Ringier kauft Mehrheit an ältester serbischer Zeitschrift

Die Schweizer Mediengruppe Ringier hat die älteste serbische Wochenzeitschrift NIN gekauft. Die 1935 gegründete NIN wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch ihren Literaturpreis bekannt.

Die Schweizer Mediengruppe Ringier hat die älteste serbische Wochenzeitschrift Nedeljne Informativne Novine gekauft. Die 1935 gegründete NIN befindet sich zu 87 Prozent im Staatsbesitz. Weitere 10 Prozent gehören dem Zeitungsverlag Politika und die restlichen 3 Prozent den Mitarbeitern von NIN. Wie die serbische Privatisierungsagentur am Freitag mitteilte, wird die Mediengruppe 810’000 Euro für einen Anteil von 61,5 Prozent bezahlen. Ausserdem verpflichtete sich Ringier zu Investitionen in der Höhe von 186’607 Euro. Am Erwerb der Wochenzeitschrift war auch das Belgrader Boulevardblatt Vecernje novosti interessiert, welches allerdings nur 760’000 Euro angeboten hat.
Die Zeitschrift sei eines der ältesten und traditionsreichsten politischen Magazine Serbiens, schreibt Ringier in einer Mitteilung vom Freitag. Die Themenschwerpunkten liegen in den Bereichen Politik, Gesellschaft, Kunst, Wissenschaft und Sport. Das serbische Nachrichten- und Politmagazin hat eine Auflage von 1,1 Millionen Exemplaren, beschäftigt 36 Mitarbeiter und hat laut offiziellen Angaben 2007 einen Umsatz von 1,5 Millionen Euro erzielt, wie Derstandard.at schreibt. Der Gewinn belief sich auf 12’000 Euro. Die Zeitschrift wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch ihren Literaturpreis bekannt.
Ringier ist auf dem serbischen Medienmarkt seit 2004 präsent, so Derstandard.at weiter. Im Besitz des Konzerns befinden sich neben Blic auch die Tageszeitungen 24 sata und Alo sowie die Wochenzeitschriften Blic Plus und Blic zena mit insgesamt 470 Mitarbeitern. Die drei Tageszeitungen haben laut früheren Medienberichten eine Auflage von mehr als 500’000 Exemplaren täglich.

Blue Spirit Communications gewinnt Etat von La Gruyère Tourismus

Blue Spirit Communications hat den Pitch um einen Werbeauftrag von La Gruyère Tourismus gewonnen. Die Lausanner Agentur ist ausgewählt worden, die Region mittels eines Besucherparcours zur Eröffnung des neuen Tourist Office im Juni 2009 zu bewerben.

Blue Spirit Communications hat den Pitch um einen Werbeauftrag von La Gruyère Tourismus gewonnen. Die Lausanner Agentur ist ausgewählt worden, die Region mittels eines Besucherparcours zur Eröffnung des neuen Tourist Office im Juni 2009 zu bewerben. Dabei soll die Region in wenigen Minuten den jährlich 1,2 Millionen Interessenten von Gruyère näher gebracht werden, wie die Agentur in einer Mitteilung schreibt.

Publigroupe mit Verlust von 42,1 Millionen Franken

Die Wirtschaftskrise hat der Waadtländer Werbevermittlerin Publigroupe das Ergebnis verhagelt. Das Unternehmen erlitt 2008 einen Verlust von 42,1 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte Publigroupe noch 73,1 Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet.

Die Wirtschaftskrise hat der Waadtländer Werbevermittlerin Publigroupe das Ergebnis verhagelt. Das Unternehmen erlitt 2008 einen Verlust von 42,1 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte Publigroupe noch 73,1 Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet, unter anderem dank des Verkaufs einer Beteiligung.
Schuld am aktuellen Verlust sind Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 33,8 Millionen Franken, unter anderem bei den Tochtergesellschaften Cinecom und Radiotele, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Auf die Kernsparte Media Sales, in der die Presse-, Fernseh-, Radio-, Kino- und Online-Werbung gebündelt ist, entfallen rund 28,9 Millionen des Verlusts.
Hinzu kommen Korrekturen bei den Beteiligungen – etwa an den Verlagshäusern Edipresse (19,9 Prozent) und Tamedia (1,4 Prozent) – die das Ergebnis mit 44,7 Millionen belasten. Der Verwaltungsrat von Publigroupe will nun die Dividende auf 3.50 Franken je Aktie kürzen, im Vorjahr lag der Aktienwert noch bei 13 Franken.

Betriebsgewinn trotz Umsatzeinbusse
Der Umsatz sank um 1,9 Prozent auf 2,121 Milliarden Franken. Die Sparte Media Sales verzeichnete eine Umsatzeinbusse von 11,7 Prozent auf 1,736 Milliarden Franken. Auf dem Schweizer Markt beliefen sich die Einbussen dieser Sparte auf 12 Prozent, im Ausland wurde 11,7 Prozent weniger umgesetzt.
Dank der positiven Zahlen der übrigen Sparten der Publigroupe (Search & Find, Digital & Marketing Services, Custom Publishing) sowie dem Gewinn aus dem Verkauf von Immobilienanlagen, verblieb ein Betriebsgewinn (EBIT) von 40 Millionen Franken. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 47,7 Prozent ist aber dennoch beträchtlich.

Onlinemarkt wächst weiter
Während die Pressewerbung anfangs auch 2009 zurückgegangen ist, wachsen die Aktivitäten im Onlinebereich weiterhin stark. Publigroupe erzielt bereits 14 Prozent ihrer Bruttomarge im Online- beziehungsweise Digitabereich. Die Verkäufe sind um 23 Prozent auf 123 Millionen gestiegen. In diesen Zahlen nicht eingeschlossen ist die Beteilung an Zanox (47,5 Prozent), deren Verkäufe sich auf 322 Millionen Franken belaufen.

Änderungen im Segment Media Sales
Aufgrund der schlechten Resultate in allen Bereichen der Media Sales, mit Ausnahme des Internets (plus 15 Prozent) und dem Fernsehen (plus 7 Prozent), will das Unternehmen nun seine Kostenstruktur ändern. Für 2009 bringe dies zusätzlich Einsparungen von 20 Millionen Franken, heisst es in der Mitteilung weiter. Bei der Tochter Publicitas gibt es Veränderungen, unter anderem beim Geschäftsmodell: Konkret geht es um ein anderes Vergütungskonzept sowie eine digitale und offene Plattform für die Verwaltung und Übermittlung von Werbeaufträgen.

Presserat überprüft das Medienverhalten im Tötungsdelikt Lucie

Der Presserat will von sich aus prüfen, ob es ethisch vertretbar war, dass mehrere Medien Foto und Namen des geständigen Täters im Tötungsdelikt Lucie veröffentlicht haben. Die Medien sind laut dem Gremium verpflichtet, jeden Fall kritisch zu prüfen.

Der Presserat will von sich aus prüfen, ob es ethisch vertretbar war, dass mehrere Medien Foto und Namen des geständigen Täters im Tötungsdelikt Lucie veröffentlicht haben. Die Medien sind laut dem Gremium verpflichtet, jeden Fall kritisch zu prüfen, selbst wenn Strafverfolgungsbehörden einen Namen zur Veröffentlichung freigeben.
Die Aargauer Behörden hatten am Donnerstag das Bild und den Namen des geständigen Täters im Tötungsdelikt Lucie freigegeben. Die Polizei wollte auf diesem Weg weitere Mädchen und Frauen ausfindig machen, die vom 25-Jährigen angesprochen worden waren. Zahlreiche Medien veröffentlichten darauf das Bild und den Namen des Mannes. In einer geplanten Stellungnahme will der Presserat aufzeigen, ob dies «berufsethisch gerechtfertigt war oder ob darauf hätte verzichtet werden müssen».

FC Winterthur und Caritas Zürich: soziales Engagement auf dem Spielfeld

Der FC Winterthur hat mit der Caritas Zürich eine Kampagne mit dem Slogan «Erst zusammen sind wir komplett» kreiert. Diese soll am 15. März anlässlich des Spiels gegen Gossau zum Zug kommen.

Der FC Winterthur hat mit der Caritas Zürich eine Kampagne mit dem Slogan «Erst zusammen sind wir komplett» kreiert. Diese soll am 15. März anlässlich des Spiels gegen Gossau zum Zug kommen. Die Spieler des FC Winterthur werden vor dem Anpfiff die Kampagne mit einer Aktion lancieren und das Spiel in einem speziell dafür gestalteten Trikot bestreiten. Statt für den Hauptsponsor werben die T-Shirts für Integration.
Durch die Zusammenarbeit mit Caritas Zürich stärke der FC Winterthur sein soziales Engagement und unterstütze Projekte des kantonalen Hilfswerks, wie es in einer OTS-Mitteilung heisst.
Bilder können nach dem Spiel ab 17.30 Uhr von der Website www.wintegration.ch
heruntergeladen werden. Ab dem 15. März 2009 informiert die Website über die Kampagne. Die Seite wird unterstützt von Der Landbote, Winterthurer Stadtanzeiger, Radio Top und der Zürcher Werbeagentur Jung von Matt.
Der FC Winterthur ist unter anderem auch Angebotspartner der Kultur Legi von Caritas und ermöglicht damit finanziell schlecht gestellten Menschen den Besuch von Fussballspielen zum halben Preis. Zudem werde der FC Winterthur Projekte von Caritas Zürich unterstützen und zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit bezüglich der Integration und Armutsbekämpfung beitragen, so die Mitteilung weiter.

Maz feiert 25 Jahre Jubiläum

Die Schweizer Journalistenschule Maz feiert sein 25-jähriges Bestehen. Seit September 1984 bildet das MAZ in Luzern Journalistinnen und Journalisten aus. Am Freitag fand die Jubiläumsfeier im Luzerner Kulturzentrum statt.

Die Schweizer Journalistenschule Maz feiert sein 25-jähriges Bestehen. Seit September 1984 bildet das MAZ in Luzern Journalistinnen und Journalisten aus. Am Freitag fand die Jubiläumsfeier im Luzerner Kulturzentrum statt. Als Gesprächsgast war der ägyptische Unternehmer Samih Sawiris eingeladen.
Gegründet wurde das Medienausbildungszentrums am 11. September 1984, als Selbsthilfeorganisation der Branche, wie die SDA in einer Mitteilung schreibt. 27 Journalisten besuchten den ersten Grundkurs in der am Vierwaldstädtersee gelegenen Villa Krämerstein. Die Schule baute ihr Angebot ständig aus: Von einzelnen Weiterbildungstagen über die berufsbegleitende Diplomausbildung bis zum Masterstudium. Heute bietet das MAZ jedes Jahr rund 1000 Kurstage an, gegen 1500 Personen besuchen die Kurse und Studiengänge.
Der Schule steht ein Budget von jährlich rund 5 Millionen Franken zur Verfügung. Davon erwirtschaftet sie 80 Prozent selbst. 10 Prozent kommen von Stiftern und 10 Prozent von der öffentlichen Hand. Träger des MAZ sind der Verband Schweizer Presse, die SRG, Journalismusverbände sowie Stadt und Kanton Luzern. Zudem wird die Schule vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) unterstützt.

Leuenberger zur Medienkonvergenz: Zuerst Struktur, dann Personalentscheide

Moritz Leuenberger nimmt die SRG in die Pflicht: Die geplante engere Zusammenarbeit von Radio und TV müsse erst strukturell konzipiert werden, bevor man über Personalfragen rede.

Moritz Leuenberger nimmt die SRG in die Pflicht: Die geplante engere Zusammenarbeit von Radio und TV müsse erst strukturell konzipiert werden, bevor man über Personalfragen rede. Damit nimmt der Medienminister Bezug auf die kursierenden Gerüchte, laut denen Fernsehchefin Ingrid Deltenre im Zuge der geplanten Restrukturierung neue Generalintendantin von Radio und TV werden soll.
Publizistisch berge das Konvergenzprojekt Risiken, sagte Leuenberger in einem Interview mit dem Tagesanzeiger vom Freitag. Umstrukturierungen müssten von den Konsumenten und den Mitarbeitenden akzeptiert werden. Bei personellen Fragen und auch, was das Tempo der Reform betreffe, sei deshalb grösste Vorsicht geboten. Zudem sei es wichtig, dass die Medienkonvergenz nicht zu einer Konzentration in einzelnen Städten führe. In der Deutschschweiz sei das Fernsehen schon heute sehr «Zürich-lastig».

Übergangschef als mögliche Lösung
Erleichtert werde die Restrukturierung, wenn sie nicht vom künftigen Superintendenten durchgeführt werde, sagte Leuenberger. Dann nämlich könne der künftige Chef von Radio und TV nicht seine persönlichen Interessen ins Projekt Medienkonvergenz einbringen. Ein solcher Übergangschef könne eine externe Person sein oder jemand, der nachher nicht für die Umsetzung des Projekts Medienkonvergenz verantwortlich sei. Solche Fragen müsse aber der SRG-Verwaltungsrat klären.

Sparpotenzial bei Technik und Gebäuden
Chancen biete das Projekt Medienkonvergenz vor allem im Onlinebereich. «Nicht jedes Radio- und Fernsehprogramm muss seinen eigenen Internetauftritt haben», so Leuenberger weiter. Auch bei den Anschaffungen im Gebäudebereich oder bei der Technik könne man Synergien besser nutzen. Bei einer Überprüfung durch den Bund habe sich 2006 ja gezeigt, dass in diesen Bereichen Einsparpotenzial vorhanden sei.

Unterstützung auch bei der SRG
Mit seinen Forderungen stösst Leuenberger auch innerhalb der SRG auf Zustimmung: Es gebe schon seit langem ein grosses ungenutztes Sparpotenzial bei der SRG, sagte Dieter Niedermann, Vorsitzender der Präsidenten der SRG Deutschschweiz, in einem am Freitag in der Berner Zeitung erschienenen Interview. Rein betriebswirtschaftlich mache eine Zentralisierung zwar auch bei Radio und TV Sinn. Doch Fernsehen und Radio stellten nicht einfach Ravioli her, sondern trügen zur Meinungsbildung bei. Deshalb bezweifelt Niedermann, dass Radio und Fernsehen redaktionell zusammengelegt werden können. Wie der SRG-Präsident gegenüber der NZZ am Sonntag sagte, bemängelt er vor allem die schlechte Informationspolitik der SRG: «Ich habe den SRG-Bericht nicht, aber ich muss möglicherweise in einer Woche einen Entscheid fällen».

(Bild: Keystone)

Rückgabe des Zürcher Journalistenpreises 2007 gefordert

Die Aktion Medienfreiheit ruft die Stiftung Zürcher Journalistenpreis auf, Charlotte Jacquemart und Daniel Hug den mit 7'000 Franken dotierten Zürcher Journalistenpreis 2007 abzuerkennen. Dieser wurde ihnen aufgrund einer Artikelreihe über die Fusion der Swissfirst mit der Bellevue Bank verliehen.

Die Aktion Medienfreiheit ruft die Stiftung Zürcher Journalistenpreis auf, Charlotte Jacquemart und Daniel Hug den mit 7’000 Franken dotierten Zürcher Journalistenpreis 2007 abzuerkennen. Dieser wurde ihnen aufgrund einer Artikelreihe über die Fusion der Swissfirst mit der Bellevue Bank verliehen. Die Journalisten der NZZ am Sonntag hatten behauptet, die Pensionskassen seien durch die Fusion in Millionenhöhe geschädigt worden. Es wurde sogar suggeriert, dass Schmiergelder geflossen seien. Sämtliche dieser Behauptungen haben sich als falsch erwiesen.
Am letzten Sonntag hat sich die NZZ am Sonntag für diese Artikelserien entschuldigen müssen. Die Artikelserie bedeutete für den damals journalistisch an den Pranger gestellten Thomas Matter eine schwere Persönlichkeitsverletzung. Er musste seinen Posten räumen, die Swissfirst besteht nicht mehr, es wurden Dutzende von Arbeitsplätzen vernichtet. Die Glaubwürdigkeit des Zürcher Journalistenpreises sei ebenso wie dessen Trägerschaft, der Zürcher Presseverein, in Frage gestellt, wie es in einer Pressemitteilung heisst. Der Preis müsse deshalb den Journalisten aberkannt werden.
Die Geschäftsführerin der Stiftung Zürcher Journalistenpreis Monika Menne sagte am Donnerstag gegenüber Kleinreport.ch, dass der Stiftungsrat den Aufruf der Aktion Medienfreiheit zur Kenntnis genommen habe und die Thematik an der nächsten gemeinsamen Sitzung mit der Jury erörtern werde. Diese Sitzung werde noch in diesem Monat stattfinden.

RTL Group: Hohe Abschreibungen drücken den Gewinn

Hohe Abschreibungen in Grossbritannien haben bei Europas grösstem Fernsehanbieter RTL Group 2008 den Reingewinn mehr als halbiert. Der Jahresüberschuss sank von 674 Millionen Euro im Vorjahr auf 296 Millionen Euro.

Hohe Abschreibungen in Grossbritannien haben bei Europas grösstem Fernsehanbieter RTL Group 2008 den Reingewinn mehr als halbiert. Der Jahresüberschuss sank von 674 Millionen Euro im Vorjahr auf 296 Millionen Euro, wie das Luxemburger Unternehmen am Donnerstag gemäss SDA mitteilte. Der operative Gewinn nahm zwar trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds um 2 Prozent auf rekordhohe 916 Millionen Euro zu. Jedoch musste das Unternehmen hohe ausserplanmässige Abschreibungen auf Fernseh-Aktivitäten in Grossbritannien vornehmen, die allein mit 337 Millionen Euro zu Buche schlugen.
Der Umsatz sei im abgelaufenen Jahr bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie Währungseffekte um 2,6 Prozent auf 5,75 Milliarden Euro gestiegen. Trotz eines zunehmend schwierigen Werbemarktes in Europa habe RTL das siebte Jahr in Folge Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert, erklärte Unternehmenschef Gerhard Zeiler. Seine Aktionäre will RTL mit einer Dividende von 3,50 je Papier beteiligen, davon sollen 2,10 Euro als Sonderdividende fliessen. Der überwiegende Teil kommt Bertelsmann zu Gute. Der Medienkonzern hält rund 90 Prozent an RTL.
Eine Prognose für das laufende Jahr zu stellen traute sich Zeiler angesichts der Situation an den Werbemärkten und den sehr kurzen Buchungszyklen nicht zu. Aber es sei zu erwarten, dass das Profitabilitätsniveau unter dem von 2008 liegen werde, so der RTL-Chef.

Ringier: Unger über den Blick und Cash

Im Bilanz-Interview sprach Ringier-Chef Christian Unger über die Zukunftsaussichten der Blick-Familie und Cash. Dem Blick steht eine inhaltliche und formale Repositionierung bevor, mit dem SoBli und dem Blick am Abend ist Unger zufrieden. Bei Cash liess er durchblicken, dass über kurz oder lang nur Cash online überleben wird.

In einem ausführlichen Interview in der Bilanz nahm Ringier-Chef Christian Unger Stellung zu den Zukunftsaussichten von Blick und Cash sowie zu weiterem Stellenabbau bei Ringier. Cash stecke in einer komplexen Situation: Es verzeichne steigende Leserzahlen, gewinne Marktanteile, das Blatt sei aber durch den einbrechenden Werbemarkt auf eine tiefere Ebene geworfen worden. Man müsse sich jetzt fragen, wie Ringier mit Cash weiterkommen könne, so Unger.
Cash: Über kurz oder lang nur noch online
Zum Defizit von 10 Millionen Franken jährlich meinte Unger, Cash sei ökonomisch ein Verlustbringer, da wolle er nichts beschönigen. Zudem liess er durchblicken, dass über kurz oder lang nur die Onlineausgabe überleben wird. Deshalb solle die Marke Cash im elektronischen Bereich gestärkt werden. Er hoffe, dass der Transformationsprozess (von Print zu online) beschleunigt werden könne. «Um nicht beides – Print und Online – sterben lassen zu müssen.»
Blick: Wahrscheinlich weg vom Tabloidformat
Beim Blick wird «mit Hochdruck» an einer formalen, aber auch inhaltlichen Neupositionierung gearbeitet. Das Format sei natürlich ein Thema, sagte Unger weiter, und er bezeichnete die Umstellung aufs Tabloidformat als «Flop». In zwei bis vier Wochen sollen die Verantwortlichen deshalb konkrete Pläne liefern. Ein Wechsel zum grösseren Format würde ein Differenzierungsmerkmal zu Gratiszeitungen liefern.
Blick: Repositionierung zum 50. Geburtstag im Oktober?
Bezüglich der inhaltlichen Ausrichtung meinte Unger, der Blick sei in der Vergangenheit «vielleicht zu ideologisch» gewesen. Das habe man mittlerweile aber korrigiert. Zu der in diesem Zusammenhang stehenden Beschimpfung der Schweizer Bankiers als «eitle Narren der Schweiz» wollte er keine Stellung nehmen. Auf die Frage über den Zeitpunkt der Neulancierung des Blicks, ob dies vielleicht zu dem im Oktober anstehenden 50-Jahre-Jubiläum sein könnte, sagte Unger: «Könnte sein, eine Repositionierung zum Geburtstag wäre naheliegend.»
Zufriedenstellende Situation bei Sonntagsblick und Blick am Abend
Bezüglich Sonntagsblick sagte Unger, das Blatt lege eine solide Performance hin, da sei er sehr zufrieden. Der Blick am Abend befinde sich zudem in einer guten Wachstumsphase, da habe das Team ein gutes Momentum entwickelt. Bezüglich eines weiteren Stellenabbaus bei Ringier in der Schweiz meinte Unger, das könne er heute noch nicht sagen. Aber natürlich sei das eine der Optionen.

Zu guter Letzt: Saufen, bis der Gesetzgeber kommt

Werbeverbote für Alkoholika haben zur Zeit wieder Hochkonjunktur. Dabei ist es sehr aufschlussreich, dass solche Verbote auch dann implementiert werden, wenn sie gar nichts nützen.

Weitreichende Werbeverbote für Alkoholika in elektronischen Medien haben bei den Gesetzgebern zur Zeit wieder Hochkonjunktur. In Frankreich hat diese Woche die Nationalversammlung einen Gesetzesentwurf abgesegnet, der den Verkauf von Alkohol an Jugendliche restriktiver handhaben will. Im selben Atemzug hat das Parlament weitreichende Beschränkungen für Alkoholwerbung im Internet angenommen. Hintergrund ist die (vermeintliche oder tatsächliche) Zunahme von exzessiven Trinkgelagen unter Jugendlichen.
In der Schweiz hat sich nächste Woche der Ständerat mit einer ähnlichen Gesetzesvorlage auseinanderzusetzen. So wird er im Rahmen des Media-Abkommens auch das Thema Werbung für leichte Alkoholika diskutieren, wobei die vorberatende Fernmeldekommission des Stöckli beantragt hat, Werbung für Bier, Sauren Most und Wein in allen elektronischen Medien zu verbieten.
In einem Schreiben wehrt sich die Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) gegen diesen Vorstoss. Da das Media-Abkommen noch nicht abgeschlossen sei, sei es noch offen, ob sich auch die ausländischen Werbefenster an die Schweizer Regelungen zu halten hätten. Falls nicht, würden die Schweizer Medien durch solche Verbote benachteiligt.
Zudem schreibt die IGEM, Werbung für Alkohol habe keinen Einfluss auf das Trinkverhalten der Bevölkerung. Dies zeigten die Beispiele Deutschland und Finnland. In Deutschland sinke der Alkoholkonsum bei wenig restriktiven Alkohol-Werbegesetzen seit Jahren ab, in Finnland hingegen steige der Konsum trotz restriktiver Werbegesetze ebenfalls seit Jahren an.
Zusammenfassend kann man über die jüngste Welle von Alkohol-Werbeverboten also sagen: Die Werbebranche wird für etwas abgestraft, das sie nicht verursacht hat, der Gesetzgeber erlässt Gesetze, die nichts nützen, und die Jugendlichen saufen sowieso weiter. Grosse Oper.

Swissregio Kombi mit Microsoft Award ausgezeichnet

Die Deutschschweizer Zeitungsanzeigen-Kombination Swissregio Kombi erhält den Microsoft Early Adopter Award 2008. Ausgezeichnet wurde die von der Softwarefirma Ebsolut entwickelte Softwarelösung Preiskombirechner.ch.

Die Deutschschweizer Zeitungsanzeigen-Kombination Swissregio Kombi erhält für die von Ebsolut in Tägerwilen entwickelte Lösung Preiskombirechner.ch den Microsoft Early Adopter Award 2008. Beim ausgezeichneten Online-System handelt es sich um die neuste Programmierung in Silverlight Technologie und ermöglicht laut Mitteilung dem Swissregio-Kombi-Inserenten sekundenschnelle Kalkulationen der individuellen Inserateplatzierung für 27 Zeitungstitel. Insgesamt sind über 4 Millionen Preiskombinationen möglich.
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