Noble Preise in Stockholm, Oslo – und Cannes

Cannes Promo Seit 1901 werden Nobelpreise verliehen. Dieses Jahr sind es sechs Preisträger. Die Entwicklung bei Awards in der Kommunikation ist hingegen inflationär. Jüngstes Beispiel dafür ist die Kategorie «Sales Promotion» in Cannes.

Cannes Promo Seit 1901 werden Nobelpreise
verliehen. Dieses Jahr sind es sechs Preisträger. Die Entwicklung bei
Awards in der Kommunikation ist hingegen inflationär. Jüngstes Beispiel
dafür ist die Kategorie «Sales Promotion» in Cannes. Es gehört anscheinend zu den
Grundmechanismen des Marketings, dass Angebote im Verlauf der Jahre
immer weiter segmentiert werden. Ein Beispiel: Was als Shampoo zur Welt
kommt, wird später zu Shampoo, Conditioner und Kurpflege. Und ein paar
Jahre später erscheint unter dem Label «3 in 1» ein reintegriertes
Produkt auf dem Markt. Gleiches lässt sich auch von der Kommunikation
sagen. Auf der einen Seite steht der ungebrochene Trend zur grösseren
Spezialisierung, der immer wieder neue Kommunikationsdisziplinen
entstehen lässt. Und als Reaktion darauf wächst das Bedürfnis nach
Integration all dieser Massnahmen.
Der Löwenregen von Cannes
Die Entwicklung am bedeutenden Werbefestival in Cannes zeigt weiterhin
klar in Richtung Spezialisierung. Während die erstmaligen
Auszeichnungen für Digitalmarketing-Konzepte (Cyber Lions, 1998) und
Direktmarketing-Arbeiten (Lions Direct, 1999) noch für beträchtlichen
Wirbel sorgten, hat sich die Löwenfamilie seither mit Nachwuchs für
Radiospots (2005) und nun Promotionen weiter vermehrt. Welche
Auswirkungen sind von dieser Entwicklung zu erwarten?

Kaum jemand wird bestreiten, dass die Einführung einer neuen Kategorie
eine qualitätsfördernde Wirkung haben kann. Denn die Bedeutung einer
Werbedisziplin steigt nicht zuletzt mit dem Renommee ihrer
Auszeichnungen. Der Schritt aus dem Schatten ins internationale
Rampenlicht zieht neue Talente an und motiviert zu höheren Leistungen.
Ausserdem kann es nicht schaden, dass sich auch etablierte
Branchenprofis nicht mehr nur nase- rümpfend von der ungeliebten
Verkaufsförderung abwenden.

Sales Promotion ist erwachsen geworden
Entscheidender als die Zukunftsaussichten dürfte aber der bisherige
Leistungsausweis der Sales Promotion sein. Die Zeiten, als
Verkaufsförderung einfach als Wurmfortsatz der klassischen Kampagne
abgewickelt wurde, scheinen überwunden. Raffinierte Promokonzepte sind
heute nicht selten eigene Kampagnen mit crossmedialer Inszenierung
(besonders die Schnittstelle zur Disziplin Events ist von Bedeutung).
An integrierten Auftritten mangelt es nicht: Als gutes Beispiel kann
man aktuell einige mit grossem Aufwand betriebene Aktivitäten der
Sportartikelanbieter im Umfeld der Fussballweltmeisterschaft entdecken.
Klar, dass solche Promotionen, die im Kommunikationsmix einen
bedeutenden Stellenwert innehaben, heute genauso präzise auf die Werte
der beworbenen Marke massgeschneidert sind wie klassische Auftritte.

Nach Aussage des Jurypräsidenten Lor Gold, Executive Vice President bei
Draft in Chicago, wurde besonders viel Zeit für die Definition der
Jurykriterien aufgewendet. Schliesslich soll die Trennung von Spreu und
Weizen nicht einfach nach Gutdünken erfolgen. Grösste Bedeutung wird in
bester Cannes-Tradition der Qualität der kreativen Idee beigemessen
(rund 40 Prozent). Die Argusaugen der Jury achten ausserdem besonders
auf die Abgrenzung zwischen Promo Lions und zum Beispiel der
Unterkategorie «Field Marketing» bei den Lions Direct. Wie auch Thomas
Engeli, Texter/Konzepter bei Fisch Meier Direkt – derzeit Juror Lions
Direct – bestätigt, ist zu hoffen, dass die Beurteilung von Promotionen
in einer eigenen Kategorie zukünftig zu vergleichbaren Ergebnissen
führt.

Neues Label: Shopper Marketing
Die Bedeutung der Verkaufsförderung artikuliert sich nicht zuletzt in
neuen Begriffen, die versuchen, die wachsende Komplexität plakativ auf
den Punkt zu bringen. In Agenturen ist vermehrt von «Shopper Marketing»
oder auch «Shopper Behaviour» die Rede. Und das im Detailhandel sehr
aktive GDI präsentierte an der European Channels Conference neue
Ansätze unter der Affiche «Best Practices for Shopping Concepts». Ob
sich hinter den griffigen Labels ein echter Trend verbirgt, wird man
sehen.

Zurück zur Frage, ob den Sales Promotern ihre Kategorie zu Recht
zugestanden wird. Ich denke ja! – geben wir der sich etablierenden
Zunft der Verkaufsförderung diese Chance, sich weiterzuentwickeln. Was
sie damit macht, wird sich weisen. Und anders als beim Nobelpreis wird
sich in Cannes in den nächsten hundert Jahren noch vieles ändern.

Übrigens: Während die Promotion vom neu geschaffenen Preis bestimmt
profitiert, bleibt die Frage offen, ob das auch für das Ansehen des
Cannes-Festivals gilt.

Christian Hansen, CEO Fisch Meier Direkt, Schweizer Juror Cannes Lions Direct 2003.

Directories.ch kommt aufs Handydisplay

Die Adressen der Gelben und Weissen Seiten von Swisscom Directories sind neu mit jedem internetfähigen Handy abrufbar. Der neue Service ist ab sofort als Beta-Version und kostenlos nutzbar.

Die Adressen der Gelben und Weissen Seiten von Swisscom Directories sind neu mit jedem internetfähigen Handy abrufbar. Der neue Service ist kostenlos. Damit können tagesaktuelle Adressen von Privatpersonen und Firmen auch von unterwegs problemlos per Mobiltelefon abgefragt werden. Als Beta-Version steht der neue Service ab sofort zum Ausprobieren bereit, für die Abfrage werden bloss die Verbindungsgebühren fällig. Wenn die ausführliche Testphase abgeschlossen ist, sollen weitere Komfortfunktionen im neuen Mobile-Verzeichnis folgen, heisst es in einer Mitteilung.

Wenn der Rotor heiss läuft

All work, no beach! Nur Arbeit, nix Strand. Was das offizielle Cannes-Motto vor zwei Jahren war, setzt sich auch heuer fort. Neben Filmscreenings ohne Ende, Besuch der Press-, der Outdoor-, der DM- und der Promo-Shortlist-Exhibitions...

Zum Zehnjährigen Jubiläum von rotor Agentur für Kommunikation erschienen über 200 geladene Gäste. Nach einer ersten Stärkung mit Food & Drinks im In- nenhof der Agentur, schrieben sich 64 Rennwillige zum Qualifying des Zehnten Grossen Preises von Zürich ein. Ob als Carrera-Pilot oder als Zuschauer; es herschte Hochspannung bis zum Abwinken. Nach der Siegerehrung, welche die charmante Miss Carrera 2006 vornahm, geleiteten DJ Steve McQueen und die Unplugged-Band Los Bandidos mit ihrem Tequilla Racing Punk bis tief in die Nacht hinein.Das anschliessende Rennen wurde paarweise im K.O.-System 1 gegen 1 ausgetragen. Zwischen den Rennen fachsimpeln Beat Engeler von Fischer Architekten AG und Martin Hauser, Mitinhaber rotor über die Leistungen der Fahrer.Grosses Staunen auf der VIP-Tribüne: Bernd Götz von Swiss Re mit Ehefrau Inge, Lorenz Hauser Musik- und Eventspezialist und Gilles Bachmann von Fauxpas Grafik.Peter Burri, Marketingleiter der Gesundheitsförderung Schweiz coacht seinen Sohn Tim. Miss Carrera 2006 Oxana Fedorova überreichte den Finalisten die Preise. Der Zweitplatzierten André Becchio wurde tröstend in die Mitte genommen. Und der Sieger Oliver Fitze Inhaber Hum Records freute sich über das hart erkämpfte Carrera-Package.Danach feiert der Rennsportzirkus bis in die frühen Morgenstunden den rotor Jubiläums-Grand Prix zum legendären Tequilla Racing Punk von Los Bandidos. Text & Bild: rotor
 
Upload: Beat Fritsch
Support: Kathrin Fischer
Good Job: Urs Bühler
 Ab nächstem Montag (19.6.06) wird an dieser Stelle die tägliche Shortlist-Berichterstattung aus Cannes zu finden sein.BildunterschriftBildunterschriftBildunterschriftBildunterschriftBildunterschriftBildunterschriftBildunterschriftBildunterschriftAll work, no beach! Nur Arbeit, nix Strand. Was das offizielle Cannes-Motto vor zwei Jahren war, setzt sich auch heuer fort. Neben Filmscreenings ohne Ende, Besuch der Press-, der Outdoor-, der DM- und der Promo-Shortlist-Exhibitions (nicht zu vergessen von ebenso endlosen Partynächten) steht den Besuchern ein umfangreiches Seminarprogramm zur Verfügung, das sich ebenfalls im Stundenrhythmus über den ganzen Tag erstreckt. Die Werbewoche hat heute vier davon herausgepickt, um einem eine Vorstellung zu geben, wie vielfältig und extrem interessant das Festival geworden ist, seit es von den Messespezialisten von Emap übernommen worden ist.Bereits um 10 Uhr morgens gab die wohl ausgefeilteste Post-Production-Schmiede „The Mill“ eine eindrückliche Demo der Special-Effect-Software „Massive“ zum Besten. Das Programm beruht auf Artificial Intelligence und Fraktal-Algorithmen. Entwickelt wurde es ursprünglich, um die Ork-Armeen aus Herr der Ringe auf den Screen zu bringen. The Mill waren die ersten, die Massive auch für Werbespots einsetzten. So wurde der Menschenberg des Grand-Prix-Gewinners von vor zwei Jahren (Playstation) mit Massive kreiert. The Mill gewann übrigens für die Visual Effects in Ridley Scotts Gladiator einen Oscar.Dass heute Blogs oder TV-Serien mehr Einfluss auf die Populärkultur haben als Werbung war die Kernaussage im Seminar von J. Walter Thompson (JWT), welches vom Craig Davis, Chief Creative Officer Worldwide moderierte wurde. Im Podium sassen Schauspieler Martin Sheen, der bei uns vor allem durch seine Rolle in Apocalypse Now, in Amerika aber auch durch sein Engagement gegen die konservativen Regierungen Reagan und Bush 1 + 2 berühmt ist. Die TV-Serie West Wing, in der er einen liberalen Präsidenten gibt, hatte wohl mehr politischen Einfluss in Amerika als die Leitartikel der Times. Martin Sheen präsentierte sich hier als enorm eloquenter und belesener Zeitgenosse mit viel Esprit.Ebenfalls sehr einflussreich ist Arianna Huffington. Die Gründerin des Blogs „HuffingtonPost.com“ schreibt enorm erfolgreich sowohl gegen den journalistischen wie auch den Meinungs-Mainstream an.Der wohl einflussreichste Mann auf dem Podium hiess aber Michael Patrick King, was Moderator Davis zum Bonmot veranlasste, dass wer drei Namen führe sicher eine wichtige Person sei. King ist Erfinder, Produzent und Autor der Kultserie Sex & the City und hat wohl die Sit-com-History der letzten Jahre geprägt wie kein anderer (so wurde u. a. die fiktionale Figur Kelly Bradshaw in England zu einer der einflussreichsten Frauen gewählt). King gab ebenfalls eine herrliche Geschichte zum Besten. Ein kanadischer Getränkeproduzent (vermutlich Seagram) bot eine Million Dollar dafür, dass Kelly an der Bar ein eben im Markt eingeführtes Produkt bestellte. Der Sender lehnte dies ab. Darauf kam das Anliegen, dass ja eine unbekannte Person neben Kelly an der Bar den Drink bestellen könnte. Auch das kam nicht an. Letztlich bestellten im Hintergrund zwei Frauen den Drink, als während eines Kameraschwenks die Figur Kelly Bradshaw vorbeirauschte. Earning, one million bucks, freute sich King diebisch von der Bühne herab.(Anmerkung des Redaktors: All die anderen Markenfetische aus Sex & the City (Manolo Blahnik etc.) sind charaktertypische Ploteigenschaften, da bezahltes Product Placement im US-TV ist eine sehr heikle Geschichte ist. Dennoch hat man sich natürlich bei Blahnik über die Gratis-PR gefreut).Ein Must für Freunde von etwas schrägeren Geschichten ist jeweils das Seminar von Hermann Vaske, Kult-Regisseur und in eine Reihe zu stellen mit Directors wie Joe Pytka oder Jean-Paul Gould. Leider sind Vaskes Werke nur schwer mit Worten zu beschreiben, da sie ein Feuerwerk an Kreativität, Information und Visualität bilden. Nur soviel: Dieses Jahr gings um Fussball, im dokumentarischen Teil des Films kamen Fussballstars wie Pelé, Beckenbauer und Henry zu Wort, aber auch Musiker Dave Stewart (Eurhythmics), Filmstar Dennis Hopper und Alt-Politiker Henry Kissinger gaben ihre Statements ab. Gehostet wurde das Ganze vom englischen Starkomiker und Monty-Python-Mitgründer John Cleese.Eine einzigartige Case-Study ist auch der Aufbau und Erfolg der erst vor knapp vier Jahren gegründeten brasilianischen Agentur „Africa Propaganda“. Neu, frisch und namenlos machte sich die Agentur damals in den brasilianischen Markt auf, und setzte erst einmal unübersehbare Zeichen mit dem eigenen Branding. Ein ungewöhnlicher Name, ein einprägsames Logo, und ganz viele Begleitmassnahmen, beispielsweise die Lancierung eines Songs (Refrain: Ich bin der Sohn des Bossa Nova, der Enkel des Samba, mein Geheimnis ist die Fusion von Europa und Umbanda, ich bin Afrika) und die Herausgabe eines eigenen Kreativmagazins, dass aber keine Review der eigenen Arbeiten ist, prägten die Markteinführung. Mit dem Resultat, dass Kunden kamen, die auch eine solch professionelles Branding wollten. Zum besseren Verständnis: In Brasilien gilt das Sprichwort: Africa is just another word for Bahia. Auch das Interieur der Agentur ist folgerichtig strikte auf Afrika gestylt.Das Resultat: Africa ist die Top-of-Mind-Agentur Brasiliens und auch die am schnellsten wachsende in der brasilianischen Werbegeschichte überhaupt. Bis Africa auch Europa erreicht, dürfte nicht mehr allzu viel Zeit vergehen.
 Text & Fotos: Beat Philippe FritschErstellt auf AppleUnterstützt von OlympusDie Rennleitung eröffnet das Qualifying zum Zehnten Grossen Preis von Zürich. Sascha Kieslinger, Art Director rotor und Alexander Gessert, Creative Director und Mitinhaber rotor.Maurizio Scarpa vom Sfax Frisurenmacher begrüsst zwei Schönheiten im Fahrerlager.Christine Roth, die ehemalige Marketingleiterin von Freitag Lab amüsierte sich zusammen mit Daniel Kistler von Ringier.Ludwig Dörr, der ehemalige Werbeleiter von Coop Schweiz fand trotz Unruhestand Zeit für einen Blitzbesuch in Zürich.Musik trifft Film: Phonogen.com-Gründer Rino Meyer posiert mit Beat Lenherr von panimage.Mit genügend Treibstoff im Tank kämpften 64 Fahrer um Tausendstel-Sekunden, um sich für das Rennen auf dem rotor Speedway im Club Zukunft zu qualifizieren.

Erfolg für Jung von Matt/ Limmat

Cannes Eine Mini-Kampagne, aber ein Maxi-Preis: Gold für die Zürcher Agentur.

Cannes Eine Mini-Kampagne, aber ein Maxi-Preis: Gold für die Zürcher Agentur.Ein Goldlöwe in der Kategorie Media geht
an die Werbeagentur Jung von Matt/Limmat für die Mini-Kampagne
«Size».  Den Media Grand Prix holte sich Universal McCann Sydney
mit der Lynx-Kampagne (CH-Produktename: Axe), welche auf der
Prediction-Rolle von Leo Burnett auch als Anwärter auf einen
Titanium-Löwen aufgeführt ist. Zur Mediaagentur des Jahres wurde
Universal McCann Sydney gewählt. Auf dem zweiten Platz liegen ex aequo
Ogilvy & Mather, Santiago; Dentsu, Tokio; und Jung von Matt/Limmat,
Zürich.

Es ist dies das erste Mal überhaupt in der Geschichte von Cannes, dass
eine Schweizer Agentur einen Rang bei den
Agentur-des-Jahres-Wettbewerben belegt. Weniger erfolgreich waren die
Schweizer bei den CyberLions. Keine der sieben Arbeiten aus der Schweiz
hat es auf die Shortlist geschafft.

Nicht jeder Cann es

Pierre C. Meier über Kreativwettbewerbe, Big Business und Agenturratings.

Pierre C. Meier über Kreativwettbewerbe, Big Business und Agenturratings.Die Einnahmen der Fifa für die
Fussballweltmeisterschaft haben dieses Jahr einen Höchststand erreicht.
Allein die Fernseh- und Kommerzrechte bringen mehr als
2 Milliarden in die Kasse. Fussball ist Big Business.

Auch die Einsendungen für die Kreativ-WM Cannes-Festival stiegen
gegenüber dem Vorjahr um markante 12,5 Prozent. Die Einsendungen der
Schweizer nahmen sogar um rekordverdächtige 25 Prozent zu. 
Kreativwettbewerbe sind eben auch Business.
 
Da erstaunt es nicht, dass gemäss einer Studie von Advertising Age die
Werbeagenturen satte 37 Millionen Dollar für die Teilnahme an Award
Shows ausgeben. Und zwar nur für Cannes Lions, die One
Show, D&AD und die Andy’s. Die Teilnahmekosten für alle anderen
Kreativwettbewerbe – und von solchen gibt es ja genug – sind in dieser
Zahl nicht enthalten. Genauso wenig wie die unzähligen Arbeitsstunden,
die in den einzelnen Agenturen speziell für die Einsendungen
aufgewendet wurden. Es wäre einmal interessant, zu wissen, wie viel die
Schweizer Agenturen für die Teilnahme an allen Kreativwettbewerben
ausgeben.

Einen ersten Eindruck vom diesjährigen Cannes-Festival vermitteln wir
Ihnen auf den Seiten 10 und 11. Auf werbewoche.ch berichtet Beat
Fritsch, unser Mann vor Ort, täglich über die angesagtesten Partys.
Cannes ist neben Business eben auch Fun.

Passend zur Kreativ-WM in Cannes erscheint das Agenturrating,
das innerhalb der jährlichen Werbemarktstudie erhoben wird. Die
Top500-Werbeauftraggeber der Schweiz haben ihre Werbeagenturen
bewertet. Die Ergebnisse finden Sie auf Seite 8. Wir sind der festen
Überzeugung, dass neben dem alljährlichen Kreativranking auch eine
Bewertung der Werbeagenturen durch die Auftraggeber zu einem
umfassenden Bild der Branche gehört. Die letztjährige Studie führte zum
Teil zu heftigen Diskussionen. Einige der Anregungen wurden im
Studiendesign aufgenommen. Aber auch dieses Jahr werden die Ergebnisse
sicher Anlass zu Diskussionen geben.

Pierre C. Meier, Chefredaktor

Auf dem Strip-Trip in den April geschickt

Online Millionen Besucher von www.svenswmwette.com wollten – wie versprochen – ein Girl beim WM-Finale nackt übers Spielfeld flitzen sehen. Doch die Aktion entpuppte sich als Werbe-Gag.

Online Die Wette war so viel versprechend
wie der Auftritt popelig. Wer www.svenswmwette.com beim Browser
eintippte, bekam vom offensichtlichen Webanfänger versprochen, dass
eine – nicht seine – Freundin von ihm beim WM-Finale nackt übers
Spielfeld flitzen würde, wenn seine Site fünf Millionen Mal angeklickt
wird. Die Nachricht verbreitete sich vergangene Woche wie Kabelbrand.
Nach der ersten Million Klicks zeigte Sven das Bild einer adretten
Brunette und stellte eines im Tanga bei der nächsten Millionengrenze in
Aussicht. Den simplen WM-Strip begleitete auch noch eine Kontroverse:
Unter www.svenswmverarsche.de meldete sich die «missbrauchte» Kathy zu
Wort. Auch die Neo-Postille Heute kolportierte die Querele treuherzig.
Doch IP-Abklärungen zeigten schnell, dass hinter der anonymisierten
Internetadresse kein pickliger Loser namens Sven, sondern jemand mit
Know-how steckte. Und siehe da: Wer jetzt die ach so viel
versprechenden Adressen eingibt, findet sich auf einer
kostenpflichtigen Tauschbörse wieder, die das Urheberrecht mit Füssen
tritt.

Inseratevolumen ist im Mai um knapp 10 Prozent gestiegen

Das Inseratevolumen in der Tages- und regionalen Wochenpresse hat gegenüber dem Mai letzten Jahres den Ertrag um 9.8 Prozent gesteigert. Die Sonntagspresse verzeichnete wegen einem Sonntag weniger in diesem Jahr einen Rückgang.

Das Inseratevolumen in der Tages- und regionalen Wochenpresse (verkauft) hat gegenüber dem Mai letzten Jahres den Ertrag um 9.8 Prozent gesteigert. Wie die Wemf AG für Werbemedienforschung am Mittwoch mitteilte, verzeichneten die kommerziellen Inserate ein Plus von 4.2 Prozent, und die Einnahmen aus Stelleninseraten nahmen um 35.4 Prozent zu. Bei der Sonntagspresse ergab sich gesamthaft ein Minus von 16.1 Prozent. Hierbei muss aber berücksichtigt werden, dieses Jahr auf den Mai nur vier Sonntage fielen, im Vorjahr waren es fünf.
Bei der Finanz- und Wirtschaftspresse zeichnete sich im Vergleich zum Mai 2005 eine Zunahme um 15.5 Prozent ab. Bei der Publikumspresse lag das Gesamtvolumen um 5.6 Prozent über dem Vorjahr.
Bei der Spezialpresse ergab sich für den Mai 2006 ein Plus von 2.1 Prozent, während das Inseratevolumen der Fachpresse um 5.0 Prozent zugenommen hat. Die Zahlen der Spezial- und Fachpresse beziehen sich wie immer auf die Seitenvolumen.

Ab September ist mit Hahn zu rechnen

TV-Zeitschriften Zwei Jahre musste Verleger Rüdiger Hahn stillhalten. Die Frist läuft bald aus.

TV-Zeitschriften Zwei Jahre musste Verleger Rüdiger Hahn stillhalten. Die Frist läuft bald aus.  Im September läuft das zweijährige
Konkurrenzverbot ab, das Ringier dem Verleger Rüdiger Hahn beim Kauf
von dessen Schweizer Programmzeitschrift TVvier auferlegt hatte.
Deshalb ist wohl bald mit einer hahnschen Neulancierung zu rechnen.
Schon lange hegt er Pläne.

Aktuell denkt Hahn an ein wöchentliches Konsumentenmagazin samt
Gratis-Programmbeilage, wie er sagt. Noch hält er sich aber bedeckt.
Nur so viel: Obwohl kostenlos, werde das Programm  doch sehr
hochwertig sein – «etwa im Stile eines Tele», betont der Verleger.
Möglicherweise stünden ihm österreichische Investoren zur Seite,
vielleicht werde er aber auch ganz in deren Auftrag handeln –
entschieden sei nichts, er stehe nicht unter Zeitdruck. Gleichzeitig
lässt er durchblicken, dass er startbereit ist. «Wenn überhaupt, dann
wird das Heft eines Tages plötzlich am Kiosk aufliegen, wie seinerzeit
TVvier», meint er. (mk)

Festival des Hörsinns

Cannes Radio Radiospots ist eine noch junge Kategorie. Sie geniesst schon viel Beachtung – vor allem wegen des Potenzials für künftige TV-Spots.

Cannes Radio Radiospots ist eine noch junge
Kategorie. Sie geniesst schon viel Beachtung – vor allem wegen des
Potenzials für künftige TV-Spots.
Wenn der brasilianische Juror Mario in den
Strassen von Curitiba sein Autoradio aufdreht, huscht ein Lächeln über
seine Lippen. Er weiss, an seinen Radiospots kommt niemand vorbei. In
Brasilien beträgt die Abdeckung nahezu 100 Prozent. «Hier läuft immer
irgendwo ein Radio. Radio ist das Fernsehen der Armen», pflegt er zu
sagen.

Wenn ein paar tausend Kilometer weiter südlich der argentinische Juror
Ernesto sein Radio einschaltet, lächelt auch er. Nichts bereitet ihm so
viel Freude, wie einen Radiospot zu erfinden. Eine nationale
Radiokampagne in Argentinien ist um einiges kostengünstiger und
effizienter als etwa eine TV- oder Plakatoffensive. Darum entscheiden
sich seine Kunden sehr oft für Werbung über den Äther oder das Kabel.
Was zur Folge hat, dass nicht nur klassische Dienstleister auf
Radiowerbung setzen, sondern für Schweizer Verhältnisse auch
radioexotische Branchen wie Pharmaunternehmen oder Banken.

Wenn Jurypräsident Guillaume  in Belgien das Radio anmacht, geht
ihm das Herz auf. Radio ist sein Ding und war es schon immer. «Ich
mochte Radio schon als kleiner Junior Texter. Die grossen Stars der
Agentur lagen bei Shootings unter Palmen. Radio hat sie nicht
interessiert. Sie haben mich einfach machen lassen. Die Kunden liessen
mich ebenfalls in Ruhe, weil kein Storyboard existierte, das man ändern
konnte. Die Scripts mussten auch nicht an ein internationales Board.
Sie waren in Flämisch getextet, was sowieso niemand verstand. Und als
es zum Aufnehmen ging, war da nicht ein cooler Regisseur mit
Rossschwanz, der meinen Spot in etwas verwandeln konnte, das ich nicht
geschrieben hatte. Da waren nur unterbezahlte Toningenieure, mit denen
man ein Bier trinken und es lustig haben konnte. Aber wenn ich dann den
Award für den Radiospot abholte, horchten alle auf. Der nächste Schritt
war meistens, dass man aus dem Radio- ein Fernsehkonzept machte wie bei
den Bud Light Spots ‹Real Men of Geniu›.»

Es ist Sonntagabend. 20 Uhr. Nachdem wir sämtliche 1064 Radiospots
mindestens einmal durchgehört und uns heiser diskutiert haben, steht
die Shortlist. Tendenziell lässt sich sagen, dass die Weltordnung
wiederhergestellt ist: Vorne dabei sind die Kollegen aus dem
angelsächsischen Raum und Südamerika. Wacker schlagen sich die Norweger
und die Belgier. Obwohl mein Job in den ersten 72 Stunden einzig darin
bestand zuzuhören, habe ich unzählige Filme vor meinem geistigen Auge
gesehen. Mario hat Recht: Radio ist Fernsehen. Das Niveau der
eingereichten Spots ist erstaunlich hoch. Am meisten amüsiert habe ich
mich bei einem brasilianischen Radiospot für ein Ofensystem mit zwei
getrennten Hitzekammern. Man hört eine Ente mit der Stimme von Donald
Duck mit einem Schwein beim Liebemachen, nach dem Höhepunkt verkündet
ein Sprecher trocken: «If nature didn’t want them together, why should
you?» Tränen lachend, schaue ich nach links in das blasse, frustrierte
Gesicht von Mario. Er hört sich gerade Charity Section an.

Alexander Jaggy ist Executive Creative Director
und Mitglied der GL von JvM/Limmat. Er amtiert als Jurymitglied beim
diesjährigen International Advertising Festival.

The PR Factory gewinnt drei neue Mandate

Die Zürcher Kommunikationsagentur The PR Factory hat ihr Portfolio mit Tetra Pak, Inspired von Roger Federer Cosmetics und Ultrasun um drei Neukunden erweitert.

Die Zürcher Kommunikationsagentur The PR Factory hat ihr Portfolio mit Tetra Pak, Inspired von Roger Federer Cosmetics und Ultrasun um drei Neukunden erweitert. Das Mandat für Tetra Pak (Schweiz) hat die Agentur in einem zweistufigen Pitch gegen fünf Konkurrenten errungen. Es umfasst neben klassischer Medienarbeit auch Aufgaben der Marketingkommunikation und der Corporate Communications. Ein weiterer Neukunde ist die Accente AG, welche die Produkte von Roger Federer Cosmetics vertritt. The PR Factory übernimmt die Medienarbeit rund um die Markteinführung der neuen Pflegelinie Inspired und berät die Accente AG in Sachen Marketing Communications. Für das Schweizer Unternehmen Ultrasun bietet die Agentur Unterstützung bei der Kommunikation für Reflex30, eine neue Sonnencrème für Kinder und Allergiker.

Cannes: Sieben Agenturen treten Kampf gegen AIDS an

Am Festival in Cannes haben sieben Werbe- und Marketingagenturen eine internationale Kampagne angekündigt, welche die Öffentlichkeit für die Themen AIDS und HIV sensibilisieren soll.

Am Festival in Cannes werden – zwischen Cüplitrinken und Preisvergaben – durchaus auch einmal ernste Themen besprochen. Sieben der weltweit führenden Werbe- und Marketingagenturen haben eine internationale Kampagne angekündigt, welche die Öffentlichkeit erneut für die Themen AIDS und HIV sensibilisieren soll. Cake, Grey, JWT, Lowe Worldwide, Ogilvy, Wieden & Kennedy und Young & Rubicam werden je einen Spot produzieren und diesen am Welt-AIDS-Tag am kommenden 1. Dezember vorstellen. Jede Agentur nimmt einen der Faktoren ins Visier, die zur Ausbreitung der Krankheit beitragen, wie beispielsweise ungeschützten Sex, Ungleichheit der Geschlechter oder die Stigmatisierung der Betroffenen. Die Agenturen verzichten auf ein Honorar für ihre Beiträge und stellen sie ohne Lizenzgebühren den Medien rund um den Globus zur Verfügung. Damit soll das grösstmöglichste Publikum für die Botschaft gewonnen werden. Die ganze Kampagne ist Teil der Global Media AIDS Initiative (GMAI), die im Jahr 2004 von UNO-Generalsekretär Kofi Annan lanciert wurde. Ihr Ziel ist es, die Medien für den Kampf gegen die Krankheit zu mobilisieren. Seit Beginn der Aktion haben 139 Medienbetriebe aus 69 Ländern teilgenommen. Präsident der Initiative ist MTV-Networks-Vize Bill Roedy. Er hat zugesagt, dass sein Netzwerk die Spots allen 50 zugehörigen MTV-Sendern anbieten wird. Damit können 1,3 Milliarden Zuschauer erreicht werden.

Schmetterlinge im Bauch

Getränke Poetisch präsentiert sich die Kampagne der Zürcher Agentur Fosto für die Blütenquellwasser Flauder und Wonder.


Getränke Mit der Leichtigkeit eines
Schmetterlings vergleichbar ist die dezente Konzentration der
Holunderblüten und Melissen im kalorienarmen Tafelgetränk
Flauder.  Das schön klingende Wort bedeutet im Appenzeller Dialekt
auch tatsächlich Schmetterling. Die edlen Lifestyleprodukte Flauder
sowie Wonder, Letzteres auf der Basis von Rosenblüten, sind raffinierte
Kreationen der Mineralquelle Gontenbad. «Wasser ist nicht alles – aber
alles ist nichts ohne Wasser», heisst es dort ebenso philosophisch wie
poetisch auf der Website. Und poetisch präsentiert sich auch die
Kampagne für die Blütenquellwasser der Zürcher Agentur Fosto.
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