Projekt GmbH relauncht Homepage und verstärkt Verkaufsteam

Exxact New Media hat für die Agentur Projekt GmbH aus Horn am Bodensee eine neue Homepage kreiert.


Exxact New Media hat für die Agentur Projekt GmbH aus Horn am Bodensee eine neue Homepage kreiert. Dabei standen eine einfache Bedienung, ein hoher Informationsgehalt sowie die Übersichtlichkeit im Vordergrund, heisst es in einem Communiqué. Zudem hat die Projekt GmbH ihr Verkaufsteam verstärkt. Silvia Baillod ist für die Betreuung der Kunden im Raum St. Gallen/Winterthur zuständig, in Basel übernimmt Sandra Schindel diese Aufgabe. Die Projekt GmbH realisiert ungewöhnliche Werbeformen. Mit Flyer-Werbung an Metallbügeln von Reinigungen macht das Unternehmen unter anderem auf Kunden wie BMW, Credit Suisse, Nivea und Nokia aufmerksam.

SF und Verleger ins Web?

Internet Verlegerpräsident Lebrument könnte sich vorstellen, dass die privaten Verleger mit dem Schweizer Fernsehen im Bereich Internetwerbung kooperieren.

Internet Verlegerpräsident Hanspeter
Lebrument könnte sich vorstellen, dass die privaten Verleger mit dem
Schweizer Fernsehen im Bereich Internetwerbung kooperieren. Derzeit
sieht ein Entwurf der Verordnung zum Radio und Fernsehgesetz vor, dass
SF im Internet auf Werbung und Sponsoring verzichten muss. Lebrument
hält es für plausibel, dass sich die privaten Verleger bei
Internetvermarkterin und SRG-Tochter Publisuisse beteiligen würden.
«Ein Einstieg bei der Publisuisse läge nahe, weil viele Verleger auch
über eigene Fernsehsender verfügen», meint Lebrument, der bedauert,
dass man die einstige Kooperation mit der SRG in der ehemaligen AG für
Werbefernsehen aufgegeben habe. Im vergangenen Herbst baute SF seinen
Internetauftritt aus und zog eine Klage des Verlegerverbandes auf sich.
SF konkurrenziere unerlaubt, weil gebührenfinanziert, die
Internetangebote der Privaten. Ein Vorschlag von SRG Generaldirektor
Armin Walpen, dafür eine gemeinsame Firma zu gründen, wurde bis jetzt
jedoch nicht weiter verfolgt. (rw)

Neue Verteilungskämpfe

Kolumne Karl Lüönd über eine Genfer Konferenz, die im Fussballtrubel von den Medien übersehen wurde - obwohl sie die Medien betrifft.

Kolumne Es gibt ein Leben ausserhalb des
Fussballs. Doch während der WM verschwindet es fast ganz aus den Medien
– selbst dann, wenn sie selber betroffen sind.Die Hand des Alex Frei hat Schlagzeilen
gemacht, die beiden nicht gepfiffenen Penaltys für Togo schon weniger
(nur nöd drüber rede…). Dafür strömen vom Hofe in Bad Bertrich die
Nachrichten in einer 24-Stunden-Endlosschlaufe. Derzeit bräuchte es
wohl einen abgestürzten Jumbo, um die Hierarchie der Nachrichten
umzustürzen. Sollte es eine geheime Weltregierung geben, die den
richtigen Zeitpunkt suchte, um wichtige Mitteilungen im Abgrund der
medialen Nichtbeachtung zu versenken – sie müsste
Fussball-Weltmeisterschaften veranstalten.

Auch die Medien- und Marketingindustrie, die sich über die optische
Präsenz von Biermarken in den WM-Stadien stundenlang und seitenweise
ereifert hat, hat nicht gemerkt, dass in der zweiten WM-Woche in Genf
eine internationale Konferenz zu Ende gegangen ist, die Radio und
Fernsehen noch prägen wird, wenn wir uns längst nicht mehr an den
Fussball-Weltmeister 2006 erinnern werden. Die Konferenz trug den
harmlosen Kurznamen RRC-06, was «Regional Radiocommunication
Conference» bedeutet. Sie stand unter der Leitung des weithin
unbekannten Mr. Kavouss Arasteh aus Iran und versammelte während eines
Monats über tausend Delegierte aus 104 Staaten Europas, Afrikas und des
Nahen Ostens in Genf.   

Es ist ja sowieso ein Phänomen, dass dort am laufenden Band solche
Mammutveranstaltungen stattfinden können, von denen bestenfalls die
örtliche Hotellerie Kenntnis nimmt und – wie im vorliegenden Fall – die
Neue Zürcher Zeitung vom 21. Juni: Mit 16 Druckzeilen in einer
Schriftgrösse, welche die Setzer in der Bleizeit noch «Augenpulver»
genannt haben. Darin stand zu lesen, dass ein neuer Frequenzplan für
das kommende Zeitalter des digitalen terrestrischen Rundfunks
verabschiedet wurde, welcher der Schweiz 14 nationale Bedeckungen oder
Layer (was immer das sein mag) zuteilt. Mit einer solchen Bedeckung
können vier Fernseh- oder sieben Radioprogramme verbreitet werden.

Was sich hinter 16 dünnen NZZ-Zeilen verbirgt, ist das Resultat eines
jahrelangen, hochkomplexen globalen Verteilungsrituals, das zum letzten
Mal in ähnlicher Form an der internationalen Wellenkonferenz von
Stockholm 1961 stattgefunden hat. RRC 06 in Genf war ein Meilenstein
der audiovisuellen Erschliessung des Erdballs. Es bedeutet mehr
Möglichkeiten für kleine Sender, für Schwellenländer, für
Spartenveranstalter. Und die Schweiz kann zufrieden sein, wie das Bakom
bestätigt. Sie hat mehr bekommen, als sie erwarten konnte.

Nun ist das alte Argument vom Frequenzmangel, mit dem in früheren
Zeiten auch in der Schweiz die privaten Radio- und Fernsehpläne
abgeblockt wurden, definitiv nichts mehr wert. Die Zahl der potenziell
übertragbaren Programme wird wesentlich gesteigert, wenn man bei dieser
Gelegenheit vom Bakom vernimmt, dass je sieben dieser Bedeckungen dem
Radio und dem Fernsehen zugeteilt werden.

Das bedeutet nicht nur digitales Radio (DAB) in besserer Qualität,
mobil und überall verfügbar, sondern – medienpolitisch gesehen – vor
allem mehr Freiraum für neue Spartensender. Schawinski war mit seinem
Klassikradio einfach zu früh dran, genauso übrigens wie der gute Felix
Matthys seinerzeit mit seinem European Business Channel. (Merke: Ideen
können auch scheitern, weil sie zwar gut gewesen wären, aber zu früh
gekommen sind.) Unter dem liberaleren Regime des neuen RTVG wird
natürlich die Lust auf Neues wieder geweckt. Hören wir richtig, dass
die SRG Pläne für ein Schweizer Radioprogramm in englischer Sprache
studiert? Und wenn man erst daran denkt, dass die digitale Technologie
die Grenzen zwischen Rundfunk und Telekommunikation durchlässig macht,
kann man sich neue Verteilungskämpfe auf anderer Ebene schon lebhaft
vorstellen.

Und wer weiss: An den Fussball-Weltmeisterschaften von 2010 und 2014
werden wir die Spartensender gleich online und im 24-Stundenbetrieb
empfangen: «Soccer Medical» mit der beliebten Rubrik von Dr. Samuel
Stutz über «Orthopädie im Offside». Oder «Corruption Worldwide» direkt
übertragen aus dem Andachtsraum der FIFA am Zürichberg mit dem
krönenden «Wort zum Endspiel» von Seiner Heiligkeit Sepp dem Einzigen.

Auf dass weiterhin die attraktiven Nebensachen Schlagzeilen machen und
sich das, was wirklich wichtig ist, diskret verschlaufen kann.

Karl Lüönd ist freier Publizist.

SDA schreibt wieder schwarze Zahlen

Die Schweizerische Depeschenagentur kann für das Jahr 2005 einen Konzerngewinn von 1,668 Millionen verzeichnen.

Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) kann für das Jahr 2005 einen Konzerngewinn von 1,668 Millionen verzeichnen. Somit ist der Nachrichtendienst im Gegensatz zum Vorjahr, in dem ein Verlust von 1,004 Millionen Franken erwirtschaftet wurde, wieder in den Schwarzen Zahlen, wie das Unternehmen am Mittwochabend anlässlich der Generalversammlung bekannt gab. Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) habe von 1,105 im Vorjahr auf 2,279 Millionen Franken mehr als verdoppelt werden können. Der Gesamtertrag der SDA-Gruppe lässt sich auf 35,249 Millionen beziffern, verglichen mit 42,013 Millionen Franken im Vorjahr. Der Betriebsaufwand belief sich auf 32,970 Millionen im Gegensatz zu 40,908 Millionen Franken im Jahr 2005. Beigetragen zum Konzerngewinn haben massgeblich die ausserordentlichen Erträge aus der Auflösung von Arbeitgeber-Beitragsreserven bei der Sportinformation Si und dem Verkauf eines Teils der Beteiligung an der Wirtschaftsagentur AWP. Auch seien Sparmassnahmen für das gute Ergebnis verantwortlich heisst es weiter. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Markus Schwab, macht zudem die verbesserte Marktlage, die Tarif-Erhöhung der SDA um 3 Prozent sowie die verstärkte Koordination der Verkaufsanstrengungen für die Umsatzsteigerung verantwortlich.
Wie Verwaltungsratspräsident Hans Heinrich Coninx (Tamedia) im Geschäftsbericht schreibt, seien rund die Hälfte der geplanten Einsparung für den Zeitraum von 2004 bis 2008 umgesetzt worden. Gegenüber dem Vorjahr wurde neben der AWP-Beteiligung auch jene an News Aktuell von 70 auf 50 Prozent verringert. Der Personalbestand sank um 15,4 Prozent auf 217,9 Vollzeitstellen.  
Trotz der neu geschriebenen schwarzen Zahlen zeigt sich die SDA-Gruppe für 2006 nur verhalten optimistisch. Doch rechnet man dank der positiven Budgets aller Beteiligungsgesellschaften erneut mit einem positiven Konzernergebnis, welches aber laut Schwab nicht das Niveau von 2005 erreichen werde.
2005 hatten die grossen Kunden «Blick» und «Sonntagsblick» den Dienst von der Nachrichtenagentur gekündigt, jedoch konnten im Welschland zwei neue Gratiszeitungen dazu gewonnen werden.
Neu zum Verwaltungsrat zählt Matthias Saxer, Leiter der Inland-Redaktion der «NZZ». Er ersetzt Martin Breitenstein, der vor kurzen von der «NZZ Online» zum Nachrichtenmagazin «Facts» wechselte.

IP Multimedia bietet Sommerrabatt für Radiowerbung

IP Multimedia, die zur Goldbach Media Gruppe gehörende Vermarkterin in den Bereichen TV, Radio und AdScreen, gibt vom 03. Juli bis zum 13. August 2006 auf diversen Radiostationen 20% Sommerrabatt.

IP Multimedia, die zur Goldbach Media Gruppe gehörende Vermarkterin in den Bereichen TV, Radio und AdScreen, gibt vom 03. Juli bis zum 13. August 2006 auf diversen Radiostationen 20% Sommerrabatt. Die Aktion gilt für 53 für die Schweiz werberelevante Radiosender im In- und Ausland.

TV-Geschichte – on demand

Fernsehen I Verändertes Medienkonsumverhalten und der drohende Zerfall alten Filmmaterials verleihen der Digitalisierung von Fernseharchiven gehörig Schub.

Fernsehen Verändertes Medienkonsumverhalten und der drohende Zerfall alten Filmmaterials verleihen der Digitalisierung von Fernseharchiven gehörig Schub.«On demand» heisst das Gebot der Stunde: Die Radio- und TV-Angebote wandeln sich immer stärker zu einem Selbstbedienungsladen mit Bildern und Tönen. Weshalb pünktlich um acht vor dem Bildschirm Platz nehmen, wenn es die Technik ermöglicht, auch Tage, gar Jahre später die entsprechende Sendung anzuschauen? Es herrscht nicht mehr länger die Tyrannei der Zeitachse. Das weiss auch das Schweizer Fernsehen SF:  «Den Trend, TV-Inhalte ‹on demand› zu konsumieren, sehen wir als grosse Chance. Unsere besten Dokumentarfilme, Fernsehfilme, unsere Schätze in den Archiven werden dem Publikum zugänglich gemacht und können ort- und zeitunabhängig genutzt werden. Dieses Angebot ist insbesondere auch für Schulen und Bildungsinstitute interessant.» Den Worten von SF-Direktorin Ingrid Deltenre anlässlich eines Mediengesprächs vom 24. Mai werden bald Taten folgen. «Das digitalisierte Archiv ist bis 2008 realisiert, so dass anschliessend ein Webzugriff möglich ist», erklärt Walter Bachmann, Leiter des Multimediazentrums von SF. Die Öffnung des Fernseharchivs ist quasi ein Nebeneffekt der Digitalisierung des historischen Bildmaterials. «Damit kann relativ einfach und günstig der digitalisierte Inhalt für den Zugriff via Internet geöffnet werden», sagt Bachmann.Bereits heute lassen sich auf sf.tv, der Webseite des Schweizer Fernsehens, zahlreiche Filmbeiträge aus früheren Zeiten kostenlos anschauen. So können etwa die Sendungen der Tagesschau ab August 1999 mehr oder weniger komplett «gestreamt», das heisst: am Bildschirm betrachtet, nicht aber abgespeichert und weiter bearbeitet werden. Es gibt nicht nur technische, sondern auch rechtliche Schranken für den öffentlichen Zugang zum Archivmaterial. «Wir können nur Archivbestände für den Webzugriff öffnen», sagt Multimedia-Chef Bachmann, «bei denen SF die entsprechenden Rechte hat.»
476 Beiträge aus 52 JahrenBereits einen Schritt weiter ist das Westschweizer Fernsehen. Unter denselben technischen Rahmenbedingungen wie SF präsentiert TSR eine Auswahl digitalisierter Archivbestände auf einer eigens dazu eingerichteten Webseite. Momentan stehen dort 476 Filmbeiträge aus den vergangenen 52 Jahren zum Anschauen bereit. Das ist erst ein Bruchteil dessen, was in den kommenden sechs Jahren noch alles digitalisiert und teilweise dem Publikum zugänglich gemacht werden soll. Die Konvertierung von Zelluloid auf digitale Datenträger ist ein Gebot der Stunde. Historisches Filmmaterial droht nämlich zu zerfallen. Nach einer eingehenden Evaluation hat TSR per Anfang 2005 eine Abteilung mit gut einem Dutzend Mitarbeiter damit beauftragt, das historische Fernseherbe der Romandie zu konservieren. Wie der Sender anlässlich der Aufschaltung des Publikumsportals im Internet (archives.tsr.ch) im letzten September bekannt gab, ist vorgesehen, bis 2012 rund 70000 Stunden Filmmaterial zu restaurieren und digitalisieren. Kostenpunkt: 25 Millionen Franken.
Vorbilder BBC und INAIn der internationalen TV-Landschaft sind es allen voran die Briten und Franzosen, die grosse Anstrengungen im Bereich der Digitalisierung und Öffnung ihrer Archive unternommen haben. Auf einer vor wenigen  Wochen aufgeschalteten Webseite des französischen Institut National de l’Audiovisuel INA sind bereits heute 10000 Stunden Material aus den Beständen der öffentlich-rechtlichen Sender Frankreichs zu sehen. Nicht anders als in der Romandie steht auch INA unter Zeitdruck, da das Filmmaterial vom Zerfall bedroht ist. Bei der britischen BBC wiederum ist die Triebfeder vielmehr die Einsicht, dass sich ein Rundfunkveranstalter dem veränderten Medienkonsumverhalten nicht entziehen kann. Zur unlängst verkündeten Neupositionierung der Internetangebote von BBC unter dem Motto «Creative Future» gehört auch die Öffnung der Archive bis zurück ins Jahr 1937.
Nick Lüthi
«Ein Anrecht der Öffentlichkeit»Wolf Ludwig
über gebührenfinanzierte Sendungen. WW: Comunica-ch, die Plattform der schweizerischen Informationsgesellschaft, fordert offenen Zugang zu den Bild- und Tonbeständen der SRG. Damit rennt ihr offene Türen ein.Wolf Ludwig: Nur zum Teil. Wir verstehen unsere Forderung grundsätzlich und politisch, während bei der SRG noch rechtliche Fragen geklärt werden müssen. Freier Zugang zu den Archiven ist für uns eine Voraussetzung in der Informationsgesellschaft.WW: Was aber sind öffentliche Rundfunk-Archive mehr, als einfach ein weiterer Datenwust im Internet?Ludwig: Über den Wert von archivierten «Traumjob»- oder «Music Star»- Sendungen lässt sich diskutieren. Da kann man sich schon fragen, ob das Teil der Kulturgeschichte ist. Für Ethnologen mag das aber durchaus interessant sein.WW: Archivierte Sendungen von SF und TSR können «nur» betrachtet, nicht aber abgespeichert und bearbeitet werden. Geht es nach comunica-ch, soll genau das aber ermöglicht werden.Ludwig: Wegen der aktuellen Rechtslage ist man da etwas zurückhaltend bei der SRG. Für uns steht klar das Modell der BBC im Vordergrund, das eine Bearbeitung und Weiterverbreitung ermöglicht. Das ist aber auch nur möglich, seit die BBC eine entsprechende Lizenz erarbeitet hat. Klare Spielregeln, die dem Nutzer einen gewissen Freiraum lassen, schaffen die grösstmögliche Rechtssicherheit.WW: Private Medienunternehmen sehen in der Veröffentlichung von Archivbeständen eine unzulässige Beeinflussung des Markts, da sich öffentliche Rundfunkveranstalter so einen Wettbewerbsvorteil schaffen. Wie lässt sich da ein Ausgleich finden?Ludwig: Ich finde, man kann hier keinen Ausgleich schaffen. Es ist für uns nicht eine Frage, ob sie das dürfen, sondern sie müssen das machen. Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf, weiterhin anschauen und anhören zu können, was sie einst mittels Gebühren finanziert hat. Interview: Nick Lüthi> Wolf Ludwig ist der Ko-Präsident von comunica-ch, dem Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen, die sich mit Fragen zur heutigen Informationsgesellschaft befassen.

Und David zog zu Goliath

Radio-/TV-Vermarkter Radiotele unterm Dach der PubliGroupe: Segen oder Schaden für die Schweizer Privatradios?

Radio-/TV-Vermarkter Radiotele unterm Dach der PubliGroupe: Segen oder Schaden für die Schweizer Privatradios?«Das ist keine Überraschung, aber wir sind
froh, dass Bruno Oetterli Geschäftsführer von Radiotele bleibt», so
kommentieren die Privatradios unisono und erleichtert den Verkauf von
Radiotele per 1. Juli an PubliGroupe. Das Aufatmen hat zwei Gründe: Zum
einen ist auch den Radios nicht entgangen, dass Radiotele unter der
Konkurrenz von Goldbach Media leidet. «Im Haus der P und zusammen mit
der Kino- und TV-Vermarkterin Cinecom wird Radiotele gestärkt. Das ist
nur gut für den Wettbewerb unter den Radiovermarktern», sagt Andreas
Meili, Leiter Elektronische Medien bei Tamedia. Der zweite
Grund für das Aufatmen: Nach den letztjährigen leidvollen Erfahrungen
mit der P und ihrem Pool-Modell blickte die Radioszene dem
angekündigten Eintritt des Werberiesen in den Radiomarkt mit Skepsis
entgegen. Die P im Gespann mit Oetterli, der in der Branche als Garant
für Fairplay gilt, nimmt dem Ereignis nun nicht nur den Schrecken,
sondern lässt es gar als Chance erscheinen.
Der Hintergrund: Die
P hatte letztes Jahr versucht, die Radios in den Ballungsgebieten zu
einem Pool zu vereinen. Doch dabei überging der Konzern Sender in den
Randregionen. Problematisch war vor allem das Vorgehen: Die P
verpflichtete die involvierten Sender über Wochen zur Geheimhaltung, so
dass am Ende viele Gerüchte im Umlauf waren und Misstrauen aufkam. Der
Zwist wurde so stark, dass selbst die mit der P liierte NZZ und auch
der Verlegerverband einen Übungsabbruch verlangten. Einer der wenigen
Besonnenen war Bruno Oetterli, doch seine Warnungen verhallten
ungehört. So blieb am Ende ein Scherbenhaufen zurück. Die Branche wurde
einmal mehr gewahr, wie leicht sie sich spalten lässt, selbst dann,
wenn ein branchenfremder Player von einer besseren Zukunft bloss redet.
Kein
Wunder, ist Bruno Oetterli, der Radiotele vor 30 Jahren gründete und
wie kein anderer seine Radio-Pappenheimer kennt, in der arg
zerstrittenen Branche so etwas wie eine Vaterfigur. Sein Ansehen stieg
auch, als er 2004 erste Avancen der P ausschlug, denn sie hatte noch
keine Vision für die Radiobranche. Dass er nun, zwei Jahre später, dem
Werben der P doch nachgibt, hat mit zwei Entwicklungen zu tun. Zum
einen ist Radiotele im angestammten Metier, der Vermittlung von
Radiowerbung, innert weniger Jahre vom Branchenneuling Goldbach Media
überrundet worden (siehe Tabelle) – ein schwerer Schlag für Oetterli.
Zweitens hat sich die P letztes Jahr gehörig die Finger verbrannt und
tritt heute wesentlich vorsichtiger auf.
Dennoch ist die Skepsis
nicht ganz gewichen. «Positiv an der letztjährigen Übung der P war,
dass sie damit ihr Interesse am Medium Radio kundtat und unsere Gattung
aufwertete», sagt Jürg Bachmann, Präsident des Verbandes Schweizer
Privatradios. Doch er befürchtet, dass die P das Medium Radio primär
als Anhängsel von Print und TV und kaum als eigenständiges Medium
stärken wolle.
Einige Pachtverträge unsicherDoch
auch bei Sendern, die mit Radiotele Exklusivpachten unterhalten, bricht
man nicht in Euphorie aus. Radio BE1 hatte den Vertrag mit Oetterli
schon letztes Jahr auf Ende 2006 gekündigt – «um für jede neue
Entwicklung frei zu sein», wie dessen kommerzieller Leiter Bernhard
Krättli sagt. Und Martin Muerner, Sendeleiter von Radio BeO, prüft
«unverbindlich», ob er anlässlich des Besitzerwechsels bei Radiotele
die Pacht kündigen soll. Andere Pachtradios, insbesondere in der
Romandie, dürften es ihm gleichtun. Kommt dazu: BeO gehörte zu jenen
Radios, die letztes Jahr vom P-Pool ausgeschlossen waren.
Ebenfalls
ausgeschlossen war das pachtfreie Radio Top. Weil der Sender zudem mit
dem zur selben Gruppe gehörenden Tele Top nicht in Verlegerbesitz ist,
ist Top-Chef Günter Heuberger gegenüber der P besonders wachsam. In
gewissen Regionen sieht er denn auch wettbewerbsrechtliche Probleme.
Etwa im Raum St. Gallen, wo die P beim St. Galler Tagblatt, bei Radio
Aktuell und bei TeleOstschweiz direkt beteiligt ist und nun neben
Print-, Kino- und Online- auch noch Radio- und TV-Werbung vermittelt.
Er werde diese Situation deshalb besonders gut beobachten, sagt er.
Medienpolitisch sieht Heuberger jedoch eine weitere Stärkung seiner
unabhängigen Position.
Goldbach Media bleibt gelassenUnd
wie reagiert man bei der SRG-Vermarkterin Publisuisse, die mit
Radiotele zusammen das TeleNewsCombi (TNC) vermarktet? Obwohl sich die
P-Tochter Cinecom und Publisuisse im TV-Werbemarkt konkurrenzieren,
sieht Direktor Martin Schneider «momentan» keinen Grund, von der
Zusammenarbeit mit Radiotele abzusehen. «Regional-TV ist eine
interessante Ergänzung zu den SRG-Sendern, und das TNC ist eine
Erfolgsgeschichte. Warum sollten wir etwas daran ändern, zumal wir ein
eingespieltes Team sind und auch daran verdienen?», meint er.
Bei
P- und Radiotele-Konkurrentin Goldbach Media zeigt man sich vom neuen
Crossmedia-Potenzial der P unbeeindruckt. «Durch die neue Situation
sehen wir die Position der Goldbach Media gestärkt, weil sie sich als
einziges Unternehmen auf die Vermarktung und Vernetzung elektronischer
Medien konzentrieren kann. Denn Goldbach Media hat weder Printtitel
noch Webagenturen im Portefeuille, durch die es zu Konfliktsituationen
kommen kann», meint Goldbach-Sprecher Paul Riesen.
Kein Fall für die Weko«Der Verkauf von Radiotele an PubliGroupe
ist nicht meldepflichtig, weil es sich beim fraglichen Nettoumsatz um
weniger als 100 Millionen Franken handelt. Somit werden wir in diesem
Fall nicht von uns aus aktiv», sagt Patrik Ducrey, Sprecher der
Wettbewerbskommission (Weko). Dass es aber mit der Vermarktung von
Print-, Kino-, Online-, Radio- und TV-Werbung in Räumen, wo die P auch
Pachten besitzt, zu regionalen Monopolsituationen kommen könnte,
schliesst er nicht aus. «Wir müssen schauen, wie sich das auswirkt»,
sagt Ducrey. Die Weko werde aber in solchen Situationen in der Regel
nur auf Klagen hin aktiv.Apropos Klagen: Wie steht es
eigentlich um die gut vier Jahre alte Klage des kleinen Vermittlers AdX
gegen die P? AdX wollte von der P als Berufsvermittler anerkannt und
für die an P-Pachttitel gelieferten Inserate mit der
Vermittlerkommission belohnt werden, was die P aber – gestützt auf ihre
Richtlinien – ablehnte. Mittlerweile sind die Richtlinien auf Wunsch
der Weko zwar verändert. Dennoch wird das Verfahren gemäss Ducrey erst
«demnächst» abgeschlossen. Ob die P mit den neuen Richtlinien eine
Verurteilung abwenden konnte, wollte er aber nicht sagen.   
Radiotele-Geschäftsführer Bruno Oetterli zum Entscheid, seine Firma an PubliGroupe zu veräussern.WW: Sie
sind 60 Jahre alt. Werfen Sie sich deshalb der PubliGroupe in die Arme?
Oder weil Radiotele Mühe im Markt hat? Die Firma verlor 2005 Umsatz und
musste die Viva-Vermarktung an IP Multimedia abtreten. Bruno Oetterli:
Mir geht es vor allem um eine Nachfolgeregelung. Ob mein Sohn nach dem
Studium die Firma übernehmen würde, ist unsicher. Doch für Radiotele
benötige ich jetzt eine Lösung. Apropos Umsatz: So viel haben wir gar
nicht verloren – und mit dem Verlust von Viva können wir leben.WW: Die
P hat 2005 die Radioszene mit einem Pool-Modell entzweit. Dieses
Vorgehen haben Sie nie gebilligt. Warum machen Sie nun doch gemeinsame
Sache?Bruno Oetterli:
Wenn die P in diesen Markt eindringen will, hat sie genug Mittel, dies
früher oder später zu realisieren. Wir wären dann wohl zwischen P und
IP aufgerieben worden. Deshalb musste ich vorher eine Lösung suchen.WW: Es zeigte sich aber, dass Sie und die P nicht dieselben Vorstellungen für die Branche haben.Bruno Oetterli: Was
die P letztes Jahr machen wollte, hat nicht reüssiert. Jetzt sucht sie
den Weg mit uns als Partner. Ich gehe davon aus, dass die P die Grösse
hat, auf uns zu hören. Das ist die Basis. Der Rest ist ein Prozess: Wir
kommen mit unserem und sie mit ihrem Know-how, und man realisiert
zusammen etwas Sinnvolles im Interesse der Medienanbieter und
Werbekunden.WW: Die
Pachten von Radiotele bei einigen Radios standen bisher einer
Neuordnung der Radiobranche im Weg. Wann machen Sie tabula rasa?Bruno Oetterli: Ich
habe überhaupt kein Problem, im Interesse einer besseren Marktordnung
die Pachten aufzugeben, wenn die IP umgekehrt ihre Exklusivverträge mit
den Mediaagenturen aufgibt.WW: Bitte erklären Sie das genauer.Bruno Oetterli: Heute
ist die Situation polarisiert: Wir haben ein paar Pachten. Die IP
hingegen hat mit mehreren Agenturen Vereinbarungen, wonach diese ihre
Radiobuchungen exklusiv über die IP tätigen. Jedenfalls erhalten wir
von bestimmten Agenturen keine einzige Radiosekunde
mehr.    PubliGroupe-Generaldirektor Hans-Peter Rohner zum Kauf des Radio- und TV-Vermarkters Radiotele.WW: PubliGroupe war schon zweimal in der Radiovermarktung aktiv (Firma Gong, Radio Aktuell). Warum ohne Erfolg?Hans-Peter Rohner: In
der Vergangenheit haben wir mit der Print-Brille auf andere Medien
geschaut. Heute verstehen wir uns als Medienvermarkter für alle Medien,
wobei Print in jeder Beziehung weiterhin die erste Geige spielt.WW: 2005 hat die P die Radioszene entzweit. Soll Radiotele nun die Sache für Sie richten?Hans-Peter Rohner: Da
wir einen Einstieg in die Radiovermarktung suchen, müssen wir entweder
selbst etwas entwickeln oder einen bestehenden Akteur kaufen. Letztes
Jahr stellten wir ein eigenes Modell zur Diskussion, das aber nicht
mehrheitsfähig war. Jetzt ergab sich die Möglichkeit, Radiotele zu
attraktiven Bedingungen zu übernehmen.WW: Radiotele kritisierte damals Ihr Vorgehen …Hans-Peter Rohner: Klar,
Radiotele hat als Vermittlerin ihre Marktposition verteidigt, was ich
an ihrer Stelle auch getan hätte. Radiotele bekam aber im Wettbewerb
mit IP Multimedia immer stärker zu spüren, dass es nachteilig ist,
keine so genannten Crossmedia-Packages anbieten zu können. Darum suchte
Bruno Oetterli wohl einen Partner, der diese Möglichkeit hat.WW: Trotzdem: In der Szene gibt es nach wie vor Ressentiments gegenüber der P. Wie bringen Sie das wieder ins Lot?Hans-Peter Rohner: Ich
höre von den Radioexponenten vor allem, dass man endlich etwas zur
Stärkung der Gattung tun muss. Da wollen wir mithelfen. Zudem ist Bruno
Oetterli unbestritten der Radiopionier der Schweiz und wir sind froh,
dass er an Bord bleibt. Wir werden auf sein Urteil und seine
Fachkenntnisse bauen. Doch wir verfolgen sehr offensive Ziele – und
Bruno Oetterli ist absolut gleicher Meinung.WW: Wird das letztjährige Pool-Modell erneut lanciert?Hans-Peter Rohner: Man
sollte jetzt kein Modell herausheben, denn letztlich kommt das, was der
Markt als machbar einstuft. Meines Erachtens benötigt der Radiomarkt
aber professionellere Angebotsstrukturen sowie kombinierte Angebote mit
anderen Medien. Dazu muss jedoch erst eine Debatte anrollen, in der
Bruno Oetterli und wir eine aktive Rolle spielen wollen.WW: Wie sehen Sie das Verhältnis zu Goldbach Media?Hans-Peter Rohner: Wir sind sportliche Konkurrenten.    Markus Knöpfli

Da fliegt dir doch das Fett weg

Kochutensilien Zur Markteinführung von Kuhn Rikons neuer Pfannenlinie Hotpan hat die Agentur Culinea ein passendes Verkaufsförderungsmittel aufgetischt: ein Kochbuch.

Kochutensilien Zur Markteinführung Kuhn
Rikons neuer Pfannenlinie Hotpan wurde auch die für ihre Food-Kompetenz
bekannte Agentur Culinea eingespannt. Ihre kreativen Köche aus allen
Gebieten – von der Ernährungsberatung über die Produkt- und
Rezeptentwicklung bis hin zur Fotografie, Eventmarketing und dem
Verlagswesen – haben ein passendes Verkaufsförderungsmittel konzipiert
und aufgetischt: ein Kochbuch in der runden Pfannenform mit 94
illustrierten Rezepten vom Meisterkoch Rudolf Lehmann. Notabene: Das
Buch erhält man zur Pfanne und nicht umgekehrt.

Auch Ringier entlöhnt Direktbucher

Inserate Thomas Passen, bei Ringier Zeitschriften zuständig für den Leser- und Werbemarkt, nimmt zur «Direktbuchungsentschädigung» Stellung.

Inserate Thomas Passen, bei Ringier Zeitschriften zuständig für den Leser- und Werbemarkt, nimmt zur «Direktbuchungsentschädigung» Stellung.WW: 18 Monate nach Tamedia kommt nun Ringier auch mit einem «Direktbuchungsrabatt». Warum?Thomas Passen: Halt, wir reden bewusst von einer «Direktbuchungsentschädigung», weil wir damit direkt buchende Agenturen für eine Arbeit entschädigen, für die bisher nur die Publimedia in Form einer Kommission entschädigt wurde. Diese Ungleichbehandlung wollen wir beseitigen. Eine Direktbuchungsentschädigung entspricht schon lange einem Bedürfnis der Agenturen. Da diese unseres Erachtens an Einfluss gewinnen, können wir uns ihrem Bedürfnis auf Dauer nicht verschliessen. Diese Situation wurde noch verschärft, als Tamedia letztes Jahr den Bann brach: Dadurch kamen auch wir unter Zugzwang.WW: Was genau hat sich denn verschärft?Passen: Wir stellten fest, dass Tamedia-Titel Marktanteile zulegten, und zwar zu Lasten von ähnlich gelagerten Titeln anderer Verlagshäuser. WW: Somit sind Zweifel an der neutralen Arbeit der Mediaagenturen angebracht. Denn offenbar buchen diese primär dort, wo es für sie einen finanziellen Anreiz gibt.Passen: Nein, Schweizer Agenturen arbeiten sehr seriös. Aber man muss sich bewusst sein, dass es für die meisten Zeitschriftentitel Substitutprodukte gibt. Auch das Preisniveau ist ziemlich ausgeglichen. Wenn nun eine Agentur die Wahl zwischen zwei Titeln mit ähnlicher Medialeistung hat und dann jenen wählt, der ihr den Aufwand entschädigt, verstehe ich das. Was wir aber nicht anbieten, ist ein Incentive auf Umsatzwachstum, wie dies Tamedia zusätzlich offeriert.WW: Welches Ausmass nehmen denn die Marktanteilsverschiebungen an?Passen: Das ist titelabhängig. Und sie sind auch nicht ausschlaggebend für die Einführung der Entschädigung. Entscheidender war etwas anderes: Nach Tamedias Vorstoss erwarteten wir von Publimedia geeignete Massnahmen, mit denen sie einer möglichen Rabatt-Spirale entgegentreten würde – doch wir stellen nicht fest, dass sie einen Konsens mit allen Mediaagenturen findet.WW: Welche Art Reaktion haben Sie sich denn vorgestellt?Passen: Ein deutliches Bekenntnis zu Print. Man merkt halt, dass sich das ursprünglich auf Print ausgerichtete Unternehmen nun auch anderweitig orientiert. Darum überlegen wir uns schon, weshalb wir uns weiterhin einzig an der P orientieren sollen.WW: Beisst sich Ihre «Direktbuchungsentschädigung» nicht mit dem Kommissionierungsabkommen zwischen Ringier und P?Passen: Nein, den Vertrag bei den Zeitschriften haben wir vor Jahren gekündigt. Derzeit besteht eine Art Werkvertrag, gemäss dem wir der P jene Ansätze bezahlen, die zuvor auch vertraglich geregelt waren. Jetzt wollen wir aber nur noch einen Kommissionssatz für alle Titel bezahlen.WW: Zurück zur Entschädigung: Wofür genau ist das neue Honorar?Passen: Wir haben zunächst definiert, was uns die Leistungen der P wert sind: Das Delkredere, gute Zahlungsfristen,  ein Printplanungstool, administrativer Aufwand und weitere Leistungen. Ausgehend von dieser Bewertung kamen wir zum Schluss, dass jeder, der uns eine oder mehrere dieser Leistungen erbringt, auch Anrecht auf die entsprechende Entschädigung hat.WW: Welche Reaktionen erwarten Sie jetzt von den Agenturen und der P?Passen: Seitens der Agenturen eine gewisse Entspannung, da wir zeigen, dass wir für die Leistung, die sie uns erbringen, etwas bezahlen. Einige Agenturen werden sicherlich umgehend die gleiche Entschädigungshöhe wie bei Tamedia fordern. Wir machen nun einen Test und behalten uns Änderungen vor, falls er primär Unruhe auslösen sollte. Von der P erwarten wir keine Strafaktion, da wir mit ihr stets unsere Überlegungen offen diskutiert haben.Halbjährige TestphaseDiese Woche erhielten die Mediaagenturen Post
von Ringier Zeitschriften. Darin kündete der Konzern an, dass er vom 1. Juli bis 31. Dezember 2006 testweise alle Mediaagenturen und Kunden, «welche ihre Aufträge direkt und ohne Einschaltung eines Vermittlers buchen, mit einer Kommission entschädigen» werde. Die Entschädigung betrage 1 Prozent des jährlichen Netto/Netto-Umsatzes auf Inserate und Beilagen – und zwar in insgesamt 15 Ringier-Zeitschriften sowie in Cash und auch im künftigen Cash Daily. Ausgenommen sind einzig Gesundheit Sprechstunde, Sportmagazin sowie die Zeitungen Blick, SonntagsBlick (inklusive Magazin Sie + Er) und heute. Zwei weitere Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Der jährliche Mindestumsatz in den zulässigen Titeln muss insgesamt eine halbe Million Franken betragen, zudem müssen die direktbuchenden Agenturen und Kunden einen professionellen Buchungsablauf sicherstellen sowie die Belegs-, Erscheinungs- und Qualitätskontrolle übernehmen.Zum Vergleich: Tamedias «Direktbuchungsentschädigung» beträgt 1,5 Prozent auf Volumina von jährlich mindestens einer Million Franken. Übersteigt der Umsatz zudem jenen des Vorjahres, gewährt Tamedia gar vier Prozent.

Markus Knöpfli

Anzeiger lagert das Inseratemarketing aus

Die Verlags AG, Herausgeberin des Ostschweizer Wochenmagazins Anzeiger, richtet sich im Rahmen ihrer angestammten Tätigkeit neu aus.

Organisatorische Änderungen sind von der Herausgeberin des Ostschweizer Wochenmagazins Anzeiger zu vermelden: Die Verlags AG, eine 100-prozentige Tochter der St.Galler Tagblatt AG, richtet sich im Rahmen ihrer angestammten Tätigkeit neu aus, wie es in einem Communiqué heisst. Ab dem 1. Januar 2007 wird das Inseratemarketing für den Anzeiger vollumfänglich an die Publicitas in St. Gallen übertragen. Das hat gemäss Mitteilung die St.Galler Tagblatt AG beschlossen. Durch die Bündelung des Anzeigenverkaufs für das St.Galler Tagblatt, den Anzeiger sowie den dazugehörigen Internetplattformen erhofft man sich zusätzliche Synergien in der Marktbearbeitung. Per gleichem Datum wird ausserdem die Redaktion und der Verlag des Anzeigers in neuen Räumlichkeiten an der Fürstenlandstrasse 122 in St. Gallen tätig sein.

BZM fusioniert Lokalanzeiger

Die Basler Zeitung Medien bringt die vier Lokalanzeiger «Allschwiler Wochenblatt», «Muttenzer & Prattler Anzeiger», «Birsfelder Anzeiger» sowie «Reinacher Zeitung» unter ein Dach.


Die Basler Zeitung Medien (BZM) bringt vier Lokalanzeiger unter ein Dach. Das «Allschwiler Wochenblatt», der «Muttenzer & Prattler Anzeiger», der «Birsfelder Anzeiger» sowie die «Reinacher Zeitung» ziehen alle gemeinsam – insgesamt 13 Verlags- Redaktions- und Satzarbeiter – nach Birsfelden. Die vier Verlage werden zur «LV Lokalzeitungen Verlags AG» (LV AG) fusioniert; bleiben aber als Ganzes eine Tochter der (BZM). Die operative Leitung übernimmt Patrick Wehrli. Er bezeichnet den Entscheid als Chance, dass die Lokalanzeiger besser und professioneller produziert werden, schreibt die «Basler Zeitung» am Dienstag. Im Verwaltungsrat sitzen werden BZM-Verwaltungsrätin Ruth Ludwig, Patrick Wehrli, die Gemeindepräsidenten von Muttenz, Pratteln und Allschwil, Peter Vogt, Beat Stingelin und Anton Lauber, sowie der Gemeindeverwalter von Birsfelden, Walter Ziltener. Der Reinacher Gemeinderat hat das Angebot abgelehnt, im Verwaltungsrat der LV AG mitzuwirken. Die fünf Gemeinden sollen in jedem Anzeiger ihre eigenständigen Seiten mit eigenen Inhalten sowie eigenem Layout erhalten. Der Rest des Blatts aber sei politisch völlig unabhängig, erklärt Wehrli weiter. Damit der direkte Kontakt zur Bevölkerung nicht verloren gehe, werde in jeder Gemeinde eine Anlaufstelle eingerichtet.

Radiotele-Verkauf öffnet Türen

Radiomarkt Radiopachten sind ein Grund für Ideenblockaden in der Radiobranche. Nun gibt es einen Ausweg.

Radiomarkt Radiopachten sind ein Grund für Ideenblockaden in der Radiobranche. Nun gibt es einen Ausweg.Die Diskussion um eine Neuordnung des
Radiomarktes zur Steigerung der Marktanteile hat derzeit
Hochkonjunktur. Das im Mai präsentierte Vermarktungsmodell von Goldbach
Media ist nur ein Beispiel dafür. Die Diskussion läuft aber gerne ins
Leere, weil eine Neuordnung meist die Auflösung der Pools und
Exklusivpachten voraussetzt. Vor solchen Schritten schreckte die
Branche bislang zurück. Nicht zuletzt deshalb erlitt das
Goldbach-Modell 2005 Schiffbruch.

Auch dieses Jahr stehen seine Chancen kaum besser: Die beiden
wichtigsten Radiokombis, der Pool 2000 und der reichweitenstarke Swiss
Radio Pool (SRP), zeigen dem Modell die kalte Schulter. Zudem sind die
beiden Vermittler Radiotele und die Goldbach-Tochter IP Multimedia
einander so spinnefeind, dass an ein koordiniertes Auflösen ihrer
Pachtverträge nicht zu denken ist.

Doch nun schafft ausgerechnet die Übernahme von Radiotele durch die
PubliGroupe eine offenere Ausgangslage. Durch die neuen
Besitzverhältnisse bei Radiotele werden deren Pachtverträge auf einen
Schlag kündbar. Einige Pachtradios denken denn auch laut über einen
solchen Schritt nach. Sie richten sich damit nicht gegen PubliGroupe
und noch weniger gegen Radiotele, sie wollen lediglich frei sein für
eine allfällige Neuordnung. Ob damit die Chance für das Goldbach-Modell
steigt, bleibt dahingestellt.

Bei Goldbach will man Mitte Juli über das weitere Vorgehen entscheiden.
Noch bleiben  weitere Hindernisse bestehen: So existiert die Pacht
zwischen IP und Radio Energy Züri weiter, ebenso die Pools. Dass
Letztere noch bis zum 30. Juni, der offiziellen Frist, gekündigt
werden, ist wenig wahrscheinlich. Trotzdem sind nun die Türen für eine
Neuordnung offener denn je – und die Diskussion kann unbefangener
anrollen. Vorausgesetzt, die Radios mit bisheriger Radiotele-Pacht
lassen sich vorerst auf keine langfristigen Pachtverträge mehr ein –
mit welchem Vermittler auch immer.

Markus Knöpfli

get_footer();