Dank privaten Investoren soll schon im Herbst das neue «Schweizer Sport-Fernsehen» in die Schweizer Wohnzimmer flimmern und so gleich auch der Sendeplatz von U1 gerettet werden. Unter Federführung des ehemaligen FDP-Nationalrats Peter Weigelt will das neue Programm gemäss Informationen der Sonntagszeitung mit Handball, Volleyball, Basketball und Unihockey auf dem Sendeplatz von U1 für Furore sorgen. Eigentlich wollte die Cablecom U1 per Ende aus dem analogen Netz kippen – ein Entscheid, der revidiert würde, falls das von Weigelt am Freitag eingereichte Konzessionsgesuch Erfolg hat. Dies bestätigte der Cablecom-Sprecher Hans-Peter Nehmer gegenüber der Sonntagszeitung. Finanziert wird das 2,5 Millionen-Projekt durch Sponsoring und Werbung. Hinter dem Ansinnen steht neben den Schweizer Sportverbänden auch eine illustre Investorengruppe, der unter anderem der Unternehmer Giorgio Behr und der Credit-Suisse-Manager Urs Rohner angehören. Im nicht minder prominenten Beirat sitzen die Gattin des UBS-Chefs Ospel, Adriana Ospel-Bodmer, ComCom-Präsident Marc Furrer und der UBS-Chefökonom Klaus Wellerhoff. Gemäss Sonntagszeitung will man für den Rat weitere Persönlichkeiten wie Dennerchef Philippe Gaydoul, Ernesto Bertarelli oder Peter Sauber gewinnen. Als Partnerfirma fungiert die Sportvermarktungsagentur Sportart, die alle relevanten TV- und Vermarktungsrechte besitzt. An dieser wiederum halten U1 und die Plakatgesellschaft Affichage je 25 Prozent
Bei U1 wird mit Hochdruck an den Plänen gearbeitet. Bis zu sechs Stunden Sport will man künftig täglich. So soll eine Plattform geschaffen werden für jene Sportarten, die beim Schweizer Fernsehen SF zu wenig Beachtung finden, da diese vermehrt auf die Top-Sportarten Fussball, Eishockey, Skifahren und Tennis setzt. Damit soll der Teufelskreis, in dem sich viele Sportarten befinden – geringe TV-Präsenz führt zu weniger Sponsoren, fehlende Sponsoren heisst wenig Nachwuchsförderung – gestoppt werden. Um diese Entwicklung zu bremsen und um eine Alternative zu den Mainstream-Sportarten zu bieten, will der neue Kanal mit täglichen Live-Übertragungen von Handball- oder Unihockey-Spielen aufwarten, sowie mit Talks und Magazinen den Stellenwert dieser Sportarten bei der Jugend und im Werbemarkt erhöhen. Um dies zu gewährleisten, soll die Reichweite von U1 mit den neuen Sportsendungen auf drei Prozent gesteigert werden.