SVP-Mann will Lizenz für Bundeshaussendungen versteigern

Der SVP-Nationalrat Hans Kaufmann fordert ausserdem, dass die Fernsehgebühren um mindestens 30 Prozent gesenkt werden.

Die Fernsehgebühren sollen um mindestens 30 Prozent gesenkt werden. Das fordert der SVP-Nationalrat Hans Kaufmann gemäss der Pendlerzeitung 20 Minuten. Er sieht massives Sparpotential bei der SRG, beispielsweise dank dem auf Staatskosten gebauten neuen Medienzentrum des Bundeshauses. Die Konsumenten hätten nichts davon, weil das Geld für Frühpensionierungen und Firmförderung verwendet würde, sagte Kaufmann weiter. Der SVP-Mann postuliert ausserdem, dass eine Lizenz für die Bundeshaussendungen ausgeschrieben werde und diese an die meistbietende TV-Anstalt gehe. „Bei der Fussball-WM klappt das ja auch“, meinte Kaufmann laut 20 Minuten. Diesen Forderungen wolle er mit Vorstössen im Nationalrat Nachdruck verleihen.

Michael Hug verteidigt neue BZ-Struktur

Michael Hug, Co-Chefredaktor der Berner Zeitung, ist zufrieden mit der Neuorganisation seines Blattes ohne die klassischen Ressorts.

Michael Hug, Co-Chefredaktor der Berner Zeitung, ist zufrieden mit der Neuorganisation seines Blattes. Das sagte er in einem Gespräch mit dem Medienmagazin Klartext. Seit die klassischen Ressorts aufgehoben wurden, seien die Strukturen insofern hierarchischer, als es nun Produzenten und Blattmacher gäbe, die sagen, welcher Text wie viel Platz hat und wie gross ein Bild sei. „Es ist aber nicht so, dass das Desk regiert und alle anderen sind Text- und Bildsklaven, die zu liefern haben“, betonte Hug. Er begrüsst es, dass nun die ganze Redaktion zu allen Themen mitdiskutiert. Wer gute Argumente habe, dessen Geschichte schaffe es ins Blatt. Die Konkurrenz halte sich aber im Rahmen: „Wir sind nicht überdotiert, bei uns hat jeder genug zu tun“, erklärte Hug gegenüber Klartext. Die Blattmacher und Chefs würden verhindern, dass sich lediglich die Artikel der besten Verkäufer durchsetzen. „Wir diskutieren natürlich nicht basisdemokratisch alles bis ins Letzte aus, da sind zeitliche Grenzen gesetzt“, sagte Hug weiter. Geplant ist ausserdem eine noch engere Zusammenarbeit von Online und Print. „Wir wollen noch viel weiter gehen, auch erreichen, dass gewisse Inhalte zuerst ins Netzt gestellt werden und erst dann in die Zeitung kommen“, so Hug. Dieser Schritt sei allerdings erst in Planung und soll mit dem Bezug des Multimedia-Hauses der Espace Gruppe erfolgen. Der Umzug ins neue Gebäude werde Ende 2007 geschehen.

Roland Buob gestaltet Kampagne für WM-Sportpalast

Olive Marketing und Rufener Events haben den selbständigen Grafiker Roland Buob mit der Kampagne für die WM-Events auf dem Zürcher Sechseläutenplatz beauftragt.

Olive Marketing und Rufener Events haben den selbständigen Grafiker Roland Buob mit der Kampagne für die WM-Events auf dem Zürcher Sechseläutenplatz beauftragt. Das Konzept streicht hervor, dass  es nirgendwo mehr WM-Stimmung gibt als in einem eigens dafür gebauten Stadion. Die Anzeigen betonen die Grösse des Events: Die Headline wird stark gewichtet und das Visual beschränkt sich auf das wesentliche des Spiels, den Ball. Mit der Gestaltung des Visual als Screen soll unterstrichen werden, dass es sich um eine Übertragung auf einem 50 Quadratmeter grossen Bildschirm handelt. Das Paket der Kommunikationsmassnahmen umfasst nebst Anzeigen diverse Werbemittel wie Trambeschriftungen, Kinospots, Event-Material und wird mit Radiospots abgerundet. Die Vorlage dazu lieferte der Bündner Rapper Gimma, aus dessen Feder bereits der offizielle Schweizer WM-Song stammt.

Ein Schnitt, der schmerzt

GesundheitMultiple Sklerose unterbricht Nervenbahnen: AY&R klärt über eine schwere Krankheit auf.

Gesundheit Multiple Sklerose unterbricht Nervenbahnen: AY&R klärt über eine schwere Krankheit auf.Die Kampagne mit den Fotografien von
nackten MS-Betroffenen hat einen ungewohnten Weg in die Öffentlichkeit
gefunden. Nicht eine Werbeagentur hat den Auftrag von der
MS-Gesellschaft bekommen, sondern der Fotograf. Peter Hebeisen, bekannt
für seine sensiblen Bilder zum Beispiel von Flüchtlingen, sollte als
künstlerischer Leiter ein langfristiges Projekt mit Porträts von
MS-Kranken realisieren. Weil er die Aufklärung ein wenig breiter
angehen wollte, hat er sich mit Daniel Comte beraten. Der CD von
AY&R hat «als eine Art Ambassador» zusammen mit AD Marietta Albinus
und Texter Martin Stulz das Engagement aufgenommen. In persönlichen
Gesprächen mit MS-Betroffenen und einem Workshop mit den
Verantwortlichen der MS-Gesellschaft wurde analysiert, wie die
Aufklärung über diese Krankheit am sinnvollsten geschehen könnte. Die Krankheit mit den1000 GesichternZiel
der langfristigen Sensibilisierungskampagne für die Schweizerische
Multiple Sklerose-Gesellschaft ist nun, Verständnis für die Betroffenen
zu wecken. Denn MS ist eine Krankheit, deren Auswirkungen von einer
grossen Öffentlichkeit immer noch nicht verstanden werden, weil MS kein
klares Gesicht hat. Deshalb nennt man Multiple Sklerose auch «die
Krankheit mit den 1000 Gesichtern».
Multiple Sklerose ist eine
chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Symptome sind
unzählig und reichen von chronischer Müdigkeit über
Wahrnehmungsstörungen und Schmerz bis zur kompletten Lähmung. Die
Ursachen der Krankheit sind ungeklärt. MS gilt bis heute als unheilbar,
auch wenn in den Medien immer wieder neue Spekulationen über mögliche
Medikamente kursieren.
Die Schweizerische Multiple
Sklerose-Gesellschaft setzt sich für die Kranken und deren Angehörige
ein. Neben handfester Hilfe leistet sie auch dringend nötige
Öffentlichkeitsarbeit. Obwohl rund 10000 Menschen in der Schweiz an MS
leiden, ist das Wissen über die Krankheit in der Bevölkerung  –
und somit auch bei potenziellen Spendern – lückenhaft. Viele kennen
einzelne Symptome, aber nur wenige deren gemeinsame Ursache: die durch
Entzündungen hervorgerufene Unterbrechung der Nervenbahnen.
Hier
setzt die Kampagne von AY&R ein: Die Unterbrechungen und ihre
brutalen Folgen werden durch die Lücken zwischen zwei Plakatstellen
schonungslos visualisiert. Der Text wurde so klein wie möglich
gehalten: «Multiple Sklerose unterbricht die Nervenbahnen.» In den
verschiedenen Sujets werden dann mögliche Folgen konkretisiert – wie
etwa Sehverlust, Koordinationsstörungen oder Impotenz bis hin zur
Lähmung.
Fürs Fundraising werden auch Hebeisen-Fotos versteigertAuf
dem so vermittelten  Grundwissen werden künftige Kampagnen
aufbauen und das Verständnis von MS weiter vertiefen. Ziel der
langfristig geplanten Zusammenarbeit zwischen Peter Hebeisen, AY&R
und der Schweizerischen MS-Gesellschaft ist eine breite
Sensibilisierung für die Nöte der Betroffenen sowie die damit einhergehende Generierung von Spendengeldern.
Die
Kampagne startet Mitte Juni und umfasst neben dem Hauptmedium Plakat
auch Anzeigen, Bodenkleber, Mailings sowie eine Ausstellung zum Thema
mit anschliessender Versteigerung der Kampagnenfotos von Peter Hebeisen.
Andreas Panzeri

Clear Channel dank Felice Displays neu mit Megapostern

Felice Display ist die Nummer 1 für Megaposter an Messen und Spezialistin für grossformatige Werbung an Grossbaustellen. Mit der Akquisition der Felice Display hat Clear Channel nun auch die Vermarktung von Megapostern im Programm.

Felice Displays ist die Nummer 1 für Megaposter an Messen und Spezialistin für grossformatige Werbung an Grossbaustellen. Mit der Akquisition der Felice Display hat Clear Channel neben der klassischen Plakatierung und der Flughafenwerbung einen weiteren Geschäftsbereich hinzugewonnen: die Vermarktung von Megapostern.
Mit den City-Megapostern ist Felice Display in allen grossen Schweizer Städten prominent vertreten und auch im Messebereich ist sie an beinahe allen grossen Schweizer Messestandorten präsent. Felice Display firmiert neu unter dem Namen Clear Channel Felice GmbH. Über die Bedingungen des Verkaufs ist Stillschweigen vereinbart worden.

Aargauer Zeitung widmet Doris Leuthard eine Extraausgabe

Weil die Aargauerin Doris Leuthard am Mittwoch Bundesrätin geworden ist, hat die Aargauer Zeitung / Zofinger Tagblatt eine Extraausgabe erstellt - die zweite seit ihrem Bestehen.

Weil die Aargauerin Doris Leuthard am Mittwoch Bundesrätin gewordne ist, hat die Aargauer Zeitung / Zofinger Tagblatt eine Extraausgabe erstellt. Verteilt wurde diese im Aargau und an den Bahnhöfen in Zürich, Bern und Basel. Die Ausgabe mit 24 Seiten Umfang ist im Tabloidformat gehalten und reich bebildert, teilt die AZ Medien Gruppe am Mittwoch mit. Der Inhalt wird von der Bundesratswahl bestritten, zudem wird die eindrückliche Karriere von Leuthard dokumentiert. Daneben formulierten Aargauerinnen und Aargauer ihre Erwartungen an die neue Bundesrätin. Mit dieser Extraausgabe hat die Aargauer Zeitung zum zweiten Mal ein Extrablatt produziert. Die erste aus dem Jahre 1998 erschien zum Jubiläum «200 Jahre Helvetik».

«So eine Webcam will ich auch»

Internetwerbung Je stärker das Internet als Publikationsmedium genutzt wird, desto grösser wird die potenzielle Werbe- und Anzeigenfläche.

Internetwerbung Je stärker das Internet als Publikationsmedium genutzt wird, desto grösser wird die potenzielle Werbe- und Anzeigenfläche. Die grösste Wirkung erzielt Werbung, wenn
sie im redaktionellen Teil eingebettet ist, das gilt auch im Netz.
Selbst wenn die Absicht eine andere war, handelt es sich hier um
Onlinewerbung – avant la lettre sozusagen.

Die Episode hat sich Mitte März im US-Bundesstaat Oregon zugetragen:
Eine 17-Jährige, nur bekannt unter Melody, ihrem Vornamen,  und
dem Pseudonym «Bowiechick», trennt sich von ihrem Freund. 75 Sekunden
lang berichtet sie davon freimütig der Weltöffentlichkeit. Dafür nutzt
sie eine Webcam und ihren Computer. Das aufgezeichnete Video lädt
Melody auf die Videoplattform
youtube.com.

Bis heute haben von der Trennung knapp eine Million Menschen Kenntnis
genommen. Die meisten davon interessieren sich jedoch weniger für das
zwischenmenschliche Drama als für die Gerätschaft, mit der Frau
Bowiechick die Botschaft aufgezeichnet hat. Mit der Logitech QuickCam
Orbit MP lassen sich nämlich lustige Effekte generieren. Und davon hat
die junge Frau während ihres 75-Sekunden-Trennungsberichts exzessiv
Gebrauch gemacht. Mal erscheint sie mit Gasmaske bewehrt am Bildschirm,
mal mit Katzenschnauze und verfremdeter Stimme.

Kein Krypto-Spot im Auftrag
Da
youtube.com anders als etwa die Videospeicherangebote von Google
oder Yahoo mittels Kommentarfunktion die  Kommunikation zwischen
Hobbyfilmern und Zuschauern ermöglicht, konnten bis heute mehrere
hundert Personen ihren Senf zum Trennungsvideo zugeben. Der Tenor: «So
eine coole Webcam will ich auch!» Eine Logitech-Sprecherin liess sich
zwar mit der Aussage zitieren, dass nach der Veröffentlichung die
Verkaufszahlen nicht in die Höhe schnellten, doch der eine oder die
andere dürfte sich die lustige Kamera angeschafft haben, wie zahlreiche
andere Videos auf youtube.com zeigen.

Als Unwahrheit taxierte die Unternehmenssprecherin das Gerücht, wonach
Logitech die junge Frau dazu animiert habe, mit ihrer neuen Webcam ein
Filmchen zu drehen. Kontakt hat es zwischen der Firma und Frau
Bowiechick nach Veröffentlichung des populären Dokuments jedoch
gegeben. Wann immer sie etwas von Logitech wolle, könne sie sich beim
Schweizer Unternehmen melden, schreibt die inzwischen zu
Internetberühmtheit gelangte Webcamfilmerin in ihrem Weblog. «Dann habe
ich mir überlegt: So würde ich denen nur helfen, einen Haufen Geld zu
machen.» Und dafür würden Leute normalerweise bezahlt, schliesst die
17-Jährige. Doch sie will sich nicht vor den Logitech-Karren spannen
lassen.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
Anders als Logitech haben der Kamerahersteller Kodak und der finnische
Handygigant Nokia auserwählten Bloggern im letzten halben Jahr ein paar
ihrer neusten Geräte zum Testen überlassen – ohne weitere Auflagen.
Während sich ein Teil der Kamera- und Handytester in ihren
Blogbeiträgen  rechtfertigt und der Leserschaft umständlich
erklärt, weshalb nun ausgerechnet an dieser Stelle ein Testbericht
veröffentlicht wird, finden andere wiederum: «Wenn man schon ein so
tolles Spielzeug geschenkt erhält, muss man doch die Werbetrommel
rühren, nicht?» Und die Werbung für das neueste Supervideokamerahandy
erscheint im redaktionellen Teil des Weblogs. Das sehen die
PR-Abteilungen gerne. Schliesslich ist die Beachtung eines Blogartikels
wesentlich grösser, als jene einer beliebigen Textanzeige oder eines
Werbebanners am Rande des Bildschirms.

Weil sich viele Blogger nicht als Journalisten verstehen, haben sie
auch keine Mühe damit, ein bisschen Werbung zu machen. Und wenn es
sich  um ein Gerät handelt, das sie toll finden und ihnen den
digitalen Alltag zu meistern hilft, erscheint es ihnen geradezu
selbstverständlich, darüber zu berichten. Natürlich auch dann, wenn
etwas nicht funktioniert. Doch auch ein gnadenloser Verriss kann eine
wertvolle Information sein. Etwa dafür, dass das Produkt verbessert
werden muss, um bei den Bloggern, die wiederum als Multiplikatoren für
die Link-zu-Link-Propaganda fungieren, auf Anklang zu stossen.

Nick Lüthi

Bild: In 75 Sekunden zur Berühmtheit: «Bowiechick» auf youtube.com.

Berner Frauen

Eigenwerbung Freiburghaus und Partner jubilierten.

Eigenwerbung Freiburghaus und Partner jubilierten.Ein Grund zum Feiern findet sich in der
Werbebranche oft leicht. «Freiburghaus und Frauen feiert 10 Jahre»,
lautete die Begründung für Simon Freiburghaus. Zehn Jahre Bestehen,
damit verbunden ist ein Wachstum der Agentur von zwei auf vierzehn
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – sowie Referenzen, die vom Genfersee
bis Zürich reichen.
Das Kürzel der BSW-Agentur, die 1996 von
Simon Freiburghaus und Pia Banderini in Bern gegründet wurde, lautete
zuerst f/b. Ab 2001 – nach dem Ausstieg von Banderini – dann F/P. Denn
Simon Freiburghaus machte mit seinen Mitarbeiterinnen weiter.
Tatsächlich
sind das Aussergewöhnlichste an F/P die Frauen. Kaum in einer Agentur
arbeiten im Verhältnis so viele berufstätige Mütter mit, auch in der
Geschäftsleitung. Pascale Berclaz, eidg. dipl. Kommunikationsleiterin,
Expertin und Dozentin für Fachausbildungen und zweifache Mutter, ist
seit sieben Jahren mit von der Partie und leitet die Beratung. Romy
Freiburghaus-Maurer leitet die Administration der Agentur. Sie ist
Simons Partnerin im Geschäft und im Leben.
Das Ambiente für die Geburtstagsparty in Bern ist stilgerecht dem legendären Studio 54 in New York nachempfunden worden.

 
Andreas Panzeri

Rüsten auf dem Lande

Regionalpresse Der Tages-Anzeiger und drei Zürcher Landzeitungen bereiten sich einen heissen Presse-Herbst am Zürichsee.

Regionalpresse Der Tages-Anzeiger und drei Zürcher Landzeitungen bereiten sich einen heissen Presse-Herbst am Zürichsee. Die Verwaltungsräte der Zürichsee-Zeitung,
des Zürcher Unterländers sowie des Zürcher Oberländers hatten schon im
März bekannt gegeben, dass sie auf Beginn des kommenden Oktobers ihre
überregionalen Redaktionen zu einer gemeinsamen Mantelredaktion
zusammenlegen werden. Die Ankündigung wurde in der Branche reihum als
unmittelbare Antwort auf die Regionalstrategie des Tages-Anzeigers
gewertet, der im Herbst voraussichtlich vier neue Regionalredaktionen
im Zürcher Ober- und Unterland, am rechten Seeufer sowie in der Stadt
Zürich schaffen will. Weitere sind denkbar im Limmattal beziehungsweise
in Winterthur.

Die geplante Kooperation der drei Landzeitungen soll die Seiten
«Zürich», «Schweiz und Welt», «Wirtschaft», «Kultur», «Schlusspunkt»
sowie die überregionalen Sportseiten umfassen und ab Herbst von einer
rund zehnköpfigen Redaktion für alle drei Titel produziert werden.
Gegenwärtig sind die Verantwortlichen daran, das Team zu bilden. «Es
ist ein schwieriger Prozess», sagt Benjamin Geiger, Chefredaktor der
Zürichsee-Zeitung. Es gehe darum, zwischen gleichwertigen Partnern eine
gemeinsame Kultur zu finden.

Kooperation ist für die drei Partnerblätter – der Landbote in
Winterthur schied bekanntlich als vierter Partner aus, weil er mit dem
Tages-Anzeiger kooperiert – so neu nicht. Man druckt bereits im
gemeinsamen Druckzentrum in Oetwil und pflegt regelmässigen
Artikelaustausch. Die lose Zusammenarbeit hat eine gewisse Tradition,
die sich aus dem einstigen Nordost-Inseratekombi der ehemals am selben
Strick ziehenden vier Zürcher Landzeitungen allmählich entwickelt hat.
Doch erst unter dem wachsenden wirtschaftlichen Druck und durch die
strategischen Veränderungen im Grossraum Zürich der vergangenen zwei
Jahre einigte man sich auf die geplante Zusammenlegung der
überregionalen Ressorts.

Die Motivation ist dabei nicht bei allen dieselbe. Beim Zürcher
Oberländer steht die Offensive des Tages-Anzeigers im Vordergrund, dort
wird man die eingesparten Ressourcen praktisch eins zu eins in den
Ausbau des Regionalen stecken. Im Stammhaus der Zürichsee-Zeitung in
Stäfa gibt man sich diesbezüglich gelassener: Man kennt die
Konkurrenzsituation mit der Tagi-Regionalausgabe am linken Seeufer sehr
genau. «Wir sparen mit der Einführung einer gemeinsamen Redaktion unter
dem Strich vor allem Geld», sagt Geiger. Deshalb wird die ZSZ die
Einsparungen nicht voll in den Regionalteil umlagern. Die Sparübungen
scheinen nötig, denn auch am Zürichsee spürt man, dass der allgemein
konstatierte konjunkturelle Aufschwung in der Verlagslandschaft noch
nicht merklich auf das Inserateaufkommen durchschlägt. «Die Hoffnung,
mit vorübergehenden Kürzungen sei es getan, ist verflogen», sagt
Geiger.

Sich gegen Tamedia wappnen und sparen
Wie gross ist das Sparpotenzial? Beim Unterländer wird voraussichtlich
die dreiköpfige Dienstredaktion gekappt werden, der Oberländer wird
dafür seinen Regional- und Reporterpool ausbauen und bei der ZSZ werden
die betroffenen 7,5 Vollzeitstellen zum Teil in andere Ressorts
transferiert. «2,5 bis 3 Stellen werden wegfallen», sagt Geiger. Die
neue Mantelredaktion wird zehn Leute umfassen und am 3. Oktober die
Arbeit aufnehmen.

Auch die Strategen an der Werdstrasse sind daran, vier neue
Regionalredaktionen des Flaggschiffs Tages-Anzeiger zu besetzen. «Wir
sind voll in Fahrt», sagt  Chefredaktor Peter Hartmeier. Obwohl
der inserateseitige Aufschwung der ersten versuchsweisen
Tagi-Regionalausgabe am linken Seeufer auch nach eineinviertel Jahren
weitgehend ausbleibt, zeigt sich der Tagi-Chefredaktor mit der
Entwicklung sehr zufrieden. «Das linke Seeufer ist unser Markttest.
Würden wir keine Aufwärtsentwicklung messen, würden wir nicht so grosse
Investitionen machen», sagt er.

Für die Umsetzung der Regionalstrategie will Tamedia bekanntlich knapp
unter zehn Millionen Franken in die Hände nehmen. Das Unternehmen hatte
im März bekannt gegeben, 65 neue Stellen zu schaffen und gleichzeitig
das Layout des Tages-Anzeigers weitgehend zu überarbeiten.

Hartmeier bestätigt auch einige Fakten: So wird die Regionalredaktion
für das Zürcher Oberland in Uster unter Leitung des langjährigen
Tagi-Redaktors Heinz Girschweiler arbeiten. Die Redaktion sei dort
praktisch komplett, die anderen zu je einem Drittel. Am rechten Seeufer
– laut Hartmeier wäre der Standort Stäfa am vernünftigsten – wird
voraussichtlich Erwin Haas Redaktionsleiter. Im Unterland wird von
Bülach aus und in der Stadt von der Werdstrasse aus operiert.
Abwerbungsversuche bei der Konkurrenz blieben dem Vernehmen nach bisher
praktisch erfolglos.

Hartmeier setzt in den Einzugsgebieten der künftigen
Tagi-Regionalredaktionen auf kontinuierlichen Aufbau. «Wir müssen erst
Schritt für Schritt beweisen, dass wir auch können, was wir uns
vorgenommen haben.»

Ohne Input der NZZ
Die Tatsache, dass die drei Landzeitungen der NZZ nahe stehen, hat
offenbar keine Rolle für deren verstärkte Kooperation gespielt. Die NZZ
ist über die Freie Presse Holding an den Titeln namhaft beteiligt. «Die
NZZ finanziert uns den Mantel nicht», dementiert ZSZ-Chefredaktor
Benjamin Geiger Gerüchte. Die Strategen an der Falkenstrasse haben auch
keinen Input zum Kooperationsmodell gegeben. Hingegen dürfte
selbstverständlich sein, dass die künftige Mantelredaktion ihr
Korrespondentennetz aus den Pools NZZ-naher Titel, zum Beispiel vom St.
Galler Tagblatt oder von der Neuen Luzerner Zeitung alimentieren wird.

René Worni

Ohne Net-Metrix künftig keine Reichweitenwerte

Internetforschung Zeigt die Onlinebranche Net-Metrix die kalte Schulter, sägt sie am eigenen Ast. Denn dann fehlen ihr die Reichweitenwerte.

Internetforschung Zeigt die Onlinebranche Net-Metrix die kalte Schulter, sägt sie am eigenen Ast. Denn dann fehlen ihr die Reichweitenwerte.«Internetforschung Net-Metrix –jetzt
anmelden», so werben Wemf-Direktor René Schmutz und Manuel Dähler,
Leiter des SRG-Forschungsdienstes (FD), derzeit für die neue
Internetforschung.

An einer Veranstaltung am 8. Juni in Zürich wurde der Appell noch
eindringlicher: «Lassen Sie das Flugzeug endlich starten, wir können
nachher noch über die Beschaffenheit der Sitzbezüge und andere Details
diskutieren», rief Wemf-Direktor René Schmutz den gut 50 anwesenden
Websitebetreibern und weiteren Vertretern der Online-Branche zu. Er
forderte sie auf, sich bis zum 30. Juni auf der Wemf-Homepage als
Teilnehmer von Net- Metrix einzutragen. Denn nach dieser Frist werde
definitiv entschieden, ob das Flugzeug Net-Metrix abheben kann, oder ob
es – wie Ende 2005 – zu einem erneuten Startabbruch kommt.

Eines zeigte die Veranstaltung in Zürich, zu der Wemf und FD eingeladen
hatten, deutlich: Insbesondere die Betreiber kleiner Websites sind von
einer Teilnahme bei Net-Metrix noch keineswegs überzeugt. Das Problem
ist nicht etwa mangelnder Wille, sondern zwei handfeste Gründe: Happige
Zusatzkosten und mangelnde Aufklärung.

Apropos Kosten: Die Mehrbelastung für Betreiber kleiner Websites ist
tatsächlich nicht zu unterschätzen. Gemäss der aktuellen Wemf-Offerte
für Net-Audit und Net-Profile  lässt sich grob Folgendes sagen:
Eine kleine Website, die bisher ihre Zugriffe über Net-Audit erheben
liess und dafür jährlich vielleicht 10’000 Franken bezahlte, muss
künftig für Net-Audit und Net-Profile zusammen rund das Dreifache
hinblättern. Und was erhält sie dafür? Eine gemessene Reichweite, auch
für kleinere Sites, in einheitlicher Währung und dazu
soziodemografische Angaben über die Nutzer. Manchen Sitebetreibern
scheint allerdings nicht klar zu sein, dass dies nur aus der Verbindung
von Net-Audit und Net-Profile zu haben ist. Ein Entweder-oder gibt es
nicht.

Begriffsverwirrung in Sachen Reichweite
Doch ist die neue Reichweite die Zusatzkosten wert? Aus Sicht mancher
Websitebetreiber ist sie das nicht, wie aus einigen Voten am 8. Juni
klar hervorging. So brachte manch ein Votant zum Ausdruck, dass ihm der
Wert Unique Client aus dem Net-Audit nicht nur vollauf genüge, sondern
dass er ihn auch für seine Reichweite hält. Damit wurde aber auch
deutlich, dass in der Branche eine Begriffsverwirrung in Sachen
Reichweite vorherrscht, die sich fatal auswirken könnte: Manch ein
Sitebetreiber könnte dazu verleitet werden, sich weiterhin nur mit
Net-Audit und dem Wert Unique Client als vermeintliche Reichweite zu
begnügen.
Das würde nicht nur die neue Internetforschung gefährden, sondern den
Sitebetreibern auch wenig nützen. Denn die Wemf wird ab 2007 bei
Net-Audit keine Unique Clients mehr publizieren – um eben dem
Reichweitensalat entgegenzutreten, wie René Schmutz bekannt gab.

Doch worin besteht die Begriffsverwirrung? Darin, dass der Wert Unique
Client bloss die PCs meint, von denen aus auf eine Website zugegriffen
wird. Über die Person(en) dahinter macht Net-Audit jedoch keine
Angaben. Da aber die Reichweite einer Website gemäss Definition nur
Personen umfasst, die in einer bestimmten Zeit mindestens eine
Kontaktchance mit der betreffenden Website haben, ist klar, dass Unique
Client nicht als Reichweitenwert taugt.

Keine MA Comis mehr
Im Onlinebereich existiert durchaus ein valabler Reichweitenwert –
jener aus der MA Comis. Diese Studie hat aber den Nachteil, dass sie
nur einmal jährlich und durch Befragungen erhoben wird. Zudem machten
kleine Sites kaum mit. Kommt hinzu, dass die Branche bald auch diesen
Reichweitenwert verlieren wird: Die Wemf hat sämtliche
MA-Comis-Verträge per Ende März 2006 gekündigt, es wird demzufolge
keine MA Comis 2006 publiziert. «Wir wollten damit ein Zeichen setzen»,
sagt Schmutz auf Anfrage. Und es sei auch darum gegangen, den
Auftraggebern der MA Comis unnötige Kosten zu ersparen.

Unnötig dann, wenn Net-Metrix zum Fliegen kommt. Was aber, falls dies
nicht der Fall ist? Auf eine solche Diskussion mag sich Schmutz derzeit
nicht einlassen. Doch klar ist: Die Branche stünde dann vollends ohne
Reichweite da, und alle Brücken wären abgerissen. Dieses Risikos sind
sich die wenigsten bewusst. Ob es genügend kommuniziert wurde, bleibt
dahingestellt.    

Das Modell von Net-Metrix in Kürze
Die Webstatistik Net-Audit bildet die Grundlage des neuen
Forschungsmodells. In Net-Audit werden die PC-Zugriffe auf alle
teilnehmenden Websites gemessen. Diese Daten erlauben jedoch weder
Aussagen über die Zahl der Personen, die eine Website nutzen, noch über
das Profil der Nutzer.

Genau diese Lücke soll mit der neuen Internetstudie Net-Profile
geschlossen werden. Net-Profile ergänzt die von Net-Audit gemessenen
Daten mit einer Onsite-Befragung, um so soziodemografische Angaben zu
den Nutzern der einzelnen Websites zu erhalten. Net-Profile wird
zuverlässige Reichweiten sowie Strukturdaten für die Mediaplanung
liefern.

Net-Audit und Net-Profile werden durch das Modul Net-Tracking ergänzt.
Net-Tracking ist ein Panel, das die Internetnutzung von rund 3000
Panelteilnehmern erfasst – zu Hause, an der Arbeit und anderswo. Die
Daten aus Net-Tracking können strategisch eingesetzt werden, um etwa
neue Trends bei der Internetnutzung zu erkennen.

Markus Knöpfli

Halal Food meets Happy Meal

International In den USA sind ausländische Minderheiten das neue Liebkind der Markom-Branche. Die Multikulti-Nischen von einst gelten als Wachstumsmarkt.

International In den USA sind ausländische Minderheiten das neue Liebkind der Markom-Branche. Die Multikulti-Nischen von einst gelten als Wachstumsmarkt.Immer mehr amerikanische Unternehmen
fangen an, gezielt die Minderheiten in den USA in ihren Kampagnen
anzusprechen. Und es sind nicht mehr nur die Latinos und
Afro-Amerikaner, die beiden grössten Ethnien des Landes, die als
Zielgruppen ausgewählt werden. Es sind zunehmend auch kleinere
Volksgruppen, die Aufmerksamkeit erhalten. Eine bahnbrechende Rede zum
Thema hielt vor kurzem Robert Liodice, Präsident der Association of
National Advertisers (ANA), auf der Jahreskonferenz der Organisation.

«Multikulturelles Marketing dreht sich nicht um guten Willen, sondern
um gutes Business», sagte Liodice und verwies auf die Tatsache, dass
der Bevölkerungsanteil aller Minderheiten in den USA schon in 20 Jahren
über 50 Prozent ausmachen werde. Er empfahl seinen Kollegen, Angehörige
der unterschiedlichsten Minderheiten anzuheuern, die in der Lage sind,
Kontakte zu den jeweiligen Gruppen herzustellen. «Multikulturelles
Marketing muss umfassend in die Planung und in die Kommunikation eines
Unternehmens integriert werden.»
Eine dieser Gruppen in den USA
ist die arabisch-amerikanische Minderheit, zu der ein Grossteil der
Muslims im Land gehören. Der Umfang der Population arabischer Herkunft
wird auf bis zu vier Millionen geschätzt. Die Glaubensgruppe der
Muslims allerdings, die nicht nur aus Arabern besteht, sondern vor
allem auch aus Afro-Amerikanern und Asiaten, dürfte sogar 5,8 Millionen
Menschen umfassen.
Mit dem Problem, dass man Araber und
Muslims voneinander trennen und anders definieren muss, beginnt auch
die Besonderheit, wenn man Produkte an sie vermarkten will. «Araber in
Amerika kommen aus verschiedenen Ländern und sprechen verschiedene
Sprachen», sagt Saul Gitlin, Vice President für Marketing bei der
multikulturellen Agentur Kang & Lee. Die meisten kommen aus Ägypten
und Libanon, andere aus Tunesien und Oman. Und obwohl viele Araber
Muslims sind, wird bei der Mehrheit jener, die in den USA leben, die
christliche Religion gepflegt.

«Es ist schon eine Herausforderung, mit einer so heterogenen
Bevölkerung zu kommunizieren, deren einzige Gemeinsamkeit vielleicht
die ist, dass sie eine arabische Sprache sprechen», meint Gitlin. «Man
muss aufpassen, dass man niemanden beleidigt.» Um heikle
Missverständnisse zu vermeiden, verlässt Gitlin sich auf den Input der
Kunden wie auch der Profis, die in der arabischen Welt zu Hause sind.
Er rät, bei der Kreation einer Anzeige oder eines Werbespots
Schaupieler und Locations einzusetzen, mit denen sich möglichst viele
potenzielle Kunden identifizieren können.
Mehr Einkommen und NachwuchsDiese
Kriterien wurden etwa bei der Gestaltung der Anzeigen von Kang &
Lee für die Kreditinstitute Bank of America, Western Union und einen
Telefonservice von AT&T berücksichtigt. Beide Unternehmen wandten
sich in arabischen beziehungsweise türkischsprachigen Anzeigen gezielt
an jene Kundschaft, die sie erreichen wollten: Kunden also, die
regelmässig Geld in ihre Heimatländer transferieren oder dorthin
telefonieren.
Andere grosse Konzerne ziehen nach: Das
Bekleidungshaus Nordstorm veranstaltete vor kurzem das Fashion-Seminar
«Trends für verschleierte und konservative Frauen», wo man sich dem
Marketing für die wohlhabende muslimische Minderheit in den Vororten
von Nord-Virginia widmete. Dort wurden lange Gewänder und Schals aus
Markenhäusern wie Dior, Gucci und Hermés vorgeführt.
Die
arabische Minderheit in den USA gilt als gut gebildet, gut verdienend
und dennoch vernachlässigt von der Werbung treibenden Industrie. Wie
überall in den USA treffen häufig die Frauen die Kaufentscheidungen für
die Familie. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei 47500
Dollar, mehr als bei den weissen Amerikanern mit 42000 Dollar. Bei den
Muslimen sind es gar 54000 Dollar. 38 Prozent der Araber haben
mindestens einen Bachelor´s Degree, verglichen mit nur 24 Prozent der
Kaukasier und 60 Prozent der Muslime. Der Nachwuchszuwachs bei dieser
Minderheit  liegt bei sechs Prozent, während jener der weissen
Amerikaner stagniert. «Die amerikanischen Konzerne haben noch nicht
begriffen, dass die arabische Community einen riesigen Markt
darstellt», sagt Oussama Jammal. Er leitet die Fine Media Group, die im
letzten Jahr den animierten Disney-Film «Mohammed» vertrieb.
Menü für die Muslim CommunityAuch
McDonald’s stellte sich auf die muslimische Zielgruppe ein. In einer
Hand voll seiner Restaurants – etwa in Dearborn, Michigan – bietet der
Schnellfütterer «Halal Food» an: Chicken McNuggets nämlich, die nach
den Regeln des islamischen Glaubens zubereitet wurden. Dearborn gilt
als eine jener Städte mit der höchsten Konzentration der arabischen
Bevölkerung in den USA. Die Kunde, dass McDonald’s Halal Food anbietet,
verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der muslimischen Community, was
das Unternehmen als die einzig wahre Marketingmethode ansieht. «Wir
schalten keine Werbung, sondern wir verlassen uns darauf, dass sich die
Botschaft von selbst unter den Leuten verbreitet», sagt eine
McDonald’s-Sprecherin.
Neben einer Reihe von arabisch-sprachigen
Fernsehsendern, Radios, Zeitungen und Magazinen wurde vor einem Jahr
auch ein englischsprachiger TV-Sender namens Bridges TV per Satellit
und Kabel gelauncht. Der Gründer, Muzzammil Hassan, will damit den
amerikanischen Muslims Serien und Informationen bieten, mit denen sich
auch die assimilierten Kinder der ursprünglichen Immigranten
identifizieren können. «Wir wollen Brücken der Freundschaft zwischen
Mainstream-Amerika und den amerikanischen Muslimen bauen», sagt Hassan.
«Es ist eine Einladung an Amerika, uns zu Hause zu besuchen.»
«Der Markt für Minderheiten ist der Markt der Zukunft»Michael Lee
, Präsident der Agentur Ethnoconnect, über richtig und falsch verstandene Assimilation im Marketing.WW: Wie sollte man die arabische Minderheit in den USA ansprechen?Michael Lee:
Wer Werbung treiben will, muss das in einer arabischen Sprache tun. Ein
grosses Pizzaunternehmen schickte eine Wurfsendung in arabischer
Schrift aus. Als die Leute anriefen, um Pizza zu bestellen, sprach
niemand ihre Sprache. Viele sahen darin eine Beleidigung. Das ist
schlimmer, als gar keine Werbung zu schalten. WW: Muss man das auch bei der Werbekreation beachten?Michael Lee: Unbedingt.
Ich habe eine Immobilienfirma beraten. Deren Anzeige zeigte eine
Familie, die mit ihrem Hund auf den Stufen des Hauses sass. Aber Hunde
werden in der arabischen Welt nicht so geschätzt wie in Amerika. Das
war ein grober Fehler.WW: Haben auch grosse Unternehmen die arabische Minderheit entdeckt, oder werden Geschäfte hauptsächlich lokal gemacht?Michael Lee: Grosse
Firmen tun sich schwer, ihre Businesspraktiken an eine kleine
Minderheit anzupassen. Das ist oft teuer und bringt nicht genug Umsatz.
Kleine und mittelständische Unternehmen haben hier einen Vorteil, weil
sie flexibler agieren können. Aber die grossen Konzerne werden in
Zukunft jede Menge Geschäftsmöglichkeiten verpassen, wenn sich das
nicht ändert. Der Markt für Minderheiten ist der Markt der Zukunft. Gerti Schön

WM, Werbung, Atemnot

Werbegeschenke Was die Teilnahme der Schweizer Nati alleine an der WM-Gruppenrunde für die KMU-Eigenwerbung bedeutet, erleben derzeit die Redaktionen.

Werbegeschenke Was die Teilnahme der Schweizer Nati alleine an der WM-Gruppenrunde für die KMU-Eigenwerbung bedeutet, erleben derzeit die Redaktionen. Während sich die Konsumenten über all die gleichgeschalteten WM-Kampagnen nerven, freuen sich die Journalisten über alle null- bis schwachprozentigen WM-Gadgets, mit denen sie überflutet worden sind: hier ein Polyconsult-Harass, dort ein bierseliges Notfallset des Altstätter Druckunternehmens RVA. Die Krönung stammt von der inoffiziellen WM-Sponsorin Agentur Werbeanstalt: eine Dose medizinischer Sauerstoff gegen Atemnot «ausgelöst durch traumatische Fussball-Ereignisse».
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