BPRA bekommt Verstärkung aus der Romandie

Der Bund der PR-Agenturen der Schweiz BPRA hat an seiner Herbst-Mitgliederversammlung vom 29. Oktober die in Genf, Zürich und Lugano domizilierte PR-Agentur Voxia Communication als neues Mitglied aufgenommen.

Voxia Communication ist 2013 aus dem Zusammenschluss der European Investor Relations und der traditionsreichen Genfer Agentur Rochat & Partners hervorgegangen. Laurent Ashenden, Founding Partner von Voxia: «Für Voxia ist die BPRA-Mitgliedschaft eine logische Entscheidung, basierend auf unserer starken Entwicklung in den drei hauptsächlichen Landesteilen der Schweiz.» An derselben Versammlung wurde zudem die in Lausanne und Genf tätige Agentur
 FTC Communications als Mitglied im Beobachterstatus aufgenommen. François Huguenet, Directeur associé von FTC Communication: «Der Schweizer Kommunikationsmarkt braucht mehr Klarheit und wir sind überzeugt, dass der BPRA ein wichtiger strukturierender Akteur darin ist. Als unabhängige, auf die Romandie ausgerichtete Agentur, freuen wir uns auf unseren Beobachterstatus beim BPRA und darauf unseren Beitrag zu leisten.»

Agenturen mit Geschäftsjahr 2015 mehrheitlich zufrieden

Die BPRA-Mitgliedsagenturen zeigen sich bezüglich des zu Ende gehenden Geschäftsjahres 2015 zuversichtlich: 67 Prozent der Agenturen sind der Meinung, dass ihr Honorarertrag 2015 gleich hoch oder höher als 2014 ausfallen wird. 58 Prozent der Mitglieder vermelden zudem in der an der Versammlung vorgestellten Herbstumfrage eine leicht oder deutlich verbesserte Profitabilität im Vergleich zum Vorjahr. Sorgen bereiten den Agenturen hingegen die Rekrutierung von erfahrenen Beratern: Wie in den vorangegangenen Jahren wird die fehlende Praxiserfahrung vieler Bewerberinnen und Bewerber moniert. Nicht zuletzt aus diesem Grund plant die Mehrheit der Agenturen, auch 2016 wieder verschiedene Praktika anzubieten. Die Dauer dieser Praktika betragen zwischen einem Monat und einem Jahr und werden mit einem Salär zwischen 1‘000 und 3‘000 Franken pro Monat vergütet.

 

Zu guter Letzt: Lizenz zum Überleben

Um für das Überleben des Tigers zu kämpfen, will eine belgische Agentur Lizenzgebühren auf Tiger-inspirierten Produkten erheben – und die Einnahmen der Grosskatze zurückgeben.

Das «Geschäft» zwischen Mensch und Tiger ist ziemlich ungleich: Der Mensch kopiert das Aussehen des Raubtiers seit jeher, macht damit gutes Geld und rottet den Urheber des Tigermusters im Gegenzug aus. Verschwindende Lebensräume und illegale Jagd setzen der Tierart seit Jahrzehnten derart zu, dass es heute nur noch 3200 freilebende Tiger gibt. Die Grosskatze braucht dringender denn je Hilfe – neue Ansätze sind gefragt und willkommen.

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Happiness Brüssel präsentiert einen. Für die Organisation Panthera hat die Agentur mit der Kampagne «Tiger royalty» ein Label ins Leben gerufen, das Urheberrechtsgebühren auf «Tigerprodukten» eintreiben soll. Natürlich auf freiwilliger Basis. Unternehmen, die von Tigern inspirierte Produkte verkaufen, können sich anschliessen und pro Verkauf einen gewissen Teil zum Schutz der Grosskatze beisteuern.

Eine erfrischende Idee, die hoffentlich Erfolg hat. Es wäre dem Lizenznehmer zu gönnen. (hae)

Ruf Lanz wird konkret fürs Museum Haus Konstruktiv

Das Museum Haus Konstruktiv in Zürich zählt zu den führenden Ausstellungshäusern der Schweizer Kulturlandschaft. Ruf Lanz ist neu für die werbliche Inszenierung verantwortlich und lanciert die erste Imagekampagne.

Laut Direktorin Sabine Schaschl und Stiftungsratspräsident Andreas Durisch überzeugte die Kreativagentur «mit frischen konzeptionellen Ideen, die das Haus Konstruktiv über die eingeweihten Kreise hinaus ins Gespräch bringen». So zeigt Ruf Lanz mit zwei pointierten Filmen, dass die allererste Erfahrung mit Kreis, Dreieck und Quadrat eher schwierig ist. Und dass konstruktive Formen darum eine zweite Chance verdient haben. Gefilmt wurde mit einer speziell präparierten Kamera direkt aus einem Formensortierspiel heraus, mit zwei putzmunteren Kleinkindern in den Hauptrollen. Die Filme sind im TV, im Kino sowie online zu sehen.

Zusätzlich kommen Inserate, Plakate, Postkarten, Banner und Buttons zum Einsatz. Diese verfremden den «I love ZH»-Schriftzug im Sinn der konstruktiven Kunst. Die Liebesbekundung zu Zürich ist kein Zufall. Denn die bis heute lebendige Geisteshaltung der Zürcher Konkreten – Max Bill, Camille Graeser, Verena Loewensberg und Richard Paul Lohse – sowie die Impulse der geistesverwandten konzeptuellen Kunst bilden nach wie vor den gedanklichen Ausgangspunkt der Ausstellungen im Haus Konstruktiv.

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Verantwortlich beim Museum Haus Konstruktiv: Sabine Schaschl (Direktorin und Kuratorin), Andreas Durisch (Präsident des Stiftungsrates), Flurina Ribi Forster (Presse & Öffentlichkeitsarbeit). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Markus Ruf, Danielle Lanz (Creative Direction), Grit Wolany (Art Direction), Markus Ruf, Florian Birkner (Text), Linda Egloff (Beratung), Tanja Felix (Mediaberatung). Filmproduktion: Stories AG, Zürich. Produzent: Yves Bollag. Regie: Tobias Fueter. DOP: Tobias Dengler. Produktionsleitung: Heike Schreyer. Art Departement: Peter Scherz.

Kommunikationschefin verlässt Credit Suisse

Gewichtiger Abgang bei der Grossbank Credit Suisse: Die globale Kommunikationschefin Clarissa Haller verlässt das Unternehmen.

Ein Sprecher der Grossbank bestätigte entsprechende Recherchen der Handelszeitung. Kurz nach Vorstellung der neuen Strategie verlässt damit eine hochrangige Managerin die Credit Suisse. Haller soll der Rückhalt bei Tidjane Thiam gefehlt haben: Der neue Konzernchef habe bei Haller den Hintergrund im Banking vermisst und sei von ihr wenig angetan gewesen, schreibt die Handelszeitung. Haller, die im Juli 2014 von der ABB abgeworben wurde, versuchte, die CS-Kommunikation digitaler zu gestalten und zog verschiedene ABB-Leute nach, was ebenfalls nicht nach Thiams Geschmack gewesen sein soll. Ad interim übernimmt der Medienchef Christoph Meier die Aufgabe des globalen Kommunikationschefs. (hae/pd)
 

Sparen tut weh: SRF streicht «Swiss Award»

Wie die Aargauer Zeitung berichtet, fällt die Sendung «Swiss Award» dem Sparprogramm im Leutschenbach zum Opfer und wird nur noch einmal ausgestrahlt.

Demnach soll die Show, in welcher der Schweizer oder die Schweizerin des Jahres gekürt wird, im Januar 2016 zum letzten Mal produziert werden. Dies bestätigen «bestens informierte Personen beim SRF» gegenüber der Zeitung. Die Gründe für die Absetzung sind naheliegend: Die Kosten für die glamouröse Show sollen gemäss interner Quellen «massiv» über den von SRF ausgewiesenen 607'000 Franken für einmalige Showevents liegen. Obwohl die Entscheidung von der SRF-Pressestelle als «noch nicht entschieden» kommentiert wird, gilt sie intern offenbar als gefällt.
Mit dem «Swiss Award» fordert der durch die wegfallende Mehrwertsteuer und die Umverteilung der Gebühren zugunsten der Privaten angeordnete Sparkurs ein erstes prominentes Opfer. Die AZ vermutet durchaus Kalkül dahinter, dass nicht «Tiersendungen über gebärende Geissen oder eine austauschbare Retorten-Quizsendung» aus dem Programm gekippt würden: Der Zuschauer solle merken, dass sparen weh tut. (hae)
 

Vizner Borel: Gute Unterhaltung mit EWZ Zürinet

Um der Zürcher Bevölkerung die Vorteile der Glasfasertechnologie näher zu bringen und das Glasfasernetz EWZ Zürinet mit seinen Internet-, TV- und Telefonie-Anbietern bekannt zu machen, hat Vizner Borel einen neuen Kommunikationsauftritt entwickelt.

Mit einem neuen Marken-Claim, einem prägnanten Duktus als verbale Klammer und einer frischen Bildsprache wird die neue Welt der guten Unterhaltung bei der Zielgruppe erlebbar gemacht und soll dafür sorgen, dass sich Herr und Frau Zürcher für ein Angebot eines Service Providers auf dem Glasfasernetz EWZ Zürinet entscheiden. Zum Einsatz kommen Plakate, Anzeigen, Informations-Broschüren, Direct Mailings, Online-Banner und die Kampagnenwebsite Zuerinet.ch

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Verantwortlich bei EWZ Telecom: Marcel Quaini (Leiter Sales & Marketing); Sandra Roth (Marketing). Verantwortlich bei Vizner Borel: Lajos Vizner, Guillaume Borel (Gesamtverantwortung); Martina Glaser (Beratung); Gian Maurizio (Art Direction); John Leuppi (Text/Konzept);  Michi à Porta – Wetalkwithyou (Kampagnenwebsite); Pierluigi Macor (Fotografie).

 

E,T&H: Lancierungskampagne für Petpointer

Wo ist mein Liebling? Petpointer lokalisiert Haustiere und schafft Sicherheit. Die Agentur E,T&H macht das Produkt mit einer Lancierungskampagne bekannt.

Jahr für Jahr verschwinden in der Schweiz bis zu 30'000 Haustiere. Ein einschneidendes Erlebnis für ihre Frauchen und Herrchen. Das muss nicht sein. Sagte sich das Unternehmen Hergtech und entwickelte den Petpointer – das kleinste GPS-basierte Tierortungsgerät der Welt. Damit kann man sich die Position seines Haustieres in über 220 Ländern aufs Tablet, den Laptop oder das Handy übermitteln lassen.

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Die Agentur E,T&H Werbeagentur begleitete Hergtech in allen Phasen der Geschäftsentwicklung und Produkteinführung. Angefangen vom Naming, der Positionierung und Business Plan-Entwicklung bis hin zur Verpackung, Verkaufsfolder, Website, Anwenderfilm, Anzeigen und Produkt-PR. Der TV-Spot ist ab sofort auf allen Schweizer Sendern zu sehen.

Key-Visual sind verwaiste Hundehütten und Katzenkörbchen. Getreu dem Agenturverständnis «starke Botschaft, starke Wirkung» wird direkt auf die Problemstellung aufmerksam gemacht und petpointer als innovative Lösung präsentiert. Das Resultat: Innert weniger Tage gingen zehntausende Vorbestellungen ein und hunderte Händler bewarben sich als Distributionspartner.

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Verantwortlich beim Hergtech: Hanns Fricker (CEO). Verantwortlich bei E,T&H Werbeagentur, Rorschach: Peter Thoma (Gesamtverantwortung, Beratung), Jean-Marc Demeulemeester, Brigitte Andres (Kreation), Erich Koller (Produktion, Media). Filmproduktion: Snapfilm, Michael Kindermann (Regie & Produzent).

 

«Wir werden bald nur noch mit dem Smartphone zahlen»

Im Interview mit Werbewoche.ch erzählt Michael Hügli, CMO von Twint, wie seine Firma unser Zahlungsverhalten verändern will, wie die Kommunikationsstrategie aussieht und wie das Unternehmen Geld verdient.

Werbewoche: Michael Hügli, sind Sie nervös?
Michael Hügli: Weshalb?

In wenigen Tagen findet der Launch von Twint statt. Sie führen damit ein neues Zahlungssystem in der Schweiz ein.
Die Nervosität hält sich in Grenzen. Unser Launch hat eigentlich schon längst stattgefunden, wenn auch erst in auserwählten Kreisen. Wir konnten deshalb bereits viele Erfahrungen sammeln und direkt in unsere Arbeit einfliessen lassen. Das beruhigt.

«Auserwählte Kreise»?
Es ist Teil unserer Marketing- und Kommunikationsstrategie, dass die Twint-Community sich ständig entwickelt und vergrössert. Wir sind seit Juli in sorgfältig ausgewählten Testmärkten präsent und haben unsere Marke in den von uns gewünschten Szenen in verschiedenen Städten der Schweiz bekannt gemacht und unser Produkt laufend optimiert. Was nun geschieht ist der erste kommunikative Schritt an eine breitere Öffentlichkeit.

Die Konkurrenz hat doch schon längst mit ihren Kampagnen den Markt besetzt.
Es kommt drauf an, was Sie als Konkurrenz sehen und was Sie unter «Markt besetzen» verstehen. Im Moment sind wir die einzigen im Markt mit einer Lösung, die an der Ladenkasse und Online auch wirklich funktioniert. Der Markt muss erst kreiert werden, bevor er besetzt werden kann. Wir sind gerade dabei, dies zu tun. Und was die Kommunikation betrifft, da setzen wir unsere Ressourcen effizient ein. Wenn man zu früh loslegt, verpufft die Wirkung.

Aber hinter Twint steht doch mit Postfinance auch ein finanzkräftiges Unternehmen?
Unsere Eigentümerin ist zwar Postfinance. Wir sind jedoch eine selbstständige Tochtergesellschaft, die rentabel sein soll. Die Mittel sind, wie das für jede Unternehmung gilt, endlich und wir müssen uns gut überlegen, wie wir diese einsetzen. Deshalb brauchen wir gerade in der Kommunikation innovative Strategien und Ideen, aber vor allem auch Partner, die auf Augenhöhe mit uns arbeiten und diese Ideen auch umsetzen können.

Wer sind diese Partner?
Auf Seiten Marketing und Kommunikation ist dies in erster Linie die Agentur Partner & Partner, sie ist im Lead. Daneben haben wir noch weitere kleinere Partner, die uns auf unserem Weg in den Markt tatkräftig unterstützen (Anm. d. Redaktion: Der Markenauftritt zum Beispiel wurde von der Berner Agentur Bloom Identity umgesetzt (Werbewoche.ch berichtete)).

Wie sieht die Strategie Ihrer Kommunikationsagentur aus?
Da muss ich kurz ausholen. Das Smartphone wird zur Plattform für alles – oder «Mobile first», wie es so schön heisst. Wir werden bald schon nur noch damit zahlen. Davon sind nicht nur wir überzeugt, das wissen auch Apple, Samsung, Google und Co., und werden schon bald versuchen, ihre Bezahldienste zu lancieren. Wir kommen ihnen jedoch zuvor, weil wir unsere strategische Position in der Schweiz vorab sichern werden. Innovativ an der Kommunkations-Strategie ist aus meiner Sicht, dass wir im ersten Schritt auf ein junges urbanes Publikum fokussieren. Für die Betreiber dieser Shops sind wir attraktive Partner und bieten interessante Möglichkeiten sowie Support gerade in der Kommunikation mit ihren eigenen Kunden. Für die Kunden bieten wir Convenience beim Zahlen. So profitieren beide Seiten. Wir erhalten im Gegenzug eine interessante First-User-Community sowie eine starke Positionierung der Marke Twint. Im zweiten Schritt erst sprechen wir die breite Öffentlichkeit an, dann nämlich, wenn wir mit unseren strategischen Partnern wie Coop, SBB, diversen Banken und Systemgastronomen wie SV-Service den Markt langsam abdecken. Und diesen Schritt vollziehen wir gerade.

Wie positionieren Sie Twint am Markt?
Wir positionieren uns als die «Guten», weil wir den kleinen Läden attraktive Lösungen bieten, unter anderem viel niedrigere Gebühren als Kreditkartenanbieter. Diese Läden führen Twint ein und akquirieren mit unserer Hilfe laufend neue Nutzer. Wir unterstützen damit die «Digital natives» in der Schweiz in ihrer Forderung nach alltagstauglichen Diensten auf ihren Smartphones, vereinfachen das Zahlen und bieten ihnen schon bald auch attraktive Mehrwertdienste.

Was ist die Kernbotschaft Ihrer Kampagne?
Auf der Image-Ebene wollen wir vor allem bekannt machen, dass hier etwas Neues, Grosses und Nützliches kommt, für das du dich besser interessieren solltest, wenn du dabei sein willst: Twint – Dein digitale Portemonnaie. Auf der Produkte-Ebene wollen wir, dass die Leute die App herunterladen, sie kennenlernen und nutzen. Die Händler sind dabei unsere Promotoren. Für die kleinen Händler sind attraktive Konditionen im Zahlungsverkehr überlebenswichtig, die Grossen sparen Millionen. Sie alle werden unser Image mitprägen und uns helfen, dass unser digitales Portemonnaie genutzt wird.

Wie wollen Sie die Schweiz dazu bringen, mit Twint zu zahlen?
In erster Linie wollen wir ja ein Verhalten verändern. Vom Zahlen mit Bargeld oder Kreditkarten hin zum Zahlen mit unserer App. Um das zu bewirken, brauchen wir eine Marke, der man vertraut. Daran haben wir die letzten Monate tagtäglich gearbeitet und werden auch in Zukunft viel Energie dafür investieren. Wir als Tochterfirma eines etablierten Schweizer Finanzdienstleisters haben dabei einen grossen Vorteil: Wir kennen unsere Kunden, den Markt und die gesetzlichen Regeln besser als alle anderen. Und unsere Mutterfirma Postfinance ist in der Schweiz gut verankert und hat ein gutes Image. Wir sind sozusagen die freche, junge, urbane Tochter, die einen neuen Trend lanciert. Uns verzeiht man, wenn wir anfangs vielleicht noch ein paar Fehler machen, aber man vertraut uns, weil wir glaubwürdig sind und auch so kommunizieren.

Kritiker befürchten, dass Apps wie Twint Bargeld immer überflüssiger machen und so dessen schleichende Abschaffung beschleunigen. Wir werden immer abhängiger vom Internet und gleichzeitig immer überwachbarer – was entgegnen Sie solchen Bedenken?
Ich denke wir sind schon längst abhängig vom Internet und auch «überwachbarer». Bereits heute zahlen wir mit all unseren Karten «digital» und die Kreditkarteninstitute, Banken und Grossverteiler haben damit Einblick in unser Konsumverhalten. Letztlich ist es jedem Einzelnen selber überlassen, wie viel Digitalisierung und Gläsernheit er in seinem Alltag haben will. Wir von Twint fragen unsere Kunden explizit bei der Registration ob wir ihre Daten sammeln dürfen und ob er persönliche Angebote in der Twint App erhalten möchte. Bei uns ist dies nicht in den allgemeinen Geschäftsbedingungen versteckt. Stimmt der Kunde zu, profitiert er ab Sommer 2016 von attraktiven Angeboten. Möchte der Kunde dies nicht, so kann er die entsprechende Funktion jederzeit ausschalten.

Was ist der Vorteil für den Konsumenten bei Twint gegenüber Debit- und Kreditkarten?
Die Konsumenten wollen Convenience und Mehrwerte. Mit Twint haben sie ihren persönlichen Bancomaten in der Tasche, 24 Stunden am Tag, immer griffbereit und eine rasant wachsende Zahl an Orten, an denen sie damit bezahlen können. Zudem haben sie die Ausgaben immer unter Kontrolle. Mit Funktionen wie individuellen Coupons-Angeboten, Stempelkarten und Hinterlegen von Kundenkarten schaffen wir schon bald Mehrwerte, welche die anderen Zahlungsarten nicht bieten können.

Wie funktioniert Twint technisch?
Twint basiert für die Bezahlung an der Ladenkasse auf der Beacon-Technologie. Das hat zum Vorteil, dass wir sowohl Android als auch iOS Geräte unterstützen können und unsere Zielgruppe darum sehr viel grösser ist. Hätten wir eine NFC basierte Lösung lanciert, so wären alle iPhone User – und das ist in der Schweiz immer noch die Mehrheit – von unserer Lösung ausgeschlossen. Denn Apple gibt NFC zur Zeit nicht für Dritte frei. Der Twint Beacon dient dazu, dass wir erkennen, bei welchem Händler und an welcher Kasse der Kunde steht. Die Kasse meldet uns gleichzeitig den Betrag und wir können im gesicherten Backend die Transaktion abwickeln. Im Internet und bei der Händler-App, der Lösung für kleinere Geschäfte, erfolgt dieses Pairing mittels Scanning des QR Codes durch den Kunden. Aufladen können Sie das Twint Konto mittels einmaliger Hinterlegung Ihres Post- oder Bankkontos. Immer mehr Partnerbanken unterstützen dabei einen zu 100 Prozent digitalen Prozess. Bei allen übrigen Banken ist einmalig ein Lastschriftverfahren auszufüllen. Ist die Hinterlegung des Kontos einmal erfolgt, so kann das Twint Konto bequem innert Sekunden geladen werden. Das Smartphone wird damit zum mobilen Bancomaten.

Wie verdient Twint Geld?
Wir werden über zwei Kanäle Geld verdienen: Über Einnahmen von Transaktionsgebühren sowie über Mehrwertdienste wie mobile Couponing oder digitale Stempelkarten. Wir schätzen, dass wir kurz- und mittelfristig mit den Transaktionsgebühren einen höheren Ertrag einspielen werden als mit den Mehrwertservices. Langfristig jedoch können diese zur Haupteinnahmequelle werden. Aber alles erst der Reihe nach.

Was haben sie als nächstes in der Pipeline?
Bis Ende Jahr werden 3'000 Coop-Kassen in den grossen Schweizer Städten mit Twint Beacon ausgerüstet. Bis Ende Februar wird Coop dann das ganze Filialnetz ausgerüstet haben. Auch sind wir daran, erste Automaten für unser Bezahlsystem auszurüsten. Das wird etwas bewegen. Schon bald werden wir neue Features lancieren, die über reine Zahlungsfunktionen hinausgehen. Bereits heute kann die Coop Supercard im App hinterlegt werden, um bei jedem Einkauf automatisch Superpunkte zu sammeln. Weitere Optionen wie das Couponing folgen 2016. Die App ist dann auch ein digitales Portemonnaie für Kundenkarten, Coupons, Shoppingtipps und digitale Stempelkarten. Wir arbeiten auch bereits an «Fastlanes» in Läden, denn wir sind überzeugt, dass schon bald die Twint-Zahler im Check-out viel schneller sein werden als die Bar- und Karten-Zahler.

Die P2P-Funktion für Geldtransfers unter Bekannten werden wir im November ebenfalls einführen. Sie hat bei uns aber zweite Priorität. An der Ladenkasse oder in einem Restaurant bezahlen Sie jeden Tag. Dort ist der Markt, dort sind die Transaktionen. Der Geldaustausch unter Freunden ist ein «nice to have», welches unser Mutterhaus Postfinance übrigens schon zu Zeiten einführten, als wir noch mit einem Ericsson Handy SMS schrieben und keine Smartphones kannten.

In Ihrem TV-Spot sagen sie, Twint sei nur eine App. Bewusstes Understatement?
Unsere Kommunikation ist genau darauf ausgerichtet. Keine Versprechungen machen, sondern Beweise liefern. Wir starten unsere Kampagne erst jetzt, wo wir unter anderem dank über 50 kleinen Händlern und vor allem auch dank der Kooperation mit Coop an der Ladenkasse und im Internet präsent sind. Wie Pilze werden in den nächsten Wochen die Twint Beacons an immer mehr Orten aus dem Boden schiessen bzw. auf der Ladentheke stehen. Dies zeigt: Twint ist da, Twint ist greifbar und funktioniert. Am Ende ist es jedoch tatsächlich nur eine App, aber sie wird unser Verhalten verändern und unser Leben vereinfachen. Das sage ich hier und das sagen wir in unserem Spot, weil es einfach stimmt. Das macht uns glaubwürdig. Machen Sie den Selbsttest. Schon bald werden Sie aus Gewohnheit das Portemonnaie zuhause vergessen und nur mit dem Smartphone in die Stadt gehen. Mir ist dies jedenfalls schon passiert.

https://www.youtube.com/watch?v=CThFbTMudEw

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Michael Hügli war bis Sommer 2014 verantwortlich für die Strategische Steuerung von Postfinance. Seither ist er CMO bei Twint. 2014 wurde Twint mit dem Ziel gegründet, ein digitales Portemonnaie für die Schweiz zu entwickeln. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Postfinance.

Über Twint

Twint wurde 2014 mit dem Ziel gegründet, ein digitales Portemonnaie für die Schweiz zu entwickeln. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Postfinance. Mit Twint kann per Smartphone an Ladenkassen, in Online- und App-Shops, an Automaten und zwischen Freunden (P2P) bezahlt werden. Über die App fliessen keine sensiblen Daten und Geld wird nur über ein geschütztes Backend transferiert. Twint ist aber mehr als eine reine Bezahl-App und bietet auch Insider-Tipps zu Shopping, Ausgang und Essen. Treuekarten und in Kürze auch digitale Coupons werden automatisch berücksichtigt. Die Möglichkeit, Twint als Online-Tool für eigene mobile Marketingkampagnen zu nutzen, und die tiefen Transaktionskosten sind laut Mitteilung wiederum für Händler attraktiv. Die App ist kostenlos. Der Nutzer benötigt weder Kredit- noch Debitkarten. Die App funktioniert unabhängig von Telekomanbietern und ist auf iPhones (ab 4S und iOS 7) und Smartphones mit Android (ab Version 4.3) einsetzbar. Eine Registrierung via Mobiltelefon-Nummer genügt, um Prepaid-Guthaben aufzuladen und mit der ersten Zahlung zu starten.

Interview: Thomas Häusermann
 

Daniela Ciotto neu für JLS Digital kreativ prägend

Die letzten vier Jahre hat Daniela Ciotto die Aussenwahrnehmung der UBS massgebend mitgestaltet, neu wird sie ihre Kreativität bei der Luzerner Agentur JLS Digital zum Einsatz bringen.

In ihrer neuen Rolle als CCO und Mitglied der Geschäftsleitung ist sie verantwortlich für die Bereiche Kreation, Beratung und Marketing und stärkt so den Agenturbereich des Unternehmens. JLS Digital ist nebst Kreativ-Agentur, auch Generalunternehmen im Digitalen Marketing. Das Unternehmen verbindet Kompetenzen in Kreation, Marketing und Technologie und bietet seinen Kunden massgeschneiderte digitale Lösungen von A-Z. «Für unsere Kunden digitale Welten zu erschaffen und durch bewegtes Bild zu überraschen, differenzieren und involvieren, ist eine sehr spannende und herausfordernde Aufgabe», so Daniela Ciotto in einer Mitteilung.

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Bei der Grossbank UBS hatte sie die Abteilung Creative Concepts & Campaigns aufgebaut und somit die Wahrnehmung der Bank im Markt Schweiz durch die nationalen Kampagnen aus ihrem Bereich stark geprägt (z.B. die aktuelle Vorsorgekampagne der Bank). Im Vorfeld hatte sie für die UBS den Digital Signage Bereich (E-Screens) aufgebaut und das Grundgerüst für diesen, heute wichtigen, eigenen Kommunikationskanal der Bank, gelegt. Ursprünglich kommt Daniela Ciotto aus der Agentur- und Fashionwelt (Bally, Calida) und hat bei verschiedensten Kreativ-Agenturen Kommunikation für einen breiten Kundenstamm entwickelt. Sie bringt reichhaltige Erfahrung aus den verschiedensten Branchen (Automobile, Fashion, Finanz, Konsumgüter, Dienstleistungen, Telekommunikation, etc.) mit. Daniela Ciotto startet per 1. November bei JLS Digital am neuen Firmendomizil in Luzern.

 

Tamedia: Neue Organisation für Unternehmensbereich Werbung & Pendlermedien

Tamedia hat die Organisation der Verkaufs- und Service-Teams im neuen Unternehmensbereich Werbung & Pendlermedien festgelegt. Bis auf Neuzugang Thomas Passen werden alle leitenden Aufgaben von bestehenden Führungungskräften übernommen.

Mit Sylvia Epaillard, Annina Flückiger, Tanja Heusser, Thierry Furrer, Marco Gasser und Thomas Passen ist ab Ende 2016 ein erfahrenes Team für die Betreuung der Werbekunden, unternehmensweite Media-Projekte sowie für unterstützende Serviceprozesse verantwortlich.

Thierry Furrer übernimmt ab Ende 2016 die Leitung des Werbemarkts für sämtliche Regionalmedien. In dieser Funktion wird er insbesondere für die Betreuung der Werbekunden für die regionalen Tageszeitungen im Raum Bern, Genf, Lausanne, Winterthur und Zürich sowie für die im Newsnet zusammengefassten Online-Plattformen verantwortlich sein. Parallel dazu wird der zweisprachige Thierry Furrer, der 2010 von Ringier Romandie zu Tamedia Publications romandes stiess, den Stellen- und Immobilienmarkt sowie den telefonischen Anzeigenverkauf betreuen.

Marco Gasser leitet ab Ende 2016 den gesamten Werbemarkt des Medienverbundes 20 Minuten und übernimmt zusätzlich bereichsübergreifend die Verantwortung für die crossmediale Angebotsgestaltung sowie die Weiterentwicklung der konvergenten Arbeitsweise. Zudem wird der eidgenössisch diplomierte Marketingleiter unternehmensweite Konvergenzprojekte leiten. Gasser begleitete in den letzten 14 Jahren als Leiter Werbemarkt das Wachstum von 20 Minuten zum reichweitenstärksten Medienverbund der Schweiz.

Thomas Passen, der von Ringier zu Tamedia wechselt, übernimmt im neuen Unternehmensbereich wie bereits angekündigt ab Ende 2016 die Leitung des Werbemarktes nationale Medien (Werbewoche.ch berichtete). Tanja Heusser, aktuell verantwortlich für den Innendienst Regionalmedien Deutschschweiz, leitet künftig den zentralen Innendienst aller Titel der Mediengruppe Tamedia. Die Verantwortung für Digital Advertising & Services liegt weiterhin bei Sylvia Epaillard. Die 34-Jährige, die Sprach- und Kommunikationswissenschaft sowie Informatik studierte, wechselte im Oktober 2014, nach Stationen bei einem Gaming-Publisher und Google, zu Tamedia. Annina Flückiger, die 2006 zu 20 Minuten stiess, zeichnete in den letzten Jahren für das Marketing der stärksten Schweizer Medienmarke verantwortlich und leitete zudem den Verlag von 20 Minuten Friday. Sie hält einen Master of Advanced Studies in Business Communications inne und übernimmt das Inserentenmarketing, die Verkaufsförderung sowie die Koordination zum Lesermarkt für den gesamten Unternehmensbereich Werbung & Pendlermedien.

Die Verantwortung für die bereichsübergreifende Key-Account-Betreuung liegt direkt bei Marcel Kohler, Leiter des Unternehmensbereichs Werbung & Pendlermedien und Mitglied der Unternehmensleitung von Tamedia. Über die Leitung des neuen Verkaufsteams Display Classified wird in den kommenden Wochen informiert. Kohler zur Neuorganisation: «Ich freue mich, dass ich die Zukunft des Werbemarktes von Tamedia gemeinsam mit ausgewiesenen Experten und langjährigen Kolleginnen und Kollegen gestalten kann.»

Ombudsmann rügt «Kassensturz» wegen SVP-Bashing

Mit deutlichen Worten hat sich SRG-Ombudsmann Achille Casanova zu einem «Kassensturz»-Beitrag über die konsumentenfreundlichsten Parteien geäussert. Seiner Meinung nach wurden die Sorgfaltspflichten mehrfach verletzt.

Der Beitrag «Parteien im Konsumenten-Check: Diese fallen durch» war Mitte September ausgestrahlt worden. Wenige Wochen vor den Wahlen wurde darin am Beispiel von fünf Vorlagen im Nationalrat eine Rangliste mit den konsumentenfreundlichsten Parteien erstellt. Am schlechtesten schnitt die SVP ab. Das Fazit im Beitrag: Bei Abstimmungen im Interesse der Konsumenten stimme die Partei «seit Jahren dagegen».

Implizite Wahlempfehlung

Die Zürcher SVP-Nationalräte Natalie Rickli und Gregor Rutz waren mit dieser Darstellung nicht einverstanden und wandten sich an den SRG-Ombudsmann. Ihrer Meinung nach wurde in der Sendung sowohl das Vielfalts- als auch das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt, wie aus der Antwort des Ombudsmannes hervorgeht. Tele Züri berichtete am Freitag über das Schreiben, das auch der Nachrichtenagentur SDA vorliegt. Der «Kassensturz» habe in der Schlussphase in die politische Debatte eingegriffen – und zwar «nicht in neutraler Art und Weise als Berichterstatter», schrieben die beiden Nationalräte in ihrer Beanstandung. Die Redaktion habe Einschätzungen und implizite Empfehlungen im Hinblick auf die Parlamentswahlen vorgenommen. Auch der Ombudsmann stellt dem «Kassensturz» in seiner Antwort kein gutes Zeugnis aus. So kritisiert Casanova die Berichterstattung als einseitig und unausgewogen. Die Gegner der konsumentenfreundlichen Vorlagen würden mit negativen Bemerkungen versehen, die Befürworter dagegen positiv gewürdigt.

Ombudsmann: «Schlicht inakzeptabel»

Dazu kämen «verschiedene Ungenauigkeiten». Bedeutender sei jedoch die Tatsache, dass die Berichterstattung auf die SVP fokussiert gewesen sei. So habe die Sprecherin im Beitrag die Äusserung von Nationalrat Thomas Aeschi (ZG), die SVP betreibe konsumentenfreundliche Politik, mit den Worten widersprochen: «Von wegen konsumentenfreundlich! Tatsache ist: Bei Abstimmungen im Interesse von Konsumenten stimmte die SVP seit Jahren dagegen.» Diese Formulierung ist nach Ansicht des Ombudsmannes in einer Wahlsendung «schlicht inakzeptabel». Als «noch gravierender» bezeichnet er darüber hinaus die Schlussbemerkung von Moderator Ueli Schmezer. Dieser sagte, die Konsumenten hätten es nun in der Hand, die richtigen Politiker zu wählen. Damit habe Schmezer den «Schritt von einer Wahlhilfe zu einer Wahlempfehlung eindeutig vollzogen». Dies sei im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen «als besonders schwerwiegend zu werten». (SDA)

Blick am Abend entlässt Regionalredaktoren

Vier Regionalbüros der Gratiszeitung Blick am Abend fallen der Neuorganisation des Newsrooms der Blick-Gruppe zum Opfer.

Ringier hat am Mittwoch die Neuorganisation des Newsrooms der Blick-Gruppe kommuniziert. Dabei war auch von dem Verlust von «weniger als fünf Stellen» die Rede (Werbewoche.ch berichtete). Am Freitag wurde nun bekannt, dass in Basel, Bern, Luzern und St. Gallen die Regionalbüros mit je einem Mitarbeiter geschlossen werden. Insgesamt wurden drei Kündigungen ausgesprochen. Betroffen davon sind die Büros in Basel, Luzern und St. Gallen. Die freie Stelle in Bern wird nicht mehr besetzt. Ringier-Sprecher Edi Estermann bestätigte der Nachrichtenagentur SDA entsprechende Medienberichte. Gemäss Estermann bleiben die Regionalseiten von Zürich, Bern, Basel, Luzern und St. Gallen bestehen und werden vorderhand neu vom Newsroom in Zürich aus produziert werden. Wie Estermann zur SDA weiter sagte, gibt es mittelfristig Überlegungen, «wie die Regionalberichterstattung neu organisiert werden kann». (SDA)

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