Medientitel begeistern infolge sinkender Inserateeinnahmen die Börsianer nicht. Expansive Medienunternehmen wie Edipresse hätten allerdings eine Zukunft. Denn das Lausanner Medienhaus befindet sich auf dem aufsteigenden Ast. Auch wenn die Aktie noch mehr als die Hälfte unter der Höchstkurve aus dem Jahr 2000 liegt, empfiehlt das Wirtschaftsmagazin Cash, diese zu kaufen. Analysten schätzen den Gewinn von Edipresse für 2005 auf 35 Millionen Franken – einen Wert, der dem aus 2000 recht nahe kommt. Zu verdanken ist er laut Cash einerseits den florierenden Auslandgeschäften, die heute knapp die Hälfte des Umsatzes ausmachen, und andererseits den starken Westschweizer Titeln wie Le Matin, 24 Heures und Bilan. Das Ringen der Gratiszeitungen Le Matin Bleu mit dem Tamedia-Titel 20 Minutes hält zwar an, jedoch werten Experten die regionale Verankerung der Lausanner als vielversprechend. Vor allem sehen sie aber im Ausland- sowie im Online-Geschäft grosses Potential. Wie das Wirtschaftsblatt weiter schreibt, traut die Bank Vontobel dem Medienunternehmen für 2006 und 2007 jeweils einen Gewinnzuwachs von durchschnittlich 10 Prozent zu. Der Edipress-Titel sei im historischen Vergleich günstig bewertet, jedoch könne er einen regelrechten Schub erfahren, sollte sich die helvetische Werbekonjunktur verbessern. Einziger Wehrmutstropfen: Da sich ein Grossteil der Aktien in Familienbesitz befindet, ist der Handel wenig liquid.