Zu guter Letzt: Die neuen Medienlieblinge

Was können die Schweizerinnen und Schweizer schon gut? Bis vor kurzem hätte man gesagt: Käse herstellen und in der Schoggi rühren vielleicht.

 Was können die Schweizerinnen und Schweizer schon gut? Bis vor kurzem hätte man gesagt: Käse herstellen und in der Schoggi rühren vielleicht. Oder natürlich neutral und verschwiegen sein und sich um das Geld anderer Leute kümmern. In Zeiten in denen die beiden grössten Schweizer Banken Verluste in Milliardenhöhe schreiben, ist das Vertrauen in die Kompetenz auf diesen Gebieten allerdings erheblich erschüttert worden. Da heben wir doch lieber eine neue Schweizer Stärke hervor: die Fernsehtauglichkeit. Erst fegt die 18-jährige Walliserin Stefanie Heinzmann mit ihrer kräftigen Stimme bei Stefan Raabs Talentshow SSDSDSSWEMUGABRTLAD auf ProSieben alle Kontrahenten aus dem Studio, dann gewinnt der schweizerisch-französische Doppelbürger Quentin Mosimann die vom französischen Sender TF1 produzierte Show Star Academy, und schliesslich holte sich am Dienstag der Berner Zauberer Vincent Raven den Titel «The Next Uri Geller». Der Magier überzeugte mit seinen mentalen Fähigkeiten und seiner mystischen Darbietung und wurde vom Publikum zum Sieger gekürt. «Der Flügelschlag meiner Raben wird über euch wachen!» versicherte Raven seinen Fans per Pressemitteilung. Hoffen wir, dass sie dabei keinen Kot absondern. Wer sich für die Auflösung der Tricks interessiert, erhält dazu auf Youtube wichtige Hinweise. Alle Anderen wird Vincent Raven in der nächsten Woche im Rahmen der Sendung «The Next Uri Geller – Die besten Mentalisten der Welt» noch einmal mit seiner Magie verblüffen. Die Siegprämie von 100’000 Euro will Raven übrigens für den Bau einer Rabenfarm einsetzen.

Direkter Leserkontakt

Zeitungen I ViznerBorel zeigt, wie die Schaffhauser Nachrichten Nähe zu Land und Leuten suchen.

 
Zeitungen I ViznerBorel zeigt, wie die Schaffhauser Nachrichten Nähe zu Land und Leuten suchen. 
Als «regionale Zeitung von Welt», schreiten die Schaffhauser Nachrichten als Mega-Zeitung durch ihr Verbreitungsgebiet und besuchen Land und Leute. Denn «nur wer bei den Menschen lebt und sie aufsucht, kann auch glaubwürdig über das Leben in der Region berichten», ist Verlagsleiterin Alexandra Strohm bei den Nachrichten in Schaffhausen überzeugt. Die «Nummer 1 der Region» wird von Chefredaktor Norbert Neininger verlegt und täglich von 45’000 Leuten gelesen. Seit 1861 berichten die Schaffhauser Nachrichten über das Neuste und das Interessanteste aus der ganzen Welt. Das Hauptaugenmerk lag und liegt aber auf dem Leben in der Region, «auf dem, was sich tagtäglich vor unser aller Haustür ereignet», wie es in der Eigenwerbung heisst.
Diesen Grundgedanken hat die ViznerBorel jetzt in eine Kampagne gepackt. Diese nimmt die Regionalisierungsstrategie der Schaffhauser Nachrichten auf und zeigt auf plakative Art, dass das Blatt in der Region Schaffhausen einfach dazu gehört. Kleine und grosse Geschichten von der regionalen und globalen Welt aus Kultur, Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Sport finden in den Schaffhauser Nachrichten ihren Platz und wandern jetzt sichtbar für alle durch die Region. Damit werden die Schaffhauser Nachrichten als Erstzeitung positioniert, mit einem starken Fokus auf Regionalzeitung.
Was die Anzeigen betrifft, können diese einzeln direkt beim Verlag und seit Januar 2008 auch in einer weiter verstärkten Zusammenarbeit über die Anzeigenkombination «Die Nordostschweiz» mit dem Winterthurer Landboten und Thurgauer Zeitung gebucht werden. Damit werden rund 200’000 Lesende erreicht.
Andreas Panzeri

Marie-Theres Ott wechselt zu Saatchi & Saatchi Simko in Zürich

Die Niederlassung von Saatchi & Saatchi Simko in Zürich verstärkt die Beratung. Zum Team an der Bäckerstrasse stösst die Beraterin Marie-Theres Ott. Sie kommt von Young & Rubicam, wo sie zuletzt während vier Jahren Beratungsgruppenleiterin war.

 Die Niederlassung von Saatchi & Saatchi Simko in Zürich verstärkt nach der Verpflichtung der beiden Kreativen John Leuppi und Sascha Fanetti nun auch die Beratung. Zum Team an der Bäckerstrasse stösst die Beraterin Marie-Theres Ott. Sie kommt von Young & Rubicam, wo sie zuletzt während vier Jahren Beratungsgruppenleiterin war. Marie-Theres Ott habe Kommunikation nicht nur bei namhaften Agenturen, sondern auch auf Kundenseite von der Pike auf gelernt, heisst es in einer Mitteilung von Saatchi & Saatchi Simko. Sie habe grosse Erfahrung mit Brands aus den Bereichen Financial Services, Telekommunikation, Food, Autos und Verlage gesammelt. «Marie-Theres war eine unserer Wunschkandidatinnen und ich freue mich riesig, dass sie zu uns kommt», sagt CEO Kaspar Loeb in einem Communiqué. Saatchi & Saatchi Simko beschäftigt nach der ersten Aufbauphase in Zürich elf Mitarbeiter.

IP Multimedia vermarktet den Kindersender Nick

Am 1. April startet der Kindersender Nick aus der MTV-Networks-Gruppe im Kabelfernsehen der Schweiz. Die Vermarktung für das Schweizer Werbefenster übernimmt exklusiv IP Multimedia.

 Am 1. April startet der Kindersender Nick im Kabelfernsehen der Schweiz. Die Vermarktung für das Schweizer Werbefenster übernimmt exklusiv IP Multimedia. Nick zeigt beliebte Serien wie «Sponge Bob» oder «Jimmy Neutron» und gehört wie MTV und Viva Schweiz zur MTV Networks-Gruppe. Der Sender wird via Signalsplitting von Montag bis Freitag von 8.00 bis 14.00 Uhr und am Wochenende von 6.00 bis 12.00 Uhr auf dem Signal von MTV empfangbar sein. IP Multimedia kann mit Nick das bisherige Werbeangebot der Kindersender Super RTL und Cartoon Network im Kindersegment ergänzen.

Plakat-Aktion für Ricardo.ch vor UBS-GV rasch beendet

Im Rahmen der ausserordentlichen UBS-Generalversammlung vom Mittwoch in Basel sorgte Ruf Lanz für Ricardo.ch mit einer Guerilla-Aktion für rote Köpfe. Die aufgestellten Plakate wurden vom Sicherheitsdienst rasch entfernt. Laut Ricardo.ch wurde dabei eine beteiligte Person fast verhaftet. Das hält die Polizei Basel-Landschaft allerdings für «frei erfunden».

Im Rahmen der ausserordentlichen UBS-Generalversammlung vom Mittwoch in Basel sorgte Ruf Lanz für Ricardo.ch mit einer Guerilla-Aktion für rote Köpfe. Die eintreffenden UBS-Aktionäre wurden vor der St. Jakobshalle mit folgender Botschaft empfangen: «Kopf hoch, liebe UBS-Aktionäre: Auf Ricardo.ch können Sie sich immer noch einen edlen Tropfen leisten. Denn auf Ricardo.ch hat es für jedes Portemonnaie interessante Angebote.» Die Plakate stiessen allerdings nicht überall auf Gegenliebe: Sie wurden laut Ricardo.ch vom Sicherheitsdienst innert weniger Minuten entfernt. «Wir wollten die Plakate eigentlich bis etwa 10.30 Uhr stehen lassen, aber daraus wurde nichts», sagt Marcel Sennhauser, Marketingverantwortlicher beim Online-Auktionshaus.
Laut Ricardo.ch sei gar eine beteiligte Person, die für die Veranstaltungsagentur Face im Einsatz war, fast verhaftet worden. Davon will allerdings die Polizei Basel-Landschaft nichts wissen: «Das ist frei erfunden», sagt Mediensprecher Rolf Wirz. Die Polizei habe auch nichts mit der Entfernung der Plakate zu tun; das sei alleine der Sicherheitsdienst gewesen. Strafrechtliche Folgen werde die Aktion keine haben. Ricardo.ch hält jedoch an seiner Darstellung der Ereignisse fest.
Die Plakate werden nun während zwei bis drei Tagen verwahrt. Man habe mit der Aktion die hart gebeutelten und zum Teil von grossen Verlusten betroffenen UBS-Aktionäre aufheitern wollen, so Sennhauser weiter. Ricardo.ch will die Plakate zu einem guten Zweck versteigern, sobald sie wieder im Besitz des Online-Auktionshauses sind. Das Plakat-Sujet wird als Inserat auch in der Abendzeitung Heute und im Blick zu sehen sein.
Verantwortlich bei Ricardo.ch:
Marcel Sennhauser, Leiter Marketing & Kommunikation, Laurent Wendling, Branding & Advertising Manager. Verantwortlich bei Ruf Lanz: Danielle Lanz, Markus Ruf (Creative Direction), Thomas Schöb (Text), Lorenz Clormann (Art Direction), Gian-Marco Juon (Beratung). Durchführung: Face ag (Miriam Mayer).

Südostschweiz-Mediengruppe schliesst Druckereien

Die Südostschweiz-Mediengruppe mit Sitz in Chur schliesst ihre Druckereien in Arosa, Bonaduz und Samedan. Ob auch die Druckerei in Maienfeld dicht gemacht wird, ist noch offen.

 Die Südostschweiz-Mediengruppe mit Sitz in Chur schliesst ihre Druckereien in Arosa, Bonaduz und Samedan. Zwölf Mitarbeiter sind entlassen worden, wie die SDA am Donnerstag meldete. Ob auch die Druckerei in Maienfeld dicht gemacht wird, ist noch offen. Immer häufiger würden Kleinaufträge über das Internet abgewickelt. Deshalb habe sich sein Unternehmen entschlossen, die kleinen Druckereien zu schliessen oder diese den Geschäftsführern zu übergeben, sagte Südostschweiz-Verleger Hanspeter Lebrument am Mittwoch zu einem Bericht des «Bündner Anzeigers». Sein Untenehmen wolle sich auf die Druckerei-Standorte in Chur, Davos, Glarus und St. Moritz konzentrieren. Die Druckerei in Arosa übernehme der Geschäftsführer. In Samedan verbleiben der Verlag, die Regionalredaktion der Südostschweiz und der Engadiner Wochenzeitung sowie der Anzeigenverkauf und die Redaktion von Radio Engiadina.
 
Wie bereits bekannt wurde, wechselt der langjährige Leiter der Südostschweiz Print, Andrea Götz, das Unternehmen per 1. März (siehe
).

Y&R Gruppe gewinnt Geberit im Pitch

Die Young & Rubicam Gruppe hat den Sanitärtechnik-Konzern Geberit als Kunden gewonnen und wurde mit einem europaweiten Mandat für eine integrierte B2C-Kampagne beauftragt.

 Die Young & Rubicam Gruppe hat den Sanitärtechnik-Konzern Geberit als Kunden gewonnen und wurde mit einem europaweiten Mandat für eine integrierte B2C-Kampagne beauftragt. Das Budget wurde laut Mitteilung vom Mittwoch in einer Konkurrenzpräsentation gewonnen, in der sich die Y&R Gruppe gegen zwei weitere Agenturen durchsetzen konnte. «Die Y&R Gruppe hat uns mit einem vollständig integrierten Kreativkonzept überzeugt, das klassische Werbung, Online-Kommunikation, POS-Massnahmen und Tradmarketing optimal miteinander vernetzt», wird William Christensen, Head of Marketing der Geberit Gruppe, in der Mitteilung zitiert.
Die Kampagne befindet sich derzeit in der Realisation, der Start ist für Anfang 2009 geplant.

Kopf der Woche: Züri West der Werbung

Thom Pfister ist als CD bei Cosmic Bern neu auch als Partner beteiligt und freut sich auf die weitere Expansion mit der Agentur in die Romandie.

 
Thom Pfister ist als CD bei Cosmic Bern neu auch als Partner beteiligt und freut sich auf die weitere Expansion mit der Agentur in die Romandie. 
Es tut sich was in der Berner Szene. Neue Agenturen werden gegründet. Andere werden ausgebaut. Ein auch architektonisch schönes Beispiel ist der Ausbau von Cosmic. Am Uferweg hat die Agentur eine alte Schreinerwerkstätte zu einem Loft umgebaut. «Damit haben wir die äussere Hülle gefunden, die uns schon lange entspricht», meint Thom Pfister zum inspirierenden Design seines Arbeitsplatzes. Direkt an der Aare ist vieles im Fluss.Cosmic wurde 1985 in Zürich gegründet und beschäftigt dort heute 16 Leute. Weil er «an den Power dieser Agentur geglaubt hat», eröffnete Marcel Durst 1999 unter dem Namen Cosmic zusammen mit Gabriela Fust in Bern eine zweite, eigenständige Agentur. Man startete in der Bundeshauptstadt mit 4 Mitarbeitenden. Inzwischen sind es bereits 16. Seit fünf Jahren gehört auch Thom Pfister dazu. Jetzt ist der CD als Mitinhaber und dritter Partner aufgenommen worden, was Cosmic Bern am 14. Februar mit einer «Big Bang!»-Party gefeiert hat.
An dieser wurde auch bekannt gegeben, dass Cosmic in die Romandie expandieren will. Die Geschäftsführerin dieser Filiale ist Suzanne Scherer. Zur Zeit ist sie mit dem Aufbau der neuen Unit von Bern aus beschäftigt. Bald soll aber ein eigenes Büro in Neuenburg oder Lausanne bezogen werden. «Wir sind nicht übermütig, sondern merken, dass ein Bedürfnis und riesiges Potenzial da ist», meint Pfister zu diesem Ausbau Richtung Westen.
Alle drei Cosmic-Agenturen funktionieren selbstständig. Man profitiert aber gegenseitig von einer engen Zusammenarbeit und sieht sich «wie verschiedene Teams». Je nach Auftrag werden diese nach Kompetenzen zusammengestellt. Zu den wichtigsten Kunden in Zürich gehört Roche Diagnostics weltweit, Schweizer Milchproduzenten (SMP) und AMS Agro-Marketing Suisse oder Interio. Das Möbelhaus wird von CD Richard Rau bereits seit sechzehn Jahren betreut. Gemeinsam erfolgreich gepitched haben Bern und Zürich früher für Smart oder kürzlich für das Lagerhaus 62 der Steiner AG. Ein gemeinsamer Kunde ist auch Sika, für den Cosmic weltweit Arbeiten im Editorialbereich betreut – «eine unserer Kernkompetenzen», wie Pfister erklärt.
In Bern hat der Aufstieg der jungen Kreativen mit dem dreijährigen Engagement für Smart begonnen. «Das hat es lange nicht mehr gegeben, dass eine Berner Agentur eine Automarke betreuen durfte.» Inzwischen zählen zu den wichtigsten Berner Kunden die BLS, Strom Chronos Uhren, die Berner Kantonalbank, Ypsomed oder neu das Zentrum Paul Klee – «eine wunderbare Geschichte auf kultureller Ebene».
Die ausgelegten Entwürfe können Pfisters Vorfreude verständlich machen. Die Agentur soll kommunizieren, dass das Zentrum Paul Klee nicht nur ein Museum ist. Neben der grossen Ausstellung gibt es auch Workshops, ein Kindermuseum oder «ein sehr gutes Restaurant». Im Auditorium gehen Konzerte, Tanz oder Theater über die Bühne. Um die zehn verschiedenen Sparten des Treffpunkts Paul Klee zu kommunizieren, arbeitet CD Pfister in seinen Anzeigen und Plakaten mit Elementen aus den Kunstwerken des Malers, die er mit modernen Fotos kombiniert.
Kunst, Design, Werbung. Das sind drei Elemente, die sich bei Cosmic immer wieder in idealer Weise befruchten. Kunst fliesst in das Design. Und Werbung beflügelt die Kunst. Denn auf ein Mailing, das Cosmic an verschiedene Museen und Kulturinstitute verschickt hat, meldeten sich gleich mehrere mit positivem Interesse zurück. «Auch die schönen Künste müssen sich heute aktiv vermarkten.»
Mit welcher Kompetenz solche Kreativität und Bildwelten bei Cosmic in Verbindung mit Marketing verarbeitet werden, beweist auch der Erfolg, dass sowohl in diesem wie auch im letzten Jahr ein AD von Cosmic Bern bei der Kreativschule mit Gold ausgezeichnet worden ist. «Das Potenzial an Talenten ist da. Die Förderung, die wir für die Zukunft angehen, kann greifen.»
Der kreative Chef dieser Truppe hat selber schon sehr früh Interesse an dieser gestalteten Welt gezeigt. «Schon als Bub habe ich meiner Mutter die Frauenzeitschriften geklaut und in Einzelteile zerlegt», erinnert sich Pfister. Mit den herausgerissenen Seiten hat er Ordner zu Themen wie Männermode, Frauen, Style, Wohnen oder Decor angelegt. Im Berufsleben erlebte Pfister sein Backflash. «Im Designatelier von Beda Achermann hat man wieder alle möglichen Sachen aus internationalen Heften gesammelt und in Ordnern abgelegt. Dabei habe ich realisiert: Jetzt verdiene ich mein Geld damit.»
Konkret wurde diese Designwelt für Pfister mit einer Ausbildung als Grafiker an der Berner Kunstgewerbeschule. Er lernte Leute aus der Modebranche kennen, und schon bald hatte er «viele Aufträge» aus dieser Szene. Er durfte für Levi’s Schweiz arbeiten und überlegte sich zum ersten Mal, ob er sich selbstständig machen solle. Noch mehr lockte ihn aber Zürich, weil er sah, «was dort in der Werbung abgeht».
Pfister entwickelte sich bei McCann-Erickson als AD-Assistent unter Edi Andrist und Eric Voser. Als er die Kreativschule hinter sich hatte und hörte, dass Beda Achermann für ein Smart-Buch neue Leute suchte, wechselte Pfister in dieses spezialisierte Atelier und blieb vier Jahre an der Zürcher Langstrasse. Er betreute mit Achermann zusammen auch einen Geschäftsbericht der Migros. Dieser wurde im Jahre 2000 mit ADC Gold sowie auch Best of Europe ausgezeichnet.
Pfister konnte etwas vorzeigen, wagte den Schritt in die weite Welt und fand schliesslich einen Job beim Designstudio Tomato in London. Weil eine langfristige Entwicklung in seiner vertrauten Heimat aber mehr Potenzial versprach, kehrte Pfister 2003 nach Bern zurück und arbeitete zwei Jahre als Freelancer. «Im Kopf hatte ich die Mentalität von Zürich und London. Diese hier zu integrieren, war eine schöne Idee», ist er heute glücklich über seinen Weg. Auch wenn er mit seinen Londoner Ideen in Bern zu Beginn vielleicht noch aneckte – inzwischen «hat man auch hier respektiert, welcher Zeitgeist gelebt werden muss», meint Pfister. Und lässt den Blick von seinem Büro aus zufrieden über die schillernd dahin glitzernde Aare schweifen.
Andreas Panzeri

So kommen Spots auch bei Vorspulern an

Festplattenrekorder galten bis anhin als Gift für die Werbung, weil die TV-Zuschauer damit die Spots vorspulen können. Nun zeigt eine Studie, dass bei den Nutzern von der vorgespulten Werbung doch einiges hängen bleibt. Spots lassen sich entsprechend optimieren.

 Festplattenrekorder galten bis anhin als Gift für die Werbung, weil die TV-Zuschauer damit die Spots vorspulen können. NBC Universal sucht derzeit Mittel, wie die Vorspuler doch noch angesprochen werden könnten. Laut einer vom amerikanischen Medienhaus durchgeführten Studie bleibt bei den Nutzern nämlich von der vorgespulten Werbung doch einiges hängen. Sogar bei sechsfacher Videogeschwindigkeit erinnern sie sich an Spots oder Teile davon, wie Digitalfernsehen.de berichtet. Denn die Zuschauer schauen beim Vorspulen konzentriert auf den Bildschirm, um rechtzeitig abstoppen zu können, wenn die gewünschte Sendung weitergeht. Immerhin noch 25 Prozent der Vorspuler konnten sich am Tag nach der Sendung noch an die Werbung erinnern. Der Erinnerungswert war bei bereits bekannten Spots sowie bei jenen mit populären Figuren oder Stars besonders hoch. Für die Werbebranche hat diese Erkenntnis Konsequenzen: Spots lassen sich so aufbereiten, dass sie den Vorspulern besonders gut im Gedächtnis bleiben. Einfache Handlungsabfolgen in der Bildmitte sind am geeignetsten, Text oder Ton dagegen fallen beim Vorspulen heraus. Das Kreditkartenunternehmen Visa beispielsweise hat im vergangenen Jahr einen Spot geschaltet, in dem am Ende das Logo in der Bildmitte einige Sekunden länger als normal gezeigt wurde.
Auch die Mediaplanung kann die Effekte der Festplattenrekorder berücksichtigen: Da bekannte Spots beim Vorspulen anscheinend stärker wahrgenommen werden, lohnt es sich, für die Lancierung eines neuen Clips auf das Werbeumfeld bei der Übertragung von Live-Events zu setzen. Dann nämlich werden die meisten Zuschauer die Übertragung der Erstaustrahlung vorziehen – damit schauen sie sich auch die Spots in voller Länge an. Spots, die für Vorspuler optimiert sind, kommen wohl eher im Umfeld von Serien zur Geltung. Diese werden nämlich besonders oft aufgezeichnet.

Typisch baslerisch

Zeitungen II Mit einer Testimonial-Kampagne legt Kreisvier den Baslern den Baslerstab ans Herz.

 
Zeitungen II Mit einer Testimonial-Kampagne legt Kreisvier den Baslern den Baslerstab ans Herz. 
Seit dem 21. Februar fällt Basels grösste Gratiszeitung Baslerstab mit neuem Kleid und neuen Verteilboxen auf. Gleichzeitig versucht er, auch redaktionell und werblich Akzente zu setzen. Redaktionell tut er dies, indem er seit dem Relaunch die Front- und Hauptstory täglich dem Basler Dialekt widmet. Aus Sorge darüber, dass das «Baseldytsch» verschwinden könnte – weil in Basel die Hochsprache bald schon im Kindergarten gefördert werden soll. Ein Vater kommt zu Wort, der deswegen «Angst um seine Kinder hat», Experten, die diese Entwicklung «fatal» und eine «Katastrophe» finden. Wobei allein die Wortwahl zeigt, dass aufgebauscht wird.Doch beim neuen Baslerstab gehört dies zum Konzept. Nicht nur, weil er ein noch boulevardigeres Konzept verfolgt als bisher, sondern vor allem, weil er sich unter den Gratisblättern als besonders baslerisch positionieren will und muss. Der Basel-betonte redaktionelle Auftakt wird von einem Werbekonzept mit ebenso viel Lokalbezug flankiert. «Baslerstab – mein liebstes Stück Basel», so lautet der Claim zu der von der Basler Agentur Kreisvier entwickelten dreistufigen Kampagne. Stufe eins besteht aus Sujets, die die Baslerstab-Leser zum Einschicken eines Fotos aufrufen. Dieses sollte einen Gegenstand, ein Haustier, ein Haus oder einen Lebenspartner zeigen, die der Leser dank einer Insertion im Baslerstab gefunden hat. Die Fotos werden in einem zweiten Schritt im Baslerstab abgebildet. Bei ungenügender Qualität werden sie von Profis aufgenommen. Als dritte Stufe ist vorgesehen, einige Fotos und Aussagen als Werbung für den Baslerstab zu verwenden – im Leser- wie im Anzeigenmarkt. «Wir wollen die Kampagne mit echten Baslerstab-Lesern fortsetzen», sagt Nannette Graf, die bei Kreisvier die Gesamtverantwortung für die Kampagne trägt.
Der Aufruf scheint erfolgreich zu sein: Gemäss Graf wurden in den ersten drei Tagen bereits gegen 30 Einsendungen gezählt. Möglich auch, dass die Werbeidee den Baslerstab bei den Lesern sympathischer macht. Denn hier hat er ein Manko: Gemäss Umfragen wurde das Blatt bisher zwar gelesen, aber nicht wirklich gemocht. «Das war die eigentliche Knacknuss am Auftrag: Das Traditionsblatt Baslerstab wieder zu einem Sympathieträger zu machen», sagt Graf.
Markus Knöpfli

Der Kunde denkt weiblich

Frau Was wollen Frauen? Grey hat die Damen untersucht und stellt fest: Der Kunde ist Königin.

 
Frau Was wollen Frauen? Grey hat die Damen untersucht und stellt fest: Der Kunde ist Königin.  
Eine grosse Frage konnte der berühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud trotz seines dreissigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht beantworten: «Was will eine Frau?»
Die deutsche Agentur Grey will eine Antwort gefunden haben. Frauen wollen heute Babys und Blackberrys. Agenturchefin Alina Kessel ist Autorin des Hefts «F.E.M.A.L.E Marketing» (Namensgebung weiter unten erklärt). Das Büchlein ist ein Update der Markenenzyklopädie «Werkbuch M wie Marke», herausgegeben vom renommierten Markenprofi Bernd M. Michael. Wer den Sammelband kennt, stellt fest: Das Werk in rosa fällt aus dem üblichen Gestaltungsrahmen. «Es ist aber auch ein recht spezielles Thema», meint die Autorin.
Verstaubte FrauenbilderAlina Kessel hat die weibliche Käufergruppe unter die Lupe genommen und erklärt auf 50 Seiten, warum die Sternstunde für Markenmacher begonnen hat. So viel sei verraten: Frauen, die Geld verdienen, kaufen sich nicht nur Schuhe und Kosmetika, sondern auch Aktien, Autos oder Werkzeug. Wollen Marketingexperten ihre Produkte künftig erfolgreich unters Volk bringen, müssen sie diese an den weiblichen Wünschen und Bedürfnissen anpassen. Die Gründe sind schwarz auf weiss nachzulesen. Diverse Studien kommen zum Schluss, dass heute 80 Prozent aller Konsumgüter von Frauen gekauft werden. Die Frauen von heute interessieren sich offensichtlich nicht ausschliesslich für Pampers, Parfum oder Pralinen. Das neue Einkaufsverhalten bleibt deshalb auch nicht ohne Folgen, was Zukunftsforscher wie Matthias Horx als das «Jahrhundert der Frauen» ankündigen.
Obwohl die Frau, überspitzt formuliert, ein neues Zeitalter einläutet und den gesellschaftlichen Wandel stark vorantreibt, arbeiten die Marketingprofis immer noch mit verstaubten Frauenbildern. Alina Kessel: «Die Werbung orientiert sich zu sehr an maskulinen Vorstellungen.» Es herrsche das veraltete Bild vor, dass sich die Frau als Konsumentin nur um ihre Familie kümmere. Die Frau als unabhängige und eigenständige Person werde allerdings zu wenig bemerkt. «Unisex-Strategien sind nach wie vor das Nonplusultra. Dabei sind die das Ergebnis einer auf die Spitze getriebenen Vereinfachung», sagt Alina Kessel.
Frauen als PowerzielgruppeBeim Durchblättern des Heftes wird klar, dass die «neue weibliche Zielgruppe», wenn man sie so nennen will, hochinteressant ist. Neben den haufenweise zusammengetragenen Zahlen und Fakten, die manchen Mann ins Staunen versetzen werden, ist das Kapitel «Hirnforschung: Tiefer Blick in neue Consumer Insights» lesenswert. Die Autoren kommen zum Schluss, dass die Gehirnareale, die für das so genannte Bauchgefühl verantwortlich sind, bei Frauen grösser und empfindlicher sind. Die Konsequenzen für die Werbung: Die Kampagnen müssen phantasieanregende Geschichten erzählen und schwergewichtig auf emotionale Einzelheiten setzen.
Für die Autoren, soviel steht ohne Zweifel fest, ist die Frau die Powerzielgruppe von Morgen. Empfehlenswert ist die Lektüre für all diejenigen Werber, die bis heute nach dem Prinzip «Shrink it and pink it» arbeiteten. Female Marketing ist weit komplexer, was uns Alina Kessel eindrücklich am Weichspüler und an Schuhmarken aufzeigt.
 
Christian Lüscher
 

F.E.M.A.L.EF
für feminin E
für emotional M
für motivierendA
für authentischL
für «Linkage», Frauen wollen als Gruppe wahrgenommen werden E
für Entertaining

Euro 08 kickt Radio Argovia Fäscht aus dem Feld

Radio Argovia sagt sein diesjähriges Gratis-Openair ab. Verloren hat das Fäscht gegen die kommende Fussball-EM Euro 08. Weil sich Radio Argovia «zu hundert Prozent» am grossen Fussballfest in der Schweiz engagieren wolle, sei die gleichzeitige Durchführung des Openairs in diesem Jahr nicht möglich, teilte der Sender mit.

 Der Aargauer Sender Radio Argovia sagt sein diesjähriges Gratis-Openair ab. Verloren hat das Fäscht gegen die kommende Fussball-EM Euro 08. Weil sich Radio Argovia «zu hundert Prozent» am grossen Fussballfest in der Schweiz engagieren wolle, sei die gleichzeitige Durchführung des Openairs in diesem Jahr nicht möglich, teilte der Sender mit. Vor und während der Euro 08 werden auch im Mittelland unzählige sportliche und kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Radio Argovia will seine ganze Kraft darauf richten und dazu auch Medienpartnerschaften eingehen. Daneben bleibt anscheinend keine Kapazität für die gelichzeitige Durchführung des Radio Argovia Fäschts. Deshalb habe man sich nach reiflicher Überlegung entschieden, den Musikanlass erst im nächsten – notabene eurofreien – Jahr wieder durchzuführen. Im vergangenen Jahr nahmen rund 70’000 Besucher an dem zweitägigen Festival teil und sahen Konzerte von Gölä, Bligg, Baschi oder des Swiss Jazz Orchestra & Friends.
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