Aufgefallen…

Das Swiss Paralympic Committee arbeitet seit ein paar Wochen an einem neuen Erscheinungsbild. Ausserdem aufgefallen ist der Werbewoche Wettbewerb von Swiss Bankers auf der Website travelcash.ch. Contexta und atfront schicken die Besucher der Seite auf eine virtuelle Weltreise mit einer Travel Cash Card.

Höher, weiter, schneller
Das Swiss Paralympic Committee ist seit ein paar Wochen daran, das Erscheinungsbild zu erneuern. Dazu gehört auch ein neues Logo. Beim Haus des Sports in Bern hat man sich auf kommunikativer und strategischer Ebene von Daniele Waldburger Consulting beraten lassen. Das neue Design hat die Meier Media Design gestaltet. Die erste Publikation im neuen Look ist Ende Juni der aktuelle Jahresbericht. Das SPC unterstützt körper- und sinnesbehinderte Sportlerinnen und Sportler und ist zuständig für das Schweizer Kader bei den internationalen Paralympischen Spielen sowie die Auswahl der behinderten Spitzenathleten für die Welt- und Europameisterschaften.
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Kartengrüsse aus aller Welt
Die Traveller Checks sind bald Geschichte. Die Zukunft gehört der Travel-Cash-Karte. Mit diesem Plastikgeld von Swiss Bankers ist man auf Reisen und in den Ferien sicher unterwegs – und das auf der ganzen Welt. Deshalb schicken Contexta und atfront die Besucher der Website www.travelcash.ch auf eine virtuelle Weltreise. Das Ziel des Spiels im Netz: mit dem Guthaben auf einer Travel Cash Karte rund um die ganze Welt kommen. Etappe für Etappe beantworten die Spieler Fragen aus aller Welt und entdecken damit weitere Vorteile der praktischen Karte. Wer alles richtig weiss, kann mit etwas Glück natürlich eine Karte mit einem hübschen Guthaben gewinnen.

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Nicht weiter warten, Mann
Besondere Biere für Freunde und Geniesser sind Brauer Martin Wartmanns Antwort auf die Monotonie der Büchsenbiere. «Da schliessen wir uns doch gleich mit einer besonderen Anzeige an», meint Hesskiss. Eine «Schtange hell» war gestern. Heute geniesst man die Serie der exklusiven Wartmanns mit den Nummern 1, 2, 3 und 4. Das sind Biere, «welche nicht nach dem Geschmack von Herr und Frau Jedermann gebraut sind», hat man bei der Agentur getestet.

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Gute Ernte im lokalen Markt

Seit der Lancierung ihres neuen Gratiswochenblatts regio.ch holt die Zürcher Oberland Medien 20 bis 30 Prozent mehr Umsatz aus dem lokalen Werbemarkt. Aber natürlich generiert das Projekt auch Mehrkosten.

Konrad Müller, Verlagsleiter der Zürcher Oberland Medien, macht sich nichts vor. «2008 wird kaum ein regionaler Zeitungsverlag schwarze Zahlen schreiben», sagt er nachdenklich. Auch für das hauseigene Flaggschiff Zürcher Oberländer sehen die Zahlen in der VSW-Inseratenstatistik nicht rosig aus: 2008 sank das ZO-Inseratenvolumen gegenüber Vorjahr um 8,4 Prozent, im ersten Trimester dieses Jahres waren es gar minus 13,6 Prozent. Unter den drei im Verbund Zürcher Landzeitung zusammengeschlossenen Regionalzeitungen leidet der ZO somit am stärksten unter der Werbeflaute.
Diesen Anschein macht es zumindest auf den ersten Blick. Doch die VSW-Inseratenstatistik präsentiert im Fall ZO nicht die ganze Wahrheit. Der ZO hatte zwar von Januar bis April tatsächlich 13,6 Prozent weniger Inserate, doch der Titel, der gut 60 Prozent seines Anzeigenvolumens aus dem regionalen und lokalen Markt holt, trat einen Teil der lokalen Inserate an seinen erst sieben Monate alten Schwestertitel regio.ch ab. regio.ch ist die Gratiswochenzeitung im Tabloidformat, die die ZOM im letzten November in den fünf Oberländer Regionen Illnau-Effretikon, Uster, Pfäffikon, Wetzikon und Rüti als je eigenständige Ausgabe lancierten – mit ausschliesslich lokalen Informationen und natürlich mit lokalen Inseraten. Schon beim Start hatte Konrad Müller deshalb damit gerechnet, dass ein Teil der lokalen ZO-Inserenten ins neue Blatt abwandern würde. Den Kanibalisierungseffekt von regio.ch budgetierte er deshalb mit 10 bis 12 Prozent.
So heftig fiel dieser bisher aber gar nicht aus. Gemäss Müller verlor der ZO von Januar bis April 2009 nur 5,7 Prozent seines lokalen kommerziellen Volumens an regio.ch. Rechne man auch den Mai hinzu, seien es 7,3 Prozent, sagt Müller. Was Müller aber besonders freut: «ZO und regio.ch zusammen konnten im ersten Jahresdrittel 29 Prozent mehr kommerzielle Inseratenseiten aus dem lokalen Markt akquirieren als ZO und die eingestellten regio.ch-Vorgängertitel Kiebitz und Wetziker Spiegel vor einem Jahr, und in Franken schauten immerhin 22 Prozent mehr heraus.» Auch mit dem eher schwachen Mai betrage das Umsatz-Plus noch immer 20 Prozent. Und für das gesamte erste Semester rechnet Müller gar mit 30 Prozent mehr lokalen Anzeigen und 25 Prozent höherem Umsatz, weil der Juni besonders gut laufe. regio.ch allein, das im lokalen Markt bewusst als Konkurrent zum ZO auftritt, generierte bis anhin pro Woche durchschnittlich 43’000 bis 46’000 Franken Einnahmen.»
Das alles täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass das 32-seitige regio.ch mit seinen wöchentlich fünf Ausgaben, einer Gesamtauflage von 89 502 Exemplaren, einer eigenen fünfköpfigen Redaktion und einer mit 4,5 Stellen dotierten Anzeigentruppe nicht selbsttragend ist. Müller rechnet deshalb dieses Jahr noch mit einem Verlust. «Doch wir sind auf gutem Weg», sagt er. «Ich bin jedenfalls überrascht, was wir mit dem Blatt herausholen. Ich muss dem gesamten regio.ch-Team ein gewaltiges Kompliment machen.» Ein definitives Fazit will er allerdings erst in etwa zwei Jahren ziehen.
Wie sehr der ZOM-Verlagsleiter an sein jüngstes Kind glaubt, zeigt sich auch darin, dass regio.ch am 18. Juni bereits mit neuem, professioneller anmutendem Layout erscheint. «regio.ch erhält so mehr Zeitungscharakter, zudem haben wir nun die Möglichkeit, auf der Front nicht nur mit dem Hauptartikel aufzumachen, sondern auch weitere Inhalte anzureissen», sagt Müller.
regio.ch basiert zwar auf einer Idee, die schon länger im Hause ZOM besteht. Lanciert wurde das Blatt aber nicht zuletzt wegen der Regionalstrategie des Tages-Anzeigers. «Wir möchten den Lesermarkt an uns binden und im Anzeigenbereich zusätzliche Marktanteile holen, insbesondere bei kleinen Gewerbetreibenden, KMUs und Vereinen. So wollen wir die Mitbewerber aus der Stadt Zürich distanzieren», begründete Müller sein Projekt im letzten Herbst.
Bei den ZO-Partnern ZürichseeZeitung und Zürcher Unterländer, wo das kommerzielle Werbevolumen aus dem lokalen Markt im Gegensatz zum ZO nur in etwa stabil blieb, beobachtet Geschäftsführer Erland Herkenrath das ZO-Experiment mit Interesse, aber auch mit Skepsis. «Offenbar kann der ZO mit regio.ch den lokalen Markt einiges besser ausschöpfen als zuvor. Doch es wird sich noch weisen müssen, ob der Mehrumsatz von rund 20 Prozent ausreicht, um den zusätzlichen Aufwand für Personal, Druck und Vertrieb zu decken», sagt er. Positiv sei aber, dass das gemeinsame Druckzentrum in Oetwil dank regio.ch besser ausgelastet sei, fügt Herkenrath an.
Markus Knöpfli
Rücksicht auf die Nachbarn
Die ZOM verteilt regio.ch nicht im ganzen ZO-Verbreitungsgebiet: Der untere Bezirksteil Uster und das Tösstal bleiben ausgespart. Der Grund: In beiden Gebieten existieren ähnlich gelagerte Zeitungen, der Glattaler und der Tössthaler. Der Glattaler (46 000 Exemplare) gehört der Zürcher Unterland Medien, mit der die ZOM bei der Zürcher Landzeitung eng liiert ist. Und der dreimal wöchentlich erscheinende Tössthaler gehört der Buchdruckerei Turbenthal. Ob sich diese dereinst ins regio.ch-konzept einbinden lassen wollen, ist noch offen. Eine vierfarbige 1/1-Anzeige in allen fünf regio.ch-Ausgaben zusammen kostet übrigens 2811 Franken. (mk)
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In Flagranti holt für Post Finance mehr heraus

Die Agentur In Flagranti hat für Post Finance eine Kampagne entwickelt, bei der ein Tubenauspresser im Mittelpunkt steht.

Wer derzeit für Anlageprodukte wirbt, steht vor der Herausforderung, dass vielen Anlegern die erlittene negative Kursentwicklung in den Knochen steckt. Gewiefte Fondsanleger achten in diesen Zeiten besonders darauf, welche Kosten ihnen die Rendite schmälern. An diese Anleger richtet sich die jüngste Produktoffensive von Post Finance.
Die von In Flagranti realisierte Kampagne illustriert, dass Post Finance für ihre Kunden mehr herausholt. Dabei steht ein Tubenauspresser im Mittelpunkt. Er wird nicht nur im Bild gezeigt – etwa wenn Fondsmanager eine Senftube bis zum Letzten auspressen – sondern auch verschickt und verschenkt.
Die Kampagne verknüpft Direct Marketing und Online-Massnahmen mit POS-Aktivitäten in den Poststellen und den PostF inance-Filialen.
Verantwortlich bei Post Finance: Team Post Finance Marketing-Kommunikation. Verantwortlich bei In Flagranti werbeagentur bsw: Team In Flagranti Werbeagentur. Foto: Regula Roost.
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Top der Woche: SRG: Filippo Leutenegger tritt zur Wahl des «Superdirektors» an

Der Zürcher FDP-Nationalrat und ehemalige Fernseh-Chefredaktor Filippo Leutenegger plant ein Comeback bei der SRG. Er soll zudem die Bereitschaft signalisiert haben, sein Nationalratsmandat abzugeben. Die beiden Ämter seien nicht vereinbar.

Der Zürcher FDP-Nationalrat und ehemalige Fernseh-Chefredaktor Filippo Leutenegger plant ein Comeback bei der SRG. Wie die Zeitung Sonntag in der neusten Ausgabe schreibt, tritt er zur Wahl des «Superdirektors» an – des CEO über das fusionierte Radio und Fernsehen. Die sei eine anspruchsvolle und hochinteressante Aufgabe, so Leutenegger gegenüber der Sonntagspublikation. Er soll zudem die Bereitschaft signalisiert haben, sein Nationalratsmandat abzugeben. Die beiden Ämter seien nicht vereinbar. Leutenegger will Radio und Fernsehen publizistisch stärken und effizienter machen. Neuigkeiten gibt es auch bezüglich der Wahl des Interimschefs des Schweizer Fernsehens: Der neue Direktor wird erst am 9. Juli gewählt. Der Grund für die Verschiebung: Der Regionalrat, der am 18. Juni ursprünglich nur den neuen Radiodirektor hatte wählen wollen, wurde von Deltenres Demission überrascht. Um nicht zwei Wahlsitzungen anberaumen zu müssen und um keine reglementarisch vorgesehenen Fristen zu verletzen, werden SF- und Radio-Direktion nun gemeinsam im Juli bestellt.

SF: «La Traviata im Hauptbahnhof» zweifach ausgezeichnet

Die Livesendung «La Traviata im Hauptbahnhof» hat am Golden Prague Festival gleich zwei Preise erhalten: einerseits den «Preis des tschechischen Fernsehens» und andererseits den «Tschechischen Kristall».

Am Mittwoch, 17. Juni 2009, um 20.30 Uhr, ehrt das tschechische Fernsehen das Kulturprojekt des Schweizer Fernsehens, «La Traviata im Hauptbahnhof». Die Preisverleihung wird live aus dem Zofin Palast übertragen. In der Kategorie Musical Drama wurde das Projekt der Redaktion Musik, Tanz und Theater vom Golden Prague Festival ausserdem mit dem «Tschechischen Kristall» ausgezeichnet.
Das Golden Prague Festival, das dieses Jahr zum 46. Mal stattfindet, gehört zu den ältesten Fernsehfestivals weltweit. Es ist spezialisiert auf Musik- und Tanzproduktionen aus aller Welt. Die Preisträger werden von einer fünfköpfigen, internationalen Jury ermittelt.
Die Produktion «La Traviata im Hauptbahnhof» war ein Kulturprojekt des Schweizer Fernsehens. Die Redaktion Musik, Tanz und Theater unter der Leitung von Thomas Beck produzierte die Live-Übertragung in Zusammenarbeit mit dem deutsch-französischen Kultursender Arte, der SBB und dem Opernhaus Zürich. Die dreistündige Oper, ausgestrahlt am 30. September 2008 auf SF 1 und Arte, generierte im Durchschnitt 577’000 Personen während der Übertragung.
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An der Rose d’Or wurde das Projekt kürzlich mit einer «Special Mention» bedacht, dort hatte die Redaktion Musik, Tanz und Theater im Jahr 2008 bereits eine Rose d’Or für die «Zauberflöte auf zwei Kanälen» erhalten.
Der Hauptpreis des Golden Prague Festivals geht an «El Sistema», einen Film von Paul Smaczny und Maria Stodtmeier, koproduziert von Musik, Tanz und Theater.
Das Schweizer Fernsehen hat ausserdem an den World Gold Awards in New York insgesamt fünf Silber- und einen Bronze-Award erhalten. BDA / Promax Konferenz hat in der Nacht zum Mittwoch, 17. Juni 2009, die Preise vergeben.

Zu guter Letzt: Muss der Staat die Presse retten?

In Deutschland hat eine Untergangsstimmung in Bezug auf die aktuelle Lage der gedruckten Zeitung möglicherweise ein neues Gewand gefunden: die Podiumsdiskussion. Ad-hoc-news.de fragt zur Ankündigung eines solchen Forums: «Bedeutet das Verschwinden der gedruckten Zeitung das Ende des Journalismus?».

In Deutschland hat eine Untergangsstimmung in Bezug auf die aktuelle Lage der gedruckten Zeitung möglicherweise ein neues Gewand gefunden: die Podiumsdiskussion. Ad-hoc-news.de fragt zur Ankündigung eines solchen Forums: «Bedeutet das Verschwinden der gedruckten Zeitung das Ende des Journalismus?». Der Bevollmächtigte des Lands Rheinland-Pfalz, Staatssekretär Karl-Heinz Klär, das Netzwerk Recherche sowie zwei Medienforscher laden am 23. Juni zur Diskussion über solche und ähnliche Fragen. Anlässlich der Buchveröffentlichungen «Wozu noch Zeitungen? Wie das Internet die Presse revolutioniert» und «Die Alpha-Journalisten 2.0. Deutschlands neue Wortführer im Portrait» diskutieren Personen aus Presse und Digital-Journalismus über «den publizistischen Formenwandel und drohende Gefahren für die Mediendemokratie». Denn auch in Deutschland wachse die Angst, schreibt As-hoc-news.ch weiter. Der Anzeigenmarkt liege brach, Auflagen befänden sich im freien Fall und ein rasanter Mediennutzungswandel stellten Medienhäuser vor die Frage, wie sie guten, unabhängigen Journalismus weiterhin finanzieren können. Doch der Realitätsbezogenheit nicht genug, geht die News-Seite noch weiter: Nun dränge sich auch die Frage auf, wie die Presse ihre Funktion als Wächter der Demokratie noch leisten könne. Für eine garantiert Rabenschwarze Stimmung an der Podiumsdiskussion hat Ad-hoc-news.ch auch noch eine weitere Frage anzubieten: «Muss der Staat die Presse retten?».
Sollte die gedruckte Zeitung tatsächlich verschwinden, unabhängiger Journalismus nicht mehr finanziert werden können und der Wächter der Demokratie seine Aufgabe nur noch dank staatlicher Rettung erfüllen können, wird man mit Sicherheit auf solche Podiumsdiskussionen zurückblicken und mit Stolz behaupten können: Immerhin wurde darüber diskutiert.

«Ziegler’s best art & print work 09»: Die Ausschreibung läuft

Bald wird der «Ziegler’s best Award 2009» verliehen. Die Ausschreibung für den seit sechs Jahren etablierten Designpreis läuft bereits und endet mit dem Einsendeschluss am 31. Juli 2009.

Bald ist es wieder soweit: Der «Ziegler’s best Award 2009» wird verliehen. Die Ausschreibung für den seit sechs Jahren etablierten Designpreis läuft bereits und endet mit dem Einsendeschluss am 31.Juli 2009. Zugelassen sind alle Papierprodukte, die vom 1. Juli 2008 bis zum 31. Juli 2009 ganz oder teilweise auf den Papierspezialitäten von Ziegler Papier realisiert wurden.
Sowohl Agenturen, Grafiker und Drucker als auch Auftraggeber und Papiergrosshändler können am Rennen um die Trophäe teilnehmen. Zur Jurierung der eingesendeten Werke steht eine Expertengruppe bestehend aus Druck-, Design- und Medienprofis zur Verfügung. Die Jury stützt ihre Bewertung sowohl auf technische als auch künstlerische Aspekte. Die Gewinner erhalten ihre Awards und Zertifikate im Rahmen eines exklusiven Prämierungsevents im November dieses Jahres in Basel.
Weitere Informationen zum Award und das Anmeldeformular finden Sie hier.

Glück will gelernt sein

Mein Haus, mein Auto, mein Boot – Werbung suggeriert, dass Konsum uns glücklich macht. Weil jeder Mensch der schlüpfrigen Fortuna nachjagt, fruchten die Versprechungen der Werber bestens. Sie wollen glücklicher werden? Dann betrachten Sie von aussen aufgedrängte Entscheidungen besonders skeptisch.

Eigentlich sollte Werbung dem Entscheidungspsychologen Chris Roetheli nichts anhaben können. Doch obwohl Roetheli am liebsten No-Name-Produkte in günstigen Discountern kauft, hat auch er sich schon zum Kauf preisreduzierter Fitnessgeräte und einer Schlagbohrmaschine verführen lassen. Und auch bei ihm erzeugen solche Schnäppchen ein kurzfristiges Glücksgefühl – obwohl sie später im Keller verstauben.
Ob wir glücklich sind, hängt in hohem Masse davon ab, ob wir uns und unser Leben als gelungen empfinden und ob wir die Entscheidungen, die wir treffen, für richtig halten. Die subjektive Auffassung, wir hätten gut entschieden, kann uns selig machen, selbst dann, wenn der Entschluss sich im Nachhin¬ein als Fehler entpuppt. «Manchmal stellt sich ein Glücksgefühl ein, wenn ein mühseliger Entscheidungsprozess in einen Entschluss mündet und uns eine grosse Last von den Schultern fällt», erklärt Roetheli. «Die Funktion des Glücks besteht aber nicht darin, uns ein gutes Gefühl zu geben. Glück will uns helfen, Ziele zu erreichen. Deswegen werden wir nicht nur beim Erreichen eines Ziels mit Glücksgefühlen belohnt, sondern auch dann, wenn wir auf dem Weg zum Endpunkt Hindernisse überwinden. Es lohnt sich deshalb, Entscheidungen nicht nur als Einzelereignisse zu betrachten, sondern in ihrer Auswirkung auf unsere Lebensqualität und unser persönliches Glück.» Der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Psychologe beschäftigt sich seit 1991 mit Entscheidungen, seit anderthalb Jahren richtet er seinen Blick auch auf Glück und Lebensqualität. Seine Erkenntnisse teilt Roetheli als Unternehmensberater mit Firmen und als Dozent für Entscheidungspsychologie mit Studierenden.
Schlüpfriges Gut
Blöd am Glück ist, dass es so flüchtig ist: Man freut sich monatelang auf den neuen Audi TT RS. Kann man ihn dann endlich fahren, verliert er schnell seinen Reiz. Oder in der Liebe: Ist der oder die Begehrte endlich erobert, werden Fussball und Freunde wieder spannender. Oft jedenfalls. «Beim Lottogewinn wie bei einer Querschnittslähmung gilt: Nach einem Jahr sind die Betroffenen praktisch wieder auf dem gleichen Glücksniveau wie vorher», sagt Roetheli. «Dieser Mechanismus funktioniert sowohl bei Ausschlägen nach oben als auch nach unten.» Wir können unser Leben allerdings auf einem hohen Glückspegel halten: mit dem richtigen Entscheidungsverhalten. Natürlich gibt es Optimisten und Pessimisten, Personen, die mit wenig glücklich, und solche, die mit viel unglücklich sind. «Unterschiede in den Präferenzen, Wünschen und der Art, wie wir mit Problemen umgehen, sind durch Veranlagung und Erziehung geprägt», weiss Roetheli. «Aber das Streben nach Glück haben wir alle programmiert.»
Entscheidungsprozesse spielen auch in der Werbung eine wichtige Rolle. Auf der einen Seite bei Unternehmen und Werbern, die Entscheidungen von Käufern zu ihren Gunsten beeinflussen möchten, auf der andern Seite bei Konsumenten, die sich zwischen vielen Angeboten entscheiden müssen und mit jedem Kauf ihren persönlichen Gewinn maximieren wollen. Werber behelfen sich mit Glücksversprechen, um Kunden vom Kauf eines Produkts zu überzeugen. Entweder verpacken sie die Verheissung subtil in bunte Bilder und schwelgende Melodien, etwas platter wedeln sie direkt mit dem Begriff «Glück»: Die Werbedatenbank Slogans.de findet 135 Claims mit diesem Stichwort. Der älteste stammt von 1935, «Viel Glück im Neujahr fünfunddreissig … und esst nur Ankerbrot recht fleissig!», der jüngste aus diesem Jahr: Toskanaworld verspricht «Glück und Gesundheit».
Nachhaltige Entscheidung
Für Konsumenten sind inmitten all dieses (scheinbar) käuflichen Glücks zwei Fragen drängend: Wie entscheide ich mich richtig? Wann macht mich mein Entschluss glücklich – und zwar langfristig? «Manche Strategien sind geeigneter, Glück zu produzieren, als andere», sagt Roetheli. «Die meisten Entscheidungen fällen wir aus dem Moment heraus. Wer zwei Alternativen angeboten bekommt, wählt die ihm momentan besser erscheinende.» Werbung versucht, in genau diesem Moment zu punkten. Oft verführt sie uns dazu, in einer Situation eine Entscheidung zu treffen und spontan etwas zu kaufen, obwohl wir gar kein Bedürfnis danach haben. «Solche Käufe geben uns vielleicht ein kurzes Glücksgefühl, aber das ist rasch vorüber», sagt Roetheli. Als Beispiel führt er Jugendliche an, die jeden Samstag in die Stadt gehen, um noch eine Jeans oder noch ein T-Shirt zu kaufen. Weil die dadurch erreichte Befriedigung von so kurzer Dauer ist, suchen sie den Kick Woche für Woche. «Natürlich sind auch die kleinen Freuden wichtig», stellt Roetheli klar. «Ich plädiere nicht dafür, Asket zu werden. Aber dauerhaft glücklich macht ein solches Konsumverhalten nur wenige.»
Schlaues Tagebuch
Um systematisch abzuwägen, was einen auf lange Sicht glücklich macht, schlägt Roetheli vor, eine Art Tagebuch zu führen. «In einem solchen Journal kann man festhalten, was man den ganzen Tag gemacht hat und wie zufrieden man damit ist», erklärt er. «So erfasst man die Lebensqualität eines jeden Tages.» In der Rückschau könne man dann zum Beispiel sehen, ob das Joggen am Morgen oder der Schuhkauf in der Mittagspause für das persönliche Glück entscheidend gewesen sei – und sein Verhalten entsprechend anpassen.
Wer nachhaltig glücklicher werden will, dem rät Roetheli, die Langfristperspektive in seine Kaufentscheidungen einzubeziehen. Er selbst erleichtert sich Entschlüsse mit einer einfachen Frage: Welche Folgen hat meine Entscheidung in zehn Minuten, in zehn Monaten und in zehn Jahren? Diese Formel publiziert die amerikanische Autorin Suzy Welch in ihrem gerade erschienenen Buch «10 – 10 – 10». Hilfreich kann 10 – 10 – 10 zum Beispiel bei der Kindererziehung sein: Ihr Kind fängt an der Kasse an zu schreien, weil es die Süssigkeiten entdeckt hat, die Sie ihm lieber nicht kaufen möchten. Geben Sie dem Geschrei nach, haben Sie für die nächsten zehn Minuten Ruhe. In zehn Monaten wird sich die Szene wahrscheinlich ein paar Mal wiederholen. Und in zehn Jahren ist Ihr Kind dann darauf konditioniert, dass es nur schreien muss, um zu bekommen, was es will. Ein anderes Beispiel: Sie müssen sich zwischen dem teuren USM-Regal und Ikeas Billy entscheiden. Sie brauchen jetzt rasch eine Abstellmöglichkeit (10 Minuten), werden in einem Jahr ins Ausland gehen (10 Monate) und Ihre Wohnung auflösen (10 Jahre)? Das spricht für Billy. Sie sind nicht besonders flüssig (10 Minuten), wollen aber Ihre gerade gekaufte Wohnung einrichten und etwas Solides für Ihre Bücher (10 Monate, 10 Jahre)? Das spricht für USM. Selbst wenn Sie für diesen Kauf jetzt Stutz zusammenkratzen müssen.
Entlastende Routine
10 – 10 – 10 ist eine gute Strategie für alle, die bei wichtigen Themen Entscheidungen treffen möchten, die sich auch auf lange Sicht als sinnvoll erweisen und die damit dauerhaft zufriedenstellen. Wer jedoch jedes Kinkerlitzchen nach 10 – 10 – 10 abklopft, wird wahrscheinlich wahnsinnig werden. Deshalb rät
Roetheli dazu, einfache Entscheidungen zu automatisieren: «Ich denke nicht mehr darüber nach, ob ich Zucker in den Kaffee tue oder nicht», sagt der Entscheidungsprofi. «Ich habe diesen Entschluss einmal gefällt und nun einfach keinen Zucker mehr im Haus.» Gleiches gilt für die Fitness: «Wer sich mit Joggen fithalten möchte, sollte nicht jeden Tag darüber entscheiden, ob er nach der Arbeit noch eine Runde laufen gehen will oder nicht», rät Roethli. «Es ist einfacher, sich einmal darauf festzulegen, jeden Abend oder jeden zweiten zu joggen – und das dann auch zu tun.» So entlasten wir uns vom allmorgendlichen Soll-ich-oder-soll-ich-nicht und fügen uns in eine selbstverordnete Routine.
Natürlich gibt es auch Einwände gegen ein solches Verhalten. Schliesslich ist Entscheidungsfreiheit ein wesentliches Konstituens des Menschseins. Und wer sich selbst konditioniert und auf Instinkte setzt, beraubt sich in Teilen dieser Freiheit.
als Produzenten von Glücksvorstellungen»Roetheli plädiert trotzdem dafür, seine Kraft für die wichtigen Entscheidungen aufzusparen. Weil das im Endeffekt glücklicher macht: «Muss ich mich jedes Mal gegen den Zucker in meinem Kaffee entscheiden, wird mir das Fehlen des Zuckers als absoluter Mangel bewusst», erklärt er seine These. «Dank unseres Bewusstseins können wir aber einen Schritt weiter denken.» Zucker zu nehmen sei mit Blick auf die langfristigen Auswirkungen wie Altersdiabetes nicht clever. Die beste Lösung sei also, den Zuckerverzicht einmal zu beschliessen und dann nicht weiter darüber nachzudenken, so Roetheli. «Wer sich unnötige Entscheidungen durch Routine wegnimmt, ist auf Dauer glücklicher. Menschen, die viel Routine in ihr Leben gebracht haben und nur noch die wichtigen Entscheidungen bewusst treffen, sind glücklicher als die, die sich täglich über Mars oder Milky Way den Kopf zerbrechen. Wir sollten Entscheidungsfreiheit dort einsetzen, wo es um wichtige Dinge geht, also in der Partnerschaft, im Job oder bei der Kindererziehung.»
Gesunde Skepsis
Werbung versucht, Verbraucher abzurichten. Einfallsreiche Sujets wecken die Lust auf Glacé oder den neuesten MP3-Player. Sie wollen Verbraucher dazu verleiten, ihr Begehren nach Sahneeis oder Musik im Ohr rasch im nächsten Laden zu stillen – und sich damit ein kurzes Glück zu kaufen. Selbstkonditionierung kann vor solchen Konsumverlockungen schützen: Wer beschlossen hat, dass es nur einmal in der Woche ein Glacé gibt, ist weniger Wachs in den Händen der Werbesirenen. «Seien Sie skeptisch und fragen Sie ‹bringt’s mir das?›», rät Roetheli. «Was die Werbung als Nutzen darstellt, ist oft keiner oder nur ein ganz kurzfristiger.»
Hat man allerdings vor, demnächst einen MP3-Player zu kaufen, bekommt Werbung auf einmal informativen Charakter. Bei der Produktauswahl suchen fast alle Konsumenten nach dem Angebot, das die anderen in Preis und Leistung aussticht. Eine breite Entscheidungsbasis, die aus möglichst vielen Inputs zur ins Auge gefassten Ware und ihren Konkurrenzprodukten besteht, ist da sehr hilfreich. «Auch ich vergleiche», gibt Roetheli zu. «Aber ich nutze dafür Blogs und Testberichte. Denn über die Qualität des gewünschten Produkts, um die es mir ja geht, sagt Werbung im Normalfall rein gar nichts. Jeder präsentiert nur seine Ware als beste Wahl. Da kann man leicht mal hereinfallen.» Werbung sei immer eine Einladung zu einem heiklen Doppelspiel, sagt Jo Reichertz, Soziologieprofessor am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Duisburg-Essen. «Einerseits weiss der Rezipient, sobald er auf Grund seiner Erfahrung mit Werbung etwas als ‹Werbung› enttarnt hat, dass er die dargebotenen Informationen nicht für bare Münze nehmen kann, zum anderen stellt sich ihm wider alle Vernunft und Erfahrung die Frage, welche Teile der Werbebotschaft vielleicht dennoch stimmen und ihm von Vorteil sein könnten. Die Güte einer Werbung hängt davon ab, wie intelligent sie das Doppelspiel auf die jeweiligen Mitspieler abstimmen kann.»
Süsse Suggestion
Natürlich weiss auch Chris Roetheli, dass Werbung ein Spiel mit Vorstellungen und Träumen ist. «Meinungen sind manchmal wichtiger als Argumente», sagt der Entscheidungspsychologe selbst. Und Werbung verbreitet Meinungen. Wer eine teure Creme statt einer gleich gut wirkenden günstigen kauft, glaubt an ihre Wunderkraft, an das Versprechen, durch die Kosmetik schöner und letztlich glücklicher zu werden. Tatsächlich wird der Käufer nach der Anwendung der Creme anders auf seine Mitmenschen zugehen, als wenn er die günstige benutzt hätte. Denn die Psyche spielt das Spielchen perfekt mit. Auch das Empfinden, sich selbst etwas Gutes gegönnt zu haben, ist sehr beglückend. Also tut die Creme ihre Wirkung, wenn auch anders «von innen heraus», als die Inserate anpreisen. Aber ist dieser Placeboeffekt schlimm? «Nein», sagt Roetheli. «Ob er allerdings hundert Franken wert ist, müssen Sie entscheiden. Es ist Ihnen überlassen, ob Sie mitspielen wollen oder nicht. Sie können sich aber auch ein bisschen Freiheit zurückerobern, wenn Sie selbst die Regeln dieses Spiels bestimmen.»
Wie wäre es denn, wenn nicht (nur) Konsumenten, sondern Unternehmen und Werbeagenturen nach dem Motto 10 – 10 – 10 agieren würden? Dann müsste Werbung transportieren, was Konsumenten vom Kauf eines Produkts haben, in zehn Minuten, in zehn Monaten und in zehn Jahren. Die klassische Return-on-Investment-Geschichte, bloss dass es diesmal um Rendite für den Kunden geht. Das funktioniert natürlich nicht bei Vogelfutter und anderen Gütern mit kurzer Halbwertszeit. Doch je nachhaltiger das zu verkaufende Produkt ist, desto einfacher wäre die Argumentation.
Ebenbürtige Partner
«Noch einen Schritt vorher könnten Unternehmen sich bereits bei der Produktentwicklung fragen, wie sie für ihre Kunden den grössten Wert erzeugen können», wünscht sich Roetheli. «Sie könnten ihre Kunden stärker in die Entwicklung einbeziehen. Damit würden sie sich wirklich von der Konkurrenz abheben.» Solch ein Ansatz propagiert einen neuen Umgang mit Konsumenten: Unternehmen, Werber und Kunden würden zu Partnern – und dadurch möglicherweise dauerhaft glücklich.
10 – 10 – 10 kann auch im vergleichenden Wettbewerb schlagende Argumente liefern, beispielsweise in der Automobilindustrie. Autobauer versprechen bisher mit ihren Sujets alle Formen des Glücks, Fakten lassen sie oft vermissen. Wer Kaufinteressierte davon überzeugen kann, dass sie auch in zehn Jahren noch Freude an ihrem Automobil haben, kann vielleicht auch einen im Vergleich höheren Kaufpreis aufwiegen. Denn der tut nur zehn Minuten lang weh. Nachhaltigkeit ist immer wieder und immer mehr ein Thema, auch in der Werbung. Und dauerhaftes Glück auch.
Anne-Friederike Wilhelm

In Kürze: Dr. Chris Roetheli
Chris Roetheli hat an der Universität Bern Wirtschaftswissenschaften studiert. Nach seinem Studium arbeitete Roetheli vier Jahre im Verkauf und im Marketing von IBM. Danach wechselte er für drei Jahre zur UBS, wo er zuletzt eine Gruppe von Firmenkundenberatern im Kreditgeschäft anführte. Bei der Computerfirma Digital begann Roetheli als Verkaufsleiter, später wurde er District Manager und Vizedirektor. 1991 machte sich Roetheli als Unternehmensberater selbstständig, seither berät er Unternehmen bei wichtigen Managemententscheidungen. Parallel begann Roetheli mit einem Psychologiestudium, das er mit einer Promotion über Individuen bei Personalentscheidungen abschloss. Seit 1999 ist Roetheli ausserdem Dozent für Entscheidungspsychologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz. www.entscheiden.com

Was ist Glück?
«Was Glück im einzelnen Fall und für den einzelnen Menschen ausmacht, variiert […] mit Alter, Geschlecht, Rasse, Bildung, Gesundheitszustand, Situation, Wohnort, Zeit, Religion und vielem anderen mehr. Glück ist nämlich das Begehrenswerte, das ‹normal› (also in der Mehrzahl der Fälle) in einer bestimmten Situation nicht erwartbar war, nicht erwartbar sein konnte. Ein Unglück ist dann passiert, wenn das Erwartbare deutlich negativ unterschritten wird. Man kann grosses und kleines Glück haben, glücklich und sehr glücklich sein. Man kann Glück gehabt haben, ohne glücklich zu sein, aber auch glücklich sein, ohne Glück gehabt zu haben. Glück und das Glücklichsein kennen also Grade und unterschiedliche Mischungsverhältnisse […]. Verbleibt man im Bereich des Erwartbaren, dann ist man
zufrieden. Glück überschreitet das Erwartbare. Glück ist also relativ zu dem im jeweiligen Kontext Erwartbaren.»
aus: Jo Reichertz (2009), «Glück als Konsumgut? oder: Massenmedien

Microsoft schraubt Engagement für Videoseite Soapbox zurück

Microsoft wird sein Engagement für das hauseigene Online-Video-Portal Soapbox in den kommenden Monaten deutlich zurückschrauben. Der 2006 als potenzieller «You-Tube-Killer» gestartete Service setzt, ähnlich wie die Google-Seite, hauptsächlich auf nutzergenerierte Inhalte.

Microsoft wird sein Engagement für das hauseigene Online-Video-Portal Soapbox in den kommenden Monaten deutlich zurückschrauben. Der 2006 als potenzieller «You-Tube-Killer» gestartete Service setzt, ähnlich wie die Google-Seite, hauptsächlich auf nutzergenerierte Inhalte. Wie Microsoft Vice President Erick Jorgensen laut Cnet-Bericht in einem aktuellen Interview bestätigt, sei der Betrieb der Video-Sharing-Plattform im derzeitigen schwierigen Wirtschaftsumfeld einfach zu teuer geworden. «Wir sehen in Soapbox aber defintiv noch immer etwas, das einen wichtigen Beitrag zu unserer ganzheitlichen Videostragie darstellt», wird Jorgensen auf Pressetext.ch zitiert.

Eine Kleine Schlachtmusik

Das Baustellenorchester verwandelt für das Restaurant Bahnhof Stadelhofen Lärm in Musik – und Euro RSCG damit die Not in eine Tugend. So viel Ironie in der Krise tut gut.

Baustellen vor Beizen – Wirte lieben das, besonders im Sommer. Die Tische wackeln, die Gläser klirren und die Gäste verstehen ihr eigenes Wort nicht mehr, geschweige denn das ihres Gegenübers. Nicht unwahrscheinlich, dass Biertrinker und Wädligeniesser sich für die Bauzeit eine ruhigere Stammbeiz suchen. Mit Staub, Gestank und Pressluftgehämmer ordentlich zu kämpfen hat derzeit das Zürcher Restaurant Bahnhof Stadelhofen. Alles neu macht der Mai nämlich auch auf dem Stadelhoferplatz – und das gleich bis September: Die Gleise von Tram und Forchbahn werden verlegt. Zum Glück spielt in der herzigen Eckkneipe das Baustellenorchester auf: Mit der Presslufthammersymphonie und der Kreissägensonate, virtuos «gespielt» von den Bauarbeitern Lazlo Terfleks und Sören Borström, versucht das Restaurant, seine Gäste zu halten. Fensterkleber und Plakate weisen auf das musikalische Zuckerstück hin.
Augenzwinkern gegen Ungemach
Die Grossbaustelle direkt vor der Tür veranlasste die Betreibergesellschaft des Restaurants Bahnhof Stadelhofen, die Commercio Piccadilly AG, ihre Werbeagentur Euro RSCG um eine pfiffige Idee wider den Gästeschwund zu bitten. Die Kreativen hatten den cleveren Einfall, den Lärm in Musik umzumünzen – schliesslich kann eine Baustelle auch ein spannendes Spektakel sein. Zu den urbanen Beats und feinen Tonkaskaden von Presslufthammer und Kreissäge lässt es sich gemütlich speisen und trinken, so der Rat an die Gäste des Restaurants.
Krise und Baustelle kommen für die Beiz gleich im Doppelpack. Aber die Betreibergesellschaft betrachtet den Zug nicht als abgefahren, sondern begegnet der schwierigen Lage mit Augenzwinkern und Ironie. Das ist nicht nur wohltuend, sondern dürfte auch seinen Zweck erfüllen: Sympathie erzeugen und Gäste halten. «Die Leute reagieren sehr positiv, die Aktion kommt sehr gut an», freut sich Nicolas von Graffenried, Geschäftsführer der Commercio Piccadilly AG. Commercio Piccadilly kennt sich mit Ungemach aus: Das Restaurant Bahnhof Stadelhofen musste schon einigen Herausforderungen trotzen. Die grösste war die Umgestaltung des Bahnhofs Stadelhofen in den 1980er-Jahren. «Der Geräuschpegel und die Hindernisse rund um die Aussentische sind selbst für ein lukratives Lokal wie das Restaurant Bahnhof Stadelhofen eine harte Prüfung», sagt Axel Eckstein, Creative Director bei Euro RSCG. «Wenn Beschönigen nichts mehr bringt, hilft nur noch eine Charmeoffensive. Gerade Stammkunden wissen diese Art der Ansprache sehr zu schätzen.»
Das Baustellen-Quintett
Die Bauarbeiter, die sich im Frack und mit ihren «Instrumenten» präsentieren, sind übrigens echt. Die ironischen Sujets werden als Plakate, Fensterkleber und Tischsets eingesetzt. Ausserdem werden Gutscheine im Stil einer Konzertkarte verteilt: Sie gewähren Gästen freien Eintritt zum Konzert – und, damit die Ironie nicht überhand nimmt, ein Glas Prosecco zu jedem im Restaurant Bahnhof Stadelhofen verzehrten Menü. Also keine Panik: Das Baustellenorchester ist da.
Anne-Friederike Wilhelm
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Flop der Woche: Politisches Gerangel um interimistischen TV-Chefredaktor

Nicht allen gefällt es, dass der heutige TV-Chefredaktor Ueli Haldimann interimistischer Nachfolger von Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre werden soll. Am Rande der Session in Bern gab es zahlreiche bilaterale Treffen.

Nicht allen gefällt es, dass der heutige TV-Chefredaktor Ueli Haldimann interimistischer Nachfolger von Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre werden soll. Am Rande der Session in Bern gab es zahlreiche bilaterale Treffen, und laut einem Bericht in der SonntagsZeitung sollen am Dienstag in Rothrist etwa 15 Personen zusammmenkommen. Initiant ist kein geringerer als SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Er soll die «Koordinationssitzung» bestätigt haben, will aber noch nicht sagen, wer bei der Gruppe dabei ist und wer welche Rolle spielen wird. Ein richtiger Geheimbund also. Und Vorsicht, es scheint ihm ernst zu sein: «Der Kampf gegen die SRG ist eröffnet», wird er in der SonntagsZeitung zitiert. Er wolle weitere Politiker und auch private Sender um sich versammeln und eine Lawine gegen die SRG auslösen. Wenigstens scheint sich Herr Giezendanner bewusst zu sein, dass er und seine Widerstandskämpfer kaum die Wahl Haldimanns zum Übergangsdirektor von SF verhindern werden können. Sein bescheidenes Ziel: mehr bürgerlich denkende Leute in die SRG-Gremien zu bringen und die definitive Wahl Haldimanns zu verhindern.

NZZ: Verluste trotz Sparmassnahmen

Die NZZ hat im ersten Quartal trotz massiver Sparmassnahmen Verluste geschrieben. Teile des Online-Angebots sollen kostenpflichtig werden, wie CEO Albert P. Stäheli in einem Interview mit der Handelszeitung sagte. Ausserdem wird eine deutliche Erhöhung der Abonnementspreise geprüft.

Die NZZ hat im ersten Quartal trotz massiver Sparmassnahmen Verluste geschrieben. Sie prüft eine deutliche Erhöhung der Abonnementspreise. Teile des Online-Angebots sollen kostenpflichtig werden, wie CEO Albert P. Stäheli in einem Interview mit der Handelszeitung sagte. Bisher hätten die Leser der Neuen Zürcher Zeitung dank hoher Werbeeinnahmen einen subventionierten Preis bezahlt. Der Rückgang im Werbemarkt hat gemäss Stäheli historisch ein einmaliges Ausmass, im Vergleich zum Vorjahr betrage er gut 30 Prozent. Um die hohen Ansprüche der Leserschaft auch künftig voll befriedigen zu können, werde eine überdurchschnittliche Preisanpassung geprüft.
Nach dem Abbau von 24 Stellen im letzten November kämen dieses Jahr weitere 6 Stellen dazu, indem Pensionierte nicht ersetzt werden, sagte der CEO der NZZ- Gruppe in dem am Mittwoch veröffentlichten Interview. In den Redaktionen würden voraussichtlich keine weiteren Stellen gestrichen. Durch die Zusammenführung von Supportbereichen in der ganzen NZZ-Gruppe werden laut Stäheli allerdings in den nächsten 18 Monaten weitere 20 bis 25 Stellen abgebaut.
Mit neuen Strategien will die NZZ das Internet-Angebot in die schwarzen Zahlen bringen. Derzeit seien die Ausgaben in diesem Bereich um 3 Millionen Franken höher als die Einnahmen. Die allgemeinen News im Internet bleiben gratis. Kostenpflichtig werden sollen aber beispielsweise Finanzdienstleistungen, Angebote zu spezifischen Wirtschaftsthemen oder Kommentare von exzellenten Autoren.
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