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Flops der Woche: Moritz Leuenberger und Frank A. Meyer zur Edipresse-Übernahme
Moritz Leuenberger hofft und erwartet, dass der Zürcher Konzern seine neue staats- und medienpolitische Verantwortung wahrnimmt. Er mache sich Sorgen um eine Deutschschweizer Kulturdominanz über die Romandie, sagte der Medienminister in der Fragestunde des Nationalrates.
Moritz Leuenberger hofft und erwartet, dass der Zürcher Konzern seine neue staats- und medienpolitische Verantwortung wahrnimmt. Er mache sich Sorgen um eine Deutschschweizer Kulturdominanz über die Romandie, sagte der Medienminister in der Fragestunde des Nationalrates. Anderseits seien solche Fusionen in der Medienlandschaft aber auch ein Mittel, gegenüber Giganten wie Google zu bestehen und lebensfähig zu bleiben. Die Medienkonzentration sei nicht an sich schlecht, sagte Leuenberger weiter. Es könne nicht Ziel sein, dass möglichst viele Zeitungen in Tat und Wahrheit dieselben Nachrichtenagenturmeldungen abdruckten.
Frank A. Meyer zur Edipresse-Übernahme
Erstmals hat sich ein Vertreter des Ringier-Verlags zur Übernahme von Edipresse durch Tamedia geäussert. Frank A. Meyer übte scharfe Kritik am bevorstehenden Deal. Er halte die zunehmende Zürcher Medienherrschaft für bedenklich, wie er gegenüber dem Sonntag auf die Frage, ob der Deal gut oder schlecht sei, antwortete. Ausserdem hätte Edipresse punkto Produkte ohnehin besser zu Ringier gepasst, so Meyer weiter.
Umfassend, wahrheitsgetreu und wohlwollend
Laut Gesetz haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jederzeit Anspruch auf ein Zeugnis. Auch Werbeagenturen tun sich hin und wieder schwer mit den Formulierungen. Auf folgende Punkte sollten Sie achten.
Vollständig heisst, dass das Zeugnis – in seiner Funktion als Beschäftigungs- und Befähigungsnachweis – umfassend Auskunft geben muss über Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie die Leistungen und das Verhalten des Arbeitnehmers. Ins Zeugnis gehören auch Versetzungen, Beförderungen, absolvierte Weiterbildung. Bei der Leistungsbeurteilung sollten die Arbeitshaltung, die Einsatzbereitschaft und die Arbeitserfolge gewürdigt werden. Beim Verhalten geht es um die Beziehung zu Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kunden und Geschäftspartnern. Bei Vorgesetzten sind auch die Führungsqualitäten zu beurteilen.
Im Übrigen gilt: Wahrheit geht vor Wohlwollen. Mitarbeitende können nicht in jedem Fall ein «gutes» Zeugnis verlangen. Negative Beurteilungen sind zulässig, wenn sie wahr sind und wesentlich für die Leistung oder das Verhalten des Angestellten. Ein Arbeitgeber, der einem völlig unfähigen oder gar unredlichen Mitarbeiter ein schönfärberisches Zeugnis ausstellt, kann unter Umständen von einem künftigen Arbeitgeber belangt werden. Einzelepisoden oder längst überwundene Leistungsschwächen gehören aber nicht in ein Zeugnis. Auch Krankheiten haben im Zeugnis nichts zu suchen. Eine Ausnahme kann es laut Arbeitsgericht Zürich dann geben, wenn die Krankheit einen gravierenden Einfluss auf die Leistung oder das Verhalten des Arbeitnehmers hatte oder einen sachlichen Grund zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses darstellte.
Was heisst nun aber wohlwollend? Arbeitgeber haben eine gesetzliche Fürsorgepflicht gegenüber ihren Angestellten. Sie sollten daher das berufliche Fortkommen des scheidenden Mitarbeiters nicht unnötig erschweren. Konkret bedeutet dies:
– Überlegen Sie, welche speziellen Stärken und Fähigkeiten der austretende Mitarbeiter aufweist. Welche Erfolge hat er erzielt? Was zeichnet ihn aus?
– Legen Sie den Schwerpunkt der Leistungs- und Verhaltensbeurteilung auf die Dinge, wo der Arbeitnehmer gut ist, und unterstützen Sie ihn so in seinem beruflichen Werdegang.
– Konkretisieren Sie das Zeugnis wenn möglich mit überzeugenden Beispielen.
– Wenn Sie mit dem Angestellten zufrieden waren, weisen Sie darauf hin, dass Sie seinen Weggang (sehr) bedauern – oder geben Sie eine persönliche Empfehlung ab.
Beachten Sie: Gut geschriebene Arbeitszeugnisse sind Empfehlungsschreiben für den austretenden Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin. Sie sind jedoch auch eine Visitenkarte Ihres Unternehmens. Zeugnisse sagen nicht nur etwas über den Arbeitnehmer aus, sondern auch über den Verfasser.
Eine Checkliste des Beobachters über die Beurteilung von Arbeitszeugnissen können Sie anfordern unter: [email protected]. In der Betreffzeile «Werbewoche» eingeben.
Neu für KMU: Rechtsberatung bei Fragen, die Ihr Unternehmen betreffen. Der neue Service des Beobachters: kompetente Rechtsberatung für KMU und ihre Mitarbeiter. 6 Monate für nur Fr. 99.– (Einführungspreis).
Sie erreichen die Rechtsexpertinnen und -experten montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer 043 444 54 09. Zudem erhalten Sie vollen Zugriff auf die Beratungsplattform Helponline.ch und eine Beobachter-Zeitschrift alle 14 Tage. Im Preis inbegriffen ist auch ein Geschenk: das Standardwerk für KMU vom Beobachter-Buchverlag,
«So kommen Sie zu Ihrem Geld», im Wert von Fr. 48.–.
Bestellen Sie das Beratungsabonnement für KMU unter: www.werbewoche.ch/werbewoche/kmu-beratung.html oder per Telefon: 0800 83 0800.
Studiengang Unternehmenspublikationen – Print & Online
Neuer Diplomlehrgang für Corporate Publisher mit Steven Schneider und Christa Löpfe-Feldmann.
Aus der Praxis für die Praxis
Speziell sind die Praxistage: Steven Schneider, bekannt als Kolumnist der Coop-Zeitung, verschafft den Studierenden Einblick in die Arbeit einer Zeitungsredaktion, einer Corporate-Publishing-Agentur und eines Auftraggebers. Vor Ort diskutieren die Studierenden mit den Profis und erarbeiten Konzepte und Fallbeispiele. Mit Christa Löpfe-Feldmann als Hauptdozentin hat sich eine weitere Persönlichkeit aus Journalismus und Publizistik verpflichtet.
Die theoretischen Module vermitteln den Teilnehmenden alle Disziplinen der Unternehmenspublizistik: Konzeption, Produktion und Budgetierung von Unternehmenspublikationen, journalistische Formen und Regeln, Storytelling, Heftdramaturgie und Layout. Digitale Corporate-Publishing-Produkte wie Internet, Weblogs, Podcasts oder Web-TV gehören ebenso zum Unterrichtsstoff wie die klassischen Printprodukte.
Fatima Vidal/Cathrin Moser
Schreibszene Schweiz
Neben Kursen und Lehrgängen mit literarischem Inhalt bietet Schreibszene Schweiz Aus- und Weiterbildungen rund um das berufliche Schreiben wie Schreibwerkstatt, Schreiben fürs Web, Ghostwriting, Werbebriefe oder Professionell Redigieren. Seit Oktober 2007 führt Schreibszene Schweiz den Studiengang «Dipl. Texter/in» in Zürich und Bern durch. Schreibszene Schweiz ist Initiantin und Organisatorin des Novemberschreibens. Dabei handelt es sich um einen einzigartigen Wettbewerb für Schreibende, der jedes Jahr Hunderte in die Tasten greifen lässt: Innert 30 Tagen müssen 50?’000 Wörter verfasst werden. Schreibszene Schweiz führt das kostenlose Portal für Schreibende unter
www.schreibszenenetz.ch
Axel Springer 2008 mit Rekordgewinn
Der deutsche Medienkonzern Axel Springer hat 2008 einen Rekordgewinn erzielt. Der Überschuss des Herausgebers von Zeitungen wie Bild und Die Welt stieg auf 571,1 Millionen Euro. Im Vorjahr war ein Verlust von 288,4 Millionen Euro ausgewiesen worden
Im laufenden Jahr wird der Konzern nach eigener Einschätzung die Folgen der Wirtschaftskrise verstärkt zu spüren bekommen. «Natürlich werden wir in diesem Umfeld ein Rekordergebnis wie im Vorjahr nicht erreichen können», erklärte Verlagschef Mathias Döpfner. Der Konzern stelle sich etwa auf ein extrem schwieriges Anzeigengeschäft ein. «Eine genauere Prognose verbietet sich, da sie in dem extrem volatilen Umfeld unseriös wäre», fügte Döpfner hinzu. Der Firmenchef zeigte sich jedoch optimistisch, dass Springer Marktanteile hinzugewinnen und gestärkt aus der Krise hervorgehen werde. Der Konzern werde sich weiter auf seine Kernmarken konzentrieren und in Online-Aktivitäten investieren.
Bühne frei für Kleinunternehmer
Der führende Schweizer Allbranchenversicherer AXA Winterthur richtet sich mit seinem Magazin Meine Firma gezielt an Kleinunternehmen. Neben wertvollen Ratschlägen zu Finanz- und Vorsorgethemen bietet das Magazin Gewerbetreibenden die Möglichkeit, ihr Geschäft und ihre unternehmerische Passion zu präsentieren.
Erfahrungsschatz nutzen
«Meine Firma bietet Betrieben, die sonst nicht im Medienfokus stehen, eine Bühne», erklärt Lorenz Heinzer, Leiter Internal Communications & Publications bei AXA Winterthur. «Hier können sie zeigen, was sie stark, einzigartig und erfolgreich macht, aber auch persönliche Erfahrungen einbringen. In Meine Firma soll ein Wissenstransfer unter Kleinunternehmen stattfinden.» Dazu werden komplexe Fragen aus dem Unternehmer-alltag anschaulich beleuchtet, was Informationen mit hohem Nutzwert vermittelt. Damit ist das Magazin seinen Lesern gleichsam Inspiration, Katalysator und nicht zuletzt interessante Lektüre. Als Herausgeberin positioniert sich AXA Winterthur als zuverlässige und kompetente Partnerin auch in unternehmerischen Vorsorge- und Versicherungsfragen.
Online-Auftritt zur Ergänzung
Meine Firma erscheint viermal jährlich in einer Auflage von 100’000 Exemplaren. Die 32 Seiten umfassende Publikation wird auf Deutsch, Französisch und Italienisch angeboten, die Sprachausgaben sind teilweise regionalisiert. Vier bis fünf Anzeigen pro Ausgabe tragen zur Refinanzierung bei, ergänzt wird das Heft durch den eigenständigen Online-Auftritt auf www.meine-firma.ch.
Das «Servicemagazin für Unternehmer mit grossen Zielen» – so der Untertitel von Meine Firma – erntet durchwegs Lob. Auch von der Konkurrenz, die das Magazin ebenfalls aufmerksam liest: «Da müssen wir uns als Mitbewerber auf die Socken machen», steht in einem anerkennenden Leserbrief aus der Finanzbranche zu lesen.
Daniel Hofmann

Die Plattformer
Microsoft hat eine Offensive zur Vermarktung von mehr Werbung auf ihren viel genutzten Plattformen gestartet. Die Aktivitäten und Beratung in Zürich leitet Daniel Moschin, General Manager Consumer & Online, zusammen mit Arend Hendriks, Sales Director Microsoft Advertising.
Heute arbeiten in der von Daniel Moschin geführten Unit zehn Leute im Verkauf von Online-Werbung und rund 20 im gesamten Bereich Consumer & Online. Der Werbeumsatz ist in den ersten sechs Monaten um 67 Prozent gestiegen. Für das laufende Geschäftsjahr, das bei Microsoft im Juli wechselt, erwartet Moschin trotz der seit November spürbaren allgemeinen Werbeflaute immer noch ein Wachstum von 35 Prozent.
Online wächst. Da sind sich alle einig. «Wer ein Drittel weniger Budget zur Verfügung hat und trotzdem kommunizieren muss, der kann hier seine Lösung finden», sehen Sales Director Arend Hendriks und General Manager Daniel Moschin das Potenzial ihrer Angebote. «Was über Jahre unverändert war, wird plötzlich hinterfragt. Wir können feststellen, dass auch bei ganz grossen Unternehmen das Interesse da ist, unsere Online-Angebote vertieft anzuschauen. Wir sind mit Institutionen im Gespräch über Projekte, welche vor wenigen Monaten noch völlig unmöglich gewesen wären.»
Um ihre Ideen und Produkte noch besser bekannt zu machen, lädt die Unit Consumer & Online nun erstmals zu einem «Microsoft Today Event» in der Schweiz. Im Zürcher Cabaret Voltaire beleuchten am 26. März hochkarätige internationale Key-Note- Speaker das Thema Online-Kreativität aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Im Fokus stehen zudem eine Studie zur Vermarktung von Luxusmarken im Netz sowie «Kreative Ansätze zur Entwicklung innovativer Werbekampagnen» mit der Social-Networking-Plattform Windows Live. Interesse dürften auch die boomenden Möglichkeiten von dynamisch geschalteter In-Game-Werbung auf Windows-Games und Xbox-Spielen wecken.
39 Millionen Besucher pro Monat
Microsoft Advertising ist neuer Teilnehmer in der Webstatistik Net-Metrix Audit und erreicht mit den erstmals veröffentlichten Nutzerzahlen vom Januar 2009 gleich Platz 2 unter den Top Schweizer Webseiten. Aus technischen Gründen werden vorerst nur Daten der Portale mns.ch und Windows Live Hotmail erhoben. Messenger und Spaces sollen aber im Verlauf des Jahres ebenfalls integriert werden. Die ersten veröffentlichten Zahlen weisen monatlich 3,2 Millionen Unique User und eine Verweildauer von 8,43 Minuten pro Besucher aus. Auch die Total Visits mit 39 Millionen Besuchern pro Monat liegen deutlich über dem Marktdurchschnitt. «Die positiven Werte zeigen, dass unsere Dienste bei den Schweizerinnen und Schweizern sehr beliebt sind. Und unseren Werbekunden geben sie die Gewissheit, dass sie über die Plattformen von Microsoft ihre Zielgruppen erreichen», freut sich Arend Hendriks. Ein Beispiel dafür sind die regelmäs-sig stattfindenden Branding-Kampagnen der Migros auf msn.ch, welche hauptsächlich genutzt werden, um Kunden für Cumulus-Aktionstage in die Verkaufsstellen zu locken.
«Das Internet ist inzwischen so stark im Alltag von uns allen integriert, dass es ein grosser Fehler wäre, die Leute dort nicht anzusprechen», meint Moschin. «Man würde eine echte Opportunity verpassen, denn die meisten Konsumenten schalten sich heute mehrmals täglich ins Netz ein.»
Frauen ab 50 sorgen für Wachstum
Am meisten Nutzer hat Microsoft im Bereich Service – Hotmail und Windows Live Messenger. Hier schalten Werbetreibende klassischen E-Commerce wie zum Beispiel Ricardo. Zunehmend findet sich auf diesen Sites aber auch Branding. Grössere Kunden bei Microsoft sind zum Beispiel Mars, Migros, Kleenex, Sunrise. «Alles, was ein breites Publikum sucht», erklärt Hendriks. Das Spektrum reicht durch alle Gesellschafts- und Altersgruppen. Das stärkste Wachstum kann Microsoft aber bei Frauen über 50 feststellen. «Dort herrscht bei vielen Aufholbedarf im Internet.» Viele Frauen entdecken die Lust am kleinen Spielchen oder «casual gamen» zwischendurch. Oder man tauscht sich aus unter Gleichgesinnten und chattet in den Communities. Hier sind sich die Mitbesitzer von Facebook allerdings bewusst, dass die Werbung nur angenommen wird, wenn sie den Usern einen Mehrwert bieten kann.
Als exklusives Tool bietet Microsoft auf dem MSN-Portal den so genannten «Homepage Take¬over». Dabei wird die ganze Seite von einer Werbung umrundet. «Ikea hat damit für ihre Textilkampagne eine dreifach höhere Awareness messen können», verraten die Spezialisten bei Microsoft.
Andreas Panzeri

Daniel Moschin
ist seit Juli 2008 General Manager Schweiz im damals neu geschaffenen Bereich Consumer & Online bei Microsoft. Er hat in dieser Funktion seinen «Traumjob gefunden», weil er hier all seine bisherigen Erfahrungen einbringen kann. Dazu locken Moschin «die unternehmerischen Möglichkeiten». Zu seinem Verantwortungsbereich gehören nebst Consumer PCs mit dem Betriebssystem Windows Vista auch der Bereich Mobiltelefonie mit Windows Mobile sowie die Windows Live Internet Services mit msn.ch, Live Messenger und Hotmail. Vorher hat Moschin bei Microsoft fünf Jahre als Business & Marketing Officer massgeblich zum Wachstum der Schweizer Niederlassung beigetragen. Er war verantwortlich für die Windows PC-Betriebssysteme und Live Services Westeuropa.
Moschin hat in St.Gallen Marketing studiert und stieg bei Procter & Gamble in die Berufswelt ein. Während acht Jahren entwickelte er sich vom Brand-Assistenten bis zum Marketing-Direktor in verschiedenen Ländern. Vier Jahre war er in Genf für den Schweizer Markt der Körperpflegemittel zuständig, zwei Jahre in Brüssel für die Waschmittel Westeuropa und zwei Jahre in Rom für Wasch- und Reinigungsmittel. Weil er «auch noch andere Aspekte» kennen lernen wollte, wirkte er anschliessend drei Jahre in der Strategieberatung bei der Boston Consulting Group in Zürich. Dann kam sein Einstieg ins Online-Geschäft als General Manager von Jobpilot. Nach dem Einstieg von Adecco (und dem späteren Verkauf an Monster.com) wechselte Moschin 2002 zu Microsoft.
Arend Hendriks
ist 2003 bei Microsoft eingestiegen. Zuerst wirkte er für den Aufbau der Online-Dienste auf der Ebene Central & Eastern Europa. Hendriks leistete Pionierarbeit beim Etablieren der MSN-Plattformen in Portugal, Russland, Griechenland, Polen, Schweiz und Österreich. In Zürich ist er jetzt als Sales Director vor allem verantwortlich für «mehr Wachstum» im Werbemarkt. Professionelles Interesse für Werbung hat Hendriks schon während seinem Studium entwickelt. An der Erasmus Universität in Rottterdam, wo der gebürtige Holländer Marketing studierte, hat er in einer Studentenzeitung monatlich eine Kolumne über Werbung verfasst. Ebenso spannend fand er dann das bald einmal boomende Internet sowie die neuen Möglichkeiten der Telekommunikation. Hendriks wurde zu einem Spezialisten für Mehrwertnummer und hat für die holländische KPN verschiedene Electronic Stores aufgebaut. Das brachte ihm einen Auftrag für den Aufbau der gleichen Dienste bei Swisscom ein.
Inzwischen wurde das Internet immer aktueller, und Hendriks wechselte zu AT&T. Für dieses amerikanische Unternehmen musste er von der Schweiz aus Provider in verschiedenen europäischen Ländern lancieren. Hendriks ist überzeugt, dass Online in Zukunft zum wichtigsten Mittel des Marketings wird. «Obama hat die Bedeutung in seinem Wahlkampf gezeigt. Das werden wir in den nächsten Jahren auch in der Schweiz spüren.»
«Online-Werbung ist heute mehr als nur Below-The-Line. Früher schaltete man online, wenn noch ein bisschen Budget übrig war. Man machte T-Shirts, Kugelschreiber oder eben online. Das ist vorbei bei den Planern, die sich am heutigen Markt orientieren. »



Privatsender 3+ wegen «Bauer, ledig, sucht…» eingeklagt
Der Schweizer Privatsender 3+ muss sich gegen eine Klage wegen seiner TV-Sendung «Bauer, ledig, sucht...» wehren. Dem Sender wird vorgeworfen, das Format aus England abgekupfert zu haben.
Die englische Firma hat darum beim Aargauer Handelsgericht eine Klage gegen 3+ eingereicht. Der Fernsehsender aus Zürich wehrt sich gegen die Anschuldigungen: Sie seien völlig unbegründet. 3+ habe ein eigenes Format der Show entwickelt und stehe selbst kurz davor, dieses anderen Sendern anzubieten.
Goldbach will stärker ins Online-Geschäft
Die Goldbach Media Group hat ein gutes Jahr hinter sich. Der Gewinn wuchs gegenüber dem Vorjahr stark an, und auch der Umsatz verzeichnete ein Plus von rund zwölf Prozent. Das Online-Geschäft soll weiter wachsen.
Die Vermarktung von privatem TV blieb mit 56 Prozent am Gesamtumsatz auch im vergangenen Jahr das dominante Geschäft. Die Offline-Medien verloren zusammen jedoch 7,6 Prozent am Umsatz an die Online-Medien, welche 2008 für bereits 30,3 Prozent des Umsatzes verantwortlich waren. Ein grosser Teil des Zuwachses geht dabei auf das Konto der Akquisitionen der Gruppe in Osteuropa. So wuchs das internationale Geschäft 2008 um 79,3 Prozent. Inszwischen werden 13,7 Prozent des Gesamtertrages im Ausland erzielt.
Im Online-Bereich (Display, Search, Mobile, In-Game) verzeichnete der Werbelogistiker einen Umsatz von insgesamt 80,2 Millionen Franken und damit ein markantes, teilweise akquisitionsbedingtes Umsatzwachstum von 48,8 Prozent. Einberechnet sind dabei alle Aktivitäten in Deutschland und Österreich, die der im März 2008 akquirierten Online-Vermarktungsgesellschaften in Kroatien und Slowenien sowie das mit der Akquisition der Arbomedia im September 2008 erworbene Online-Geschäft in Polen, Tschechien, Rumänien und Russland. Bereinigt um die 2008 getätigten Zukäufe beträgt die Umsatzzunahme im Online-Bereich aber immer noch stolze 15,2 Prozent.
Im Offline-Bereich (TV, Teletext, Radio und AdScreen) erzielte Goldbach einen Umsatz von 185,8 Millionen Franken, und dies primär in der Schweiz. Der Verkauf von Werbung im privaten Fernsehen entwickelte sich dabei deutlich über dem Branchentrend und nahm um 5,9 Prozent auf 148,21 Millionen Franken zu. Auch im vierten Quartal des Jahres 2008 zeigte der Verkauf von TV-Werbung Konstanz und bestätigte damit seine Eigenschaft als stabile Ertragsquelle für Goldbach Media.
Goldbach sagt dem Radiogeschäft auch 2009 ein schwieriges Jahr voraus. Der Auftragsbestand im Online-Segment entwickelt sich hingegen erwartungsgemäss positiv, doch muss mit negativen Währungseinflüssen vor allem im osteuropäischen Auslandgeschäft gerechnet werden. Goldbach Media will 2009 mit einem Schwerpunkt im Online-Geschäft organisch, allenfalls auch akquisitorisch weiter wachsen und den Anteil des Online- und internationalen Geschäfts 2009 abermals erhöhen. Goldbach Media rechnet mit einem Anteil des Online-Segments zwischen 35 und 40 Prozent und des internationalen Geschäfts zwischen 20 bis 25 Prozent.
Gesamthaft erwartet Goldbach für das Geschäftsjahr 2009 ein Umsatzwachstum und eine weitere Ebit-Zunahme von rund zehn Prozent.
Michael Koller
Seed: Bewegte Bilder bewegender Momente für die Post
Für die Schweizerische Post hat Seed fünf Kurzfilme realisiert. Sie sind als Begrüssung der Besucher des Webbereichs Jobs & Karriere konzipiert.
Zu den Kunden von Seed gehören unter anderem ABB, Bâloise, Credit Suisse, Geberit, Schulthess Klinik, Die Schweizerische Post, Swiss Re und Swisscom.
>> zu den Clips

Zur Sache: Bye-bye Billag
Die Billag steht seit längerer Zeit unter Beschuss. Zuerst ging es um den Billag-Spot am Fernsehen, der das Bashing in der Boulevard-Presse auslöste. Er sei sauteuer (1,5 Millionen Franken) und grottenschlecht. Die Zuschauer würden nur verängstigt und müssten den ganzen Quatsch noch bezahlen.
Dann sprang die Aktion Medienfreiheit auf den Billag-Bashing-Zug auf und meinte in einer Pressemitteilung, die Schweizer Gebührenzahler beklagten sich mit Fug und Recht immer häufiger über die immens hohen Zwangsgebühren für Radio und Fernsehen. Die Situation sei darum besonders ärgerlich, weil niemand genau wisse, wo die Gebührengelder hinfliessen, schreibt sie weiter. So sei beispielsweise nicht ersichtlich, wofür die Billag über 55 Millionen Franken pro Jahr benötige. Da die Swisscom- bzw. Accarda-Tochtergesellschaft ihre Rechnung nicht publiziert, sei unbekannt, wie sich die einzelnen Aufwandpositionen in der Jahresrechnung präsentieren, welchen Gewinn die Billag ausweise und wie viele Mitarbeiter das Unternehmen beschäftige.
Auf der Internetsite Facebook bildete sich eine Community mit über 29’000 Personen, die unter dem Titel «Bye-Bye Billag» deren Abschaffung will. Eine gleichnamige Volksinitiative ist in Vorbereitung.
Zwei Monate war mehr oder weniger Ruhe, dann stiegen Preisüberwacher Stefan Meierhans und Konsumentenschützerin Simonetta Sommaruga auf den Bashing-Zug auf. Beide sehen keine Berechtigung mehr für ein separates Unternehmen, das im Auftrag des Bundes die Empfangsgebühren einholt. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat der zuständigen Kommission des Nationalrats ein Papier zukommen lassen, das die Abschaffung der Billag fordert. Die 55 Millionen Franken, welche die Billag vom Bund für das Eintreiben der Gebühren erhalte, seien für Gebührensenkungen zu verwenden, sagte Meierhans in einem Interview mit der Sonntagszeitung.
Die Billag wehrt sich natürlich gegen die Anschuldigungen, Steuergelder zu verschleudern. Das Unternehmen habe sein Mandat 1999 und 2006 zweimal in einem Wettbewerbsverfahren gewonnen, sagte Billag-Sprecher Jonny Kopp gegenüber der SDA. Der Bundesrat schliesst einen Wechsel des Inkassosystems für die Radio- und Fernsehgebühren inzwischen nicht mehr aus.
Medienminister Moritz Leuenberger sagte nun vor dem Nationalrat, dass die 9’800 SRG-Angestellten keine Billag-Rechnung bezahlen müssten. Kostenpunkt 2,3 Millionen pro Jahr.
Dass die Aussage unseres Medienministers noch mehr Öl ins Feuer giesst, ist ja wohl klar. Oder war es etwa gar Absicht? Wir sind gespannt.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
Know-how: Integrierte Kommunikation für KMU
Nur zu oft versäumen KMU, durch wirksame Kommunikation Werbedruck zu erzeugen. Es fehlt an Know-how, Mitteln und Managementkapazität – vermeintlich.
Dass erfolgreiche Lösungen einen Partner mit Expertise erfordern, erzählt Hint nicht nur ihren Kunden; die Philosophie beherzigt das Unternehmen auch bei der eigenen Kommunikation. So kam es zur Zusammenarbeit mit dem Zürcher Corporate-Publishing-Haus Infel. «Bei einem Dienstleister wie Hint muss dem technologischen Know-how ein Gleiches an Kommunikationskompetenz gegenüberstehen», erklärt Peter Bösiger, Bereichsleiter Customer Management bei Hint. «Ich suchte also einen Partner, der mich bei der Analyse und Integration der bestehenden Kommunikationsmittel unterstützt.»
Gemeinsam besser
Innert Jahresfrist wurden alle inhaltlichen, zeitlichen und formalen Gesichtspunkte der Hint-Kommunikationswelt aufeinander abgestimmt. Weil Hint per se stark mit dem Internet verbunden ist, bot sich ein Relaunch der Website als logischer Ausgangspunkt an. Das durfte jedoch keine isolierte Massnahme sein: Gleich zu Beginn wurde eine überdachende Leitidee, Bild- und Markenwelt für alle Medien, ausgearbeitet und ein Mas-terplan aufgestellt, der sämtliche Kommunikations-
aspekte strukturierte.
Erst dann wurde auch der gedruckte Newsletter einem Identitätswechsel unterzogen: Als «HINTergrund» gelangte die nächste Ausgabe an ihre Leser. Die darin enthaltenen Fallbeispiele wurden auf der neuen Website aufgenommen und fortgesetzt. Der Leistungsreport wurde ebenso ins medienübergreifende Konzept miteinbezogen wie ein Messeauftritt, die dazugehörige Einladung und das Mailing danach. So verstärkte jeder Kontakt die Markenbotschaft, machte die Hint-Welt unverwechselbar und die Kommunikation insgesamt wirksamer.
Peter Bösiger ist überzeugt, dass der Prozess das Unternehmen weitergebracht und zum guten Geschäftsgang beigetragen hat. Als willkommene Nebenwirkung der Informationsstrukturierung hat Hint zum Beispiel erkannt, wie sich ihre gesamte Dienstleistungspalette in einem schlüssigen Angebot aus drei Teilen formulieren lässt. Und Bösiger erwartet, dass sich das Geleistete auch in Zukunft auszahlen wird: «Hint verfügt jetzt über eine integrierte Kommunikationsstrategie, die sich den stetig wachsenden Strukturen anpasst und nicht mehr auseinanderzufallen droht.»
Daniel Hofmann
