Una Wiener ist Chief Creative Officer bei Young & Rubicam in Wien. Mittels Branchen-Blog führte sie eine grosse, unrepräsentative Studie zum Thema «Machen Frauen eine andere Art Werbung als Männer?» durch. Nun hat sie die Resultate publiziert. Männer finden, zumindest gemäss Wieners Umfrage, es gäbe keinen Unterschied. Frauen finden, dass Frauen besser seien. Na gut, dass viele Frauen in manchen Belangen besser sind – sie seien vernünftiger, anspruchsvoller und kreativer. Das Gros der Damen beruft sich dabei auf das Übliche (Bauch/Intuition/Emotion) und bezichtigt Männer der Härte, der unnötigen Autorität und übermässiger Direktheit oder grotesker Verspieltheit.
Eine der Fragen lautete: Was könnten Werberinnen anders machen? Die ziemlich einhellige Antwort war: Nichts, ausser weniger reden. Einer der Studienteilnehmer hatte einen besonders tollen Tipp: Frauen sollten «das Konzept noch mal hinterfragen». Das leuchtete auch Una Wiener ein, jetzt werfe sie manchmal einfach die Frage ein: «Was soll denn das für eine Brand Idea, für ein Consumer Benefit, Core Value sein?». Das sei eigentlich immer passend und weise auf weiblichen Widerspruchsgeist hin. Zuvor hätte sie öfter erst die Kampagne gemacht und das Konzept nachher geschrieben – ein Umstand, den Wiener der weiblichen Logik zuschreibt. Nachvollziehen konnte sie zu einem gewissen Grad auch die Feststellung, dass Frauen auf Kundenseite weit unangenehmer auffallen als ihre männlichen Pendants, wenn sie in Ermangelung handfester Kriterien darauf beharren, sich «emotional nicht angesprochen zu fühlen».
Das Versöhnliche zum Schluss: Es gibt eigentlich niemanden, der nicht glücklich darüber ist, dass Werbeagenturen auch Frauen im Angebot haben. Die Werber freuts (siehe Grünpflanzen), die Kunden freuts – zumindest in Una Wieners Heimat Österreich können auf Kundenseite kaum Kompetenzdefizite moniert werden, da sehr wenig Mittel- und Langstreckenraketen oder Penisverlängerungen beworben werden.