Die sieben Nominierungen für den Prix Courage des Beobachters stehen fest. Sie kommen aus verschiedenen Regionen der Schweiz, zwei von ihnen aus der Westschweiz. Eine Jury unter der Leitung des Schriftstellers Franz Hohler wählt nun den Gewinner oder die Gewinnerin. Wer den Publikumspreis erhält, bestimmen die Beobachter Leserinnen und Leser in den kommenden Wochen. Die Preise werden vom Beobachter am Freitag, 11. September, im Zunfthaus zum Rüden in Zürich, verliehen.
Der Beobachter hat die Nomination der diesjährigen, möglichen Prix Courage Preisträger zum Anlass genommen, jedem der sieben Heldinnen und Helden des Alltags eine eigene Titelseite zu widmen, denn sie werden in der aktuellen Ausgabe vorgestellt. Nun erscheint die aktuelle Ausgabe mit sieben verschiedenen Titelbildern. Dazu wurden von der Gesamtauflage von über 300’000 je 45’000 Exemplare mit jedem Porträt gedruckt.
Für den mit 25’000 Franken dotierten Prix Courage und den mit 10’000 Franken dotierten Publikumspreis sind folgende Kandidatinnen und Kandidaten nominiert:
– Nathalie Mack, 8400 Winterthur. Die 23-Jährige eilte nachts ohne zu zögern einer jungen Frau zu Hilfe, die von einem Mann überfallen wurde. Beherzt schlug die angehende Pflegefachfrau den Täter in die Flucht und trug dazu bei, dass dieser kurz darauf gefasst werden konnte.
– Damiano Saitta, 4533 Riedholz SO. Der sportliche 14-Jährige sprang an einem schönen Junitag in die reissende Aare und rettete ein Mädchen vor dem Ertrinken. Die Mutter der 10-Jährigen hatte zuvor vergeblich versucht, ihr Kind aus dem Wasser zu ziehen.
– Marisa Pralong (43), 1201 Genf. Die ehemalige Manor-Verkäuferin engagierte sich gegen eine weitere Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten während der Weihnachtszeit und berichtete der Presse von den Arbeitsbedingungen im Warenhaus. Ihr wurde deshalb gekündigt.
– Zoran Vasic (36), 8600 Dübendorf. Der zweifache Familienvater und Automatikfachmann rettete auf der A1 kurz vor Winterthur einen Verunfallten aus einem brennenden Auto. Dabei begab er sich selbst in akute Gefahr und zog sich Schnittverletzungen an den Händen zu.
– Bettina Ecklin, 8708 Männedorf. Die Juristin und Ex-Mitarbeiterin im Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich (AWA) ging dem Verdacht nach, dass der ehemalige Schauspielhausdirektor Matthias Hartmann sein Kindermädchen illegal beschäftige. Sie machte Meldung wegen Schwarzarbeit. Als höchste Stellen zugunsten von Hartmann intervenierten, reichte sie Strafanzeige gegen die Leitung des AWA ein und kündigte ihre Stelle.
– Marie-Rose Genoud, 1950 Sion. Die im Kloster Sitten wohnhafte 70-jährige Ordensschwester kämpfte über zehn Jahre gegen den Walliser Amtsschimmel, der Asylbewerbern zu Unrecht Geld abknöpfte. Sie zog bis vor Bundesgericht und bekam 2008 Recht.
– Calista Gabriela Fischer, 8057 Zürich. Die 46-jährige Lehmann-Geprellte gründete eine Selbsthilfegruppe, obwohl sie fürchtete, von der Credit Suisse eingeklagt zu werden. Gemeinsam mit anderen Betroffenen kämpfte sie für Entschädigungsleistungen seitens der Grossbank.
Bilder und detaillierte Portraits der Nominierten stehen unter www.beobachter.ch/medien zur Verfügung (Fotos: Christian Schnur/Beobachter).
Der Prix Courage des Beobachters wird seit 1997 verliehen. Er zeichnet besonders charaktervolle und mutige Frauen und Männer aus, die bei Fehlverhalten und Übergriffen couragiert eingreifen, die eigene Risiken oder Nachteile in Kauf nehmen, um Menschen zu Hilfe zu eilen, oder die sich selbstlos für eine offene, solidarische und gerechte Schweiz einsetzen – die «Heldinnen» und «Helden» des Alltags. Der Prix Courage besteht aus einem Jurypreis und einem Publikumspreis.
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