Kleines Auto, kleiner Durst

Daihatsu Draftfcb zeigt in einem Spot mit Snapfilm, wie man Benzin sparen kann. Sie führt damit ihr langjähriges Engagement für den Autohersteller fort.

 
Daihatsu Draftfcb zeigt in einem Spot mit Snapfilm, wie man Benzin sparen kann. 
Was tut man, wenn das Auto nur 4,4 Liter auf 100 Kilometer verbraucht? Weniger tanken! Das kommuniziert der neue Spot für den Daihatsu Cuore, indem der Fahrer eine Miniaturzapf- pistole benutzt, um seinen Wagen zu betanken. Die Idee ist bei der neuen Draftfcb in Wallisellen entwickelt worden. Regie bei Snapfilm fürhrt Tolga Dilsiz. Der 30-jährige Deutsche mit türkischen Wurzeln lebt seit 2001 in Zürich und hat hier erfolgreich die Hochschule für Gestaltung und Kunst im Studiengang Film absolviert. Mit seinem Diplomfilm «Riza Kaptan» war er an zahlreichen internationalen Filmfestivals vertreten und gewann 2005 den Kodak UFVA Directors Choice Award in den USA. Neben einigen Kurzfilmen hat Tolga auch bereits Auftragsfilme für IBM, Colgate, 3+, British Council und Endress + Hauser realisiert.
Die Werbeagentur Draftfcb arbeitet schon mehrere Jahre für Daihatsu. Die in der Schweiz mengenmässig noch kleine, aber im Trend liegende Marke wird von Walter Frei importiert und überall in Europa mit gezielt lokaler Kommunikation beworben.
Andreas Panzeri

Werbung mit Biss

Zahnpflege Seit über 40 Jahren steht Signal hier zu Lande für zuverlässigen Kariesschutz. Die Kreativen von HessKiss haben für die laufende Image-Kampagne die Schutzfunktion von Signal überraschend mit knackigen Food-Eyecatchern umgesetzt.

 
Zahnpflege Seit über 40 Jahren steht Signal hier zu Lande für zuverlässigen Kariesschutz. Im Lauf der Zeit entwickelte sich aus den roten Streifen ein breites Sortiment an Zahnpflegeprodukten. So findet man heute für jedes Bedürfnis die passende Lösung für die tägliche Zahnpflege. Seit März 2005 umfasst Signal auch die ehemaligen Mentadent- Zahnpasten und -Bürsten, die unter dem Namen Signal bestehen bleiben. Die Kreativen von HessKiss haben für die laufende Image-Kampagne von Signal die Schutzfunktion von Signal überraschend umgesetzt mit knackigen Food-Eyecatchern, die nicht nur gut aussehen, sondern auch in einer engen Verbindung mit den Zusatzfunktionen stehen. So steht die Schokolade, die bei der Anti-Caries zum Einsatz kommt, natürlich für das Süsse, das Lachsbrötchen bei care&fresh für das atemtechnisch eher Problematische und der Maiskolben bei der Micro-Granuli für das bekannte Phänomen, dass beim Verzehr der Maiskörner Fasern zwischen den Zähnen hängen bleiben.

Walker: Dank Rega ist das Leben mehr als ein Lottospiel

Die Walker Werbeagentur zeigt, dass eine Rettung mit der Rega 15'000-mal wahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto ist. Mit diesem strategischen Ansatz – herausgefiltert aus fundierten Analysen – hat die Agentur nach einer Evaluation und der folgenden Strategiepräsentation das Budget der Rega gewinnen können.

Die Walker Werbeagentur zeigt, dass eine Rettung mit der Rega 15’000-mal wahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto ist.Die Zahlen wirken überraschend: Die Chance beträgt 8,25 Prozent, dass ein Schweizer oder eine Schweizerin mit einer Lebenserwartung von durchschnittlich 80 Jahren einmal die Dienste der Schweizerischen Rettungsflugwacht in Anspruch nehmen muss. Konkret heisst das: Einer von zehn Menschen wird einmal sein Leben der Rega verdanken. Mit diesem strategischen Ansatz – herausgefiltert aus fundierten Analysen – hat die Walker Werbeagentur nach einer Agentur-Evaluation und der folgenden Strategiepräsentation das Budget der Rega gewinnen können. Die gemäss Marktforschung «beliebteste Marke der Schweiz» hat 1,8 Millionen Gönnerinnen und Gönner. Wer Mitglied bei der Rega ist, braucht sich bei einem Ernstfall zumindest in finanzieller Hinsicht keine Sorgen zu machen.
Die Rega hat «eine phänomenale Gönnerdichte», weiss Pius Walker. Auffallend wenig Spendengelder werden allerdings in der Romandie generiert. Dort gibt man dreimal weniger für gute Zwecke aus als in der übrigen Schweiz. Dafür wird dreimal mehr im Lotto gespielt. «Ein toller Ansatz», rechnete Walker. Und machte die Hochrechnung gleich zum Claim: «Dass Sie die Rega brauchen, ist 15’000- mal wahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto. Schützen Sie Ihr Leben. Zum Preis eines Lottoscheins.»
Dramatisiert im wahrsten Sinne des Wortes wird diese Information mit einem Film, der in diesem Jahr zuerst in der welschen Schweiz eingesetzt und im 2008 auch im restlichen Land zu sehen sein wird. Gedreht wurde während zwei Tagen in Malaysia. In dieser exotischen Idylle verbringt ein junges Paar seinen Honeymoon. Man liebt und foppt sich und träumt am Pool davon, dass man dank einem Sechser im Lotto das ganze Leben in diesem Paradies verbringen könnte. Schliesslich artet die Neckerei im 50-sekündigen Film aber zum Streit aus, worauf der junge Mann sich mit einem Kopfsprung ins Wasser flüchtet – und plötzlich wird aus dem Ferienplausch ein Drama.
Mit Unterwasseraufnahmen wie aus einem Actionfilm zeigt Walker, wie der Schweizer sich beim Sprung vom Poolrand ernsthafte Kopfverletzungen zugezogen hat. Aus dem Ohr blutend liegt er betäubt unter Wasser. Dann geht alles ganz schnell, bis der Verletzte von der Rega in ein rettendes Spital in die Schweiz geflogen wird. «Wir haben verschwenderisch viel Filmzeit für diese Eingangsszene eingesetzt», erklärt Walker. In dieser Dramaturgie soll das Publikum zuerst mit der Liebesszene gepackt werden, damit dann der Schock mit dem Unfall umso härter einfahren kann.
In dieser crossmedialen Kampagne spielt auch ein Mailing eine zentrale Rolle (siehe Bild unten). Dieses wird in einem goldenen Couvert ohne Adresse in alle Briefkästen verteilt. Wer die verführerische Post öffnet, findet einen Lottoschein, auf welchem der Claim der Kampagne wie Lottozahlen in die Häuschen gekritzelt wurde. Die Rückseite des Lottozettels entpuppt sich dann als Einzahlungsschein. Mit einem goldenen Coupon als Beleg für die neue Mitgliedschaft.
 
Bilder vom Making-of des Spots finden Sie in der neuen Ausgabe der Werbewoche. Am Donnerstag in Ihrem Briefkasten.
 
Andreas Panzeri

Das Leben ist mehr als ein Lottospiel

Fundraising Die Walker Werbeagentur zeigt, dass eine Rettung mit der Rega 15'000-mal wahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto ist. Für den Spot mit Schockwirkung drehte man in Malaysia.

 
Fundraising Die Walker Werbeagentur zeigt, dass eine Rettung mit der Rega 15’000-mal wahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto ist. 
Die Zahlen wirken überraschend: Die Chance beträgt 8,25 Prozent, dass ein Schweizer oder eine Schweizerin mit einer Lebenserwartung von durchschnittlich 80 Jahren einmal die Dienste der Schweizerischen Rettungsflugwacht in Anspruch nehmen muss. Konkret heisst das: Einer von zehn Menschen wird einmal sein Leben der Rega verdanken.
Mit diesem strategischen Ansatz – herausgefiltert aus fundierten Analysen – hat die Walker Werbeagentur nach einer Agentur-Evaluation und der folgenden Strategiepräsentation das Budget der Rega gewinnen können. Die gemäss Marktforschung «beliebteste Marke der Schweiz» hat 1,8 Millionen Gönnerinnen und Gönner. Wer Mitglied bei der Rega ist, braucht sich bei einem Ernstfall zumindest in finanzieller Hinsicht keine Sorgen zu machen.
Die Rega hat «eine phänomenale Gönnerdichte», weiss Pius Walker. Auffallend wenig Spendengelder werden allerdings in der Romandie generiert. Dort gibt man dreimal weniger für gute Zwecke aus als in der übrigen Schweiz. Dafür wird dreimal mehr im Lotto gespielt. «Ein toller Ansatz», rechnete Walker. Und machte die Hochrechnung gleich zum Claim: «Dass Sie die Rega brauchen, ist 15’000- mal wahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto. Schützen Sie Ihr Leben. Zum Preis eines Lottoscheins.»
Dramatisiert im wahrsten Sinne des Wortes wird diese Information mit einem Film, der in diesem Jahr zuerst in der welschen Schweiz eingesetzt und im 2008 auch im restlichen Land zu sehen sein wird. Gedreht wurde während zwei Tagen in Malaysia. In dieser exotischen Idylle verbringt ein junges Paar seinen Honeymoon. Man liebt und foppt sich und träumt am Pool davon, dass man dank einem Sechser im Lotto das ganze Leben in diesem Paradies verbringen könnte. Schliesslich artet die Neckerei im 50-sekündigen Film aber zum Streit aus, worauf der junge Mann sich mit einem Kopfsprung ins Wasser flüchtet – und plötzlich wird aus dem Ferienplausch ein Drama.
Mit Unterwasseraufnahmen wie aus einem Actionfilm zeigt Walker, wie der Schweizer sich beim Sprung vom Poolrand ernsthafte Kopfverletzungen zugezogen hat. Aus dem Ohr blutend liegt er betäubt unter Wasser. Dann geht alles ganz schnell, bis der Verletzte von der Rega in ein rettendes Spital in die Schweiz geflogen wird. «Wir haben verschwenderisch viel Filmzeit für diese Eingangsszene eingesetzt», erklärt Walker. In dieser Dramaturgie soll das Publikum zuerst mit der Liebesszene gepackt werden, damit dann der Schock mit dem Unfall umso härter einfahren kann.
In dieser crossmedialen Kampagne spielt auch ein Mailing eine zentrale Rolle. Dieses wird in einem goldenen Couvert ohne Adresse in alle Briefkästen verteilt. Wer die verführerische Post öffnet, findet einen Lottoschein, auf welchem der Claim der Kampagne wie Lottozahlen in die Häuschen gekritzelt wurde. Die Rückseite des Lottozettels entpuppt sich dann als Einzahlungsschein. Mit einem goldenen Coupon als Beleg für die neue Mitgliedschaft.

Andreas Panzeri

Ball liegt bei den Verlegern

Verlage Seit kurzem ist auf Google News nicht nur ein Nachrichtenüberblick zu finden, die Internetsuchmaschine publiziert neuerdings auch Agenturmeldungen. Die Verleger fordern eine Abgeltung.

 
Verlage Seit kurzem ist auf Google News nicht nur ein Nachrichtenüberblick zu finden, die Internetsuchmaschine publiziert neuerdings auch Agenturmeldungen. Der Verband Schweizer Presse (VSP) war zuletzt am Rande der jüngst in Luzern abgehaltenen Verlegertagung mit Google-Vertretern zusammengetroffen, um ungeklärte Urheberrechtsfragen zu diskutieren, die sich durch die Publikation von journalistischen Inhalten auf Google News ergeben.Die Verleger fordern unter anderem dafür eine Abgeltung. Derzeit verschärfe die jüngste Aktion von Google die Lage zwischen dem amerikanischen Konzern und den Verlegern aber nicht, wie Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument auf Anfrage einräumt. Zwar seien, so Lebrument, alle wichtigen Verleger «mit im Boot». Die Entscheidung, ob man juristisch vorgehen wolle, sei aber noch nicht gefällt worden. Gegenwärtig geht es in der Angelegenheit darum, die richtige Strategie zu finden, denn die Vorschläge von Google sind ungenügend. «Der Ball liegt jetzt bei den Verlegern», sagt dazu VSP-Geschäftsführer Hanspeter Kellermüller.
René Worni

Microsoft unterstützt Stiftung von Ringier

Microsoft und Ringier engagieren sich gemeinsam für soziale Belange. Wie Microsoft-CEO Steve Ballmer bekannt gab, wird der Software-Riese ab sofort die von Ringier initiierte Dariu Stiftung unterstützen.

 Microsoft und Ringier engagieren sich gemeinsam für soziale Belange. Wie Microsoft-CEO Steve Ballmer bekannt gab, wird der Software-Riese ab sofort die von Ringier initiierte Dariu Stiftung unterstützen. Damit sollen die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen bedürftiger Menschen verbessert werden, sagte Ballmer bei einem Treffen mit Ringier Konzernleitungsmitglied Thomas Trüb. Konkret wird Microsoft den von der Stiftung gegründeten Schulen im vietnamesischen Than Phu Softwarelizenzen zur Verfügung stellen.Die Stiftung mit Sitz in Zofingen wurde 2002 gegründet und nutzt Zuwendungen von Einzelpersonen und Unternehmen, um Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen.

Die Kamera liest beim Lesen mit

Eyetracking Eine systematische Studie des Poynter Institute soll allgemeine Lesegewohnheiten in Print und Online aufzeigen. Es liessen sich zwei unterschiedliche Lesertypen ausfindig machen.

 
Eyetracking Eine systematische Studie des Poynter Institute soll allgemeine Lesegewohnheiten in Print und Online aufzeigen. 
Eyetracking-Studien haben Tradition am Poynter Institute für Media-Studien, einer Forschungs- und Ausbildungsstätte für Journalisten und Leute, die das werden möchten. Die erste Untersuchung am Institut in St. Petersburg, Florida, wurde bereits 1990 durchgeführt. Diese Studie, an der der Star-Zeitungsdesigner Mario Garcia wesentlich beteiligt war, hat Designprinzipien eingeführt, die nach wie vor Gültigkeit haben. Nun sind die Ergebnisse der dritten, bisher aufwändigsten und wahrscheinlich ergiebigsten Studie publiziert worden.
Die wissenschaftlichen Leiter der diesjährigen Eyetracking-Studie, Sara Quinn und Pegie Stark Adam, setzten sich zum Ziel, wissenschaftlich relevante Daten über Lesegewohnheiten und Nachrichtenrezeption zu erhalten. «Wir wollen den Verlegern und Redaktoren verstehen helfen, wie tief Leser lesen, welche Navigationsmittel das Leseverständnis maximieren und welche Storyformen am effizientesten Information transportieren», sagte Sara Quinn im Vorfeld der Studie.
Dazu musste das Forschungsteam zuerst alle möglichen journalistischen Formen festlegen und genau beschreiben. Insgesamt wurden 150 verschiedene Elemente von Bildunterschriften über Dachzeilen bis zu weiterführenden Links und Zitaten bestimmt. Tag für Tag wurden Kleber mit den jeweiligen Codes akribisch an den Zeitungen, die getestet werden sollten, angebracht. Erst danach konnte mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden.
Getestet wurden 600 Probanden und Probandinnen in vier US-Städten. Während 15 Minuten mussten die Versuchspersonen ihre gewohnte Zeitung lesen, ohne sie vorher in den Händen gehalten zu haben. Eine Brille mit einer kleinen Kamera mass dabei Anzahl und Dauer der Augenstopps. Danach wurden die Ergebnisse dekodiert und ausgewertet.
Was wird wie wahrgenommen?In Printmedien wurden grosse Fotos und Headlines viel stärker wahrgenommen als kleine. Online-Leser hingegen schenkten Navigationsleisten und Teasern die erste Aufmerksamkeit. Farbfotos erlangten im Broadsheet etwa 20 Prozent mehr Aufmerksamkeit als schwarzweisse. Dokumentarische Fotos schnitten besser ab als gestellte.
Kleine Porträtfotos wurden jedoch meist übersehen. Alternative Storyformen, zum Beispiel mit Grafiken, Spitzmarken, Zitaten und Kurzinfos aufbereitete Texte bekamen im Schnitt um 15 Prozent mehr Aufmerksamkeit als reguläre Textaufmachungen. Im Broadsheet wuchs der Anteil sogar auf 34 Prozent. Tabloid-Leser und -Leserinnen lasen im Schnitt mehr Textüberlauf als Broadsheet-Leser, nämlich 68 Prozent gegenüber 59 Prozent.
Kurzmeldungen mit Bebilderung funktionierten besser als reine Textmeldungen. Anreisser mit Fotos und anderen Illustrationen zogen im Print das Augenmerk auf sich. Die Anordnung auf der Seite war dabei wesentlich. Die meiste Beachtung erhielten Text-Bild-Teaser oben rechts auf einer Broadsheet-Zeitung. Teaser, die nur Text enthielten, wurden am meisten unten rechts auf einer Seite beachtet. Im Tabloid bekamen visuelle Teaser rechts unten auf der Frontseite die meiste Aufmerksamkeit.
Wie viel wird erinnert?Eine weitere Testreihe betraf Prototypen einer Reportage, aufbereitet in sechs verschiedenen Erzählformen – drei Print- (siehe Abb. unten) und drei Web-Versionen –, wobei die Inhalte nicht verändert wurden. Hier kam es vor allem darauf an, wie viel vom Gelesenen erinnert und verstanden worden ist. Variante 1 war konventionell aufbereitet mit Headline, Lauftext und Foto. Variante 2 beinhaltete zusätzlich eine Karte und eine Infobox. Variante 3 war alternativ gestaltet mit Sideline-Interview, Balkendiagramm und anderen grafischen Storytelling-Elementen.
Den Testpersonen wurde jeweils eine Version des Prototyps zum Lesen gegeben, ohne Gegenvergleich mit den anderen Varianten. Die Leserschaft wusste weder von der zeitlichen Einschränkung noch was getestet werden würde. Nach fünf Minuten wurde sie gestoppt und musste fünf Fragen zum Inhalt des Textes beantworten. Das Ergebnis dieses Testlaufs war: die Leser und Leserinnen, die Variante 3 gelesen hatten, konnten sich an die meisten Fakten erinnern.
156 Testpersonen hatten sieben von neun Fragen richtig beantwortet. 46 Prozent davon hatten Variante 3 gelesen, 28 Prozent Variante 2 und 26 Prozent Variante 1. Bei der Online-Version hatte auch jene mit dem unkonventionelleren Aufbau den grössten Erinnerungswert. Trotzdem wichen die Ergebnisse stark von der Printversion ab. Nur 25 Prozent der Online-Leser und -Leserinnen konnten sieben von neun Fragen richtig beantworten. Interessant ist auch, dass – obwohl die Inhalte dieselben waren – die Leser den Eindruck hatten, dass die stärker strukturierte Geschichte besser recherchiert und dadurch glaubwürdiger sei.
Wie wird gelesen?Beim Leseverhalten konnten die Forscher zwei unterschiedliche Typen ausfindig machen: den methodischen und den überfliegenden Leser. Methodische Leser – ca. 75 Prozent der Print- und ca. die Hälfte der Online-Leser und -Leserinnen – lasen von oben nach unten, ohne die Seite abzusuchen. Manche Textpassagen lasen sie auch ein zweites Mal. Online verwendeten sie Drop-down-Menüs und Navigatonsleisten, um Geschichten zu entdecken, die sie interessieren.
Überfliegende Leser suchten Seiten nach Headlines und anderen hervorgehobenen Elementen ab, lasen Teile der Geschichte, sprangen zum Foto oder zu anderen Elementen und gingen nicht zurück an dieselbe Stelle im Text, wo sie zu lesen aufgehört hatten. Online sprangen sie über den Bildschirm, schauten sich verschiedene Elemente an und klickten irgendwann auf eine Geschichte, um zu lesen.
Online gab es kaum Unterschiede in der Menge an gelesenem Text zwischen den verschiedenen Lesetypen (rund 77%). Im Print las der methodische Leser mehr (65% zu 57% im Vergleich) sowohl bei Broadsheet als auch bei Tabloid. Am wenigsten las der überfliegende Leser im Tabloid (45%). Den Nachrichten auf Grossformat und Minidisplays werden zukünftige Studien gewidmet werden.
Doris Oberneder
«Eyetracking the News – A Study of Print and Online Reading» kann bestellt werden unter:
http://www.poynter.org/shop/product_view.asp?id=1193
 
Mehr zum Thema:
«Wir brauchen mehr Infos»
ZitateNachfolgende Zitate veranschaulichen, wie komplex sich das Zusammenspiel von Inhalt und Form im Zeitungsdesign verhält.
«Wenn man sich für eine Storyform entscheidet, muss man sich von Inhalt leiten lassen.»
Pegie Stark Adam
«Alle Elemente müssen zusammenarbeiten, um die Nachricht eindeutig übermitteln zu können.»
Sara Quinn
«Ich möchte Journalisten, Fotografen, Verleger und Designer ermutigen, zusammenzuarbeiten, um Packages und Leadstorys zu erstellen.»
Pegie Stark Adam
Die StudieWer wurde getestet:
Beinahe 600 Leser und Leserinnen in vier verschiedenen Städten Amerikas (Leser der Rocky Mountain News in Denver, The St. Petersburg (Fla.) Times, Star Tribune in Minneapolis und Philadelphia Daily News)Zusammensetzung der untersuchten Leserschaft:
56% 18–41 Jahre, 44% 42–65 Jahre (Durchschnittsalter 39 Jahre). 49% Männer, 51% Frauen. 29% der getesteten Leser lesen 1–3-mal pro Woche Zeitung, 71% 4-mal oder mehr. 87% haben einen Studienabschluss, 75% sind berufstätig.

Pfiffig statt Jeep-Design

Suzuki Metzgerlehner worldwide partners setzt die neuen Japaner in Szene. Die Werbung unterscheidet sich von anderen Ländern in Europa.

 
Suzuki Metzgerlehner worldwide partners setzt die neuen Japaner in Szene. 
Seit rund zehn Jahren betreut Metzgerlehner die Marke Suzuki in der Schweiz. Zwar hat Suzuki seit zwei jahren ein neues CI, das in Deutschland für den gesamten europäischen Markt entwickelt worden ist. Auch die Bilder der Modelle werden von Metzgerlehner nicht selber fotografiert, sondern vom Stammhaus übernommen. Für alles weitere sind aber eigene Ideen gefragt, wie CD Felix Dammann erklärt. Die Werbung für Suzuki in der Schweiz unterscheidet sich von anderen Ländern in Europa, seit die Japaner hier von der Walter-Frei- Gruppe importiert werden.In diesem Jahr gibt es einen besonders frischen Auftritt für die Erfolgsmodelle der kompakten Nummer 1. Nach den vorgängigen Modellen, die meistens wie kleine Jeeps ausgesehen haben, hat Suzuki nun drei elegante Kleinwagen gestylt. Mit einer Anzeigenkampagne werden die Vorteile der drei Modelle New Grand Vitara, New SX4 und New Swift sympathisch, überraschend und augenzwinkernd ins rechte Licht gerückt. Argumentiert wird dabei auch bewusst mit dem Preis, denn dieser kann beim neuen Suzuki durchaus zum entscheidenden Faktor werden. Die Kampagne ist stilistisch «reduziert und damit auch verjüngend» gestaltet worden, wie Stratege Marco Lehner erklärt. Sie ist ab sofort schweizweit in Magazinen, Tageszeitungen und der Fachpresse flächendeckend im Einsatz.
Andreas Panzeri

Will Springer Valora kaufen?

Der Axel Springer Verlag kräftigte in den letzten Monaten seine Position in der Schweiz. Nun will Finanz und Wirtschaft aus drei Quellen erfahren haben, dass Springer an einer Übernahme von Teilen der Valora-Handelsgruppe interessiert sei.

 Der Axel Springer Verlag kräftigte in den letzten Monaten seine Position in der Schweiz. Nach der Handelszeitung übernahm der deutsche Grosskonzern, Mutterhaus von mehr als 170 Zeitungen und Zeitschriften in 33 Ländern, Anfang des Jahres auch die Jean-Frey-Gruppe und fasst seine Aktivitäten neu unter Axel Springer Schweiz zusammen. Nun will Finanz und Wirtschaft aus drei Quellen erfahren haben, dass Springer an einer Übernahme von Teilen der Valora-Handelsgruppe interessiert sei. Die Situation dieser Gruppe, seit Jahren eine permanente Baustelle, wird sich nach äusserst flauen Geschäftsmonaten laut Insidern in den nächsten sechs bis zwölf Monaten grundsätzlich verändern. Springer soll vor allem an den zwei Konzernsparten Retail und Press & Books interessiert sein. Für einen Ausbau der Aktivitäten in der Schweiz würden diese Akquisitionen durchaus Sinn machen: Mit dem unter Retail zusammengefassten Kiosk-Geschäft könnte der Verlag einen wichtigen Vertriebskanal für seine Titel kontrollieren. Auch die Sparte Press & Books wäre in dieser Hinsicht interessant, vertreibt Valora doch über dieses Tochterunternehmen bereits jetzt 6000 verschiedene Pressetitel in der Schweiz, Österreich und Luxemburg. Bislang dementieren jedoch beide Seiten jegliche Kontakte.

Tilllate erhält eine Stimme

Radio Das Nachtschwärmerportal Tilllate lanciert ein Online-Radio und geht dabei neue Wege. DJ's und Partyveranstalter machen das Programm.

 
Radio Das Nachtschwärmerportal Tilllate lanciert ein Online-Radio und geht dabei neue Wege. 
Tilllate lebt von den Schönen der Nacht. An den Wochenenden mischen sich Hunderte von Fotografen unters Partyvolk und versuchen, dessen unbändigen Durst nach Selbstdarstellung zu stillen. Seit Anfang Oktober fügt das Nachtschwärmerportal den Partybildern eine akustische Komponente hinzu. Mit einem eigenen Online-Radio will Tilllate laut Eigenbeschreibung die «Clubber-Ohren» vibrieren lassen und den «Musikhunger ihrer Clubbing-Community» stillen. Gespielt werden derzeit drei Musikrichtungen: Urban, Trance/Progressive und House/Electro.
Mit dem neuen Angebot will sich das Nachtportal von anderen Radiostationen eindeutig unterscheiden. Statt selber Musiklisten zusammenzustellen und Shows zu produzieren, gestalten DJs und die Partyveranstalter das Programm selber. Registrierte Musikproduzenten können ihre Klangwelten auf der Internetsite hochladen und Profile erstellen. Entsprechen sie den Qualitätsansprüchen des Ausgehportals, geht die Musik auf Sendung. Abgesehen von ein paar wenigen englischsprachigen Radioshows wird das Nightlife-Radio noch nicht moderiert. Inhaltlich will sich Tilllate in einer ersten Phase nur auf Musik fokussieren. Das Angebot an Shows wird laufend ausgebaut.
Für Projektleiter Marco Rohr war der Zeitpunkt der Lancierung genau richtig. Man habe bei Tilllate ein solches Projekt schon lange im Hinterkopf gehabt, aber mit der Realisierung gewartet. «Vor zwei Jahren wäre ein Start wesentlich schwieriger gewesen», meint Rohr. Da hätten die guten Beziehungen zu Künstlern und Veranstaltern noch gefehlt. Rohr ist davon überzeugt, dass das Radio bei den Partygängern Aufsehen erregen wird. «Die Musik ist vermutlich der wichtigste Bestandteil der Club-Kultur. Die Community hat auf ein solches Angebot gewartet.»
Mit dem neuen Projekt ist das Partyportal gut gestartet. Partygänger und Künstler zeigen Interesse. Rohr: «Wir haben bereits jetzt die Hörerschaft, die andere Internetradios in diesem Genre erst nach zwei Jahren aufweisen.» Für Werbetreibende verspricht das Radiokonzept interessante Möglichkeiten: «Wir klären verschiedene Sponsoringkonzepte ab», so Rohr. So will das Portal den Kanal etwa für Werbespots öffnen. Geld will Tilllate aber auch mit kostenpflichtigen Diensten wie Podcasts und On-demand-Funktionen verdienen. Je nach Konzept sollen dabei auch die Künstler am Erfolg teilhaben.
Das Online-Konzept dürfte in der Schweizer Radiolandschaft neue Massstäbe setzen. Zum einen kann die Community das Musikprogramm selber erstellen, zum anderen sind die Partygänger eng verknüpft mit bereits bestehenden Inhalten wie Event-Informationen, Fotoreportagen und den Künstlerprofilen. Das sind Vorteile, die UKW- oder DAB-Radioprogramme in dieser Form bisher nicht bieten. Für die Umsetzung des Nightlife- Radios arbeitet Tilllate mit der Digital Media Distribution (DMD2) zusammen, die für den Sendebetrieb zuständig ist. DMD2 ist ausserdem für die Qualitätskontrolle der auf die Plattform geladenen Musik zuständig und wird Tilllate auch bei der Akquisition von neuen Inhalten unterstützen.
Christian Lüscher
Nightlife mit Werbung verknüpfenTilllate erreicht weltweit
pro Monat 1,8 Millionen Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmer im Alterssegment der 18- bis 35-Jährigen. Derzeit sind gegen 500’000 Personen Mitglied der Partycommunity. Vor sieben Jahren startete das Portal mit seinem Fotoservice. Seit dem beinhaltet das Online-Archiv rund elf Millionen Bilder. Im Dienst von Tilllate stehen weltweit mehr als 1’100 Fotografen. Neben Partyfotos
produziert Tilllate auch das zehnminütige Fernsehmagazin «Nightlife TV», das am Wochenende jeweils am Freitag und am Samstag um 20 Uhr auf MTV zu sehen ist. Den Löwenanteil der Einkünfte
erzielt Tilllate mit Werbung. Tilllate-Marketingchef Markus Popp über das Geschäftsmodell: «Wir verknüpfen die Werbewirtschaft mit der Nightlife-Industrie.» Die 2000 gegründete Plattform
beschäftigt weltweit über 45 Mitarbeitende und knapp 100 Teilzeitangestellte. Erst kürzlich beteiligte sich das Medienunternehmen Tamedia an Tilllate. Anfang 2010 ist eine Aufstockung der Beteiligung auf 49 Prozent geplant. Durch die Kooperation mit Tamedia soll die Zusammenarbeit zwischen 20 Minuten und Tilllate im Print- und im Online-Bereich gestärkt werden. Tilllate betreibt das Geschäft in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Ibiza, Grossbritannien, Frankreich, den Niederlanden, der Türkei und Bulgarien. (cl)

Ruf Lanz ist in London fünfmal im Finale

Bei den London International Awards hat die Zürcher Agentur Ruf Lanz fünfmal den Einzug ins Finale geschafft. Ob es für einen Winner reicht, entscheidet sich am 12. November.

Bei den London International Awards hat die Zürcher Agentur Ruf Lanz fünfmal den Einzug ins Finale geschafft. Nominiert sind in der Kategorie Outdoor die Kampagne «George W. Bush» für das Sport Factory Outlet. In der Kategorie Print ist die Kampagne «Computer Engineers recruiting» für McKinsey & Company sowie die Kampagne «Letters of application» für Radio Energy Zürich auf der Shortlist. In der Kategorie Radio hat es der Hyundai-Radiospot «German National Anthem» in die Auswahl geschafft. Ruf Lanz hat bereits viermal Gold in London gewonnen. Ob es auch dieses Jahr für einen Winner reicht, entscheidet sich am 12. November.
Bild oben:

Eines von vier Sujets aus der nominierten Kampagne «George W. Bush» für Sport Factory Outlet.
Bild unten
Eines von vier Sujets aus der nominierten Kampagne «Letters of application» für Radio Energy Zürich.

Scholtysik Niederberger Kraft sackt Freitag ein

Die Freitag-Brüder holen die 1996 in Basel gegründete Agentur Scholtysik Niederberger Kraft (SNK) zur Weiterentwicklung ihrer Markenstrategie und ihres visuellen Auftritts.

Die Freitag-Brüder holen die 1996 in Basel gegründete Agentur Scholtysik Niederberger Kraft (SNK) zur Weiterentwicklung ihrer Markenstrategie und ihres visuellen Auftritts.Das rasante Wachstum des Taschenherstellers Freitag mache strategische und operationelle Instrumente zur Markenführung erforderlich, heisst es in einer Mittreilung. SNK hat in enger Zusammenarbeit mit Freitag die strategische Positionierung und Identität der Marke erarbeitet. Darauf basierend wurde das Erscheinungsbild weiterentwickelt und andere markenprägende Bereiche analysiert. Entstanden ist ein klares Fundament der Marke Freitag und ein Instrumentarium, das es dem Unternehmen zukünftig erlauben soll, ihre Marke gezielt zu steuern und zu expandieren.

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