshalb auch (noch) nichts kommuniziert wurde.
Wann die «Schlussverfügung» vorliegt und ob sie eine eigentliche
Verurteilung der PubliGroupe enthalten wird, bleibt aber offen.
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die PubliGroupe mit ihrem Einlenken
einen Imageschaden abwenden konnte.

Denn so viel steht fest: Mit den neuen Richtlinien dokumentiert die
PubliGroupe vor allem in einem Punkt ein Abrücken von der bisherigen
Position. Andererseits nahm auch das Weko-Sekretariat offensichtlich
einige Kritikpunkte zurück. Und das sind die wesentlichen Änderungen:
Bisher gewährte die PubliGroupe die Vermittlerkommission (VK) nur an
Vermittler, die ein jährliches Geschäftsvolumen von einer Million
Franken in Printmedien oder 100000 Franken in VSW-Pachttiteln
auswiesen. Die Vermittler mussten ferner Universalvermittler sein, also
sowohl kommerzielle Anzeigen als auch Rubrikeninserate beibringen –
noch dazu in einem Mix von je 50 Prozent. Damit erhielt zum Beispiel
ein reiner Stellenvermittler nie eine VK von einem VSW-Pachttitel,
trotz gelieferter Anzeigen.

Mehrumsatz erwirtschaften
Neu fallen diese Einschränkungen weitgehend weg, einzig das
Geschäftsvolumen von 100000 Franken in VSW-Pachttiteln bleibt als
Voraussetzung stehen, neu wird dieses aber nicht mehr vorausgesetzt,
sondern muss erst im dritten Jahr nach der Anerkennung erreicht werden.
«Damit ist jetzt auch die Kommissionierung von Spartenvermittlern
möglich», bestätigt von Csernatony. Weiter hält die Präambel der neuen
Richtlinien erstmals ausdrücklich fest, dass die VSW-Mitglieder an der
Zusammenarbeit mit Berufsvermittler interessiert seien, «um den
Werbemarkt optimal auszuschöpfen und damit Mehrumsatz in den
Printmedien ihrer Verlagspartner zu erwirtschaften».

Ein anderer strittiger Punkt wurde dagegen in den neuen Richtlinien
nicht nur belassen, sondern nach Meinung von Csernatony sogar
verstärkt. So muss die PubliGroupe weiterhin nur jene Vermittler
anerkennen, die von allen ihren Inseratekunden «rechtlich und wirtschaftlich unabhängig» sind. Damit will
sie verhindern, dass Grosskunden wie Migros oder Coop eigene
Inserateagenturen gründen, um über diese die VK einzustreichen –
zusätzlich zur Jahresumsatzprämie. Sollte die PubliGroupe dennoch
Zweifel an der Unabhängigkeit einer Agentur haben, kann sie neu den
Nachweis einer neutralen Stelle (Anwalt oder Treuhänder) einfordern.
«Bisher hatten wir diese Möglichkeit nicht. Die Agenturen beschieden
uns einfach, dass uns das nichts angehe», sagt von
Csernatony.    

David und Goliath
Den Anstoss zur Weko-Untersuchung gegen die PubliGroupe und damit auch
zur Neufassung der Richtlinien gab der kleine Vermittler AdX in
Zollikon. Dieser hatte 2001 beim VSW um die Anerkennung als
Berufsvermittler und damit um die Gewährung der VK ersucht, was aber
abgelehnt wurde. Die Begründung: AdX sei ein Spartenvermittler, sein
Umsatzmix Rubriken/kommerziell zu einseitig, zudem vermutete der VSW
eine Verbindung zum Grosskunden Mercuri Urval. Daraufhin klagte AdX bei
der Weko.

Vom Aufschalten der erneuerten VSW-Richtlinien erfuhr
AdX-Geschäftsführer Werner Baumann über die Werbewoche. «Gegenüber den
bisherigen Richtlinien ist die nun publizierte Version ein klarer Fortschritt», anerkennt er. Er vermute,
dass AdX heute vom VSW als Berufsvermittler akzeptiert werden müsste.
Ob und wann er ein neues Gesuch stelle, liess er jedoch offen. Denn
noch sehe er einigen Korrekturbedarf. «Ich bin jedenfalls überrascht,
dass die neuen Richtlinien so stillschweigend publiziert wurden», sagt
Baumann. Im Dezember hatten er und andere P-unabhängige Vermittler noch
zu einem Richtlinienentwurf der Weko Stellung nehmen können, zur nun
vorliegenden Version sei AdX aber nicht mehr gefragt worden.
Weko-Sprecher Ducrey bestätigt den damaligen «Markttest». Davon sei
noch einiges eingeflossen, sagt er, «doch jetzt machen wir keine
Vernehmlassung mehr.»

Markus Knöpfli

Publimedia AG veranstaltet MediaRep 2006

Am 3. März 2006 hat Publimedia AG wiederum das Mediarepetitorium - kurz MediaRep - für alle Kandidatinnen und Kandidaten der diesjährigen Fachprüfung Planer Marketing-Kommunikation organisiert.

(pr) Am 3. März 2006 hat Publimedia AG wiederum das Mediarepetito-rium – kurz MediaRep – für alle Kandidatinnen und Kandidaten der diesjährigen Fachprüfung Planer Marketing-Kommunikation organi-siert. Stattgefunden hat das MediaRep in den Räumlichkeiten der Publimedia Zürich. In verschiedenen Workshops haben Fachdozen-ten der APG, Cinecom, Publisuisse, Radiotele, web2com und der Publimedia die Mediaprüfungsthemen der Bereiche Aussenwerbung, Kino, TV, Radio, Online und Print aufbereitet. Diese Auffrischung des Prüfungsstoffes stellt eine wichtige Vorbereitung für die schrift-liche Prüfung dar und erfreut sich jedes Jahr grosser Beliebtheit. Über 115 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen, dass das Bedürfnis nach diesem «Media-Fitnesstest» kurz vor der Prüfung sehr gross ist. Impressionen der Veranstaltung sind zu finden unter www.publimedia.ch/mediarep/06

Wie weit ist der Druckauftrag?

Integration Prozessintegration heisst die alte und neue Zauberformel der Printmedienindustrie.

Integration Prozessintegration heisst die alte und neue Zauberformel der Printmedienindustrie.Druckaufträge werden Druckereien zunehmend
automatisch oder zumindest automatisiert durchlaufen. Das versprechen
Workflow-Systeme, wie sie Heidelberg an der Ipex vorstellt. Wir haben
mit Jörg Bauer, Leiter Produkt Management Prinect bei Heidelberg, über
die neuen Möglichkeiten gesprochen.
 

WW: An der Ipex wird eine deutlich erweiterte Version des Prinect-Systems vorgestellt. Was ist neu?
Jörg Bauer: Primär das
Prinect Integration System und der Prinect Pressroom Manager. Mit
diesen Produkten lassen sich alle Prozesse in einer Druckerei
vollständig auf Basis des Job Definition Format (JDF) integrieren.
Beginnend beim Auftragseingang, dem PDF-Upload und automatischen
Prüfen, Rippen und Ausschiessen in der Vorstufe über das Übertragen von
Auftrags- und Farbzoneninformationen an die Druckmaschine bis zur
Voreinstellung an Falz-, Schneid- oder Faltschachtelklebemaschinen
können damit Prozesse aktiviert und Statusmeldungen jederzeit sichtbar
gemacht werden.

WW: Profitieren auch Agenturen oder Drucksacheneinkäufer von derartigen Systemen?
Jörg Bauer: Ja, denn noch
nie gab es mehr Transparenz über die Abwicklung eines
Druckauftrags.Wenn auch in der Praxis vor allem der Kundenbetreuer auf
zum Beispiel Statusinformationen zugreifen wird, um dem Kunden schnell
einen Überblick über den Auftrag geben zu können, wäre es denkbar, dass
sich auch Agenturen und Printbuyer online einen Überblick über einen
Auftrag verschaffen. Die Möglichkeiten hängen unter anderem davon ab,
welche Informationen die Druckerei freischaltet.

WW: Wo ist das derzeit grösste, durch die Prozessintegration zu erwartende Automatisierungspotenzial?
Jörg Bauer: Das grösste
Potenzial liegt nicht zuletzt auch auf Grund der Kostenstruktur bei der
schnelleren Farbvoreinstellung bei den Druckmaschinen. Auch in der
Vorstufe lassen sich sämtliche zur Herstellung einer Druckform
notwendigen Prozesse automatisieren. Und nicht zu vergessen ist die
nachträgliche Auswertung von Druckaufträgen, die es Druckereien
wesentlich erleichtert, auf Basis der gewonnenen
betriebswirtschaftlichen Daten ihre Angebote und ihre
Produktionsschritte zu optimieren.

WW: Bleiben alte Maschinen wie etwa Buchdruckmaschinen aussen vor?
Jörg Bauer: Neben der
vollautomatischen und halbautomatischen Integration können einzelne
Prozesse an zum Beispiel alten Buchdruckmaschinen via einen Terminal
erfasst werden. Dazu kann ein einfacher, aber vernetzter PC verwendet
und damit Parameter wie Zeitaufwand, Ausschuss oder Zeitpunkt der
Beendigung eines Auftrags manuell eingegeben werden.

WW: Neben JDF gibt es noch das Vorgängerformat PPF. Welche Bedeutung hat dieses Print Production Format?
Jörg Bauer: Wir sehen es
als unsere Verpflichtung, auch bisherige Formate zu unterstützen. In
einem durchgängigen JDF-Szenario verknüpft ein Link auf eine
entsprechende PPF-Datei diese mit dem Workflow. Obwohl wir an der Ipex
eine vollständig JDF-basierende Lösung vorstellen, können Maschinen
auch in Zukunft über die bisherigen Module Prepress Interface und Data
Control mit sowohl MIS-, also Auftragsvorbereitungssystemen, und
Vorstufensystemen verknüpft werden.

Interview: Jürgen Franck

Treffpunkt für innovative Drucktechnologie

Ipex I Zur Fachmesse Ipex 2006 in Birmingham wird die Koenig &Bauer-Gruppe (KBA) modernsten Bogenoffset im Klein-, Halb- und Mittelformat inklusive integrierter JDF-Workflows präsentieren.

Ipex I Zur Fachmesse Ipex 2006 in
Birmingham wird die Koenig & Bauer-Gruppe (KBA) modernsten
Bogenoffset im Klein-, Halb- und Mittelformat inklusive integrierter
JDF-Workflows präsentieren. Die zur Fachmesse drupa 2004 erstmals
vorgestellte Mittelformatmaschine Rapida 105 wird auch in Birmingham
ein viel beachtetes Highlight im Bogenoffset sein. Ausgestellt wird
davon eine Zehnfarben-Anlage mit Rollenanleger für den Schöndruck mit
bis zu zehn Farben und den 5/5-farbigen Schön- und Widerdruck. Im
B2-Format wird KBA die Performa 74 der Tochtergesellschaft KBA-Grafitec
in der Fünffarben-Version mit Anilox-Lackturm zeigen. Die Performa 74
und ihre Schwestermaschine Performa 66 bieten gemäss KBA für
Halbformatdrucker mit einem begrenzten Budget oder für Einsteiger in
das Halbformat ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis.
Abgerundet werden die Exponate auf dem KBA-Messestand durch die von der
KBA-Metronic AG in der UV-Version mit Lackwerk und Auslageverlängerung
vertriebene Genius 52 im B3-Format. Hier wird eine Fünffarbenmaschine
gezeigt. Die Genius 52 wurde vor vier Jahren auf der Ipex 2002 zum
ersten Mal als Prototyp vorgestellt. Ipex-Besuchern, die sich für die
führende KBA-Grossformattechnologie interessieren, bietet KBA die
Möglichkeit, verschiedene grossformatige Rapida-Maschinen bei nicht
allzu weit von Birmingham ansässigen Anwendern zu besichtigen.

Die beste Verteidigung

Pierre C. Meier über Strategien im Nachgang zu Ringiers Daily-Baby.

Pierre C. Meier über Strategien im Nachgang zu Ringiers Daily-Baby.
Es ist noch nicht die Gratiszeitung, über
der bei Ringier die Köpfe brüten und mit der sich die Verlagsstrategen
an der Dufourstrasse gegen Tamedias Erfolgsblatt 20 Minuten in die
Schlacht werfen wollen.

Mit dem Launch von Ringiers jüngstem Baby Cash Daily stärkt der
Verleger zunächst einmal seinen Titel Cash. Der neuartige
Medienverbund, bestehend aus der täglichen, tabloiden Gratiszeitung am
Morgen, Audio- und Videoapplikationen auf dem Internet sowie auf
mobilen Plattformen, wird vielleicht die Marke Cash revitalisieren. Man
hofft, dass damit neues, junges Lesepublikum für Cash angefixt werden
kann. Die Redaktion kann sich verstärkt auf breit recherchierte
Geschichten konzentrieren und die aktuellen Happen aus dem Räderwerk
der Wirtschaft der Gratisschwester überlassen. So weit so gut.

Es wäre nichts als folgerichtig, dieses unbestreitbar logische Setting
für das Sorgenkind Blick zu klonen, im Hinblick auf den beabsichtigten
Launch eines auflagenstarken Ringier-Umsonstblattes. Hier stehen
theoretisch zwei Möglichkeiten zur Disposition. Zum einen eine echte
(keine emanzipierte!) Gratis-Boulevardzeitung, der Gratis-Blick am
Morgen, mit breiter Distribution, aber mit einem klaren, urbanen
Schwergewicht und dem Fokus auf ein jüngeres Publikum, notabene 
erweitert mit multimedialen Angeboten auf Internet und mobilen Geräten
– in direkter Konkurrenz also zur etablierten Gratiszeitung 20 Minuten.

Folgerichtig wäre weiter die Expansion im Inserateverbund zusammen mit
Le Matin Bleu in die Romandie. Edipresse hätte damit – nachdem im
letzten Herbst mit Tamedia am Genfersee ja alles schief gelaufen ist –
einen Anzeigenpartner in der Deutschschweiz für Le Matin Bleu
(geschickt geködert, Peter Rothenbühler!). Ob mit diesem «Blick-Bleu»
aber eine neue, urbanere Leserschaft an das Mutterschiff herangeführt
werden kann, ist fraglich.

Und ein Gratis-Blick am Abend? So stünde man der Konkurrenz nicht mehr
Aug in Aug gegenüber. Das ist beileibe nicht der Stil des Hauses, wo
man – Angriff ist die beste Verteidigung – mit grosser Kelle
anzurichten beliebt.

Pierre C. Meier, Chefredaktor

Kundenzeitschrift aus journalistischer Sicht

In einem zweitägigen Weiterbildungsseminar geben Profis Antworten und Tipps zu Fragen rund um die Konzeption und Produktion von Kundenzeitschriften.

Wie kann heute eine erfolgreiche
Kundenzeitschrift nach journalistischen Kriterien verbessert werden? In
einem zweitägigen Weiterbildungsseminar geben Profis Antworten und
Tipps zu Fragen rund um die Konzeption und Produktion von
Kundenzeitschriften. Die Teilnehmenden erfahren unter anderem, was eine
erfolgreiche Kundenzeitschrift auszeichnet und welches die massgebenden
Prinzipien der Blattstruktur und der Aufmachung sind. Termin: 28./29.
6. 2006; Ort: MAZ – Schweizer Journalismusschule, www.maz.ch
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