Teletext darf neu über Anlagefonds informieren

Der Teletext von SF, TSR und TSI darf neu offiziell über die Preise von kollektiven Kapitalanlagen berichten. Dies hat die Eidgenössische Bankenkommission entschieden.

 Der Teletext von SF, TSR und TSI darf neu offiziell über die Preise von kollektiven Kapitalanlagen berichten. Dies hat die Eidgenössische Bankenkommission entschieden. Damit wird der Teletext, dessen Bereich Finanzen und Wirtschaft seit jeher zu den Hauptthemen gehört, das erste elektronische Medium mit dieser Anerkennung. Jeden Tag greifen über 1,1 Millionen Nutzerinnen und Nutzer auf die Informationen im Teletext zurück.

Weber Harbeke verliert Converium wegen Firmenübernahme

Die Zürcher Werbeagentur Weber Harbeke muss den Verlust eines Mandates hinnehmen. Nach einem Übernahmekampf wurde der Kunde Converium im Mai an die französische Scor verkauft, was nun Konsequenzen für die Werbeagentur hat.

 Die Zürcher Werbeagentur Weber Harbeke muss den Verlust eines Mandates hinnehmen. Seit 2002 betreute sie den Rückversicherer Converium. Dabei war Weber Harbeke für die internationale Kommunikation sowie den Geschäftsbericht verantwortlich. Nach einem Übernahmekampf wurde Converium im Mai an die französische Scor verkauft, was nun Konsequenzen für die Werbeagentur hat: Der diesjährige Geschäftsbericht wird der letzte unter dem Namen Converium sein. Und eine Image-Kampagne, die in der Pipeline war, wurde sofort gestoppt. «In über 20 Jahren Agenturerfahrung habe ich noch keinen Kunden auf diese Weise verloren», meint Geschäftsführer Thomas Harbeke in einem Communiqué. Weber Harbeke habe in dieser Zusammenarbeit einiges an Know-how im Finanzbereich und im Handling aufwändiger Geschäftsberichte sammeln können, heisst es weiter: «Das ging soweit, dass wir im Schichtbetrieb während 24 Stunden pro Tag Daten aus New York verarbeitet haben.» Die Agentur schmerze den Verlust des Mandates auch aus persönlichen Gründen, da die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren immer von gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägt gewesen sei.

Noch vieles in der Schwebe beim geplanten Tamedia-Gratisblatt

Die Tamedia gibt sich zum geplanten neuen Pendlerblatt, das sie zusammen mit Espace Media und Basler Zeitung Medien herausgeben will, immer noch wortkarg. Die drei Verlagshäuser seien intensiv daran, über die letzten offenen Punkte zu verhandeln, heisst es von Seiten des Zürcher Medienhauses.

 Die Tamedia gibt sich zum geplanten neuen Pendlerblatt, das sie zusammen mit Espace Media und Basler Zeitung Medien herausgeben will, immer noch wortkarg. «Die Verwaltungsräte der drei Verlagshäuser haben Verhandlungsmandate erteilt. Nun sind die Verhandelnden intensiv daran, die letzten offenen Punkte zu klären», sagte Zimmer der Werbewoche. Dabei gehe es um Aspekte wie die Auflage oder die genauen Distributionsgebiete. Deshalb könne das Verlagshaus dazu momentan noch keine Angaben machen, man sei aber zuversichtlich, dass man bald genauer informieren könne. Der Entscheid zur definitiven Lancierung ist also noch nicht gefallen.

Hanspeter Nägelin neu bei Multicolor Print in Baar

Der 43-jährige Hanspeter Nägelin übernahm Mitte August die Stelle als Key Account Manager bei der Baarer Multicolor Print. Er ist zuständig für die Kundenbetreuung im Grossraum Zürich.

 Hanspeter Nägelin übernahm am 13. August die Stelle als Key Account Manager für den Grossraum Zürich bei Multicolor Print in Baar. Der 43-Jährige ist zuständig für die Kundenbetreuung im Bereich der elektronischen und gedruckten Kommunikation, wie es in der Mitteilung vom Montag heisst. Nägelin verfügt über langjährige Erfahrung im Key Account Management und war auf Agenturseite auch als Berater tätig.Multicolor Print, ein Tochterunternehmen der LZ Medien Holding, ist gemäss eigenen Angaben die grösste Bogendruckerei der Zentralschweiz; 2006 erzielte sie einen Umsatz von 29,4 Millionen Franken und beschäftigt derzeit 118 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wemf-Erhebung zeigt Gratiszeitungen auf erneutem Vormarsch

Die Studie der Wemf für Werbemedienforschung zeigt einen weiteren Leserzuwachs für die Gratiszeitungen in der ganzen Schweiz. Le Matin bleu - aus dem selben Haus wie Le Matin - wurde sogar zur auflagenstärksten Tageszeitung in der Westschweiz.

 Gemäss den Leserzahlen sind die Schweizer weiterhin ein Volk von Zeitungs- und Zeitschriftenlesern. Das zeigt die Mach-Basic Studie 2007-2 der Wemf. Wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist, lesen 91,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 14 Jahren mehr oder weniger regelmässig mindestens eine der Zeitungen und 92,6 Prozent eine der Zeitschriften, die in der Studie erfasst werden.Insgesamt sind die Zahlen seit dem Jahr 2000 als relativ stabil zu betrachten; so variiert die Gesamt-Nettoreichweite der in der Mach-Basic-Studie publizierten Zeitungen zwischen 89,0 und 91,6 Prozent und bei den Zeitschriften zwischen 92,6 und 94,3 Prozent. Trotzdem gibt es innerhalb dieser relativen Stabilität eine zentrale Tendenz: Die Gratiszeitungen holen immer mehr Leserinnen und Leser ab: In der Deutschschweiz hat 20 Minuten erneut leicht zugelegt, während sich in der Westschweiz Le Matin bleu, die Gratiszeitung von Le Matin, auf Anhieb als stärkste Tageszeitung an der grossen Schwesterzeitung vorbei etabliert hat.
Für 20 Minuten errechnet die Studie in der Deutschschweiz 1’212’000 Leserinnen und Leser. Das sind 42’000 mehr als bei der letzten Publikation im März 2007. Damit spielt 20 Minuten in der gleichen Liga wie der Blick und der Tages-Anzeiger zusammen. Neben 20 Minuten buhlen drei neue, erstmals in die Wemf-Statistik integrierte Gratiszeitungen um die Leserschaft: Die Gratiszeitung Heute aus dem Hause Ringier, die jeweils am Nachmittag erscheint und bereits von 230’000 Personen gelesen wird, sowie in der Westschweiz Le Matin bleu mit 353’000 und 20 minutes mit 276’000 Lesern.
Dank dem Konsum dieser Pendlerzeitungen erzielt die Gesamtreichweite der Tageszeitungen das beste Resultat seit 2000. Trotz den immer zahlreicheren Gratiszeitungen – am 19. September erscheint erstmals .ch – weist die Leserschaft der bezahlten Tageszeitungen keine signifikanten Veränderungen auf: Der Blick beispielsweise verliert 5’000 und hat noch 689’000 Leserinnen und Leser, der Tages-Anzeiger hat 2’000 mehr und kommt auf 536’000.
Bei den Sonntagszeitungen ist der Sonntagsblick nach wie vor auf Rang eins, allerdings ist er wieder unter die Millionenmarke gefallen und erreicht noch 995’000 Leserinnen und Leser. Dahinter folgen die Sonntagszeitung mit 768’000 und die NZZ am Sonntag, die als einzige dieser drei zulegen konnte: um 13’000 auf 479’000. Das Verschwinden von zwei Zeitschriften vom Markt – Cash und Facts – führt dazu, dass die Leserschaft dieser Publikationsgruppe den tiefsten Wert seit 2000 erreicht, obwohl immer noch 92,6 Prozent mindestens eine Zeitschrift regelmässig lesen.
Die meistgelesene bezahlte Zeitschrift ist nach wie vor das Konsumentenmagazin Ktipp mit 1’009’000 Lesern. Es folgen der Beobachter (999’000) und die Schweizer Illustrierte (970’000). Die mit Abstand grössten Publikationen bleiben die wöchentlich erscheinenden Gratiszeitungen der Grossverteiler: Die Nase vorn hat weiterhin die Coop-Zeitung mit 2,66 Millionen Leserinnen und Lesern. Dem Migros-Magazin halten 2,32 Millionen Personen die Stange. In der Gesamtschweiz kommen die Magazine in drei Sprachen gar auf eine Leserschaft von 3,3 Millionen (Coop) beziehungsweise 3 Millionen (Migros).
Die Mach-Basic 2007-2 der Wemf AG für Werbemedienforschung will der Werbewirtschaft, den Verlagen und den Kinovermarktern aktuelle Nutzungsdaten zu Printmedien und Kinos zur Verfügung stellen. Sie basiert auf der Befragung von 23’960 Personen, davon rund 17’200 in der Deutschschweiz. Die Umfragen dauerten zwölf Monate, vom April 2006 bis Ende März 2007.

AZ Medien erwägt Lancierung eines Gratisblattes

Die AZ Medien Gruppe macht sich Gedanken über die Lancierung einer Gratiszeitung. Die Pläne des Aargauer Verlags sind möglicherweise eine Reaktion auf die Absicht des Medienhauses Tamedia, sein geplantes neues Gratisblatt auch im Kanton Aargau zu verbreiten.

  Die AZ Medien Gruppe macht sich Gedanken über die Lancierung einer Gratiszeitung. Priorität hat für das Unternehmen zurzeit aber der Sonntagsmarkt, sagte Sprecherin Eva Keller der NZZ am Sonntag. Falls das Aargauer Verlagshaus eine Gratiszeitung auf den Markt bringt, geschieht dies laut Keller nicht vor 2008. Wie Keller gegenüber der Werbewoche präzisierte, sei derzeit noch kein konkretes Projekt für ein mögliches Gratisblatt am Laufen. «Der Markt mit Gratiszeitungen ist derzeit ja stark in Bewegung und es ist klar, dass wir nicht einfach zuschauen werden», erklärte die Sprecherin. Detaillierte Pläne gebe es aber noch keine. Man mache sich intensiv Gedanken dazu. Die Frage, ob eine allfällige Gratiszeitung lediglich im Aargau, auf dem Gebiet des Mitteland-Zeitungs-Verbundes oder gesamtschweizerisch verteilt werden sollte, könne heute deshalb nicht beantwortet werden.
Derzeit arbeitet das Medienhaus mit Hochdruck an der neuen Sonntagszeitung, die am kommenden Wochenende erstmals erscheinen wird. Mit einer Auflage von insgesamt 240’000 Exemplaren wird das Blatt die zweithöchste Auflage einer Sonntagszeitung in der Schweiz haben. Als die Lancierung von «Sonntag» bekannt wurde, hiess es gerüchteweise, die AZ Medien Gruppe wolle hierfür weitere Verlage als Partner ins Boot holen. Bis anhin wurden die aber anscheinend – ausserhalb der bestehenden Mittelland-Zeitungs-Partner – nicht gefunden. Laut Eva Keller sei man aber weiterhin offen für mögliche Partnerschaften.
Die Gratiszeitungspläne der AZ Medien sind möglicherweise eine Reaktion auf die Absicht des Medienhauses Tamedia, sein geplantes neues Gratisblatt auch im Kanton Aargau verbreiten. «Der Fokus der Pendlerzeitung liegt auf den Ballungsräumen Basel, Bern und Zürich. Diese machen nicht an den Kantonsgrenzen halt», sagte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer.

Gutzwiller verliert Kopf für Azonline.ch

Die Agentur Gutzwiller Kommunikation und Design in Aarau ist nach dem Gewinn einer Konkurrenzpräsentation die neue Agentur von Azonline.ch. Als ersten Job hat die Agentur eine vollkommen kopflose Kampagne umgesetzt.

Die Agentur Gutzwiller Kommunikation und Design in Aarau ist nach dem Gewinn einer Konkurrenzpräsentation die neue Agentur von Azonline.ch, dem regionalen Internetportal der AZ Medien Gruppe. Als ersten Job hat die Agentur laut Mitteilung eine vollkommen «kopflose» Kampagne umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen bemerkenswert neugierige Menschen, die auf der Suche nach aktuellen Neuigkeiten sind. Allerdings halten diese Menschen an denkbar ungeeigneten Orten Ausschau nach diesen Informationen. Die Botschaft der Kampagne soll denn auch sein: Alle, die einfacher und schneller an News kommen wollen, sind mit Azonline.ch besser bedient.
Gutzwiller Kommunikation und Design hat die Sujets für die Kampagne bei diversen Stadt- und Landrundgängen spontan ausgewählt und die Fotos dabei gleich vor Ort in Reportageform geschossen, wie es im Communiqué weiter heisst. Die Kampagne startet im September im gesamten Einzugsgebiet von Azonline.ch.
Verantwortlich auf Kundenseite: Sam Müller, Leiter Azonline.ch. Verantwortlich auf Agenturseite: Brigitte Hediger (Beratungsassistenz); Stefan Wegmüller (Grafik); René Moor (Text-Konzept); Marc Gutzwiller (CD). Fotografie: Sarah Keller, Aarau.

APG übernimmt lokalen Verkauf in UBS Arenen

Die Aussenwerberin APG wird Vermarktungspartner der Publisuisse für die On-Screen Werbung in den UBS Arenen. Sie übernimmt den Verkauf der lokalen Werbemöglichkeiten in den Arenen der deutschen und französischen Schweiz.

 Die Aussenwerberin APG wird Vermarktungspartner der Publisuisse für die On-Screen Werbung in den UBS Arenen. Während der Fussball-Europameisterschaft Euro 08 werden in 17 Schweizer Städten regionale Stadien gebaut, in denen sich Fans Übertragungen der Spiele anschauen können (siehe «Volles Haus und volle Kassen»
). Die Publisuisse, welche die Vermarktung inne hat, überträgt nun der APG den Verkauf der lokalen Werbemöglichkeiten in den Arenen der deutschen und französischen Schweiz. Die Angebote werden ab 10. September 2007 verfügbar sein. Für die APG bedeutet diese Vermarktung eine Premiere. Ivan Schultheiss, Leiter Verkauf Schweiz der APG, sagt in einer Mitteilung: «Wir freuen uns sehr auf diese erstmalige Herausforderung der Vermarktung im TV-Bereich.»

Lauterkeitskommission veröffentlicht neu alle behandelten Fälle

Die Schweizerische Lauterkeitskommission möchte transparenter werden und hat deshalb beschlossen, ihre Veröffentlichungspraxis zu ändern: Neu werden alle Fälle, die von einer der drei Kammern entschieden worden sind, nach abgelaufener Rekursfrist auf der Homepage publiziert.

 Die Schweizerische Lauterkeitskommission möchte transparenter werden und hat deshalb beschlossen, ihre Veröffentlichungspraxis zu ändern: Neu werden alle Fälle, die von einer der drei Kammern entschieden worden sind, nach abgelaufener Rekursfrist auf der Homepage publiziert. Die Änderung geht auf ein Anliegen der neuen Präsidentin der Schweizerischen Lauterkeitskommission, Pascale Bruderer, zurück. Sie möchte die Lauterkeitskommission und deren Arbeit in der Öffentlichkeit bekannter machen. Anlässlich einer Plenarsitzung wurde deshalb beschlossen, die Arbeit der Kommission transparenter zu gestalten, heisst es in einer Medienmitteilung. Bisher seien nur entweder medienmässig spannende Fälle publiziert, die in der Allgemeinheit gerade aktuell waren, oder dann aber Urteile, deren Veröffentlichung Sanktionscharakter hatten.
Deshalb werden seit kurzem alle Fälle, die von der Kommission behandelt und entschieden worden sind, auf der Website Lauterkeit.ch veröffentlicht. Da es sich dabei nicht um eine Sanktionsmassnahme handelt, werden die Namen der Parteien jeweils weggelassen. Die bisher praktizierte Pressearbeit sowie die Publikation als Sanktionsmassnahme sollen gleichermassen weitergeführt werden.

Die Cannes Rolle 2007 gibt es jetzt auf DVD

Wer die Premiere der Cannes Rolle am 28. August in der Maag Music & Eventhall verpasst hat, kann sich die besten internationalen Werbespots jetzt direkt ins Wohnzimmer holen.

 Wer die Premiere der Cannes Rolle am 28. August in der Maag Music & Eventhall verpasst hat, kann sich die besten internationalen Werbespots jetzt direkt ins Wohnzimmer holen: Die «Swiss DVD’s Of Cannes 07» sind da. Bereits zum dritten Mal erscheint die Cannes Rolle als DVD, herausgegeben von Cinecom und ihrem Partner Swissfilm Association. Die Doppel-DVD-Box enthält nicht nur die in Cannes preisgekrönten Werbespots, sondern auch die Swiss Reel’07, also sämtliche Filmeinreichungen des Jahres aus der Schweiz. Die DVD-Box ist für 280 Franken bei Cinecom erhältlich.

Auflagenerhöhung von 20 Minuten ist abgeschlossen

Die Aufstockung der Auflage der Pendlerzeitung 20 Minuten ist über die Bühne gegangen. Im Juni hatte das Zürcher Medienhaus Tamedia angekündigt, dass die Auflage gesteigert werden soll. Sie liegt nun bei 550'000 Exemplaren.

 Die Aufstockung der Auflage der Pendlerzeitung 20 Minuten ist über die Bühne gegangen. Im Juni hatte das Zürcher Medienhaus Tamedia angekündigt, dass die Auflage gesteigert werden soll (siehe ). Dies sei per 3. September vollständig geschehen, sagte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der Werbewoche. Die Auflage liegt nun bei 550’000 Exemplaren. Um diese unterzubringen, hat Tamedia mehrere Hundert neue Verteilboxen installiert und bestehende Boxen zu sogenannten Doppelboxen umgerüstet, die Platz für zwei hintereinander liegende Zeitungsstapel bieten. Dass der Grund für die Auflagenerhöhung der baldige Start der Gratiszeitung .ch sei, wollte Zimmer nicht bestätigen. Vielmehr hätten Erfahrungen mit 20 Minutes in der Westschweiz gezeigt, dass eine grössere Anzahl Zeitungen verteilt werden könne, ohne dass die Remissionsquote steigen würde, erklärte Zimmer. Die Zahl an nicht bezogenen Exemplaren will die Tamedia nämlich möglichst tief halten. Ebenso sei in der Romandie die Zahl der Leser pro Exemplare nicht gesunken, obwohl das Verlagshaus dort gemessen an der Grösse der Bevölkerung eine viel grössere Anzahl Zeitungen verteilte. Vom gleichen Effekt will man nun anscheinend auch diesseits der Sprachgrenze profitieren.

.ch setzt auf crossmediale Lösungen

Heute Dienstagvormittag gibt die neue Gratiszeitung .ch an einer Pressekonferenz weitere Details zur Zeitung bekannt. Morgen Mittwoch soll sie erstmals erscheinen.

 Kommende Woche startet die neue Gratiszeitung .ch. War bis anhin davon die Rede, ging es vor allem um das Distributionsnetz mit der Hauszustellung oder um die Akzeptanz des gedruckten Blattes im Leser- und Werbemarkt. Aber auch im Online-Bereich will .ch punkten. Doch hier wartet mit 20 Minuten, das über eine 50-köpfige Onlineredaktion verfügt, bereits ein etablierter Konkurrent. Das neue Gratisblatt setzt auf Technik und crossmediale Lösungen. «Wir können online schon von Beginn ein sehr ausgereiftes Angebot anbieten», erklärte .ch-Chefredaktor Rolf Leeb. Das vierköpfige Online-Team unter der Leitung von Kevin Lancashire werde seine Arbeit vor allem auf den crossmedialen Bereich fokussieren. Personell sei die Struktur sicher nicht mit anderen Onlineredaktionen vergleichbar, so Leeb. «Dafür sind wir technisch auf dem neusten Stand. Das macht uns viel effizienter». Obwohl für den Aufbau der Plattform nur wenig Zeit blieb, will man insbesondere im crossmedialen Bereich bereits ein paar exklusive Extras anbieten. Das moderne Content Management System ermögliche es, schnell aktuelle Wünsche nicht nur von Redaktion, sondern auch von den Werbekunden umzusetzen.
Wichtig war für Leeb auch, den gesamten Newsfeed möglichst automatisiert auf die Plattform zu bringen. «Wir wollen unsere knappen personellen Ressourcen nicht für eine stupide copy-paste-Arbeit einsetzen.» Der gesamte Newsbereich wird deshalb voll automatisch inklusive Bildern von Agenturen auf die Seite gebracht und rund um die Uhr aktualisiert. Hinzu kommen Inhalte aus dem Print, vor allem aus dem Lifestylebereich. Ebenso will man von Beginn weg eine regionale Struktur anbieten, die auch eine Personalisierung erlaube.
In der gedruckten Ausgabe dagegen will sich Leeb mit seinem Team darauf konzentrieren, im Newsbereich wenige, dafür gut selektionierte und recherchierte Artikel zu veröffentlichen. Damit will sich .ch auch von der Konkurrenzzeitung 20 Minuten abgrenzen. «Wir wollen Orientierung für den Leser bieten, nicht nur eine Flut von Häppchen-Meldungen», betonte Leeb gegenüber der Werbewoche. Im Online-Bereich könne man dieses Konzept hingegen vorläufig nicht anwenden, da dafür die Ressourcen fehlen würden. Der Webauftritt werde jedoch kontinuierlich ausgebaut. Das Schwergewicht liege dabei in einer konsequenten Crossmedia-Strategie. «Wir haben unzählige Angebote über Crossmedia-Partnerschaften vorliegen, die wir bisher noch gar nicht alle richtig prüfen konnten», sagte Leeb.
Damit .ch mit einer Auflage von 430’000 Exemplaren am 19. September pünktlich bis 7. 00 Uhr in den eigens entworfenen Ständern vor Schweizer Haustüren liegen kann, arbeitet Leeb mit seinem Team und externen Partnern derzeit auf Hochtouren. «Wir haben ein sportliches Ziel», erklärte Leeb. Mit einem Team von 40 Redaktionsmitarbeitern eine neue Zeitung zu stemmen funktioniere nur, wenn alle mit viel Engagement und Herzblut bei der Sache seien. Eine solche Crew habe man zusammenstellen können.
Bis zum Start am 19. September will die Redaktion noch weitere Nullnummern produzieren, um sämtliche Abläufe einzuüben. «Wir befinden uns auf stürmischer Fahrt, aber wir sind auf Kurs», so der .ch-Chefredaktor. Für Leeb selbst, der auf 20 Jahre Erfahrung im Journalismus zurückblicken kann, ist die Lancierung der neuen Gratiszeitung die spannendste Zeit seiner Laufbahn. Dass sich mit 20 Minuten ein gewichtiger Konkurrent auf dem Markt bewegt, ist Leeb klar. Er sieht sich in der Rolle des Davids, der gegen Goliath antrat: «Und wie diese Geschichte ausging, wissen wir ja».
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