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Sportmarketing Amerikas Marketingunternehmen entdecken den Highschool-Sport – mit zweifelhaften Folgen für die jungen Sportbegeisterten. Spätestens seit dem Beginn der Ära des Basketballers Lebron James ist das Thema HighschoolSport und sein kommerzielles Potenzial in den USA ein ständiges Thema.
Sportmarketing Amerikas Marketingunternehmen entdecken den Highschool-Sport – mit zweifelhaften Folgen für die jungen Sportbegeisterten.
Lebron James, der schon in der Highschool zum neuen NBA-Superstar hochgejubelt wurde, war und ist noch immer das Aushängeschild des amerikanischen Highschool-Sports. Noch bevor er im Jahr 2003 seinen Schulabschluss in der Tasche hatte, füllte das 18-jährige Jungtalent mit seinem Highschool-Basketballteam in Akron, Ohio, alle Hallen und unterschrieb bloss kurze Zeit später einen 90 Millionen Dollar schweren Sponsorenvertrag mit Nike. Seine Schule kassierte indes 400’000 Dollar für die Übertragung der Endspiele auf ESPN und erregte damit den Zorn kritischer Eltern, Lehrer und Jugendschutzgruppen. «Die Schulen bieten sich damit zum Ausverkauf an», glaubt Gary Ruskin von der Verbraucherschutzorganisation Commercial Alert. «Es zeigt, wie sehr unsere Werte verfallen.» Heikles JugendmarketingSpätestens seit dem Beginn der Ära James ist das Thema HighschoolSport und sein kommerzielles Potenzial in den USA ein ständiges Thema. Es geht um frühe Markenbindung, Sportrechte, millionenschwere Sponsorengelder und das heikle Thema Jugendmarketing. Es sind nicht mehr nur die klassischen Sportartikelmarketer, die sich für den Highschool-Sport interessieren, sondern auch Konsumgüterriesen wie Procter & Gamble oder Versicherungsunternehmen wie Allstar. «Wenn sich ein Schüler zwischen Cola und Pepsi oder auch zwischen Verizon und AT&T entscheidet, wird diese Entscheidung langfristig unglaubliche Mengen Geld generieren», sagt David Carter, Direktor des Sportbusiness-Instituts an der University of Southern California (USC).
Schulen profitieren direktHighschool-Sport beginnt in den USA auf lokaler Ebene. Hier sehen sich die Rekrutierprofis auf der Suche nach dem nächsten Superstar um, hier gibt es mit den ehrgeizigen Kids und ihren Eltern die fanatischsten Zuschauer und hier besteht das grösste Interesse seitens der Schulen, die an einem Sponsorendeal interessiert sind. «Die Schulen sind nur hinter einem her: Dollars», sagt Robert Tuchman, Präsident des Marketingunternehmens TSE Sports in New York. Vor allem Getränke- und Computerhersteller seien in den letzten Jahren verstärkt auf den Plan getreten, weil sowohl Getränkeautomaten wie auch Computerlabors direkt in den Schulen eingerichtet werden. Ein solcher Sponsorendeal umfasst laut Tuchman nicht selten siebenstellige Summen.
Nach den Kritikstürmen der Anfangsjahre sind die Maketingunternehmen vorsichtiger mit ihren Angeboten geworden: Ein Unternehmen wie Pepsi bietet in den Schulen heute statt Cola und Limonade eher vitaminreiche Säfte und kalorienarmen Eistee an, sagt Tuchman. Auch Microsoft betont in seinen Initiativen, das Internet und seine Wissensvielfalt auch ärmeren Schülern zugänglich machen zu wollen. «Es macht Sinn für diese Konzerne, sich für ein ganzes Team oder eine ganze Schule zu engagieren statt für einen einzelnen Athleten, so dass das Geld einem weiter gefassten Zweck zur Verfügung steht», urteilt David Carter. «Wer dies versäumt, beschwört so viel negative Publicity herauf, dass die Vorteile eines Sponsorendeals mit einer Schule praktisch ausgelöscht werden.»
Grosses nationales InteresseAuch die grossen Medienunternehmen möchten ein Stück vom Kuchen abhaben. Der TV-Veranstalter CSTV, der zum CBS-Network gehört, kündigte jetzt eine Reihe von On-demand-Kanälen mit Highschool-Sport-Content an, die von der Marketingfirma von Lebron James namens LRMR Innovative Marketing and Branding mit Sponsoren versorgt werden sollen. Die Mehrzahl der Spiele wird auf lokaler Ebene ausgestrahlt, doch viel versprechende Athleten bekommen auch eine nationale Plattform.
Das lokale Vertriebskonzept galt bisher auch für das sogenannte Lifestlye-Magazin Rise, das seit seinem Launch vor zehn Jahren eine Auflage von über 900’000 Exemplaren erreicht hat und vor allem in Schulen vertrieben wird. Derzeit sei ein starkes nationales Interesse zu verzeichnen, sagt Chefredakteur Jon Segal. Fast das gesamte Anzeigenvolumen komme heute von überregional tätigen Werbeunternehmen. «Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten Superstar.» Der Markt dafür ist vorhanden: Laut Schätzungen der National Federation of State High School Associations waren im vergangenen Schuljahr 7,2 Millionen Schülerinnen und Schüler sportlich aktiv – ein Wachstum von 80 Prozent seit 1972.
Der Trend hat sich inzwischen auf die digitalen Plattformen ausgeweitet. Websites wie Takkle.com wollen als Vermittler zwischen Sporttalenten und den Talentsuchern fungieren und den Teenagern eine Plattform geben, um sich selbst zu präsentieren – eine Art MySpace für Athleten also. Damit soll sichergestellt werden, dass den Sponsoren der nächste Lebron James keinesfalls durch die Lappen geht.
Gerti Schön, New York
Lebron James, der schon in der Highschool zum neuen NBA-Superstar hochgejubelt wurde, war und ist noch immer das Aushängeschild des amerikanischen Highschool-Sports. Noch bevor er im Jahr 2003 seinen Schulabschluss in der Tasche hatte, füllte das 18-jährige Jungtalent mit seinem Highschool-Basketballteam in Akron, Ohio, alle Hallen und unterschrieb bloss kurze Zeit später einen 90 Millionen Dollar schweren Sponsorenvertrag mit Nike. Seine Schule kassierte indes 400’000 Dollar für die Übertragung der Endspiele auf ESPN und erregte damit den Zorn kritischer Eltern, Lehrer und Jugendschutzgruppen. «Die Schulen bieten sich damit zum Ausverkauf an», glaubt Gary Ruskin von der Verbraucherschutzorganisation Commercial Alert. «Es zeigt, wie sehr unsere Werte verfallen.» Heikles JugendmarketingSpätestens seit dem Beginn der Ära James ist das Thema HighschoolSport und sein kommerzielles Potenzial in den USA ein ständiges Thema. Es geht um frühe Markenbindung, Sportrechte, millionenschwere Sponsorengelder und das heikle Thema Jugendmarketing. Es sind nicht mehr nur die klassischen Sportartikelmarketer, die sich für den Highschool-Sport interessieren, sondern auch Konsumgüterriesen wie Procter & Gamble oder Versicherungsunternehmen wie Allstar. «Wenn sich ein Schüler zwischen Cola und Pepsi oder auch zwischen Verizon und AT&T entscheidet, wird diese Entscheidung langfristig unglaubliche Mengen Geld generieren», sagt David Carter, Direktor des Sportbusiness-Instituts an der University of Southern California (USC).
Schulen profitieren direktHighschool-Sport beginnt in den USA auf lokaler Ebene. Hier sehen sich die Rekrutierprofis auf der Suche nach dem nächsten Superstar um, hier gibt es mit den ehrgeizigen Kids und ihren Eltern die fanatischsten Zuschauer und hier besteht das grösste Interesse seitens der Schulen, die an einem Sponsorendeal interessiert sind. «Die Schulen sind nur hinter einem her: Dollars», sagt Robert Tuchman, Präsident des Marketingunternehmens TSE Sports in New York. Vor allem Getränke- und Computerhersteller seien in den letzten Jahren verstärkt auf den Plan getreten, weil sowohl Getränkeautomaten wie auch Computerlabors direkt in den Schulen eingerichtet werden. Ein solcher Sponsorendeal umfasst laut Tuchman nicht selten siebenstellige Summen.
Nach den Kritikstürmen der Anfangsjahre sind die Maketingunternehmen vorsichtiger mit ihren Angeboten geworden: Ein Unternehmen wie Pepsi bietet in den Schulen heute statt Cola und Limonade eher vitaminreiche Säfte und kalorienarmen Eistee an, sagt Tuchman. Auch Microsoft betont in seinen Initiativen, das Internet und seine Wissensvielfalt auch ärmeren Schülern zugänglich machen zu wollen. «Es macht Sinn für diese Konzerne, sich für ein ganzes Team oder eine ganze Schule zu engagieren statt für einen einzelnen Athleten, so dass das Geld einem weiter gefassten Zweck zur Verfügung steht», urteilt David Carter. «Wer dies versäumt, beschwört so viel negative Publicity herauf, dass die Vorteile eines Sponsorendeals mit einer Schule praktisch ausgelöscht werden.»
Grosses nationales InteresseAuch die grossen Medienunternehmen möchten ein Stück vom Kuchen abhaben. Der TV-Veranstalter CSTV, der zum CBS-Network gehört, kündigte jetzt eine Reihe von On-demand-Kanälen mit Highschool-Sport-Content an, die von der Marketingfirma von Lebron James namens LRMR Innovative Marketing and Branding mit Sponsoren versorgt werden sollen. Die Mehrzahl der Spiele wird auf lokaler Ebene ausgestrahlt, doch viel versprechende Athleten bekommen auch eine nationale Plattform.
Das lokale Vertriebskonzept galt bisher auch für das sogenannte Lifestlye-Magazin Rise, das seit seinem Launch vor zehn Jahren eine Auflage von über 900’000 Exemplaren erreicht hat und vor allem in Schulen vertrieben wird. Derzeit sei ein starkes nationales Interesse zu verzeichnen, sagt Chefredakteur Jon Segal. Fast das gesamte Anzeigenvolumen komme heute von überregional tätigen Werbeunternehmen. «Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten Superstar.» Der Markt dafür ist vorhanden: Laut Schätzungen der National Federation of State High School Associations waren im vergangenen Schuljahr 7,2 Millionen Schülerinnen und Schüler sportlich aktiv – ein Wachstum von 80 Prozent seit 1972.
Der Trend hat sich inzwischen auf die digitalen Plattformen ausgeweitet. Websites wie Takkle.com wollen als Vermittler zwischen Sporttalenten und den Talentsuchern fungieren und den Teenagern eine Plattform geben, um sich selbst zu präsentieren – eine Art MySpace für Athleten also. Damit soll sichergestellt werden, dass den Sponsoren der nächste Lebron James keinesfalls durch die Lappen geht.
Gerti Schön, New York
