Am Sonntag vor einer Woche kündigte SVP-Parteipräsident Ueli Maurer im Sonntagsblick an, dass die SVP eine Tageszeitung lancieren werde, sollte Christoph Blocher als Bundesrat nicht wiedergewählt werden und die Partei sich in die Opposition begeben. Die Pläne dafür würden schon in der Schublade liegen, so Maurer. In der aktuellen Sendung von «TeleBlocher» erklärte Christoph Blocher nun, es handle sich dabei um «eine Ente». Er dementierte die Pläne zu einer SVP-Zeitung. Man habe ein solches Projekt in den 90er Jahren erwogen. Blocher glaubt aber laut seiner Aussage in der Sendung nicht daran, dass ein Bedürfnis für eine solche Publikation bestehe, ausserdem sei das Vorhaben zu teuer. «Nein, das ist keine Ente», sagte hingegen SVP-Sprecher Roman S. Jäggi gegenüber der Werbewoche. Man werde definitiv eine Zeitung lancieren, sollte die Partei in die Oppositionsrolle wechseln. Das wäre der Fall, würde einer der beiden Bundesräte nicht wiedergewählt. Die Zeitung sei aber nur eine Massnahme unter vielen, die man als Oppositionspartei ergreifen würde. Dass Blocher die Pläne dementierte, erklärte sich Jäggi so: «Es kann sein, dass er nichts davon wusste. Unsere Bundesräte werden weitgehend von der Parteiarbeit entlastet. Sie haben schliesslich andere Aufgaben.»
Genauere Angaben zu der geplanten Publikation will Jäggi noch keine machen. Das entscheide sich in den Tagen nach der Bundesratswahl. Wer die Geldgeber des Blattes sein könnten, werde sowieso nicht bekannt gegeben: «Die Zeitung würde wohl zu einem grossen Teil durch Spendengelder finanziert, und Spender legen wir nicht offen». Ob allenfalls einzelne Parteiexponenten die Zeitung finanzieren könnten, wird demnach ebenfalls nicht kommuniziert. Man würde aber im Falle einer Oppositionsrolle massiv investieren in die Information von Öffentlichkeit. «Das Problem wäre, dass sämtliche Medien gleichgeschaltet berichtet würden, nämlich aus der Optik der Regierung», so Jäggi. Seine Partei hätte dann keine Stimme mehr und müsse folglich selbst handeln. Der Sonntagsblick berichtete allerdings, ein grosses Verlagshaus werde als Partner einsteigen
Über die Höhe der nötigen Investitionen machte Jäggi keine Angaben. Der Sonntagsblick spekulierte, dass die Kosten bei 150 bis 200 Millionen Franken liegen. Blocher spricht in «TeleBlocher» davon, dass die Summe bei 120 Millionen Franken liegen würde. «Es gibt verschiedene Levels, auf denen wir ansetzen könnten. Wir schauen aber auch massiv günstigere Modelle an», kommentierte der SVP-Sprecher diese Zahl.