Pipiglugluschnarchschnarch

Kolumne Heute schütten uns die Mainstream-Medien mit Gossip und simulierter Politik zu. Dagegen hilft nur Medienökologie.

 
Kolumne Heute schütten uns die Mainstream-Medien mit Gossip und simulierter Politik zu. Dagegen hilft nur Medienökologie. 
Er mustert mich im Rückspiegel seines Taxis, blättert in einer Zeitschrift auf dem Beifahrersitz. Schnelle Blickwechsel zwischen Sitz und Rückspiegel. Was ist? Ich bin mir keiner Verfehlung bewusst. Bin nüchtern, gekämmt (soweit), genügend Geld für den Fahrpreis habe ich auch. Jetzt hält er die Werbewoche hoch: «Sie sind der Fahrni!» Diese umwerfende Erkenntnis bezahlt eine Radfahrerin beinahe mit dem Leben. «Ihr Werber hattet auch schon bessere Zeiten», sage ich irritiert. Er: «Taxifahren ist ruhiger.» Nach einer Weile: «Eine Frage hätte ich da: Was um des heiligen Saatchi Willen ist ein Medienökologe?»«Wieso Medienökologe?»
Er reicht die Zeitschrift nach hinten. Tatsächlich. Unter meinem Konterfei steht: «Medienökologe». Aha.
Keine schlechte Idee. Nur: Was ist das? Ökologen verlangen den schonenden Umgang des Menschen mit der Natur. Medienökologen aber wollen den schonenden Umgang mit der menschlichen Natur an sich.
«Das ist gut», sagt er, «und weiter? Was treibt so ein MediÖko?» – Nun, zuerst einmal unterlässt er einiges. Zum Beispiel lässt er Drucksachen links liegen, die Titel tragen wie «nichts.ch», «19 Sekunden» oder «vorgestern». Den Fernseher hat er verschenkt.
«Ist das nicht ein wenig elitär?» – Nein, er schont nur seine knappen Ressourcen an Zeit und Aufmerksamkeit. Denn der Mensch ist eine Fehlkonstruktion. Er reagiert auf Reize. Bekommt er zu viel davon, wird er erst zum Tier, dann zum Kind. Medientechnisch und zivilisationsgeschichtlich sind wir in der Pipiglugluschnarch-Sequenz angelangt. Total infantilisiert, wissen wir nichts mehr über uns. Historiker werden einmal schreiben: Nach der grossen Depression kam die lange Phase der flachen Hirnströme. Was einmal Mensch war, verkam zum Konsumenten. Wunderlich nur, dass Konsument nicht längst ein ultimatives Schimpfwort ist, eine Steigerungsform: Depp, Idiot, Konsument.
«Aber die Information! Was ist mit der Information»?
Wo ist die in den Mainstream-Medien? Eigentlich sollten Medien der demokratischen Ermächtigung des Bürgers dienen, der Selbstbeobachtung der Gesellschaft, der öffentlichen Kontrolle. Heute schütten sie uns mit Gossip und simulierter Politik zu. Arena? Eine akute Gefahr für die Demokratie. Ein Medienökologe hat Zeit und Lust für die Welt. Gewiss, er liest die NZZ – teilweise, die interessanteren Stücke. Auch Le Temps. In den Tagi oder ein Lokalblatt schaut er auch kurz rein, beim Kaffee in der Kneipe. Muss aber nicht sein. Er verpasst wenig. Aber er ist auf diverse Newsletters abonniert. World Radio von BBC ist seine Basis. Überhaupt Radio! Gewisse Blogs und Internetseiten. Er holt sich die interessanten Köpfe ins Haus. Was bei Arte oder sonstwo interessant ist, podcastet er. Er ist in Chatgroups eingeschrieben. Aus einem Blog erfährt er, dass Blocher einen Staatsstreich plant, übermorgen um 16 Uhr 30. Und mit ihm haben 56 andere Qualitäts-User die explosive Nachricht erhalten. Wo bleibt da die medial vermittelte Demokratie?
Das ist der Knackpunkt. Was würde geschehen, stünde die Nachricht heute in der Berner Zeitung? Eben. Medienökologie kann nicht bloss den Gossip-Boykott ausrufen – sie muss neue Medien schaffen. Werbefreie Lokalmedien, scharf recherchierend, in denen die Bürger die Agenda machen. Public Journalism. Nationale Wochenzeitungen mit acht Seiten und fünf exzellent recherchierten Geschichten. Tagesmedien, die nur der Relevanz verschrieben sind. Relevanz ist der Hebel der Sache: Alle gieren nach Erhellung. Wer Relevantes schreibt, wird gelesen. Wir brauchen Bloglisten und Blogfilter. Neue Vertriebskanäle. Cross-Medien. Eine selbstkritische Debatte über Qualität und Öffentlichkeit. «18 Franken 30», sagt der Werber am Steuer, «das Brainstorming geht aufs Haus.»
> Oliver Fahrni ist freier Publizist und Medienökologe.

«Swiss made» erhält mehr Schutz

Der Bundesrat will einen besseren Schutz für die Bezeichnung «Schweiz». Ausserdem sollen Schweizer Waren legal mit dem Schweizerkreuz werben dürfen, was bis anhin nicht möglich war.

 Der Bundesrat will einen besseren Schutz für die Bezeichnung «Schweiz» und das Schweizerkreuz. Er hat deshalb am Mittwoch ein Vernehmlassungsverfahren zum Gesetzgebungsprojekt namens «Swissness» eröffnet. Die Fälle von missbräuchlicher Verwendung von Bezeichnungen wie «Schweizer Qualität» oder dem Schweizerkreuz würden sich nämlich häufen, schreibt der Bundesrat am Mittwoch. Er will nun präzisere Regelungen schaffen. Bis anhin darf das Schweizerkreuz auf Waren nicht angebracht werden, für Dienstleistungen ist es jedoch erlaubt. «Alle jene Firmen, die das Schweizerkreuz bisher auf ihren Produkten verwenden, verstossen damit eigentlich gegen das geltende Wappenschutzgesetz», sagt Felix Addor vom Eidgenössischen Institut für Geistes Eigentum. «Das Gesetz soll nun geändert werden, damit Schweizer Unternehmen das Schweizerkreuz legal brauchen können». Man wolle aber hier klare Regelungen haben. Nur Produkte, die wirklich aus der Schweiz stammen, sollen mit dem Kreuz gekennzeichnet werden dürfen. Gegen Missbrüche soll konsequenter vorgegangen werden, wenn das neue Gesetz wirklich in Kraft tritt. Das Schweizer Wappen, also das Schweizerkreuz in einem Wappenschild, bleibt weiterhin der Eidgenossenschaft vorbehalten.
Neu soll der schweizerische Anteil an den Herstellungskosten einer Ware mindestens 60 Prozent betragen, damit eine Ware als aus der Schweiz stammend gilt. Für verschiedene Warenkategorien wird zudem spezifisch festgelegt, was für ein Bezug zwischen dem Produkt und dem Herkunftsort bestehen muss. Zudem wird die Kontrolle verstärkt: Bei Missbräuchen der Bezeichnung «Schweiz» und des Schweizerkreuzes im Inland soll das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum Strafanzeige einreichen und sich am Verfahren beteiligen können.

Wachstum ungebremst

GEMI Gemäss Goldbach Electronic Media Index (GEMI) steigern die E-Medien den Werbedruck im Monat Oktober erneut um 8 Indexpunkte. Nach Abschluss der kompletten Nachprüfung der Internet-Daten durch Media Focus wurde der aktuelle Index um über 100 Punkte nach oben korrigiert.

 
GEMI Gemäss Goldbach Electronic Media Index (GEMI) steigern die E-Medien den Werbedruck im Monat Oktober erneut um 8 Indexpunkte. Nach Abschluss der kompletten Nachprüfung der Internet-Daten durch Media Focus wurde der aktuelle Index um über 100 Punkte nach oben korrigiert. Das Wachstum beim TV hält mit plus 11 Indexpunkten auf 411 deutlich an. Das Radio liegt neu bei 256 Punkten (-2) und kann mit der Entwicklung aller E-Medien nicht mithalten. Diese verzeichnen ein überdurchschnittliches Wachstum von 8 auf 394 Indexpunkte. Der Markt aller durch Media Focus erfassten Medien steigt um 3 auf 194 Indexpunkte. Media Focus hat die Nachprüfungen der Datenlieferungen in der Mediengruppe Internet im aktuellen Jahr sowie 2006 abgeschlossen. Nach der bisherigen Überarbeitung verzeichnet Internet eine indexierte Steigerung des Werbedrucks um 116 Punkte auf 368. Man darf auf die Fortsetzung gespannt sein. 
  

Zu guter Letzt: Mafiaboss als neuer Held der Jugend?

Eine TV-Serie spaltet Italien. Und dies aus gutem Grunde: Denn sie handelt nicht von Liebe, Freundschaft oder von Guten und von Schlechten Zeiten – nein, sie erzählt das Leben des Mafia-Boss Toto Riina.

 Eine TV-Serie spaltet Italien. Und dies aus gutem Grunde: Denn sie handelt nicht von Liebe, Freundschaft oder von Guten und von Schlechten Zeiten – nein, sie erzählt das Leben des Toto Riina. Für diejenigen, die diesen Mann nicht kennen sollten: Toto Riina ist die langjährige Nummer Eins der italienischen Mafia und wurde 1993 zu mehrmals lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt. «Il Capo dei Capi», also der Boss der Bosse, wie die auf Canale 5 ausgestrahlte Serie liebevoll genannt wird, mache aus dem Mafioso einen Helden, was sehr schädlich für die Gesellschaft sei, meint der Anti-Mafia-Staatsanwalt von Palermo, Antonio Ingroia. Und er scheint damit gar nicht mal so unrecht zu haben: Glaubt man seinen Worten, hat eine ganze Schulklasse auf die Frage, welche Person ihnen in der Sendung am sympathischsten sei, einstimmig den Mafiaboss genannt. Und auch Italiens Justizminister Clemente Mastella ist ob der Mafia-Romantik am Bildschirm alles andere als begeistert. Er fordert laut SDA die Suspendierung der Serie. Die Berlusconi-Mediengesellschaft Mediaset hingegen, deren Sender das Gemetzel ausstrahlt, lobt die hohe Qualität und die Sorgfalt, mit deren die Fakten erzählt werden. Und auch der Produzent, Pietro Valsecchi, verteidigt sein Werk: Der Film sei mit grösster geschichtlicher Genauigkeit gedreht worden. Der Justizminister solle sich besser um Prozesse als um TV-Serien kümmern. Hoffentlich muss er sich nicht bald um sehr viel mehr Prozesse kümmern, wenn er Valsecchis Rat befolgt und die Schüler weiterhin den Capo als sympathischen Helden feiern lässt.

Die Besserwisser-Studie

Medienforschung Die Studie Mach Radar der Wemf soll dem Marketing helfen, das segmentierte Publikum besser in den Griff zu bekommen.

 
Medienforschung Die Studie Mach Radar der Wemf soll dem Marketing helfen, das segmentierte Publikum besser in den Griff zu bekommen. 
«Die Konsumenten stellen die Marketingverantwortlichen vor immer grössere Herausforderungen», schreiben die Verantwortlichen der AG für Werbemedienforschung (Wemf) gleich zu Beginn ihrer neuen Studie. Selbst mit detaillierten Kriterien wie Bildung, Einkommen, beruflicher Stellung bis hin zu Angaben über das Konsumverhalten vermöchten nur noch teilweise Aussagen über die Beweggründe zu liefern, was Menschen letztlich dazu bewege, ein Produkt zu kaufen. «Der Konsument ist in zunehmendem Masse fragmentiert», heisst es. Hier soll die neue Studie Mach Radar abhelfen und dem Marketing als Grundlage dienen, die Konsumenten besser zu verstehen. Als Grundvoraussetzung gehen Forscher heutzutage davon aus, dass die Konsumenten sich vor allem von ihren eigenen Wertvorstellungen leiten lassen, nach denen sich die Art des Marketings dann zu richten hat.
Kernstück Radar-PsychografieIn der neuen Studie werden die beiden bisherigen Studien von Demoscope, Market Radar und Medien Radar, integriert und gleichzeitig mit den Wemf-Studien Mach Basic und Mach Consumer verbunden. Die Wemf gibt die Studie denn auch in Kooperation mit Demoscope heraus.
Kernstück der Studie ist dabei die so genannte Radar-Psychografie beziehungsweise der daraus resultierende psychografische Raum der Schweiz. Alle Auskunftspersonen unterziehen sich dabei einem kurzen Fünfminutentest und nehmen zu 26 Fragen Stellung. Anhand der Antworten entsteht für jede Person ihr eigenes Werteprofil. Aus diesen Profilen wird dann der besagte psychografische Raum errechnet, ein dreidimensionaler Raum auf den Achsen «progressiv – konservativ», «aussengerichtet – innengerichtet» sowie «leader – follower».
Die Nutzer der Studie können so in einem Arbeitsgang Medien- und Konsumdaten mit den psychografischen Daten verknüpfen und Informationen über die Positionierung von Produkten erhalten. «Damit wird die Mach Radar vor allem für Marketing-, Media- und Verlagsfachleute interessant, die aus diesen Daten ihre Strategie entwickeln», schreibt die Wemf.
Was leistet die Studie?Mit der Mach Radar lässt sich ermitteln, welche Zielgruppen zu welchen Werthaltungen in welchem Marktsegment affin sind. Mit der Studie lassen sich weitere Zielgruppen bestimmen. Indem sie Psychografie mit der Demografie und dem Konsumverhalten verknüpft, können die Marketing- und Mediazielgruppen direkt in die Analyse übertragen werden, womit für die Zielgruppen die optimalen Printmedien bestimmt werden können. Aber auch die Positionierung von Titeln und Brands lässt sich zuverlässig bestimmen. Die Profile der direkten Mitbewerber lassen sich dabei ermitteln und jene Felder analysieren, wo ein direkter Verdrängungswettbewerb stattfindet. Denkbar sind auch Beobachtungen von Kannibalisierungstendenzen von Produkten innerhalb der eigenen Marke, und es lassen sich die Bedingungen erheben, unter denen zum Beispiel die Neulancierung eines Titels angezeigt wäre. Die Mach Radar kann aber ein Verlagshaus auch dazu nutzen, einem Inserenten zu demonstrieren, welche Medien näher zu beziehungsweise weiter weg von seinem Produkt positioniert sind. Die Studie dient auch als Instrument für die Titelauswahl oder als Mediaplanungs-Tool und bietet darüber hinaus eine Fülle von Zusatzinformationen: Briefing für die Agentur, Kenntnisse über die Leserschaft und ihre Werthaltungen für die Redaktion oder fundierte Daten über die Konsumenten selber.
Wie liest sich die Studie?Der Nutzer der Mach Radar analysiert zunächst den Käuferanteil der Grundgesamtheit (Säulendiagramm rechts) sowie pro Feld in Prozentwerten. Dann befasst er sich mit den Affinitäten pro Feld (100 = Durchschnitt). Ein hoher Index bedeutet, dass die Marke im betreffenden Feld verankert ist. Je ausgeprägter die rote Farbe, umso höher ist der Anteil beziehungsweise die Affinität im betreffenden Feld. Wie jeder Durchschnittswert ist dabei auch der Schwerpunkt bloss eine Annäherung an die Realität. (red)

Neue Kampfansage an Werbeverbote

Wahlen 07 Im neuen Parlament wird die Debatte über Werbeverbote und Postmarktliberalisierung frisch lanciert.

 
Wahlen 07 Im neuen Parlament wird die Debatte über Werbeverbote und Postmarktliberalisierung frisch lanciert. 
Der Privat-TV-Verband Telesuisse kann aufatmen: Sein Präsident Filippo Lombardi gehört weiterhin dem neugewählten Ständerat an.  Anders ist es für den Verband Schweizer Werbung: Dessen Präsident Carlo Schmid (CVP) trat gar nicht mehr zur Wahl in die kleine Kammer an. Nun hat der SW keinen direkten Draht mehr ins Parlament. Doch SW-Sprecher Piero Schäfer sieht deswegen die Position der Werbewirtschaft keineswegs gefährdet. «Es gibt ja relativ viele neue SVP-Parlamentarier, und diese stehen am ehesten auf unserer Linie, zumindest was das Ablehnen von  Werbeverboten angeht», sagt  er. Insofern würden es die SW-Anliegen künftig vielleicht etwas einfacher haben. Als politisches Hauptthema aus SW-Sicht bezeichnet Schäfer auch in Zukunft den Kampf gegen Werbeverbote. Er verweist auf die Offroader-Initiative sowie die nationalen Programme «Alkohol» und «Ernährung», die ebenfalls Werbeverbote oder Werbeeinschränkungen beinhalten würden. Auch gegenüber der EU gelte es, wachsam zu bleiben. Aus Brüssel kommen keine guten Nachrichten für die Werbewirtschaft.Werbeverbote bilden auch aus Sicht des Verbandes Schweizer Presse eines der wichtigen politischen Themen der Zukunft. Verbandsgeschäftsführer Hanspeter Kellermüller nennt jedoch noch weitere: Die Revision der Mehrwertsteuer und – für die Verleger brennender denn je – die Liberalisierung des Postmarktes. Wie aber sieht er die Verlegerpositionen zu diesen Fragen im neuen Parlament vertreten? Kellermüller zögert – mit gutem Grund. Zwar gibt es zwei Nationalräte, die sich als Verleger bezeichnen – Filippo Leutenegger (FDP) und Doris Stump (SP). Weitere sitzen im Verwaltungsrat von Verlagen: So sind die SVP-Nationalräte Hans Fehr und Hans Kaufmann VR-Mitglieder der Schweizerzeit Verlags AG, SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr ist VR-Mitglied bei der Schaffhauser AZ, FDP-Ständerat Rolf Büttiker sitzt im VR der Dietschi AG (Oltner Tagblatt) und CVP-Ständerat Urs Schwaller in jenem der Zeitungsdruckerei von La Liberté. Doch Hanspeter Kellermüller weiss aus den vergangenen Diskussionen um RTVG und indirekte Presseförderung: Die Verleger im Parlament sprechen nicht mit einer Stimme. So vertraten etwa Leutenegger und Fehr sehr unterschiedliche medienpolitische Positionen. «Es wäre deshalb verfehlt zu sagen, dass wir im Parlament unsere Vertreter haben», sagt Kellermüller. Mit der Pharma- oder der Bauernlobby sei dies nicht zu vergleichen.
Noch sind die Interessenbindungen der neuen Parlamentarier erst vereinzelt bekannt: Doris Stump, die SVP-Nationalräte Wobmann und Gadient, CVP-Nationalrat Bugnon und FDP-Ständerat Fünfschilling sitzen in Gremien der SRG, FDP-Nationalrat Gysin hat einen Draht zu den Basler Zeitung Medien, FDP-Nationalrat Theiler und SVP-Nationalrat Stamm einen zur AZ-Mediengruppe und SVP-Nationalrätin Rickli arbeitet für Goldbach Media. Um nur einige zu nennen.
Markus Knöpfli

Für Gratistitel wirds eng

Strassenumfrage Kurz vor dem Start des fünften Gratistitels News hat die Werbewoche im goldenen Mediendreieck nach den Gratis-Lesegewohnheiten gefragt.

 
Strassenumfrage Kurz vor dem Start des fünften Gratistitels News hat die Werbewoche im goldenen Mediendreieck nach den Gratis-Lesegewohnheiten gefragt. 
Fast alle mögen 20 Minuten, Cash daily ist unbekannt, .ch wird trotz Hauszustellung verschmäht und heute von jungen Frauen geliebt. Dies ist das Resultat einer nichtrepräsentativen Werbewoche-Strassenumfrage in den Städten Basel, Bern und Zürich bei gesamthaft 171 Personen.Am 5. Dezember erscheint in den Agglomerationen des goldenen Dreiecks die Gratis-Tageszeitung News, das fünfte überregionale Gratisblatt in der Deutschschweiz. Angesichts der Fülle von Pendlerzeitungen fragt man sich, wie viele und welche Titel überleben werden. Von den ebenfalls existierenden Gratisanzeigern in Basel, Bern und Zürich gar nicht zu reden. Die Situation ist auch deshalb schwierig zu beurteilen, weil zu .ch noch keine und zu Cash daily nur halbwegs aussagekräftige Reichweitenzahlen existieren.
Aus diesem Grund wollte die Werbewoche noch vor dem Start von News mittels einer Strassenumfrage in Erfahrung bringen, welchen Zuspruch die derzeit bestehenden alten und neuen Gratistitel erfahren. Obwohl nicht repräsentativ angelegt (siehe Methodik), dürfte die Umfrage mit insgesamt 171 Interviews in Basel, Bern und Zürich dennoch etwas über die momentan vorherrschende Marktsituation aussagen.
Was von den Ergebnissen vielleicht am meisten überrascht: Cash daily ist der Gratistitel, der nicht nur am wenigsten gelesen wird. Er ist auch weitgehend unbekannt. Viele Befragte gaben offen zu, noch nie etwas davon gehört zu haben. Wieder andere kannten zwar den Ringier-Titel, wussten aber nicht, wo er erhältlich ist. Von den 171 Befragten zählten sich jedenfalls nur sechs Männer und drei Frauen zu gelegentlichen Cash-daily-Lesern – denn niemand hatte an zwei Tagen hintereinander in das Wirtschaftsblatt geschaut. Ganz anders verhält sich dies bei 20 Minuten: 114 Personen gaben an, das Tamedia-Blatt gelesen zu haben, 45 von ihnen gar an zwei Tagen nacheinander. Den grössten Zuspruch erfährt der Titel bei der jungen Zielgruppe, sowohl bei Frauen wie auch bei Männern. Doch auch die über 55-Jährigen holen sich das Blatt gerne aus dem Kasten – falls es überhaupt noch erhältlich sei, wie einige bemerkten.
Mit immerhin 43 Nennungen erzielte das erst zwei Monate alte .ch einen Achtungserfolg. Doch gaben nur gerade zehn Personen an, es an zwei Tagen hintereinander zur Hand genommen zu haben, was angesichts der Hauszustellung eigentlich erstaunt. Und zu keinem andern Gratistitel gab es so viele gerümpfte Nasen und abfällige Kommentare («Ich weiss nicht, was dieser Titel soll») wie zu .ch.
Doch auch wenn die Rede auf die Abendzeitung heute kam, waren verdrehte Augen oder verzogene Mundwinkel keine Seltenheit. Zumindest Männer begleiteten ihre Aussagen zu diesem Titel mit herablassenden Gesten, je älter, desto häufiger. Frauen hingegen äusserten bei heute kaum Geringschätzung. Der Ringier-Titel stösst denn auch beim weiblichen Geschlecht auf weit stärkeres Interesse.
Nicht überraschend ist, dass die diversen Anzeiger in den drei Städten primär vom älteren Publikum gelesen werden. Der täglich erscheinende Baslerstab bildet da eine Ausnahme – er findet seine Leser in allen Altersgruppen.
Wie die Leute auf einen weiteren Gratistitel reagieren werden, ist aus dieser Umfrage nicht ersichtlich. Immerhin aber gaben 32, also knapp ein Sechstel aller Befragten, an, an den erfragten Tagen keine Gratistitel gelesen zu haben. Gut die Hälfte von ihnen brachte zum Ausdruck, dass sie diese Pressegattung grundsätzlich verschmähen – aus unterschiedlichen Motiven.
Neben den Nicht-Lesern gibt es aber auch jene, die mehrere Gratistitel lesen. In Zürich hatten 16 Personen nur einen Titel, 18 Personen zwei, 7 Personen drei und 3 Personen vier verschiedene Gratiszeitungen angeschaut. Eine 68-jährige Frau hatte sich an den fraglichen zwei Tagen gar alle fünf Zürcher Titel zu Gemüte geführt – 20 Minuten und .ch je zweimal! In Basel griffen 15 Personen zu nur einem Titel, 22 lasen zwei, 7 konsumierten drei und 2 Personen deren vier. In Bern blätterten 15 Personen in nur einem Gratisblatt, 17 waren an zwei interessiert, 11 lasen 3 und 4 lasen vier Gratisblätter.
Noch ein Resultat sei hier erwähnt: Wenn, dann werden die Gratistitel auf Papier gelesen, die E-Paper spielen eine untergeordnete Rolle. Bloss acht Personen gaben an, einen oder mehrere Titel auf dem Computer gelesen zu haben. Fünf jüngere Männer lasen 20 Minuten online (drei davon in Ergänzung zu Print, zwei nur Online), und je einer las Cash daily (Print und Online), den Baslerstab und den Berner Bär. Und die einzige Frau, eine 57-Jährige, hatte .ch auf dem Internet gelesen.
Markus Knöpfli
Drei unterschiedliche MärkteVon den drei Städten im goldenen Dreieck ist Basel die Agglomeration mit dem dichtesten Gratiszeitungsmarkt. Denn neben 20 Minuten, .ch, heute und Cash daily buhlt dort auch der Baslerstab fünfmal pro Woche um die Gunst von Lesern und Inserenten. Zwar hat Bern mit Berner Bär und Anzeiger Region Bern (ARB) sogar sechs Titel, doch werden beide Gratisblätter «nur» je zweimal wöchentlich verteilt. Die geringste Dichte an täglichen Gratiszeitungen hat Zürich, jedenfalls seit Anfang Jahr, als das Tagblatt der Stadt Zürich seinen Erscheinungsrhythmus auf einmal wöchentlich umstellte. (mk)
Gratiszeitungen: die UmfragemethodikDie vorliegende Strassenumfrage ist keineswegs repräsentativ. Werbewoche-Reporter Markus Knöpfli ging an drei aufeinander folgenden Vormittagen (jeweils zwischen 8.30 und 12.45 Uhr) in Basel, Bern und Zürich auf frequentierte Plätze und befragte je 57 Passanten. Die Auswahl erfolgte zufällig. Der Auftakt war am Mittwoch, 22. November, in Bern, in der Nähe des Bundeshauses und vor dem Kurhotel. Am Donnerstag, 23. November, kam Zürich an die Reihe im Gebiet der Schule für Gestaltung und am Freitag, 24. November, folgte Basel auf dem Messeplatz. Gemessen an den realen Bevölkerungsstrukturen kamen in dieser Umfrage insgesamt die Männer etwas zu kurz. Zudem sind die 14- bis 34-Jährigen deutlich über- und die Personen ab 55 klar untervertreten.
Die befragten Personen mussten mindestens 14 Jahre alt sein und Deutsch verstehen können. Ferner mussten sie in der Stadt, in der die Umfrage gerade stattfand, wohnen. Die konkrete Frage lautete dann: «Haben Sie den Gratistitel xy heute schon gelesen, haben Sie xy gestern gelesen?» Bejahten die Befragten das eine oder beides, wurde weiter gefragt, ob sie den Titel auf Papier oder online gelesen hatten.
Klar ist, dass Tageszeitungen wie 20 Minuten, .ch, Cash daily und Baslerstab punkto Fragestellung im Vorteil waren, weil sie zweimal genannt werden konnten. Für die Abendzeitung heute war im Prinzip nur eine Nennung möglich, ebenso für den Wochentitel Tagblatt der Stadt Zürich, der mittwochs erscheint, sowie für den zweimal wöchentlich dienstags und donnerstags erscheinenden Titel Berner Bär und den mittwochs und freitags erscheinenden Anzeiger Region Bern (ARB). Der ARB war besonders benachteiligt, weil die Umfrage in Bern an seinem Erscheinungstag und erst noch vormittags stattfand. (mk)
 
 

Daniel Allemann wird Marketingleiter beim Baslerstab

Am 1. Dezember wechselt Daniel Allemann als Marketingleiter und stellvertretender Verlagsleiter zur Basler Gratiszeitung Baslerstab. Er war bisher beim TV Star tätig.

 Am 1. Dezember wechselt Daniel Allemann als Marketingleiter und stellvertretender Verlagsleiter zur Basler Gratiszeitung Baslerstab. Das gab die Basler Zeitung Medien am Mittwoch bekannt. Der 39-jährige Allemann war während der letzten sechs Jahre als Marketingleiter und stellvertretender Verlagsleiter bei der TR7 AG tätig, welche zu Axel Springer Schweiz gehört und den TV Star herausgibt.

Volksmusik soll weiter auf UKW erklingen

Der im Sommer ausgebrochene Streit um die Volksmusik am Radio hat nun auch bei der Vergabe der neuen SRG-Konzession Wirkung. Der Bundesrat zeigt dabei ein offenes Ohr für Fans dieser Klänge: Die Volksmusik bleibt auf UKW.

 Der im Sommer ausgebrochene Streit um die Volksmusik am Radio hat nun auch bei der Vergabe der neuen SRG-Konzession Wirkung. Der Bundesrat zeigt dabei ein offenes Ohr für Fans dieser Klänge. Er reagiert mit der neuen Konzession auf die Kritik der Öffentlichkeit und verpflichtet die SRG, Volksmusik auf dem UKW-Radionetz auszustrahlen. Die wesentlichen Teile des Programmes muss die SRG laut Bundesrat Moritz Leuenberger auch auf UKW erbringen. «Darin inbegriffen ist die Volksmusik», sagte der Medienminister am Mittwoch vor den Medien in Bern. Es gehe nicht an, dass die SRG einen wichtigen Teil der Kultur auf das Digitalradio auslagere. Diese Technologie sei noch wenig verbreitet, begründete Leuenberger.
Im vergangenen August informierte Schweizer Radio DRS, dass Volksmusik ab Februar 2008 nur noch auf DRS Musikwelle ausgestrahlt werde, was heftige Kritik auslöste. DRS beschloss dann, die Verlagerung zu verschieben.

Das wahre Volks-TV

Internet Plebstv gibt Laienjournalisten eine Plattform. Bisher hält sich die Begeisterung in Grenzen.

 
Internet Plebstv gibt Laienjournalisten eine Plattform. Bisher hält sich die Begeisterung in Grenzen. 
Als am 15. November das Zunfthaus zur Zimmerleuten in Zürich ausbrannte, war Manuela W. zufällig vor Ort. Mit ihrem Handy knipste die Gymnasiastin Fotos von den Löscharbeiten. Wenig später waren ihre Aufnahmen auf der Internetseite einer Gratiszeitung zu sehen. Viele andere Augenzeugen machten es Manuela gleich und schickten ihre Bilder an lokale News-Redaktionen. Die Schnappschüsse wurden jedoch nicht veröffentlicht, zum Bedauern der selbsternannten Hobbyreporterinnen und -reporter. Für sie gibt es aber noch eine andere Möglichkeit, solche Ereignisse in Ton und Bild für eine breitere Masse festzuhalten – sie heisst Plebstv (www.plebstv.com). Das Internetportal ist gedacht für Bürgerjournalistinnen und -journalisten. Auf der Plattform können die Nutzer Berichte in Form von Texten, Bildstrecken und Videos hochladen. Anders als auf üblichen Videoplattformen wie YouTube werden die Beiträge auf einer Karte verknüpft. Fähnchen markieren auf dem Nachrichtenatlas die Neuigkeiten. Laut Eigenbeschrieb will Plebstv die Berichterstattung demokratisieren und sich zum grössten Infotainment-Portal weltweit entwickeln.
Harziger StartWährend die Macher von Plebstv den Journalismus revolutionieren wollen, zeigen sich die Internetnutzer gegenüber der neuen Plattform jedoch noch sehr passiv. Bis heute haben zwar mehrere hundert Menschen ihr Profil hinterlegt, lediglich 300 Amateurjournalisten verfassten jedoch seit der Lancierung im September Beiträge. Die Seite ist überwiegend mit professionellem Material der Nachrichtenagentur Reuters gefüllt, der «user generated content» bleibt rar. Nur vereinzelt zeigt sich den Nutzern ein verwackeltes Handyvideo oder eine kurze Bildstrecke.
Um die Qualität und die Zahl der Beiträge zu steigern, entlöhnt Plebstv seit Anfang November die Heimvideo-Produzenten. Einen Euro zahlt das Portal pro Videobeitrag, der mindestens 30 Sekunden lang sein muss. Auch Texte oder eine kommentierte Bildstrecke werden honoriert. Kann ein Nutzer andere davon überzeugen, auch Inhalte auf die Seite zu laden, zahlt Plebs für jeden bestätigten Kontakt 25 Cents. Trotz dieses Entlöhnungssystems fehlt es dem Portal weiterhin an Bürgerreportern. Selbst die Blogger, Amateurjournalisten in Reinkultur, zeigen sich gegenüber dem Nachrichtenforum sehr zurückhaltend. Nur vereinzelt liest man in der Blogosphäre vom Projekt. Die Begeisterung für das Portal hält sich in Grenzen.
Obwohl sich erst wenige Hobbyjournalisten auf Plebstv zusammengefunden haben, sind die Initianten von der Idee einer solchen Plattform fest überzeugt. Nicht deshalb, weil YouTube-ähnliche Dienste derzeit Hochkonjunktur haben, sondern weil das Angebot an lokalen News eine nicht besetzte Nische bedient.
 
Plebstv-Mediensprecherin Sandrine Haas sagt: «Wir wissen zwar alle ganz genau, was in Afghanistan passiert. Über Ereignisse in unmittelbarer Nähe wissen wir jedoch oft zu wenig.» Journalismusprofessor Jay Rosen aus New York sieht in der lokalen Berichterstattung ein Informationsdefizit: «Grosse Zeitungen können den hyperlokalen Journalismus, der von den Lesern gefordert wird, nicht leisten. Diese wollen erfahren, was in ihrer Nachbarschaft vor sich geht.»
Um die Webseite weiterzuentwickeln, wollen die Macher von Plebstv die Plattform für Werbetreibende öffnen. In welcher Form Werbung künftig platziert werden kann, darüber will Sandrine Haas noch nichts Konkretes sagen. «Wir testen verschiedene Konzepte. Spruchreif ist noch keines.» Derzeit sei das Team mit der Community- Bildung beschäftigt. Eine 40000 Mitglieder starke Gemeinschaft streben die Macher bis Mitte nächstes Jahr an. Und zwar in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Wenn es gut läuft, will man nach Grossbritannien und in die skandinavischen Länder expandieren.
Um die angestrebte Zahl an Bürgerjournalisten zu erreichen, ist das Plebstv-Team in den Strassen der deutschsprachigen Grossstädte unterwegs. Potenzielle Mitglieder werden zum Beispiel auch im Hauptbahnhof Zürich mobilisiert. Bis Mitte Dezember werden Street Castings durchgeführt. Wer daran teilnimmt, wird von einem Team zu internetaffinen Themen interviewt und dabei gefilmt. Die Plebstv-Community kürt später den besten Beitrag.
Die Zürcher Jugend zeigt jedoch gegenüber dem Portal Berührungsängste. Bis sich auskunftsbereite Teilnehmer finden lassen, können Stunden vergehen. Sandrine Haas gibt sich aber kämpferisch: «Wir sind von unserer Idee voll und ganz überzeugt.»
Christian Lüscher
Ehrgeizig, aber erst in der Beta-PhaseÜber die Gründer von Plebstv
ist so gut wie nichts bekannt. Sandrine Haas: «Die kreativen Köpfe hinter dem Projekt wollen unbekannt bleiben.» Das Unternehmen hat seinen Sitz auf British Virgin Island (USA). Realisiert wird die Internetplattform aber von der in Thalwil ansässigen Schweizer Firma Starnet Media. Plebstv ist derzeit noch in einer Beta-Phase. Im ersten Quartal 2008 will man mit einer weiterentwickelten Version an den Start gehen. So soll eine IP-Adresserkennung den lokalen Einstieg ermöglichen. Das Portal erkennt automatisch den Standort des Users und lädt die entsprechende Karte mit den News. (lü)

Schweizer schaffen es 47 Mal auf Eurobest-Shortlist

Am Mittwoch wurde die Shortlist der Eurobest Awards bekannt gegeben. Die Schweizer Agenturen verzeichnen insgesamt 47 Shortlistplätze. Spitzenreiter ist Ruf Lanz mit 10 Nominationen.

 Am Mittwoch wurde die Shortlist der Eurobest Awards bekannt gegeben. Die Schweizer Agenturen verzeichnen insgesamt 47 Shortlistplätze. Total setzte die Jury 1059 Arbeiten auf die Shortlist. Zehn Nominierungen gehen an Ruf Lanz, je neun an Jung von Matt/Limmat und Advico Young & Rubicam. Sechs Mal schaffte es die Walker Werbeagentur auf die Shortlist, fünf Mal Publicis Zürich. McCann Erickson und Fisch.Meier.Direkt heimsten je zwei Nominierungen ein. Je ein Shortlist-Platz geht an Wunderman Y&R, DraftFCB/Lowe, Saatchi & Saatchi Simko und Euro RSCG Zürich. Die Eurobest Awards werden am Freitag vergeben.

Bundesrat erteilt der SRG neue Konzession

Der Bundesrat hat der SRG eine neue Konzession erteilt. Sie beinhaltet die Bewilligung, hochauflösendes Fernsehen (HD TV) anzubieten und gibt der SRG mehr Programm- und Werbemöglichkeiten auf dem Wiederholungskanal SF info.

 Der Bundesrat hat der SRG eine neue Konzession erteilt. Sie beinhaltet die Bewilligung, hochauflösendes Fernsehen (HD TV) anzubieten und gibt der SRG mehr Programm- und Werbemöglichkeiten auf dem Wiederholungskanal SF info. Die neue SRG-Konzession, welche die Landesregierung am Mittwoch beschloss, tritt auf den 1. Januar 2008 in Kraft und ersetzt jene aus dem Jahr 1992. Sie gilt für die Dauer von zehn Jahren.
Neu wird der SRG das Recht eingeräumt, hochauflösendes Fernsehen anzubieten. Bereits ab nächstem Montag steht dem Fernsehpublikum ein erster Kanal in HD-Qualität zur Verfügung, mit Sendungen in allen vier Landessprachen.
Mehr Werbemöglichkeiten auf SF info Ausserdem erhält die SRG mehr Programm- und Werbemöglichkeiten auf dem Wiederholungskanal SF info. Dieser Schritt wurde im Vorfeld von Privatsendern kritisiert.
Die SRG kann zudem aktualisierte TV-Programme via Internet ausstrahlen. Die Aktivitäten der SRG im Internet sind ebenfalls umstritten. Die Konzession grenzt den Handlungsspielraum im Internet nun auch ein. Die Informationen im Internet müssten zeitlich und thematisch einen direkten Bezug zu den Sendungen im Fernsehen oder im Radio haben, beschloss der Bundesrat.
Weiter hält die Landesregierung fest, dass der Service public der SRG weiterhin primär auf den Vollprogrammen bei Radio und Fernsehen basieren soll. Die Konzession sieht neu vier Qualitätskriterien für das Programmschaffen der SRG vor: Glaubwürdigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Relevanz und journalistische Professionalität.
Regionalgesellschaften der SRG nicht mehr im VRNeu schreibt die Konzession vor, dass im SRG-Verwaltungsrat in Zukunft keine Personen Einsitz nehmen dürfen, die bereits eine Leitungsfunktion in der SRG-Trägerschaft – Regionalgesellschaften, Mitgliedgesellschaften, Publikumsräte – innehaben.
Damit will der Bundesrat verhindern, dass Partikularinteressen einzelner Regionen im obersten nationalen Führungsgremium der SRG zu stark vertreten sind. Die Verwaltungsratspräsidenten der SRG-Regionalgesellschaften waren bis heute automatisch Mitglieder des SRG-Verwaltungsrates; dies soll künftig vermieden werden.
Die SRG nahm die neue Bestimmung über die Zusammensetzung des Verwaltungsrates gemäss einer Medienmitteilung «überrascht» zur Kenntnis. Sie werde deren Inhalt und Tragweite sorgfältig analysieren und mit der Aufsichtsbehörde erörtern.
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