Im Hause Axel Springer Schweiz gab es in den letzten Monaten einige Wechsel: Urs Aeberli löste Hansjörg Ryser als Stocks-Chefredaktor ab, Dirk Schütz übernimmt die Bilanz-Chefredaktion, bei den TV-Zeitschriften gab es eine Rochade auf Chefredaktoren-Ebene und Balz Hosang zieht sich im kommenden Frühjahr von der Beobachter-Chefredaktion zurück.
«Es herrscht keine Unruhe bei uns – alle diese Vorgänge geschahen einvernehmlich», sagte Axel-Springer-Schweiz-CEO Ralph Büchi der Werbewoche. «Die Wechsel erfolgten aus unterschiedlichen Gründen: Bei Stocks zeigte sich, dass Hansjörg Ryser an einer anderen Position besser aufgehoben ist: Er leitet ja nun das Ressorts Invest bei der Bilanz. Wären wir beim Fussball, würde ich sagen, dass er in seiner jetzigen Funktion mehr Tore schiesst».
Bei den TV-Zeitschriften habe sich die Situation in kürzester Zeit vollkommen geändert: «Zuerst übernahmen wir TV-Star, dann die Zeitschriften von Ringier. Da die Zeitschriften in vielen Bereichen kooperieren, braucht es nicht mehr Chefs für jeden Titel. Wir haben hier mit Chefredaktor Gion Stecher als ‚Primus inter Pares’ und Urs Padel als Stellvertreter und Tele-Chefredaktor eine gute Lösung gefunden. Ringier wollte ausserdem Dominic Geisseler wieder zurückhaben – das ist gut aufgegangen.» Geisseler, der ehemalige Chefredaktor von Tele, TV2 und TV vier, leitet nun die Schweizer Illustrierte. Bei den Fernsehzeitschriften von Axel Springer Schweiz gibt es gemäss Büchi zahlreiche Möglichkeiten für redaktionelle Zusammenarbeit. Eine Zusammenlegung von Titeln stehe aber derzeit nicht zur Debatte.
Der letzte Woche angekündigte Wechsel beim Beobachter habe wiederum einen anderen Grund: «Balz Hosang hat mit seinen bald 60 Jahren den Wunsch geäussert, die kommenden Jahre nicht mehr in gleicher Intensität als Chefredaktor ins operative Tagesgeschäft eingebunden zu sein. Deshalb übernimmt er nun die publizistische Gesamtleitung», sagte Büchi.
Diese Wechsel in seinem Hause seien wohl überlegt und ohne Hektik vollzogen worden, betonte Büchi. «Und Veränderungen gehören nun mal zum Wirtschaftsleben».