RTSI verliert Rechtsstreit mit Sergio Savoia

Der ehemalige Tessiner Radio-Moderator Sergio Savoia hat den Rechtsstreit mit der RTSI um seine Entlassung im August 2001 gewonnen. Das Bezirksgericht als auch das Appellationsgericht sehen die Kündigung als ungerechtfertigt an.

 Der ehemalige Tessiner Radio-Moderator Sergio Savoia hat den Rechtsstreit mit der RTSI um seine Entlassung im August 2001 gewonnen. Das Bezirksgericht und jetzt auch das Appellationsgericht sehen die Kündigung als ungerechtfertigt an. Das Appellationsgericht entschied, dass die Anschuldigungen der RTSI an die Adresse von Savoia nicht standhalten. Diesem wurde vorgeworfen, er habe während seiner Arbeitszeit übermässig Pornoseiten im Internet besucht. Savoia bestritt nicht, einschlägige Seiten angeklickt zu haben, wohl aber nicht im vorgeworfenen Ausmass. Mit der Begründung, eine satirisch-kritische Internet-Sendung vorzubereiten, hatte er Zugang zu Seiten bekommen, die für andere Mitarbeiter der RTSI durch einen Filter gesperrt waren. 
Savoia erhält rund 55’000 Franken Entschädigung von der RTSI. Wie die RTSI in einer Mitteilung schreibt, sei der Fall «substanziell schon seit langem erledigt
». Man habe das 21-seitige Urteil des Appellationsgerichtes zur Kenntnis genommen und möchte aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes dazu keine Kommentare abgegeben. Wie Sergio Savoia in einer Stellungsnahme schreibt, sei er froh, dass er auch in zweiter Instanz Recht bekommen habe. Allerdings könne das Urteil all die Unannehmlichkeiten nicht rückgängig machen, die er und seine Familie in Folge der fristlosen Entlassung erlitten hätten. Der 44-jährige Savoia ist heute als Geschäftsführer einer Umweltorganisation tätig. Ausserdem vertritt er die Grünen im Tessiner Kantonsparlament.

Der Wohntraum baut auf das Web

Immobilien I Wohntraum-TV aus der Produktion von Primetime in Schlieren baut aus und ist jetzt auch im Netz zu sehen.

 
Immobilien I Wohntraum-TV aus der Produktion von Primetime in Schlieren baut aus und ist jetzt auch im Netz zu sehen. 
 
Mit ungefähr 200’000 Zuschauern pro Woche ist Wohntraum-TV die wichtigste elektronische Informationsplattform für Immobiliensuchende in der Schweiz. Produziert wird das 17-minütige Fernsehmagazin von der Firma Primetime in Schlieren. Zu sehen ist das Immobilienmagazin auf den Privatsendern Tele Züri, Tele Top und Tele Südostschweiz. Jetzt hat Produzent René Schoch seinen Aktionsradius erweitert. Ab sofort ist das Magazin in ganzer Länge auch im Netz auf www.wohntraum.tv zu sehen. Als Webvideo online ist die jeweils aktuelle Ausgabe von Wohntraum-TV jetzt fünf Jahre nach seiner Gründung für alle Immobilieninteressierten rund um die Uhr verfügbar und nicht mehr nur in den bisherigen Randstunden beim Privatfernsehen. Das TV-Immobilienmagazin rund um die Bereiche Bauen, Wohnen und Leben wird moderiert von Bernhard Stotz.  Die im TV-Magazin vorgestellten Objekte werden auch auf der Website des Partners homegate.ch publiziert. Weitere Partner des Magazins sind neben Konsumgütermarken die Zürcher Kantonalbank, der Hauseigentümerverband Zürich HEV, die Elektrizitätswerke Kanton Zürich EKZ sowie der Tages-Anzeiger. Als weitere Medienpartner fungiert zudem der Etzelverlag, der Magazine wie Bauen & Wohnen heute oder zum Beispiel Raum und Wohnen heraus gibt.
Die Inserate aus dem TV-Magazin werden auch jeden Monat in einer Wohntraum-TV-Gazette zusammengefasst, die man auf der Website von Wohntraum-TV downloaden kann.
Die offensichtlich attraktive Form der Immobilien-Präsentation im TV weckt die Konkurrenz. Für September hat das Immobilienportal www.homegate.ch ebenfalls eine eigene TV-Sendung im Web angekündigt. Homegate ist aber nach wie vor mit Wohntraum-TV verlinkt, wie man bei Primetime bestätigt. Die neu geplanten bewegten Präsentationen auf Homegate werden in Zusammenarbeit mit Moby Dick Productions lanciert. Die Sendung Homegate-TV soll von Olivier Laube moderiert und produziert werden. Dieser war zuvor in der gleichen Funktion bei Wohntraum-TV tätig. Die Vermarktung bei Homegate-TV wird von Laubes Moby Dick Productions übernommen.
Auch diese Immobiliensendung im Netz wird wöchentlich produziert und soll als Infotainment-Sendung rund um Immobilien verstanden werden. Sie ist mit sieben Minuten einiges kürzer, wird aber auch Immobilienobjekte in Form von TV-Spots präsentieren sowie neueste Trends in der Inneneinrichtung vermitteln.
 
Andreas Panzeri

Stopper folgt auf Jufer

Forschung Das Internetpanel von Net-Metrix steht, nun erfolgt ein Führungswechsel. Markus Jufer, der in den letzten dreieinhalb Jahren Net-Metrix-Tracking, das Internetpanel der Firma Net-Metrix AG aufgebaut und zum Laufen gebracht hat, wechselt per Anfang August als Projektverantwortlicher E-Government zum Kanton Zürich.

 
Forschung Das Internetpanel von Net-Metrix steht, nun erfolgt ein Führungswechsel. Markus Jufer, der in den letzten dreieinhalb Jahren Net-Metrix-Tracking, das Internetpanel der Firma Net-Metrix AG aufgebaut und zum Laufen gebracht hat, wechselt per Anfang August als Projektverantwortlicher E-Government zum Kanton Zürich. Der studierte Soziologe und Betriebswirtschafter wird dort mithelfen, die E-Government-Strategie des Kantons, die derzeit in der Vernehmlassung ist, umzusetzen. Seine bisherige Aufgabe als Product Manager Net-Tracking übernimmt ab 4. August Andreas Stopper, der bisher beim Marktforschungsinstitut Link tätig war.
Jufer hatte noch im Rahmen des SRG-Forschungsdienstes mit dem Aufbau des Internetpanels begonnen. Mit der Gründung von Net-Metrix, der Internetforschung von SRG, Wemf und IT-Verband Simsa, wurde das Panel dort als Teil des gemeinsamen Internetforschungsmodells integriert. Während die zwei andern Module Net-Metrix-Audit und -Profile schon seit einiger Zeit Daten zur Internetnutzung liefern, benötigten der Panelaufbau und vor allem die Entwicklung der Mess-Software mehr Zeit als angenommen. Aber seit März dieses Jahres erhebt das Panel Daten, die derzeit noch geprüft werden.
Und spätestens anfangs August werde man sie dem Markt zur Verfügung stellen, sagt Net-Metrix-CEO Manuel Dähler. Auch ein Auswertungstool steht bereit. Zusätzlich zur sitezentrischen Messung Net-Metrix-Audit und zur Online-Befragung Net-Metrix-Profile liefert das Tracking-Modul gemäss Dähler ein vollständiges Abbild aller Domains, die von den rund 3000 Panelisten ab Heim-PC angesteuert werden. (mk)

Das Ende einer Welt

Kolumne Die Alten treten zurück, die Leser wandern ab, der Umfang schwindet, die Inserate schmelzen: Krise als Chance beim Weltblatt Le Monde? Es ist sowieso die letzte.

 
Kolumne Die Alten treten zurück, die Leser wandern ab, der Umfang schwindet, die Inserate schmelzen: Krise als Chance beim Weltblatt Le Monde? Es ist sowieso die letzte. Jürg Altwegg über die tiefe Krise beim Renommierblatt Le Monde. 
Die Legende von Robin Hood geht nicht gut aus. Der heldenhafte Streiter schiesst einen letzten Pfeil ab und wird da, wo er zu Boden ging, begraben. Als Robin Hood zeichnete ein Mitarbeiter der Zeitung Le Monde. Er trug im vergangenen Mai per Mail ein Strategiepapier seiner neuen Chefs in Redaktion und Geschäftsführung in die Öffentlichkeit: 129 Arbeitsplätze werden gestrichen. Fast ein Drittel der Redaktionsstellen wird abgebaut. Am härtesten trifft es die Kultur, sie wird nur noch zwei Seiten täglich haben. Die wöchentliche Literaturbeilage muss auf zwei Redaktoren und viele Pauschalisten verzichten. Ihr Umfang wird von jetzt zwölf auf acht und dann noch vier Seiten reduziert. Die Zeitung, die bereits erfolgreich abgespeckt hat, wird noch dünner: Tausend Seiten werden pro Jahr eingespart. Die liebe Konkurrenz nahm es auf und verlieh ihm den nötigen Nachhall. Der Mai verlief im Hause Le Monde fast so stürmisch wie damals, vor vierzig Jahren, als die Weichen für eine neue Gesellschaft gestellt wurden.
Vollversammlungen, Flugblätter, Streiks. Die Mitarbeiter, sonst eher Einzelkämpfer, gingen sogar auf die Strasse. Dreimal erschien Le Monde nicht. Regelmässig berichtet die Redaktion im Internet und in der Zeitung über den internen Konflikt – auch den Artikel der Libération hat man übernommen.
Eine Welt geht unter. Die Mitarbeiter verfügen nur noch auf dem Papier über eine Mehrheit im Unternehmen, dessen Struktur extrem kompliziert, kaum überschau- und noch weniger kontrollierbar ist. Die Krise hat viele Gründe: Das als arrogant verschriene Blatt hat die Leser verärgert. Die langjährige Führungsriege hat mit ihrer Zukaufstrategie einen gewaltigen Schuldenberg von rund hundertfünfzig Millionen Euro angehäuft. Die Zeitung schreibt jedes Jahr rote Zahlen. Jedes andere Unternehmen in dieser Situation hätte Bankrott anmelden müssen oder wäre verkauft worden.
Zwei Käufer, die bereits über Minderheitsbeteiligungen verfügen, stehen in den Startlöchern: Die spanische Zeitung El Pais und der Magazin-Verlag Hachette, der dem Sarkozy-Spezi Arnaud Lagardère gehört. Letzteres wäre für die freie Publizistik in Frankreich ein schwerer Schlag. In aller Öffentlichkeit bezichtigt Lagardère den neuen Monde-Chefredaktor Eric Fottorino der Unfähigkeit. Die Sparmassnahmen würden den Niedergang nur noch beschleunigen. Lagardère (auch El Pais hat die Kaufbereitschaft im dümmsten Moment wiederholt) hat damit vor allem die Kompromissbereitschaft der Redaktion angestachelt.
Diese hat sich inzwischen auf das von Robin Hood publizierte Strategiepapier geeinigt. Man setzt auf das Internet. Hier hat Le Monde die bessere Lösung als Le Figaro und Libération, denen es nicht viel besser geht. Lemonde.fr schreibt längst schwarze Zahlen dank dem Renommee und der Kompetenz der Printredaktion. Und vielleicht stimmt die Mischrechnung bald einmal, die gegenwärtig vor allem wegen der Kosten der gedruckten Zeitung nicht aufgeht.
Umgekehrt hat das Internet Le Monde vom arroganten Autismus befreit. Auf vorbildliche Weise werden mit Blogs und Chats die Möglichkeiten der Interaktivität ausgeschöpft. Für sechs Euro pro Monat kann man den gesamten Inhalt der Tageszeitung lesen und im Archiv 25 Artikel abrufen. Das ist der Preis von vier gedruckten Ausgaben. Doch mit diesem Erlös aus dem Internet ist Le Monde noch nicht zu finanzieren. Erst wenn alle Abonnenten und Kioskkäufer des Weltblattes auf lemonde.fr umsteigen, ist das Unternehmen Le Monde gerettet. Dann wird es keine gedruckte Ausgabe mehr geben. Das Papier ist jetzt schon ein Luxus.
Noch kann sich das Eric Fottorino nicht wirklich vorstellen. Immerhin geht es dem Chefredaktor nicht um den Erhalt um jeden Preis. Er will Le Monde als Marke in die Zukunft führen. Sie steht für Qualitätsjournalismus, an dem sich alle Eliten des Landes immer schon orientiert haben. Doch das geht nicht ohne weitere Sparrunden. Bis Anfang Juli haben sich dank generöser Abfindungen viele Kandidaten für die freiwillige Entlassung gemeldet. Sogar einige Edlefedern und renommierte Redaktoren des Blattes. Es ist die Generation der Achtundsechziger, die sich eine Zeitung nur gedruckt vorstellen kann. Für das neue Konzept kann das zwar eine Chance sein, doch es geht dabei viel Erfahrung und Ansehen verloren.
Robin Hood hat, als er die Öffentlichkeit informierte, sein Pseudonym mit Bedacht und als Symbol für den Sparplan gewählt: Der verletzte Held sollte nämlich von seiner Kusine zur Ader gelassen werden. Doch sie schnitt ihm die Schlagader auf.
Jürg Altwegg ist Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
in Genf.

Das Weisse Haus von Dietikon

Immobilien II Irene Jost Culture Art Communications hat nach neuen Ideen für die Vermarktung von Immobilien gesucht.

 
Immobilien II Irene Jost Culture Art Communications hat nach neuen Ideen für die Vermarktung von Immobilien gesucht. 
Vom bräunlichen 60-er-Jahre-Bau zum strahlend weissen Haus mit grosszügigen Wohnungsgrundrissen, hochwertigen Materialien und attraktivem Innenausbau: In Dietikon ZH wird ein Wohnhaus von der UBS komplett saniert. Ganz im Sinne der neuen Strategie, Immobilien auch eine eigenständige kommunikative Identität zu verleihen, inspirierte das leuchtende Weiss die Agentur Culture Art Communications zur Kommunikationsidee «Weisses Haus».Dies passt einerseits soziologisch: Die im Vergleich zur Stadt Zürich immer noch sehr preiswerten Mietwohnungen in Dietikon dürften für viele eine Zwischenstation Richtung Eigenheim sein. Die «Einstiegswohnungen für Aufsteiger» wecken bei der Agentur Assoziationen zum Weissen Haus in Washington. Auch hier wird über den zukünftigen Lebensraum neuer Zuwanderer entschieden. Zugleich lassen sich auch praktische Gesichtspunkte besonders einprägsam kommunizieren. Irene Jost meint etwa: «Das Weisse Haus fördert den Frieden, weil jede Wohnung über einen eigenen Waschturm verfügt.» Das Weisse Haus senkt auch den Leitzins: deutlich günstigere Mietzinse als in Zürich. Das Weisse Haus senkt den CO2-Ausstoss: Café oder Textilreinigung sind auch ohne Auto erreichbar. Das Weisse Haus erleichtert zudem die Einbürgerung von Deutschen: Aldi gleich um die Ecke.
All diese Argumente hat die Werbung für das Weisse Haus mit Augenzwinkern aufgegriffen. Die Bildmarke ist ein regelrechtes Regierungswappen – mit einem strahlend weissen Origami-Schwan als Referenz an die nahe Limmatpromenade. Und die einzelnen Themen werden auf fotografierten Brief- und Dokumentblättern behandelt, mit Titeln wie «Zur Lage der Nation», «Innen-Departement», «Ausbau-Protokoll» oder – beim Wohnungspreisvergleich – «Spionage-Bericht Dietikon vs. Zürich».
Eine umfassende Website, das Erst-Vermietungsdossier, der Gewerbeflächen-Flyer sowie die Baugerüstblachen sind lebhafte Arbeitstools für die Vermarkterin Livit, die die 43 Wohnungen, 45 Autoeinstellplätze sowie die Gewerbeflächen per November 08 oder Mai 09 vermarktet.
Andreas Panzeri

Sehr guter Werbe-Mai

Mediafocus Im Vorjahresvergleich ist der Werbedruck um 8,4 Prozent auf total 411 900 gestiegen. Das kumulierte Plus seit Jahresbeginn beträgt 9,6 Prozent.

     
 
Mediafocus Im Vorjahresvergleich ist der Werbedruck um 8,4 Prozent auf total 411 900 gestiegen. Das kumulierte Plus seit Jahresbeginn beträgt 9,6 Prozent. Mit plus 79,7 Prozent verbucht Unterhaltungselektronik/Foto/Filme einen der stärksten Zuwächse. Positiv ist auch die Telekommunikation mit plus 17,6 Prozent. Weitere Gewinnerin ist die Getränkebranche mit plus 17,6 Prozent. Zudem weisen die Werbemärkte Politische Kampagnen (+148,7%), Uhren und Schmuck (+24,0%) und Pharma/Gesundheit (+36,8%) eine positive Entwicklung des Werbedrucks im Vergleich mit dem Vorjahresmonat aus. 
 
 

Crossmedialer Auftritt für Anthrazit

Magazine Anthrazit, das Magazin für Internet, Mobile und das digitale Leben, stärkt seine Position als crossmediale Medien-Plattform mit einem Mobile-Portal, das einen intelligenten Webguide, persönliche Favoriten für Websites, digitale Visitenkarten für Members und mehr vereint.

 
Magazine Anthrazit, das Magazin für Internet, Mobile und das digitale Leben, stärkt seine Position als crossmediale Medien-Plattform mit einem Mobile-Portal, das einen intelligenten Webguide, persönliche Favoriten für Websites, digitale Visitenkarten für Members und vieles mehr vereint. GGK erhielt den Auftrag, das neue Portal während der Messe Orbit-iEX bekannt zu machen und neue Mitglieder zu gewinnen. Dazu entwickelte die Agentur in der Mühle Tiefenbrunnen die Anzeige, Webbanners, Messestand-Design und das Konzept für ein Member-get-Member-Programm.

Geschönte Bilanzen

Wirtschaftsmagazine Wirz begleitet den Relaunch der Bilanz mit frechem Bärtchen und Gel im Haar.

 
Wirtschaftsmagazine Wirz begleitet den Relaunch der Bilanz mit frechem Bärtchen und Gel im Haar. 
Die Ausgabe Nummer 10/08 Ende Mai zeigte das Wirtschaftsmagazin Bilanz erstmals im neuen Look: mit ebenso dezenten, aber wirkungsvollen Anpassungen an die Zeichen der Zeit. Chefredaktor Dirk Schütz und der Gesamtverantwortliche Ralph Büchi überzeugten mit einer überarbeiteten Blattarchitektur, mit neuen Ressorts und neuen journalistischen Gefässen.Der Relaunch ist primär als optische Überarbeitung zu verstehen, denn die redaktionelle Kernkompetenz soll nicht angetastet werden. Dazu gehören neben gut recherchierten Geschichten regelmässig Storys und Interviews mit den Top Shots der Schweizer Wirtschaft.
Bei Wirz wertete man in diesen Stars das beste Potenzial für ein visuelles Testimonial, das ohne viel Worte und falsche Versprechungen wirken musste. «Die Bilanz muss man niemandem mehr erklären», meint CD Hanspeter Schweizer. Er hat deshalb für die Inserate selbstredend mit dem Format des nun geänderten Titelblatts gearbeitet. Man erkennt sofort, dass es um die Bilanz geht, weil die Grafik alle wichtigen Elemente der Typografie aufgenommen hat.
Das führende Schweizer Wirtschaftsmagazin hat sich einen neuen Look verpasst und ist «lesefreundlicher» geworden. In die Sprache der Werbung umgesetzt heisst das «attraktiver». Das ist somit auch die Idee hinter der Lancierungskampagne von Wirz: Die neu geschönte Bilanz färbt auch ab auf die Gesichter aus dem Protagonistenkreis des Magazins. Der Deutsche-Bank-Boss Joe Ackermann besticht mit trendigem Ziegenbärtchen. Bundesrat Moritz Leuenberger gefällt mit seinem ausnehmend lockeren Auftritt mit Foulard, Koteletten und modischer Brille. Marcel Ospel, Ex-Chef der UBS, hat das Zeug nicht nur zum Dokfilm-Star mit seiner gepflegten Erscheinung eines britischen Adligen.
Für das gelungene Styling haben die Kreativen von Wirz natürlich nicht mit dem echten Ospel und Leuenberger arbeiten können. Von den Wirtschaftsgrössen hat die Grafik nur das wahre Gesicht übernommen. Dazu wurden an ausgewählten körperlichen Doppelgängern zusammen mit Stylist Clifford Lilley und Barbara Grundmann-Roth von Haar & Make-up die neuen Attribute ausgetestet und fotografiert. Zum Schluss wurden die verschiedenen Bilder im Computer gemixt.
Das Ziel war keine Clownerie oder gar Verunglimpfung. Entsprechend hat auch keiner der Verschönerten protestiert. Ob Leuenberger in seinen Ferien auch in Wirklichkeit etwas Gel ins Haar reiben will, war bei Redaktionsschluss dieser letzten Werbewoche vor den Ferien noch nicht bekannt. Wir freuen uns dafür auf unser eigenes neues Styling, das am 21. August erstmals vorliegt.
NZZOnline hat die Kampagne von Wirz ebenfalls aufgenommen und einen Artikel über den «zweckentfremdeten Bundesrat» lanciert. Die Konkurrenz der Bilanz moniert, dass Bilder von Prominenten «stets Informationszwecken oder als Illustration eines Sachverhalts dienen» sollten. Trotzdem zeigte die NZZ ein gewisses Verständnis für die augenzwinkernde Kampagne. Mehr Kritik formuliert der Online-Neffe der alten Tante bei einer letztjährigen Kampagne zur Abstimmung für die 5. IV-Revision, wo der Schweizerische Gewerkschaftsbund die Köpfe der Bundesräte auf die Körper von Behinderten montiert hatte.
Rund um die Bilanz wird es im Herbst mit einer Imagekampagne weiter gehen. Politisch korrekt? Wir dürfen gespannt sein.
Andreas Panzeri

Alufoil Trophy 09

Award Auch 2009 gibt es wieder eine Alufoil Trophy.

 
Award Auch 2009 gibt es wieder eine Alufoil Trophy.  
Die Trophy-Auszeichnungen für Hersteller und Anwender von Alufolien erstrecken sich auf alle Marktsegmente und Produktbereiche. Das können Alufolienschalen, flexible Verpackungen, Deckel und Etiketten von pharmazeutischen bis hin zu industriellen Verpackungen sein. Ausgerichtet wird die Alufoil Trophy vom europäischen Aluminiumverband EAFA. Teilnehmen können zum einen Verpackungsdesigner, Markenartikler und Einzelhändler, zum anderen auch Folienwalzer und -veredler sowie Hersteller flexibler Verpackungen und von Folienbehältern. Die Alufoil Trophy wird für alufolienbasierte Verpackungslösungen vergeben, die sich durch Innovation, Produktschutz, Convenience, Design oder im Umweltschutz auszeichnen. Eingereicht werden können Produktneuheiten unabhängig von der Anwendung. Voraussetzung ist der Einsatz von Alufolie. Eine weitere Bedingung ist, dass die Verpackung nach dem 1. Januar 2007 im Markt eingeführt wurde. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2008. Weitere Informationen auf (sf)

Werbung für 25 Jahre werbefreie Zone

Jubiläum Das Zürcher Radio Lora sendet seit 25 Jahren. Zum Geburtstag gratulieren 25 Agenturen mit 25 Plakaten.

 
Jubiläum Das Zürcher Radio Lora sendet seit 25 Jahren. Zum Geburtstag gratulieren 25 Agenturen mit 25 Plakaten. 
Das aus dem Zürcher Opernhauskrawall 1981 entstandene Radio Lora wird heuer 25 Jahre alt. Zum Geburtstag hat sich das älteste Schweizer Privatradio eine Reihe von Projekten einfallen lassen, um sich im Raum Zürich über den links-alternativen Kreis hinaus bekannt zu machen. Daraus ist die etwas kuriose Zusammenarbeit zwischen dem werbefreien Radio und 25 Werbeagenturen entstanden. Bei dieser Gratulationstour durften alle eingeladenen Agenturen ein F-12-Plakat nach völlig eigenem Gusto gestalten.  
 
Schauen Sie sich
die 25 Plakate an.  
 
«Das Resultat ist in jeder Hinsicht überwältigend», freut sich Radio Lora nach Durchsicht der Arbeiten. Man errötet fast wegen dem Engagement, das dem kleinen Radio entgegengebracht wurde: Unzählige Agenturen, Fotografen, Illustratorinnen, Bildbearbeiter, Lithografen und Druckereien haben zum Gotteslohn gearbeitet.
Es ist also alles gut geworden, und die Arbeit der freien Texterin Anne-Catherine Eigner hat sich gelohnt. Am 18. Januar hat das Projekt für sie begonnen. Seither sind viele Bites und Bytes durch das Internet geflossen. Aber jetzt können die Plakate in ganz Zürich gesehen werden.
Ziel der Aktion ist es, frisches Interesse an Radio Lora zu generieren, auf seine Schwerpunkte und Leistungen aufmerksam zu machen, die Präsenz im Stadtgebiet zu stärken und möglichst viel Aufmerksamkeit zu erhalten. Und natürlich auch: neue Mitglieder gewinnen sowie Spender für den Verein Radio Lora.
Wie soeben bekannt geworden ist, gehört Lora zu den ersten Radios, die vom Uvek die Erneuerung ihrer Konzession bekommen haben.
Lora sieht sich auch 25 Jahre nach der ersten Sendung als eine echte Alternative in der Medienlandschaft. In Radio Lora steckt viel Engagement aller Beteiligten. Nach den spontan-unkoordinierten Anfängen läuft der Radiobetrieb deutlich strukturierter. Die bezahlten Stellen verteilen sich auf sieben Mitarbeitende mit verschiedenen Pensen, die zusammen die Betriebsgruppe bilden. Radio Lora ist seit 25 Jahren ein Experiment, das von etwa 300 engagierten Menschen in 20 verschiedenen Sprachen betrieben wird. Die Sendungen werden gemacht von «Leuten, die etwas zu sagen haben, was sonst vielleicht nirgends in dieser Form gesagt werden kann». Für die vielen nicht deutschsprachigen Menschen im Grossraum Zürich bietet Radio Lora nicht nur eine radiofone Heimat, sondern auch die Möglichkeit, sich via die Mitarbeit in einem Radio in ihrem Gastland zu integrieren. Deshalb werden viele Projekte von Radio Lora (interkultureller Stammtisch, Babelingo Radiofestival der Mehrsprachigkeit) von namhaften Stellen unterstützt.
Radio Lora ist schliesslich auch ein Sprungbrett – viele der Engagierten finden später den Weg zu bezahlten Jobs bei Radio, TV oder Zeitungen.
Andreas Panzeri, Michael Koller
 

Ab in die Radiosteinzeit

Radiovermarktung Die Publisuisse-Tochter Mediasense veränderte den Radiomarkt noch nicht wie geplant.

 
Radiovermarktung Die Publisuisse-Tochter Mediasense veränderte den Radiomarkt noch nicht wie geplant. 
Am 1. Juli war es ein Jahr her, seit die SRG-Vermarkterin Publisuisse in die Radiovermarktung eintrat – nicht direkt, sondern über ihre Tochter Mediasense, an der auch die 16 Sender des Swiss Radio Pool (SRP) zu 49 Prozent beteiligt sind. Als Geschäftsführer wählte man Bernhard Krättli, der als kommerzieller Leiter bei Radio BE1 die Radioszene lange mitgestaltet und auch kritisch kommentiert hatte. Die Publisuisse, Krättli und die SRP-Radios traten daraufhin mit dem Anspruch auf, der bisherigen Verdrängungsstrategie der Vermarkter Radiotele (PubliGroupe) und IP Multimedia (Goldbach Media) als gewichtige dritte Kraft ein Ende zu setzen. Ziel sei es, so Krättli damals, für den Werbeträger Radio zusätzliche Marktanteile zu erobern. Mediasense ging tatsächlich mit gutem Beispiel voran: Erstmals waren Radios an ihrem gemeinsamen Vermarkter beteiligt, der dennoch auf eine Exklusivpacht verzichtete. Mehr noch: Krättli versprach eine einheitliche Vermittlungskommission (VK) für alle Vermittler, Mediasense inklusive (!), sofern diese die akquirierte Werbung über die Online-Buchungsplattform Publiplan buchen würden. Publiplan hatte die Publisuisse als Branchentool zur Verfügung gestellt, um das Handling des Mediums Radio zu vereinfachen. Den Agenturen war zudem Publiplan vom TV her längst bekannt.Doch heute, ein Jahr nach dem Markteintritt von Mediasense, macht sich insbesondere unter den SRP-Radios, Ernüchterung breit. «Die Performance von Mediasense ist nicht dort, wo sie gemäss Budgetplanung sein sollte», konstatiert etwa Beat Meyer, CEO der Basler Zeitung Medien, zu der das SRP-Radio Basel 1 gehört. Zwar wurde Mediasense zur Nummer zwei unter den Radiovermittlern, blieb aber weit abgeschlagen hinter Marktleader IP. Das erstaunt, schliesslich hat die Firma den SRP im Portfolio. Dieser ist punkto Reichweite und Tausendkontaktpreis das wohl interessanteste Radio-Angebot für nationale Kunden. Tatsächlich aber wird der SRP nur relativ selten über Mediasense und Publiplan gebucht. Was nicht heisst, dass die Nachfrage tief wäre. Aber Marktleader IP weigert sich, den SRP über den Publiplan zu buchen (siehe Interview mit Michi Frank). Wünscht dennoch ein Kunde den SRP, dann bucht die IP die entsprechenden SRP-Radios einzeln – und per Fax wie in der Steinzeit. Die Folge: Ertragsmässig geht es den SRP-Radios derzeit nicht einmal allzu schlecht. Einige halten sich immerhin auf Vorjahresniveau.
Finanzspritze für MediasenseFreuen mag sich dennoch niemand, weil umgekehrt Mediasense lahmt: Sowohl Publisuisse wie auch die SRP-Radios mussten dem jungen Start-up bereits erste Darlehen gewähren. Andreas Meili, Vertreter der SRP-Radios im Mediasense-Verwaltungsrat, beschwichtigt zwar: «Diese zusätzlichen Mittel sind nicht sehr hoch, wenn man bedenkt, dass wir mit unserem Unternehmen Marktstrukturen verändern wollen, die über zwei Jahrzehnte gewachsen sind.» Unter allen Aktionären bestehe denn auch «die klare Absicht, Mediasense weiterzuführen, um beim Medium Radio ein Vermarktungsmonopol zu vermeiden».
Noch etwas nagt am Selbstbewusstsein der SRP-Radios: Ihre Firma erlitt eine ideelle Schlappe. Statt der angestrebten Marktausweitung wurden die Grabenkämpfe unter den Vermittlern aggressiver. Sie jagen einander in bester Wildwest-Manier Kunden ab und setzen die Radios unter Druck. Die Tariftreue bleibt – wie so oft in dieser Szene – auf der Strecke. Einige Kunden und Agenturen haben dem Medium Radio bereits den Rücken gekehrt. Philip Hofmann, Verkaufsleiter von Radio24 und TeleZüri, spricht von einer «unbefriedigenden und relativ verfahrenen Situation im nationalen Werbemarkt». Nur dank Fokussierung auf den Lokalmarkt und einer neuen, motivierten Verkaufscrew hätten die ausbleibenden nationalen Umsätze kompensiert werden können. Der Geschäftsführer eines weiteren SRP-Radios ist jedoch verzweifelt: «Die Radiobranche ist am Ar…», sagt er.
Keine Angst vor TabusMediasense ist nicht Schuld an der desolaten Situation. Der Radiomarkt ist schon länger krank. Doch der Markteintritt der Publisuisse-Tochter hat die Entwicklung akzentuiert. Auch wegen einiger «Konstruktionsmängel», wie sogar die SRP-Radios selber eingestehen. Folgende Hauptmängel werden genannt: Dass die SRG via Publisuisse die Mehrheit bei Mediasense hält, mindere deren Akzeptanz im Markt. Die von Mediasense gewährte Vermittlungskommission sei obendrein zu tief, so dass es für Mediasense-Konkurrenten unattraktiv sei, den SRP aktiv zu vermitteln. Ferner erhalte Mediasense dank Publiplan detailliert und vor allem einseitig Einblick in die Buchungsstrategien ihrer Konkurrenten. Kurz: Eine Firma, die so aufgegleist ist, kann die ihr zugedachte Plattform-Rolle gar nicht übernehmen. Es wurden deshalb Arbeitsgruppen gebildet, um diese Schwachpunkte zu beheben. Hoffnungsvoll stimmt, dass man die Sache offenbar ohne Tabus angeht – selbst das Konstrukt SRP, das diverse Radios ausschliesst, soll zur Disposition stehen. Doch wegen der aktuellen Konzessionierungsphase und der damit verbundenen Ungewissheit über die künftige Ausgestaltung der Radioszene sind bei Mediasense vorerst keine Umwälzungen zu erwarten. Auch ist die ungewisse Situation für die Moral der Radiobetreiber keineswegs förderlich, sondern eher mit ein Grund für mangelnde Tariftreue.
 
Markus Knöpfli
 
 
 
Dank Marktmacht, Druck und Freespace?Da die IP den SRP
bei den Radios direkt bucht und dabei Mediasense umgeht, muss der Kunde den höheren Einzeltarif zahlen und kann nicht vom Poolrabatt profitieren – ausser die IP gibt dem Kunden die Buchung doch zum Poolpreis weiter. «In diesem Fall stellt sich aber die Frage, wie sie das langfristig finanziert. Und es stellen sich rechtliche Fragen, da das dauerhafte Anbieten unter Einstandspreisen gemäss UWG unlauter sein kann», sagt Andreas Meili.Zum Finanzierungsmodell der IP sind in der Branche mehrere Varianten zu hören: Die IP verlange von den SRP-Radios auf Einzelbuchungen denselben Rabatt wie bei Poolbelegungen. Oder sie nehme sich das Recht, zum günstigeren Lokaltarif buchen zu dürfen. Die Vermittlerkommission bei den Radios gestalte sie zudem so aus, dass diese auch bei steigenden Umsätzen wächst. Weiter ist von Freespace die Rede, den man der IP gewähre. Reicht dies nicht, kompensiere die IP dem Kunden den entgangenen Poolrabatt mit einem Mehrfachen an TV-Freespace in den Werbefenstern.
Natürlich gibt kaum ein Radio die eigene Tarifuntreue zu. Nur ein Betreiber gesteht off the record, dass er kusche, um es mit der übermächtigen IP nicht zu verderben.
Man hört es überall, auch bei den Agenturen: Die IP festigt ihre Leader-Rolle im Radiomarkt, indem sie ihren Kunden TV-Freespace anbiete, wenn diese ihr umgekehrt das Radiovolumen anvertrauen würden. (mk)
 
 
 
SRP: Wer dabei ist – und wer nichtFolgende 15 UKW-Radios
gehören heute dem Swiss Radio Pool (SRP) an: Radio 24, Radio 32, Argovia, Basel 1, Basilisk, BE1, Capital FM, Canal 3, FM1, Grischa, Pilatus, Toxic FM, Zürisee sowie in der Westschweiz die Radios Lausanne FM und One FM.Insgesamt 20 UKW-Radios blieben dagegen vor der SRP-Tür, nämlich Radio 1, BeO, Central, Freiburg/Fribourg, Munot, Rottu, Sunshine, Top und das von der IP vermarktete Energy Zürich, im Tessin die Radios 3iii und Fiume Ticino und in der Westschweiz die Radios Chablais, Cité, Fréquence Jura, Jura Bernois, Lac, Meyrin, Rhône, Rouge FM und RTN. (mk)

«Wir trennen Radio von TV»

Michi Frank, CEO von IP Multimedia, sagt, weshalb er Mediasense umgeht. Und wie er die Mehrkosten finanziert.

 
Michi Frank, CEO von IP Multimedia, sagt, weshalb er Mediasense umgeht. Und wie er die Mehrkosten finanziert. 
WW: Ein Jahr Mediasense – wie lautet Ihre Zwischenbilanz?Michi Frank:
Wie vor einem Jahr sind wir noch immer der Überzeugung, dass die Privatradio-Vermarktung nicht von der SRG betrieben werden soll und auch nicht zu deren Kernkompetenz gehört. Die SRG soll nicht mit Konzessionsgeldern eine Firma zum Fliegen bringen, sondern die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten und ihr Radiosponsoring verkaufen. Das andere ist den Privaten zu überlassen. Wir fragen uns zudem, warum nicht die SRP-Sender Mediasense-Besitzer sind, ursprünglich wollten sie doch eine Marketingfirma für den SRP aufbauen.Befürchten Sie, Mediasense könnte mit Gebührengeldern quersubventioniert sein?Ich unterstelle nicht, dass eine Quersubventionierung stattfindet. Ich gehe einfach davon aus, dass die Firma so finanziell nicht funktioniert. Wie und wer sie tatsächlich finanziert, weiss ich nicht. Sollte die SRG/Publisuisse Mediasense mitfinanzieren oder Leistungen nicht zu Marktpreisen an Mediasense weiterverrechnen, würden wir das als Quersubventionierung betrachten.
Was kritisieren Sie ausserdem am SRP oder an Mediasense?Nichts – solange gleichlange Spiesse vorhanden sind. Natürlich hatten wir eine andere Idee: Ein Pool mit allen Radios, wobei der Kunde selbst bestimmt, welche Sender er buchen will. Nun sieht der SRP halt anders aus: Bestimmte Sender sind drin, andere nicht.
Genügt die Mediasense-Vermittlerkommission?Nein, sie ist zu tief und nicht marktkonform.
SRP-Radios sagen, dass die IP Mediasense umgehe. Wenn ein Kunde den SRP will, dann buchen Sie die SRP-Radios einzeln.Korrekt ist: Wir buchen nicht über den Publiplan, auch in Zukunft nicht. Denn wenn wir das Tool benützen würden, wären alle Rohdaten unserer Kunden drin. Das wollen wir nicht. Deshalb buchen wir lieber weiter per Fax oder E-Mail.
Dann müssen Sie Einzelbuchungen vornehmen. Nur erhält dann der Kunde keinen Poolrabatt.Der Kunde kommt immer in den Genuss von allen Rabatten, genauso wie er es bei Mediasense hätte.
Und wer bezahlt die 20 Prozent Differenz zwischen Einzeltarif und Poolpreis?Das ist Sache der IP, das will ich nicht weiter kommentieren.
Bitten Sie die SRP-Radios um 20 Prozent Rabatt auf Einzelbuchungen?Nein.
Haben Sie eine umsatzabhängige Vermittlerkommission bei den einzelnen Mitgliedern des Swiss Radio Pool?Wir haben viele VK-Vereinbarungen. Aber diese Dinge sind nicht zwingend.
Oder lässt man Sie zum Lokal- statt zum Nationaltarif buchen?Nein. Wir sind kein lokaler Vermittler.
Kompensieren Sie den Rabatt, indem Sie den Kunden Freespace im TV anbieten?Nein. Das dementiere ich klar. Das wurde zwar schon zehnmal geschrieben, stimmt aber nicht. Wir trennen das eine vom andern. Aber hören Sie, wollen Sie uns zu bösen Guys machen?
Nein, ich will aufzeigen, was im Radiomarkt funktioniert und was nicht. Mediasense funktioniert nicht recht, weil es Mängel hat. Diese will man beheben. Ein anderer Grund ist aber, dass die IP Mediasense umgeht. Das ist Ihr Recht. Die Frage ist aber, wie Sie das bezahlen. Denn das hat Folgen für den ganzen Radiomarkt.Jedenfalls wird nichts über TV-Freespace finanziert. Wir schauen selbst.
Wie gross ist Ihre Kriegskasse?Wir haben keine Kriegskasse. Wir machen objektive Planung.
Interview: Markus Knöpfli
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