Neue Kampfansage an Werbeverbote

Im neuen Parlament wird die Debatte über Werbeverbote und Postmarktliberalisierung frisch lanciert. Die Werbewoche hat sich nach den Themen erkundigt, die der Schweizer Werbung und dem Verband Schweizer Presse am Herzen liegen.

 Im neuen Parlament wird die Debatte über Werbeverbote und Postmarktliberalisierung frisch lanciert. Der Privat-TV-Verband Telesuisse kann aufatmen: Sein Präsident Filippo Lombardi gehört weiterhin dem neugewählten Ständerat an. Anders ist es für den Verband Schweizer Werbung: Dessen Präsident Carlo Schmid (CVP) trat gar nicht mehr zur Wahl in die kleine Kammer an. Nun hat der SW keinen direkten Draht mehr ins Parlament. Doch SW-Sprecher Piero Schäfer sieht deswegen die Position der Werbewirtschaft keineswegs gefährdet. «Es gibt ja relativ viele neue SVP-Parlamentarier, und diese stehen am ehesten auf unserer Linie, zumindest was das Ablehnen von Werbeverboten angeht», sagt er. Insofern würden es die SW-Anliegen künftig vielleicht etwas einfacher haben. Als politisches Hauptthema aus SW-Sicht bezeichnet Schäfer auch in Zukunft den Kampf gegen Werbeverbote. Er verweist auf die Offroader-Initiative sowie die nationalen Programme «Alkohol» und «Ernährung», die ebenfalls Werbeverbote oder Werbeeinschränkungen beinhalten würden. Auch gegenüber der EU gelte es, wachsam zu bleiben. Aus Brüssel kommen keine guten Nachrichten für die Werbewirtschaft.
Werbeverbote bilden auch aus Sicht des Verbandes Schweizer Presse eines der wichtigen politischen Themen der Zukunft. Verbandsgeschäftsführer Hanspeter Kellermüller nennt jedoch noch weitere: Die Revision der Mehrwertsteuer und – für die Verleger brennender denn je – die Liberalisierung des Postmarktes. Wie aber sieht er die Verlegerpositionen zu diesen Fragen im neuen Parlament vertreten? Kellermüller zögert – mit gutem Grund. Zwar gibt es zwei Nationalräte, die sich als Verleger bezeichnen – Filippo Leutenegger (FDP) und Doris Stump (SP). Weitere sitzen im Verwaltungsrat von Verlagen: So sind die SVP-Nationalräte Hans Fehr und Hans Kaufmann VR-Mitglieder der Schweizerzeit Verlags AG, SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr ist VR-Mitglied bei der Schaffhauser AZ, FDP-Ständerat Rolf Büttiker sitzt im VR der Dietschi AG (Oltner Tagblatt) und CVP-Ständerat Urs Schwaller in jenem der Zeitungsdruckerei von La Liberté.
Doch Hanspeter Kellermüller weiss aus den vergangenen Diskussionen um RTVG und indirekte Presseförderung: Die Verleger im Parlament sprechen nicht mit einer Stimme. So vertraten etwa Leutenegger und Fehr sehr unterschiedliche medienpolitische Positionen. «Es wäre deshalb verfehlt zu sagen, dass wir im Parlament unsere Vertreter haben», sagt Kellermüller. Mit der Pharma- oder der Bauernlobby sei dies nicht zu vergleichen.
Noch sind die Interessenbindungen der neuen Parlamentarier erst vereinzelt bekannt: Doris Stump, die SVP-Nationalräte Wobmann und Gadient, CVP-Nationalrat Bugnon und FDP-Ständerat Fünfschilling sitzen in Gremien der SRG, FDP-Nationalrat Gysin hat einen Draht zu den Basler Zeitung Medien, FDP-Nationalrat Theiler und SVP-Nationalrat Stamm einen zur AZ-Mediengruppe und SVP-Nationalrätin Rickli arbeitet für Goldbach Media. Um nur einige zu nennen.
Markus Knöpfli

Köpfe der Woche: Stolze Frauen

Daniela Jakab und Claudia Zechner gründeten mit Proud Mary die erste Schweizer Kommunikationsagentur mit Fokus auf eine weibliche Zielgruppe.

 
Daniela Jakab und Claudia Zechner gründeten mit Proud Mary die erste Schweizer Kommunikationsagentur mit Fokus auf eine weibliche Zielgruppe. 
In der Schweiz gibt es 2’921 Werbeagenturen. Und nur eine für Frauen. So lautet die Einleitung auf proudmary.ch, bevor auf der Website ein Handtäschchen ins Bild knallt. Typisch Frau. Und wie es mit Handtäschchen von Frauen so in sich hat, findet sich in diesem nicht nur allerhand Interessantes, sondern auch Überraschendes.
«80 Prozent aller Kaufentscheide werden heute von Frauen getroffen oder beeinflusst», kann man zum Beispiel lesen. In den USA zeige eine Studie, dass 75 Prozent der in einer Partnerschaft lebenden Frauen bereits heute das gemeinsame Vermögen verwalten. Und Crédit Suisse weiss: Drei von zehn Schweizerinnen besitzen mehr als 750 000 Franken.
«Wir stehen vor einer neuen gesellschaftlichen Epoche: dem Jahrhundert der Frauen», sagt Creative Director Daniela Jakab. Frauen werden auch in der wertkonservativen Schweiz unabhängiger, selbstbewusster und gebildeter. «Die Erwerbsquote der Frauen nimmt kontinuierlich zu. Damit auch ihre Bedeutung für den Konsum», rechnet Account Executive Claudia Zechner.
Für Kosmetik, Waschmittel und Mode werden Milliarden umgesetzt. Wellness, Gesundheit oder auch Lifestyle gehören zur aktuellen Konsumentwicklung. «All diese Bereiche liegen den Frauen besonders am Herzen», wissen Daniela und Claudia. Und sie können es auch mit Studien und Trendreporten belegen: Die Zielgruppe der Frauen bietet einen enormen Wachstumsmarkt.
Proud Mary will diesen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Aspekten mit neuen Anforderungen an die Kommunikation Rechnung tragen und orientiert sich dabei am Gender Marketing.
Als schweizweit erste Kommunikationsagentur richtet sie ihren Fokus vollumfänglich auf Werbung für Frauen. «90 Prozent von 2’000 Top-Entscheiderinnen wünschten sich schon bei einer Umfrage im Jahre 2005 in der Werbung ein anderes Frauenbild», belegen die stolzen Marys und blicken gelassen ihrer beruflichen Zukunft entgegen.
Haben Claudia Zechner und Daniela Jakab dieses Bedürfnis bereits bei ihrer Arbeit als Werberinnen gespürt oder mehr als Konsumentinnen?
Den Stein ins Rollen gebracht habe die Sicht der Konsumentinnen, meinen sie. Konkreter Anlass war nach unzähligen Diskussionen schliesslich ein Inserat für einen Backofen, eine Testimonial-Anzeige in einer Frauenzeitschrift. «Die fanden wir beide ziemlich schrecklich. Der falsche Typ Frau und eine Aussage, die eine Frau nie machen würde.» So wurde dieses Inserat zum Anstoss, «in Zukunft genau diese Ecke zu bearbeiten».
Ihr selber geborenes Tool heisst «fnoc» oder etwas ausgewachsener «female needs and opinion circle». Hinter diesem jüngsten Kind der Schweizer Werbung steht eine wachsende Kartei von bereits über hundert Frauen. Diese sollen mit ihren Bedürfnissen und Meinungen Proud Mary in Zukunft die strategische Basis für ihre weiblichen Intuitionen beim Werben liefern.
Sowohl bei dieser neuen Form von Marktforschung wie anschliessend bei der kommunikativen Umsetzung soll Proud Mary dabei nicht nur als gut klingender Name, sondern auch «als eine Haltung» verstanden werden. «Proud Mary ist das Synonym für die selbstbewusste Konsumentin von heute. Sie ist stolz auf ihre Leistungen und stolz, Frau zu sein. Und so treten wir auch an die Frauen heran. Sowohl bei der Werbung wie bei unseren Befragungen», erklären die Vertreterinnen der neuen Kreativ-Generation. Dass diese Haltung nicht einfach mit Feminismus verwechselt werden darf, ist ein Aspekt, auf den die beiden grossen Wert legen. Vielmehr gehe es um starke wirtschaftliche Argumente.
Proud Mary ist auch offen für Kunden, bei denen es nicht nur um den weiblichen Markt geht. Nach ersten Agentur-Präsentationen lockt bereits ein solcher Pitch für einen Gesamtetat. «Da blocken wir sicher nicht gleich ab.» Und auch im vielschichtigen Netzwerk finden sich «natürlich auch Männer».
Daniela Jakab und Claudia Zechner können zusammen auf 24 Jahre Erfahrung in der Werbung zurückgreifen. In dieser Zeit – vorwiegend bei Lang Gysi Knoll/NeueLGK – haben sie mit ihren Teams neben diversen Auszeichnungen von ADC bis Eurobest auch schon einen Cannes-Löwen gewonnen.
Claudia Zechner, die bei Proud Mary als Account Executive wirkt, ist 1992 nach der Wirtschaftsmittelschule über die Mediaseite in die Branche gekommen. Bei Publisuisse in Bern hat sie die Mediaplanung gelernt. «Ein wichtiger Schritt» war dann der Umzug in das Werber-Mekka Zürich. Sie machte den Marketingplaner mit eidgenössischem Fachausweis und arbeitete bei IP Multimedia für die Vermarktung des Werbefensters von Pro Sieben/ Sat.1. «Ich merkte aber, dass die Werbung mit dem klassischen kommunikativen Teil mein Herzblut ist», erklärt Claudia, wieso sie dann wieder zurück nach Bern zu Lang Gysi Knoll gewechselt hat. Hier machte sie den klassischen Aufstieg von der Assistentin bis zur Senior-Beraterin. Ihre letzte Arbeit war die Imagekampagne für die Schweizerische Post. Hier konnte sie mit Jakab auch ihren langjährigen Traum von einem Spot mit Hunden verwirklichen, die aktuell im Fernsehen auf ihren Briefträger warten.
Daniela Jakab, Creative Director bei Proud Mary, ist mit einem «klassischen Quereinstieg» in die Werbung gekommen. Sie studierte zuerst Medizin, bis vor dem zweiten Propädeutikum die Sinnkrise kam: «Will ich das ein Leben lang?» Als Alternative hat sie in einer Zeitschrift ein Porträt verschiedener Werbeberufe entdeckt, schliesslich in der Werbewoche eine Anzeige für einen «CD Text». Das Kürzel CD war ihr zwar fremd, dennoch griff sie zum Telefonhörer. Natürlich hat man zuerst gelacht. Aber trotzdem ein Angebot als Junior Texter gemacht, weil sie bereits journalistische Freelance-Arbeiten vorweisen konnte. Noch verlockender als diese Möglichkeit JWT in Zürich war dann eine Chance zum Schnuppern bei Lang Gysi Knoll in Bern. Daraus sind bis heute zehn Jahre und doch noch ein CD geworden. Zur Teamführung ist Jakab etwa zeitgleich befördert worden, als sie nach vier Jahren bei der LGK ein Angebot von Jung von Matt in Hamburg abgelehnt hat. Später übernahm Jakab die Gesamtleitung der Kreation bei der LGK und absolvierte parallel dazu eine zweijährige Nachdiplom-Führungsausbildung an der Zürcher Hochschule IAP. Zu ihren beruflichen Highlights zählen diverse Jury-Tätigkeiten vom Goldenen Ohr über Clio Awards Miami bis Cannes, wo sie vor zwei Jahren über die damals neue Kategorie Radiospots urteilen durfte, «übrigens als einzige Frau unter 16 Männern».
Privat leben die neuen Zürcher Werbefrauen in Bern. Dort finden sie nicht nur den entspannenden Ausgleich «zum pulsierenden und inspirierenden Leben» in der Kommunikationshauptstadt, sondern geniessen auch ihren langjährigen Freundeskreis, «bestehend aus Frauen und Männern», schmunzeln die proud Marys.
Andreas Panzeri

Style und Starqualitäten

Magazine Jung von Matt/Limmat hat für die Schweizer Illustrierte Style ein Paparazzo-Casting durchgeführt.

 
Magazine Jung von Matt/Limmat hat für die Schweizer Illustrierte Style ein Paparazzo-Casting durchgeführt. 
Unter dem Motto «Das Zeug zum Star» porträtiert die Werbekampagne von Schweizer Illustrierte Style schon länger unbekannte Menschen wie Stars. Die Agentur Jung von Matt/Limmat ging nun für SI Style noch einen Schritt weiter und suchte im Herbst für die Fortsetzung der Kampagne per Street Casting ein Nachwuchsmodel aus dem Volk. Auf einem Paparazzi-Parcours vor dem Starbucks an der Zürcher Bahnhofstrasse mussten die Kandidatinnen beweisen, wie man sich mit Einkaufstaschen, Kaffeebecher und Handy wie ein Star vor einem Paparazzo benimmt. Rund 1000 Passanten haben das von Rufener-Events betreute Spektakel verfolgt. 60 Frauen wollten von 10 bis 17 Uhr spontan Mut zu einem Star-Test zeigen. Moderiert wurde die «Prüfung» von Melanie Winiger.
Nach dem Casting sind die besten 20 Kandidatinnen auch auf der Website von SI Style vorgestellt worden. Inzwischen hat die Jury ihren idealen Star gefunden. Sabrina Diriwächter aus Kaisten hat am Street Casting bewiesen, dass sie das Look-alike-Posieren am besten drauf hat. Im Online-Voting auf www.sistyle.ch wurde sie schliesslich zur Siegerin erkoren. Dieses Online-Voting hat den Traffic auf der Seite auf das Fünffache anschnellen lassen, wie Stéphanie Joly, Produkt Manager SI Style, sich freut.
Konsequenterweise spielt Sabrina neu die Star-Rolle in den Motiven der neuen Kampagne von SI Style. Genau wie ein Star weiss sie, in welchen Lokalen man sich mit dem schwierigen On-and-off-Lover inkognito trifft. Oder sie sorgt wie Madonna oder Frau Pitt zeitgemäss per Adoption für Nachwuchs. Für das Shooting der Star-Motive im Paparazzo-Approach hat CD Alexander Jaggy auf den Stil von Chris Tribelhorn gesetzt. Fotografiert wurde in und um Zürich. Jung von Matt/Limmat hat rund um diesen Wettbewerb auch den crossmedialen Auftritt gestaltet.
Andreas Panzeri

Bürgerliche Politiker wettern gegen Ausbau von SF info

Am Mittwoch erlaubte der Bundesrat der SRG mit der neuen Konzession, auch auf dem Kanal SF info Werbung und Live-Übertragungen zu senden. Das sorgte schon im Voraus für Unmut bei den Privatsendern. Auch bürgerliche Medienpolitiker sind über diese Massnahme nicht begeistert.

 Am Mittwoch erlaubte der Bundesrat der SRG mit der neuen Konzession, auch auf dem Kanal SF info Werbung und Live-Übertragungen zu senden. Das sorgte schon im Voraus für Unmut bei den Privatsendern. Auch bürgerliche Medienpolitiker sind über diese Massnahme nicht begeistert, wie der Blick am Mittwoch schreibt. «Damit würde der Werbemarkt verzerrt, die SRG einmal mehr gegenüber den Privatsendern privilegiert», sagte SVP-Politiker Maximilian Reimann der Boulevardzeitung. Er verlangt, dass der SRG die Gebühren gekürzt werden. Kurzfristig kann das Parlament in dieser Frage aber nichts unternehmen, denn zuständig ist der Bundesrat. Aber die Bundesversammlung muss in absehbarer Zeit aufgrund des Media-Abkommens über eine Anpassung des RTVGs in Sachen Fernsehwerbung diskutieren. «Dann würden wir die Gebührenfrage wieder auf den Tisch bringen», kündigt Reimann an.
Auch FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger lehnt die SRG-Ausbaupläne strikt ab. «Jedes neue Programm kostet mehr, dafür brauchts dann wieder mehr Konzessionsgelder. Das muss gestoppt werden!», so Leutenegger gegenüber dem Blick. Mehrkosten werden von SRG-Sprecher Max Gurtner allerdings bestritten: «SF info wird mit der neuen Konzession nicht teurer.»

Zweiter Teil des Specials zum Thema Veredelung

Druckveredelung Im zweiten Teil des Werbemittel-&-Produktions-Specials zum Thema Veredelung geht es diesmal um den weiten Bereich des Security Printing.

 
Im zweiten Teil des Werbemittel-&-Produktions-Specials zum Thema Veredelung geht es diesmal um den weiten Bereich des Security Printing. 
Milliardenverluste entstehen jährlich durch gefälschte Waren und Dokumente. Längst aber liessen sich gefährdete Druckprodukte und Verpackungen wirkungsvoll fälschungssicher veredeln. Realistisches Ziel muss es sein, Originale und Fälschungen besser unterscheiden zu können.Im zweiten Teil unseres Specials zum Thema Veredelung berichten wir über neuste Verfahrung im Bereich des Security Printing.
 
Laden Sie sich dazu die entsprechenden Seiten der aktuellen Werbewoche herunter: 
 
 
 
Der erste Teil dieses Specials erschien in der Werbewoche Ausgabe 39.

Scout gesucht

Hairstyling Noise hat für got2b von Schwarzkopf eine neue Marke (fast) ohne klassische Werbung und mit wenig Mitteln aufgebaut.

 
Hairstyling Noise hat für got2b von Schwarzkopf eine neue Marke (fast) ohne klassische Werbung und mit wenig Mitteln aufgebaut. 
Crossmediales Marketing gilt als neues Zauberwort in der modernen Werbung. Wie das mit einem «Zauber» aber so ist, verstehen viele darunter nach wie vor Hokus-pokus. Ein Beispiel, wo der Zauber real greifbar wurde, ist eine Kampagne der Zürcher Agentur Noise für ihren Kunden Schwarzkopf. Der Trick dabei: Mit viel Kreativität und Kleinarbeit ist mit eher bescheidenen Mitteln eine nachhaltige Wirkung erzielt worden, wie sie sonst nur mit grossen Werbebudgets möglich ist. Konkret: Noise hat einen hochstehenden Casting-Wettbewerb nicht wie üblich beim breiten Publikum lanciert, sondern zuerst bei den Cores. Diese Trendsetter haben den crossmedialen «Lärm» von Noise dann den Early Adopters weiter kommuniziert. Diese Meinungsmacher haben anschliessend das Ihre dazu beigetragen, so dass im Massenverkauf die Zahlen für die neue Linie got2b um 36 Prozent gestiegen sind, wie die Marktforschung von ACNielsen für die Schweiz belegen kann.
Die Produkte von got2b bilden die junge Hairstyling-Linie von Schwarzkopf. Die zum Henkel-Konzern gehörende Marke muss sich gegen die budgetstarke Konkurrenz von L’Oréal Studio Line und Garnier Fructis behaupten. Die Zielgruppe von got2b sind 18- bis 28-jährige «urbane und trendaffine Frauen und Männer», wie Noise weiss. «Viele dieser jungen Menschen sind Fachleute im Stylen, und sie legen grossen Wert auf den richtigen Look», erklären die Berater Christian Frey und Patrik Leuenberger.
Zusammen mit Konzepter Martin Rüegg wurde so die Grundidee für die crossmediale Kampagne geboren: Noise sucht für got2b die Beste oder den Besten unter den Trendsettern und schickt den Gewinner dieses Wettbewerbs als got2b-Trendscout rund um die Welt. Drei Monate lang sollen auf dieser Reise in den Städten die neusten Trends entdeckt werden.
Das Bewerbungsverfahren für den Job als Trendscout wurde als Casting angelegt und vollständig über das Internet abgewickelt. Um den Wettbewerb ohne teure Mittel bekannt zu machen, hat Noise zuerst eine Tasche mit sämtlichen got2b-Produkten sowie einer Anleitung zum Mitmachen an Meinungsmacher zum Beispiel an Mode- oder Kunstschulen verschickt. Diese sollten die Möglichkeit zum Job als Trendscout ihren Studenten schmackhaft machen.
Auch ausgewählte Lifestyle-Journalisten wurden mit einem Mailing auf die Weltreise aufmerksam gemacht. Der Medieninfo  wurden weisse Socken beigelegt, verbunden mit der Frage: Was wird zukünftig Mode sein?
Der Gag wurde verstanden. 20 Minuten konnte als Medienpartner gewonnen werden. Radio Energy hat mehrmals über den Wettbewerb berichtet. Der Tages-Anzeiger hat dem trendigen Thema eine ganze Seite gewidmet, Faces sogar eine Doppelseite. Eine wichtige Rolle spielte auch das Party-Portal von Tilllate.
So sind bis Ende März 2007 über 150 Bewerbungen eingegangen. «Der Wettbewerb wurde sehr ernst genommen», freut sich Noise. Als Dossiers wurden aufwändige Dokumentationen sogar mit eigens produzierten Filmbeiträgen elektronisch eingereicht. Eine Jury mit Style-Experten wie Mahara McKay (Ex-Miss), Oliver Scotoni (rundfunk.fm), Markus Popp (tilllate.ch) oder Patrick Peritz (F.E.T.I.S.H. Consulting) haben zusammen mit den Auftraggebern 20 Kandidaten ausgewählt. Diese wurden im Internet von 3000 Community-Mitgliedern auf acht Bewerber konzentriert. Die Finalisten konnten sich im Sommer in der Zürcher Härterei vor 400 Early Adopters präsentieren. Für diese Styling-Show haben einzelne Bewerber einen Aufwand mit bis zu 12 Models nicht gescheut.
Gewonnen hat schliesslich Harun Dogan, in der Szene auch bekannt als Shark. Mit Unterstützung illustrer Sponsoren wie Sony, Hotelplan, TrendboXX und Manor reist er seither rund um die Welt. Nach bald drei Monaten scouten in New York, Buenos Aires, Los Angeles, Tokio, Stockholm und Berlin ist der Trendforscher aktuell auf seiner letzten Station in Kopenhagen. Während dieser ganzen Zeit hat Harun Dogan auf der Website www.got2b-trendscout.ch über seine modischen und anderen Beobachtungen berichtet. Diese Szenen-Infos werden inzwischen von über 30 000 Single Usern verfolgt.
Für die Agentur ist nicht nur diese Quantität relevant. Auch qualitativ hat die Kampagne mit einer Präsenz über mehrere Monate hinweg eine sehr nachhaltige Wirkung erzeugt.
Andreas Panzeri

«Supermodel» glänzt mit schönen Quoten

Die jüngste Folge von «Supermodel» auf dem Privatsender 3+ ist quotenmässig bisher die erfolgreichste: Sie erreichte einen Marktanteil von 10,9 Prozent bei den 15- bis 34-Jährigen und 6,1 Prozent bei den 15- bis 49-Jährigen.

 Die jüngste Folge von «Supermodel» auf dem Privatsender 3+ ist quotenmässig bisher die erfolgreichste: Sie erreichte einen Marktanteil von 10,9 Prozent bei den 15- bis 34-Jährigen und 6,1 Prozent bei den 15- bis 49-Jährigen. Für kurze Zeit sei Supermodel bei den 15- bis 34-Jährigen sogar das meistgesehene Programm gewesen, heisst es in einer Mitteilung von 3+. In der Spitze sahen sich 89‘000 Zuschauer gleichzeitig die Castingshow an. Bei jungen Frauen scheint die Sendung beliebt zu sein: 32,4 Prozent aller 15- bis 24-jährigen TV-Zuschauerinnen haben sich am Dienstagabend «Supermodel» angesehen.

Guter Werbemonat Oktober

Mediafocus Im Vergleich zur Vorjahresperiode ist der Werbedruck im Oktober 2007 um 16,7 Prozent angestiegen. Wie erwartet stieg der Werbemarkt Politische Kampagnen um 458,1 Prozent am stärksten an.

 
Mediafocus Im Vergleich zur Vorjahresperiode ist der Werbedruck im Oktober 2007 um 16,7 Prozent angestiegen. Wie erwartet stieg der  Werbemarkt Politische Kampagnen um 458,1 Prozent am stärksten an. Auch die Unterhaltungselektronik zeigt mit 54 Prozent einen überdurchschnittlichen Zuwachs. Um 40,9 Prozent aufwärts bewegte sich die Telekommunikation. Die bedeutendsten Positivtrends verzeichnen Mobile Prepaid B2C (+1269%), Fernsehen (+186%), Mobile B2C (+73,6%) sowie  Mobile Content (+49,8%). Die Unternehmen haben zudem 54,9 Prozent (CHF 19,9 Mio.) mehr für  Imagewerbung ausgegeben. 

Kleiderbügelpost

Textilien Der Ostschweizer Textillogistikspezialist Scherrer Transport will Textil- und Modeunternehmen und deren Filialnetze auf sich und seine Dienstleistungen aufmerksam machen.


Textilien
Der Ostschweizer Textillogistikspezialist Scherrer Transport will Textil- und Modeunternehmen und deren Filialnetze auf sich und seine Dienstleistungen aufmerksam machen.Mit einem, ans neue Logo angelehnten, Kleiderbügel-Mailing machen die Logistiker das Versprechen, die Textilien so sorgfältig von A nach B zu verschieben, als wärens ihre eigenen. Realisiert hat das Mailing die Agentur am Flughafen.

Walliser Reise

Airline Mit über 150 europäischen und interkontinentalen Destinationen ist der Flughafen Zürich einer der attraktivsten Flughäfen Mitteleuropas. Unique hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorteile einer Reise ab Zürich nun auch im weiteren Einzugsgebiet des Flughafens zu kommunizieren.

 
Airline Mit über 150 europäischen und interkontinentalen Destinationen ist der Flughafen Zürich einer der attraktivsten Flughäfen Mitteleuropas.  
Die Flughafenbetreiberin Unique hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorteile einer Reise ab Zürich nun auch im weiteren Einzugsgebiet des Flughafens zu kommunizieren. Dazu hat Weber Harbeke einen Auftritt entwickelt, der den lokalen Eigenheiten der jeweiligen Region Rechnung trägt. So wie derzeit im Wallis. Für die Walliser liegt mit der Eröffnung des neuen Lötschberg-Basistunnels der Flughafen Zürich bis zu einer Stunde näher. Ein Plakat spricht jetzt Walliserdeutsch und kommuniziert die Vorzüge der neuen Verbindung.

Nein zur UBS-Arena in Winterthur ändert für Publisuisse wenig

In Winterthur wird es während der Euro 08 keine UBS-Arena geben. Dies entschieden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am letzten Sonntag. Die Publisuisse, welche die Arenen schweizweit vermarktet, senkt ihre Preise für die nationalen Pakete nicht.

In Winterthur wird es während der Euro 08 keine UBS-Arena geben. Dies entschieden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am letzten Sonntag. Am Angebot der Publisuisse, welche die Arenen schweizweit vermarktet, ändert sich durch den Volksentscheid wenig. «Natürlich fällt die UBS-Arena in Winterthur aus dem regionalen Angebotsportfolio. Aber die Preise für die nationalen Pakete bleiben gleich», erklärt Manuela Gerber, Projektmanagerin Euro 2008 bei der Publisuisse. «Wir gehen weiterhin davon aus, dass wir unseren Kunden mit dem Gesamtpaket aller Arenen mindestens 1,5 Millionen Zuschauer garantieren können. Das sollten wir auch ohne Winterthur erreichen können». Deshalb sieht die Publisuisse davon ab, die Preise zu senken. Die Vermarkterin bezeichnet die 1,5-Millionen-Marke als «worst case», im besten Fall sollen nach ihren Schätzungen sogar 2,5 Millionen Zuschauer erreicht werden. In der Winterthurer Arena hätten 8’000 bis 10’000 Fans Platz gefunden. Mit deren Wegfall wird nun die UBS im Raum Zürich mit keiner Arena präsent sein. Veranstalterin enttäuscht Die Veranstalterin der UBS-Arena, die Bieler Agentur Perron 8, ist mit dem Entscheid der Winterthurer naturgemäss nicht glücklich: «Wir sind natürlich enttäuscht über den Entscheid der Winterthurer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Wir haben das Projekt bis zuletzt gemeinsam mit der Stadt Winterthur vorangetrieben. Aber wir leben in einer Demokratie und müssen den Entscheid akzeptieren», sagt Reto Bloesch, Medienverantwortlicher von Veranstalter Perron8. «Es gibt immer einzelne Gruppierungen, die sich gegen solche Vorhaben wehren. Wir nehmen das Ganze sportlich.» Mit dem Wegfallen der Winterthurer Arena geht man nun von 16 Übertragungsorten aus.
Als Grund für die deutliche Ablehnung des Winterthurer Euro-2008-Kredits nannte PdA-Referendumsführer Peter Berger das wachsende Unbehagen in der Bevölkerung gegenüber der Kommerzialisierung des Sports. «Viele können sich für Fussball begeistern, halten aber nichts von der kommerziellen Ausbeutung der Sportart», sagte Berger.
Bloesch sieht die Gründe hingegen vor allem auf kommunikativer Ebene: «Es waren einige Missverständnisse vorhanden. Man hatte in Winterthur weitum das Gefühl, das Ganze sei ein Projekt irgendwelcher Grosskonzerne, die kommerzielle Interessen verfolgen. Dabei stammt die Idee für die Arenen von der Eidgenossenschaft und wird von Perron8 veranstaltet. Einziges Ziel ist es, die Euro 08 zu einem einzigartigen Anlass, einem Fest fürs Volk werden zu lassen.»
Adrian Schräder, Carole Scheidegger

Leserbrief: Maximale Transparenz erreichen

LeserbriefZum Leserbrief «Selbstbeweihräucherung statt Transparenz» von Remy Fabrikant, CEO JWT+H+F – Werbewoche 42/07 vom 22. November.

 
Leserbrief Zum Leserbrief «Selbstbeweihräucherung statt Transparenz» von Remy Fabrikant, CEO JWT+H+F – Werbewoche 42/07 vom 22. November. 
Der Vorstand von BSW leading swiss agencies hält folgende sechs Punkte fest: 1. Das Ranking wurde an der Mitgliederversammlung vom 29. März 2007 vorgestellt. Das System und das Vorgehen waren allen Mitgliedern bekannt. 2. BSW leading swiss agencies hat nach einem System gesucht, das die Teilnahme auch den von Sarbanes Oxley betroffenen Netzwerkagenturen ermöglicht: Erfassung der Daten des Vorjahres, Publikation im Herbst, nachdem die Konzerngesellschaften ihre Vorjahresresultate testiert und publiziert haben. 3. Mehr als die Hälfte der Netzwerkagenturen haben am Ranking teilgenommen. 4. Es ist für die Transparenz der Branche besser, dass ein aktuelles Ranking zur Verfügung steht, als dass Agenturen auf Basis der Zahlen von 2001 operieren. 5. Jedem Mitglied ist zu jeder Zeit die Möglichkeit offen gestanden, sich in die Diskussion um das neue Ranking im direkten Dialog mit dem Vorstand einzuschalten. 6. BSW leading swiss agencies ist bestrebt, volle Transparenz auch im Bereich des Ranking zu schaffen.Damit möchte der Vorstand die öffentliche Diskussion um das Ranking beenden und den Dialog wieder in den Gremien des Verbandes führen, um eine einvernehmliche Lösung für alle Mitglieder und maximale Transparenz für die Auftraggeber und Medien zu erreichen.
Walter Merz, Geschäftsführer BSW, leading swiss agencies
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