Die Wirtschaftskrise hat der Waadtländer Werbevermittlerin Publigroupe das Ergebnis verhagelt. Das Unternehmen erlitt 2008 einen Verlust von 42,1 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte Publigroupe noch 73,1 Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet, unter anderem dank des Verkaufs einer Beteiligung.
Schuld am aktuellen Verlust sind Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 33,8 Millionen Franken, unter anderem bei den Tochtergesellschaften Cinecom und Radiotele, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Auf die Kernsparte Media Sales, in der die Presse-, Fernseh-, Radio-, Kino- und Online-Werbung gebündelt ist, entfallen rund 28,9 Millionen des Verlusts.
Hinzu kommen Korrekturen bei den Beteiligungen – etwa an den Verlagshäusern Edipresse (19,9 Prozent) und Tamedia (1,4 Prozent) – die das Ergebnis mit 44,7 Millionen belasten. Der Verwaltungsrat von Publigroupe will nun die Dividende auf 3.50 Franken je Aktie kürzen, im Vorjahr lag der Aktienwert noch bei 13 Franken.
Betriebsgewinn trotz Umsatzeinbusse
Der Umsatz sank um 1,9 Prozent auf 2,121 Milliarden Franken. Die Sparte Media Sales verzeichnete eine Umsatzeinbusse von 11,7 Prozent auf 1,736 Milliarden Franken. Auf dem Schweizer Markt beliefen sich die Einbussen dieser Sparte auf 12 Prozent, im Ausland wurde 11,7 Prozent weniger umgesetzt.
Dank der positiven Zahlen der übrigen Sparten der Publigroupe (Search & Find, Digital & Marketing Services, Custom Publishing) sowie dem Gewinn aus dem Verkauf von Immobilienanlagen, verblieb ein Betriebsgewinn (EBIT) von 40 Millionen Franken. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 47,7 Prozent ist aber dennoch beträchtlich.
Onlinemarkt wächst weiter
Während die Pressewerbung anfangs auch 2009 zurückgegangen ist, wachsen die Aktivitäten im Onlinebereich weiterhin stark. Publigroupe erzielt bereits 14 Prozent ihrer Bruttomarge im Online- beziehungsweise Digitabereich. Die Verkäufe sind um 23 Prozent auf 123 Millionen gestiegen. In diesen Zahlen nicht eingeschlossen ist die Beteilung an Zanox (47,5 Prozent), deren Verkäufe sich auf 322 Millionen Franken belaufen.
Änderungen im Segment Media Sales
Aufgrund der schlechten Resultate in allen Bereichen der Media Sales, mit Ausnahme des Internets (plus 15 Prozent) und dem Fernsehen (plus 7 Prozent), will das Unternehmen nun seine Kostenstruktur ändern. Für 2009 bringe dies zusätzlich Einsparungen von 20 Millionen Franken, heisst es in der Mitteilung weiter. Bei der Tochter Publicitas gibt es Veränderungen, unter anderem beim Geschäftsmodell: Konkret geht es um ein anderes Vergütungskonzept sowie eine digitale und offene Plattform für die Verwaltung und Übermittlung von Werbeaufträgen.