Köpfe der Woche: Pumpkins Stromer

Sonja Brand baut mit Goetz Hudelmaier bei Pumpkin Film eine neue Unit Stream für digitale Werbung. Im Internet müssen Filme anders funktionieren.

 
Sonja Brand baut mit Goetz Hudelmaier bei Pumpkin Film eine neue Unit Stream für digitale Werbung.
Die Tendenz ist nicht mehr zu übersehen. Neben dem klassischen Werbefilm drängen täglich neue «Bewegtbilder» über die verschiedensten Kanäle in den Markt. Virale Filmchen im Internet zum Beispiel sind am Boomen und finden sich bald in jeder Kampagne. Falsch verstanden wird diese Entwicklung allerdings, wenn für die Verbreitung einfach eine weniger hoch auflösende Version eines ansonsten völlig traditionell konzipierten Spots in das Netz gestellt wird. «Im Internet müssen Filme oft anders funktionieren», ist Sonja Brand – wie auch andere Zürcher Filmproduzenten – überzeugt. Pumpkin Film hat deshalb für diese neue Medienwelt eine entsprechend spezialisierte Unit gegründet. «Pumpkin Stream möchte sich mit Werbung jenseits der klassischen Themenfelder auseinandersetzen.» Die Grossproduktionen für Kunden wie Migros, UBS oder Swisscom sollen weiterhin das Kerngeschäft bei Pumpkin Film bilden. Mit Stream will man in anderen Bereichen wie neue Medien, Internet und Handy Projekte möglich machen. «Stream bietet den Kunden ein Forum zur Realisation von Filmen, die jenseits der klassischen Schiene laufen», erklärt die Produzentin. «Wir arbeiten mit einem Pool von jungen Filmemachern, Webdesignern und Postproduction-Spezialisten auf  nationaler und internationaler Ebene zusammen.»
Die Spezialisten von Pumpkin Film und Stream werden zum Teil überlappend arbeiten. «Man kommuniziert und entwickelt Dinge zusammen», erklärt Brand. Die Kunden sollen aber für jedes Medium einen klaren Ansprechpartner haben.
Die neue Unit Stream wird vom jungen Goetz Hudelmaier geleitet. Dieser hatte schon in seiner Schulzeit «ständig Kino im Kopf». Hudelmaier verbrachte die  Ferien im Kinosaal, «lernte ganze Filmlexika auswendig» und beschloss mit zwölf Jahren «die deutsche Filmwirtschaft auf Vordermann zu bringen …».
Nach dem Abitur studierte er in Leipzig Kommunikationswissenschaft, Medien und Theaterwissenschaft. Obwohl diese Universität «kurz nach der Wende» einen guten Ruf für diese Fächer hatte, wurde Hudelmaier mit dem Angebot nicht glücklich und wechselte schliesslich für eine mehr praktische Ausbildung nach München, um in der dortigen Filmlandschaft Fuss zu fassen.  Hudelmaier fand es wichtig, «immer möglichst alle Aspekte vom Film mitzukriegen, um sich mit den Leuten auf Augenhöhe unterhalten zu können».
Nach einem kurzen Intermezzo an einer Filmschule in New York wechselte der jetzt vielseitig erfahrene Profi nach Hamburg. Zuerst arbeitet er für Markenfilm als Aufnahmeleiter, dann bei Petersen Naumann als Postproduction Supervisor. In diesem damals 20-köpfigen Unternehmen hat Hudelmaier seine «Werbewurzeln gefunden» und später auch Sonja Brand kennen gelernt. Er begann als Freelancer für Pumpkin Film zu arbeiten. Später wollte er in München seine «Regiekarriere auf Vordermann bringen» und hat an verschiedenen Projekten beim TV mitgewirkt. «Daily Soaps sind eine sehr gute Schule.» Oder die mit dem Grimmepreis ausgezeichnete und eher subversive Produktion des Kinderkanals und der Münchner Firma Bummfilm «Chili TV» mit ihrem Helden «Bernd das Brot». Weitere wertvolle Erfahrungen sammelte Hudelmaier als Postproduction Supervisor für den österreichisch-amerikanischen Spielfilm «Jump» mit Patrick Swayze. «Ich hatte das Glück, immer wieder mit hervorragenden Regisseuren zu arbeiten und bei interessanten Produktionen viel zu lernen», meint der neue Unitleiter von Pumpkin Stream. Von diesen Kontakten zu den verschiedensten Spezialisten will er für Stream auch weiterhin profitieren. Da zudem Hudelmaiers Freundin in München wohnt, wird er auch aus privaten Gründen sowohl in der Schweiz wie in Deutschland die Entwicklungen mitverfolgen.
Sonja Brand, die heutige Alleinbesitzerin der Pumpkin, ist zum Film gekommen «wie die Jungfrau zum Kind». Nach dem Lehramtsstudium und Italienisch an der Universität Münster jobbte sie zuerst in Hamburg als Dolmetscherin. Eine zufällige Begegnung ergab Kontakt zu einer Werbefilmproduktion. Dort war 1988 eine Stelle im Büro frei. Sonja Brand durfte sich «Produktionsassistentin» auf die Visitenkarte schreiben und zeigte sich bald einmal von der Welt des Films begeistert. Die gute Organisatorin war immer häufiger auch auf Drehs anzutreffen – «learning by doing», wie es in der Branche üblich ist – und hat während zehn Jahren in Hamburg schliesslich auch die Firma Production International mitbegründet. Das renommierte Unternehmen gibt es heute noch. Sonja Brand ist aber 1993 ausgestiegen, weil sie eine Babypause einlegen wollte.
Später arbeitete sie freiberuflich, hauptsächlich für den Schweizer Produzenten und Regisseur Christian Aeby, der in Hamburg einen Ableger der damals boomenden Zürcher G.L.A.S.S. Film führte. Über diese Zusammenarbeit hat sich die «Schweiz-Connection» aufgebaut, die Brand schliesslich in Kontakt mit Susanne Henggeler brachte. Mit ihr zusammen hat sie vor zehn Jahren Pumpkin Film gegründet und ist deshalb von Hamburg nach Zürich gezügelt. Nach dem Ausstieg von Henggeler im letzten Sommer leitet Sonja Brand die Pumpkin alleine. Zum Team gehören sieben feste Mitarbeiter. Dazu kommt ein interessantes Portfolio mit vor allem international tätigen Regisseuren. «Diese internationale Ausrichtung war schon bei unserer Gründung eine wichtige Strategie, um uns als Neulinge in Zürich gegen die etablierte Konkurrenz profilieren zu können», erklärt Brand. In der Folge durfte Pumpkin Film über mehrere Jahre für Publicis die Dachkampagnen für die Migros realisieren und auch grosse Spots für UBS, Renault oder jüngst Tele2 drehen.
Pumpkin Film hat vor drei Jahren auch einen Dokumentarfilm mitgefördert. Er thematisiert ein Tanzprojekt in den Townships von Kapstadt und zeigt, wie die zwei weltberühmten Tänzer Philip Boyd und Phyllis Spira versuchen, «Kindern und Jugendlichen eine Perspektive aufzuzeigen». Der Film, der am vergangenen Sonntag in Zürich bereits vorab bei einer Matinee zu sehen war, ist von Arte mitgefördert und soll demnächst ins Kino kommen.
Weitere Informationen zu dem aussergewöhnlichen Projekt «Dance for all» sind auf der Website von Pumpkin Film zu finden.
Andreas Panzeri

WPS Medienservice verstärkt das Verkaufsteam

Seit Anfang Monat verstärken Cécile Kunz und Patrick Frey als Sales Support und Sales Manager das Verkaufsteam von WPS Medienservice.

 Seit Anfang Monat verstärken Cécile Kunz und Patrick Frey als Sales Support und Sales Manager das Verkaufsteam von WPS Medienservice. Mit dem personellen Ausbau will die seit 40 Jahren bestehende Beratungsagentur die Marktpräsenz intensivieren und die Kundenberatung erweitern, wie es in einer Mitteilung heisst. Cécile Kunz war davor bei NC AG als Sachbearbeiterin/Verkaufsinnendienst tätig. Dort betreute sie Kunden wie Swiss, Raiffeisen oder Marionnaud. Patrick Frey arbeitete zuletzt bei DE Druck im Verkaufsaussendienst. Er betreute Key Accounts wie IKEA, ZKB oder Migros.

Fabian Unteregger macht Scherze auf Radio 24

Der aus der SF-Satiresendung «Giacobbo/Müller» bekannte Kabarettist Fabian Unteregger produziert künftig exklusiv für Radio 24 ein Comedy-Format. Der Promi-Imitator wird in einer ersten Phase mit «Stapi Elmar erklärt den Deutschen Zürich» präsent sein.

 Der aus der SF-Satiresendung «Giacobbo/Müller» bekannte Kabarettist Fabian Unteregger produziert künftig exklusiv für Radio 24 ein Comedy-Format. Der Promi-Imitator wird in der Morgenshow «Ufsteller» zum Zuge kommen, die mit dem neuen Moderator Patrick Hässig einen Relaunch erfährt. Unteregger wird eine wöchentliche Stimmenimitation von bekannten Figuren wie Christoph Mörgeli, Köbi Kuhn, Ottmar Hitzfeld oder Elmar Ledergerber in den Äther schicken. In einer ersten Phase wird er mit «Stapi Elmar erklärt den Deutschen Zürich» präsent sein, bevor er ab Mitte Mai als Nationaltrainer Jakob Kuhn auf die EM einstimmt.

Mehr Sicherheit

Etiketten Moderne Etiketten mit einem so genannten Time Temperature Indicator (TTI) sollen dafür sorgen, dass Handel und Verbraucher mehr Sicherheit in punkto Frische und Haltbarkeit bekommen.

 
Etiketten Moderne Etiketten mit einem so genannten Time Temperature Indicator (TTI) sollen dafür sorgen, dass Handel und Verbraucher mehr Sicherheit in punkto Frische und Haltbarkeit bekommen. Die TTI-Etiketten namens OnVu, die der Balinger Technologiekonzern Bizerba und der schweizerische Chemiekonzern Ciba entwickelt und produziert haben, bringen mehr Transparenz in die gesamte Produktions- und Kühlkette. Das TTI-Etikett mit einer besonderen Druckfarbe kann als zusätzliches Etikett an jede Verkaufsverpackung angebracht werden. Der Grad der Entfärbung zeigt an, ob die Ware noch voll oder nur gut geniessbar oder ob sie schon verdorben ist. Dabei entfärbt sich der Indikator umso schneller, je weiter das Produkt von der idealen Lagerbedingung abweicht, und beschreibt so für jedes Produkt den individuellen Frischegrad. Damit besteht die Möglichkeit, eine Kühlkette zu visualisieren, so dass sich der Verbraucher selbst von der durchgehenden Kühlung der Ware überzeugen kann.

Mörgele-Mengele-Affäre: Kein Nachspiel für Niemanden

Die Mörgele-Mengele-Affäre scheint sich in Rauch aufzulösen. Wegen der Indiskretionen aus der Nationalratskommission werden weder die betreffenden Nationalräte gerügt noch wird gegen Journalisten Strafanzeige erhoben. Der «10 vor 10»-Beitrag, der Mörgeli vor dem KZ Buchenwald zeigte, wird von SRG-Ombudsmann Casanova kritisiert, und damit ebenfalls ad acta gelegt.

 
Die so genannte Mörgele-Mengele-Affäre scheint zu Ende zu sein. Wegen der Indiskretionen aus der Nationalratskommission werden weder die betreffenden Nationalräte gerügt noch wird gegen Journalisten vorgegangen, welche die Indiskretionen kolportiert haben. Das Büro des Nationalrates verzichtet darauf, Strafanzeige gegen Unbekannt und gegen einen Journalisten der Zeitung Südostschweiz einzureichen. Wegen der Indiskretion aus der Wissenschaftskommission hatte das Nationalratsbüro Christoph Mörgeli, Oskar Freysinger, Lieni Füglistaller, Jacques Neyrinck und Kathy Riklin disziplinieren wollen. Der Nationalrat hatte dies jedoch abgelehnt. Das Büro beauftragt nun die Staatspolitische Kommission des Nationalrates, sich grundsätzlich mit der Vertraulichkeit von Kommissionssitzungen zu befassen, wie es gemäss SDA am Mittwoch mitteilte.
Auch beim Schweizer Fernsehen glätten sich die Wogen. Die «10 vor 10»-Sendung vom 6. Februar 2008, die Mörgeli im Zusammenhang mit der Affäre vor dem KZ Buchenwald zeigte, hat SRG-Ombudsmann Achille Casanova zwar kritisiert, ein Nachspiel hat das aber keines. Er gab einem TV-Zuschauer recht, der sagte, das Vorgehen der «10 vor 10»-Redaktion widerspreche dem Grundsatz der Verlässlichkeit im SF-Leitbild.
Der Beitrag ist nun im Online-Archiv nicht mehr zugänglich. SF-Chefredaktor Ueli Haldimann hat sich bereits im Februar bei der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald entschuldigt (siehe:
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Cinecom: Sesselwechsel bei der Verkaufsleitung Kino National

Bei der Publicitas-Tochter Cinecom übernehmen per sofort Jean-Claude Bruhin, Head of Cinema, und Manuel Gasser gemeinsam die Verkaufsleitung Kino National. Der bisherige Leiter des Teams, Rolf Hertzog, verlässt das Unternehmen.

 Die neue Publicitas meldet einen weiteren Sesselwechsel. Dieses Mal geht es um Cinecom: Die Verkaufsleitung Kino National übernehmen per sofort gemeinsam Jean-Claude Bruhin, Head of Cinema, und Manuel Gasser. Der bisherige Leiter des Teams, Rolf Hertzog, verlässt das Unternehmen. Er habe sich entschieden, eine neue Herausforderung anzunehmen, heisst es in einem Communiqué. Manuel Gasser übernimmt als Senior Account Manager per sofort die operative Teamleitung, er soll aber auch an der Kundenfront aktiv bleiben. Gasser ist bereits seit rund vier Jahren bei Cinecom im Kino Salesbereich tätig.

Walker holt mit Maxiprint einen Hybrid Award des ADC NY

Grosse Ehre für die Walker Werbeagentur: Der renommierte ADC New York hat die Maxiprint-Newsweek-Kampagne mit einem Hybrid Awards ausgezeichnet. Damit zählt die Plakatkampagne laut ADC NY zu den wegweisenden, kreativsten Kampagnen des Jahres.

Grosse Ehre für die Walker Werbeagentur: Der renommierte ADC New York hat die Maxiprint-Newsweek-Kampagne mit einem Hybrid Awards ausgezeichnet. Damit zählt die Plakatkampagne laut ADC NY zu den wegweisenden, kreativsten Kampagnen des Jahres.
Während einer Woche im vergangenen Sommer veröffentlichte die Internetdruckerei Maxiprint redaktionelle Meldungen auf 30 APG-Plakatstellen, noch bevor diese in der Tagespresse zu lesen waren. Maxiprint.ch wirbt seither mit dem Claim: «Schneller druckt keiner.» Der Kampagne gelang es gemäss Mitteilung der Agentur, die Besucherzahlen von Maxiprint.ch innert zwei Monaten mehr als zu verdoppeln und das Jahresumsatzergebnis um 44,5 Prozent zu steigern.
Mit dem Hybrid Award dürfen sich die Macher der Kampagne über eine weitere internationale Kreativehre freuen, nachdem die Plakate beim Eurobest bereits mit Silber ausgezeichnet wurden.

Papier macht Tempo

Fortschritt Sappi hat ein Papier entwickelt, das Zeit spart, Kosten senkt und die Effizienz steigert. Aber natürlich kostet das etwas.

 
Fortschritt Sappi hat ein Papier entwickelt, das Zeit spart, Kosten senkt und die Effizienz steigert.  
Der Termindruck in der heutigen Druckbranche ist höher denn je. So stieg in den letzten Jahren die Nachfrage nach sofort lieferbaren Druckerzeugnissen um 25 Prozent. Mit einem Papier, das schnell trocknet, liessen sich Prozesse beschleunigen und damit Zeit und Kosten sparen. Für die Druckbranche eine mögliche Lösung, effizienter zu arbeiten. Sappi Fine Paper Europe produziert seit kurzem ein neues Papier, das Druckern echte Vorteile bietet. Anlässlich einer Pressekonferenz in der Print Media Academy in Heidelberg stellte Sappi das Wunderpapier vor. Sappi gehört weltweit zu den führenden Produzenten von qualitativ hochwertigen Papieren. Im Bereich der gestrichenen Feinpapiere ist Sappi die Nummer eins weltweit. 4,2 Millionen Tonnen qualitativ hochwertige gestrichene Feinpapiere verlassen die Papierfabriken jährlich. Sie werden für eine Vielzahl anspruchsvoller Printprodukte wie Broschüren, Magazine, Jahresberichte, aber auch für Wein-Etiketten verwendet. Kein Wunder, dass die Papierproduzentin ständig an der Weiterentwicklung ihrer Produkte arbeitet. Darüber hinaus stellt Sappi auch ungestrichene grafische und Geschäftspapiere sowie ungestrichene Spezialpapiere her.
Tempo spart Zeit und KostenJedes Jahr wird eine Vielzahl von neuen Papieren lanciert, signifikante Innovationen sind in den letzten Jahren nicht darunter gewesen, argumentieren die Verantwortlichen bei Sappi. Man habe sich deshalb für seine Neuentwicklung, die eine echte Innovation ist, auch genügend Zeit gelassen und vor allem in der Branche intensiv nachgeforscht, welche Anforderungen die Drucker an ein neues gestrichenes Papier stellen. Bevor Sappi an die Öffentlichkeit gegangen ist, wurde die Neuentwicklung eingehend getestet. So haben Marktstudien und eigene Untersuchungen ergeben, dass bei den Druckern vor allem eine Verkürzung der Durchlaufzeiten gewünscht ist. Dies setzt aber eine Verkürzung der Trocknungsdauer bei den Druckfarben und eine bessere Abriebfestigkeit voraus. Fünf Millionen Euro hat Sappi dann in die Entwicklung von Tempo Silk investiert. Das Ergebnis ist ein holzfreies gestrichenes, seidenmattes Formatpapier, das in Grammaturen von 100 bis 300 Gramm pro Quadratmeter erhältlich ist. Tempo Silk zeichnet sich durch eine neue Strichbeschaffenheit aus, die für eine superglatte, seidenmatte Oberfläche sorgt und zu hervorragenden Druckergebnissen führt. Die Besonderheit der Neuentwicklung sind das raschere Wegschlagen der Farbe und die schnellere Trocknung.
Während bei der Verwendung von herkömmlichem gestrichenem Papier mindestens eine halbe Stunde für Trocknung der Farbe eingeplant werden muss, sind es bei Tempo 15 Minuten. Die Rückseite kann deshalb fast im Anschluss an die Vorderseite bedruckt werden. Dadurch verringern sich die Wartezeiten auf der Druckmaschine. In den meisten Fällen kann bereits nach einer halben Stunde die Weiterverarbeitung mit Rillen, Falzen, Schneiden in Angriff genommen werden. Ein weiterer Vorteil ist auch der Puderverbrauch. Da die Farbe beim Druck auf Tempo so schnell trocknet, verringert sich der Puderverbrauch um 50 bis 100 Prozent, so dass auch weniger Waschintervalle beim Bedrucken anfallen. Bisher mussten seidenmatte Papiere ausserdem noch lackiert werden, auch das fällt bei Tempo weg. Tempo verhält sich in Bezug auf die Scheuerfestigkeit der Druckfarbe wie ein glänzend gestrichenes Papier. In der Praxis heisst das, in der Regel muss kein Lack zum Verhindern des Scheuerns eingesetzt werden. Damit verbunden sind Materialkosteneinsparungen als weitere positive Folgeerscheinung.
Praxistest bestandenTempo wurde bereits in 60 europäischen Druckunternehmen einem Praxistest unterzogen, mit bisher positiven Ergebnissen. «Ich sehe die grössten Vorteile in der Reduzierung der Pudermenge», sagt etwa Erwin Prehn, Geschäftsleiter des deutschen Druckfirma MHD Druck und Service GmbH, der zu den Testern gehörte. «Wir wissen alle, dass bei längeren, höheren Auflagen uns das Puder beim Widerdruck besonders zu schaffen macht, das heisst, wir haben öfters Waschintervalle. Die sehe ich hier mindestens halbiert.» Auch die Qualität befriedigt Prehn. «Wir können problemlos achtziger Raster verdrucken, und die Bildwiedergabe ist exzellent.» Auch bei kleinen Druckaufträgen ist Tempo vorteilhaft. «Wir haben hier eine kleine 52er-Druckmaschine, auf der wir jeden Tag eine sehr grosse Anzahl von Druckaufträgen auf allen möglichen Papiersorten drucken, insbesondere auf seidenmattem Papier», erklärt Raf Broeckx von Baillien & Maris in Belgien. Er stellte fest, dass mit dem neuen Papier viel schneller gearbeitet werden kann und die Lieferzeiten dadurch kürzer werden.
Tempo bietet eine Reihe von Vorteilen, die sich für ein Druckunternehmen über den gesamten Auftrag hin rechnen. Um rund 20 bis 25 Prozent könnte unter Verwendung der Neuentwicklung die Druckkapazität gesteigert werden. An der Sappi-Presseveranstaltung in der Print Media Academy in Heidelberg wurde viel über die Vorteile von Tempo gesprochen, aber fast nichts zum Preis gesagt. Wer mehr bietet, kann bekanntlich auch mehr verlangen. Somit ist anzunehmen, dass Tempo wohl eher nicht zu den günstigen Papierprodukten gehören wird. Für viele Drucker ein Grund, zum Tagesgeschäft überzugehen und wie bisher mit weniger Tempo zu arbeiten. In den nächsten Monaten wird sich deshalb zeigen, wie innovativ die Branche tatsächlich ist und ob Tempo die Drucker tatsächlich überzeugen kann.
Sabine Flachsmann
Die Tempo-Vorteile:- Doppelt schnelle Farbtrocknung, schnelle Durchlaufzeiten.
– Verringerung der Wartezeiten, höhere Auslastung.
– Höhere Flexibilität bei der Maschinenbelegung.
– Verringerung des Puderverbrauchs um 50 bis 100 Prozent.
– Reduktion der Waschintervalle, kostspielige Reinigungsarbeiten entfallen.
– Meist kein Schutzlack und keine Versiegelung erforderlich.
– Einsparungen bei Material, Zeit und Energie.

Filmisches Mauerblümchen

SRG SSR Die SRG verlängert ihre Versuche mit Video on demand. Seit Januar sind die Nutzerzahlen deutlich gestiegen.

 
SRG SSR Die SRG verlängert ihre Versuche mit Video on demand. Seit Januar sind die Nutzerzahlen deutlich gestiegen. 
Dass die digitalen Technologien das Fernsehen zunehmend zu einem Medium machen, das individuell und unabhängig von vorgegebenen Programmstrukturen genutzt wird, bestreitet heute kaum mehr jemand. Entsprechend mehren sich die Anzeichen, dass Video on demand (VoD) vor einem Boom steht. Neben den Angeboten, die direkt über die digitalen Settop-Boxen der Kabelnetze laufen, ist für Spielfilme das Internet der Vertriebsweg. Auch wenn von der Schweiz aus momentan erst wenige Angebote zugänglich sind, gehen Experten davon aus, dass VoD mittelfristig die DVD weitgehend ersetzen könnte. Seit Geräte auf dem Markt sind, mit denen man PC und Fernseher einfach vernetzen kann, sind die technischen Hürden aus dem Weg geräumt. Die heute verfügbaren Bandbreiten reichen für die grossen Datenmengen eines Spielfilms aus, und Raubkopien können mit wirkungsvollen Kopierschutzmechanismen verhindert werden. Weil diese meist auf dem digitalen Rechtemanagement von Microsoft basieren, geht ohne Windows aber häufig nichts. Schmalbrüstige AuswahlIm August 2007 stieg die SRG SSR mit einer eigenen Plattform in den VoD-Markt ein. Rund 30 Spiel- und Kurzfilme stehen seither auf den Websites von SF, TSR und TSI bereit. Für Preise zwischen einem und sechs Franken können sie heruntergeladen werden. Es sind ausschliesslich Schweizer Produktionen, darunter so erfolgreiche wie «Vitus» oder «Die Herbstzeitlosen». Lanciert wurde das Projekt im Rahmen des «pacte de l’audiovisuel», einem Kooperationsabkommen von SRG und Schweizer Filmindustrie. Deswegen fliessen die Einnahmen zurück ins einheimische Filmschaffen.
Angesichts der mehr als bescheidenen Filmauswahl diente die VoD-Plattform bislang in erster Linie als Versuchslabor für die neue Technologie. Denn im Unterschied zu den SF-Eigenproduktionen, die als Podcast oder Videostream schon länger gratis zur Verfügung stehen, ist bei Spielfilmen die urheberrechtliche Lage komplizierter: Auch die privaten Produzenten wollen entschädigt sein. Als Kopierschutzsystem setzt auch die SRG das digitale Rechtemanagement von Microsoft ein, so dass die Plattform nur mit Windows-Betriebssystemen genutzt werden kann.
Die SRG SSR hat nun die Versuchsphase des VoD-Angebotes bis Ende Juni 2008 verlängert. Mediensprecher Daniel Steiner erklärt, man wolle weitere Erfahrungswerte sammeln und danach eine detaillierte Evaluation machen. Auf dieser Grundlage werde entschieden, ob und wie die Plattform zusammen mit den beteiligten Schweizer Filmverbänden weitergeführt werde. Konkrete Zahlen, wie viele Filme heruntergeladen werden, sind deshalb noch nicht erhältlich. Immerhin gibt sich Steiner optimistisch: «Grundsätzlich erhalten wir ein positives Echo auf das VoD-Angebot.» Dies gilt zumindest für das Inland. Denn aus dem Ausland können aus urheberrechtlichen Gründen keine Filme heruntergeladen werden. Das habe zu enttäuschten Reaktionen von Auslandschweizern geführt.
Werde VoD nach der Versuchsphase weitergeführt, könnten nach und nach alle Filme aufgeschaltet werden, die im Rahmen des «pacte de l’audiovisuel» entstanden seien, hiess es bei der Lancierung im letzten Jahr. In den letzten zehn Jahren waren dies mehr als 1’000 kürzere und längere Produktionen. «Es ist klar, dass der Publikumserfolg stark vom Angebot abhängt», meint Steiner. Die Gewöhnungsphase sei beim Publikum langsamer gelaufen, als man erwartet habe. Seit Januar sei nun aber ein Anstieg von 30 Prozent in der Nutzung verzeichnet worden, ohne dass Werbung für die VoD-Plattform gemacht worden sei. Dies hänge mit dem vergrösserten Angebot zusammen: Seit Anfang 2008 erweitern SF, TSR und TSI ihr Angebot monatlich um je fünf Filme.
 
Adrian Scherrer
HDTV als Starthilfe für Video on demandHochauflösendes Fernsehen (HDTV) könnte Video on demand einen Entwicklungsschub bescheren. Nachdem Pro7 und Sat.1 ihre HD-Sendungen Mitte Februar eingestellt haben, will die Sendergruppe HD-Inhalte über ihr gemeinsames Internet-Portal Maxdome anbieten. Laut deutschen Branchendiensten sollen erste hochauflösende Inhalte ab Mitte 2008 aufgeschaltet werden. Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten haben allerdings nichts davon. Aus urheberrechtlichen Gründen kann Maxdome nur in Deutschland abonniert werden. Eine Expansion in die Schweiz ist vorläufig nicht geplant.
Maxdome bietet in Deutschland seit Mitte 2006 Video on demand an. Mit gegen 10 000 Spielfilmen und Serienfolgen, die in herkömmlicher Bildauflösung zum Abruf gegen Entgelt bereitstehen, gehört die Plattform zu den grössten Anbietern in Europa. In welchem Umfang HD-Inhalte hinzukommen sollen, ist noch nicht bekannt. Technisch sind die Hürden jedoch gering: Wer Video on demand am PC nutzt, kann HD-Inhalte in der Regel ohne weiteres sehen. Anders sieht es für jene aus, die Maxdome über eine Settop-Box nutzen, die – ohne PC – direkt mit dem Fernseher verbunden ist. Sie muss ausgetauscht werden. (rer)

Meyer Werbung setzt Stadtratskandidat in Szene

Die Zürcher Werbeagentur Meyer Werbung hat eine Plakatkampagne realisiert, die den jungfreisinnigen Stadtratskandidaten Michael Burkhard bekannt machen soll.

An der Stadtratswahl vom 1. Juni 2008 schicken die Jungfreisinnigen ihren Präsidenten Michael Burkhard gegen die Kandidaten von Grünen und SVP ins Rennen. Um Burkhard bei den Wählern bekannt zu machen, hat die Zürcher Werbeagentur Meyer Werbung laut Mitteilung vom Mittwoch eine Plakatkampagne in zwei Stufen realisiert: Erst mit pointierten Fragen, dann mit Photo und guten Gründen. Die Texte überspitzen dabei die Positionen von Burkhards Konkurrenten und sollen ihn als vernünftige Wahl etablieren.Die acht Sujets der ersten Welle erscheinen auf ungefähr 80 Plakatstellen in allen Formaten.

 
 
 
 
 
 
 

Rekordergebnis

Unternehmen Ein hervorragendes Umsatz- und Ertragswachstum verzeichnete die Vetropack-Gruppe im Geschäftsjahr 2007. Erstmals in den letzten Jahren schreibt auch die Schweizer Ländergesellschaft wieder schwarze Zahlen.

Unternehmen Ein hervorragendes Umsatz- und Ertragswachstum verzeichnete die Vetropack-Gruppe im Geschäftsjahr 2007. Erstmals in den letzten Jahren schreibt auch die Schweizer Ländergesellschaft wieder schwarze Zahlen. Der Ebit erreichte 132 Mio. Franken, die Ebit-Marge betrug 18,9 Prozent. Der konsolidierte Jahresgewinn erhöhte sich um 133,6 Prozent auf 100,9 Mio. Franken. Die Gruppe investierte insgesamt 86,9 Mio. Franken in Anlagen, Einrichtungen und Fertigungskapazitäten. Davon entfiel der Hauptanteil auf Vetropack Gostomel, die mit einer täglichen Schmelzleistung von 820 Tonnen Glas damit die grösste Produktionsleistung innerhalb der Vetropack-Gruppe hat.

Weber Harbeke erhält Budget von Enzler Reinigungen

Die Zürcher Werbeagentur Weber Harbeke hat den Zuschlag für das Budget von Enzler Reinigungen zur Bewerbung des neuen Projekts «Enzler Top-Cleaners» erhalten. Dabei geht es um ein Angebot für Kunden mit «allerhöchsten Ansprüchen».

 
Die Zürcher Werbeagentur Weber Harbeke hat den Zuschlag für das Budget von Enzler Reinigungen zur Bewerbung des neuen Projekts «Enzler Top-Cleaners» erhalten. Dabei geht es um ein Angebot für Kunden, die «allerhöchste Ansprüche» an Reinigung und Flexibilität stellen, wie es in der Mitteilung heisst. Die entsprechenden Reinigungsspezialisten, die so genannten Top-Cleaners, sollen aus den insgesamt rund 1’800 Reinigungsfachleuten des Unternehmens rekrutiert werden. Dabei soll ebenso auf das Können punkto Reinigung wie auf den persönlichen Umgang mit den Kunden geachtet werden. Die Werbemassnahmen befinden sich zurzeit in der Ausarbeitung. Erste Arbeiten sind in Kürze zu sehen.
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