Verleger-Post für Gygi

Distribution II Der Verlegerverband will von der Post Auskunft zu Sacha Wigdorovits’ Gratisblatt.

Distribution II Der Verlegerverband will von der Post Auskunft zu Sacha Wigdorovits’ Gratisblatt.Letzte Woche erhielt Post-Chef Ulrich Gygi Post vom Verband Schweizer Presse. Anlass war die neue Gratiszeitung von Sacha Wigdorovits, die ab September von der Post-Tochter Direct Mail Company (DMC) in eigener Frühzustellung in Zürich, Bern und Basel verteilt werden soll. Verleger-Präsident Hanspeter Lebrument bestätigt: «Wir haben Herrn Gygi schriftlich um ein Gespräch gebeten.» Zugleich betont Lebrument, dass der Vorstoss des Verbands nicht grundsätzlich gegen das neue Gratisblatt oder die Frühzustellkonkurrenz gerichtet sei. «Einige unserer Mitglieder mögen sich über das Projekt ärgern, als Verband kann es uns aber nicht stören.» Vielmehr wolle man Klarheit über den Preis von 7,2 Rappen pro Exemplar, den DMC offenbar für das Verteilen verlangen will. Unverschämt wenig, wenn man bedenkt, dass das Verschicken einer Zeitung per Post je nach Gewicht gut und gern fünfmal so viel kostet. «Dieser Tarif kam auch mir zu Ohren, bisher hat ihn die Post allerdings nicht offiziell bestätigt», sagt Lebrument. «Sollte sich die Information aber als richtig herausstellen, ist der Verband gefordert.»
Der Präsident verweist auf Artikel 15 des Postgesetzes (Presseförderung des Bundes). «So lange die Zeitungstransporttaxen abhängig sind von politischen Entscheiden, müssen bei der Post überall ungefähr dieselben Ansätze gelten. Es ginge nicht an, einfach über eine Tochtergesellschaft ganz andere Preise anzubieten», sagt Lebrument.
Markus Knöpfli

Skai macht frei

Kaugummi Exxtra zeigt, wie Kaugummis von der Migros nicht nur den Atem befreien.

Kaugummi Exxtra zeigt, wie Kaugummis von der Migros nicht nur den Atem befreien. Kaugummis gibt es viele. Aber Unterschiede im Geschmack gibt es kaum – nahezu alle Marken bieten Kaugummis für extra frischen Atem, weissere Zähne oder etwas mehr persönliche Coolness in diversen Geschmacksrichtungen an. Umso wichtiger ist das Markenbild. Exxtra Kommunikation hat nach einer Situation gesucht, in der ein Kaugummi auf überraschende Weise präsentiert werden kann.  
Der neue TV-Spot spielt in einem engen Zugabteil. Eine junge Frau findet ihren reservierten Platz gegenüber eines jungen Mannes mit Kopfhörern. Als sie sich in ihr Buch vertiefen will, beginnt ihr Gegenüber kreuzfalsch zur Musik aus seinem Walkman zu singen. Sie nimmt es gelassen und bietet ihm einen Skai-Kaugummi an. Der junge Mann ist fortan mit Kauen beschäftigt, und es ist angenehm ruhig im Zugabteil. Sinngemäss der Abbinder, der sogleich das Positioning-Statement von Skai proklamiert: «Skai makes you free.»
Andreas Panzeri

Ein Klick in die Zukunft

Mediarena Die Zukunft liegt im Internet. Wie sie aussieht, darüber scheiden sich die Geister. Für Verleger wirds schwierig.

Mediarena Die Zukunft liegt im Internet. Wie sie aussieht, darüber scheiden sich die Geister. Für Verleger wirds schwierig. Wie lange werden wir noch Zeitungen in Papierform in den Händen halten? Diese Existenzfrage war nicht auf dem Programm der diesjährigen Mediarena, ein Event der Goldbach Media Gruppe. Trotzdem dürften nach dem Anlass die geladenen Verleger diese Ungewissheit hinterfragt haben. Denn die Zukunft gehört, verinnerlicht man die Worte der Goldbach-Referenten, eindeutig dem Internet. Das Web wird seinen Siegeszug fortsetzen. Wie schnell und in welche Richtung, darüber war man unterschiedlicher Meinung. Für die Verleger hörten sich die Botschaften aber in jedem Fall pessimistisch an.Einer, der in seinem Vortrag den Printmedien keine rosige Zukunft prophezeite, war der Medienforscher Horst Stipp. Ein Deutscher, der für den US-amerikanischen Medienkonzern NBC Universal Trends untersucht. In aufwändigen Studien geht er der Frage nach, wie und was die Amerikaner an Medien konsumieren.
Gleich zu Beginn seines Referats stellte Stipp klar, dass die Diskussionen über die derzeitige Entwicklung der Medien übertrieben geführt würden. Viele Prognosen erwiesen sich in der Vergangenheit als falsch (siehe Kasten). Horst Stipp: «Die Technologien können vielleicht dem Bedürfnis der Nutzer entsprechen. Trotzdem würde ich keine Wetten abschliessen.»
Der Mensch ist technologiefaulIn einer Mediennutzungsstudie für NBC konnte der Forscher belegen, dass selbst die modernen Amerikaner mit den Medien überfordert sind. Zwar sei die Begeisterung für Technologien in allen Generationen vorhanden. Jung und Alt hätten aber den Überblick verloren. Die Verbreitung von HDTV, DVR und wie die neuen Techniken alle heissen, sei entgegen der euphorischen Berichterstattung der Medien nur bei Early Adopters zu verzeichnen. Schlagzeilen wie «Fernsehen war gestern» oder «The Internet Is About To Kill TV» zeugten von der Verunsicherung mit neuen Technologien. Die oft prognostizierte Medienrevolution sei nicht eingetreten. Nach Stipp ändere der Mensch seine Gewohnheiten nur langsam.
Auch der Hype um das neue Web ist dem renommierten NBC-Forscher zuviel. Auf unzähligen Grafiken illustrierte Stipp, dass das Netz, obwohl es sich zum Massenmedium entwickelt habe, langsamer wachse als geglaubt. So habe ein Drittel der Baby-Boom-Generation immer noch keinen Internetzugang. Selbst der Breitbandzugang sei laut Stipp auch bei der jungen Generation weniger verbreitet als angenommen.
Obwohl der Medienforscher die Trends aus einer kritischen Perspektive erklärte und teils an Hand von Statistiken relativierte, ist Stipp über die Zukunft des Prints eher skeptisch. Vor allem die Generation der 15- bis 27-Jährigen setze vermehrt auf Multimedia und Mobilität. Dabei gelte die Regel: Technologien und Medien, mit denen man aufgewachsen sei, hätten Einfluss auf das ganze Leben. «Es wird kein plötzlicher und radikaler Wechsel im Mediennutzungsverhalten stattfinden», ist Stipp überzeugt. Trotzdem werde die Internetnutzung auf Kosten des Zeitbudgets des Prints weiter zunehmen.
Und das traditionelle TV? Dieses werde weiterhin von jedem genutzt. Werbespots, das dürfte Goldbach-CEO Klaus Kappeler gefreut haben, blieben das führende Werbemedium. Auch deshalb, weil «Eye Tracking»-Untersuchungen (dabei werden die Blickbewegungen aufgezeichnet) hätten nachweisen können, dass Nutzer von Digital Video Recorder die Werbung auch im Schnelldurchlauf aktiv sehr genau verfolgten.
Schloters brisante Rede Für ein Aufhorchen auf Seiten der Verleger und Werber sorgte Swisscom-CEO Carsten Schloter. In seinem Referat wagte er als einer der wenigen, wenn auch sehr diplomatisch, konkrete Konsequenzen der gegenwärtigen Medienentwicklung beim Namen zu nennen. So prophezeite der Swisscom-Chef den klassischen Medien keine gute Zukunft: «Pull-Medien werden sich gegenüber Push-Medien klar durchsetzen.» Schloter ist überzeugt, dass klassische Medien einen relevanten Rückgang des Werbebudgets erfahren werden. Für den CEO gehören Firmen mit einem Geschäftsmodell, wie es der Suchmaschinenriese Google hat, zu den grossen Gewinnern. Die Abwehrreaktionen der Kunden gegenüber Werbung würden immer stärker, denn der rasante Technologiefortschritt ermögliche mehr Raum und Kreativität.
Schloter sieht in Pull-Medien aber auch ein Dilemma. Die Zahl der Werbemöglichkeiten steige, was dazu führe, dass Werber sich über individuelle Kundenansprache zu differenzieren versuchten. Dies mache die Werbung in Zukunft störender und aufdringlicher. Für werbefinanzierte Geschäftsmodelle sei das ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Swisscom will Inhalte anbietenWeil sich die Swisscom in einem erodierenden Markt befinde, will der Konzern vermehrt mit Inhalten Geld verdienen. Schloter macht keinen Hehl daraus, die Rechte an exklusiven Inhalten zu erwerben. Man wolle den Werbemarkt und seine Bedürfnisse genau beobachten und dort partizipieren, wo die Anzahl interaktiver Kanäle und Plattformen an Bedeutung zunehme. Was dies letztlich genau heisst, liess Schloter offen.
              
Christian Lüscher
Auf dem Holzweg 
Viele Prognosen über neue Medientechnologien erwiesen sich als falsch:
 
1985
erwartete man auf Grund der Erfindung des Videorekorders grossen Schaden für das kommerzielle Fernsehen. 1995
Negroponte (MIT) sieht im Internet das meistgenutzte Medium für das Jahr 2000. 1998
glaubte man, dass der DVD-Player-Absatz schleppend erfolgen würde. Die ersten Prognosen über den Verkauf von TiVo-Boxen (1999) waren mehrfach höher als der tatsächliche Verkauf.
Auch die Annahme der Businessweek «Blogs Will Change Your Business» (2005) erwiesen sich grösstenteils als falsch.

«Wir bemühten uns»

Matthias Hagemann, VR-Präsident der Basler Zeitung Medien (BZM), erklärt, weshalb er mit der traditionellen Regiepartnerin Publicitas gebrochen hat.

Matthias Hagemann, VR-Präsident der Basler Zeitung Medien (BZM), erklärt, weshalb er mit der traditionellen Regiepartnerin Publicitas gebrochen hat.WW: Erst vor einem Jahr haben Sie den Regievertrag mit der P erneuert. Haben Sie ihn nun vorzeitig aufgelöst?Matthias Hagemann: Ja. Er hätte noch ein paar Jahre gedauert.WW: Ausgehend von der VSW-Inseratestatistik können Sie mit der Anzeigenentwicklung von BaZ und Baslerstab kaum zufrieden sein…Matthias Hagemann: Das ist richtig.WW: War das mit ein Grund für die vorzeitige Auflösung des Regievertrages?Matthias Hagemann: Das ist eine Huhn-oder-Ei-Problematik. Als sich die Basellandschaftliche Zeitung der Mittelland Zeitung anschloss, erwarteten wir von der P, dass diese für uns Partei ergreifen würde. Doch sie stand zwischen Basel, Liestal und Aarau in einem Interessenskonflikt, was uns veranlasste, gewisse Aufgaben, etwa die Vermarktung der neuen BaZ-Grossauflage, selbst zu übernehmen. Deshalb kann die P argumentieren, sie habe gar nicht mehr Inserate akquirieren können. Wir aber sagen: Weil uns die P nicht den Rücken stärkte, nahmen wir das Heft eben selbst in die Hand.WW: Heisst das, dass die von der BZM selbst akquirierten Inserate gar nicht in der VSW-Statistik ausgewiesen sind und dass Ihr Inserateertrag in Franken besser ausfällt, als in der Statistik zum Ausdruck kommt? Matthias Hagemann: Sicher ist, dass die VSW-Statistik nicht alle Inserate enthält. Zum Finanziellen so viel: In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 lag der Inserateumsatz unseres Stammhauses bereits deutlich über dem des Vorjahres.WW: Um ihre Interessenskonflikte zu mindern, hat die P in den letzten Monaten einiges verbessert: Publipresse-Generaldirektor Otto Meier verliess den BZM-VR, in der Nordwestschweiz hat die P ihre Strukturen entflochten, und sie hat bei der BaZ-Grossauflage die Kröte Eigenregie geschluckt. Warum genügte das nicht?Matthias Hagemann: Wir haben uns beide wirklich darum bemüht, auf der operativen Ebene eine Lösung zu finden. Aber wir kamen zur Einsicht, dass die Konflikte zu vielschichtig und inzwischen zu verhärtet sind.WW: Liegt die Ursache nicht tiefer? Nach dem Deal zwischen P und NZZ befürchteten Sie doch, die P könnte der NZZ auch noch ihren 37-Prozent-Anteil an der BZM abtreten. Plagt Sie diese Sorge nach wie vor?Matthias Hagemann: Ich will mir Spekulationen über die Zukunft des P-Anteils verkneifen, hingegen kann ich kompetent über die Hagemann-Mehrheit reden, und diese ist langfristig fixiert. Das zu sagen ist mir wichtig, denn deshalb bereitet mir das Thema Minderheitsanteil auch keine Sorge.WW: Haben Sie beim P-Anteil ein Vorkaufsrecht?Matthias Hagemann: Der Aktionärsbindungsvertrag enthält die üblichen Klauseln.WW: Und auch genug Geld, um ihn zurückzukaufen?Matthias Hagemann: Dazu will ich mich nicht äussern. Die P sagte im Communiqué deutlich, dass sie unser strategischer Partner bleibt. Das ist mein derzeitiger Wissensstand. Daran halte ich mich, auch wenn unsere Branche enorm in Bewegung ist und wir alle nicht wissen, was in zwei, drei Jahren geschehen wird.WW: Nun existiert in fast jeder Deutschschweizer Region ein Eigenregietitel. Eine Form von Zusammenarbeit könnte sinnvoll sein.Matthias Hagemann: Wir haben den Metropool, der für uns sehr wichtig ist. Ob darüber hinaus etwas geplant ist, kann ich nicht sagen.WW: Die Assa, heute ein Teil der P, war ursprünglich eine Vermarktungsorganisation der Verleger. Unter Führung von Tamedia könnten die regionalen Eigenregieverleger diesen Gedanken wieder aufnehmen und in Zusammenarbeit mit der SRG-Vermarkterin Publisuisse sogar crossmedial aufstellen – in Konkurrenz zur P.Matthias Hagemann: Das sollten Sie Tamedia fragen. Wir müssen nun zuerst unsere Eigenregie aufbauen – eine anspruchsvolle Aufgabe. Alles Weitergehende möchte ich zurückstellen.WW: Vor drei Jahren zog die P Basel zur BZM unter dasselbe Dach. Bleibt das so?Matthias Hagemann: Die P ist bei uns jedenfalls weiterhin willkommen.Interview: Markus Knöpfli

Zu Guter Letzt: Sarkozy rammt Fotografen

Zielstrebig, energisch und ganz von sich selbst eingenommen präsentierte sich der frischgebackene französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Mittwoch bei seiner Amtseinführung in Paris.

 Zielstrebig, energisch und ganz von sich selbst eingenommen präsentierte sich der frischgebackene französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Mittwoch bei seiner Amtseinführung in Paris. Nach der feierlichen Zeremonie im Elysée Palast marschierte der kleine Mann direkt und mit enormem Tempo auf die jubelnde Zuschauermenge zu, ohne dabei nach links und rechts zu blicken. Es schien ihn nicht weiter zu kümmern, dass Fotografen um ihn herum reihenweise zu Boden fielen. Mit seinem egozentrischen, medienwirksamen Auftakt stellt Sarkozy gleich zu Beginn die Machtverhältnisse klar und demonstriert den Medienleuten auf schmerzvolle Art und Weise, welche Rolle diese während seiner Amtszeit spielen werden…

Ein Hauch von Zirkus

Lajos Vizner und Guillaume Borel liefern mit ihren Kampagnen für Ikea und andere Kunden Stoff zum Reden am Laufmeter.

Lajos Vizner und Guillaume Borel liefern mit ihren Kampagnen für Ikea und andere Kunden Stoff zum Reden am Laufmeter.
«Kommunikation, bei der kein Funke springt, kann auch kein Feuer entfachen.» Nach diesem Grundsatz will die Agentur ViznerBorel das «feu sacré» in jeden ihrer Jobs hinein tragen. Seit knapp vier Jahren gibt es die Agentur. In dieser Zeit ist sie von drei auf zwölf Mitarbeitende gewachsen. Mit einer unübersehbaren Kampagne für Stoffe aus der Ikea hat ViznerBorel soeben für Furore gesorgt. Aktuell an den Schweizer Plakatwänden kleben auch ihre Ideen für Heineken Bier und demnächst eine Kampagne für den Neukunden Schild. Mit mehreren Kampagnen für Igora fordert ViznerBorel die Schweiz zu 100 Prozent Alurecycling auf. Alle diese kreative Kommunikation wird in den Räumen der früheren Maternité in Zürich erarbeitet. Dort, wo oberhalb des Römerhofs früher Kinder geboren wurden, werden heute Ideen zur Welt gebracht. Etwas anders als bei Babys soll für Lajos Vizner und Guillaume Borel aber das Wachstum ihrer Agentur verlaufen. Das Ziel: «Wir wollen klein bleiben, um auch in Zukunft für unsere Kunden persönlich da sein zu können.»
Diese Vorstellung einer Agentur hat sich bei Vizner und Borel bereits gedeckt, bevor sie zum erstenmal gemeinsam über solche Agenturpläne gesprochen haben. «Das Telefon weiterhin selber abnehmen, die Kopien selber machen und bei Not einmal selber Inserate reinzeichnen», erklärt Chefberater und Stratege Lajos Vizner. Und der CD Guillaume Borel formuliert: «Wir funktionieren wie ein kleiner Zirkus, wo man am Morgen Requisiteur ist und am Abend Direktor.» Einhellig finden schliesslich beide: «Wir wollen Spass haben an der kreativen Arbeit in all ihren Facetten.»
Ein solcher Geist muss sich natürlich auch in der Arbeit spiegeln. Der Event mit 200 Stoffbahnen von je 11 Meter Länge für Ikea hat im Zürcher Hauptbahnhof auch den Passanten in den 36 Lounge-Sofas sichtbar Spass an Werbung bereitet. Ähnlich Aufsehen erregend war einst ein Event, wo ViznerBorel zusammen mit Stefan Merz Event den Zürcher Rennweg absperren liess, um die Neueröffnung von Kids Town mit einem Gratiskonzert der Kinderband «Schtärneföifi» zu feiern.
«Agentur für Kommunikation» und bewusst nicht nur «Werbeagentur» nennt sich ViznerBorel. «Werbung ist nur ein kleiner Teil der Kommunikation», erklärt Guillaume Borel. Und Lajos Vizner ergänzt: «Wir bieten alles an, was aus dem klassischen Marketing-Kommunikationsbereich kommt. Dazu gehören immer mehr auch Events.»
Die Philosophie der beiden ist dabei, wie ein Generalunternehmer zu funktionieren und je nach Bedarf mit spezialisierten Partnern zusammen zu arbeiten. Wichtig ist ihnen auch, dass diese dasselbe «Herzblut» verkörpern wie sie selbst. Kleinere Dinge machen sie aber selber, schliesslich haben die beiden Chefs all diese angebotenen Disziplinen in den letzten zwanzig Jahren bereits an den verschiedensten Orten durchgespielt.
Er könne «schön zeichnen», meinte der einstige Berufsberater zu Vizner. Dieser entgegnete allerdings: «Ich kann nur gut zeichnen, wenn ich Lust dazu habe.» So wurde ihm schliesslich Hochbauzeichner empfohlen. Mehr Spass machte aber nach kurzer Zeit eine KV-Stifti bei der Redifusion. Über diesen «wertvollen Umweg» hat Vizner dann doch noch zur Kunstgewerbeschule gefunden und schliesslich zu einem Temporärjob in einer kleinen Agentur. «Hier habe ich am ersten Tag schon begeistert Überstunden gemacht – und bin damit richtig in die Werbung eingeführt worden.»
Vizner liess sich weiter zum Werbeassistenten und Leiter Marketingkommunikation ausbilden, arbeitete bei J.W. Thompson und bekam dann eine weitere Chance bei Advico Young & Rubicam. Hier war Vizner «tagsüber Berater und nachts Art Buyer», was ihn fachlich sehr weiter brachte. Trotzdem wollte er einen Break und hat sich für ein halbes Jahr als Kellner ins «Très Kilos» abgesetzt, um sich irgendwie neu zu finden. Was will ich sein: Kreativer oder Berater? Der Entschluss: «Es braucht auch Berater, die das Verständnis für die Kreation haben.»
Vizner stieg wieder ein bei Publicis, nach fünf Jahren folgten Ogilvy, GGK Basel und dann die Smart Factory von WHS, wo er zuletzt als Managing Director wirkte. Bei Wirz hat er die Unit für Sunrise aufgebaut, bevor es noch einmal zu einem Break kam. Vizner übernahm als Geschäftsführer die Szenen-Beiz «Giesserei» in Zürich, bevor es zum zweiten Comeback in der Werbung kam.
In der letzten Anstellung arbeitete er zum ersten Mal mit Guillaume Borel zusammen, den er schon seit seiner Jugendzeit kannte. Als sich beide neu orientieren mussten, reifte bei ihnen der Gedanke, ihre eigene Kommunikationsagentur zu gründen.
Guillaume Borel ist nach der Kunstgewerbeschule mit einem Praktikum bei der Jugendzeitschrift Team und später Magma in die Welt der Medien eingestiegen. Dann durfte er vier Jahre lang die Kunst der Grafik bei Domenic Geissbühler am Zürcher Opernhaus erlernen. Der Einstieg in die Werbung erfolgte gleich bei grossen Agenturen wie Wirz, Aebi, GGK Basel und dann vier Jahre in Wien bei Demner, Merlicek und Bergmann. Als CD hat Borel Kampagnen für ORF, Novartis, Media Markt, Swisscom, Euro Airport, Zürich Financial Services oder McDonald’s verantwortet. Weil seine Kinder in die Schule mussten, kehrte Borel in die Schweiz zurück und arbeitete hier bei TBWA und kleineren Agenturen, wo er schliesslich Vizner traf.
«In der Topliga mitspielen, aber keinen aufgeblasenen Apparat betreiben», ist ihr gemeinsames Agentur-Credo. Beide sind gleichberechtigte Partner und haben auch keine sture Trennung bei der Arbeitsteilung – «was eine Stärke ist». In vielen Grossagenturen haben sie konkurrenzierende Teams erlebt, die gegeneinander arbeiten. «Der Kunde soll Erfolg haben. Wer die Idee hat, spielt keine Rolle.»
Zu den wichtigen Kunden, mit denen ViznerBorel ihren eigenen Erfolg aufbauen konnte, gehört seit Beginn Denner. Nach ersten Radiospots und dem Markenaufbau haben hier auch ziemlich freche Filme den Markenauftritt geprägt. Denner spielt auch in der Freizeit von Lajos Vizner eine Rolle. Der frühere DJ organisiert regelmässig Partys für Leute ab 30. Weil das Miller’s Studio zu klein geworden ist, werden jetzt diese als «Denner Party» zum Kult gewordenen Events im Foyer der Maag Music Hall über die Bühne gehen. Der nächste am 19. Mai. Ein weiteres Hobby ist der Trainerjob für die Junioren von Herrliberg, seit einer seiner Zwillinge dort mit Fussballspielen begonnen hat.
Guillaume Borel schaltet auch in seiner Freizeit am liebsten noch einmal den Compi ein. «Mein Beruf ist auch mein Hobby», meint der «Macher-Typ». Da kann es nicht erstaunen, dass auch sein ältester Sohn in diese Fussstapfen treten will und bereits den Vorkurs für die Kunstgewerbeschule bestanden hat.
Andreas Panzeri

3+ stellt Kurznews und Wetternachrichten ein

3+: 60-Sekunden-Kurznews und Wetternachrichten werden aufgrund der schlechten Einschaltquoten abgeschafft.

 Ab Ende Mai sendet der Schweizer Privatsender 3+ keine Nachrichten mehr. Die 60-Sekunden-Kurznews und die Wetternachrichten werden aufgrund der schlechten Einschaltquoten abgeschafft. Die Zuschauerzahlen seien gesunken, bestätigte 3+-Geschäftsführer Dominik Kaiser gegenüber der SDA eine Meldung der Abendzeitung heute. Auch verschiedene Änderungen an den Kurznews hätten daran nichts geändert. Laut Kaiser betrifft der Entscheid ein oder zwei Teilzeit-Moderatoren. Einzelne News-Moderatoren seien bereits zuvor von sich aus gegangen. Hätte man die News beibehalten, wäre die Einstellung neuer Leute nötig geworden.  
Die Konzessionsbedingungen des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) verlangen unter anderem das Ausstrahlen von Nachrichten. Kaiser ist deswegen aber nicht beunruhigt. Seit Inkrafttreten des neuen Radio- und Fernsehgesetzes brauche er dies nicht mehr. 3+ wird als konzessionsloser sprachregionaler Sender aufgeführt. Dennoch strebe er Gespräche mit dem Bakom an, so Kaiser. Nicht-konzessionierte Sender können beim Bakom eine Aufschaltung ihres Programms beantragen.

Vogt-Schild Druck erhält das FSC-Zertifikat

Die Vogt-Schild Druck AG mit Sitz in Derendingen ist per sofort nach den Grundsätzen und Kriterien des Forest Stewardship Council FSC zertifiziert.

 Die Vogt-Schild Druck AG mit Sitz in Derendingen ist per sofort nach den Grundsätzen und Kriterien des Forest Stewardship Council FSC zertifiziert. Ihren Kunden kann Vogt-Schild Druck nun neu Druckerzeugnisse auf Offsetpapieren anbieten, welche aus umwelt- und sozialverträglich bewirtschafteten Wäldern stammen. Den Kunden steht somit für die Herstellung Ihrer Drucksachen ein umweltschonender und nach den Kriteirien von FSC zertifizierten Produktionsablauf (von der Holzverarbeitung bis hin zum fertigen Printerzeugnis) zur Verfügung.  
Der Forest Stewardship Council wurde 1993 in Folge des Umweltgipfels von Rio ins Leben gerufen. Der FSC ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die sich für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder unserer Erde einsetzt. Die Organisation wird international von Umweltorganisationen, Gewerkschaften, Interessensvertretern von Urvölker sowie zahlreichen Unternehmen aus der Forst- und Holzwirtschaft unterstützt. Dank Waldzertifizierungen weltweit wird eine naturnahe, sozial verträgliche Waldbewirtschaftung erreicht. FSC ist das einzige international gültige Label für nachhaltige Holzbewirtschaftung.

Power Flower

Landwirtschaft Burson-Marsteller positioniert Schweizer Rapsöl als ähnlich wertvoll wie Olivenöl.

Landwirtschaft Burson-Marsteller positioniert Schweizer Rapsöl als ähnlich wertvoll wie Olivenöl.Der Raps, der aus einer spontanen Kreuzung zwischen Kohl und Rübse hervorging, war im Mittelmeerraum bereits 2000 Jahre vor Christus bekannt. Diese Hybride wurde zu Lampenöl verarbeitet und auch für die menschliche Ernährung genutzt. Dank Kreuzungen konnten die unerwünschten Bestandteile im Rapsöl entfernt werden, was die Produktion eines hochwertigen Öls ermöglichte. Trotzdem steht das Rapsöl bis heute im Schatten des Olivenöls, das seinen guten Ruf den Erkenntnissen über die positive Wirkung der mediterranen Ernährung auf die Gesundheit verdankt. Rapsöl weist nicht nur wie Olivenöl einen hohen Gehalt an Ölsäure auf, sondern ist zudem reich an Omega-3-Fettsäuren sowie Vitamin E. Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle als Vorläufer für die Synthese biologischer Wirkstoffe bei der Regulierung der Herz-Kreislauf- und Immunfunktionen.
Dass auch Rapsöl ähnlich wie Olivenöl bei gesundheitsbewussten Konsumenten im Regal stehen sollte, will jetzt eine Kampagne von Burson-Marsteller aus Bern schmackhaft machen. «The Power Flower»: So lautet der neue Slogan der auf drei Jahre angelegten Kommunikationskampagne für die Kommission Schweizer Rapsöl. Gestartet wurde mit einem Medien-Event, einer Plakatkampagne und Feldtafeln für die Rapsfelder selber.
Im Herbst sollen auch Inserate in Annabelle und Femina auf die gesunden Vorzüge von Rapsöl aufmerksam machen.
   
Andreas Panzeri

Gehörnte Leser

Platzierungen Auffallen um jeden Preis ist in der Werbung eine oft angestrebte Erfolgsrechnung. Trotzdem darf manchmal gefragt werden: Wie teuer darf dieser Preis denn sein, damit der Schuss nicht hinten hinaus geht?

Platzierungen Auffallen um jeden Preis ist in der Werbung eine oft angestrebte Erfolgsrechnung. Trotzdem darf manchmal gefragt werden: Wie teuer darf dieser Preis denn sein, damit der Schuss nicht hinten hinaus geht? Contexta hat für Calanda eine Idee entwickelt, die als «Inserat mit Textanschluss» im Blick vom 10. Mai ganz sicher aufgefallen ist. Über den Preis, den die Bierbrauer dafür zahlen wollten, ist nichts bekannt. Was die Redaktion dafür bezahlen muss, scheint aber noch einiges höher zu sein. Wie ernst will eine redaktionelle Seite noch genommen werden, wenn sie sich derart Buchstabe für Buchstabe dem Anzeigenverlauf anbiedert? Ob da die Leser ihren Ärger über einen derart gehörnten Sportbericht tatsächlich mit einem Calanda hinunter spülen, bleibt dabei eine offene Frage. Klar ist hingegen: Die Durchmischung von redaktionellem Text und Anzeige darf nicht soweit gehen, dass man vor lauter derart bäumiger Kreativität in Zukunft den Blätterwald gar nicht mehr wahrnimmt.   
Andreas Panzeri 

Garantierte Freude

Elektronik Euro RSCG profiliert M-Electronics mit einer neuen Kampagne als Service-Leader.

Elektronik Euro RSCG profiliert M-Electronics mit einer neuen Kampagne als Service-Leader. Wer sich heute einen neuen Plasmafernseher kauft, bekommt zwar überall Hammerpreise – aber auf kompetente Beratung, After-Sale-Services oder gar eine schnelle und kostenlose Heimlieferung muss dabei verzichtet werden. Nicht so bei M-Electronics. Ganz im Sinne der Philosophie «Bei der Migros einkaufen soll Freude machen» steht hier nebst Qualität zu günstigen Preisen der Kunde an erster Stelle. Darum bietet M-Electronics seit jeher diverse Service-Leistungen an. Nun baut der Elektronik-Fachmarkt seine Leader-Position im Bereich Service-Kompetenz noch weiter aus.Die Kommunikation des gesamten Auftritts hat Euro RSCG Zürich entwickelt. Unter dem prägnanten Begriff «PlusPlus» wurden die verschiedenen Services in einem Leistungspaket zusammengefasst. «PlusPlus» als eine Erfindung der Agentur geht über reine Werbung hinaus und präsentiert sich crossmedial als Kundenbindungsprogramm. Kommuniziert werden in der Printkampagne jetzt mit augenzwinkerndem Humor einzelne Dienstleistungen wie kostenlose Heimlieferung, Tiefpreisgarantie und 2-Jahresgarantie auf alle Geräte.
Das Plus «kostenlose Heimlieferung» liefert auch die Grundlage für den ersten Image-Spot. Regie führte Rick Lenzing. Der Film begleitet zwei sympathische M-Electronics-Lieferanten, die sich wie jeden Tag zu einer Kundenfahrt aufmachen. Für den Zuschauer ist die Überraschung gross, als klar wird, wohin sie den Plasmafernseher zu liefern haben. Aber die Profis von M-Electronics bieten einen kompromisslosen Dienst am Kunden. Sie stürzen sich mitsamt Fernseher in das Abenteuer «Kundendienst».
Der ebenfalls neu konzipierte Claim bringt die Leistungspositionierung schliesslich auf emotionale Art auf den Punkt: «M-Electronics. Garantiert Freude.»
Andreas Panzeri

«Fangen nicht bei Null an»

Roland Steffen, Leiter Verlage bei der Basler Zeitung Medien, sagt, wie er als Ex-Publicitas-Mitarbeiter die Eigenregie aufbauen will.

Roland Steffen, Leiter Verlage bei der Basler Zeitung Medien, sagt, wie er als Ex-Publicitas-Mitarbeiter die Eigenregie aufbauen will.WW: Mit der Eigenregie kommt eine Herkules-Aufgabe auf Sie zu. Wie packen Sie diese an?Roland Steffen: Derzeit analysieren wir, welche Aufgaben die P für uns wahrgenommen hat. Bei den nach innen gerichteten Aufgaben gibt es für uns sicherlich am meisten zu tun. Verkauf und Marketing für die BaZ-Grossauflage, Gesamtausgabe, Stellefant und Immofant haben wir hingegen bei der Basler Zeitung Medien Werbe AG schon teilweise gemacht. Hier haben wir zudem bereits 34 Leute. Wir fangen also nicht bei Null an.WW: Sie selbst waren bisher primär bei der P tätig. Trauen Sie sich den plötzlichen Wechsel in die Eigenregie zu?Roland Steffen: (lacht) Ich war tatsächlich 23 Jahre bei der P, aber auch mal 5 Jahre in einem Verlag. Ich kenne also beide Seiten. Zudem: Für dieses Geschäft gibt es keine bessere Schulung als die P. Ich weiss also über die Anforderungen recht genau Bescheid.WW: Es geht ja nicht bloss ums Know-how, Sie sollten es auch besser machen.Roland Steffen: Dies ist bloss der zweite Treiber für die Eigenregie. Der Haupttreiber ist der Umstand, dass die P nun im gleichen Gebiet zwei Tageszeitungen vermarkten muss. Ein Ding der Unmöglichkeit. Dank Eigenregie werden wir nun zwar unsere Interessen besser wahrnehmen können. Doch auch wir wissen, wie konjunkturabhängig das Inserategeschäft ist. Darum setzen wir «besser machen» nicht einfach gleich mit höheren Umsätzen. Aber unsere Titel sollen punkto Markt-Performance mit vergleichbaren Titeln zumindest mithalten.WW: Werden Sie die gesamte Eigenregie über die BZM Werbe AG abwickeln – oder auch über Key Media?Roland Steffen: Key Media ist klar als Vermittlerin positioniert und wird weiterhin im nationalen Printgeschäft tätig sein. Sie wickelt also Inserateaufträge ganzheitlich für Kunden ab, die uns ihre Werbebudgets anvertrauen. Sie hat aber mit der Promotion, Akquisition und Verkaufsförderung für die BZM-eigenen Titel nichts zu tun, das macht die BZM Werbe AG. Allfällige Übertritte von P-Leuten finden in diese Firma statt.WW: Wird die BZM Werbe AG BaZ, Baslerstab und die lokalen Anzeiger vermarkten?Roland Steffen: In der Gesamtverantwortung schon, wir planen aber eine Verkaufsstruktur mit einem Key Account im nationalen Markt für alle Produkte. Im regionalen Markt werden wir den Verkauf auf Liestal und Basel aufteilen. Und auf einer dritten  Stufe wird es eine produktbezogene Verantwortung geben.WW: Bieten Sie weiterhin eine Direktbuchungsentschädigung (DBE) an?Roland Steffen: Bis Ende Jahr gelten die offiziellen Spielregeln. Es gibt auf die BZM-Titel also keine DBE in Franken oder Prozent. Ab 2008 prüfen wir dann, welches die Usanzen im Markt sind.WW: Ändert sich etwas beim Metropool?Roland Steffen: Die Zusammenarbeit unter den drei Titeln wird bestimmt einfacher, weil neu drei Eigenregieorganisationen miteinander diesen Markt bearbeiten und ähnliche Absichten und Ansichten haben. In der Vergangenheit war dies nicht immer der Fall.WW: Nun existieren in fast allen Regionen der Deutschschweiz regionale Tageszeitungen in Eigenregie. Denkt man  an eine Zusammenarbeit, an gemeinsame Strukturen, an einen Verband?Roland Steffen: Langfristig würde ich das nicht ausschliessen, aber mir ist derzeit nichts bekannt.Interview: Markus Knöpfli

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