Zu guter Letzt: Facebook reisst Chefs ein Loch in die Kasse

Durch Online-Communities wie MySpace oder Facebook verlieren britische Unternehmer fast 200 Mio. Euro pro Tag. Insgesamt verbringen Arbeitnehmer pro Monat etwa 233 Millionen bezahlte Arbeitsstunden auf Social-Networks.

 Durch Online-Communities wie MySpace oder Facebook verlieren britische Unternehmer fast 200 Mio. Euro pro Tag. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des britischen Arbeitsrecht-Unternehmens Peninsula. Insgesamt würden Arbeitnehmer pro Monat etwa 233 Millionen bezahlte Arbeitsstunden auf Social-Networks verbringen. Die Reaktionen auf dieses Ergebnis sind laut Pressetext.ch unterschiedlich: Mike Huss, Direktor von Peninsula appelliert an die Unternehmen, den Zugang zu MySpace und Co zu sperren. «Warum sollten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern erlauben täglich zwei Stunden auf Facebook zu verschwenden, während sie dafür bezahlt werden ihren Job zu erledigen?», so Huss gegenüber der BBC. Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich findet demgegenüber, dass es im Interesse des Arbeitgebers sein sollte, wenn sich seine Mitarbeiter vernetzen und online präsentieren: «Es hängt natürlich grundsätzlich von der Branche ab, aber Social Networking kann zur Effizienz beitragen.»
Wissenschaftler der Sheffield Hallam University bezweifeln unterdessen generell den sozialen Nutzen der Online-Gemeinschaften. Der Forscher Will Reader beschäftigte sich mit den neuen Arten von Freundschaft, die im Internet entstehen und kam zu dem Schluss, dass umfassende Kontaktlisten nichts über den tatsächlichen sozialen Status einer Person aussagten. «Obwohl die Anzahl der Freunde, die auf einem Profil aufscheint, gewaltig sein kann, bleibt die Zahl der engen Freunde annähernd dieselbe wie im realen Leben», so Reader. Das ist mal wieder eine Erkenntnis, die uns nur die Wissenschaft vermitteln kann. Und da dachte man immer, wer 2391 Freunde auf Facebook hat, könne sich vor lauter Verabredungen im realen Leben kaum mehr an den Computer setzen.

«Abstimmungskampf wird nicht fairer»

Politwerbung Ueli Haldimann, Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, hält nichts von der Idee, Parteien und Komitees gratis Sendezeit zur Verfügung zu stellen. SRG und SF müssten sich dem Gesetzgeber unterziehen, findet Andreas Gross.

Politwerbung Ueli Haldimann, Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, hält nichts von der Idee, Parteien und Komitees gratis Sendezeit zur Verfügung zu stellen. 
Als Ergebnis einer Initiative von SP-Nationalrat Andreas Gross befindet sich derzeit ein entsprechender Gesetzesentwurf in der Vernehmlassung (LINK).WW: Nationalrat Andreas Gross wirft der SRG und im Speziellen dem Schweizer Fernsehen vor, für seinen Vorschlag der kostenlosen Politwerbung im Vorfeld von Abstimmungen «kein Problemverständnis» zu zeigen. Was passt Ihnen an diesem Gesetzesentwurf nicht?Ueli Haldimann: Wir haben ein grosses Verständnis für Probleme. Nur sehe ich das in der Schweiz geltende Verbot von Parteienwerbung nicht als Problem an. Wir berichten jeweils intensiv über Abstimmungsvorlagen, mit Pro und Kontra. Das werte Publikum kann sich also sehr wohl eine Meinung bilden. Kommt dazu: Die Träger der Abstimmungskampagnen sind in der Schweiz meistens die Pro- beziehungsweise Kontra-Komitees, nicht die Parteien. Parteien drücken sich oft um eine klare Stellungnahme. Manchmal beschliesst eine Delegiertenversammlung eine andere Parole als der Parteivorstand oder die Fraktion. Was gilt dann? Oft wird von den Parteien auch Stimmfreigabe beschlossen. Da bin ich echt gespannt, wie ein Werbespot aussieht, der für Stimmfreigabe wirbt.
SRG und SF müssten sich dem Gesetzgeber unterziehen, wie dies in einer Demokratie selbstverständlich sei, und die Politwerbung akzeptieren, findet Andreas Gross.Selbstverständlich unterziehen wir uns dem Willen des Gesetzgebers, falls dieser beschliesst, dass die SRG SSR Gratis-Parteienspots ausstrahlen soll. Haben wir uns mal nicht an Gesetze gehalten? Aber, lieber Andi, es ist doch umgekehrt: Der Gesetzgeber hat soeben ein neues Radio- und Fernsehgesetz durchdiskutiert und verabschiedet, das solche Parteienspots eben gerade nicht vorsieht. Das Gesetz ist jetzt genau fünf Monate in Kraft. Aber selbstverständlich steht es dir frei, es schon wieder in Frage zu stellen.
Welche Bedingungen müssten erfüllt sein, damit Politspots von Parteien und von Interessengruppen auf SF problemlos Platz fänden?Das Radio- und Fernsehgesetz müsste geändert werden, wie erwähnt. Es verbietet in Artikel 10, Absatz d ausdrücklich Werbung für politische Parteien, für Personen, die politische Ämter innehaben oder dafür kandidieren, sowie für Themen, die nicht Gegenstand von Volksabstimmungen sind. Das hat das Parlament so beschlossen.
Mit dem Gesetz sollen die Grundlagen für faire Abstimmungskampagnen geschaffen werden. Was kann SF zu diesem Anliegen beitragen, abgesehen von den umstrittenen Politspots? Wir berichten, wie eben erwähnt, ausführlich über Abstimmungen. Die Abstimmungs-«Arena» ist jeweils ein Höhepunkt des Abstimmungskampfs. Dort achten wir darauf, dass die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck kommt, so wie es die Verfassung und das Gesetz verlangen. Ich glaube nicht, dass der Abstimmungskampf fairer wird, wenn die Parteien Spots platzieren können. Ich erinnere zum Beispiel an die Mutter-und-Kind-Initiative, welche die Abtreibung verbieten wollte und nach meiner Erinnerung von keiner grossen Partei unterstützt wurde. Da hätten wir nur Anti-Spots gehabt. Oder bei der Armee 21 waren alle Parteien dafür, wir hätten also nur Pro-Spots gehabt. Ist das dann ein fairerer Abstimmungskampf?
Sind die Medien der geeignete Hebel, um eine grössere Fairness bei Abstimmungskampagnen zu erreichen?Auch die grossen Zeitungen verstehen sich schon lange als Forumszeitungen und berichten kontrovers über Abstimmungsvorlagen. Ich stimme Andi Gross zu, dass unser Gemeinwesen in vielen Bereichen verbesserungswürdig ist. Aber ich sehe beim besten Willen keinen einzigen Missstand, den wir beseitigen würden, wenn die politischen Parteien in Zukunft «handglismeti» Spots ins Programm setzen dürften.
Interview per E-Mail: Nick Lüthi

«Einschränkung der SRG ist nötig»

Online-Werbung Die Verleger staunen über die Andeutungen von SRG-Chef Armin Walpen über Internetwerbung bei SF. Denn in der Radio- und Fernsehverordnung wird davon klar abgesehen.

 
Online-Werbung Die Verleger staunen über die Andeutungen von SRG-Chef Armin Walpen über Internetwerbung bei SF.Am 1. April ist es in Kraft getreten, ein Scherz ist das Verbot deshalb aber mitnichten – auch wenn es die SRG gerne so sähe. In der neuen Radio- und Fernsehverordnung steht schwarz auf weiss: «Im übrigen publizistischen Angebot der SRG (…) sind Werbung und Sponsoring unzulässig.» Damit ist klar: Die Internetseiten des gebührenfinanzierten Rundfunks bleiben werbefrei. Eine Bestimmung, mit der SRG-Generaldirektor Armin Walpen nicht gut leben kann, ja noch nie gut leben konnte. «Mittelfristig werden wir auch wieder über Werbung im Internet diskutieren müssen», zitierte ihn die NZZ am Sonntag. Damit stösst Walpen erneut eine Debatte an, die mit Inkrafttreten der neuen Rundfunkgesetzgebung eigentlich beendet war. Einen äusseren Anlass dafür gab es keinen. Die NZZ am Sonntag fragte nicht einmal explizit nach Walpens Haltung zum Online-Werbeverbot. Aus freien Stücken lancierte der SRG-Chef das heikle Thema.Mit Erstaunen reagieren die Verleger. «Im Sinne eines fairen Wettbewerbs braucht es gesetzliche Einschränkungen der SRG», schreibt Hanspeter Kellermüller vom Verband Schweizer Presse und ergänzt: «Eine Aufweichung des Werbeverbots kommt für uns nicht in Frage.» Das sieht Walpen freilich anders. Im Internet sieht er die Zukunft seines Unternehmens, nicht nur publizistisch, sondern auch kommerziell. Walpen gibt sich zudem überzeugt, dass der Widerstand der Verleger dagegen «nicht ewig anhalten» werde. Eine Einschätzung, die man beim Verlegerverband einigermassen amüsiert zur Kenntnis nimmt. Hanspeter Kellermüller meint dazu lediglich, «Ewigkeit» sei ein nur schwer fassbarer Begriff.
Was in Zukunft sein wird, weiss niemand, weder Walpen noch die Verleger. Doch was die Gegenwart betrifft, ist der Verband Schweizer Presse seiner Sache sicher: «Wir halten klar an unserer bisherigen Haltung fest und werden sehr darauf achten, dass das mit der Revision des Radio- und Fernsehgesetzes gefundene Gleichgewicht nicht über den Haufen geworfen wird.» Bei der SRG versucht man derweil, die Debatte in eine populäre Richtung zu lenken. Die Diskussion über Werbung im Internet müsse nicht zuletzt «im Interesse der Gebührenzahlenden» stattfinden, präzisiert SRG-Sprecher Daniel Steiner die Ausführungen seines Chefs. Heisst das nun höhere Einnahmen dank Internetwerbung gleich tiefere Gebühren? Stellt die SRG «mittelfristig» dann gar einen Antrag auf eine Senkung der Empfangsgebühren?
Nick Lüthi

Bund-Chefredaktor nicht beunruhigt über neue Zeitungspläne

Seit bekannt ist, dass das Verlagshaus Tamedia die Espace Media übernimmt, gibt es laufend neue Pläne für Kooperationen. Nun gibt es Überlegungen zu einer Qualitätszeitung, an welcher der Tages-Anzeiger und die Berner Zeitung beteiligt sein könnten, wie Persönlich.com berichtet. Ist von diesen Vorhaben die Rede, wird nie von der zweiten Berner Tageszeitung gesprochen, dem Bund.

 Seit bekannt ist, dass das Verlagshaus Tamedia die Espace Media übernimmt, gibt es laufend neue Pläne für eine Kooperation der beiden Häuser: Sie wollen – gemeinsam mit der Basler Zeitung – eine neue Gratiszeitung herausgeben und ein Online-Newsnetzwerk aufbauen. Nun gibt es Überlegungen zu einer Qualitätszeitung, an welcher der Tages-Anzeiger und die Berner Zeitung beteiligt sein könnten, wie Persönlich.com berichtet. Ist von diesen Plänen die Rede, wird nie von der zweiten Berner Tageszeitung gesprochen: dem Bund. Chefredaktor Artur K. Vogel ist über die neuen Pläne, dass der Tages-Anzeiger in Kooperation mit der Berner Zeitung zu einer neuen «Grossstadtzeitung» ausgebaut werden könnte, nicht akut beunruhigt. «Ich habe mit den Zürcher Kollegen gesprochen und ihre Pläne sind noch so vage, dass derzeit noch kein Grund zur Sorge besteht», sagte er der Werbewoche. Er könne nicht über eine Angelegenheit beunruhigt sein, die noch gar nicht konkret sei.
Abwiegelnd reagiert auch Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer: «Es ist richtig, dass es in den beiden Chefredaktionen Überlegungen gibt dazu, wie der Tages-Anzeiger und die Berner Zeitung weiterentwickelt werden könnten. Wir denken über verschiedene Varianten nach. Ein konkretes Projekt ‚Grossstadtzeitung’ gibt es aber nicht.»
Bund schreibt wieder schwarze ZahlenVogel baut auf dem auf, was ihm Tamedia-VR-Präsident Pietro Suppino und Espace-VR-Präsident Charles von Graffenried bei der Übernahme von Espace Media gesagt hätten: Der Bund werde weiterhin bestehen, solange er schwarze Zahlen schreibe und eine eigenständige publizistische Stimme darstelle. «Und schwarze Zahlen schreiben wir dieses Jahr ganz klar, zum ersten Mal seit Jahren», so Vogel.
Das sogenannte Berner Modell stützte sich stets darauf, dass sich die Berner Zeitung (BZ) und der Bund deutlich unterscheiden. Die BZ gilt als Lokalzeitung, während sich der Bund als Qualitätsblatt mit Hintergrundinformationen positionieren will. Die neuesten Pläne aus dem Hause Tamedia scheinen aber darauf hinzudeuten, dass die BZ zu einer politisch profilierten, unabhängigen Qualitätszeitung hochgerüstet werden könnte. «Falls die Entwicklung in diese Richtung geht, müssten wir die Positionierung der zwei Zeitungen in Bern tatsächlich überdenken», meinte Vogel.
Redaktionsmitglieder in Sorge Dass der Bund bei den gerüchteweisen bekannten Vorhaben nicht zur Sprache kommt, liegt in Vogels Augen daran, dass er bis vor kurzem noch grösstenteils der NZZ gehörte. Das sei wohl immer noch in den Köpfen verankert. «Ich muss den Kollegen in Zürich nun einhämmern, dass die Tamedia in Bern zwei Zeitungen besitzt», sagte Vogel. Auch in Bern setzt er sich bei den Espace-Leuten Polo Stäheli und Franziska von Weissenfluh für sein Blatt ein. «Und es gilt zu bedenken, dass man ein Blatt auch zu Tode reden kann: Wenn stets davon die Rede ist, dass der Bund bedroht sein könnte, entsteht irgendwann tatsächlich eine Bedrohung». Seine Redaktion sei aber sehr lebendig. «Natürlich gibt es Redaktionsmitglieder, die Angst haben. Es gab auch Kündigungen», erklärte Vogel. Man wisse nicht genau, wie es weitergehe; das erzeuge Beunruhigung.
Neben der allfälligen «Grossstadtzeitung» will die Tamedia eine neue Pendlerzeitung und einen Online-Auftritt zusammen mit der Basler Zeitung realisieren. Auch hier ist nie konkret vom Bund die Rede. «Aber wenn die Berner Zeitung tatsächlich vom Anzeigenaufkommen profitiert, das die projektierte Pendlerzeitung bringen soll, erhält auch der Bund über das gemeinsame Anzeigenmanagement einen Teil davon», so Vogel. Gleichermassen könnte der Bund auch aus dem Online-Netzwerk Nutzen ziehen. Sein Webauftritt wird bereits jetzt schon gemeinsam mit der Berner Zeitung realisiert; der Bund hat eigene Nischen, wo er schalten und walten kann, wie er will. Vogel geht davon aus, dass das auch in Zukunft so bleiben werde.
Das Webangebot des Bundes zieht übrigens auch jene Leser an, die das Schicksal der beiden Berner Blätter zu bewegen scheint: In Kommentaren lassen sie sich darüber aus, ob es zwei Zeitungen in der Hauptstadt brauche. Ein Nutzer schreibt, er würde sofort die NZZ abonnieren, wenn es den Bund nicht mehr gäbe.
Carole Scheidegger

Aufgefallen: Schöne Verulkung

Aufgefallen Roman Kilchsperger hat eine neue Radiosoap ins Leben gerufen. Darin sollen Schönheitsoperationen auf die Schippe genommen werden.

 
Schönheitschirurgie Ein Tierfutter namens Fressnapf weckt ein sehr präzises Markenversprechen. Das Label Smart für ein intelligentes Auto kann ebenso als smartes Branding verstanden werden. Playboy als Titel für ein Herrenmagazin peilt zielgenau mehr oder weniger verspielte Buben an. In diesem Kreis der treffenden Markennamen ist jetzt auch Mona Lisa als Deckname für eine Schönheitsklinik auf den Mediaplan getreten. Die schöne Lisa und ihr gewinnendes Lächeln – das kann nur die richtigen Begehren wecken. Stutzig wird man allerdings, wenn einem die Anzeige ganzseitig in der Pendlerzeitung Heute aufgefallen ist. Diese will bekanntlich vor allem ein junges Zielpublikum ansprechen. Sind wir also einem neuen Trend auf der Spur, dass immer mehr junge Leute bereits unter dem Messer von Schönheitschirurgen liegen wollen? Die Entwarnung folgt im Heute vom Tag danach. «Mona Lisa» ist der Titel einer neuen Radiosoap. Zu hören täglich um 7.20 und 9.30 Uhr auf Energy Zürich. Der Autor der schönen Verulkung ist Roman Kilchsperger. (pan)
 

Orcamedia feiert 125 Jahre Jura Cement Fabriken

Die Werbe- und Produktionsagentur Orcamedia in Niederrohrdorf wurde mit der Konzeption, Organisation und Produktion der Feierlichkeiten zum 125-Jahre-Jubiläum der Jura Cement Fabriken betraut. Die Auftraggeberin hat ein siebenstelliges Budget investiert.

 Die Werbe- und Produktionsagentur Orcamedia in Niederrohrdorf wurde mit der Konzeption, Organisation und Produktion der Feierlichkeiten zum 125-Jahre-Jubiläum der Jura Cement Fabriken betraut. Die vier Eventabende in zwei verschiedenen Locations sind für insgesamt 1640 Gäste ausgelegt; die Auftraggeberin hat laut Medienmitteilung ein siebenstelliges Budget investiert, um ein Qualitätserlebnis zu schaffen. Mit von der Partie sind unter anderem der Politsatiriker Andreas Thiel, das Top Secret Drum Corps Basel, Sternekoch Helmut Zuber, Sommelier Jörg Bühler und die Walliser Irish-Folk-Band Glen of Guinness. Unter den Gästen am VIP-Abend waren der irische Botschafter und die Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi. Die noch bevorstehenden Feiern sollen ganz den Mitarbeitenden aus den Unternehmen der gesamten, zum irischen Baustoffkonzern CRH gehörenden Jura-Holding gewidmet sein.

Am Ziel der Gourmet-Rallye warten Storys und der Futtertrog

Public Relations PR hat viele Facetten. Eine davon ist die so genannte Produkt-PR, über deren theoretische und praktische Einordnung sich die Fachwelt nicht ganz einig ist.

Public Relations PR hat viele Facetten. Eine davon ist die so genannte Produkt-PR, über deren theoretische und praktische Einordnung sich die Fachwelt nicht ganz einig ist. 
Warum sollte sich ein Multimedia-
Journalist für eine Rallye durch die Delikatessgeschäfte von Zürich interessieren? Und warum sollte ein Lifestyle-Journalist, der sonst nur Prominente und Mode im Kopf hat, sich mit einem Multimedia-Computer und dessen Funktionen auseinander setzen? Die Antwort ist auf den ersten Blick nicht unbedingt einleuchtend: Produkt-PR.
Während die einen sie zur klassischen Öffentlichkeitsarbeit zählen und damit der PR-Abteilung zuordnen, sehen die anderen sie eher im Marketing und Vertrieb angesiedelt. Aber egal, welche interne oder auch externe Stelle verantwortlich ist, Produkt-PR muss immer den Anforderungen von Marke, Markt und Aktualität der Themen genügen.
Vor allem Letzteres ist bedeutsam. Im Gegensatz zur Werbung, bei der man durch Bezahlung die gewünschten Botschaften im Zielmedium beim gewünschten Zeitpunkt platzieren kann, ist man bei Produkt-PR auf Mittler, sprich Journalisten und Redaktionen, angewiesen. Und für diese ist der Nachrichtenwert von Presseinformationen zu Produkten meist nur bedingt gegeben.
Mehrwert für Unternehmen und Medien dank Produkte-PRDer Begriff «Nachrichtenwert» stammt aus der Kommunikationswissenschaft und versucht zu erklären, welche spezifischen Einflussfaktoren einer Nachricht einen Veröffentlichungswert geben. Zu den definierten Merkmalen gehören unter anderem Aktualität, Nähe, Prominenz, Neuheit/Innovation, Konflikt oder Negativität.
Während in der Vergangenheit die Arbeit der Journalisten lediglich als ein Reflex auf solche Ereignismerkmale gesehen wurde, wird den Mittlern zwischen Information und Veröffentlichung heute eine viel grössere, instrumentale Rolle zugesprochen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass der Journalist einem Ereignis/einer Information gewisse publikationswürdige Eigenschaften zuschreibt. Mit anderen Worten: Journalisten wählen aus der Flut an Informationen, die sie erhalten, jene aus, welche zum jetzigen Zeitpunkt passend und interessant sind. Durch die Auswahl selbst definieren sie einen Nachrichtenwert.
In Bezug auf die Produkt-PR spielt nicht mehr nur noch die objektive, faktenorientierte Kommunikation, sondern auch die emotionale eine wichtige Rolle. Journalisten werden in diesem Moment zu einer Art Konsument, der auf sachlicher und emotionaler Ebene von einem Informationsangebot überzeugt werden muss. Dementsprechend hilft es, Themen systematisch zu entwickeln und diese auf die Bedürfnisse der Medien abzustimmen.
Emotionalisierung der Produkt-KommunikationDie Themenfindung beziehungsweise die Entwicklung eines thematischen Ansatzes in der Produkt-PR dient dazu, sachliche Information zu emotionalisieren und damit eine grössere Nachrichtenrelevanz zu schaffen. Was uns zurück zu den eingangs gestellten Fragen und einem praktischen Beispiel bringt.
Für die Markteinführung des neuen Nokia-N95-Multimedia-Computers bestand die Aufgabe darin, PR-Massnahmen vorzuschlagen, die sowohl Fachjournalisten aus Multimedia-Redaktionen als auch Journalisten von Lifestyle-Medien ansprechen. Für beide sollte das Produkt erlebbar gemacht und es sollte gezeigt werden, dass die vielseitigen Funktionen relevant für den multimedialen Alltag und Lebensstil sind.
Unter den Gesichtspunkten «multimedial, Erlebnis, Lifestyle» entstand der thematische Aufhänger «Sinneserlebnisse» und die Idee zur Gourmet-City-Rallye. Als Ausgangs- und Endpunkte der Rallye wurde ein exklusives Restaurant in Zürich ausgewählt, von dem aus die Journalisten nach einer kurzen Einführung zu einer Einkaufstour durch die Stadt geschickt wurden. Ausgerüstet mit dem Nokia-N95-Multimedia-Computer waren sie aufgefordert, sich mittels dem integrierten Navigationssystem zu orientieren und in vorher definierten Delikatessgeschäften spezifische Produkte einzukaufen. Die Aufgabenerfüllung war mit Photos und Videos zu dokumentieren und die Aufnahmen unterwegs in einen Blog zu übertragen – beides selbstverständlich mit dem Nokia N95.
Zurück im Restaurant wurden den Teilnehmern mit Hilfe der Einspielungen auf dem Blog gezeigt, was die anderen der Gruppe erlebt haben. Und selbstverständlich wurden die eingekauften Köstlichkeiten im Rahmen eines Abendessens probiert.
Die Umsetzung der Gourmet-Rallye machte es möglich, aus einer technikorientierten Produkteinführung eine Geschichte für Journalisten verschiedener Medienkategorien zu machen und neben dem Nachrichtenkriterium «Neuheit» zusätzlichen Nachrichtenwert zu schaffen. Die Lifestyle-Journalisten auf der einen Seite konnten über ein Gadget erzählen, das es ihren Lesern ermöglicht, sich zum Beispiel beim Shopping-Trip in New York den Weg zum nächsten Geschäft zu suchen. Beziehungsweise mit dem sie ihre Erlebnisse unterwegs bildlich festhalten und für andere über das Internet unmittelbar sichtbar machen können. Auf der anderen Seite konnten sich die Multimedia-Journalisten während der Rallye von der Funktionalität des Nokia N95 überzeugen und alle technischen Features detailliert testen.
Durch die Teilnahme an der Rallye wurden die Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu Anwendern gemacht, die ein Produkt in einer realen Situation benutzen. Die Einbindung eines exklusiven Restaurants, Gourmet-Leckereien und der Möglichkeit, sich beim Abendessen mit anderen auszutauschen, schaffte zusätzlich einen emotionalen Rahmen für die Veranstaltung.
Planung zahlt sich ausDas Beispiel zeigt, dass Produktneuheiten nicht nur sachlich-trocken präsentiert werden müssen. Ganz im Gegenteil, die Verknüpfung von Informationsvermittlung und direkter Anwendung hat sich als überaus wirkungsvolle Kommunikationsmassnahme erwiesen, die in über 50 Berichten zum Nokia N95 und rund 4 Millionen potenziellen Leserkontakten resultierte.
Produkt-PR ermöglicht es, auch komplexere Sachverhalte detailliert darzustellen und für beide Seiten ein Win-Win-Situation zu schaffen. Durch die Planung von Themen setzen Unternehmen ihre Mittel effizient ein und können die gewünschten Botschaften platzieren. Auf der anderen Seite ergibt sich für die Journalisten eine Geschichte, die für die Leser interessant und relevant ist.
Es reicht aber nicht, nur das richtige Thema, die richtige Aufbereitung und das richtige Timing zu haben. Erfolgreiche Produkt-PR bedarf, wie auch klassische Werbemassnahmen, einer detaillierten Vorbereitung und Abstimmung. Für die Medienauswahl muss man wissen, welche Medien von den relevanten Zielgruppen genutzt werden und wie der Themenplan der Redaktionen aussieht. Für die Recherche sollte man auch auf das persönliche Beziehungsnetz zu Journalisten und Redaktionen zurückgreifen, da so gleichzeitig das Interesse abgeklärt werden kann.
Damit Produkt-PR nicht nur eine kurzfristige Effekthascherei ist, ist es wichtig, dass sich die Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen sich bezüglich der Botschaften abstimmen. So kann eine integrierte Kommunikation sichergestellt werden, die sich langfristig positiv auf das Image auswirkt.
Patrick Preuss und Marc Schlittler
> Marc Schlittler ist Managing Partner und Patrick Preuss ist Projektleiter bei PRfact AG, einer jungen Below-the-line-Agentur mit Schwerpunkt Public Relations. PRfact ist spezialisiert auf integrierte Kommunikations- und Marketingberatung, innovative Produkte- und Lifestyle-PR als auch Events.

«Blick muss sich radikal verbessern»

Presse Magazine seien für Zeitungen die Zukunft, auch für den Blick, meint Daniel Pillard, Leiter ad interim des Ringier Verlages Schweiz. Bis im Frühling soll die Zeitung umgebaut werden.

 
Presse Magazine seien für Zeitungen die Zukunft, auch für den Blick, meint Daniel Pillard, Leiter ad interim des Ringier-Verlages Schweiz. 
Alle Gratistitel erscheinen im Tabloid-Format. Warum will sich der Blick als Bezahlzeitung hier nicht abheben?Das ist keine Formatfrage. Tabloid ist ein Magazinformat, das die Leute mögen. Das ist ein Vorteil. Man muss dieses Format aber spezifisch gestalten.
Warum nicht etwas grösser, so wie Metro in London?Oder wie El Pais, oder Libération und so weiter, das wäre schön. Dafür haben wir aber bis 2009 die entsprechenden Druckmaschinen nicht.
Oder wie Cash selig? Da gäbe es ja wieder Druckkapazität in Adligenswil?Der Blick wird bereits in Adligenswil gedruckt. Aber man kann die Cash-Lösung nicht für den Blick brauchen. Die Frage ist vielmehr, was wir mit diesem Tabloidformat machen. Wie geht man mit einer Doppelseite um und nicht bloss mit Seiten? Vielleicht haben Blick und auch Le Matin nicht so konsequent damit gearbeitet. Man muss etwas anderes als 20 Minuten und .ch machen. Man muss eben magaziniger werden.
Blick soll zum Magazin werden, Ihre Erklärungen neulich in der Sonntagszeitung haben für Verwirrung gesorgt. Was meinen Sie damit genau?Diese Reaktion überrascht mich nicht. Doch Magazine sind die Zukunft für Zeitungen. Natürlich gibt es Grenzen. Zu magazinig zu werden ist gefährlich, gerade für eine Zeitung wie Blick. Mit blossen Nachrichten und kleinen Berichten ist es vorbei, das bieten bereits die Gratiszeitungen und das Internet. Bezahlzeitungen müssen dagegen auf jeder Seite Mehrwert bieten, gleich wie Magazine. Dafür braucht es eine bessere Bildsprache und Bildqualität, auch eine bessere Textqualität.
Wie funktionieren Magazin und Boulevard zusammen?Es gibt Boulevard-Magazine. L’Illustrée zum Beispiel. Da werden Geschichten mit Emotionen erzählt, welche die Leute berühren. Das kann gleichzeitig boulevardesk und magazinig sein, ohne deswegen gleich intellektuell und kühl zu wirken.
L’Illustrée ist ein Wochentitel. Funktioniert das auch bei der Tagespresse? Ja, davon bin ich überzeugt! Das wollen wir beweisen.
Der Blick wird tatsächlich ein bisschen mehr wie ein Magazin?Diese allgemeine Ausrichtung ist bereits entschieden, ja.
Wäre der Blick nicht besser selber zum Gratisblatt geworden?Das glaube ich nicht. Wir haben diese Problematik schon bei Le Matin diskutiert. Noch eine Gratiszeitung ist nicht der Weg. Das wäre ein ganz anderes Modell. Ausserdem ist diese Schlacht wohl schon verloren. Ich bin überzeugt, dass es für eine bezahlte Boulevardzeitung einen Markt gibt. Aber sie muss sich radikal verbessern.
Was wurde aus den Konzepten der ex Chefredaktoren von Blick und Bild, Werner deSchepper und Claus Larass?Selbstverständlich werden wir ihre besten Ideen nutzen.
Die Leserschaft des Blick ist überaltert, es braucht junges, urbanes Publikum.Ich habe die Zahlen analysiert. So schlimm ist es gar nicht. Blick ist keine altmodische Zeitung. Wir haben sowohl jugendliche wie auch ältere Leserinnen und Leser. In der Mitte sind wir weniger stark. Wir sind auf dem Land stark und haben dort zum Glück keine Mitbewerber. Auf diesen Schatz können wir bauen. Wir müssen aber auch wieder in die Stadt zurückkehren, mindestens teilweise.
Warum die strikte Trennung zwischen heute und Blick bei der Leserschaft?Blick wird nie wie heute sein, kann aber trotzdem urbaner werden. Beide Titel gemeinsam zu vermarkten ist zudem eine Herausforderung, weil die Mediaplaner lieber die reine Leserschaft eines Titels haben. Heute ist derzeit noch zu klein und muss sich weiter entwickeln.
Wie lange wird das Inseratekombi also noch bestehen?Wir werden das Kombi in aller Ruhe prüfen und herausfinden, wie es am besten funktioniert.
Ohne Internet geht es heute nicht mehr. Können Sie da auf die Multimediapraxis von Cash daily zurückgreifen?Cash daily ist für uns ein Vorbild. Print und Web müssen unbedingt enger zusammenarbeiten. Das ist unser Ziel auch beim Blick. Blick online ist ja schon die Nummer eins, das wusste ich als Westschweizer erst gar nicht! Man muss das Web aber auf jeder Seite im Blatt spüren. Ringier entstand einst aus einer Druckerei. Diese Mentalität ist immer noch spürbar. Das muss sich ändern.
Warum gibt es noch kein Blick-TV?Das kommt! Das wird auf der Blick-Website nicht fehlen.
Ich meine «echtes» Fernsehen. Ein eigenes Format Blick-TV, zum Beispiel am Schweizer Fernsehen oder bei Sat 1?Das ist Zukunftsmusik und wäre natürlich toll. Mit solchen Fragen sind wir – zugegeben – etwas spät dran. Aber es gibt neue Leute in der Geschäftsleitung, die hier eine umfassende Sicht haben.
Gab es schon Gespräche mit TV-Sendern?Nein, nicht konkret. Wir machen derzeit im Rahmen von Presse-TV wertvolle Erfahrungen, zum Beispiel mit Sponsoring. Jetzt kommt Web-TV, da wird sich mit der Zeit eine entsprechende Kultur entwickeln.
Wann gibt es den neuen Blick zu kaufen?Wahrscheinlich im kommenden Frühling.
René Worni

Im Internet leben selbst die Toten

Internet Facts, das Nachrichtenmagazin, ist tot. Facts, die Marke, lebt im Internet weiter. Die Verknüpfung von «News-Aggregation» und «Networking» gebe es noch nicht.

Internet Facts, das Nachrichtenmagazin, ist tot. Facts, die Marke, lebt im Internet weiter. 
 Zwei grosse Wochentitel wurden diesen Sommer zu Grabe getragen – Cash und Facts. Die Marke Facts weilt jedoch nicht auf dem Markenfriedhof, wo Swissair, PTT oder ABM selig ruhen. Facts lebt weiter. Nicht als Nachrichtenmagazin, sondern als so genanntes Community-Portal.
Vor kurzem startete der Verlag Tamedia mit Facts 2.0 einen neuen Internetauftritt. Statt teuren Recherchierjournalismus zu betreiben, sammelt die Plattform aus allen Medien und aus der Blogosphäre Inhalte, ordnet und verlinkt sie auf ihre Ursprungsquelle. Zusätzlich können User die Artikel kommentieren und verfolgen, wer sie liest.
Laut Eigenbeschrieb ist die Plattform «ein Netzwerk für News-Produzenten, ob Journalisten oder Blogger». Um zu garantieren, dass sich auch nur diese auf dem Portal tummeln, müssen neue Mitglieder von einem eingeschriebenen Mitglied eingeladen werden. Wie Initiant und Projektleiter Christoph Lüscher sagt, soll somit die Nachhaltigkeit des Projekts gewährleistet werden.
Mehr als nur ein weiterer KlonFacts 2.0 ist im Prinzip nichts Neues. In der Aufmachung ist die Plattform eine Mischung aus dem bekannten Newsportal Digg.com und dem Social Network Facebook. Das Tamedia-Projekt ist aber nicht einfach ein weiterer Klon erfolgreicher US-Community-Sites. Facts 2.0 bietet Innovation. Die Verknüpfung der Elemente «News-Aggregation» und «Networking» gebe es in dieser Form noch nirgends, so der Architekt der Plattform, Oliver Reichenstein. Damit will man aufzeigen, wer die Menschen hinter den News sind.
Obwohl die Macher von Facts 2.0 das Projekt als Experimentierküche deklarieren, will Tamedia mit der Plattform Geld verdienen. Wie, darüber ist man sich an der Werdstrasse noch nicht in allen Punkten einig. Für Lüscher ist aber klar, dass man Werbetreibenden grossflächige Bannerwerbung für Imagekampagnen anbieten will. Diese Werbeform hat allerdings ein Handicap, weil in der Online-Vermarktung in erster Linie Klicks und nicht Impressions gemessen werden.
Bis zur Vermarktung müsse das Projekt einen eigenen Charakter entwickeln, damit für Werber klar sei, was man einkaufe, so die Initianten. An den Gewinnen will man die Blogger und andere Medienschaffende beteiligen. «Werden Gewinne gemacht, werden wir Alpha-Leistungen bezahlen», so Lüscher. Was heisst, dass viel gelesene und diskutierte Texte belohnt werden. «Es darf nicht sein, dass wir mit einer solchen Plattform hoch profitabel sind und dabei nichts abgeben. Wir produzieren ja keine Inhalte selbst.»
Vereinzelt müssen sich Lüscher und Reichenstein auch mit Kritik beschäftigen. So beschwerten sich bereits Autoren von Weblogs, weil ihre Texte auf der Plattform angeteasert werden. Die Aggregation und das kurze Zitieren von Beiträgen seien laut Lüscher aus rechtlicher Sicht jedoch unproblematisch. Der Konflikt bestehe, weil sich viele Blogs gegen kommerzielle Verbreitung ihrer Inhalte schützten. «Das Zitieren ist jedoch kein Verstoss gegen das Urheberrecht», sagt Lüscher, «sonst könnte Google auch keine Suchmaschine betreiben.»
Der Tamedia-Mann will sich aber nicht auf die rechtliche Position berufen. Wer nicht verlinkt werden will, wird diskussionslos aus dem Quellenverzeichnis gelöscht.
Gnadenfrist bis Mitte 2008Tamedia experimentiert als erstes Schweizer Medienunternehmen mit Inhalten aus Weblogs und setzt sie in den Kontext journalistischer Produkte. Den Mix will Christoph Lüscher ausbauen, denn im Zuge der «Uniformierung der Medien» wolle man versuchen, mit verschiedenen Nachrichtenformen Inhaltstiefe zu schaffen. Die Wahrheit, so sind die Initianten überzeugt, liege irgendwo zwischen den Inhalten der klassischen Medien und der Blogger. Facts 2.0 hat bei der Tamedia-Führung eine Gnadenfrist bis Mitte 2008, bis dann muss das Projekt kostendeckend sein. Laut Oliver Reichenstein würden eine Million Page Views pro Monat genügen.
Christian Lüscher

Mitlinks realisiert Hyundai-Banner für Ruf Lanz

Die Spezialisten für Neue Medien von Mitlinks haben im Auftrag der Werbeagentur Ruf Lanz für Hyundai einen Banner realisiert. Über eine Microsite können Freunde per E-Mail eingeladen werden, mit dem Hyundai i30 zu spielen.

 Die Spezialisten für Neue Medien von Mitlinks haben im Auftrag der Werbeagentur Ruf Lanz für Hyundai einen Banner realisiert, der zu einer Microsite führt. Dabei wird die international vorgegebene Hyundai i30 Botschaft «Schon bald Ihr bester Freund» mittels Flashanimationen interaktiv erleb- und spielbar gemacht. Über eine Microsite können Freunde per E-Mail eingeladen werden, ebenfalls mit dem Hyundai i30 zu spielen.Verantwortung Hyundai: Reto Stemmler (Marketing Manager); Olivia Sieber (Marketing Assistant); Verantwortung Ruf Lanz: Danielle Lanz, Markus Ruf (Creative Direction); Marcel Schläfle (Art Direction); Natalie Schneider (Beratung); Verantwortung mitLinks; Pius Kraushaar (Design und Animation); Romano Strebel (Projektleitung).

Publigroupe fokussiert für Media Sales auf die Marke Publicitas

Die Allmedia-Vermarktung der Publigroupe wird unter dem Traditionsnamen Publicitas zusammengefasst. Gleichzeitig mit der Konzentration auf eine Marke werden auch die über Zürich verstreuten Büros unter ein Dach gebracht.

 Die bereits seit längerem im Aufbau befindliche Allmedia-Verkaufsorganisation Media Sales von Publigroupe wird künftig unter Publicitas im Markt auftreten. Damit werden die heute zur weltweiten Medienvermarktung eingesetzten neun Namen alle in die Marke Publicitas überführt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das betrifft Cinecom, Mosse, Publiconnect, Publimag, Publimedia, Publicitas Promotion Network, Radiotele und Web2com. Die neue Markenstruktur wird ab Frühjahr 2008 eingeführt. «Verschiedene Marken werden dabei zwar verschwinden, nicht so aber das Know-how und das Engagement der Spezialistenteams, welche sich für die verschiedenen Mediengattungen einsetzen und heute hinter den neun Marken und für deren Wert stehen», sagte Hans-Peter Rohner, CEO der Publigroupe. Grund für die Single-Brand-Strategie und die Zusammenfassung sämtlicher Vermarktungsbereiche unter einem Dach sei, dass die Publigroupe von einer künftig immer stärkeren crossmedialen Vermarktung ausgehe, sagte Rohner der Werbewoche. Die Monomedienvermarktung stehe weiterhin im Vordergrund, aber crossmediale Kombinationen würden sukzessive immer wichtiger werden. Das wolle man auch mit dem Markenauftritt demonstrieren. «Markenentscheide sind bekanntlich sehr langfristige Entscheide. Wir sind vor der Entscheidung gestanden, einen etablierten oder einen völlig neuen Brand als Dachmarke zu benützen. Wir haben uns dafür entschieden, die sehr bekannte Marke Publicitas zu wählen», so der Publigroupe-Chef. Dieser Brand sei auch im Ausland «von Lateinamerika bis China» sehr etabliert. Nicht in der Schweiz nämlich, sondern im internationalen Geschäft will die Publigroupe künftig markantes Wachstum erzielen.
Die Herausforderung bestehe nun darin, die Marke Publicitas radikal neu zu positionieren. So wolle man der Gefahr begegnen, dass man imagemässig auf die Vermittlung von Printanzeigen reduziert werde. Deshalb werden ein ganz neues Logo und eine neue Corporate Identity geschaffen. Dieser Prozess soll in mehreren Etappen vor sich gehen. Bis zur nächsten Jahrespressekonferenz im März 2008 will Rohner mit seiner Mannschaft den neuen Auftritt erstellen und einen Fahrplan vorlegen, welche Marke wann in die neue Dachmarke überführt wird. Der Name Media Sales bezeichnet lediglich einen Geschäftsbereich und wird gegen aussen überhaupt nicht verwendet, wie Rohner erklärte.
Die Präsenz von Media Sales in Zürich als grösstem Medienmarktplatz der Schweiz wird ebenfalls per Frühjahr 2008 neu organisiert. Die heute auf fünf verschiedene Standorte verteilten Media-Sales-Einheiten im Raum Zürich werden künftig Baslerpark in Altstetten zusammengefasst. « Die völlig neue Standortpolitik in Zürich eröffnet ganz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit», sagte Rohner. Auch damit wolle man den crossmedialen Gedanken unterstützen. Von hier aus wird Publicitas auch die weltweite Unterstützung für ihre Tochtergesellschaften in den 21 Ländern sicherstellen.

Alain Lamy wird neuer Chef von Publicitas International

Per 1. November wird Alain Lamy neuer Managing Director der Publigroupe-Tochter Publicitas International Switzerland. Er löst Daniel Schüpbach ab, der nach sechs Jahren von seinem Posten zurücktritt.

 Per 1. November wird Alain Lamy neuer Managing Director der Publigroupe-Tochter Publicitas International Switzerland. Er löst Daniel Schüpbach ab, der nach sechs Jahren von seinem Posten zurücktritt und die Firma verlässt. Lamy ist seit 1991 bei Publicitas International tätig. Seit 2003 leitet er die auf Premium- und Lifestyle-Magazine spezialisierte Verkaufs- und Marketing-Einheit Intermag.
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