«Wir wollten etwas machen, das die Zukunft in den Blick nimmt»

Zu ihrem 20-jährigen Bestehen hat Process das Branding- und Designmagazin 62a herausgegeben.

Damit will die Agentur zeigen, was sie in Sachen Branding und Design drauf hat und sich selbst mit Trends und neuen Sichtweisen auseinandersetzen. So entstehen neue Impulse für die Arbeit als Markenberater und -designer.

62a ist die Hausnummer der die Markenagentur Process an der Zürcher Giesshübelstrasse. Und 62a ist der Titel des Design- und Brandingmagazins, das Process zum 20. Agenturjubiläum heraus­gegeben hat. Es richtet sich an Menschen, die sich für Geschichten und Menschen rund um Marken und Design interessieren. «Zu unserem 10-Jahre-Jubiläum haben wir das Buch ‹Design by Process›, gemacht», erklärt Susana Lamas Docampo, PR-Managerin von Process die Motivation, ein Magazin zu produzieren. «Wir haben zuerst überlegt, einen zweiten Band von «Design by Process» zu machen, mit der Fortsetzung unserer Geschichte und unserer Projekte der letzten zehn Jahre. Das Magazin gab uns aber mehr Möglichkeiten, denn wir wollten nicht nur über uns sprechen, sondern auch Menschen zu Wort kommen lassen, die wir spannend finden, und über Themen schreiben, die uns beschäftigen.»

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Lamas Docampo begann zu recherchieren und fand kein Branding- und Designmagazin, wie es Process vorschwebte. Also drängte es sich auf, die Idee in die Tat umzusetzen. Seit März arbeitete ein Team an Konzeption, Gestaltung und Umsetzung von 62a, an vorderster Front Lamas Docampo und Martin Kessler, Group Managing Partner und Mitgründer von Process. Insgesamt waren diverse Mitarbeiter der Agentur in allen drei Standorten – Zürich, Shanghai und Taipeh – in die Umsetzung eingebunden. «Wer mitmachen kann, identifiziert sich natürlich auch mit dem Produkt», betont Martin Kessler. «Und das wollten wir erreichen.»

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So einfach, wie es klingt, war die Geschichte allerdings nicht. Schliesslich betreut Process laufend diverse Kundenprojekte und 62a musste zusätzlich, quasi «nebenbei», zum Leben erweckt werden. Der ursprünglich geplante Erscheinungstermin im Juni verschob sich denn auch auf den September, der Launch des Magazin fand schliesslich an der Geburtstagsparty von Process statt.
Je nachdem, wie die Reaktionen auf das Magazin ausfallen, könnte 62a regelmässig ein- bis zweimal im Jahr erscheinen. Das allerdings entscheiden die Verantwortlichen, wenn sie sich von der Produktion der ersten Ausgabe erholt haben.

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«Wir wollten etwas machen, das die Zukunft in den Blick nimmt»

Die Werbewoche sprach mit Martin Kessler, Group Managing Partner und Mitgründer von Process, und Susana Lamas Docampo, PR-Managerin bei Process, über das neue Magazin 62a.

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WW: Sie haben zum 20-jährigen Jubiläum von Process das Branding- und Design­magazin 62a gelauncht. Warum?
Martin Kessler: Eigentlich wollten wir einen zweiten Band von «Design by Process» machen und hatten mit der Planung bereits begonnen. Aber dann fanden wir es nicht optimal, wieder einen Blick zurück auf die letzten zehn Jahre zu werfen. Lieber wollten wir etwas machen, das die Zukunft in den Blick nimmt und unser jetziges Wirken abbildet – schliesslich haben wir uns stark weiterentwickelt in den letzten zehn Jahren. Und ein Buch war dafür nicht das Richtige. Natürlich ist es schön, wenn man später im Liegestuhl ein 400-seitiges Buch in der Hand hält und stolz sagen kann: «Schau, was wir alles gemacht haben.» Aber das ist wirklich retro. Dann haben wir dieses Projekt gestoppt und uns in das Magazin gestürzt.

Wie sieht die Zukunft von 62a aus: Soll das Magazin häufiger erscheinen? In welcher Frequenz? Wann kommt das nächste Heft?
Kessler: Im Moment lassen wir das offen. In dem Projekt steckt sehr viel Herzblut. Doch derzeit sind wir einfach froh, dass das 62a gelauncht und das Projekt erst mal abgeschlossen ist. Wir schliessen aber weder aus, dass es eine zweite Ausgabe gibt, noch, dass es zwei Ausgaben pro Jahr geben könnte, noch, dass 62a nur einmal erschienen ist. Das hängt davon ab, wie die Resonanz ausfällt. Der Aufwand für uns war enorm, das war ein rechter Hoselupf. Doch bis jetzt sind die Feedbacks sehr positiv – wir haben sehr viele E-Mails und auch Briefe bekommen. Und wir haben viele Themen, die wir noch nicht bearbeiten konnten. Im deutschsprachigen Raum gibt es einfach kein vergleichbares Magazin, was verwunderlich ist. Mal sehen, wie gross das Bedürfnis ist, dass diese Lücke gefüllt wird.
Susana Lamas Docampo: Es war schon die Idee, dass wir das Magazin wenigstens einmal im Jahr herausbringen. Aber wir müssen schauen, wie das mit unseren Ressourcen zu machen ist, unsere Kundenprojekte haben immer Vorrang. Allerdings ist die erste Ausgabe ja immer besonders aufwendig. Nun haben wir definierte Gefässe und ein Gestaltungs­konzept und können das Bestehende mit neuen Inhalten füllen. Und wenn es wirklich ein Bedürfnis nach so einem Magazin gibt, überlegen wir uns sicher, ob wir mit mehr Externen arbeiten, um das zu bewerkstelligen, dann werden Anzeigen ein Thema, oder wir bauen sogar Strukturen auf, in denen wir ein regelmässig erscheinendes Magazin produzieren können.

Warum haben Sie für die erste Ausgabe den Schwerpunkt «Charakter» ausgewählt?
Lamas Docampo: Es gab ein Brainstorming im Team, bei dem wir ganz viele verschiedene Optionen für Schwerpunkte diskutiert haben. Wir hatten aber auch schon einige Themenansätze und die liessen sich gut unter «Charakter» zusammenbringen. Charakter passt auch zu einem 20-jährigen Jubiläum, zu Design und Branding, zur Marke Process und zu unserer Arbeit. Alles muss einen Charakter haben. Was austauschbar ist, interessiert uns nicht.
Kessler: Charakter prägt unsere tägliche Arbeit: Wir setzen den Charakter von Unternehmen visuell um. So passt der Schwerpunkt von 62a gut zu einem Magazin, das sich im Bereich Branding und Design positionieren will.

Was soll das Titelbild mit der Collage aus einer Puppe und einem Gesicht aussagen?
Kessler: Susana hat einen Artikel über den wissenschaftlichen Umgang mit Charakter geschrieben. Darin geht es um verschiedene Tugenden und Charaktereigenschaften. Dazu haben wir eine Collage erstellt, bei der der Kopf einer Puppe mit verschiedenen Gesichtern überlagert wird. Wir haben auf diese Weise Hunderte von Kombinationen erstellt und jedes Mal sieht das Gesicht anders aus. Das zeigt, wie facettenreich Charakter ist.

Deshalb vier verschiedene Titelbilder?
Lamas Docampo: Genau. Das soll die Vielfalt möglicher Kombinationen zeigen, die letztlich den Charakter ausmachen. Und wenn man auf der Innenseite des Magazins dann die Auf­lösung anschaut, sehen die Gesichter noch einmal ganz anders aus. Zum Titelbild haben wir übrigens intern einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem alle 40 Mitarbeiter aufgerufen waren, Vorschläge einzureichen. Da haben so gut wie alle mitgemacht.
Kessler: Natürlich wollten wir mit dem Magazin auffallen und haben überlegt, wie wir das bewerkstelligen. Wir wollten aber keinen Esel aufs Matterhorn stellen, dann hätten wir zwar Aufmerksamkeit und Irritation – aber nur zum Irritieren. Das ist schwach. Ein Nice Picture wollten wir auch nicht zeigen, auch wenn wir genug davon gehabt hätten. Wir wollten irritieren und gleichzeitig den Inhalt anteasern. Der Leser sollte innehalten, fragen: «Was soll das?» Das gelingt mit den vier Titelbildern.

Sie haben sich zwei bekannte Schweizer ins erste Heft geholt, Carlos Leal und Jean-Claude Biver. Warum diese beiden?
Kessler: Biver ist in unserer Wirtschaftswelt ein Exot. Wenn man das Credo liest, von dem er sich führen lässt – all you need is love –, das ist etwas, was Sie niemals irgendwo in einem MBA lernen würden. Klar kokettiert Biver damit, wie die meisten Leute, die aus der Masse herausragen, mit irgendetwas kokettieren. Das Besondere ist: Biver handelt total gegen den Mainstream und ist erfolgreich damit. Und wir wollten jemanden im Heft haben, der nicht gegen 20 andere austauschbar ist. Natürlich hätten wir auch eine Person ins Heft nehmen können, die unbekannt ist, deren Lebensweg aber ganz spannende Facetten aufweist. Doch wir waren einhellig der Meinung, dass wir für die erste Ausgabe prominente Zugpferde brauchen. Biver ist eines davon.
Lamas Docampo: Carlos Leal taucht in der Rubrik «Menschen und Marken» auf. Wir haben Menschen auf der ganzen Welt von São Paulo über Teheran bis Tokio nach ihren Lieblingsmarken gefragt und wollten als Gegenstück jemanden, den man kennt, um zu zeigen, dass alle einen Bezug zu Marken haben. Leal hat denn auch von den Marken erzählt, die seine Kindheit begleitet haben …

… und er ist auch ein Werbegesicht.
Kessler: Das war eigentlich der ausschlag­gebende Faktor, warum wir uns für ihn entschieden haben. Es gibt in der Schweiz sonst niemanden, der ein erfolgreicher Sänger ist, ein erfolgreicher Schauspieler und sich obendrein als Aushängeschild für eine Marke hergibt. Er liefert Werbespots a gogo. Und macht das ganz bewusst, ohne Angst, dass das seiner Marke, seinem Image schaden könnte. Das finde ich bemerkenswert.

Ist 62a auch eine Unternehmensbroschüre?
Kessler: Ja klar, 62a ist auch Eigenwerbung. Aber nicht nur im Mittelteil bei der Agenturvorstellung. Wir sind ja auch im Editorial­bereich tätig, und dafür ist das ganze Heft eine Visitenkarte. Wenn wir künftig mit einem neuen Kunden über ein Editorialprojekt reden, nehmen wir nicht nur das Swisscom- oder das Credit-Suisse-Mitarbeiter-Magazin mit, sondern auch unser eigenes Branding- und Design­magazin. Das ist eine Arbeitsprobe, die unsere Denke, unsere Professionalität und unsere Vorstellung von Gestaltung abbildet.

Das Magazin heisst 62a – nach der Hausnummer der Agentur. Welche anderen Titel standen noch zur Disposition?
Kessler: Ich weiss es nicht mehr. 62a war nicht mein Lieblingstitel, aber ich habe mich dem Mehrheitsentscheid gebeugt und mich inzwischen gut daran gewöhnt.
Lamas Docampo: Die Titelfindung war extrem schwierig. Wir haben schliesslich entschieden, dass der Titel auf den ersten Blick nicht zu viel aussagen soll, neugierig machen soll, damit wir ihn frei mit Inhalten füllen können. Ausserdem sollte der Titel ein Eyecatcher sein und Zahlen funktionieren in dieser Hinsicht gut. Auf unsere Hausnummer sind wir auch gekommen, weil die Kombination mit dem Buchstaben sich gut gestalten lässt.
Kessler: Als wir das Erscheinungsbild von Novartis entwickelt haben, haben auch erst alle geschimpft. Heute stolpert niemand mehr darüber. Kurz: Man gewöhnt sich an so etwas. Entscheidend ist, womit wir diese Verpackung füllen. Wenn wir das Magazin mit guten Inhalten bestücken, wird 62a am Schluss positiv aufgeladen sein, der Titel ­verbindet sich mit dem Inhalt.

Wie haben Sie die Produktion des Magazins finanziert? Anzeigen habe ich nur eine von Papyrus gefunden, das Papier wurde also wohl gesponsert. Und der Rest?
Kessler: Das haben wir selbst gezahlt, was eine rechte Investition ist. Aber das Buch zum Zehnjährigen war auch nicht ganz günstig.

Was kostet das Magazin? Aufgedruckt sind 18 Franken, aber Sie geben es kostenlos ab?
Lamas Docampo: An Kunden oder potenzielle Kunden geben wir 62a kostenlos ab, aber man kann das Magazin auch über unsere Website bestellen. Dann berechnen wir 18 Franken. Bestellungen sind bereits eingegangen.

Was ist der Charakter guten Designs?
Kessler: Gutes Design ist das Abbild des Charakters. Viele meinen, unser Beruf ­be­stehe darin, von morgens bis abends zu designen. Das ist mitnichten so. Der Designprozess nimmt vielleicht 50 bis 60 Prozent unserer Zeit in Anspruch, der Rest ist Knochenarbeit, Kopfarbeit: Strategie, Konzept. Sie gehen ja auch nicht zum Massschneider und sagen «ich brauche ein Abendkleid» und gehen wieder. Dann sitzt der Schneider da und überlegt: Was hat sie für einen Stil, ich kenne ihre Masse nicht, trägt sie es nur einmal, welche Farbe …? Er hat hundert Fragen. Darum braucht er Ihre Masse und will wissen, was genau Sie sich vorstellen. So ist es bei uns auch. Wir müssen erst sehr viel über eine Marke, einen Kunden wissen, bevor wir mit der Arbeit beginnen können. Meist wollen wir mehr wissen, als unsere Kunden selbst über sich wissen. Also gehen wir gemeinsam mit dem Kunden dem Charakter auf die Spur.

Und was ist der Charakter eines guten Branding- und Designmagazins?
Kessler: Ich hoffe, dass Leute, die uns kennen, genauso wie Leute, die uns erst kennenlernen, finden, wenn sie 62a in die Hand nehmen: «Das passt zu euch.» Das Magazin soll ein Abbild, eine Visitenkarte von uns sein – aber es muss auch Überraschungen bieten. Wir müssen uns alle damit wohlfühlen und der Kunde muss sich mit uns und dem, was er von uns sieht, wohlfühlen. Dann haben wir alles richtig gemacht.

Artikel & Interview: Anne-Friederike Heinrich

 

4. Affiliate-Marketing-Konferenz

Am 4. März 2016 geht die vierte Affiliate-Marketing-Konferenz über die Bühne, welche wie im letzten Jahr im Zürcher Kongresshaus stattfindet und rund 300-350 Teilnehmer erwartet. Das Programm der 4. Affiliate-Marketing-Konferenz steht bereits fest.

Organisator Kurt Schwendener, Geschäftsführer von Adresult, hat auch in diesem Jahr wieder ein Programm für den Treffpunkt der Affiliate-Marketing-Branche zusammengestellt. Es werden sowohl Netzwerk-, Kunden-, Publisher- als auch Technologieseiten-Vertreter vor Ort sein. Hauptsponsor der diesjährigen Konferenz ist das Affiliate-Marketing-Netzwerk Affilinet. Als Sponsoren wird die Konferenz zudem von Tradedoubler, zanox und dem Neukunden-Partnernetzwerk Profity unterstützt.

Referenten aus dem DACH-Raum

Auch im Jahr 2016 referieren anerkannte Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Raum über das gesamte Spektrum des Affiliate-Marketings. Beispielsweise Vertreter der Netzwerke wie Ulrich Bartholomaeus, Geschäftsführer von Affilinet, Andreas Schwibbe, Product Director Trade Doubler, oder Philipp Rössel, Key Account Manager von Zanox.

Die Sicht des Kunden werden Tim Reinermann, Online Marketing Manager des Traditionsunternehmens Oswald, sowie Lukas Speiser, Gründer und Inhaber von Amorana und Looks of Love, präsentieren. Sie geben den Teilnehmern einen umfassenden Einblick in ihre kompletten Marketing-Aktivitäten.

Weitere Redner sind Elisabeth Kröss, Lead Business Development Manager DACH Stylight, Marcus Seidel, Geschäftsführer Smart Shopping and Saving (Gutscheine.de, Gutschein.ch), Andre Koegler, Managing Partner The Reach Group, Thomas Bindl, Geschäftsführender Gesellschafter Refined Labs, sowie Patrick Kessler, Geschäftsführer und Präsident Verband des Schweizerischen Versandhandels, und Kurt Schwendener als Veranstalter der Affiliate-Marketing-Konferenz und Inhaber der Performance-Marketing-Agentur Adresult.

Tickets ab sofort erhältlich

Auf Affiliate-konferenz.ch ist der Ticketverkauf gestartet. Die ersten Early-Bird-Tickets werden zu 99 Franken angeboten, anschliessend sind die Eintrittskarten zum regulären Preis von 149 Franken erhältlich. Die Platzzahl ist auf 350 Teilnehmende limitiert.

 

Thomas Passen geht von Ringier zu Tamedia

Thomas Passen, seit 2013 Head of Sales and Marketing, verlässt die Ringier. Er wird ab Ende 2016 bei Tamedia für den Werbemarkt nationale Medien verantwortlich sein.

Thomas Passen war seit 1997 in mehreren Funktionen für Ringier tätig. So war er unter anderem als Bereichsleiter Blick-Gruppe sowie Leiter Leser- und Werbemarkt Zeitschriften tätig. Seine aktuelle Funktion als Head of Sales and Marketing bei Ringier wird neu besetzt werden, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Interimistisch übernimmt Urs Heller, Geschäftsführer Zeitschriften Ringier Schweiz, die Verantwortung des Werbemarktes. Laut Ringier war Passen im Rahmen der geplanten, gemeinsamen Vermarktungsorganisation mit der Swisscom und Publisuisse, als stellvertretender CEO sowie Chief Sales Officer vorgesehen. Diese Funktion wird seitens Ringier nun neu besetzt werden.

Bei Tamedia wird Passen nun den Verkauf aller nationalen Tages- und Wochenzeitungen leiten. Zudem wird er laut einer Tamedia–Mitteilung die Verantwortung für unternehmensweite Content-Projekte übernehmen. In seiner neuen Funktion werde er damit massgeblich an der Erarbeitung und Umsetzung strategischer Projekte für den gesamten Werbemarkt von Tamedia beteiligt sein.

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Zu guter Letzt: Zurück zur Normalität

Nike hat es wirklich getan: Die selbstschnürenden Turnschuhe aus «Back to the Future» sind Realität. Und Michael J. Fox durfte sie testen.

Der ganze «Zurück in die Zukunft»-Hype hat ja in den letzten Tagen schon fast groteske (und nervende) Züge angenommen. Auch wenn der Grund – am 21. Oktober 2015 «landete» Marty McFly vor 30 Jahren in der Zukunft – schon ziemlich denkwürdig war. Jeder Brand sprang auf den Zug auf und gab seinen McFly-Senf dazu, was schnell zur Überdosis führte. Ist die Zitrone ausgepresst, verliert sie an Geschmack. Und am nächsten Tag spricht kein Mensch mehr davon, denn es steht der nächste Hype an.

Eine kleine Ausnahme bildet Nike. Der Sportwarenhersteller war nebst DeLorean wohl der grösste Product-Placement-Gewinner der Trilogie. Grund dafür sind die legendären, selbstschnürenden Turnschuhe, die Marty McFly vor seinem 2015er-Stadtrundgang anzieht. In den letzten Jahren kam immer wieder das Gerücht auf, Nike setze die Schuhe in die Tat um. Offenbar doch kein Gerücht, denn die Schuhe existieren und werden bald auf den Markt gebracht. Erste Testperson: Der an Parkinson erkrankte Michael J. Fox. Am 21. Oktober wurde das Video über den Account seiner Stiftung veröffentlicht:
 

Das Paar wird zugunsten der Stiftung versteigert. Vermutlich für sehr viel Geld. Wer etwas weniger bezahlen will (aber vermutlich immer noch mehr als genug) muss sich bis Frühling 2016 gedulden – dann wird Nike das Modell auf den Markt werfen. Die Schuhe dürften schneller ausverkauft sein, als Otto Normalverbraucher mitbekommen hat, dass es sie zu kaufen gibt. Gab. (hae)

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Quelle und Bild: Engadget.com

Neue Digitalagentur: Dream Production

Dream Production ist eine schnell wachsende Digitalagentur für Web- und Mobile Entwicklung mit Offices in Zürich und Ost-Europa. Das Team besteht aktuell aus 23 Entwicklern, UX-Spezialisten, Designern und Beratern.

Die Entwicklung findet mittels agilen Methoden statt. Dream Production fokussiert sich laut Mitteilung auf die Strategische Planung, Umsetzung und Betreuung von Corporate Webseiten zur Stärkung und Aufbau von Brands in der digitalen Welt, die Entwicklung von E-Commerce Plattformen für nachhaltigen Erfolg und die Entwicklung von Mobile- und Webapps. 


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Dream Production ist aus DWB heraus entstanden und wird von Simon Schweingruber und Christian Vollenweider geführt. Die langjährige Partnerfirma Dream Production SRL mit Sitz in Rumänien wird dabei zu 100 Prozent von der schweizerischen Dream Production AG übernommen. 
Das eigene Business-Modell bezeichnet Dream Production als Managed Nearshoring. Die Beratung, Konzeption und Projektleitung finden in Zürich statt. Gemeinsam mit dem Kunden werden am Tisch Lösungen ausgearbeitet. Die Entwicklung wird vom eigenen Team im Office in Timisoara umgesetzt. 
Auf die Frage, welches der Hauptgrund für die Wahl von Rumänien als Entwicklungsstandort ist, sagt Simon Schweingruber: «Die kompetitiven Vorteile helfen beim Markteintritt, aber für uns zählt vor allem die Nähe zur technischen Hochschule in Timisoara und der Zugang zu hochqualifizierten Entwicklungstalenten.» 


 

David Sieber neuer Chefredaktor von BZ Basel und BZ Basellandschaftliche Zeitung

David Sieber wird neuer Chefredaktor der Zeitungen BZ Basel und BZ Basellandschaftliche Zeitung. Der 53-Jährige, zuletzt Chefredaktor der Tageszeitung Südostschweiz, folgt auf Matthias Zehnder, der sich beruflich neu orientiert.

Matthias Zehnder ist seit 1. November 2012 Chefredaktor von BZ und BZ Basellandschaftliche Zeitung. In den vergangenen drei Jahren hat er die BZ auch in Stadt und Agglomeration Basel positioniert und zu einer gewichtigen Stimme gemacht. Als einzige bezahlte Tageszeitung der Schweiz hat die bz in dieser Zeit an Auflage gewonnen. Nach erledigter Aufbauarbeit in Basel-Stadt tritt Zehnder zurück und orientiert sich neu.

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Der Verwaltungsrat der AZ Medien hat David Sieber zum neuen Chefredaktor ernannt. Der Baselbieter stieg 1989 in den Journalismus ein und arbeitete u.a. als Auslands-, Wirtschafts- und Bundeshausredaktor bei der Südostschweiz. Später leitete er das Inlandressort der Berner Zeitung. Nach diversen Weiterbildungen arbeitete er als freier Journalist für die AZ Nordwestschweiz und als Bundeshausredaktor für die Schweiz am Sonntag. Seit 2009 war Sieber Chefredaktor der Südostschweiz. Er hat die Zeitung inhaltlich und optisch weiterentwickelt sowie ins digitale Zeitalter überführt. Sein Abgang bei Somedia wurde im Juni bekannt (Werbewoche.ch berichtete). Verwaltungsrat und Unternehmensleitung der AZ Medien sind laut Mitteilung glücklich, mit Sieber einen profilierten Journalisten und eine erfahrene Führungspersönlichkeit gewonnen zu haben.

Trimarca: Rebranding für Sorell Hotels Switzerland

Die Bündner Agentur Trimarca hat für die Sorell Hotels Switzerland, ein Teil der ZFV- Unternehmungen, eine neue Markenstrategie und ein umfassendes Rebranding entwickelt.

Trimarca, spezialisiert auf Hotel- und Tourismusmarketing, positioniert die Sorell Gruppe dabei als eine der führenden in den Bereichen Gästeerlebnis und Servicequalität. Die Markenwerte Individualität, Qualität, Happiness und Coziness fliessen neben dem Corporate Design auch in die Entwicklung von Interior Design-Konzepten, in die Einführung gemeinsamer Service-Standards, in die Angebotsgestaltung und Mitarbeiterschulungen ein. Von dieser Ganzheitlichkeit ist Martin Hilzinger, Inhaber von Trimarca, überzeugt: «Ein profiliertes, glaubwürdiges und marktfähiges Produkt ist das beste Argument in der Kommunikation.»

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Dem Rebranding liegt eine klare Erfolgsformel zugrunde: Gelebte Individualität und standardisierte Qualität gleich unterscheidbare Identität. Von der Schlüsselkarte über die Mitarbeiterschulung bis zur hausgemachten Bio-Konfi garantiert die Marke Sorell einwandfreien Service – bei individuellem Flair. Zu diesem Versprechen bekennen sich die aktuell 17 Sorell Hotels der grössten Schweizer Hotelgruppe in Schweizer Besitz.

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Die neue Marke Sorell wird im Oktober mit einer breiten Relaunchkampagne im Markt lanciert. Die Wertigkeit des stilvollen Corporate Designs zeigen Plakate, Inserate, Online-Banner sowie Deckenfolien und Movingposter im Tram. Der Claim «Wenn Gastgeber Gas geben» unterstreicht pointiert die Servicequalität der Marke. Die neue Website ist bereits seit Anfang Juli online. Zeitgleich sind auch sämtliche Korrespondenzmittel eingeführt worden. Die ebenfalls neu konzipierten Broschüren werden laufend und konsistent umgesetzt. Kontinuierliche Marketing-Aktivitäten schaffen der Marke nachhaltig Wert.

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Verantwortlich bei den ZFV-Unternehmungen: Michael Thomann (Head of Sorell Hotels Switzerland / COO Hotels der ZFV-Unternehmungen), Peter Waltenspühl (Leiter Marketing und Kommunikation der ZFV-Unternehmungen), Fabienne Turrian (Verantwortliche Marketing Sorell Hotels Switzerland). Verantwortlich bei Trimarca: Martin Hilzinger (Inhaber, strategische Beratung), Vera Fetz (Projektleitung), Hardy Hemmi (Creative Director), Giampiero Tinti (Art Director). Fotografie: Tobias Stahel und Stöh Grünig. Website: Positioner.
 

Zwei neue Partner bei Farner Consulting

Daniel Jörg und Frédéric Jacquemoud sind neu Partner bei Farner Consulting. Jacquemoud leitet seit März 2012 die Aktivitäten in der Westschweiz. Jörg ist seit November 2012 Leiter des digitalen Kompetenzzentrums von Farner.

Die bisherigen Partner von Farner Consulting, Christian König (Chairman), Roman Geiser (CEO & Managing Partner), Jacqueline Moeri, Daniel Heller, Urs Knapp und Michel Grunder, begrüssen mit Daniel Jörg und Frédéric Jacquemoud zwei neue Persönlichkeiten in der Partnerschaft, welche die Agentur seit 2012 in strategischen Positionen massgebend mitgeprägt haben und beide Mitglied der Geschäftsleitung sind.

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Daniel Jörg und Frédéric Jacquemou (v.l.)

Frédéric Jacquemoud ist im Jahr 2012 zu Farner gestossen und zeichnet für die Aktivitäten von Farner in der französischsprachigen Schweiz verantwortlich. Der in Genf aufgewachsene schweizerisch-amerikanische Doppelbürger ist tief in der Westschweiz verwurzelt. Er bringt seit 2012 seine breite Beratungserfahrung in den Bereichen Finanzen, Wirtschaft und Politik sowie seine frühere Führungserfahrung in einer Kommunikationsagentur in hohem Mass zugunsten der Agentur ein. Das Farner-Team in Lausanne/Genf ist unter seiner Leitung kontinuierlich gewachsen und gehört zu den führenden Anbietern von Kommunikationsdienstleistungen in der Westschweiz. Mit Frédéric Jacquemoud als Partner will Farner Consulting die Bedeutung der Westschweiz in der Agenturstrategie und ihren Anspruch als national führender Kommunikations-Player unterstreichen.

Nach dem Studium der Geisteswissenschaften an der Universität Genf, einem Diplomabschluss an der französischen Elitehochschule Sciences-Po Paris (IEP) und einem Weiterbildungsdiplom in Unternehmensführung am Institut Cnam-Intec in Paris startete Frédéric Jacquemoud seine berufliche Karriere bei Publicis Consultants in Paris, für die er während mehrerer Jahre tätig war. Zurück in Genf betreute er bei PublicisLive sowohl internationale Kunden wie die UNO und die Vereinigten Arabischen Emirate als auch Schweizer Kunden und war danach Partner einer unabhängigen Kommunikationsagentur in Genf. Im Jahr 2012 ist er bei Farner eingetreten und hat dort die Führung der Westschweizer Aktivitäten mit den Büros in Lausanne und Genf übernommen.

Daniel Jörg ist ebenfalls im Jahr 2012 als Digital Strategist und Mitglied der Geschäftsleitung zu Farner gestossen. Neben seiner Rolle als Digital Strategist für die Gesamtagentur hat er in der Zwischenzeit einen auf crossmediale und digitale Kommunikation spezialisierten Marktbereich für Farner aufgebaut. Unter seiner Leitung hat sich das digitale Angebot der Agentur massgebend weiterentwickelt; dieses wächst heute an den Schnittstellen von crossmedialer Konzeption, Community Management, Content Services, Online Campaigning und Social Media Advertising weiter stark an. Mit Daniel Jörg stösst ein Kommunikations-Profi zur Farner-Partnerschaft, der den digitalen Wandel in der Kommunikationsbranche auf nationaler und internationaler Ebene geprägt und die Integration der Online-Kommunikation in alle Dienstleistungen von Farner vorangetrieben hat.

Den Einstieg in die Kommunikationswelt vollzog Daniel Jörg nach seinem Studium der Publizistik- und Medienwissenschaften, Betriebswirtschaft und internationale Beziehungen an der Universität Zürich, indem er bereits vor 15 Jahren bei der damaligen Peter Bütikofer & Company eine der ersten Online-Units in der Schweizer PR-Branche aufbaute. Danach war er als Berater bei einer grossen Berner Werbeagentur tätig, wo er sein Kommunikationsberatungsprofil mit klassischer Werbeexpertise abrundete. Vor seinem Eintritt bei Farner war Daniel Jörg Digital Strategist und Leiter des digitalen Kompetenzteams von Burson-Marsteller in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika). In dieser Funktion leitete Daniel Jörg die digitale Strategie von Burson-Marsteller in der gesamten Region. Davor war er von 2008 bis 2010 als Mitglied der Geschäftsleitung & Leiter der Abteilung Crossmedia bei Burson-Marsteller Schweiz tätig.
 

Ein Physiker im Datenmeer

Michael Prim ist seit Anfang des Jahres Teamleiter Data-Science bei Adello. Seine tägliche Arbeit zeigt ­erstaunliche Parallelen zu seiner früheren Tätigkeit im Bereich der Teilchenphysik.

Michael Prim ist verantwortlich für ein Data-Science- und Analysten-Team, das sich mit «Machine-Learning» befasst sowie mit «High-Performance-Computing», «Data-Mining» und vor allem: mit dem Algorithmus, der es schafft, aus über 10 Milliarden Datensätzen pro Tag in Sekundenbruchteilen die passenden herauszufischen. Der Endeffekt von Programmatic Advertising ist gemäss Prim, dass die Nutzer im Idealfall weniger Werbung sehen und die Werbetreibenden bei gleich bleibendem Werbebudget mehr Kunden gewinnen. In der Schweiz ist die Begeisterung gegenüber Program­matic Advertising eher noch zurückhaltend, weiss er. Programmatic habe hier aber noch sehr viel Potenzial.

Von der Physik in die Werbung

Seit Anfang Jahr ist Michael Prim Teamleiter Data-Science bei Adello. Davor arbeitete er ein Jahr als Data-Scientist bei Adello. Werbung, Verkauf, Image an sich sind zwar grundsätzlich keine Bereiche, die Prims Hauptinteresse wecken könnten. Das ist aber auch nicht nötig, wie er erklärt: «Die Statistik und die Verfahren und Methoden, die auch in der Teilchenphysik Anwendung finden, sind universell anwendbar. Diese Form der Datenverarbeitung lässt sich auf alle Industrien anwenden. Mit Werbung muss ich mich als Data-Scientist bei Adello nur insofern beschäftigen, als ich die Algorithmen festlegen und offensichtliches Wissen für die Maschinen vorbereiten muss.»

Um sich mit Industriethemen zu beschäftigen, hat Prim bereits vor fünf Jahren beim Software­unter­nehmen Blue Yonder angefangen. Big Data im Zusammenhang mit Programmatic Advertising ist schon seit längerer Zeit sein Fachgebiet. Zudem liegen die beiden Gebiete auch sehr nah beieinander. Einen grossen Unterschied gibt es jedoch zwischen Physik und Datenverarbeitung. Und genau dieser Unterschied ist es auch, der Prim von der Physik weg in die Werbung gezogen hat. In der Physik steht typischerweise die Frage: «Macht die gegebene Theorie noch Sinn, so wie die ausgewerteten Daten jetzt aussehen oder kann ich die Theorie widerlegen?» Man macht also zwar die gleichen Forschungs- und Analyseschritte, indem die Datenauswertung darauf basiert, die interessanten Ereignisse daraufhin auszuwerten, wie wahrscheinlich es ist, dass das gewünschte Ereignis eintrifft. «Also eine Vorhersage der einzelnen Wahrscheinlichkeit», so Prim zusammenfassend. In der Werbung kann die Messung erkennen, ob etwa die Ad-Impressions tatsächlich dem gewünschten Ergebnis entsprechen, ob die Werbung tatsächlich angezeigt wird und ob die Verkaufszahlen oder das Markenimage sich nach der Kampagne tatsächlich im gewünschten Mass verbessern. Kurz: Eine Auswirkung ist sofort sichtbar. Das fasziniert Prim am Programmatic Advertising: «Das kontinuierliche Lernen aus den Datenanalysen bewirkt eine ständige Veränderung. In der Physik ändern sich die Naturgesetze nicht. Das heisst, ich kann mit den Daten lediglich die Theorie prüfen und allenfalls weiter eingrenzen. Kein sehr grosser ­Wandel.»

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Diese Neugier und den Wunsch nach Herausforderung hatte Michael Prim schon immer. Als Kind wollte er zwar Astronaut werden – «aber das wollen doch alle Jungs», erzählt er. Gleichzeitig hatte Prim sehr früh Kontakt mit Computern. Er sass bereits mit rund sechs Jahren regelmässig vor dem PC. Denn sein Vater war früh in die IT eingestiegen. «Ich fand das schon immer interessant. Denn Informatik ist ja nicht nur mechanische Datenverarbeitung, Informatik bietet auch ein Stück weit einen Schaffungsprozess. Man baut Systeme und entwickelt Algorithmen – da steckt auch ein kreativer Prozess dahinter.» Mit dem Studium der Physik ist für Prim dann aber klar geworden, dass er nicht in der Forschung bleiben wollte. «In der Forschung geschah für meinen Geschmack zu wenig Veränderung», erklärt er. Ganz anders als im Programmatic Advertising. «Nutzer zeigen heute ganz andere Interessen als gestern zum Beispiel. Die Theorien können sich also sehr schnell ändern und die Wirkungen lassen sich sofort messen. Das gefällt mir.» Und so hat ihn vor einigen Jahren die Stellenausschreibung zum Data-Scientist sofort fasziniert; mithilfe von Algorithmen berechnen zu können, wie wahrscheinlich ein Ereignis eintreten wird, und dies dann auch zeitgleich messen zu können. «Selbstverständlich kann ich nicht voraussagen, was eine bestimmte Zielgruppe in einem halben Jahr sucht. Aber ich kann sehr zielgenau berechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass ein bestimmter Nutzer mit seinem Hintergrund und der Kampagne, die ich ihm zeige, an einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Handlung vollzieht. Daraus kann ich eine sogenannte erwartungstreue Prognose abgeben und damit lässt sich dann auch sehr gut rechnen und die richtige Entscheidung treffen.» Selbstverständlich müssen die Modelle kontinuierlich angepasst werden, wenn sich die Ereignisse nicht wie vorausberechnet ergeben. «Aber genau das macht meinen Job so spannend», ist Prim begeistert, «kontinuierlich verändert sich was.»

Von Daten und Elementarteilchen

Prims Data-Science-Team ist verantwortlich für die Entwicklung und Verfeinerung von Algorithmen, die jeden Tag Milliarden von Ad-Impressions auswerten und auf einer patentierten Echtzeit-Analyse-Plattform darstellen. Die Algorithmen prüfen für jede Impression Tausende von Attributen, um in Echtzeit Vorhersagen darüber zu treffen, wo die beste Conversion stattfinden wird. Jeder Schritt der Customer-Journey wird gemessen und in das System zurückgespeist. Daraus ergibt sich ein selbstoptimierendes System, das aus jeder Anzeigenansicht, jeder Interaktion, jedem Website-Besuch und jedem Kauf dazulernt. Aus diesen Systemen sind inzwischen diverse Patente und Award-gekrönte Mobile Advertising-Produkte von Adello resultiert, welche von fünfzig Mitarbeitern rund um den Globus bewirtschaftet werden. Vor wenigen Wochen erst hat das «Silicon Valley Technology Innovation & Entrepreneurship Forum» (SVIEF) dem Schweizer Mobile Technologie-Unternehmen in Santa Clara den Top 30 Innovation Award 2015 verliehen. Der Award ging an Adello für die proprietäre Technologie, welche die Effizienz von mobilen Anzeigen steigert, indem mittels Machine-Learning die passenden Kunden für den höchsten ROI identifiziert werden. Im Endeffekt sehen die Nutzer damit weniger Werbung und die Werbe­treibenden ge­winnen bei gleich bleibendem Werbe­budget mehr Kunden.

Doch was steckt eigentlich genau hinter der Daten­verarbeitung mittels Algorithmen aus der Teilchenphysik? Michael Prim lässt diese Antwort leicht verstehen – beinahe schon faszinierend ist der aus der Physik entlehnte Umgang mit den Daten­mengen. «Die Teilchenphysik beschäftigt sich mit der Frage, was die Welt im Innersten zusammenhält – die Frage nach den fundamentalen Naturkräften», beginnt Prim zu erzählen. «Um die Fragen dieser Forschungsfelder zu beantworten, baut man sehr grosse Detektoren, wie sie etwa im CERN in Genf zu finden sind. Diese Maschinen sind hausgross und produzieren pro Sekunde Datenraten, die nach einer Woche auf CDs geschrieben einen Stapel bis zum Mond ergeben würden.» Diese Datenmengen fallen auch bei Adello an, wenn auch in kleinerem Ausmass. Um diese Datenmengen nun trotzdem ver­arbeiten und analysieren zu können, müssen sie aussortiert werden. Und dies sehr schnell. So weit der Zusammenhang der Einzelteilchen. Diese Daten wollen dann aber auch instantan bewertet werden. «Wenn ich also beispielsweise 1000 Ereignisse pro Sekunde habe, muss ich mich von 999 sofort trennen, ich kann nur eines davon für die Analyse wegspeichern», so Prim. Genauer gesagt speichern die Algorithmen von 40 Millionen Ereignissen pro Sekunde ungefähr 1000. «Die Entscheidung liegt also darin, welche Daten ich behalte oder wegwerfe», führt er aus. Alles, was gelöscht wird, ist unwiderruflich verloren. Das setzt voraus, dass die Algorithmen sehr schnell die Daten beurteilen und sie dann speichern oder löschen. Dies ist nur möglich, wenn sehr genau vorgegeben ist, welche Daten wertvoll oder unbekannt sind. Denn nur diese Informationen sind in der weiteren Erforschung wirklich lohnenswert. Auf der anderen Seite sollen die Algorithmen Informationen aufnehmen, die schon lange bekannt sind. «Daten, die wir kennen, die wir verstanden haben», wie Prim ausführt. Diese Entscheidung zu fällen sind die Algorithmen imstande, wenn sie auf die entsprechenden Trigger programmiert sind. Um die Grössenordnung der Datenmengen in der Teilchenphysik zu verstehen, gibt Prim ein Beispiel: «Im CERN sind ein Duzend Rechenzentren miteinander verknüpft, um lediglich die gespeicherten Daten aufnehmen zu können und dann weiterverarbeiten zu können. Das ist immer noch weit jenseits dessen, was man auf einem einzelnen Rechner verarbeiten könnte.» Der Vorteil hierbei ist jedoch, dass so die ganzen Datenmengen abgespeichert sind und mit vielen verknüpften Computern nach den erfragten Ergebnissen durchforscht werden können, um die 1000 interessanten Ereignisse rauszusuchen, welche sich speziell mit dem erforschten Prozess beschäftigen. Für sein Doktorat etwa hat Prim 1000 solcher Ereignisse gefiltert, die in über 10 Jahren Messzeit angefallen sind – während aber Milliarden von Ereignissen aufgezeichnet worden sind. Die Analyse findet schlussendlich auf dieser relativ kleinen Restdatenmenge statt. «Vielleicht findet man dann heraus, ob gewisse Theorien wirklich wichtig sind – man kann eine bestehende Theorie mit der Analyse stützen oder im seltensten Fall auch falsifizieren», fasst Prim zusammen. Um dahin zu kommen, steht die Datenverarbeitung im Vordergrund. Bei der Datenverarbeitung geht es vor allem darum, eine Skala aufzustellen, die man in der Industrie nicht bereits findet. In der Industrie aber ist die Datenmenge um den Faktor 1000 kleiner als in der Teilchenphysik. Und hier setzt der Data-Scientist an. Bis anhin hat der Business-Analyst solche Datenmengen durchforschtet, der Trend führt ­jedoch in die Teilchenphysik.

So auch bei Adello im Bereich Mobile Advertising. «Wir haben täglich 10 Milliarden von Werbeimpressionen», so Prim. Diese fallen auf 8 Milliarden Menschen, 1 Milliarde Smartphones und mehrere Stunden Mobile-Nutzung pro Tag. «Die klassischen Methoden der Industrie scheitern hier bei der Auswertung», erklärt Prim. Die bestehenden Programmatic-Ansätze können der Herausforderung der raschen und präzisen Vorhersage des Nutzer­verhaltens in Verbindung mit den enormen Datenmengen nicht standhalten. Denn die Ansätze würden hier auf einzelne Computer fixiert, obwohl es einer verteilten Datenanalyse bedarf, um am Ende mit mehreren separaten Computern die einzelnen Werbeimpressionen herauszufiltern, welche für den Kunden interessant sind. Aus seiner Sicht ist daher das Problem der schnellen instantanen Daten­reduktion und Entscheidungsfindung mit den wissenschaftlich erprobten Methoden aus der Teilchenphysik am besten gelöst. Die Kundenzufriedenheit und das Wachstum zeigen Prim aber täglich, dass sich Adello dank des gewählten Ansatzes mittlerweile erfolgreich international gegen die grossen der Branche behaupten kann.

In Kürze:
Michael Prim ist seit Januar 2015 als Teamleiter Data-Science bei Adello tätig. Davor arbeitete er ein Jahr lang als Big-Data-Scientist bei Adello. Davor war er als Data-Analyst über drei Jahre bei Blue Yonder tätig, währendem er sein Doktorat an dem Karlsruher Institut für Technologie absolvierte. Sein Diplom in Physik hat er ebenfalls am Karlsruher Institut für Technologie gemacht.
– Oktober 2004 – Januar 2010: Diplom in Physik. Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
– November 2009 – Dezember 2012: Data-Analyst. Blue Yonder, Karlsruhe
– Februar 2010 – Dezember 2013: Promotion in Physik, Doktor der Naturwissenschaften. Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
– Januar 2014 – Dezember 2014: Big-Data-Scientist. Adello, Karlsruhe.
– Januar 2015 bis heute: Team Lead Data Science. Adello, Karlsruhe.

Ursina Maurer

Ruf Lanz für die Hiltl Akademie: Über 100 Jahre vegetarische Erfahrung

Hiltl lanciert die Hiltl Akademie und gibt das in über 100 Jahren angeeignete Wissen über die vegetarische Küche weiter. Ruf Lanz hat dazu eine Kampagne kreiert.

Das Haus Hiltl in Zürich ist laut Guinness World Records das älteste vegetarische Restaurant der Welt. Es wurde 1898 von Ambrosius Hiltl gegründet und wird heute von Rolf Hiltl in der vierten Generation geführt. Nun gibt Hiltl seine Erfahrung an andere weiter: in der neuen Hiltl Akademie. Die Hiltl Akademie vereint Wissen, Genuss und Erlebnis durch vielseitige Kochkurse und Info-Abende, inspirierende Events wie Chef's Tables, individuelle Ernährungsberatung und vieles mehr. Zudem vertiefen gelernte Köche und Gastronomen in lehrreichen Profischulungen ihre vegetarische und vegane Kompetenz und profitieren von über 100 Jahren Erfahrung von Hiltl.

Diese langjährige Erfahrung thematisiert Ruf Lanz in der neuen Imagekampagne überraschend anhand der Ringe von Zwiebel, Lauch und Artischocke. Die Kreativagentur sorgt seit 2006 mit mehrfach preisgekrönten Kampagnen dafür, dass die Marke Hiltl in aller Munde bleibt. Die drei neuen Sujets kommen auf Inseraten, Plakaten, Postkarten sowie in diversen Online-Anwendungen zum Einsatz.

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Verantwortlich beim Haus Hiltl: Rolf Hiltl (Gesamtverantwortung), Amber Turgeman, Marsha Lehmann (Marketing + Kommunikation). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Markus Ruf, Danielle Lanz (Creative Direction), Grit Wolany, Isabelle Hauser (Art Direction), Markus Ruf (Text), Pascal Trütsch (Beratung). Fotografie und Bildbearbeitung: Felix Streuli.

Rod gewinnt Spezial-Award bei den Euro-Effies

Rod Kommunikation hat den Best use of Out of Home International Effie Award für die BAG Love life Kampagne gewonnen.

Der Spezial-Award von FEPE, dem internationalen Verband der Aussenwerber, wurde Rod am Donnerstag an der Effie Gala im Cercle de Lorraine, Brüssel von FEPE Executive Director John Ellery übergeben. Der Preis wurde von Annette Häcki, Leiterin Kreation, und David Schärer, Agentur-Mitinhaber, entgegengenommen.

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Begründet wird die Wahl mit dem aussergewöhnlichen Einsatz von Aussenwerbung als Teil einer integrierten Multimedia-Kampagne, um das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit gegenüber HIV und Safer Sex zu erhöhen. Die Kampagne sei die in der Schweiz und in Liechtenstein meist-diskutierte des vergangenen Jahres gewesen und habe sogar über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen gesorgt. In drei Monaten habe die Kampagne Publizität im Wert von 5,2 Millionen Franken generiert und 80 Prozent der Zielgruppe erreicht. Mark Flys, Generalsekretär von FEPE, zur prämierten Arbeit: «Diese Kampagne ist ein grossartiges Beispiel dafür, wie Kreativität und der richtige Einsatz des Out of Home-Mediums kombiniert werden kann, um die Menschen zu erreichen und ihr Verhalten zu verändern.» (hae)

Rod hat bei der Umsetzung dieser Kampagne eng mit Mediaschneider zusammengearbeitet. Mediaschneider war für die gesamte Medienplanung zuständig.

Zum Thema: «Love Life»-Plakat wirkt (Printausgabe 23/2014)

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Scholz & Friends lanciert neue Vögele- Dachmarkenkampagne

Scholz & Friends ist ab sofort die Lead-Agentur von Charles Vögele. Für das grösste Schweizer Modeunternehmen verantwortet ein orchestriertes Team von Scholz & Friends nun die Marketing-Kommunikation.

Scholz & Friends ist die neue Leadagentur des Schweizer Modehauses Charles Vögele. In einem Pitch überzeugte Scholz & Friends den Kunden mit einem orchestrierten Team aus Fashion- und Retailmarketing-Spezialisten. Das erste Ergebnis der neuen Zusammenarbeit wird ab sofort in einer internationalen Dachmarkenkampagne sichtbar. Die von Scholz & Friends entwickelte Kampagne startete am 19. Oktober in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden mit einem neuen TV-Spot, der von Anzeigen, Plakaten, Online Bannern und weiteren Print-Massnahmen flankiert wird. Ziel der Kommunikation ist es, der Marke wieder mehr Aktualität und Vitalität zu verleihen.

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Momente mit Charles Vögele

Die besonderen Momente sind es, die uns lange in Erinnerung bleiben. Sie zu geniessen, fällt mit der richtigen Mode noch leichter. Daher sind es genau diese Momente, die den emotionalen Rahmen der neuen Kampagne bilden. Zur Wiedererkennbarkeit über alle Massnahmen hinweg dient neu ein grafischer Rahmen. Inspiriert vom Fokus-Frame optischer Geräte, der stets auf der Suche nach besonderen Momenten ist, steht auch das Charles Vögele-Rahmenelement für das Besondere: den besonderen Moment, das besondere Angebot, eine spezielle Passform oder auch den besonders günstigen Preis. Im ersten Flight der Kampagne dreht sich alles um die perfekten Herbst Momente. 
Die Kampagne wird in allen Zielmärkten mit Fokus auf die Schweiz zu sehen sein. 2016 wird die Kampagne weitergeführt.

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OOH_Kind
OOH_Terasse
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