SPRI lanciert Lehrgang für Eventkommunikation

Mit dem CAS Eventkommunikation lanciert das Schweizerische Public Relations Institut SPRI erstmals in der Schweiz einen Lehrgang, der ausschliesslich auf die kommunikativen Aspekte im Eventmanagement fokussiert.

 Mit dem CAS Eventkommunikation lanciert das Schweizerische Public Relations Institut SPRI erstmals in der Schweiz einen Lehrgang, der ausschliesslich auf die kommunikativen Aspekte im Eventmanagement fokussiert. Die drei Kernbereiche eines Events – Strategie, Prozess und Umsetzung – sollen im Lehrgang unter dem Gesichtspunkt der Kommunikation betrachtet werden. Dazu zählen insbesondere Themenbereiche wie Strategie und Eventkommunikation, Event als emotional-informatives Kommunikationsmittel, Event und Change Management, PR- und Medienarbeit, Sponsoring und Partnership sowie Projektorganisation und die Zusammenarbeit mit Eventagenturen.  
Der CAS Eventkommunikation richtet sich an ausgewiesene Eventmanager und Personen, die über eine breite Erfahrung in der Realisation von Anlässen verfügen. Der Lehrgang startet am 23. August 2007 und dauert 20 Tage, verteilt auf vier Monate. Partnerin dieser Ausbildung ist die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich.

Sigi Möhres Award Night

Dialogmarketing Bei der Gala zum DM-Preis sind 26 Awards vergeben worden. Am erfolgreichsten mit sieben Preisen war Spillmann Felser Leo Burnett.

Dialogmarketing Bei der Gala zum DM-Preis sind 26 Awards vergeben worden. Am erfolgreichsten mit sieben Preisen war Spillmann Felser Leo Burnett. Das Maskottchen Sigi Möhre durfte zu Recht in Festlaune schwelgen: sechs Gold-, acht Silber- und zwölf Bronze-Awards konnten an der Gala im Zürcher Kongresshaus an die Agenturen vergeben werden. Dabei wurde Spillmann Felser Leo Burnett für ihre «hervorragenden und überzeugenden Leistungen» gleich mit sieben Awards belohnt, gefolgt von OgilvyOne und Fisch.Meier Direkt/Publicis mit je drei Preisen. Der SDV-Innovationspreis ging an die Firma Simplex, welche für den TurboMailer Gold entgegen nehmen durfte. Den von AZ-Direct gesponserten Publikumspreis bestimmten die zahlreichen Votings an der DM-Ausstellung im EWZ-Unterwerk Selnau vom Februar: Das Publikum ernannte Euro RSCG für ihre verführerische Aktion mit Riposa zum Sieger.
Nicht nur Sigi Möhre war in Champagner-Laune – bis weit in die Nacht hinein feierten Gewinner und Gäste gemeinsam in der Gelben Lounge von PostMail. Organisiert wurde der Abend von Kleistermeister Eventsolutions.
Jakob Nef, Präsident des Schweizer Direktmarketing Verbandes, motivierte schon an diesem Abend zur Teilnahme an der nächsten Ausschreibung. Der Dialogmarketing-Preis 2008 wird bereits als zehnte Jubiläums-Ausgabe über die Bühne gehen.
Weitere Informationen über die diesjährigen Gewinner sind unter www.dm-preis.ch. Dort steht auch die Broschüre mit allen Gewinnern zum Download bereit.
Andreas Panzeri

Liechtenstein: Neue Regelungen in der Tabakwerbung

Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein unterstützt mit einer neuen Richtlinie die globale Strategie zur Bekämpfung des Tabakkonsums, die in der Europäischen Gemeinschaft aktiv verfolgt wird.

 Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein unterstützt mit einer neuen Richtlinie die globale Strategie zur Bekämpfung des Tabakkonsums, die in der Europäischen Gemeinschaft aktiv verfolgt wird. Aufgrund dieser Richtlinie soll Tabakwerbung in Printmedien, Rundfunksendungen und Diensten der Informationsgesellschaft künftig verboten werden, wie es in einer Mitteilung heisst. Ebenso verboten wird die Werbung für Tabakerzeugnisse durch Sponsoring bei grenzübergreifenden Veranstaltungen auf der Ebene der Europäischen Union.  
Die Richtlinie betrifft nur Werbung und Sponsoring von grenzübergreifender Tragweite. Werbung in Kinos sowie auf Anzeigentafeln oder auf Produkten (zum Beispiel auf Aschenbechern oder Sonnenschirmen) fällt daher nicht in ihren Geltungsbereich. Das Gleiche gilt für das Tabaksponsoring bei rein lokalen Sportveranstaltungen. In einem nächsten Schritt muss das Parlament dem Bericht sowie dem Antrag zur Übernahme, der von der Regierung verabschiedeten Richtlinie zustimmen, damit diese rechtskräftig wird.
 
Seit Beginn der 90er Jahre ist in der EU die Tabakwerbung im Fernsehen durch die Richtlinie für Fernsehen ohne Grenzen verboten.

P droht die Vereinsamung

Anzeigenmarkt Die Basler Zeitung und die Südostschweiz trennen sich von der P. Andere könnten bald folgen.

Anzeigenmarkt Die Basler Zeitung und die Südostschweiz trennen sich von der P. Andere könnten bald folgen. Was sich schon lange abzeichnete, wird ab 1. Januar 2008 Wirklichkeit: Die Basler Zeitung Medien (BZM), Herausgeberin der Basler Zeitung (BaZ), des Gratisanzeigers Baslerstab sowie diverser Lokalanzeiger, geht in die Eigenregie. Die PubliGroupe bleibt allerdings zu 37 Prozent an der BZM beteiligt.Die wechselhafte Beziehungsgeschichte zwischen der Publicitas und der Verlegerfamilie Hagemann dauert über 80 Jahre. Es war Fritz Hagemann, der Grossvater des heutigen BaZ-Verlegers Matthias Hagemann, der als Aktionär der damaligen National Zeitung die ersten Kontakte zur P knüpfte. Als es dann 1976 unter Vater Hans-Rudolf Hagemann zur Fusion mit den Basler Nachrichten kam, war die P als Minderheitsaktionärin dabei.
Noch vor drei Jahren war das Verhältnis zwischen P und BaZ so gut, dass sich die Publicitas Basel  entschloss, ins BZM-Gebäude zu ziehen. Am BZM-Gebäude prangt ein «Publicitas»-Logo – notabene über jenem der «Basler Zeitung». Zur selben Zeit stand die Erneuerung des Pachtvertrags zwischen P und BZM an, die Beziehung war bereits angeknackst. Denn nur ein halbes Jahr zuvor war der Deal zwischen P und NZZ erfolgt, bei dem die P der NZZ drei Verlagsbeteiligungen an den Zürcher Landzeitungen abtrat und dafür die NZZ-Anzeigenregie erhielt. Dieser Handel erschütterte das Vertrauen von BaZ-Verleger Matthias Hagemann, hält doch die PubliGroupe ihrerseits 37 Prozent an der BZM.
Entsprechend gestalteten sich die Regieverhandlungen zunehmend schwieriger, am Ende dauerten sie eineinhalb Jahre (bis Frühjahr 2006). Kurz danach schloss sich die Basellandschaftliche Zeitung in Liestal der Mittelland Zeitung an, deren Anzeigenregie ebenfalls in P-Händen liegt. Seither ist der Knatsch perfekt, vermarktet doch die P in derselben Region zwei sich konkurrenzierende Tageszeitungen. Allerdings goss auch die BZM zusätzliches Öl ins Feuer, indem sie ab Sommer 2005 begann, unter dem Namen Key Media eine hauseigene Anzeigenvermittlung aufzuziehen. Spätestens im September 2006 zeichnete sich die Trennung ab, als die BZM die neue BaZ-Grossauflage von Beginn weg selbst vermarktete – über die neugegründete BZM Werbe AG. Personelle und strukturelle Veränderungen, die die P in der Nordwestschweiz und im BZM-VR noch einleitete, kamen zu spät.
Der Abschied von der BZM bedeutet für die P zweierlei: In der zweitgrössten Schweizer Stadt verliert sie ihre wichtigste Einnahmequelle. Entsprechend reduziert sie hier ihr Personal. Vor allem aber präsentiert sich ihre (Einnahmen-) Situation völlig neu: Abgesehen von der BZM haben sich in den letzten drei Jahren gleich mehrere Verlage aus der P-Pacht gelöst. Im April verselbständigte sich die Südostschweiz weitgehend (siehe Kasten). Zuvor hatten Landbote, Thurgauer Zeitung und Walliser Bote den Schritt in die Eigenregie gemacht oder angekündigt. Ab 2008 wird somit in fast jeder Deutschschweizer Region eine Tageszeitung mit Eigenregie existieren: Im Goldenen Dreieck, in der Ostschweiz (Schaffhausen, Winterthur, Thurgau), in der Südostschweiz, im Wallis und im Kanton Freiburg. In der Branche geht man davon aus, dass dies erst der Beginn einer «Los von Lausanne»-Bewegung ist.
Südostschweiz «faktisch» in Eigenregie 
Was die BZM noch vor sich hat, hat die Südostschweiz (SO) in aller Stille hinter sich gebracht: «Seit dem 1. April 2007 haben wir so eine echte Eigenregie», sagt Verleger Hanspeter Lebrument. Da und dort reibt man sich darob die Augen. So werden die neuen Verhältnisse in Chur selbst beim P-Service-Center als «etwas mysteriös» bezeichnet.
Auf den ersten Blick hat sich zwar wenig geändert: Die bisherige SO-Vermarkterin, die Südostschweiz-Publicitas AG, ein Joint Venture von SO und Publicitas, ist innerhalb von Chur umgezogen, und die P-Filiale Chur wurde aufgelöst. Dahinter aber steckt ein Trennungsprozess, der seinen Anfang nahm, als vor einem Jahr die Verleger-Tochter Susanne Lebrument die operative Leitung von P-Mann Jürg Räber übernahm.
Zunächst wurde das gesamte Personal neu von der SO angestellt. Dann verliess die SO-Publicitas das gemeinsame Gebäude der Publicitas Chur und dislozierte zum SO-Verlag. Ferner koppelte sie sich punkto EDV vom P-Buchungstool Pub 2000 ab. Vor allem aber übernahm SO-Publicitas von Publicitas den Auftrag für die nationale Vermarktung der Zeitung Südostschweiz. Wohlgemerkt: nur den Auftrag. Denn der Regie-Vertrag der SO mit Publicitas ist weder ausgelaufen noch gekündigt. Aus diesem Grund läuft die gesamte Abwicklung weiterhin über Publimedia, Marketing, Events und Kundenbetreuung dagegen sind Sache von SO-Publicitas. «Wir haben den aktiven Part. Faktisch sind wir somit eine Eigenregie», sagt Lebrument. Kommt dazu: SO-Publicitas vermarktet nicht nur die SO. «Wir bieten alle Schweizer Zeitungen und auch Titel im Ausland an – wir haben eine klassische Vermittlerfunktion», sagt Lebrument.
Anders als bei der Basler Zeitung Medien war bei der SO aber nicht Unzufriedenheit über die P-Leistungen der Auslöser für die Trennung. «Das Problem waren primär die schwerfälligen Strukturen», sagt Susanne Lebrument. Und fährt fort: «Ich bin der Meinung, eine Tageszeitung sei etwas Dynamisches – entsprechend muss sie auch im Anzeigenbereich agieren können.» Dies habe sie bei der SO-Publicitas eingebracht, worauf sich die P ausserstande sah mitzutun.
Dennoch bleibt der Name der Firma unverändert. Und die P ist auch mit zwei Personen, unter anderen mit Publipresse-Generaldirektor Otto Meier, im VR vertreten. Ob das so bleibt, wird sich allerdings erst an der Generalversammlung entscheiden. «Ich fände ein Ausscheiden Meiers schade, das habe ich ihm auch gesagt», sagt Hanspeter Lebrument. «Denn im VR schätze ich die andere Perspektive.»
Markus Knöpfli

Publicitas-Index: Werbeausgaben im April leicht gesunken

Der Publicitas-Index über die Entwicklung der Werbeausgaben in der Tagespresse ist im April leicht gesunken. Aufgrund eines fehlenden Samstags fiel der Index von 96,1 auf 96,0 Punkte.

 Der Publicitas-Index über die Entwicklung der Werbeausgaben in der Tagespresse ist im April leicht gesunken. Aufgrund eines fehlenden Samstags fiel der Index von 96,1 auf 96,0 Punkte. Die schwache Dynamik der kommerziellen Inserate und der Beilagen verhinderte generell die Entwicklung des Indexes, wie Publicitas mitteilte. Verantwortlich dafür sei vor allem die geringe Investitionsbereitschaft der Automobil-Importeure und der Telekommunikations-Unternehmen.  
Der Index der Stelleninserate kletterte lediglich um 2,6 auf 174,0 Punkte. Publicitas sieht die Ursache für die bescheidene Entwicklung bei dem im Vergleich zum Vorjahr fehlenden Samstag. Die Gelegenheitsinserate verzeichnen gemäss Angaben hingegen ein immer noch bemerkenswertes Wachstum. Besonders die umfangreichen kantonalen Abstimmungen und die Steigerung der Todesanzeigen hätten massgeblich zur positiven Entwicklung beigetragen. Die Immobilieninserate stagnieren, der entsprechende Index sank leicht um 0,2 auf 95,7 Punkte.

Aus dem Kompass wird ein GPS

Software Für die AdNovum Informatik AG hat Rüegg Werbung eine neue Kampagne entwickelt. AdNovum will den Kunden massgeschneiderte Lösungen anbieten.

Software Für die AdNovum Informatik AG hat Rüegg Werbung eine neue Kampagne entwickelt. AdNovum will den Kunden massgeschneiderte Lösungen anbieten. Egal wie alt die Software – AdNovum passt sie den neusten Bedürfnissen der Firma an und bringt sie auch technisch auf den neusten Stand. Wie gross dabei der Schritt von Alt zu Neu ist, macht die Kampagne mit Analogien deutlich, die auch dann kapiert werden, wenn das IT-Wissen gegen null tendiert. Angesprochen werden Führungskräfte und Entscheidungsträger in Schweizer Firmen. Die Kampagne umfasst ganzseitige Anzeigensujets und ist in den Tages- und Wochenzeitungen sowie Wirtschaftstiteln zu sehen.

Koreas Antwort auf Angela Merkel

Auto Seit Ende 2006 positioniert Ruf Lanz Hyundai als «Der Deutsche unter den Asiaten». Eine pointierte Markenaussage, die klar macht: Hyundai bietet höchste Qualität zu einem sehr guten Preis.

Auto Seit Ende 2006 positioniert Ruf Lanz Hyundai als «Der Deutsche unter den Asiaten». Eine pointierte Markenaussage, die klar macht: Hyundai bietet höchste Qualität zu einem sehr guten Preis. Diese Markenaussage wird seither konsequent angewendet. Jüngstes Beispiel: Eine Koreanerin, deren Kleidungsstil, Haarschnitt und Gestik unverkennbar an Angela Merkel erinnert, präsentiert die drei Hyundai-Modelle Getz, Tucson und Santa Fe. Denn diese bieten Werte wie Zuverlässigkeit und Sicherheit, ohne dass deswegen das Haushaltsbudget überschritten werden muss. Das Sujet erscheint doppelseitig in Zeitungen und Zeitschriften.

Ringiers Sonntagskind

Zeitungen Im Gegensatz zu seinem Vorgänger stösst das neue Magazin des SonntagsBlick bei den Werbern auf ein positives Echo.

Zeitungen Im Gegensatz zu seinem Vorgänger stösst das neue Magazin des SonntagsBlick bei den Werbern auf ein positives Echo.Auch zwei Jahre nach seiner Lancierung und einer Renovation im vergangenen Herbst kam der Vorgänger des SonntagsBlick-Magazins kommerziell nicht vom Fleck. Wars bloss der Uralt-Titel Sie + Er, der nicht so recht zum SoBli passen wollte? Es spielt keine Rolle mehr. Seit letztem Sonntag heisst das Magazin wieder Magazin, nur der Druck auf glänzendem Zeitschriftenpapier ist geblieben. Der Einstieg mit Lifestyle-Tipps, eine ausgedehnte Promi-Fotostrecke zum Muttertag, ein wenig Musikrezension und die Filmkritik sowie eine Kolumne von TV-Altmeister Kurt Felix als Rausschmeisser: So liest sich das neue SoBli-Magazin in einem Zug durch.Die Mischung aus People und zwei Reportagen – eine davon eingekauft vom Magazin der Süddeutschen Zeitung – scheint zu stimmen. Videoüberwachung und Stammzellenforschung sind zeitlos aktuelle Themen. Es sind stattliche 72 Seiten, die ganz offensichtlich die Handschrift von SoBli-Chef Marc Walder tragen, der bis Ende letzten Jahres Chefredaktor der Schweizer Illustrierten war. Das Layout stammt vom Westschweizer Stéphane Carpentier, der schon an der Auffrischung des Tele-Layouts beteiligt war.
Sie + Er scheiterte an der fehlenden Akzeptanz im Werbemarkt. Das neue Magazin scheint in der Werbebranche nun auf ein positiveres Echo zu stossen. Zumindest erntet die Erstausgabe lobende Worte. So beurteilt Frank Bodin, CEO von Euro RSCG und Präsident des BSW, das Heft als massgeschneidertes Produkt für den Sonntag: «Das Magazin ist wie ein Blumenstrauss, den man entdecken kann. Trotz der Vielfalt bietet es eine klare Orientierung. Das ist attraktiv.» Noch sei es zu früh, um die Akzeptanz im Lesermarkt zu beurteilen, meint Bodin, zu dessen Kunden der SoBli gehört: «Ich bin nicht die Elisabeth Tessier der Medien.» Weil der Nutzen für die Leser klar ersichtlich sei, ist er optimistisch. Die moderne Art Direction sei ein grosser Fortschritt gegenüber Sie + Er.
Positiv äussert sich auch der Zürcher Werber Dominique von Matt: «Diese gelungene Mischung aus Lifestyle-Themen, Unterhaltung und Information schaue ich an einem entspannten Sonntagmorgen gern an. Das Magazin strahlt im Gegensatz zum Vorgänger Fröhlichkeit aus. Das entspricht den Bedürfnissen am Sonntag.» Als Marke integriere sich das neue Magazin besser in den SonntagsBlick. Deshalb würden auch die Inserenten eher davon ausgehen, dass die Leser es nutzen, meint von Matt. «Die Idee eines Magazins für den Sonntag war schon immer gut. Jetzt ist es auch das richtige Magazin», sagt er.
Wie der Werbemarkt den Titel aufnimmt, wird sich zeigen. Bei den Media-Agenturen zeigt man sich noch zurückhaltend und möchte sich nicht äussern. So wartet Christof Kaufmann, CEO von OMD Schweiz, ab. Aus langer Erfahrung kommentiere er nie eine Erstausgabe, sagt er.
Adrian Scherrer

Urner Wochenblatt in neuem Kleid

Das Urner Wochenblatt ist am Mittwoch erstmals in einem neuen Layout erschienen. Neu fehlt der im Zeitungstitel eingefügte Wilhelm Tell.

  Das Urner Wochenblatt ist am Mittwoch erstmals in einem neuen Layout erschienen. Neu fehlt der im Zeitungstitel eingefügte Wilhelm Tell. Dafür ist das mittwochs und samstags erscheinende Blatt neu mit Seitenzahlen versehen. Wie die Redaktion mitteilte, wird die Zeitung weiterhin vollumfänglich in Altdorf hergestellt, dies im Interesse der Arbeitsplätze in Uri. Allerdings werden deshlab nicht alle Seiten farbig gedruckt werden können. Mit der neuen Aufmachung führte das Urner Wochenblatt auch gleich ein neues Redaktionssystem ein. Zudem wurde ein redaktioneller Leitfaden geschaffen.

Blick in eine neue Fernsehkultur

Internet-TV Das globale Publikum von Internet-TV bekommt einen weiteren ernst zu nehmenden Anbieter: Das interaktive Fernsehen von Joost.

Internet-TV Das globale Publikum von Internet-TV bekommt einen weiteren ernst zu nehmenden Anbieter: Das interaktive Fernsehen von Joost. Joost spricht sich genauso aus wie «jouced», zu Deutsch «betrunken». Tatsächlich kann man sich auf Joost theoretisch an der bisher in 150 Kanälen angebotenen, hauptsächlich englischsprachigen TV-Ware dusselig gucken – vorausgesetzt, man verfügt über die nötige Breitbandverbindung. Joost ist das neue Projekt der beiden Internet-Pioniere Janus Friis und Niklas Zennstrom, die zuvor schon den Telefondienst Skype und den Peer-to-Peer (P2P) Musik-Sharing-Service Kazaa aufgebaut hatten. Auch für Joost wird diese P2P-Technologie eingesetzt, allerdings können neue Nutzer derzeit nur auf Einladung eines bereits akzeptierten Users Zugang erhalten, diesen jedoch kostenlos. Der Service soll im Laufe des Monats auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.
Das Content-Angebot auf Joost geht auf Vereinbarungen mit Medienproduzenten wie Time Warner, Turner Broadcasting, Sony, Hasbro, National Geographic, der National Hockey League, Endemol, CBS und Viacom zurück, die Serien wie «CSI», «Survivor», «Charlie´s Angels», «Starsky & Hutch» oder auch die «Larry King Show» liefern. Die Medienkonzerne mussten nicht lange zum Mitmachen überredet werden. «Ich glaube, wir sind in einer Übergangsphase, in der die Networks das Internet nicht mehr nur als Experimentierfläche sehen, sondern es bewusst als eine ihrer Profitquellen einplanen», sagt Joe Laszlo, Technologieanalyst beim Marktforschungsunternehmen Jupiter Research.
Vor allem das begehrte jugendliche Publikum soll sich dem Kalkül der Macher nach von den Multimedia-Möglichkeiten von Joost begeistern lassen. Durch die Kanäle surft man  mit Hilfe einer personalisierten Navigationsleiste auf dem Bildschirm, und weil man ja online ist, kann man beim Fernsehen auch zugleich Text Messages abschicken, Games herunterladen, in Chatrooms abhängen oder seine Musik-Playliste pflegen. Auch e-commerce soll möglich gemacht werden.
Drei Minuten Werbung je StundeJoost ist vor allem für die werbetreibende Industrie interessant: weil das Unternehmen von vornherein Kooperationspartnerschaften in Europa und der ganzen Welt abschloss, kann es sich nun «die erste globale TV-Distributionsplattform online» nennen. Aus diesem Grund beteiligten sich schon vor seinem Start Anfang Mai 32 grosse Marketingunternehmen, darunter Coca Cola, Nike, HP,  Visa, Microsoft, T-Mobile und Nokia.
Genau wie beim werbefinanzierten Fernsehen werden auch bei Joost Werbeclips in die einzelnen Sendungen integriert, diese sollen aber auf drei Minuten pro Stunde beschränkt werden. In den USA, dem bisherigen Schwerpunktmarkt des Projekts, sollen die Marketingfirmen für die erste, drei Monate lang dauernde Testphase zwischen 50 000 und 100 000 Dollar für Werbung auf Joost bezahlen. Der Clou für die Marketer ist dabei die Möglichkeit, Werbung zu personalisieren. Wer als Nutzer daran interessiert ist, direkt auf ihn zugeschnittene Werbeclips zu sehen, wird ermutigt, Informationen wie Postleitzahl, Geschlecht, Einkommen und persönliche Interessen anzugeben.
Joost arbeitet schon jetzt mit mehr als zwanzig Agenturen zusammen, die innovative Konzepte für ihre Kundschaft mitbringen. Arc Worldwide etwa, das zu Leo Burnett gehört, entwarf unter der Ägide von Senior Vice President Mark Renshaw so genannte Kontext-Werbung für Nestlé-Purina und United Airlines. Statt die laufenden Sendungen mit Werbung zu unterbrechen, wird hier ein «Hand-Raiser», also ein Logo in einer Ecke des Bildschirms, eingeblendet, auf das der Zuschauer bei Interesse klicken und weitere Infos zu dem Produkt sehen kann. Mit Hilfe dieser Technologie kann der Nutzer auch zu einer Unterhaltungsshow weitergeleitet werden, die spielerisch über die Marke Purina informiert. «Joost kombiniert die verschiedenen Marketingmöglichkeiten digitaler Plattformen: dynamischer Content, Direktmarketing, Kreativität und Unterhaltung», sagt Renshaw.
Obwohl Joost von Branchenbeobachtern für sein gutes Timing und seine professionelle Herangehensweise gelobt wird, könnte das Projekt nach Ansicht von James McQuivey, Analyst für digitale Medien beim Forschungsunternehmen Forrester Reseach, schon bald mit den Marktrealitäten konfrontiert werden. «Die Content-Firmen zeigen ihre Sendungen nicht nur auf Joost, sondern auch bei anderen Internet-TV-Services wie AOL oder YouTube und auch ihren hauseigenen Webseiten», sagt er. Grosse Konzerne wie Toyota oder P&G würden den Grossteil ihrer Werbedeals daher vor allem direkt mit Konzernen wie Viacom oder Sony statt mit Joost machen. Bessere Geschäftschancen sieht er für Joost in weniger saturierten Weltregionen als den USA, wo Content Provider ihre Inhalte liebend gern über Joost verbreiten. «Ich glaube nicht, dass Joost die TV-Plattform des Internets schlechthin werden wird.»   
Gerti Schön
«Das einzige Limit ist die Kreativität»Eric Clemenceau
, Vize-Präsident für Werbung in Europa und Asien bei Joost, über Werbung auf der neuen Plattform.  WW: Die Verträge, die Joost mit den Marketern derzeit abgeschlossen hat, sehen eine Testperiode von drei Monaten vor. Welche Werbeformen werden schwerpunktmässig getestet?Eric Clemenceau: Wir wollen den werbetreibenden Unternehmen und den Agenturen in der Testphase die Möglichkeit geben, eine Reihe von unterschiedlichen Formaten zu testen, in denen die besten Elemente eines herkömmlichen TV-Spots hinsichtlich Ton, Bild und Bewegung mit der Interaktivität, Zielgerichtetheit und Messbarkeit der Internetwerbung kombiniert werden sollen. Wir testen Spots in der Länge von 10, 15 und 30 Sekunden und eine Reihe von interaktiven Features. Auch das so genannte «introstitial» haben wir eingeführt, also eine kurze Message zu Beginn einer Sendung, die mit den Worten «brought to you by» eingeführt wird. WW: An welchen Werbeformen sind die Vertragspartner am meisten interessiert?Eric Clemenceau: Sie nutzen innovative Formate wie etwa Links zu Langform-Werbung oder ganzen Sendungen, die eigens einem Produkt gewidmet sind. In der Testphase versuchen wir herauszufinden, was für unsere Kunden und ihre Agenturen am besten funktioniert, dabei gibt es keine Beschränkungen. Das einzige Limit ist die Kreativität.WW: Gibt es unterschiedliche Werbestrategien zwischen den USA und Europa beziehungsweise global?Eric Clemenceau: Nein, wir haben festgestellt, dass unsere Zuschauer auf der ganzen Welt unsere Werbefeatures zu schätzen wissen. Wir vereinen das Beste, was Fernsehen und Internet zu bieten haben.WW: Wird es auch ganze Kanäle geben, die von Unternehmen gesponsert werden?Eric Clemenceau: Wir erforschen eine Reihe von verschiedenen Werbeplattformen, darunter auch das Sponsoring ganzer Kanäle. 
Interview: Gerti Schön

Integration auf gutem Weg

Papier Sihl + Eika wie auch dem Besitzer Schneidersöhne ist die Übernahme durch Papyrus gut bekommen.

Papier Sihl + Eika wie auch dem Besitzer Schneidersöhne ist die Übernahme durch Papyrus gut bekommen.Hoher Besuch sorgte dieses Jahr beim alljährlichen Mediengespräch der Sihl + Eika Papier AG für grosses Interesse bei Fach-, Wirtschafts- und Tagespresse. Mit Mats Nordlander war der Präsident der Papyrus-Gruppe, zu der Sihl + Eika seit 2005 gehört, nach Thalwil angereist. Dort, am Hauptsitz des Papierhandelsunternehmens Sihl + Eika, war mit Rainer Köster eine weitere Führungspersönlichkeit zugegen. Der Besuch der beiden Top-Manager unterstreicht die Bedeutung, die Papyrus ihrem, wenn man so will, Enkel-Unternehmen (siehe Kasten) beimisst. Schon lange gilt das gesunde und prosperierende Handelshaus im Konzern nicht nur als eine stabile Umsatzgrösse – der Begriff «Starperformer» ist in Thalwil gefallen –, sondern auch als innovatives Unternehmen, was sein erweitertes Dienstleistungsangebot betrifft. Know-how-TransferSo werden die von Sihl + Eika entwickelten Konzepte Papermanagement Print und Papermanagement Office auf andere Länder ausgeweitet, in denen die Konzernmutter Papyrus aktiv ist. Während Papermanagement Print den partizipierenden Druckereien unter anderem den Abbau der Bogenpapier-Lagerhaltung ermöglicht, versteht Sihl + Eika unter Papermanagement Office eine Systempartnerschaft für die Papier-, aber auch die Materialbewirtschaftung im Bürobereich.
Diese Verbesserungen hätten, so Daniel Meier, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Sihl + Eika, dazu geführt, dass das Handelsunternehmen seinen Marktanteil ausbauen konnte. 2006 steigerte Sihl + Eika im Berichts- bzw. Geschäftsjahr seinen Marktanteil um 4,6 auf nun mehr 32 Prozent. Die positive Erfolgsrechnung schliesslich führte Meier am Pressegespräch auf das Auffangen der Preiserosion zurück. Weiter resultierten beim Einkauf durch die Zugehörigkeit zu Papyrus Vorteile, ebenso biete der Mutterkonzern StoraEnso attraktive Fremdfinanzierungen. Während Sihl + Eika das Konzept des Papermanagements exportiert, profitiert man in Thalwil von Know-how – etwa im Bereich E-Business, um, so Meier, «die werthaltigen Dienstleistungen weiter zu verbessern».
Umsatzträger ZentraleuropaPapyrus-CEO Mats Nordlander versucht nicht, in jedem europäischen Land vertreten zu sein. Vielmehr wird dort, wo Papyrus agiert, eine führende Position angestrebt. Diese Strategie ist erfolgreich. Nordlander gilt als Turnaround-Manager; er hat die damals angeschlagene Gruppe durch unter anderem Übernahmen wie die gesunde Schneidersöhne in ein rentables Handelsunternehmen umgebaut. «Wir haben seit 2004 den Umsatz vervierfacht», erklärt der schwedische Manager. Regional wichtigster Umsatzträger ist die Region Zentraleuropa, zu der auch die Schweiz gehört und wo rund die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaftet wird. Rainer Köster, als Senior Vice President verantwortlich für Zentraleuropa und damit für Deutschland, Italien, Österreich und die Schweiz, orientierte in seiner Ansprache an die Presse, dass StoraEnso neben den bisher gehaltenen 80 Prozent auch die bislang bei der Epicea verbliebenen 20 Prozent übernommen hat. Somit ist Sihl + Eika rückwirkend auf den 1. Januar 2007 ein vollständig integriertes Tochterunternehmen. Köster wird bei Sihl + Eika Verwaltungsratspräsident.
Preiserhöhungen geplantWichtiger als diese Änderungen waren die Informationen zur Preispolitik. So war zur Preisgestaltung von Daniel Meier zu erfahren, dass man hier Anpassungen, also Erhöhungen, vornehmen müsse. Diese seien eine Reaktion auf Preiserhöhungen seitens der Lieferanten, die ihrerseits mit gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen hätten. Marketingverantwortlicher Herbert Sutter erklärte, dass sowohl im A4-Bereich wie auch bei den grafischen Papieren spätestens ab September die Preise nach oben angepasst werden müssten.    
Wer zu wem gehört 
Das Schweizer Papierhandelsunternehmen Sihl + Eika hat sich 1998 mit dem deutschen Papierhandelshaus Schneidersöhne einen starken Partner gesucht, um neuen Herausforderungen besser begegnen zu können. Der deutsche Familienbetrieb hatte seinerseits 2005 aus gleichem Grund und im Zuge einer Nachfolgeregelung eine ähnliche Strategie eingeschlagen und wurde schliesslich in die gar etwas kleinere Papyrus-Gruppe integriert. Papyrus selbst ist eine Tochtergesellschaft des Papierherstellers StoraEnso. Dieses Unternehmen ist aus einer Fusion entstanden: aus dem schwedischen Papier- und Kartonhersteller Enso und dem finnischen Papierproduzenten Stora.
Jürgen Franck

Werbeanstalt bewirbt kranke Versicherer

Die zur helsana gehörende Krankenversicherung Avanex setzt in der Kommunikation ab sofort auf die Werbeanstalt. Die Zürcher Agentur hat sich in einem Pitch durchgesetzt.

 
Die Zürcher Agentur Werbeanstalt hat sich in einer Agenturevaluation durchgesetzt und betreut nun neu die Krankenversicherung Avanex. Avanex ist eine eigenständige Krankenversicherung und gehört zur Helsana, dem grössten Krankenversicherer der Schweiz.
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