Kräftiges Wachstum

GEMI Die elektronischen Medien legten im April mit gesamthaft sieben Punkten überproportional zu. Sämtliche durch Media Focus erfasste und publizierte Medien verzeichnen ein durchschnittliches Plus von 3 Indexpunkten.

 
GEMI Alle elektronischen Medien zusammengefasst legten im April mit 7 Indexpunkten überproportional zu und stehen auf Rekordhöhe von 431 (424) Punkten. Sämtliche durch die Media Focus erfassten und publizierten Medien verzeichnen ein durchschnittliches Plus von 3 Indexpunkten.  Gerade Internet, in den letzten Monaten nicht verwöhnt, steigert sich um 8 auf 268 Punkte. TV brilliert ebenfalls (+8 auf 459 Indexpunkte). Auch Radio kann sich mit einem Plus von 5 Indexpunkten sehen lassen. Teletext zieht mit und wächst ebenfalls um 5 Punkte. Im Vergleich zur Steigerung des Gemi-Index bei den elektronischen Medien von 7 Indexpunkten verzeichnet das Total aller Medien ein Plus von 3 auf 203 Indexpunkte. Der Gemi informiert über die indexierte Entwicklung der diversen elektronischen Medien im Vergleich zum Gesamtmarkt seit der Einführung des ersten Werbefensters 1993 (Adscreen Dezember 2004 durch AIS, fehlt zurzeit).

20 Minuten Stille

Zeitung Rod Kommunikation zeigt, wie Singles ohne Gesprächsstoff ganz schlecht dastehen.

 
Zeitung Rod Kommunikation zeigt, wie Singles ohne Gesprächsstoff ganz schlecht dastehen.  
Die Situation dürfte all jenen bekannt sein, die sich schon auf Dating-Seiten im Internet mit dem anderen Geschlecht verabredet haben. Man trifft sich nach einem heissen Onlineflirt an einer Bar und merkt sofort, dass man sich eigentlich nichts zu sagen hat. Das Resultat: peinliches Schweigen. Die Agentur Rod Kommunikation zeigt eine solche Situation zweier Liebessuchenden in einem neuen TV- und Kinospot für die Gratiszeitung 20 Minuten. Seit Anfang Jahr wirbt die Zürcher Agentur für das Pendlerblatt mit dem Kampagnenclaim «Bringt Gesprächsstoff». Die Kampagne zeigt als Sujet eine Sammlung gekürzter Originalschlagzeilen. Um die Leaderposition der meistgelesenen Tageszeitung zu unterstreichen – 20 Minuten wird jeden Tag von 1,634 Millionen Lesern gelesen –, wird der Betrachter auch mal aufgefordert, mit dem Gärtner ein Schwätzchen über «Leichen im Garten» zu halten.
Nun geht man mit dem neuen Spot in eine weitere Runde und zeigt auf dramatische Weise, wie schmerzvoll es wird, wenn selbst Singles auf 20 Minuten als Gesprächsstofflieferant verzichten. Der Spot ist an diversen Festivals, im Kino und TV in der Deutsch- und Westschweiz per sofort zu sehen.    
Christian Lüscher

Auszeichnung für Werbebilder

Wettbewerb The Selection vfg hat zum zehnten Mal die Schweizer Fotografie ausgezeichnet.

 
Wettbewerb The Selection vfg hat zum zehnten Mal die Schweizer Fotografie ausgezeichnet.  
Der Fotograf Christian Lutz hat für sein Werk mit dem Titel «Protokoll» den Ewz.Selection Award 2007 für die beste fotografische Arbeit der Schweiz gewonnen. Lutz hat drei Jahre lang das diplomatische Korps der Schweiz begleitet und dabei die Diplomaten und Schweizer Beamten in Ausübung ihrer Arbeit fotografiert. Die Jurorin Herlinde Koelbl begründete die einstimmige Wahl der Jury damit, dass es Lutz gelungen sei, die Gesten, Situationen, Momente hautnah, überraschend und präzise festzuhalten. Die Arbeit geniesse grossen voyeuristischen Wert.2’752 Bilder bewertet Der begehrte Fotopreis wurde dieses Jahr zum zehnten Mal vergeben. Es wurden unter anderem auch Preise in den Kategorien Werbung, Redaktionelle Fotografie, Fine Arts und Free verteilt. In der Kategorie Werbung gewann Betty Fleck aus Zürich mit der Arbeit «Roter Faden». Ihre acht eingereichten Bilder sind Bestandteil einer Serie von Inszenierungen, die sie für die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) fotografieren konnte.
Anlass war der Zusammenschluss der beiden Hochschulen für Musik und Theater (HMT) und Gestaltung und Kunst (HGKZ) und der damit verbundene gemeinsame Auftritt, das Festival der Künste. Ausgangspunkt des Auftrags waren eine rote Schnur und die Idee, zwei Gegenstände miteinander zu verbinden, die aus unterschiedlichen Bereichen stammten.
Nicht ausgezeichnet, aber in der Kategorie Werbefotografie nominiert, waren die beiden Fotografen Ferit Kuyas aus Wädenswil und Lena Amuat aus Zürich. Kuyas fotografierte für die Werbekampagne zum Migros-Kulturprozent Jubilee Award 2007. Lena Amuat setzte einzelne Mö-belstücke von Vitra im privaten Umfeld in Szene.
Die internationale Jury bestand aus Veronique Damagnez von der Zeitschrift Photo à Mixte, Nicolas Faure, Dozent an der Ecole cantonale d’art de Lausanne, Margot Klingsporn von der Agentur Focus, der Fotografin Herlinde Koelbl, Donald Schneider, Creative Director Donald Schneider Studio, sowie Urs Stahel, Kurator des Fotomuseums Winterthur. Die Jury bewertete Anfang Februar 441 fotografische Arbeiten und insgesamt 2’752 Bilder. Die Ausstellung «ewz.selection – Swiss Photography» ist bis zum 8. Juni 2008 im EWZ-Unterwerk Selnau in Zürich täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Der Ausstellungskatalog Swiss Photo Selection 10 ist dieses Jahr von Alberto Vieceli & Tanja Prill gestaltet worden.
Christian Lüscher

Neue Lgk sichert sich den Etat von Medgate

Die Agentur Neue Lgk in Bern und Zürich hat sich im Pitch um den Kommunikationsetat von Medgate durchgesetzt. In diesem Zentrum für Telemedizin beraten Ärzte rund um die Uhr.

 Die Agentur Neue Lgk in Bern und Zürich hat sich im Pitch um den Kommunikationsetat von Medgate durchgesetzt. Medgate ist ein unabhängiges Schweizer Zentrum für Telemedizin. Seine über 45 Ärztinnen und Ärzte sind rund um die Uhr und aus aller Welt erreichbar und bieten Beratung bei akuten und allgemeinen Gesundheitsfragen.

Neue Monatszeitschrift «Reformiert» vor dem Start

In den Kantonen Bern, Zürich, Aargau und Graubünden erscheint am Freitag erstmals die neue Monatszeitschrift «Reformiert». Das Blatt mit der stattlichen Auflage von 700’000 Exemplaren versteht sich als «gewichtige Stimme der Reformierten in der Deutschschweiz».

 In den Kantonen Bern, Zürich, Aargau und Graubünden erscheint am Freitag erstmals die neue Monatszeitschrift «Reformiert». Das Blatt mit der stattlichen Auflage von 700’000 Exemplaren versteht sich als «gewichtige Stimme der Reformierten in der Deutschschweiz». Die zwölfseitige, vierfarbige Publikation im Zeitungsformat will «Menschen und deren Lebenswelt» ins Zentrum stellen, wie es in einer Mitteilung heisst. Reformiert wolle zudem den Dialog mit anderen Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen fördern. Vier verschiedene Redaktionen sind an der Zeitschrift beteiligt: Die Kirchenboten Aargau, Graubünden und Zürich und der Berner Saemann. Die Verantwortlichen betonen aber, dass es sich nicht um ein «Fusions-, sondern ein Kooperationsprodukt» handle. Die Unabhängigkeit der Redaktionen ist in einem Statut garantiert, die Koordination obliegt einem Trägerverein.
In den Kantonen Aargau, Graubünden und Bern erscheint Reformiert monatlich, im Kanton Zürich alle 14 Tage. Die regionale und lokale Verwurzelung soll erhalten bleiben: Die bisher in die Zeitungen integrierten Informationen aus den Kirchgemeinden werden künftig in einem zweiten Zeitungsbund publiziert oder der Zeitung beigelegt. Logistisch ist das eine Herausforderung: Es müssen rund 250 verschiedene Splits korrekt zusammengefügt und zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Zustelladresse geliefert werden. Gedruckt wird Reformiert bei Ringier Print Adligenswil. Die Zeitschrift nimmt auch Inserate auf. Deren Umfang ist auf maximal 1,5 Seiten pro Ausgabe beschränkt.

Grosses Interesse an Schweizer Qualität

Verpackung «Idealer Messeeinstieg» - ihren ersten Auftritt an der Verpackungsmesse Interpack wertet Pawi-Verpackungen als Erfolg.

 
Verpackung Ihren ersten Auftritt an der Verpackungsmesse Interpack wertet die Pawi-Verpackungen in Winterthur als Erfolg. 
Als Aussteller des von Pro Carton initiierten Innovationparc Packaging konnte sich das Schweizer Verpackungsunternehmen an der internationalen Interpack hervorragend präsentieren und wertvolle Kundenkontakte knüpfen. Im Innovationparc Packaging demonstrierten Unternehmen, welche attraktiven Verpackungslösungen sich mit Karton realisieren lassen. An fünf verschiedenen Center of Competence (Convenience, Consumer Insights, Imagination, Point of Sale und Sustainability) präsentierten 19 Firmen ihre Produkte. «Für uns als Pawi war die Möglichkeit, über den Innovationparc an der Interpack teilzunehmen, der ideale Messeeinstieg», so Andreas Keller, Geschäftsleiter des Winterthurer Verpackungsunternehmens. Pro Carton stellte den Mitgliedern die Möglichkeit zur Verfügung, über den Innovationparc an der Messe teilzunehmen.
Konkrete Idee besprechenChristof Schön, Leiter Marketingservices Pawi-Verpackungen, ist denn auch überzeugt, dass die Aussteller vom Konzept des Innovationparc profitiert haben. «Viele Besucher kamen in den Innovationparc, um sich einen Überblick zu verschaffen, und blieben bei einzelnen Ausstellern stehen, um konkrete Ideen zu besprechen», sagt er.
Um sich im anspruchsvollen internationalen Umfeld der Interpack behaupten zu können, präsentierte Pawi Verpackungslösungen im Premium-Bereich (Kosmetik, Spirituosen, Lachs) und Lebensmittelbereich (tiefgezogene Schalen, Backformen) und setzte gleichzeitig auf Schweizer Qualität. Gefragt wurde hauptsächlich nach Konzept- und Speziallösungen für ganz konkrete Projekte. «Für Pawi-Verpackungen hat sich das Engagement im Innovationparc und damit der Messeauftritt gelohnt», so die Bilanz von Christof Schön.
(sf)

Selbst ist der Öko-Mann

Umwelt KSB/SJ hat für Coop einen neuen Auftritt mit Oecoplan gestaltet. Dies für alle, die zu Hause die Umwelt schützen wollen.

 
Umwelt KSB/SJ hat für Coop einen neuen Auftritt mit Oecoplan gestaltet. Dies für alle, die zu Hause die Umwelt schützen wollen. 
Nach Coop Naturaplan, der nachhaltigen Kompetenzmarke für die Coop-Supermärkte, und Coop Naturaline, der nachhaltigen Kompetenzmarke für Coop City, tritt nun auch Coop Oecoplan, die nachhaltige Kompetenzmarke von Coop Bau + Hobby, mit einem neuen Auftritt an die Öffentlichkeit. Kommuniziert wird das Konzept mit einer Kampagne von Krieg, Schlupp, Bürge/ Springer & Jacoby. PionierrolleCoop Oecoplan gibt es bereits seit 1989. Diese Pionier- und Vorreiterrolle wird nun in der aktuellen Kampagne noch einmal in Erinnerung gerufen. Botschaft: Coop denkt schon lange «nachhaltig», und zwar im gesamten Bereich des Grossverteilers.
Mit vorderhand vier Motiven wird der neue Claim «Für alle, die zu Hause die Umwelt schützen» dramatisiert. Wem die Natur am Herzen liegt, kann ihr mit Produkten von Coop Oecoplan Sorge tragen.
Konkret thematisiert werden in der Kampagne zum Beispiel Farben, Lacke und Lasuren. Diese sind bei Coop ohne giftige Inhaltsstoffe wie Schwermetalle oder Lösemittel erhältlich.
Praxistaugliche TippsEin anderer ökologischer Tipp empfiehlt Kühl- und Gefrierschränke mit der höchsten Energieeffizienz-Klasse A im Bereich Energieverbrauch.
Umweltfreundlich wohnen kann auch, wer in Bad, Küche und Waschküche für den Verbrauch von Wasser sparende Armaturen, Brausen und Einsätze montiert. Auch Bauholz und Holzprodukte von Coop sind mit dem FSC-Gütesiegel für nachhaltige Waldwirtschaft erhältlich.
Die vier Motive erscheinen seit kurzem national in der gesamten Presse sowie an jedem POS. Weitere Motive werden folgen. Mehr Hintergründe über den Oecoplan von Coop können bewusst wohnende und handelnde Kunden auch über www.coop.ch/oecoplan abrufen.
Andreas Panzeri

Zu guter Letzt: Ausgebloggt

Die Blogosphäre hat einen Verlust zu verzeichnen: Werbeblogger.de-Gründer Patrick Breitenbach wirft das Handtuch. Vielleicht aber ist es doch kein Abschied für immer.

 Die Blogosphäre hat einen Verlust zu verzeichnen: Werbeblogger.de-Gründer Patrick Breitenbach . Der beliebte Blog, der gute wie schlechte Werbung durchkaut, muss künftig ohne ihn auskommen. Denn er sei nun an einem Punkt, wo ihn die Werbung so dermassen langweile, dass er nicht länger gewillt sei, darüber zu publizieren, schreibt Breitenbach: «Mich interessieren schlechte Spots, doofe PR-Anschreiben und sonstiger Werbemüll einfach nicht mehr.» Er mache es nun wie Millionen von anderen Menschen auch: Scheuklappen auf und durch. Ausserdem sei ja mittlerweile auch die Fachpresse auf den Zug aufgesprungen und starte selber Werberätsel, Kampagnenverrisse, Plagiatsvorwürfe oder tonnenweise Kurzlinks aus der Welt der Werbung. Ob er das als Hommage sehen sollte, weiss Breitenbach allerdings nicht. Jedenfalls sei er nicht mehr zur «zusätzlichen Vermüllung des Webs mit weiteren unnützlichen Informationen» bereit. Der angekündigte Abschied löste in der Blogosphäre ein bedeutendes Echo aus – man wagt aber zu hoffen, dass es kein Abschied für immer ist. Schliesslich schreibt der Blogger selber: «Vielleicht ist das auch eine kurzfristige Phase, die ich durchlaufe, ich meissle ungern Dinge in Stein.» Man darf gespannt sein, ob es ein Wiedersehen gibt.

Saatchi & Saatchi Simko in NY zweimal nominiert

Die Agentur Saatchi & Saatchi Simko kann für Groupe E und WWF zwei Shortlist-Plätze bei den New York Festivals verbuchen. Beide Arbeiten sind in der Kategorie «Poster Advertising» nominiert.

 Die Agentur Saatchi & Saatchi Simko kann für Groupe E und WWF zwei Shortlist-Plätze bei den New York Festivals verbuchen. Beide Arbeiten sind in der Kategorie «Poster Advertising» nominiert. Für den Westschweizer Energiekonzern Groupe E realisierte die Agentur die Kampagne «Plugs», die auf Werbung im 3D-Format setzt. Die WWF-Kampagne «Give a hand to wildlife» setzt Hände in Szene, die mit vom Aussterben bedrohten Tieren bemalt sind. Ob Saatchi & Saatchi Simko mit den beiden Arbeiten in New York Edelmetall einheimsen darf, wird am 30. Juni bekannt.

Ganz schön veräppelt

Showbusiness LG lüftet das Geheimnis um «Scarlet». Die Kampagne spielte mit dem Begriff TV-Serie und sorgte bei Konsumenten für Verwirrung.

 
Showbusiness LG lüftet das Geheimnis um «Scarlet». Die Kampagne spielte mit dem Begriff TV-Serie und sorgte bei Konsumenten für Verwirrung.  
Es hätte der neuen Fernsehserie «Scarlet» an nichts gefehlt: Eine fesselnde Story, Schönheiten mit Charisma, Action und ein grosses Geheimnis. Während Wochen kursierte im Internet und später auch im Fernsehen ein Trailer zum angeblich neuen TV-Spektakel. Im Zentrum stand das norwegische Model Natassia Malthe als «Scarlet». Ihr Mysterium: ein scharlachrotes Auge. Anfangs Mai versammelte sich die Hollywood-Prominenz im Rahmen einer Premierenfeier in London und Los Angeles. Hinter der weltweit beworbenen TV-Serie verbarg sich jedoch kein Fernsehhit, sondern ein neuer Flachbildschirm des Herstellers LG (Abkürzung für Life’s Good). «Scarlet» entpuppte sich zwar als Millionenwitz, aber auch als cleverer Werbecoup. Über Wochen berichteten die Medien in über 37 Ländern, die Schweiz ausgenommen, über das geheimnisvolle Fernsehprojekt. Selbst der seriöse Branchendienst Internet Movie Database war auf den PR-Scherz hereingefallen und löschte später gar seine Beiträge.
Ein echter TV-Serien-Produzent, ein gefälschter Trailer und ein geheimnisvolles Starlet sind also die Zutaten, die aus der Scarlet-Kampagne ein Schauspiel gemacht und Millionen Fans über Wochen an der Nase herumgeführt haben. Die Strategie hinter den Projekt sah vor, dem neuen Flachbildschirm eine eigene Persönlichkeit zu verleihen, um ihn gegenüber anderen Produkten unverwechselbar zu machen. Die globale Lancierungskampagne kostete den Elektronikhersteller LG laut eines Artikels des Wall Street Journal gegen 100 Millionen Dollar. Die Investition kann als bisher grösste bezeichnet werden, die LG je für ein einzelnes Produkt in die Hand nahm.
Die «Marketing hoax», wie amerikanische Fachmedien den Fake nannten, haben sich die Agentur Agency.com und ihr TBWA-Tochter Tequila ausgedacht. Die Personifizierung eines Fernsehgeräts ist weltweit ein Novum und bricht die Regeln sämtlicher bisheriger Marketingbemühungen. Mit Scarlet setzt der Elektronikhersteller LG bewusst auf die Macht von Geschichten, um so die emotionale Bindung der Konsumenten zu stärken.
Dass LG mit dem Serien-Konzept den langfristigen Erfolg sucht, lässt sich in einer Medienmitteilung des südkoreanischen Unternehmens nachlesen. Der Hersteller will eine weitere Episode von «Scarlet» starten und richtet das Design der Geräte rigoros nach der Serie aus. Inwiefern es LG gelingt, den Konsumenten für sich zu gewinnen, bleibt noch abzuwarten. Bisher sind keine Verkaufszahlen bekannt. Für LG ist das Projekt ein notwendiger Schritt, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Die Mehrheit der Konsumenten orientiert sich beim Kauf eines neuen Gerätes am Preis. «Es ist zu einer echten Herausforderung für Fernsehhersteller geworden», sagte Kwan-Sup Lee, verantwortlich für Brandmarketing bei LG. «Flachbildschirme sind High-Tech-Produkte, für die der Verbraucher einen tiefen Preis zahlen will. Für uns Hersteller wird es zunehmend schwieriger, Profit zu machen. Geschichten und ein klares Markenprofil sind der Schlüssel zum Erfolg.»
Die Fälschung «Scarlet» startete anfangs Jahr mit einer Viralkampagne. Drei Monate lang kursierten im Internet Gerüchte um das Fernsehprojekt. In den letzten Wochen der Kampagne schaltete LG weltweit  Werbespots im Fernsehen. Regisseur und Darsteller gaben in den Medien Interviews und zeigten sich an Filmpremieren. Das Unternehmen wurde dabei nie erwähnt. Nur das rote Auge der Hauptdarstellerin, auf das sich der Trailer jeweils am Ende fokussierte, liess auf das Logo von LG schliessen. Der Film endete jeweils mit dem Satz «Finden Sie heraus, weshalb die Dinge nicht das sind, was sie zu sein scheinen». Für viele Marketingverantwortliche eine unglaubliche Vorstellung, wenn man bedenkt, dass LG 35 Prozent des Marketingbudgets in «Scarlet» investierte und der Markenname über Monate kein einziges Mal erwähnt wurde.
Neben der äusserst attraktiven Natassia Malthe in der Hauptrolle, die etwa in der Videospielverfilmung «DOA: Dead or Alive» im Jahr 2006 im Kino zu sehen war, wurde der Hollywood-Regisseur David Nutter jeweils angeteasert. Der Regisseur ist in Hollywood eine bekannte Grösse. So war er an Serien wie Lost, Akte X oder Alias beteiligt.
Der Fake hinter Scarlet blieb erstaunlicherweise lange verborgen. Die Reaktionen fallen jetzt dafür  heftiger aus, als die Macher vermutlich ahnten. So äussern sich Konsumenten teils sehr negativ über das neue TV-Gerät, weil sie sich von LG veräppelt fühlen. Für Kwan-Sup Lee ist klar: «Wir tragen die Risiken, um anders zu sein. Aber es ist ein notwendiger Schritt. Selbst für mich ist es heute schwierig, die eigenen Produkte von jenen der Konkurrenz zu unterscheiden.» Und Lee rechtfertigt die Ausgaben für diese Form von «Non-traditional»-Werbung nach dem Motto «Any publicity is good publicity». LG, drittgrösster Hersteller von Flachbildschirmen hinter Samsung und Sony, gerät zunehmend unter Druck. Die Konkurrenz hat kürzlich die Marketing-Budgets mächtig aufgestockt.
Christian Lüscher

Starker Werbemonat April

Mediafocus Im Vorjahresvergleich stieg der Werbedruck um 15,2 Prozent bei einem kumulierten Plus seit Jahresbeginn von 10 Prozent. Stärksten Zuwachs verzeichneten mit plus 53,7 Prozent die politischen Kampagnen.

 
Mediafocus Im Vorjahresvergleich stieg der Werbedruck um 15,2 Prozent bei einem kumulierten Plus seit Jahresbeginn von 10 Prozent. Stärksten Zuwachs verzeichneten mit plus 53,7 Prozent die politischen Kampagnen. Positiv (+43,4%) zeigt sich erneut der Bereich Unterhaltungselektronik/Foto/Filme. Der Werbemarkt Fernseher legte dabei um 290 Prozent zu. Weiter stieg Pharma/Gesundheit um 22,5 Prozent an. Produktmarktübergreifend steigerte sich um 43,3 Prozent auch die Imagewerbung. Überdies wuchsen die Werbemärkte Telekommunikation (+24,7%) und Uhren und Schmuck (+23,7%).

Gibt es ein Leben nach der Euro 08?

Sponsoring Mit der Euro 08 und den Olympischen Spielen ist 2008 ein Sponsoring-Traumjahr. Das wirft auch Fragen auf, weiss Experte Martin Platzer.

 
Sponsoring Mit der Euro 08 und den Olympischen Spielen ist 2008 ein Sponsoring-Traumjahr. Das wirft auch Fragen auf, weiss Experte Martin Platzer. Kann das Angebot zu gross sein? Resultiert am Ende Overkill, Verwirrung oder gar Katerstimmung? «Weder noch», meint die Fachwelt – wenn Unternehmen ihr Sponsoring richtig anpacken. Der Sponsoringmarkt in der Schweiz ist verhältnismässig klein. Mit einem Volumen von geschätzten 350 bis 400 Millionen Franken – bei gleichzeitigen Werbeausgaben von über 5 Milliarden Franken – werden 90 Prozent der Ausgaben von 10 Prozent der Sponsoren bestritten. Und diese 10 Prozent setzen sich aus 20 bis 30 Top-Sponsoren zusammen.
Von der Euro 08 in der Schweiz und in Österreich werden über 50 Prozent des Schweizer Sponsoringvolumens 2008 absorbiert, sei es im Rahmen von offiziellen Sponsorships, sei es als Ambush-Marketing-Kampagnen. Sponsoren, die sich nicht mit diesem Grossanlass beschäftigen, taten also gut daran, ihre Engagements auf die zweite Jahreshälfte zu legen. Denn bis Ende Juni ist und bleibt die Euro 08 das Hauptthema. Andere Einsätze laufen Gefahr, in diesem Hype unterzugehen.
Neue Anlässe haben es schwerWelche Anlässe können neben dem einmaligen Event Euro 08 bestehen? Besonders schwer haben es neue Sportveranstaltungen und Einzelanlässe im Kulturbereich, denn wer heute effizient Sponsoring betreibt, will dies in erster Linie nachhaltig tun. Das heisst, er will mehr als nur situativ präsent sein und integriert deshalb ganze Sportarten, Anlassreihen oder bereits gut eingeführte Events in seine Sponsoring-Strategie. Ein Beispiel für effizientes und effektives strategisch verankertes und langfristiges Sportsponsoring ist das Engagement der Schweizer Mobiliar. Die Versicherung positioniert sich als Sponsor im Unihockey-Umfeld und damit in einer Sportart, die gemessen an der Anzahl lizenzierter Spielerinnen und Spieler (29’000) hinter Fussball (230’000) und Volleyball (30’000) die Schweizer Teamsportart Num-mer 3 ist. Mit dem Engagement richtet Die Mobiliar ihr Sportsponsoring auf die Breite aus, und sie will das Bild der Unihockeyszene deutlich mitprägen. So heisst zum Beispiel die Nationalliga A nun Swiss Mobiliar League, und der Schweizer Cup nennt sich Swiss Mobiliar Cup. Zudem tritt Die Mobiliar als Hauptsponsor der Schweizer Nationalteams und aller Schiedsrichter auf und engagiert sich auch im Nachwuchsbereich.
Gleichzeitig zeigen sich gerade nationale Sponsoren vermehrt preissensitiv. Im Bewusstsein, dass der Budgetposten für das reine Sponsorship mit mindestens einem ebensolchen Betrag für Begleitmassnahmen verdoppelt werden muss, um ein Sponsoring erfolgreich umzusetzen, rechnen sie gerade bei der Weiterführung eines Engagements sehr genau. So zieht sich die Swisscom aus Kostengründen aus dem Namensponsoring für den Schweizer Fussball-Cup zurück. Mit dem Wechsel des Hauptsponsors wechseln auch die Rechtevermarkter.  
Musik für die junge ZielgruppeAusser Sportgrossanlässe erhalten 2008 – und auch in den kommenden Jahren – vor allem die Musik, im Speziellen die grossen Sommerfestivals, Aufwind. Der Grund dafür ist in der intensiven Präsenz von Musik auch im Alltag zu suchen – gerade bei den jungen und kaufkräftigen Zielgruppen der 14- bis 49-Jährigen: iPod und YouTube gehören zum modernen, trendigen Lifestyle, in dessen Zusammenhang viele Unternehmen und auch Produkte wahrgenommen werden wollen. Der Kultur- respektive Eventbereich hat zudem in der Schweiz traditionell einen hohen Anteil am Sponsoringmarkt, nicht zuletzt durch die Positionierung der Telekom- und Mobilfunkbranche.
Bekanntes Beispiel hierfür ist der Mobilfunkanbieter Orange mit den mehrjährigen Sponsorings für Orange Cinema (Open Air-Kino) und Orange Opera (Partnerschaft mit dem Opernhaus Zürich). Das Unternehmen hat sich nun als Partner des 2008 erstmals verliehenen Swiss Music Award auch bei einer jüngeren, musikbegeisterten Zielgruppe positioniert. Auch der Mobiltelefonhersteller Nokia setzt sich seit geraumer Zeit im jugendlichen Umfeld ein und engagiert sich im Sponsoring von Musikfestivals wie Nokia Greenfield Festival oder Openair Frauenfeld sowie als Hauptsponsor von Freestyle.ch, bei dem auf der Zürcher Landiwiese auch in diesem August wieder die weltbesten Snowboarder, Freeskier, FMXer und Skateboarder die waghalsigsten Tricks, Flips und Jumps zeigen.
Euro 08 hin oder her: Anforderungen an die Veranstalter wie auch die Sponsoren sind in jedem Fall Professionalität, Erfahrung, ein Netzwerk und eine konsequente Kostenkontrolle. Denn neben der inhaltlichen und thematischen Bewertung ist es von Bedeutung, inwieweit ein Sponsoring-Engagement zur Erreichung von unternehmensspezifischen Sponsoring- und Marketingzielen beitragen kann und beiträgt.
Kontinuität ist die halbe MieteDaraus ergibt sich automatisch eine ständig wachsende Professionalisierung von Unternehmens-Sponsoringaktivitäten. Denn das beste und zum Unternehmen passendste Sponsoring nützt nichts, wenn es nicht professionell geplant und umgesetzt wird. Unternehmen, die ihr Sponsoring strategisch planen, setzen prinzipiell auf kontinuierliche und langfristige Engagements. Die Euro 08 war dort im Idealfall je nach Schwerpunkt und Konzentration des Sponsorings bereits seit längerer Zeit ein Thema – oder eben aus entsprechenden Gründen gar keins. Katerstimmung kommt also auch in diesem Sponsoring-intensiven Jahr nur dann auf, wenn Sponsoring falsch oder nicht konsequent eingesetzt wird.
Martin Platzer ist Inhaber und CEO von MPM Sponsoring Consulting mit Sitz in Wien und Zürich.
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