Adlink verdoppelt 2005 den Umsatz

Die Internet-Vermarkterin Adlink blickt auf ein rekordverdächtiges Jahr zurück: der Umsatz wurde um 106 Prozent auf 98,26 Mio. Euro gesteigert.

Die Internet-Vermarkterin Adlink blickt auf ein rekordverdächtiges Jahr zurück: der Umsatz wurde um 106 Prozent auf 98,26 Mio. Euro gesteigert. Der Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legste gar vom 0,3 Mio. auf 6,5 Mio. Euro zu. Wie Adlink am Donnerstag mitteilt, sind diese Zahlen Rekordmarken bei Umsatz und Ergebnis in 2005. Im Geschäftsjahr 2006 soll die positive Entwicklung fortgeführt werden. Laut Guy Challen, CEO der Adlink, ist ein Wachstum von 60 Prozent bei Umsatz und über 200 Prozent bei Ertrag geplant. Neben den Finanzkennzahlen vermochte da Unternehmen aber auch bei den Marktkennzahlen deutlich zuzulegen. Im Display-Marketing stiegen die monatlichen Page-Impressions aum 37 Prozent, die Unique Visitors verbesserten sich um 26 Prozent. Im Domain-Marketing stieg die Zahl der vermarktbaren Domains um 95 Prozent. Im Affiliate-Marketing konnte die Zahl der angeschlossenen Websites um 53 Prozent auf 290’000 und die Partnerprogramme um 29 Prozent auf 774 gesteigert werden. Das Geschäftsjahr sei insgesamt von einer positiven Entwicklung seiner Kernmärkte gezeichnet gewesen, teilt Adlink weiter mit. Zum einen sei das Volumen des europäischen Werbemarktes gestiegen, zum anderen nahm der Anteil der Werbeausgaben für Online-Werbung zu.Adlink führt dies einerseits auf die grössere Akzeptanz von Online-Werbung bei den Werbetreibenden und andererseits auf die stetig steigende Werbeeffizienz des Internets zurück. Diese Effekte würden sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen.

Air Berlin erhält einen Verkaufsleiter in der Schweiz

Stefan Gutknecht wird ab 1. Juni Air Berlin als Verkaufsleiter in der Schweiz vertreten.

Stefan Gutknecht wird ab 1. Juni Air Berlin als Verkaufsleiter in der Schweiz vertreten. Der Aufgabenbereich der neu geschaffenen Stelle umfasst die Betreuung von Firmenkunden, Reiseveranstaltern und Reisebüros. Gutknecht war zuvor bei Esco-Reisen/Hotelplan und Crossair tätig, zuletzt bei der Swiss als Vice President Sales & Marketing für die Regio TriRhena. Air Berlin hat die Stelle im Rahmen einer Geschäftsfeld-Erweiterung geschaffen: Das Unternehmen plant ihre Aktivität in der Schweiz deutlich zu verstärken und den Standort Zürich deutlich auszubauen. Kurzfristig soll beispielsweise die Mallorca-Frequenz um 50 Prozent erhöht werden.

Callas teilt Unternehmen auf

Prepress Um seinen umfassenden Produkten wie auch der Vielfalt der Kundenbedürfnisse besser Rechnung tragen zu können, hat sich das Softwarehaus callas entschlossen, die callas software GmbH in zwei Unternehmen zu teilen.

Prepress Um seinen umfassenden Produkten
wie auch der Vielfalt der Kundenbedürfnisse besser Rechnung tragen zu
können, hat sich das Softwarehaus callas entschlossen, die callas
software GmbH in zwei Unternehmen zu teilen. Die callas software GmbH
wird sich künftig ausschliesslich mit Produkten und Technologien zu
Acrobat und PDF beschäftigen: pdfColorConvert, pdfCorrect,
pdfLayerMaker, pdfAutoOptimizer sowie pdfInspektor3 und pdfImpose. Die
neu gegründete axaio software GmbH kümmert sich um die Produktreihen
MadeToPrint, MadeToCompare und FontIncluder.

Hinter den Men in Black

Werbung Bilder müssen, wenn sie auffallen wollen, mit unseren Sinnen spielen, uns mit optischen Tricks und Täuschungen irritieren.

Werbung Bilder müssen, wenn sie auffallen wollen, mit unseren Sinnen spielen, uns mit optischen Tricks und Täuschungen irritieren. Aufmerksamkeit ist unser knappstes Gut
geworden.  Jeden Tag buhlen Tausende von Werbebotschaften um das
kleine bisschen Aufmerksamkeit, das uns noch geblieben ist. Wer
wahrgenommen werden will, muss mit unserer Wahrnehmung spielen. Unser
wichtigster Sinn in diesem Spiel ist das Sehen, denn: Das Auge sitzt
vor dem Verstand, wie der  Herausgeber Thomas Rempen im Vorwort
von «Blicktricks» zu Recht festhält.

Von der Diplomarbeit zum Buch
Thomas Rempen ist nicht irgendwer. Er ist ein erfahrener Werber. Und
Professor an der Universität Essen. Dort unterrichtet er
Kommunikationsdesign. Natürlich muss er auch Diplomarbeiten prüfen.
Etwa «Ich sehe nichts, was du nicht siehst» von einem gewissen Uwe
Stoklossa. Dieser Stoklossa wollte am Beispiel Werbung den Phänomenen
der Wahrnehmung auf den Grund gehen. Er sammelte, analysierte,
sezierte, sortierte und ordnete Abertausende erfolgreicher Anzeigen, um
ihr Erfolgsgeheimnis zu lüften.

Die Diplomarbeit hat das Zeug zu mehr, meinte Professor Rempen. Darum
legte er sie einem Verlag vor, der sich auf Typografie und Grafik
spezialisiert hat. Dieser, bekannt für besonders aufwändige Bücher,
sagte zum Glück ja – und aus der Diplomarbeit wurde ein Buch.
Mehr noch: Ein Kompendium für alle, die wissen wollen, wie erfolgreiche
visuelle Kommunikation verführt; ein Lehrbuch für alle, die lernen
wollen, was wir sehen und wie wir sehen.

Die Prinzipien des Sehens lernen
Wahrnehmungspsychologen, Mediziner, Biologen, Physiker und Künstler
beschäftigen sich schon lange damit, wie wir Bilder wahrnehmen. Im
Kommunikationsdesign galt bisher als talentiert, wer gut, anregend und
letztlich erfolgreich warb. Uwe Stoklossa sieht das nicht ganz so, denn
für ihn sind die Prinzipien des Sehens lernbar, zumindest bis zu einem
gewissen Grad. Er beweist das in zehn Kapiteln, von «Figur und Grund»
bis «An Ort und Stelle» mit rund 500 Beispielen, die ihr Geheimnis oft
erst auf den zweiten Blick preisgeben.

Während diese zehn Kapitel zeigen, wie wir verführt werden, erklärt das
Kapitel «Aus den Augen – in den Sinn», wie diese Blicktricks
funktionieren – fachlich fundiert und dennoch leicht und spannend zu
lesen; auch der Laie versteht, wie optische Tricks und Täuschungen mit
unserem Sehsinn spielen. Dieses Wissen reicht allemal, um sich für die
Macht des zweiten Blickes zu sensibilisieren und damit die Umworbenen
zu verführen, ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Zumindest für einige
wenige Sekunden.   

Roger Hausmann

Der Media-Controller

Reto Hufenus hat als Leiter Business Development bei Publisuisse eine ideale Symbiose für alle seine Talente gefunden.

Reto Hufenus hat als Leiter Business Development bei Publisuisse eine ideale Symbiose für alle seine Talente gefunden.Wenn er im Bereich Finanzen mit Zahlen
arbeitete, fehlte ihm das Marketing. Wenn er in einer
Marketing- abteilung kreativ wirkte, dann fehlten ihm die Finanzen. Nun
hat er bei der nationalen Vermarkterin für Werbezeit und -ideen beides
in einem Job gefunden. «Die ideale Symbiose, obwohl es fast kitschig
tönt.» Reto Hufenus hat in St.Gallen Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt
Tourismus und Verkehr studiert. Zur gleichen Zeit spielte er in einer
Popband mit. Trotz vieler Auftritte konnte er davon nicht leben. So
finanzierte er sich die Uni zusätzlich mit einer Arbeit, die für viele
als Traumjob gilt. Hufenus wirkte als Moderator beim Schaffhauser
Fernsehen, er gestaltete eigene Beiträge und half beim Aufbau dieses
1993 gegründeten Senders mit.

Weil dann mit dem Abschluss seines Studiums auch sein innerer «Realist
durchgebrochen» sei, sagte er dem Mikrofon sowohl beim TV wie auf der
Musikbühne Goodbye. Statt Showbusiness in der Provinz lockte ihn ein
Job mit weltweitem Flair. Die Swissair suchte einen Trainee fürs
Marketing. Da Hufenus schon früher einmal mit einem Einstieg in die
Werbebranche geflirtet hat, schien ihm dieser Wechsel ideal. Ab 1995
wirkte er für drei Jahre bei der Fluglinie.

Fürs Marketing galt es als Erstes, Inflight-Telefonie über eine
Prepaid-Karte abzuklären. Hufenus machte eine Marktanalyse und sah
dann, dass dies «eine katastrophale Rechnung gibt». Somit war die
Telefonkarte Geschichte, bevor sie lanciert wurde. Berechnungen also
für die Katz? Nein, denn mit dieser Arbeit hat sich Hufenus bestens für
das Controlling empfohlen. Dort suchte man gerade einen neuen Mann, der
Projekte richtig beurteilen konnte. Und Hufenus wagte den Schritt in
die neue Welt.

Obwohl ihn nackte Zahlen bei seinem Studium noch wenig interessierten,
merkte er bald, dass Controlling «ganz anders ist und viel mit
Management und Ideen zu tun hat». Man sieht überall hinein, denn es
geht um Projektbeurteilungen und nicht nur Buchhaltung. «Strategische
Elemente werden immer wichtiger, und Controlling hat viel mit dem Blick
in die Zukunft zu tun.» Im Bereich Sales Management hat Hufenus in der
Folge das Fluggeschäft in verschiedensten Facetten kennen gelernt. «Es
war schön bei der Swissair.» Trotzdem schien ihm der Zeitpunkt noch
etwas verfrüht, hier bereits seine letzte Stelle vor der Pensionierung
gefunden zu haben. 1998 ist er zu einer Südamerikareise aufgebrochen.

Nach seiner Landung wieder in der Berufswelt, lockte ihn ein
Abenteuerjob als Leiter Controlling beim noch unausgegorenen
Fernsehprojekt RTL ProSieben Schweiz. «Ich weiss noch, wie wir zusammen
mit dem Geschäftsführer Mario Aldrovandi voller Spannung auf die
Konzession gewartet haben. Dann ging alles plötzlich sehr schnell.» Aus
dem Nichts heraus musste eine Infrastruktur zum Senden aufgebaut
werden. 70 Leute wurden angestellt … Und ein halbes Jahr später
bereits wieder entlassen.
Die Lust am Medienbusiness war damit aber nachhaltig geweckt. Zusammen
mit zwei Partnern aus dem Fernsehprojekt heraus gründete Hufenus eine
«Agentur für neue Kommunikation» mit dem verheissungsvollen Namen
«SatisFactory». Und die Befriedigung bei der Arbeit hat sich
tatsächlich eingestellt.

Die Agentur hat es als eines ihrer ersten Projekte geschafft, dem
Flughafenbetreiber Unique, Swissair und Swisscontrol eine Idee namens
«Hub Radio» zu verkaufen. Um das Problem mit der Pünktlichkeit am
Flughafen in den Griff zu kriegen, sollte unter den Mitarbeitenden
besser kommuniziert werden. «SatisFactory» hat an alle Beteiligten 25
000 kleine Radiogeräte verteilt und mit einer Konzession für einen
terrestrischen Radioversuch drei Wochen lang Sendungen rund um
Pünktlichkeit gestaltet. Roman Kilchsperger moderierte eine Morgenshow.
90 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden als
Amateur-Reporter und DJ ausgebildet. Dazu gleiste die Agentur auch eine
Online-Begleitung des Projektes auf. «Wir arbeiteten mit den Mitteln
des Infotainment», erinnert sich Hufenus. Neben Portraits von
Mitarbeitenden und ihrem Umgang mit Pünktlichkeit hat die ideenreiche
Kommunikation auch mit Jazzkonzerten in der Mittagskantine gearbeitet.
«Medien müssen die Leute anlocken», meint Reto Hufenus.

Content für Bluewin zum Beispiel mit der täglichen redaktionellen
Begleitung von «Big Brother» auf TV 3 brachte weitere Erfahrungen für
die Agentur, bevor sich dann Hufenus – inzwischen mit Familie – für
eine mehr abgesicherte Karriere bei einem Bankenprojekt abwerben liess.
Als CFO kontrollierte er die Entwicklung eines bankübergreifenden
Transaktionssystems, das aber zum Schluss niemand mehr haben wollte.
«Da war ich echt froh», meint heute der ständige Pendler zwischen
Marketing und Finanzen, denn eine längerfristige Zukunft bei der Bank
konnte er sich denn doch nicht vorstellen.

Wieder ein bisschen mehr «on air» ging es als Leiter Controlling bei
Radio DRS. Hier fand der Medienmann zwar nicht mehr an ein Mikrofon,
dafür zurück zu seinen Wurzeln. In einem Archiv hat der frühere
Popmusiker tatsächlich seine damals erste CD wieder gefunden. Drei
«sehr spannende Jahre» erlebte Hufenus beim Radio, bevor ihn nun der
Ruf zur Publisuisse erreichte. Leiter Business Development: «Das ist
es!», sagte er sich.  Und wer seinen vielseitigen Lebenslauf
liest, wird dem – mit viel Neugier für kommende Entwicklungen –
zustimmen können.

Hufenus muss abklären, was in Sachen Vermarktung sowohl technisch wie
rechtlich möglich ist. «Gewisse Bereiche in den neuen Medien sind
politisch noch heikel. Man stösst in der Branche auf Gegenwind», weiss
er. Hier gilt es auszuloten, wo die Publisuisse in Zukunft tätig sein
will. Offen sei sein neuer Arbeitgeber auch für die Vermarktung von
Medienveranstaltern ausserhalb des Stammhauses, meint Hufenus: «Wir
wollen horizontal wachsen mit anderen TV-Veranstaltern – aber auch
vertikal mit Geschäftsfeldern ausserhalb von klassischem Fernsehen und
Radio.» – The Message ist the Business.

Andreas Panzeri

Eye Catcher für das Ohr

Radio Cavegnwerbung hat für Radio 24 das Mikrofon auf das Plakat gebracht.

Radio Cavegnwerbung hat für Radio 24 das Mikrofon auf das Plakat gebracht.Die erste grosse Werbekampagne für Radio
24 war eine Kampagne der Hörerinnen und Hörer. Tausende von weissen
Fähnchen haben diese an die Antennen ihrer Autos montiert und damit
demonstriert: «Wir wollen Radio 24!» Eine spätere erste Kampagne aus professioneller Kreation waren die
Tramblenden in Zürich mit den rätselhaften Botschaften im Stil von
«Radio schamp Arsch tark.» Nicht weniger radiophon verspielt waren in einer weiteren Kampagne
T-Shirts mit Songtiteln wie «Girls, Girls, Girls» in der aufklärenden
Kombination mit dem Radio-24-Logo.

Jetzt soll erstmals eine «richtige» Kampagne mit klassisch gestalteten
Printsujets lanciert werden. Cavegnwerbung hat nach einer bereits erfolgreichen Werbung für TeleZüri die Poleposition in einer
Agenturevaluation eingenommen. Markus Cavegn hat die Chance genutzt und
«eine ganze Palette von Vorschlägen» präsentiert. Daraus hat das Radio
schliesslich die plakativste Idee mit Mikrofonen in allen Variationen
als Werbeträger für das akustische Medium ausgewählt.

Mit Markus Tränkle am Konzeptpult, Julien Vonier am Fotoapparat und
Nora Fehr am grafischen Compi hat Cavegn jetzt die ersten sieben Sujets
realisiert. Diese funktionieren nur mit ihrer Bildaussage, sofort
verständlich im Bereich Image. Die Inserate können aber mit
zusätzlichen Textlines auf die verschiedensten Detailaussagen
heruntergebrochen und multipel verwendet werden. Die «multikulturell verständlichen» Inserate hat Cavegn auf dem Brand
aufgebaut. Sie basieren auf grafischen Elementen aus dem Logo und
arbeiten nur mit dem Mikrofon als Bildelement – «dem einzigen Symbol,
welches die Welt des Radios umfassend markiert».

In den einzelnen Sujets werden diese Mikrofone nun zu verschiedenen
Leben erweckt. Der journalistische Konkurrenzkampf unter den lokalen
Radios wird zum Beispiel mit sich vordrängelnden Mikrofonen mit
fingierten Logos markiert. Die treue Hörerschaft von Radio 24 wird mit
Mikrofonen illustriert, die Assoziationen zu einer Familie wecken – ein
kleines Mikrofon als «Tochter» lehnt sich an die «Mutter» an, die wie
bei menschlichen Familien ein bisschen kleiner als der «Vater»
gestaltet ist.

«Kompakt, kräftig, simpel – aber nicht plump», beschreibt Markus Cavegn
die plakative Wirkung seiner Mikrofone als Botschaftsträger für Radio
24. Sie werden sofort als Eye Catcher wahrgenommen – und funktionieren
dann im Kopf als Werbung rund um ein Medium für das Ohr. Schnell – so
wie auch Radio 24 kommuniziert.
Im Vorfeld seiner Gestaltung hat Cavegn intensive Recherchen im Bereich
Radiowerbung betrieben. Er hat auch alle Radios in Deutschland
analysiert und zu seiner Überraschung entdeckt, dass bis jetzt noch nie
jemand mit der Idee von Mikrofonen gearbeitet hat. «Dabei ist es das
einzig visuelle Element, mit welchem man das Wesen des Radiomachens augenblicklich typisch bebildern kann.»

Mit dem Mikrofon in Kombination mit dem Logo von Radio 24 wirkt dieses
herausragend dastehende Symbol auch assoziativ zum Schlagwort «Hero». –
Einer Rolle für das Zürcher Lokalradio, die ebenfalls mit dieser
Kampagne vermittelt werden soll. Die Inserate erscheinen in der
Pendlerzeitung 20 Minuten und Tages-Anzeiger. Später könnten auch noch
Plakate folgen.

Die Strategie von Radio 24
Programmleiter Markus Mager: «Unsere Strategie beruht auf dem
Drei-Säulen-Prinzip: Information, Service und Musik. Die Tatsache, dass
wir mit Info24 die meistgehörten Infomagazine aller Privatsender
ausstrahlen, beweist, dass die Konsumentinnen und Konsumenten dies auch
so wahrnehmen. Über die nächsten Monate werden wir weitere
Service-Elemente ins Programm aufnehmen. Alles unter dem Aspekt, dass
wir das Leben und den Alltag unserer Hörerschaft schöner, spannender
und einfacher machen wollen. Ein sehr wichtiger Faktor, wenn es darum
geht, warum sich jemand für Radio 24 entscheidet: Weil wir uns mit
Service und Inhalt von unseren Mitbewerbern absetzen wollen. »

Andreas Panzeri

Ein Papier wie Leder

Papier Mitte März stellten Baumgartner und Biber Papier zusammen mit dem Hersteller Gmund dessen neue Papierkollektion vor.

Papier Mitte März stellten Baumgartner und Biber Papier zusammen mit dem Hersteller Gmund dessen neue Papierkollektion vor.
An einem Anfang März von Inapa Schweiz bzw. den zugehörigen
Papiergrosshandels- unternehmen Baumgartner Papier und Biber Papier
organisierten und bei de Sede in Klingnau durchgeführten Event wurde
die neuartige Papierkollektion Alezan der Büttenpapierfabrik Gmund
vorgestellt. Dass der Event beim für seine exklusiven Ledermöbel
bekannten Hersteller de Sede stattfand, ist kein Zufall. Marco
Bieri, Marketing Manager Inapa Schweiz,  erklärt, dass die Wahl
mit dem Anspruch beider Unternehmen zusammenhänge, edle Produkte
herzustellen: «Da Gmund mit seiner neuen Kollektion Alezan eine
perfekte Imitation von Leder auf Basis von Papier realisiert hat,
drängte sich die Fabrikationsstätte des Lederspezialisten de Sede als
Lokalität geradezu auf.»

Alezan: Wild oder Cult
So wie Leder den Möbelfabrikanten fasziniert, so begeistert die
bayrischen Papierhersteller vom Tegernsee die Suche nach neuen
Verfahren und Möglichkeiten für neue und immer wieder andersartige Bedruckstoffe. «Wir haben versucht, Leder zu
imitieren, und dies ist uns sowohl nach optischen als auch nach
haptischen Gesichtspunkten gelungen», erklärt der bei Gmund für das
internationale Geschäft verantwortliche Vertriebsleiter Herbert Eibach.

Mit den Ausführungen «Wild» und «Cult» haben die Papierdesigner von
Gmund, die sich von Lederlieferanten inspirieren liessen, in einer
Kollektion neben zehn verschiedenen Farben zwei ansonsten sich nur
haptisch voneinander unterscheidende Oberflächen zusammengefasst.
Während sich die Ausführung Wild wie echtes Leder anfühlt, wirkt die
Linie Cult etwas stumpfer. Bedruckbar sind alle Papiere der Kollektion,
doch während Gmund für Wild Rasterweiten zwischen 54 und 60 Linien/cm
empfiehlt, können gemäss den unbedingt zu berücksichtigenden
Empfehlungen in der Kollektion die Papiere der Linie Cult auch mit
80erRastern bedruckt werden.     

Gesamtpaket
Die Papiere der Kollektion sind in zehn warmen Farbtönen und je nach
Farbe in unterschiedlichen Grammaturen erhältlich. Dazu gibt es
passende Briefumschläge und Versandtaschen. Damit steht dem Abheben aus
der grauen oder auch weissen (Papier-)Masse nichts mehr im Weg.

Jürgen Franck

Angelink Yourposition gewinnt Cornèr Bank

Die Zürcher Expertin im Suchmaschinenmarketing hat den Suchmaschinen-Etat der Cornèr Bank in Lugano gewonnen.

Die Zürcher Expertin im Suchmaschinenmarketing hat den Suchmaschinen-Etat der Cornèr Bank in Lugano gewonnen. Damit konzipiert und kreiert Angelink Yourposition die Keyword-Kampagne für den Kreditkartenbereich. Mit der hauseigenen Conversion Tracking Software sind sie zudem für die Qualitätssicherung zuständig.

Augenschmaus und Gaumenfolter

Gastroguides Der neue Reiseführer für Gourmets erscheint erst im Herbst. Publicis’ Imagekampagne lässt jetzt schon das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Gastroguides Der neue Reiseführer für Gourmets erscheint erst im Herbst. Publicis’ Imagekampagne lässt jetzt schon das Wasser im Mund zusammenlaufen.Der Restaurantführer sind viele – selbst
in der kleinen Schweiz. Doch wie kein anderer verfügt der Gault Millau
Schweiz über eine sehr hohe Medienpräsenz. Sei es, weil er der
meist- verkaufte Gastroführer der Schweiz ist, sei es, weil der
schillernde Werber und Publizist Silvio Rizzi als zeitweiliger
Chefredaktor des Guides das Renommee der Schweizer Gastronomie
aufgebaut hat, sei es, weil enttäuschte Köche und Wirte immer wieder
Geschichten von erpressbaren Testessern auftischen. Bestimmt aber, weil
sein Lizenznehmer seit 1982 Ringier heisst und seines Zeichens das
grösste Schweizer Verlagshaus ist.

800 Kritikerurteile
Das Wiederverwertungssystem hält die Auflage seit Jahren bei konstant
30 000 Exemplaren, was laut Herausgeber Urs Heller bei der Zielgruppe
der Sättigungsgrenze entsprechen dürfte. Den rund 800 Kritikerurteilen
bieten sich verschiedene Plattformen und Umfelder: von der
wöchentlichen Präsentation eines Lokals bis zur Homestory über den
Koch, die Aufsteigerin, die Entdeckung, den Sommelier und den Cigar Man
und den Hotelier des Jahres – wahlweise, national und sprachregional.
Heller lobt nebst dem Titel-Sponsoring mit IWC und Audi das
B-to-B-Potenzial des Guides, das dank seinem Erscheinungstermin im
Oktober als Weihnachtsgeschenk etwas über den guten Geschmack des
Schenkenden ausdrückt.
Bis es so weit ist, verkürzt Publicis die Wartezeit – neu mit einer
doppelseitigen Image- statt wie bisher einer Produktkampagne.

Dabei hat das Kreativteam um CD Philipp Skrabal und AD Simon Staub den
Kundennutzen des Buches in verschiedenen Sujets und dem Claim
«Vermeiden Sie Überraschungen» umgesetzt. Denn nicht alles erweist sich
bei kritischer Betrachtung als das, was es zu sein vorgibt. Wer hat es
noch nie erlebt, dass man im ausladend schönen Lokal mit dem
verführerischen Speiseangebot so lange zufrieden ist, bis das Essen
kommt: Alles weich gekocht, fad oder bereits kalt. Die neue Kampagne
bildet solche Frusterlebnisse nach und dramatisiert sie humorvoll mit
Köstlichkeiten, die auf den ersten Blick appetitanregend, beim Lesen
der dezenten Legenden aber abstossend wirken. Die abgebildete Lasagne
und das Erdbeerparfait bestehen nämlich aus ganz besonderen
Ingredienzen: Katzenstreu, Putzlappen, Zigarettenasche und Motorenöl.
 

Luca Aloisi

Fotografische Freiheiten

Plakate Die «Plakatsammlung zu Gast» bei der Schweizerischen Nationalbank zeigt in ihrer neusten Ausstellung Fotoplakate aus der Westschweiz.


Plakate Die «Plakatsammlung zu Gast» bei
der Schweizerischen Nationalbank zeigt in ihrer neusten Ausstellung
Fotoplakate aus der Westschweiz. Werner Jeker hat den Stil dieser
Arbeiten massgeblich geprägt. Seine überraschende Symbiose von Wort und
Bild zählt heute zum klassischen Repertoire des Fotoplakats aus der
Romandie. Auch seine Nachfolger wirkten mit Vorliebe für kulturelle
Institutionen, weil sie ihnen viele stilistische Freiheiten gewährten.
Nur selten bebildern ihre Plakate für Tanz und Theater direkt das
Bühnengeschehen, sondern spielen vielmehr mit subjektiven
Interpretationen. Die Ausstellung an der Fraumünsterstrasse in Zürich
dauert bis Mitte Juli.

Alle wollen mitreden

Kolumne Wer sich an die Markierung des öffentlichen Raumes wagt, muss um die Gesetze des Stammtisches wissen, schreibt Jürgen Häusler.

Kolumne Wer sich an die Markierung des öffentlichen Raumes wagt, muss um die Gesetze des Stammtisches wissen.Die meisten von uns kennen das Gefühl:
verwachst! Gut gemeint. Aber nicht optimal umgesetzt. Auch Manager
grosser Marken erleben es hin und wieder: Die S-Klasse fiel vor Jahren
dann doch etwas zu protzig aus. Die letzte Generation des 7er erinnert
viele im Design und in der Innenausstattung zu sehr an ein Gefährt aus
den USA. Und der Porsche, hochgebockt fürs Gelände, verliert einiges an
sportlicher Dynamik. Wie sieht es mit den Konsequenzen aus? Im persönlichen Fall sind die
Folgen noch sehr einfach zu beschreiben: individuelles Leiden. Und bei
Markenentwicklungen von bedeutenden Unternehmen liegen die Dinge noch
ziemlich klar – wenn auch mit Risiko behaftet: Abbau von Markenstärke
und -wert.

Und wie sieht es im öffentlichen Raum aus, wenn wir uns an dessen
Markierung wagen? Branding public spaces? Systematisch bleibt zunächst
festzuhalten, dass wir mit öffentlichen Gütern hantieren. Den Nutzen
unserer Aktivitäten geniessen viele, auch Trittbrettfahrer. Gleiches
gilt für mögliche Schäden. Die negativen Effekte unseres Tuns
beeinträchtigen auch Unbeteiligte. Es darf natürlich niemanden wundern,
dass viele mitreden, wenn es um die Einschätzung unserer
Markierungsbemühungen geht.

Eindrücklich und geradezu beispielhaft war, als man sich in Zürich
daran machte, mit der Weihnachtsbeleuchtung an der Bahnhofstrasse neue
Wege zu beschreiten. Schnell wurde alles zur Diskussion gestellt, was
gute oder schlechte Markenentwicklung ausmacht. Da ist zunächst die
ganz grundsätzliche Frage nach der Idee, welche uns leitet. Und dann
geht es darum, wie wir die Idee wohl umsetzen müssten. Schliesslich
bleibt zu klären, wer die Idee wie und gegen wen durchzusetzen gedenkt.
Schnell gehen die Meinungen schon darüber auseinander, was wir mit der
«Marke Weihnachten» (NZZ) im Sinn haben. Vertreter des religiösen
Markenkerns kritisieren natürlich den konsumorientierten Aktivismus der
Spassgesellschaft. Sie müssten dann wohl ganz darauf verzichten,
«Strassen zu schmücken» wie im Sinne des Theologen Gregor von Nazians
vor Jahrhunderten.

Markentraditionalisten haben in unserer Zeit natürlich keine Chancen:
«Konsumrausch als heidnisches Treiben – in Zeiten der Rezession kein
Verdikt mit Zugkraft», urteilt die Neue Zürcher Zeitung. Also
beschränkt sich unsere Auseinandersetzung auf Auslegungs- und
Umsetzungsfragen. Die Markenexperten sind sich allerdings nicht einig.
Altmodisch nennt es der Fachmann aus Köln, dem Hort katholischer
Feierkunst. Nicht traditionell genug lautet das Verdikt der Professorin
aus Taiwan, wo Weihnachten nicht zum Brauchtum gehört. Und die
Amerikanerin von der Universität Hongkong befällt ein visuelles
Unbehagen.

Das entscheidende Problem der Markierung des öffentlichen Raumes wird
deutlich. Ähnlich der Fussballwelt gelten die Gesetze und Regeln des
Stammtisches. Jeder kann legitimerweise mitreden, jeder hat gemessen an
seinen Kriterien Recht. Eine grosse Idee, ob gut oder schlecht, lässt
sich so nicht entwickeln. Und umsetzen schon gar nicht. Man benötigt
dazu Macht, also die Freiheit, nicht lernen zu müssen. So scheint es
auch in Zürich zu geschehen. Die Entscheidung der gemäss Pater Lukas
Niederberger vom Lassalle-Haus «zwinglianischen Jury» steht. Sie wird
mit kleineren Anpassungen auch die nächsten Jahre umgesetzt. Die Masse,
mit ihrer Sehnsucht nach Wärme und Harmonie, wird sich daran gewöhnen
müssen.

Jürgen Häusler ist CEO der Gruppe Interbrand, Zintzmeyer und Lux in Zürich und Honorarprofessor an der Universität Leipzig.

Grafische Industrie meldet leichten Aufschwung

Die Ertragslage in der Druckindustrie hat sich laut den Ergebnissen der Viscom-Umfrage im 4. Quartal 2005 erhöht. Die im Januar und Februar 2006 erhobenen Daten zeigen ebenfalls optimistische Erwartungen für die nächsten Monate.

Die Ertragslage in der Druckindustrie hat sich laut den Ergebnissen der Viscom-Umfrage im 4. Quartal 2005 erhöht. Die im Januar und Februar 2006 erhobenen Daten zeigen ebenfalls optimistische Erwartungen für die nächsten Monate. Die in Zusammenarbeit mit der KOF/ETH durchgeführte Konjunkturumfrage für die grafische Industrie zum 4. Quartal 2005 umfasste insgesamt 92 Unternehmen mit total 4566 Beschäftigten. 33,2 Prozent der ausgewerteten Antworten meldeten eine verbesserte Ertragslage, 51,2 Prozent eine unveränderte und nur 15,6 Prozent eine negative Entwicklung gegenüber dem Vorquartal. Ähnlich postitiv fielen die Beurteilungen der Wettbewerbsposition aus. 90,6 Prozent der Unternehmen gehen von einer unveränderten Stellung im Inlandmarkt aus, lediglich 1,8 Prozent sahen eine Verschlechterung der Wettbewerbsposition. Die Befragung nach den Erwartungen der Geschäftslage im Bereich Druck zeigt in den nächsten Monaten eine positive Entwicklungserwartung. Dafür scheint der Bereich Vorstufe etwas an Schwung eingebüsst zu haben und prognostiziert eine leicht negative Geschäftsentwicklung für die nächsten Monate.
Der erwartete Trend für die gesamte Branche bleibt positiv, lediglich 2,4 Prozent der Antworten weisen auf eine negative Entwicklung im ersten Halbjahr 2006 hin. Der Preisdruck scheint aber etwas abgeschwächt. Zwar hat im 4. Quartal der anhaltend starke Wettbewerbsdruck bei fast 23 Prozent der Unternehmen trotz erheblich gestiegener Einkaufspreise wieder zu tieferen Verkaufspreisen als im Vorquartal geführt. Der Wert fiel jedoch wesentlich niedriger aus als im Vorquartal, was auf eine Abschwächung des Preiszerfalsl schliessen lässt. Auch die Auslastung der Kapazität steig im 4. Quartal erneut und erreicht mit 88,9 Prozent einen neuen Höchststand.
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