Der Gewinn der NZZ-Gruppe ist im Geschäftsjahr 2008 um 51,2 Prozent auf 22,2 Millionen Franken eingebrochen. Der Umsatz sank um 2,3 Prozent auf 538,1 Millionen Franken. Begründet wird der Rückgang vor allem mit dem starken Einbruch auf dem Anzeigenmarkt. Die sich Mitte 2007 abzeichnende Finanzkrise habe im zweiten Semester 2008 unerwartet heftig auf die Realwirtschaft durchgeschlagen und stark sinkende Anzeigeneinnahmen ausgelöst, teilte die NZZ-Gruppe am Freitag mit. Den nächsten Aufschwung im Anzeigenmarkt erwarte die Unternehmensleitung nicht vor Mitte 2011.
Eigenkapitalquote weiter ausgebaut
Im Geschäftsbereich NZZ (unter anderem Neue Zürcher Zeitung, NZZ am Sonntag und NZZ Online) sank der Umsatz um 2,9 Prozent auf 222,9 Millionen Franken. Zusätzlich hat sich die Investition in die Internetaktivitäten im Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern von 9,5 Millionen Franken ausgewirkt, heisst es in der Mitteilung. Weiter verbessert hat sich die bereits bis anhin sehr hohe Eigenkapitalquote der NZZ-Gruppe – von 68,7 auf 71,5 Prozent. Der Personalbestand erhöhte sich aufgrund von Investitionen in neue und bestehende Produkte sowie Akquisitionen von 1780 auf 1796 Angestellte.
Freie Presse Holding mit solidem Ergebnis
Der Umsatz im Geschäftsbereich Freie Presse Holding (FPH) mit den Beteiligungen an Regionalverlagen (Neue Luzerner Zeitung, St. Galler Tagblatt, Radio Pilatus und FM1 sowie Tele 1 und Tele Ostschweiz) sank um 1,7 Prozent auf 316,6 Millionen Franken. Der Gewinn der FPH sank um 54,4 Prozent auf 15,6 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern sei trotz des Rückgangs um 24,2 Prozent auf 20,7 Millionen Franken solide, stellt die Unternehmensleitung fest.
Zentralschweiz am Sonntag bremste Inseraterückgang
Der Inseraterückgang bei der FPH sei mit einem Minus von 3,6 Millionen Franken moderat ausgefallen. Dazu beigetragen hätten insbesondere die Inserateeinnahmen aus der Lancierung der Zentralschweiz am Sonntag im September 2008. Der Generalversammlung vom 18. April wird der Presse- und Medienmanager Bernd Kundrun zur Wahl als neuer Verwaltungsrat vorgeschlagen. Er soll den ehemaligen FDP-Bundesrat Kaspar Villiger ablösen, der als Verwaltungsratspräsident der UBS kandidiert.