Nach Angaben des Weltverbands der Zeitungsverleger (WAN) lagen die Zeitungsverkäufe 2005 gegenüber dem Vorjahr um 0,56 Prozent höher und erreichten mit 439 Millionen Exemplaren einen Rekordwert. Damit seien die Umsatzerlöse in den letzten fünf Jahren um 6 Prozent gestiegen. Die Anzeigenerlöse stiegen bei den zahlungspflichtigen Blättern weltweit um 5,7 Prozent gegenüber Vorjahr und um 11,7 Prozent gemessen über die letzten fünf Jahre. Damit blieb die Zeitung nach dem Fernsehen der zweitgrösste Werbeträger, und es wird erwartet, dass sie diese Position auf Jahre hinaus wird halten können.Rechne man die Gratiszeitungen hinzu, erhöhe sich die Auflage im vergangenen Jahr weltweit um 1,21 Prozent auf 464 Millionen Exemplare, teilte der WAN weiter mit. Auf die Gratiszeitungen entfielen mittlerweile 6 Prozent der weltweiten Auflage, in Europa seien es sogar 17 Prozent. Im Internet erhöhte sich die Zahl der Zeitungsleser weiter. Der Zuwachs erreichte 8,71 Prozent im Jahr 2005 und 200 Prozent in den letzten fünf Jahren.Die vom WAN seit 1986 jährlich durchgeführte Umfrage erfasst alle 216 Länder und Hoheitsgebiete, in denen Zeitungen herausgegeben werden. Sie wurde anlässlich des 59. Jahreskongresses der Zeitungsverleger den über 1700 Verlegern, Herausgebern, leitenden Redakteuren und sonstigen Führungskräften in Moskau vorgestellt. Die wichtigsten Erkenntnisse aus „World Press Trends 2006“ sind im Folgenden aufgeführt.
Im Jahr 2005 war bei den zahlungspflichtigen Zeitungen in 35 Prozent der untersuchten Länder eine Auflagensteigerung zu verzeichnen. Daraus ergibt sich für die letzten fünf Jahre ein Zuwachs von 28 Prozent. Bei den kostenlosen Blättern ergab sich in 54 Prozent der Länder eine Steigerung gegenüber 2004.
Die Gesamtzahl der zahlungspflichtigen Tageszeitungstitel sank 2005 weltweit um 0,3 Prozent, hat sich aber von 2001 bis 2005 um 8,1 Prozent erhöht. Insgesamt waren 7700 Blätter auf dem Markt. Bei Hinzurechnung der Gratiszeitungen stieg die Zahl der Titel 2005 um 0,06 Prozent und seit 2001 um 8,9 Prozent auf 7862 Stück.
Über 439 Millionen Menschen kaufen Tag für Tag eine Zeitung. Im Jahr 2001 waren es nur 414 Millionen. Die Zahl der Leser liegt schätzungsweise bei über einer Milliarde pro Tag.
von zehn der 100 meistverkauften Tageszeitungen der Welt werden inzwischen in Asien verlegt. Von den Top 100 entfallen 62 Titel auf China, Japan und Indien.
Die fünf grössten Zeitungsmärkte der Welt waren China mit 96,6 Millionen, Indien mit 78,7 Millionen, Japan mit 69,7 Millionen, die USA mit 53,3 Millionen und Deutschland mit 21,5 Millionen verkauften Exemplaren täglich. Während sich der Absatz in China und Indien im Jahr 2005 erhöhte, ging er in Japan, den USA und Deutschland zurück.
Am meisten Zeit für das Lesen ihrer Zeitung wenden mit 54 Minuten täglich die Belgier auf. Es folgen die Einwohner der Ukraine mit 50 und die Kanadier mit 49 Minuten.
Der Internetverkehr auf den Seiten der Tageszeitungen nahm 2005 um 8,71 Prozent und von 2001 bis 2005 um 200 Prozent zu.
Die Erlöse aus Internetwerbung verzeichneten weiterhin hohe Zuwächse und erreichten 2005 mit plus 24 Prozent das grösste Wachstum seit fünf Jahren.
Die Anzahl der Zeitungs-Internetseiten erhöhte sich im Jahr 2005 um 20 Prozent.
Insgesamt 169 Gratiszeitungen erreichten eine Gesamtauflage von 27,9 Millionen Exemplaren täglich, davon 18,6 Millionen in Europa.
Die kostenlosen Tageszeitungen haben in mehreren Ländern beeindruckende Erfolge erzielt. In Spanien entfallen auf sie 51 Prozent, in Portugal 33 Prozent, in Dänemark 32 Prozent und in Italien 29 Prozent des Marktes. Weitere Informationen unter