Wahlkampf in Unterwäsche dank SFLB

Nationalratskandidatinnen und -kandidaten posieren ab Montag in Migros-Unterwäsche auf Plakaten in der ganzen Schweiz. Die nur zwei Wochen vor den Wahlen gestartete Plakatkampagne wurde von der Zürcher Werbeagentur Spillmann/Felser/Leo Burnett inszeniert.

 
Zwei Wochen vor den Nationalratswahlen wirbt die Migros grossflächig für Migros-Höschen, in denen mögliche zukünftige Volksvertreter stecken. 41 Nationalratskandidatinnen und -kandidaten wollten bei der ungewöhnlichen Werbeaktion mitmachen, sieben sind ab sofort auf Plakaten in der ganzen Schweiz zu sehen, wie es in der Mitteilung von SFLB heisst. Die Idee, umgesetzt von Spillmann/Felser/Leo Burnett, schliesst sich an eine Reihe von Migros-Kampagnen an, welche auf Hinz und Kunz statt auf Topmodels setzen; so waren im letzten Herbst Gemeinderäte aus der Schweiz in Damen- und Herrenoberwäsche und Skilehrer in Unterwäsche zu sehen. Die Parteizugehörigkeit ist auf keinem der Plakate erwähnt. «Wir haben in erster Linie Kandidaten gesucht, welche natürlich rüberkommen und eine gute Figur machen in Unterwäsche. Schliesslich ist es ja Unterwäsche-Werbung», sagt Peter Brönnimann, CD bei Spillmann/Felser/Leo Burnett. Auf den Plakaten werden nur Name, Vorname und der Wohnort erwähnt ¬- und dass es sich um eine Nationalratskandidatin oder -kandidaten handelt. Fotografiert wurden sie vom weltweit tätigen Schweizer Frederic Auerbach. Bekannt wurde die Kampagne bereits am 12. September durch einen Bericht von 10vor10; bezüglich ihrer Motivation sagte etwa die Jung-CVP-Kandidatin Mirjam Arnold, sie erhoffe sich davon, bei den Leuten bekannt zu werden, weil sie nicht viel Geld in den Wahlkampf investieren könne. Die Kampagne ist ein Grund mehr, weshalb der Wahlkampf 2007 in die Geschichte eingehen könnte.

Verantwortlich bei Migros: Beat Mühlemann (Leiter Marketing Kommunikation), Claudia Haueter (Leiterin Werbung Super-/Verbrauchermarkt), Bettina Huwyler (Projektleiterin Werbung Super-/Verbrauchermarkt), Daniela Suter (Leiterin Category Management Wäsche & Strumpfwaren), Petra Renggli (Category Manager Herrenwäsche), Beatrix Kessler (Category Manager Damenwäsche).
Verantwortlich bei SFLB: Tabea Guhl (AD), Peter Brönnimann (Text) Martin Spillmann, Peter Brönnimann (CD), Martina Glaser, Rebecca Krausse, Sarah Laukemann (Beratung), Sebahat Derdiyok (Art Buying). Fotos: Frederic Auerbach. Fotoproduktion: René Hauser. Styling: Barbara Wernle. Die Migros-Plakate:

Einigung auf einen Sozialplan für Huber Printpack

Die Betriebskommission der Huber Printpack, die Gewerkschaften Comedia und Syna sowie Huber & Co. haben sich auf einen Sozialplan für die vom Stellenabbau bei der Huber Printpack betroffenen Mitarbeitenden geeinigt.

 
Die Betriebskommission der Huber Printpack, die Gewerk¬schaften Comedia und Syna sowie Huber & Co. haben sich auf einen Sozialplan für die vom Stellenabbau bei der Huber Printpack betroffenen Mitarbeitenden geeinigt. Die Mitarbeitenden der Huber Printpack haben dem Sozialplan am Freitag zugestimmt. Mit dem Sozialplan sollen die wirtschaftlichen Folgen des Stellenabbaus gemildert und die berufliche Neuorientierung der betroffenen Mitarbeitenden unterstützt werden. Der Abbau von 39 Vollzeitstellen bei der Huber Gruppe ist eine Folge des am 17. September 2007 bekannt gegebenen Teilverkaufs des Akzidenz- und Verpackungsdruckgeschäftes der Huber Printpack (Siehe:
). Das Ostschweizer Druck- und Verlagshaus Druckerei Flawil übernimmt per 1. November 2007 den Bereich Akzidenzdruck der Huber Printpack sowie den Zeit¬schriften¬verlag von Huber & Co. Ebenfalls auf November übernimmt das St. Galler Familienunter¬nehmen K+D den Bereich Verpackungsdruck. Mit der Übernahme durch die beiden Traditionsunter¬nehmen sollen rund 80 Vollzeitstellen langfristig gesichert werden.

Sunrise lanciert neue Kommunikationskampagne

Sunrise Schweiz hat ihre neue Kommunikationskampagne lanciert, welche mit dem Grundgedanken Einfachheit die Markenpersönlichkeit stärker zu profilieren und die Produktlandschaft zu vereinfachen sucht. Konzipiert und realisiert wurde die Kampagne von der Genfer Agentur Rive Gauche.

 
Sunrise Schweiz hat soeben ihre neue Kommunikationskampagne lanciert, welche mit dem Grundgedanken Einfachheit die Markenpersönlichkeit stärker zu profilieren und die Produktlandschaft zu vereinfachen sucht. Konzipiert und realisiert wurde die Kampagne von der Genfer Agentur Rive Gauche, der Sunrise bereits im August 2007 die gesamte Kommunikationsstrategie und Werbekreation anvertraute. Die neue Einstellung von Sunrise habe Rive Gauche den Weg zur Kreation einer attraktiveren, empathischeren, klareren und vor allem in den Augen der Konsumenten einfacheren Markenpersönlichkeit bereitet, wie es in der Medienmitteilung heisst.

Ähnlich wie die Automobilbranche werde auch die Telekommunikationsbranche häufig als kompliziert und undurchsichtig wahrgenommen. Deshalb habe Sunrise ihre Produkte und Tarife hinterfragt, um sie zu vereinfachen und für den Durchschnittskonsumenten attraktiver und verständlicher zu machen. Strategischer und kreativer Grundgedanke sei deshalb gewesen, die Einfachheit der neuen Positionierung von Sunrise durch eine starke, originelle, universelle, spielerische und für jedermann verständliche Symbolik aufzuzeigen. «Das Telefon unserer Kindheit – zwei durch eine Schnur verbundene Konservendosen – ist in unserer Erinnerung als universelles Symbol für das Telefonieren und für die Einfachheit verankert», heisst es in der Mitteilung weiter.
Gemäss Alphonse Garcia, CEO und CCO von Rive Gauche, breche diese Kampagne mit den in der Telekommunikationswelt üblichen Codes und Konventionen. Deshalb verleihe sie Sunrise den Status eines Leaders und eine Positionierung, die sich deutlich von derjenigen der Konkurrenz abhebe, indem sie unmissverständlich Einfachheit und Kundennähe kommunizieren wolle. Rive Gauche hat dieses Konzept für die traditionellen Werbemittel Plakat, TV und Print sowie für Below-the-line, Internet, SMS und POP entwickelt und realisiert. Mit der Produktion der Foto- und Filmaufnahmen wurde das Studio Production in Genf unter der Leitung von Thierry Bourdeille beauftragt. Der TV-Spot entstand unter der Regie von Sébastien Dhrey, der bereits als Regisseur für internationale Spots für Unternehmen wie Nissan, Hollywood funghiert hat.

Verantwortlich bei Sunrise: Alexandra Reich (COO Residential Customers), Elisabeth Baumgartner (Direktor Marketing & Kommunikation), Daniela Schönholzer (Teamleader Atl Kommunikation). Verantwortlich bei Rive Gauche: Alphonse Garcia & Yves Portenier (Creative Direction), Vincent Freccia (Art Direction), Christian Olsen (Grafik), Sébastien Fabbi (Beratung). Produktion: Thierry Bourdeille (Le studio production), Sébastien Dhrey (Regie TV-Spot), Olaf Wipperfüth (Fotografie).Sujets Bilder:

TV-Spot:

Remo Bachmann stösst zu Brüngger Dialog

Im Juni gründete Daniel Brüngger, der ehemalige Geschäftsführer von Lowe Direct und Tequila, eine eigene Dialogagentur. Nun kommt der vormalige Fisch.Meier.Direkt-CD Remo Bachmann dazu. Die Agentur wurde bereits in Brüngger Bachmann Dialog AG umfirmiert. Im Interview geben die beiden Auskunft über die Startphase, den Umgang mit sinkender Akzeptanz für Dialogmarketing und den Nachteil von Agentur-Netzwerken.

Im Juni gründete Daniel Brüngger, der ehemalige Geschäftsführer von Lowe Direct und Tequila, eine eigene Dialogagentur. Nun kommt der vormalige Fisch.Meier.Direkt-CD Remo Bachmann dazu. Die Agentur wurde bereits in Brüngger Bachmann Dialog AG umfirmiert. Im Interview geben die beiden Auskunft über die Startphase, den Umgang mit sinkender Akzeptanz für Dialogmarketing und den Nachteil von Agentur-Netzwerken. Werbewoche: Remo Bachmann, Sie sind neu Partner von Brüngger Dialog. Die Agentur wird deshalb in Brüngger Bachmann Dialog AG umbenannt. Das Unternehmen wurde aber bereits im Juni gegründet – haben Sie nun nicht die wichtigsten Monate verpasst? Remo Bachmann: Nein, es war ja von Anfang an klar, dass ich dazustossen werde. Jetzt ist der frühest mögliche Termin nach meiner Kündigung bei Fisch.Meier.Direkt. Natürlich wäre ich gerne gleich am Tag nach meiner Kündigung am neuen Ort eingestiegen, das war aber nicht möglich. Ich bin ja nun in unserer neuen Agentur für die kreative Seite verantwortlich, und die Kreation kommt bei einem Auftrag sowieso oft in einem zweiten Schritt zur Geltung. Wir müssen auf Grundlagen aufbauen können. Für diese Vorarbeiten bin ich Daniel Brüngger sehr dankbar. Daniel Brüngger: Remo und ich waren in den vergangenen Monaten mindestens an jedem zweiten Tag in Kontakt. In diesem Sinne ist er bereits bestens über das Geschehen unterrichtet. Ich wollte keineswegs eine «One-Man-Show» als Agentur aufziehen. Ich war ja von Anfang an nicht alleine, ich bin mit einem Team von vier Leuten gestartet. Nun ergänzen wir uns gut: Remo Bachmann als Kreativer, ich als Berater. Als ich mich vor Jahren zum ersten Mal selbstständig machte, waren wir zwei Berater – eine weniger günstige Konstellation. Haben Sie keine Befürchtungen, dass der Markt verunsichert reagiert, wenn Sie nun nach wenigen Monaten schon den Namen der Agentur ändern?Brüngger: Nein, wir haben einen überschaubaren Kundenstamm, dem wir von Anfang an kommuniziert haben, dass Remo Bachmann ab Oktober zustossen wird. Wenn sich nun der eine oder andere Werber über den Namenswechsel aufregt, kann ich damit leben. Die Werbebranche lebt ja von Veränderungen. Herr Bachmann, warum haben Sie Ihren Posten als CD bei Fisch.Meier verlassen, um nochmals ganz neu anzufangen?Bachmann: Ich wollte wieder an die Front und die Kunden spüren. Mich reizt es, weniger mit Verwaltung beschäftigt zu sein, sondern direkt an den Mandaten zu arbeiten. Herr Brüngger, im Juni sagten Sie, dass Sie mit einem dritten Partner in Verhandlungen sind. Was hat sich ergeben?Brüngger: Die Verhandlungen haben sich sehr unbefriedigend gestaltet. Wir haben die Übung dann abgebrochen. Braucht es denn wirklich nochmals eine Dialogagentur?Brüngger: Ja! Die schon bestehenden sind in meinen Augen nicht sehr sexy. Bei einem Mitbewerber verlassen CEO und CD die Agentur, eine früher wirklich attratktive Spezialagentur befindet sich auch nicht mehr nur im Aufwind. Es braucht hier ein Gegengewicht. Wir wollen eine Agentur sein, die einen guten Groove hat. Und unser Ziel ist es, in kurzer Zeit an die Spitze zu kommen. Die Agentur besteht nun seit Ende Juni – wie läuft es bis jetzt?Brüngger: Bis anhin sensationell. Wir haben drei, vier schöne Mandate gewonnen, bei denen wir nicht damit rechneten, dass wir sie erhalten. Zum neuesten Etat von Growth Value Opportunities sind wir quasi wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Insgesamt haben wir sieben Kunden für uns begeistern können. Eine grosse Geschichte für uns ist die Positionierung eines neuen Produkts im Kosmetiknahen bereich, welches ein Schweizer Unternehmen im Frühjahr 2008 – auch in Deutschland – herausbringen wird.An wie vielen Pitches haben Sie denn teilgenommen? Brüngger: Nur an zwei, im Moment hoffen wir, in einen dritten hereinzukommen. Gerade läuft die Vorauswahl, nächste Woche wissen wir, ob wir auf der Shortlist sind. Haben Sie Expansionspläne?Brüngger: Ja, wir werden mittelfristig mehr Leute einstellen. Doch zuerst müssen wir noch mehr Kunden gewinnen. Daneben arbeiten wir mit Freelancern zusammen. Wir wollen da aber nicht irgendwen, sondern die Besten. Bei einem unserer Aufträge war ein neues Corporate Design die Startaufgabe, dafür haben wir einen ehemaligen «Senior» von Interbrand Zintzmeyer & Lux geholt. Wir werden unsere Freelancer aber bestimmt nicht verstecken. Es gibt ja Agenturen, die mit vielen Freelancern arbeiten, gegen aussen aber vorgeben, sie seien eine One-Man-Show. So läuft es bei uns nicht. Gegenwärtig ist in der Werbebranche interdisziplinäres Arbeiten in aller Munde – Sie machen mit einer Dialogagentur genau das Gegenteil und fokussieren sich auf eine Sparte.Bachmann: Das Sparten-Denken betrachten wir mit Skepsis. In meinen Augen ist Dialog nicht eine Disziplin, sondern eine Haltung. Dialog wird wahrscheinlich die Werbung der Zukunft sein; er erschöpft sich aber nicht darin, Briefe zu verschicken – Dialog kann auch über ein Plakat geschehen. Wir werden daneben auch neue Dialogmedien einsetzen und entwickeln.Brüngger: Wir sind sicher keine Mailing-Factory. Wir unterscheiden den Business-to-Business und den Business-to-Consumer-Bereich. Im B2B möchten wir alles anbieten, bei B2C als jene Agentur gelten, die in der Lage ist, ein Customer-Relationship-Management-System zu bieten oder einen Kartenclub – dialogorientierte Angebote halt. Die Akteptanz für Dialogmarketing ist sinkend: Die Anzahl Stoppkleber an Briefkasten wächst, es gibt Bestrebungen, das Telefonmarketing einzuschränken. Wie begegnen Sie dem?Brüngger: Indem wir kreativen Dialog machen. Es gibt tatsächlich genügend schwarze Schafe, und ich hasse es auch, wenn mich zuhause jemand um halb acht abends anruft, um ein Produkt zu verkaufen und ich mich dann noch rechtfertigen muss, weshalb ich schlicht keinen Bock habe. Ich habe zwar aus Berufsgründen keinen Stoppkleber am Briefkasten, aber es wird tatsächlich viel Schund verschickt. Wir wollen clevere Marktwirkung unter Einsatz von Dialog erzielen, so findet diese Form auch Akzeptanz. Dann kann ich auch nachvollziehen, wenn Publimailings eines Tages verboten werden.Bachmann: Dialogwerbung dreht sich ja nicht mehr nur darum, Produkte zu verkaufen. Wir kommunizieren Markenwerte. Dialog ist heute ein relevanter und unbestrittener Imagefaktor. Fehlt Ihnen nicht das grosse Netzwerk im Rücken?Bachmann: Nein. Bei Netzwerkagenturen ist es doch oft so, dass sie zu 80 Prozent Netzwerk-Aufträge und zu 20 Prozent lokale Mandate machen. Im Dialogmarketing ist das ja genau umgekehrt: Man muss lokal wirtschaften. Ausserdem ist die Selbstbestimmung bei Netzwerkagenturen oft klein – es gibt so viele Reglemente und Abmachungen. Dafür kriegen sie im Gegenzug Sicherheit. Aber gerade für die kreative Seite, die ich vertrete, ist das Arbeiten in Netzwerkagenturen oft nicht befriedigend – man setzt einfach internationale Kampagnen um. Brüngger: Ich denke, Dialogagenturen bringt die Mitgliedschaft im Netzwerk nicht viel – ausser Gebühren. Als Aussenstehendem erscheint es mir, dass auch die grossen DM-Agenturen nicht sehr vom Netzwerk profitiert. Herr Brüngger, wieso haben Sie Tequila schon nach kurzer Zeit wieder verlassen?Brüngger: Ich war davor ja bei Lowe; deren Netzwerk hat weltweit etwa 50 Agenturen geschlossen. Ich wechselte dann zur TBWA-Agentur Tequila, wo der CEO Markus Pekeler quasi über Nacht verschwand. Wir erhielten daraufhin einen neuen Europaverantwortlichen – sagen wir mal, mit dem wäre ich nicht in die Ferien gefahren. Ich hatte das Bedürfnis, etwas Gescheiteres zu machen, als einfach auszuharren. Deshalb hab ich mich zum Neuanfang entschieden, auch wenn das in den ersten Jahren eine andere Salärbasis bedeutet. Meine Frau meinte damals: «Dani, schau, dass du wieder glücklich wirst». Remo Bachmann und ich, wir beide mussten in unserer bisherigen Zeit in der Werbebranche auch einiges einstecken – nun wollen wir tun, worauf wir Lust haben, was wir gerne und gut machen und wovon wir glauben, dass es uns auch gut tut. Sie haben bei der Lancierung Ihrer Agentur gesagt, dass Sie nicht alles anbieten wollen, sondern nur das, was Sie beherrschen. Kommt man mit diesem Motto an die Spitze, wo Sie ja anscheinend hinwollen?Bachmann: Nur mit diesem Motto kann man die Spitze erreichen! Alles andere verwässert die Positionierung und lenkt von der Kernleistung ab.Bild oben:
Links Daniel Brüngger , rechts Remo Bachmann
Bild unten v.l.n.r.
Liv Bianchet, Manuela Eigenmann, Remo Bachmann, Daniel Brüngger, Noëmi Fretz
Interview: Carole Scheidegger

Die Truppe von Brüngger Dialog (v.l.n.r.): Liv Bianchet, Manuela Eigenmann, Remo Bachmann, Daniel Brüngger und Noëmi Fretz.

Zu guter Letzt: Moritz in Spontilaune

Bundesrat Leuenberger scheint nicht ganz immun gegenüber der derzeitigen Politkultur zu sein und entdeckt alte Tugenden.

 
Der eigentlich für seine Zurückhaltung und sein Bekenntnis zur Konkordanz bekannte Bundesrat Moritz Leuenberger scheint gegenüber der derzeit etwas anarchischen oder auch archaischen Politkultur nicht ganz immun zu sein. Am Freitag überraschte er die Öffentlichkeit an einem Anlass, der normalerweise bar jeden Skandalpotenzials ist: Seine Verewigung als Zürcher Regierungsrat durch ein Portrait in der Ahnengalerie. Er könne das Vorgehen von Piero Esteriore verstehen, sagte Leuenberger vor einer verdutzten Zuschauerschar. Esteriore hatte am Donnerstag mit seinem Mercedes die Eingangstüre der Blickredaktion zu Schrott gefahren, weil ein böser Blick-Artikel sein Geburtstagsfest mit einem Mafia-Anlass verglich. Leuenberger ging noch weiter: Er habe Verständnis für das, was Esteriore gemacht habe, er, Leuenberger, würde jedoch nicht selbst ins Gebäude fahren, sondern dies durch einen Chauffeur machen lassen, der momentan draussen warte. Sein Verständnis erklärte Leuenberger mit den berühmten Badehosenbildern, erschienen im Frühling 2006 im Blick, welche ihn in blauer Badehose am Strand von Oman zeigten. Leuenberger ärgerte sich bereits damals öffentlich über diese Zurschaustellung. Die Feindschaft gegenüber dem Blick scheint noch nicht verflogen.

Nach Abgang von CEO Curdin Janett: Triumvirat bei McCann Erickson

Der CEO von McCann Erickson, Curdin Janett, verlässt die Agentur nach fast zehn Jahren. Er wird anfangs 2008 eine neue Herausforderung annehmen, wie er der Werbewoche gegenüber sagte. Nach Angaben des Verwaltungsratspräsidenten teilen sich nun bald drei Personen Janetts bisherige Position.

Der CEO von McCann Erickson, Curdin Janett, verlässt die Agentur nach fast zehn Jahren. Er wird anfangs 2008 eine neue Herausforderung annehmen, wie er der Werbewoche gegenüber sagte. Nach Angaben des Verwaltungsratspräsidenten teilen sich nun bald drei Personen Janetts bisherige Position. Ein ganzes Jahrzehnt war Curdin Janett CEO bei der Agentur McCann Erickson, nun braucht er einen Szenenwechsel. Auf der Frage, ob er weiterhin auf dem gleichen Gebiet arbeiten werde, verriet Janett der Werbewoche nur «Ich habe schon sehr konkrete Pläne, ich möchte sie aber noch nicht kommentieren. Eins steht fest: Ich werde keine Schafe züchten.» Auch der Verwaltungsratspräsident der Agentur, Helmut Sendlmeier, weiss nicht genau, was Janett vor hat: «Auf dem Schweizer Markt ist sehr viel in Bewegung. Im Moment gibt es in unzähligen Agenturen einen Management-Wechsel. Ich will nicht spekulieren, ich beobachte das Ganze lieber von aussen her.»
Der Abgang des CEOs sei eine «einvernehmliche Geschichte», versichert Helmut Sendlmeier gegenüber der Werbewoche. Curdin Janett habe den Wunsch geäussert, seiner beruflichen Laufbahn einen neuen Impuls zu geben und aufgrund des freundschaftlichen Verhältnisses sei man ihm entgegen gekommen. «Vertraglich gebunden ist er bis Februar, aber er wird Ende Jahr gehen, damit er noch ein bisschen Zeit hat, sich zu organisieren – Sie wissen ja, wie das ist, wenn man etwas Neues anfängt.» Ähnlich klingt es beim abtretenden CEO: «Ich blicke auf eine sehr interessante Zeit zurück. Aber nach zehn Jahren in der gleichen Agentur will ich mich neuen Herausforderungen stellen. Wenn man einen neuen Job annimmt, denkt man eben nicht so weit in die Zukunft, es ist jetzt Zeit für etwas anderes.»
McCann Erickson soll eine «neu akzentuierte» Geschäftsführungsstruktur bekommen, mit einer Gesamtspitze, die aus drei Personen besteht, so der Verwaltungsratspräsident Helmut Sendlmeier. Dabei soll CFO Markus Peter und CCO Timo Kirez eine besondere Rolle zukommen. Peter ist beim Genfer Standort angesiedelt, Kirez war zwar früher auch in der Romandie tätig, arbeitet aber mittlerweile mehrheitlich in Zürich. Eine geteilte und geographisch flexible Leitung scheint also wichtig für die Agentur. Nun bleibt nur noch die Frage offen: Wer vervollständigt dieses Triumvirat? Details zur neuen Geschäftsführungsstruktur gibt es laut Sendlmeier in wenigen Wochen.
 
Natalie Favre 

ProSiebenSat.1 und RTL zahlen Busse in Millionenhöhe

Die deutsche TV-Gruppe ProSiebenSat.1 zahlt im Kartellverfahren um die Vermarktung von Werbezeiten 120 Millionen Euro Bussgeld. RTL wird im Zusammenhang mit den Praktiken des Vermarkters IP Deutschland mit 96 Millionen Euro zur Kasse gebeten.

 Die deutsche TV-Gruppe ProSiebenSat.1 zahlt im Kartellverfahren um die Vermarktung von Werbezeiten 120 Millionen Euro Bussgeld. Damit beendet das Bundeskartellamt sein Verfahren, wie ProSiebenSat.1 am Freitag mitteilte. Die Sendergruppe wird für das Geschäftsjahr 2007 eine entsprechende Rückstellung bilden, wie die SDA meldet. Bei der Vermarktung von Werbezeiten werde die Sendergruppe nun ein anderes Modell anwenden, das kartellrechtskonform sei. Damit seien die Unternehmensziele immer noch zu erreichen.
Gegen RTL verhängte das Kartellamt nach Angaben der RTL Group im Zusammenhang mit den Praktiken des Vermarkters IP Deutschland ein Bussgeld von 96 Millionen Euro.
Das Bundeskartellamt hatte ProSiebenSat.1 sowie IP Deutschland im Juni durchsuchen lassen. Begründet wurde dies mit dem «Verdacht auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung sowie wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei der Vermarktung von Fernsehwerbung» (siehe
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Ermittlungsverfahren gegen TeleTicino ist eingestellt

Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren eingestellt, welches sie gegen das Internetportal des Fernsehsenders TeleTicino führte. Dabei ging es um Banner des ausländischen Wettenanbieters Interwetten.

 Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren eingestellt, welches sie in den letzten Wochen gegen das Internetportal des Fernsehsenders TeleTicino führte. Dabei ging es um Banner des ausländischen Wettenanbieters Interwetten (siehe ). TeleTicino war im Verdacht gestanden, gegen das Bundesgesetz betreffend gewerbsmässige Wetten verstossen zu haben. Nach geltendem Recht habe die Staatsanwaltschaft keinen strafbaren Sachverhalt feststellen können, teilte der Sender am Freitag mit. Als Begründung für die Einstellung des Untersuchungsverfahrens hat die Staatsanwaltschaft angegeben, dass das geltende Gesetz aus dem Jahre 1923 überaltert sei und an die heutige Zeit angepasst werden müsste. Die Staatsanwaltschaft empfiehlt dem Gesetzgeber daher, das Gesetz im Hinblick auf die technischen Entwicklungen und den heutigen multimedialen Möglichkeiten zu aktualisieren.

Scotti lanciert Trick Track für Axa Winterthur

Das Trick Track-Projekt der Axa Winterthur - eine Art Vita-Parcours für Velo-Fahrer, der für sicheres Fahrradfahren sorgen soll - wird von Scotti betreut. Die kreativen Köpfe der Zürcher Agentur zeichnen für den Gesamt-Werbeauftritt von Trick Track verantwortlich.

Das Trick Track-Projekt der Axa Winterthur – eine Art Vita-Parcours für Velo-Fahrer, der für sicheres Fahrradfahren sorgen soll – wird von Scotti betreut. Die kreativen Köpfe der Zürcher Agentur zeichnen für den Gesamt-Werbeauftritt von Trick Track verantwortlich.Die Scotti Werbeagentur zeichnet verantwortlich für Name, Logo, Claim, Erscheinungsbild und Werbemassnahmen von Trick Track. Mit einem umfangreichen Handbuch, einer Infobroschüre, Anzeigen in Veranstalter- und Fachzeitschriften und Pressearbeit werden laut Communiqué die verschiedenen Zielgruppen bearbeitet.
Trick Track ist ein mobiler Geschicklichkeits- und Übungsparcours, mit dem auf spielerische Weise, sicher Velo fahren gelernt wird. Das Instrument wurde von der Stiftung für Schadenbekämpfung der Axa Winterthur Versicherungen in Zusammenarbeit mit Swiss Cycling entwickelt, damit jeder den sicheren Umgang mit dem Bike abseits der öffentlichen Strassen üben kann.
Verantwortlich bei AxA Winterthur
: Sibille Sigrist (Leiterin Sponsoring&Events); Verantwortlich bei Scotti: Nina Scotti (Gesamtverantwortung), Ivan Scotti/Michel Hitz (Konzept/Gestaltung), Florian Schumacher (Grafik)

Neuer Glanz für den Schweizerischen Hauseigentümer

Die zweimal monatlich erscheinende Zeitung Der Schweizerische Hauseigentümer erhält ab Januar 2008 ein neues Erscheinungsbild. Die Werbeauftraggeber erhalten neue Platzierungsmöglichkeiten für ihre Inserate.

Die zweimal monatlich erscheinende Zeitung Der Schweizerische Hauseigentümer erhält ab Januar 2008 ein neues Erscheinungsbild.
Die neue Titelseite verweist auf die Hauptrubriken «Eigentum&Politik», «Rat&Recht», «Bauen&Wohnen» und «Freizeit&Reisen». Diese klare Unterteilung in Rubriken optimiere die Leserführung, heisst es in einer Mitteilung. Das klassische Seitenlayout mit ruhiger Typografie, vielen Bildern und zahlreichen Infokästchen soll die Zeitung leserfreundlicher machen.
Die Werbeauftraggeber erhalten neue Platzierungsmöglichkeiten für ihre Inserate und können diese auffälliger gestalten. Die klare Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung bestehe aber weiterhin und garantiere den Inseraten einen hohen Beachtungsgrad, heisst es weiter.
Weiterhin beibehalten werden die regionalen Splitseiten. Die Splitausgaben sind gemäss Mitteilung besonders für diejenigen Inserenten interessant, die sich auf eine bestimmte Region beschränken und nur in dieser Gegend inserieren möchten.
Auch auf inhaltlicher Ebene sind Neuerungen vorgesehen: Im Schweizerischen Hauseigentümer werden neu auch Themen wie Auto, Home-Electronics und Haustiere aufgegriffen. Dem steigenden Informations- und Beratungsbedürfnis der Leserschaft soll mit praktischen Tipps ebenfalls Rechnung getragen werden.
Der Schweizerische Hauseigentümer ist die Zeitung des Hauseigentümerverbandes Schweiz. Das Blatt erscheint gemäss Wemf mit einer Auflage von 289’400 Exemplaren und erreicht 535’000 Leser und Leserinnen.

Jung von Matt/Limmat gewinnt Pitch um Saisonküche

Die Zürcher Werbeagentur Jung von Matt/Limmat darf den Auftritt von Saisonküche neu gestalten. Erste Arbeiten werden beim 15-jährigen Jubiläum des Kochmagazins zu bestaunen sein.

Die Zürcher Werbeagentur Jung von Matt/Limmat darf den Auftritt von Saisonküche neu gestalten. Erste Arbeiten werden beim 15-jährigen Jubiläum des Kochmagazins zu bestaunen sein.Jung von Matt/Limmat konnte die Konkurrenzpräsentation um den Kommunikationsetat der Marke Saisonküche für sich  entscheiden. Die Agentur habe den Verlag sowohl strategisch wie auch kreativ überzeugt, wie es im Communiqué heisst. Für den zukünftig integrierten Auftritt sollen neben der klassischen Kommunikation verschiedene Ambient-Aktivitäten wie auch Web- und Mobile-Marketing-Massnahmen eine zentrale Rolle spielen. Erste Arbeiten werden pünktlich zum 15-Jahre-Jubiläum des Magazins Anfang 2008 zu sehen sein.
Das Schweizer Kochmagazin wird vom Verlag Limmatdruck herausgegeben und erreicht monatlich 642’000 Leserinnen und Leser.

Mit Nik Niethammer wird ein Schweizer Chefredaktor bei Sat.1

Der Schweizer Nik Niethammer ist beim deutschen Sender Sat.1 zum Chefredaktor aufgestiegen. Er wechselte im Jahr 2004 zum Sender, davor war Niethammer in der Sportredaktion des Blicks und als Programmleiter von Tele Züri tätig.

Der Schweizer Nik Niethammer ist beim deutschen Sender Sat.1 zum Chefredaktor aufgestiegen. Bisher verantwortet er als Bereichsleiter die Magazine des Senders. Nun ist er zusätzlich für die Nachrichten Sat.1 News zuständig, wie der Branchendienst Kress meldet. Niethammer wechselte im Jahr 2004 zum Sender, der damals unter Leitung von Roger Schawinksi war. Davor war Niethammer in der Sportredaktion des Blicks und als Programmleiter von Tele Züri tätig.
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