APG: Forschungsprojekt erhebt neu auch Kontaktintensität

Ab 2007 wird das APG Forschungsprojekt Poster Performance Index PPI nebst der qualitativen Wirkung (Erinnerung, Markenzuordnung, Gefallen) neu auch vertiefte Daten zur Kontaktintensität einer optimalen Plakatkampagne erfassen.


Ab 2007 wird das APG Forschungsprojekt Poster Performance Index PPI nebst der qualitativen Wirkung (Erinnerung, Markenzuordnung, Gefallen) neu auch vertiefte Daten zur Kontaktintensität einer optimalen Plakatkampagne erfassen. So werden zwar wie bis anhin zehn Befragungswellen in den Agglomerationen Bern und Lausanne durchgeführt, welche nationale Plakatkampagnen unter die Lupe nehmen. Doch um die Wirkung noch detaillierter auswerten zu können, wird der Test nebst den Fragen zu Erinnerung, Markenzuordnung und Gefallen neu durch die Ermittlung der Kontaktklasse ergänzt. «Was glauben Sie: Haben Sie diese Werbung ein- oder zweimal, drei- bis fünfmal oder häufiger gesehen?», lautet die neue, vierte Themenfrage. 
Der PPI soll somit verstärkt zum wichtigen Bindeglied zwischen der neuerdings durch SPR+ gemessenen Basismedialeistung und dem tatsächlichen Kommunikationserfolg einer Plakatkampagne werden, wie die APG mitteilt. Ziele der Erhebung bleiben einerseits umfassende Branchenauswertungen, anderseits die Möglichkeit, zielgruppenspezifische Aussagen zu Geschlecht und Altersklassen bestimmter Plakatkampagnen kombinieren zu können.

Prosit 2007

Eigenwerbung Alle Jahre wieder fordert uns der kreative Wettbewerb zu einer besonders originellen Neujahrskarte. Die Werbewoche bedankt sich auf diesem Weg für all die guten Wünsche, die bei uns eingetroffen sind.

Eigenwerbung Alle Jahre wieder fordert uns der kreative Wettbewerb zu einer besonders originellen Neujahrskarte. Die Werbewoche bedankt sich auf diesem Weg für all die guten Wünsche, die bei uns eingetroffen sind.Ein Kilo Koks als kleine Nettigkeit zu Silvester? Das weisse Pulver im durchsichtigen Plastiksack sah alles andere als uncool aus. Dazu war auf einer Etikette verführerisch getextet: «Für einen sicheren Rutsch ins neue Jahr». Wer sich allerdings die Mühe nahm, auch noch das Kleingedruckte zu lesen, wurde schliesslich aufgeklärt: «Dieses Streusalz bitte nicht einnehmen und nicht zum Kochen verwenden.» So wie Exxtra Kommunikation machen sich viele Agenturen alle Jahre wieder den Spass, ihre Kunden und Geschäftspartner mit einem möglichst originellen Neujahrsgruss zu überraschen. Bei Werbeagenturen ist es dabei nahe liegend, dass beim Versenden der guten Wünsche auch ein bisschen Eigenwerbung in die Botschaft eingepackt wird.
Unter den vielen grafisch ansprechenden Karten ist uns eine Kreation von McCann Erickson aufgefallen. «Eine gute Idee lässt sich unendlich umsetzen», heisst die Erklärung zu einer Illustration mit 252 verschiedenen Versionen des gemalten Kopfes von Jesus. Mehr aufs Wort als aufs Bild vertraut hat BrandPulse: «And I’m not an actress. I don’t think I am an actress. I think I’ve created a brand and a business», zitiert die Agentur Pamela Anderson und empfiehlt sich für das neue Jahr zur Lösung möglicher Positionierungsprobleme.
Andere versuchten uns mit Nützlichem zu überraschen. Viva steckte die Neujahrskarte in ein durchsichtiges Plastiketui, das jetzt von der Nichte unseres Short-List-Reporters als cooles Necessaire benutzt wird. Ähnlich einsetzbar im Alltagsleben sind die weissen Badeschlappen von Freiburghaus und Partner. Das Gadget dramatisierte die Botschaft: «Steigen Sie in die Finken und machen Sie mit F/P Weihnachtspause bis zum 3. Januar 2007.»
In der Kategorie «Schöne Grafik» ist die Werbeabteilung des Modehauses PKZ mit der kunstvollen Kopie eines nostalgischen Emailschildes aufgefallen. Das Sujet zeigt eine alte PKZ-Werbung.
Drei Bahnstunden weg von Zürich und deshalb nicht täglich in der Szene anzutreffen sind die Werberinnen, Werber und Freunde der Agentur Trio in Lausanne. Da ist es wirklich eine sympathische Idee, dass uns Trio eine Porträtsammlung mit 224 Menschen hat zukommen lassen, die am 19. Oktober des vergangenen Jahres am 75-Jahr-Jubiläum der ältesten Werbeagentur der Schweiz an der Party anzutreffen waren. «2007 wird phänomenal. Die Sterne lügen nicht. Jedenfalls nicht jene in ihren Augen», steht als Headline auf dem plakatgrossen Poster.
«Prosit – auf über 100 Gemeinden» heisst die Schlagzeile in der Neujahrsausgabe des Doppelpunkt. Bei der Hauszeitung von Tamedia wurde mit einem von 100 Wappen geschmückten Titelbild auf fünf neue Regionalbünde angestossen.
Wie wird das neue Jahr tatsächlich? Diese Frage löst ein wenig mulmige Gefühle aus beim Neujahrsgruss von Oyecomm. Die Unternehmung für Gestaltung, Steuerung und Umsetzung von Kommunikationsprozessen in Zürich schickte uns einen roten Ballon. Darauf der listige Wunsch: «Auf ein zauberhaftes 007» – und dazu eine gemeine Stecknadel. Wir haben es noch nicht gewagt, den Trick auch tatsächlich knallen zu lassen. Was, wenn tatsächlich Voodoo im Ballon und der Nadel mit eingebaut ist?
Aktiv etwas zu unserem Glück im neuen Jahr beitragen sollten wir auch mit einer Karte von Prime Communications. Hier fand sich eine Anleitung zum Basteln einer Glückssau aus Papier im Stil des Origami. Gleich selber aktiv wurde Wirz Werbung. Wer am 24. Dezember eine bestimmte Telefonnummer wählte, konnte sich von verschiedenen Mitarbeitern ein Ständchen auf der Blockflöte geben lassen.
Bei den Kalendern zeigt sich ein klarer Trend zum modulen Modell. In hübschen Kistchen verpackt, finden sich die verschiedensten Karten, mit denen man sich seinen Jahreskalender nach Lust und Laune selber zusammen stellen kann. Polyconsult hat uns hier mit modulem Kalendermaterial gleich für mindestens sechs Arbeitsstationen eingedeckt.
Tue Gutes und rede darüber! Diese Werberweisheit gehört in den USA schon lange zum guten Ton, und die Idee schwappt jetzt immer mehr auch zu uns herüber. Das Modelabel Benetton zeigt sich auf seiner Karte nicht nur wie üblich farbenfroh engagiert, sondern auch finanziell. Unterstützt mit einer nicht genannten Summe wird die Organisation «Reporters sans frontières». Pucci, Sulzer stiftet für das Behinderten-Taxi Tixi. Eine Karte mit einer Wunderlampe schickte Studerpartner. Wer die schwarze Kanne auf goldenem Grund für zehn Sekunden mit seiner Hand erwärmte, konnte lesen: «Mit unserer Hilfe erfüllt die Stiftung Wunderlampe den Herzenswunsch schwer kranker Kinder.» Dazu das PC 87-755227-6.
Mit einem persönlichen Brief bedanken sich Die Bündner für die Zusammenarbeit mit der Werbewoche. Die im letzten Jahr neu nach Zürich gezogene Agentur stiftet in unserem Namen 3000 Franken für die Kinderkrippe Mäuseburg in Illanz. Statt Kunden, Mitarbeitern und Freunden des Hauses «eine Flasche Wein zu schenken, haben wir der Hilfsorganisation Helvetas den Betrag von 10000 Franken überwiesen», verrät uns Spillmann Felser Leo Burnett. Illustriert wird das mit einer wertvoll verpackten Wasserflasche – allerdings nur gedruckt und nicht dreidimension, damit die Umwelt nicht noch weiter mit sinnlosem Werbemüll belastet wird. Solcher hat uns eigentlich in diesem Jahr fast keiner erreicht.
Im Nu vernascht waren in der Redaktion die zehn putzigen Coca-Fläschchen aus Schokolade. Einen Platz auf «The Coke side of life» hat uns dazu Coca-Cola gewünscht. Womit wir doch noch zu unserem «Coci» gekommen wären.
Andreas Panzeri

SFLB lutscht neu Grether’s Pastillen

Die Verantwortlichen von Doetsch Grether vertrauen nach einer Agenturevaluation den Brand Grether’s Pastilles per sofort der Zürcher Werbeagentur Spillmann/Felser/Leo Burnett SFLB an.

Die Verantwortlichen von Doetsch Grether vertrauen nach einer Agenturevaluation den Brand Grether’s Pastilles per sofort der Zürcher Werbeagentur Spillmann/Felser/Leo Burnett SFLB an. Für den Entscheid ausschlaggebend seien das kreative Potential sowie die fundierte strategische Beratung der Agentur gewesen, so Marketingleiter Tobias Meyer. Die Original Grether’s Pastilles, werden heute in der Schweiz aus natürlichen Rohstoffen nach einem 150jährigen Rezept hergestellt und sind wohltuend bei Heiserkeit, Halsweh und trockenem Mund. Erste Massnahmen werden in Kürze zu sehen sein.

«Die Swiss muss sagen, dass wir aus der Schweiz kommen»

Airlines Die Swiss macht nach mehreren Jahren Werbung über den Preis erstmals wieder eine klassische Image-Kampagne. Frank Maier, Managing Director und Head of Marketing bei Swiss, erklärt die Hintergründe.

Airlines Die Swiss macht nach mehreren Jahren Werbung über den Preis erstmals wieder eine klassische Image-Kampagne. Frank Maier, Managing Director und Head of Marketing bei Swiss, erklärt die Hintergründe. WW: Die Swiss-Werbung ist im Aufwind. Ihr Werbefilm wird quer durch alle Medien gefeiert. Haben Sie mit diesem Erfolg für Campari Soda gerechnet?Frank Maier: Das Feedback ist überwältigend. Wir haben etwas geschafft und offenbar Gefühle entdeckt, die wieder vermittelt werden können. Natürlich sind wir vom Ausmass dieses Erfolgs überrascht. Neben Berichten in allen wichtigen Printmedien gab es auch eine grosse Reportage auf DRS 3 und SF1. Dazu wissen wir von vielen Foren und Chats im Internet. Der originale Song ist jetzt vom Musikverlag erstmals auch als Single ausgekoppelt worden und erobert bereits die Hitparaden. Auf unserer eigenen Website www.swiss.com kann Campari Soda als Klingelton herunter geladen werden. Die Komponenten der Kampagne wie Anzeigen, CD-Single, Klingelton, Microsite waren integriert geplant, und Pretests wurden ebenfalls durchgeführt. Die sehr positiven Feedbacks können im Vorfeld nicht geplant werden. Aber grundsätzlich war eine solche Wirkung natürlich schon die Idee.
WW: Wird jetzt Campari neu auch im Flugzeug serviert? Maier: Uns geht es um die Stimmung, die das Lied ausdrückt, und nicht um diesen bestimmten Alkohol. Campari ist indirekt ein Nutzniesser von dem, was wir eigentlich wieder ausgegraben haben. Wir servieren jetzt den Drink neu in der Business Class. Es war aber nicht so, dass wir vorher mit Campari geredet haben. Wir finden einfach dieses Lied ganz toll. Es weckt Sehnsüchte und hat etwas mit Fernweh zu tun. Die Musik spricht alle Schichten an, auch Junge, die den Song noch nicht kennen. Und die ältere Generation kann diese Stimmung wieder neu entdecken.WW: Emotionen in der Werbung für Swiss hat man in den letzten Jahren vermisst. Es wurde nur noch über den Preis argumentiert. Spiegelt das die Situation, dass Reisen vom Premium-Abenteuer zum Massentourismus geworden ist?Maier: Es gibt zwei Punkte. Vor zwei Jahren waren wir nicht in der heutigen Situation. Der Markt war ein extremster Verdrängungswettbewerb. Wir haben zwar in der First  und Business Class Qualität angeboten, das eigene Kundenbindungsprogramm gepflegt und die Service-Komponente gelebt. Aber wir mussten auch das Massengeschäft mit der preisorientierten Klientel haben, damit der Flieger voll wird. Das gilt nach wie vor für die Kurzstrecke, wo der Wettbewerb viel aggressiver ist. Hier ist zwar auch Qualität entscheidend, aber eine andere Art von Qualität, geprägt von Effizienz. Der Kunde will Zeitvorteile, feste Abflugs-Gates und schnelle Abfertigung, vielleicht noch kurz in die Lounge. Bei der Langstrecke gilt mehr das Thema Service- und Produktqualität. Hier spielen ganz andere Wettbewerber im Markt. Wir können also nicht sagen, wir machen nur das eine – nur Qualität oder nur Preis. Die Swiss muss eine Mischung finden, und das führt zur Frage, wie kommuniziert werden soll. Wo wollen wir Prioritäten setzen? Beispiel Einzugsgebiet London oder Paris. Da sehe ich beim herrschenden Überangebot auf der direkten Städteverbindung Preisangebote im Vordergrund, bei Kunden, die in Zürich umsteigen, geht die Gewichtung in Richtung Qualität. Die Balance muss stimmen. WW: Image oder Preis: Bedingt das nicht auch stilistisch zwei verschiedene Kampagnen?Maier: Nein. Zusammen mit der neu dazu gekommenen Agentur Nose für Design sowie Jung von Matt/Limmat haben wir jetzt ein neues CI gefunden, wo die Anzeigen mit dem Preis im gleichen Layout gestaltet werden können wie die Anzeigen für Qualität. Wir kriegen es über die neue Plattform hin, «99 Franken» zu kommunizieren, und gleichzeitig können wir auch sagen, dass wir ein Service-Angebot haben und an Bord speziell für Kunden der Business Class exklusive Produkte anbieten. Das kommt jetzt in einem Look und in einer einzigen Tonalität daher. WW: Wann soll diese neue Strategie abheben, und welche Agentur hat dabei den Lead?Maier: Das wurde bereits im November 2006 gelauncht. Das ist ein Zusammenspiel von Nose, Design Intelligence in Zürich sowie Jung von Matt. Nose ist neu unsere Designagentur. Für die ganze Kreation und Werbekommunikation ist Jung von Matt verantwortlich. Die Kreativen um Alexander Jaggy haben das Layout und den Inhalt der Werbeanzeigen entwickelt sowie die Idee für den Film. Jetzt verlängern wir dieses Thema auch in den Online-Bereich. In Zukunft sollen auch alle Kommunikationsmedien die gleiche Sprache sprachen. Für dieses CI ist Nose zuständig. Die Designer verbreiten das auf alle Plattformen. Im Internetbereich hilft uns dabei noch Plan.Net, eine in München ansässige Agentur für Online-Kommunikation. Und MediaSchneider für den Mediaeinkauf.WW: Als die Swiss von Lufthansa gekauft wurde, meinten viele in der Schweiz, es sei jetzt fertig mit der Marke. Jetzt hat Swissness wieder Aufwind. Befinden wir uns in der Erholphase nach der Krise?Maier: Jetzt ist die Zeit der Ausrichtung gekommen, die Positionierung. Was hier entsteht, muss man sehr gut pflegen. Wir haben den Vorteil, dass wir vom Markt her zur Zeit Rückenwind spüren. Qualität muss man zeigen und nach draussen geben. Deshalb haben wir vor zehn Wochen angefangen, den Markt wieder mit einer neuen Image-Kampagne zu penetrieren. Wir grenzen uns ab von Lufthansa und bauen wieder ganz bewusst auf Swissness. Wir leben diese Swissness. Diese eigene Art steht für Design-Tradition. Unsere Anzeigen sind bewusst sehr reduziert. Sie spielen mit den Farben weiss und rot sowie dem Schweizerkreuz. Wieder neu entdeckte Argumente sind die Service-Orientierung, Schweizer Gastfreundschaft und persönliche Betreuung. Das internationale Werteverständnis der Schweiz wie Toleranz von Kulturen oder Neutralität ist ebenfalls hilfreich.  WW: Wie stark darf die eigene Positionierung gegenüber einer Lufthansa sein?Maier: Die Lufthansa definiert ihren Auftritt über einen Führungsanspruch in Europa. Die Swiss hat diesen Anspruch auf Grund der Grössenverhältnisse überhaupt nicht, sondern baut auf eine Qualitäts-Airline. Der Ausdruck «Nische» ist von der Grösse her übertrieben, aber wir sind klein, eine Boutique. Die Lufthansa ist gross und dynamisch und möchte die Marktführerschaft haben, also innovativ, mit neuen Produkten. Die Lufthansa wird einen A380 bewegen, ein Flugzeug, das die Swiss nie fliegen wird. Die Lufthansa hat riesige grosse Drehkreuze, wo sie sich bewegt, und expandiert global immer mehr. Die Swiss muss sagen, dass wir aus der Schweiz kommen, dass wir kleiner sind und damit aber auch persönlicher. Wir haben die Chance, die Topkunden noch persönlich zu kennen, den Dialog zu pflegen und entsprechend den Markt zu bearbeiten. Das geht bei grossen Fluggesellschaften allein durch die Anzahl der Kunden nicht mehr.WW: Wo zielt die Werbung der Swiss hin im Verhältnis Schweiz–Ausland?Maier: Von der Relation her müssen wir sehen, dass wir am meisten im Heimatmarkt erreichen können. Wir werben bis in den angrenzenden Raum. Von Genf aus nach Frankreich sowie ins Elsass und Süddeutschland. Das ist für uns der erweiterte Heimatmarkt. Für andere regionale Schwerpunkte gibt es zuviel Wettbewerb in der Fläche. Wir konzentrieren uns deshalb gezielt auf Ballungsräume wie London und Paris. In solchen Regionen sind zudem die Online-Medien sehr wichtig und effizient. WW: Mit der Integration des Swiss Travel Clubs in das Vielfliegerprogramm Miles & More ist die Swissness nicht mehr präsent. Ein Verlust?Maier: Mit der übergreifenden Plattform können wir zusammen mit Lufthansa einiges bewegen, das für die Mitglieder sehr attraktiv ist. Mit einem speziellen «Schweizer Fenster» soll aber auch die Swissness wieder mehr eingeführt werden. In Zukunft soll es neben dem Flug ein Sortiment von verschiedenen Schweizer Qualitätsprodukten geben, die wieder mit Meilen gekauft werden können.WW: Anders als zum Beispiel die Credit Suisse arbeitet die Swiss mit Schweizer Agenturen. War das Diplomatie oder ein Pitch?Maier: Ein ganz normaler Pitch. Wir hätten auch eine Agentur aus Deutschland oder London wählen können. Aber eine Londoner Agentur versteht nicht so gut, wie der Schweizer tickt. Und das ist der Unterschied zu den Banken. Diese wirtschaften global, zwar mit einem Schweizer Headquarter. Wir hingegen sagen: Die Schweiz ist unser Heimatmarkt – und den müssen wir erst mal wieder richtig gewinnen und in den Griff bekommen. Das haben wir jetzt erreicht. Und aus der Stärke des Heimatmarktes heraus schliessen wir immer mehr Märkte an. Der Film wurde übrigens vollständig in der Schweiz produziert: Schweizer Locations, Schauspieler, Technik. Wir sagen «Swiss made», und da wollten wir auch explizit «Swiss made». Es wäre unglaubwürdig gewesen, diesen Film im Ausland zu drehen.WW: Er wird aber im Ausland gezeigt?Maier: Momentan haben wir uns auf die Schweiz konzentriert. Die Idee ist auch sehr Schweiz bezogen. Ausländische Kollegen staunen über den Film. Sie haben einen solchen Stil in der Airline-Industrie noch nie gesehen. Ein ganz anderes Image. Wir wollen dieses Gefühl jetzt erst mal in der Schweiz vermitteln. Im Laufe der nächsten Monate wird über einen internationalen Einsatz in Europa entschieden. WW: Der Spot begeistert die breite Masse, die vom Fliegen träumt und nicht beruflich vielfliegen muss. Also doch wieder eher «Billig»-Image? Maier: Es ist alles im Bereich des Möglichen. Wir haben bewusst zwei Sequenzen mit Managern eingebaut. Auch ein Manager hat das Bedürfnis nach Entspannung und Ruhe beim Fliegen. Endlich im Flugzeug, einmal eine ruhige Minute zum Durchatmen. Sehnsucht haben alle. Wir nehmen deshalb alle mit – bis zum Bauarbeiter, der im dampfenden Teer steht.WW: Wie weit muss die Werbung der Swiss mit Deutschland abgesprochen werden?Maier: Vom Grundkonzept her haben wir ständig einen Austausch. Beim Entwickeln der Positionierung tauscht man sich aus, und wenn wir unsere Kampagnen entwickeln, dann informieren wir die Lufthansa und stellen natürlich sicher, dass nicht zur gleichen Zeit die Kampagnen parallel im Markt sind. Wir sind aber sonst völlig frei. Man muss in diesem Markt auch sehr schnell und aggressiv handeln können. Wir sind autark bei der Planung und Umsetzung.WW: Wie weit gibt es andere Kooperationen, zum Beispiel mit Schweiz Tourismus? Maier: In den vergangenen Jahren mussten wir vor allem defensiv reagieren. Es gab im Bereich PR oftmals die Notwendigkeit von Stellungnahmen zu negativen Meldungen. Jetzt stellen wir wieder zusätzliche Mitarbeiter ein, expandieren gezielt und bauen unseren Flugplan aus. In dieser Stimmung können wir auch wieder aktiv neue Kunden ansprechen. Es entwickelt sich etwas Positives in der allgemeinen Wahrnehmung. Wir merken, dass viele Markenunternehmen wieder mit der Swiss kooperieren möchten. Nicht nur Schweiz Tourismus, auch eine ganze Reihe anderer Bluechips haben wieder das Vertrauen in uns gefunden und sehen uns als attraktiven Kooperationspartner.WW: Swissair war eine Marke. Swiss tönt ähnlich. Spürt man diese Vorarbeit? Maier: Der Anschluss war gut, und ich denke, dass in vielen ausländischen Märkten, vor allem den Interkontinentalmärkten wie USA, noch gar nicht viel von der Änderung  des Markennamens wahrgenommen worden ist. Der positive Image-Transfer funktioniert, das sehen wir auch in vielen Feedbacks und Gesprächen mit Kunden und Mitarbeitern, aber auch von der Konkurrenz. Frank Maier hat in Hohenheim
Wirtschaftswissenschaften studiert und später in Münster promoviert als Dr. phil. Er startete seine Laufbahn als Referent in der Marketingdirektion der Lufthansa. 2000 übernahm er die Leitung der Marketing-Kommunikation und damit die Verantwortung für sämtliche weltweiten Kommunikationsmassnahmen der Lufthansa. Im November 2004 kam er zur Swiss, wo er heute Head of Marketing ist.Swiss und Alinghi gemeinsam auf KursZusammenarbeit
mit einem zweiten nationalen Symbol: Als offizielle Fluggesellschaft von Alinghi bringt Swiss das erfolgreiche Schweizer Segelteam an den 32. America’s Cup. Swiss ist mit den Titelverteidigern der weltweit berühmtesten Segelregatta eine vielversprechende Kooperation eingegangen. «Beide tragen den Namen Schweiz in die Welt hinaus», meint Publicis als die Agentur für UBS und damit Alinghi. Swiss begleitet die Segelprofis auf ihrem Weg zum Trainingsort in Dubai. Ab März wird Swiss neu auch dreimal wöchentlich die Regatta-Stadt Valencia anfliegen.
Interview: Andreas Panzeri

Springerisierung

Kommentar René Worni über vertrauenswürdige Verlagspartner.

Kommentar René Worni über vertrauenswürdige Verlagspartner.Nachdem der deutsche Axel-Springer-Konzern den Kauf des Jean Frey Verlages kurz vor Weihnachten bekanntgab, blieb es in den Medien erstaunlich still. In der üblichen Berichterstattung fehlten die kritischen Worte völlig. Wie lässt sich das erklären? Noch bis in die 90er-Jahre galt der Name Axel Springer als Synonym für reisserischen Boulevard und CheckbuchJournalismus, wie ihn Bild, das Flaggschiff des Hauses, stets am Rande der Legalität betrieb. Generationen hatten Heinrich Bölls verlorene Ehre der Katharina Blum oder Günter Wallraffs Frontberichte vom Redaktionshorror bei Bild mit der Muttermilch eingesogen oder spätestens an den Mittelschulen als Pflichtlektüre genossen. Bild-Reporter waren Bluthunde und gingen über Leichen, um zu ihren Storys zu kommen.
Ob dem bei Bild heute noch so ist, bliebe zu überprüfen, ansonsten ist die Welt eine andere geworden, und der einst selbstverständliche Abwehrreflex gegen den deutschen Konzern hat offenbar ausgedient. Dem gelang es, nicht zuletzt durch die Annäherung zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Döpfner und dem Bild-Verweigerer auf ewig, Günter Grass, einen Strich unter die Vergangenheit zu ziehen.
Die Übernahme des Jean Frey Verlages durch die Deutschen rief ins Bewusstsein, dass der Konzern als Besitzer der Handelszeitungs-Gruppe bereits seit 1999 in der Schweiz dezent agiert und über Finanzkräfte verfügt, womit er im Schweizer Markt die Karten augenblicklich neu mischen könnte. Schon 1992 wäre es beinahe zu einer Fusion von Ringier mit dem deutschen Axel Springer Verlag gekommen.
Hiesige Verleger liebäugelten zusehends mit staatlichen Subventionen, meinte Hanspeter Lebrument an der Dreikönigstagung (der Verlegerpräsident soll sich ruhig selber an der Nase nehmen). Verlage wie Axel Springer, die sich der angelsächsischen Tradition der Unabhängigkeit der Medien verpflichtet fühlten, gälten deshalb in der Schweiz als die vertrauenswürdigeren Partner. So gesehen ist der Konzern hier zu Lande willkommen. Die weitere Springerisierung der Schweizer Medienlandschaft ist da lediglich eine Frage von sich bietenden Opportunitäten.
René Worni, Redaktor

Starker November 2006

Werbemarkt Der Werbemonat November 2006 zeigte sich enorm stark. Auch der GEMI weist wiederum stark erhöhte Werbeinvestitionen für die elektronischen Medien aus.

Mediafocus Der Werbemonat November 2006 erwies sich als enorm starker und weist im Vorjahresvergleich plus 19,2 Prozent aus. In praktisch allen Werbemedien stieg der Werbedruck erheblich, bei Tagespresse, Publikumszeitschriften, Teletext und Internet um über 25 Prozent. Im Plus ebenfalls TV, Fachzeitschriften und Kino. Radio und Plakatwerbung blieben auf Niveau beziehungsweise leicht darunter. Die Märkte Verkehr (+78%), Unterhaltungselektronik (+50%) und Kosmetik/Körperpflege (+41%) legten zu. In Tabakwaren, Energie und Pharma/Gesundheit wurde hingegen weniger investiert.Werbeindex im PlusGemi
Der Goldbach Electronic Media Index (GEMI) weist im November 2006 mit einem Plus von 6 Indexpunkten (von 342 auf 348 Punkte) wiederum stark erhöhte Werbeinvestitionen für die elektronischen Medien aus. Alle Medien konnten um 3 Indexpunkte (auf 178 Punkte) wachsen. Fernsehen steigerte sich um 8 Indexpunkte (auf 352 Punkte) und beeinflusste damit die gesamten Werbeinvestitionen im November beträchtlich. Adscreen glänzte mit einem Zuwachs um 12 Indexpunkte (auf 226 Punkte), und Internet wuchs erneut um 11 Indexpunkte (auf 247 Punkte). Teletext konnte nach einer Durststrecke 4 Indexpunkte (auf 145 Punkte) zulegen, während Radio auf 250 Indexpunkten verharrte. Der Goldbach Electronic Media Index basiert auf den publizierten Daten von Media Focus für Werbeinvestitionen in der Schweiz und der Werbeaufwandstatistik AIS der Wemf für Adscreen mit Index 100 im Dezember 2004.

Scholz & Friends gewinnt Blick-Etat

Scholz & Friends Zürich verantwortet ab sofort die Kommunikation des Blick, der auflagenstärksten Schweizer Tageszeitung aus dem Hause Ringier. Die Zürcher Friends überzeugten den Verlag in einem Pitch gegen zwei Mitbewerber.

Scholz & Friends Zürich verantwortet ab sofort die Kommunikation des Blick, der auflagenstärksten Schweizer Tageszeitung aus dem Hause Ringier. Die Zürcher Friends überzeugten den Verlag in einem Pitch gegen zwei Mitbewerber. Das Mandat umfasst sämtliche Kommunikationsmassnahmen. Dietrich Berg, Verlagsleiter Blick zur Agenturentscheidung: «Scholz & Friends Zürich hat uns mit ihrer Kombination aus Medienkompetenz und exzellenter Kreation überzeugt. Es ist gut, einen internationalen Partner an der Seite zu haben, der uns mit einem grossen Orchester der besten Ideen überzeugt hat.» Katrin Seegers, Geschäftsführerin Beratung Scholz & Friends Zürich: «Für uns ist der Blick ein hochkarätiger Kunde, der immer mutig und ideenreich den Schweizer Zeitungsmarkt bestimmt. Wir freuen uns auf die Herausforderung.»  
Blick ist der dritte Etat-Gewinn, seitdem das Trio Katrin Seegers, Jan Leube und Matthias Spaetgens die Geschäftsführung von Scholz & Friends Zürich im Frühsommer 2006 übernommen haben. Scholz & Friends Zürich wurde im Februar 2003 gegründet und betreut Kunden wie Balisto, Ebly, Masterfoods, Credit Suisse, Riso, Honda und Siemens Hausgeräte.

Zu guter Letzt: Bluegummy erklärt 2007 zum Jahr der Orange

Was macht man nicht alles, um in den Medien präsent zu sein. Die Basler Werbeagentur Bluegummy Marketing Communications hat sich etwas besonders Originelles einfallen lassen, um sich zu Jahresbeginn medial bemerkbar zu machen.

Was macht man nicht alles, um in den Medien präsent zu sein. Stars und Politiker inszenieren Skandale, provozieren, heiraten, lassen sich scheiden oder adoptieren Babys. Werbeagenturen hingegen haben es schwieriger. Insbesondere dann, wenn es nichts zu sagen gibt, man aber trotzdem gerne wieder einmal im Gespräch sein will. Gewisse Agenturen melden dann eine Umstrukturierung oder den Umzug ihrer Agentur, die Veröffentlichung einer Publikation oder die Einstellung eines neuen Lehrlings.  
Die Basler Werbeagentur Bluegummy Marketing Communications hat sich jedoch etwas besonders Originelles einfallen lassen, um sich zu Jahresbeginn medial bemerkbar zu machen. Sie verkündet nämlich in ihrem Mailing selbstbewusst, dass sie das Jahr 2007 zum Jahr der Orange erklärt und schickt zur Illustration auch gleich noch ein Bild mit, für all jene die nicht wissen, wie eine Orange aussieht. Denn gemäss Agenturtradition wird jedes Jahr eine Frucht dazu erkoren, die Agentur durchs Jahr zu begleiten. Die Orange stehe für Kraft und Elan, so die Agentur, und nach zwei gewonnenen Pitches Ende 2006 sei dies der richtige Energieschub. 2006 war übrigens die Zitrone zur Frucht des Jahres gekürt worden…

Alle anderen Kuriere ausgebremst

Velo Publicis dramatisiert die Schnelligkeit des Zürcher Velokuriers Flash mit einem neuen Sujet.

Velo Flash gibt Gummi. Seit Jahren ist der Zürcher Velokurier ganz offiziell der schnellste der Schweiz. Weil Flash immer wieder die Velokuriermeisterschaft gewinnt. Und weil die vom Flash nur einmal bremsen: vor der Tür des Kunden. Dann aber bis die Bremsen glühen, damit auch für die Kundschaft alles so bleibt, wie sie es von Flash halt kennt: pünktlich, zuverlässig und rasend schnell. Publicis dramatisiert die Schnelligkeit von Flash seit Jahren in immer wieder neuen, überraschenden Sujets. Und porträtiert den Kurier für einmal, wie man ihn nur selten sieht – in Ruhe.

Publicis wirbt für unvergessliche Brillen

Brillen vergisst man grundsätzlich gerne. Doch dies soll sich ändern. Mit einer neuen Printkampagne «Brillen, die man nie vergisst!» wirbt die Zürcher Werbeagentur Publicis für die neue Brillenkollektion von Oakley.

Brillen vergisst man grundsätzlich gerne. Doch dies soll sich ändern. Mit einer neuen Printkampagne «Brillen, die man nie vergisst!» wirbt die Zürcher Werbeagentur Publicis für die neue Brillenkollektion von Oakley. In Manier klassischer Fahndungsplakate zeigen die vier Plakatsujets die typischen, allerdings stark abstrahierten Phantombilder. Das einzig Prägnante sind demnach nicht die Köpfe der abgebildeten Übeltäter, sondern deren Sonnenbrillen. Es gibt also noch Dinge, an die kann sich jeder erinnern.

Bündner Regierung schaltet sich in Corvatsch-Werbe-Knatsch ein

Im Streit um das riesige Werbe-Dia der Bergbahnen Engadin/St. Moritz am Piz Corvatsch wird die Bündner Regierung nun aktiv. Sie ist der Ansicht, für solche Projektionen sei ein Verfahren für Bauten ausserhalb der Bauzone BAB nötig.

Im Streit um das riesige Werbe-Dia der Bergbahnen Engadin/St. Moritz am Piz Corvatsch wird die Bündner Regierung nun aktiv. Sie ist der Ansicht, für solche Projektionen sei ein Verfahren für Bauten ausserhalb der Bauzone BAB nötig, wie die SDA berichtet.Sowohl der Projektor als auch das Standbild am Nordhang des Piz Corvatsch lägen ausserhalb der Bauzone. Deshalb sei für die Bewilligung nicht allein die Standortgemeinde Silvaplana zuständig, sagte Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel beim monatlichen Treffen der Kantonsregierung mit den Medien in Chur.
Die Regierung habe sich zurückgehalten, weil ein Fall wie derjenige der Riesen-Projektion im Ausmass von 163 auf 163 Meter am Corvatsch in keinem Gesetz erwähnt ist. Die Reklame zum 100-jährigen Bestehen der Bergbahnen Engadin/St. Moritz soll im Januar und Februar während sechs Wochen nachts leuchten.
Die Installation ist jedoch höchst umstritten, nicht nur im Oberengadin. Scharf kritisiert wird die Werbung wegen  Lichtverschmutzung und Landschaftsverschandelung auch vom Schweizer Heimatschutz und von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (siehe
).

SFLB verwandelt Kugelschreiber in Früchteschäler

Die Zürcher Werbeagentur  Spillmann/Felser/Leo Burnett SFLB wirbt für den Online-Shop Freshbox.ch, der frische Früchte ins Büro liefert.

Die Zürcher Werbeagentur Spillmann/Felser/Leo Burnett SFLB wirbt für den Online-Shop Freshbox.ch, der frische Früchte ins Büro liefert. Je länger desto mehr Firmen machen von diesem gesunden Angebot Gebrauch und versorgen Ihre Mitarbeitenden regelmässig mit Vitaminen – indem Sie die Früchte-Pakete von Freshbox gleich im Abo bestellen. Dazu ist nicht mehr nötig als einige Mausklicks auf Freshbox.ch. Und eine kleine Umrüstung der Arbeitsutensilien. Es empfiehlt sich nämlich, von nun an richtig ausgerüstet ins nächste Meeting zu sitzen: Der so typische Kugelschreiber in der Brusttasche eines Anzuges wurden von SFLB schlicht durch einen Früchteschäler ersetzt. Das Anzeigensujet ist ab sofort in diversen Printmedien zu sehen
get_footer();