Nach dem monatelangen Hin und Her verschwindet nun der Privatsender U1 TV aus dem analogen Netz der Cablecom – zumindest vorläufig. Das Bundesverwaltungsgericht hält in einem Zwischenentscheid fest, dass die Netzbetreiberin den Sender nicht analog verbreiten muss, bis ein definitives Urteil in der Sache gesprochen ist. Am Montag um 8.00 Uhr wird die Cablecom U1 TV deshalb aus dem analogen Angebot nehmen und nur noch digital verbreiten. Ab 5. Februar wird auf dem Kanal dann das hochauflösende Programm BBC HD ausgestrahlt.
U1 TV will auf dem digitalen Weg unbedingt weitermachen, wie Geschäftsführerin Beatrix Schartl auf Anfrage der Werbewoche sagte. Wieder ins analoge Netz gelangen könnte der Sender nur, wenn das Bundesverwaltungsgericht entsprechend entscheidet und damit einem Entscheid des Bakom widerspricht. In dieser Hinsicht sieht Schartl die Chancen allerdings nicht allzu rosig: «Nach diesem Zwischenentscheid rechne ich nicht mit einem Ausgang zu unseren Gunsten».
Da mit der digitalen Verbreitung die Reichweite des Senders kleiner wird und damit die Einnahmen sinken, müssen Stellen gestrichen werden (siehe
). Bereits wurden zehn Arbeitsplätze abgebaut, weil das Schweizer Sportfernsehen zu Star TV gewechselt hat. «Für die Sportproduktionen hatten wir Leute eingestellt, die wir nun leider nicht mehr beschäftigen können», so Schartl. Ende Januar wird es nochmals Kündigungen geben. Die Chancen, dass das Bundesgericht in seinem definitiven Urteil zu Gunsten von U1 TV entscheidet, werden auch von offizieller Seite nicht als allzu gross taxiert: Laut den Berner Richtern steht die Prognose für den definitiven Entscheid eher gegen U1 TV. Der Sender könne weiterhin digital empfangen werden, wenn auch die Reichweite geringer sei. Ein öffentliches Interesse an der Verbreitung des vorwiegend aus Mehrwert-, Werbe-, und Erotiksendungen bestehenden Programms sei kaum ersichtlich, findet das Gericht. Die Cablecom ihrerseits habe ein gewichtiges Interesse an der Nutzung des Kanals für die Übertragung hochauflösender Programme.