Yahoo: 100 Millionen Dollar für Neustart

Der Internetkonzern Yahoo startet mit einem Relaunch des Webportals neu durch und investiert rund 100 Millionen Dollar in eine begleitende internationale Marketingkampagne.

Der Internetkonzern Yahoo startet mit einem Relaunch des Webportals neu durch und investiert rund 100 Millionen Dollar in eine begleitende internationale Marketingkampagne. Damit hofft das Unternehmen, künftig sowohl den Traffic auf seinen Seiten als auch die Einnahmen wieder stärker ankurbeln zu können. Außerdem will sich Yahoo laut Pressetext in Zukunft gegenüber konkurrierenden Angeboten öffnen und Nutzern erlauben, Webdienste von Dritten – etwa Facebook oder Twitter – auf dem Webportal zu integrieren. In der Vergangenheit hatte der Internetkonzern immer stärker mit dem Wettbewerb zu Google und anderen Konkurrenten zu kämpfen gehabt und es nicht geschafft, seine Position als eine der populärsten Webseiten weltweit auch entsprechend in Gewinne zu verwandeln.

Was lange währt wird gut

Seit heute erscheint die Neue Zürcher Zeitung im neuen Kleid. Dies wurde mit einem edlen Frühstück im Zürcher Restaurant Terasse gefeiert. Inserenten und Werber nahmen die Gelegenheit wahr, sich mit den anwesenden Redaktoren und den Mitarbeitern aus dem Verlag über die neue NZZ zu unterhalten.

Seit heute erscheint die Neue Zürcher Zeitung im neuen Kleid. Dies wurde mit einem edlen Frühstück im Zürcher Restaurant Terasse gefeiert. Inserenten und Werber nahmen die Gelegenheit wahr, sich mit den anwesenden Redaktoren und den Mitarbeitern aus dem Verlag über die neue NZZ zu unterhalten.
Seit mehr als 60 Jahren ist es der erste wirklich umfassende Relaunch. Die ursprünglichen sechs Bünde mussten einer neuen, leichteren und kompakteren Blattarchitektur weichen. Neu gibt es drei Lagen, wie es an der Falkenstrasse so schön heisst: Politik (Ausland, Inland, Regionales), Wirtschaft und Börse sowie Feuilleton. Im Bund Wirtschaft ist der Sport zu finden, die Spezialthemen wie zum Beispiel Forschung und Technik im Feuilleton-Bund. Sowohl Sport wie Spezialthemen beginnen jeweils auf der Bundrückseite. Die ersten zwei Bünde sind durchgehend fünfspaltig, das Feuilleton ist vierspaltig.
Das elegante, unaufgeregte Neudesign wurde von der Kölner Designagentur Meiré und Meiré in enger Zusammenarbeit mit der hauseigenen Art Directorin Brigitte Meyer entwickelt und umgesetzt. Der Relaunch ist hervorragend gelungen, man ist sogar versucht, von einem grossen Wurf zu sprechen. Markus Spielmann titelt auf der neuen Meinungsseite «Der Substanz mehr Ästhetik geben.». Mehr kann man dazu nicht sagen.
PCM
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Albert P. Stäheli, CEO NZZ.
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Dr. Daniel Hofer, Mitglied UL NZZ.
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Markus Spillmann, Chefredaktor.

Journalisten protestieren in Lausanne gegen Entlassungen

Rund 50 Journalisten machten am Mittwoch zwischen 11 und 12 Uhr mit einem Sitzstreik vor dem Edipress-Gebäude ihrem Unmut Luft. Sie protestierten gegen die Entlassung von zehn Berufskollegen bei den Gratiszeitungen Matin Bleu und 20 minutes.

Rund 50 Journalisten machten am Mittwoch zwischen 11 und 12 Uhr mit einem Sitzstreik vor dem Edipress-Gebäude ihrem Unmut Luft. Sie protestierten gegen die Entlassung von zehn Berufskollegen bei den Gratiszeitungen Matin Bleu und 20 minutes. Die Teilnehmer des Sit-ins kritisierten laut SDA dass weder die Redaktionen noch die Personalverbände vor den Entlassungen befragt worden waren. Die zehn betroffenen Personen hatten am Dienstag von der Kündigung anlässlich der Fusion der beiden Westschweizer Gratisblätter erfahren.
Die Verleger von Edipresse und Tamedia haben damit gemäss Gewerkschaft gegen die Regeln verstossen: Das Gesetz sehe vor, dass sich die Verleger im Vorfeld solcher Kündigungen mit den Sozialpartnern treffen müssten, um Alternativen zu den Kündigungen zu suchen, sagte Dominique Diserens, Sekretär der Journalistengewerkschaft Impressum. Die Verleger von Edipresse und Tamedia boten am Mittwoch Gespräche für den nächsten Tag an. Impressum hoffe, dass die Vorschläge der beiden Redaktionen dann angehört werden, so Diserens weiter.
Die letzte Ausgabe von Matin Bleu wird am Freitag erscheinen. Bereits am Montag werden die beiden Redaktionen unter einem Dach und dem Titel 20 minutes arbeiten.

Media Trend Journal: 10 Jahre Screen-up – 10 Jahre Fernsehen

Seit der ersten Screen-up im Oktober 1999 hat sich die Fernsehlandschaft in der Schweiz ganz schön verändert – in jeder Hinsicht.

Seit der ersten Screen-up im Oktober 1999 hat sich die Fernsehlandschaft in der Schweiz ganz schön verändert – in jeder Hinsicht.
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5

Twittern macht dum

(Clevere) Studie aus Schottland erregt (dumme) Twitterer aus aller Welt.

Ich zwitscher Ihnen mal was: Twittern macht blöde. Das hat eine schlaue schottische Psychologin von der University of Stirling herausgefunden. Glaubt sie zumindest. Ihre These: Die 140-Zeichen-Kurznachrichten auf Twitter fordern das Arbeitsgedächtnis wenig, brauchen nur geringe Aufmerksamkeit und stärken folglich auch kaum die Vernetzung zwischen Nervenzellen. Facebook im Vergleich macht clever – denn bei so komplexen Aktionen wie Freunde einladen oder chatten muss das Gehirn viel arbeiten und seine Synapsen permanent kurzschliessen. Je komplexer die Funktionen, desto aktiver das Arbeitsgedächtnis, desto schlauer der Anwender. Das Ergebnis liegt auf der Hand, oder?
Das Wutge(t)witter in 140 Zeichen nach dieser Veröffentlichung war unüberlesbar. Tenor: «Wenn Twitter dumm machen würde, hätten wir das wohl gemerkt!» Alle Wütenden wissen, was der forschenden Dame entgangen ist: Sich kurz zu fassen ist schwer. Es ist viel komplizierter, als langatmig Inhalte darzulegen, von Hölzchen auf Stöckchen und von Gedankenschlaufe zu Gedankenschlaufe zu mäandern und am Ende des Satzes nicht mehr zu wissen, wo man angefangen hat. Für diese Erkenntnis braucht man keine wissenschaftlichen Analysen. Ein kleiner Selbstversuch reicht.
Nun gut, ob beim Twittern das Hirnli arbeitet, hängt von der Botschaft ab, die man verbreiten will: «Koche Kaffee» ist tatsächlich keine besondere Herausforderung und birgt auch für den Leser keinen ausgeprägten Erkenntnisgewinn. Wer Twitter aber als Medium begreift, mit dem man informieren, Meinungen austauschen und Menschen gewinnen kann, braucht nicht nur sein Stammhirn, sondern auch den Rest seines Denkapparats, Nerven inklusive. Hochkomprimierte Information braucht hochkonzentrierte Aktion.
Nochmal kurz, in 140 Zeichen: Twittern kann stressen, irre machen. Ob man durchs Zwitschern schlau wird, ist strittig. Dümmer aber machen die Komprimierungsübungen nicht.
Anne-Friederike Wilhelm – @AFWilhelm – @werbewoche

Aroma mit neu definierter Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung von Aroma wurde neu definiert: Bereichsleiter der Kompetenzbereiche Kreation, Beratung, Planung/Realisation/Logistik vertreten die strategischen Eckpfeiler in der Unternehmensführung Mitglieder.

Die Geschäftsleitung von Aroma wurde neu definiert: Bereichsleiter der Kompetenzbereiche Kreation, Beratung, Planung/Realisation/Logistik vertreten die strategischen Eckpfeiler in der Unternehmensführung Mitglieder der Geschäftsleitung sind: Jeannette Bours, neu Geschäftsführerin und Bereichsleitung Beratung, bisher stv. Geschäftsführung und Beratungsleitung, Roger Stämpfli, neu Mitglied der Geschäftsleitung, Bereichsleitung Kreation/CD, Sandro Hunziker, nach wie vor Mitglied der Geschäftsleitung, Bereichsleitung Planung/Realisation/Logistik. Gründer und Inhaber Lukas Meier ist nach wie vor in der Geschäftsleitung mit dem Fokus uf strategischer Unternehmensführung vertreten und nimmt sich der Corporate Communication als auch kundenspezifischen Spezialprojekten an.
Jeannette Bours, seit 2005 stv. Geschäftsführerin und Beratungsleiterin, übernahm im Juni 2009 die Geschäftsleitung von Aroma. Vor ihrem Engagement bei Aroma trug Bours unter anderem für Radio 24 und Tele Züri als auch für Cinerent OpenAir die Verantwortung für den Bereich Kommunikation/Sponsoring, bei Wundermann (Y&R Gruppe) war sie für Eventkonzepte/-management und bei Futurecom (Y&R Gruppe) als Consultant New Media Communication engagiert.
Roger Staempfli wurde im Juni 2009 in die Geschäftsleitung von Aroma berufen. Seit 2007 ist er als Creative Director bei Aroma tätig und hat vor seinem Wechsel acht Jahre als Selbstständiger im Bereich Ausstellungsdesign, Objektbau und Styling gewirkt. Danach war er während sieben Jahren als Stv. Marketingleiter, Leiter Schaufensterdekoration und Art Director bei Loeb tätig.
Sandro Hunziker stiess 1998 als Leiter Planung zu Aroma und ist seit dieser Zeit intensiv in die Weiterentwicklung des Unternehmens involviert. Seit 2005 ist er Mitglied der Geschäftsleitung, seit Januar 2009 Leiter der Bereiche Planung/Realisation und Logistik. Vor seinem Engagement bei Aroma war Sandro Hunziker während 6 Jahren in der Branche Architektur und Bauwesen tätig, wo er sich seine Sachkenntnisse in Konstruktion und Planung erarbeitete.
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v.l.n.r.: Roger Staempfli, Sandro Hunziker, Jeannette Bours, Lukas Meier.

Trendforscher: Internet explodiert in die reale Welt

«Im Zuge der technologischen Evolution explodiert das Internet in die reale Welt. Der Mensch wird immer online sein und die Möglichkeit haben, die Realität in Echtzeit um eine Ebene digitaler Inhalte zu erweitern.» Zu diesem Schluss kam der Trendforscher Daniel Bischoff am Dienstag bei der von Future Network organisierten 3. Konferenz zu Technologieoutlook und IT-Trends an der Universität Zürich.

«Im Zuge der technologischen Evolution explodiert das Internet in die reale Welt. Der Mensch wird immer online sein und die Möglichkeit haben, die Realität in Echtzeit um eine Ebene digitaler Inhalte zu erweitern.» Zu diesem Schluss kam der Trendforscher Daniel Bischoff gemässs Pressetext am Dienstag bei der von Future Network organisierten 3. Konferenz zu Technologieoutlook und IT-Trends an der Universität Zürich. Ermöglichen aktuell vor allem mobile Endgeräte über Bilderkennung, Webanbindung und Displaytechnologien eine digitale Überblendung der Realität, werden in Zukunft auch Brillen, Kontaktlinsen oder gar winzige Implantate zum Einsatz kommen, die diese Zusatzinformationen direkt auf das menschliche Auge projizieren, glaubt Bischoff.
An Ideen und Visionen, die teilweise schon in Pilotprojekten getestet wurden, mangelt es nicht. So soll es zukünftig möglich sein, für die Wohnungssuche einfach durch die Gegend zu schlendern. Gefällt einem ein Wohnblock oder ein Haus, kann über die Kamera des Mobiltelefons das Objekt anvisiert werden. Die digitale Zusatzebene gibt Auskunft über freie Wohnungen und hält auch gleich die Informationen zum Mietpreis und Vermieterkontakt bereit. Aber auch mit der Anbindung an bestehende Plattformen und User-generierten Inhalten wie Wikipedia, Flickr oder der lokalen Googlesuche wird bereits experimentiert, wie die Android-Entwicklung Layar beweist.
Revolutionärer Wendepunkt der technologischen Entwicklung
Für die Gaming-Industrie sind durch virtuelle Überlagerungen der realen Welt völlig neue Spielkonzepte denkbar. Und traditionelle Print-Medien könnten davon profitieren, wenn das physische Produkt mittels Betrachtung über eine Handy- oder Laptopkamera virtuelle Zusatzinformationen und 3D-Grafiken bietet. «Aus dieser Entwicklung heraus ergeben sich völlig neue Business-Modelle, da Leute für relevante Informationen immer bereit sein werden, auch Geld zu bezahlen», meint Bischoff im Gespräch mit Pressetext. Die Richtung dieser technologischen und inhaltlichen Evolution zeichne sich bereits deutlich ab. Welche Geschäftsidee bis zum Jahr 2020 tatsächlich von Erfolg gekrönt sein werde, sei im Einzelnen allerdings schwer zu prognostizieren, so Bischoff.
«Wir erleben derzeit tatsächlich einen revolutionären Wendepunkt der technologischen Entwicklung», unterstreicht auch Moshe Rappoport von IBM Research. Die Konvergenz verschiedener Entwicklungen im Hardware- wie Softwarebereich sowie die starke Einbindung sozialer Komponenten – Stichwort soziale Netze und User-generierter Content – sorge für einen digitalen Aha-Effekt ungeahnten Ausmaßes. «Haben noch vor wenigen Jahren überwiegend Informatiker, Wissenschaftler und Geschäftsleute auf die Verwendung von Computern gesetzt, stellen die Privat-User, die Computer, Mobiltelefone und andere technologische Geräte verwenden, nun die überwältigende Mehrheit dar. Anders als früher muss sich die IT heute folglich darüber definieren, dass sie unseren Alltag maßgeblich erleichtert und globale Probleme löst», meint Rappoport im Gespräch mit Pressetext.
Damit eine große Masse an Privatanwendern von den technologischen Errungenschaften profitieren kann, müssten Entwickler vor allem in puncto intuitiver Bedienbarkeit und einfachem User-Interface noch einiges lernen, kritisiert Rappoport. So sei es ärgerlich, wenn etwa Schweizer Zugreisende ihren Anschluss verpassen, da die Bedienoberfläche des elektronischen Ticketautomats zu kompliziert aufgebaut ist. Den Erfolg des iPhones führt Rappoport unter anderem darauf zurück, dass dieses sowohl von den digital aufgewachsenen Jugendlichen als auch von der älteren Generation – den sogenannten «digitalen Immigranten» – auf spielerische Weise bedient werden könne.
Vor einem möglichen Supergau durch den Missbrauch von Privatinformationen und persönlichen Daten warnte hingegen der Rostocker Universitätsprofessor Clemens Cap: «Bei all den großartigen Möglichkeiten, die sich durch die technologische Entwicklung für Privatanwender, aber auch im Geschäftsbereich ergeben, müssen wir uns gleichzeitig aber auch gewissen ethischen Fragen stellen.» Wenn der Mensch über technische Hilfsmittel bis hin zu implantierbaren RFID-Chips immer stärker in die digitale Welt eingebunden werde und persönliche Informationen in diese einspeise, kratze man dadurch natürlich an Grenzen, die zwangsläufig zu Protesten führen, so Cap.
Relevante von irrelevanten Daten unterscheiden
Angesichts derartiger Gefahren und des Umstands, dass vor allem mobile Endgeräte in Kombination mit mobilen Datenpaketen als treibende Kraft der aktuellen technologischen Entwicklung fungieren, sieht der österreichische Carrier-Ausrüster Kapsch CarrierCom wiederum die Telekommunikationsanbieter im Vorteil. «Die Telcos genießen im Vergleich zu vielen Internetportalen weitaus höhere Vertrauenswerte. Damit könnte ihnen in Zukunft eine wichtigere Rolle zukommen, was die Speicherung und Verwaltung von sensiblen Online-Anwenderdaten betrifft», unterstreicht Engelbert Kerschbaummayr, Director Customer Solution Management von Kapsch, auf der Zürcher Konferenz.
Als weiteres Problem der rasanten digitalen Entwicklung orteten die IT-Experten auch die damit einhergehende Datensintflut. «Dass wir ein Problem bekommen, beweisen schon die neuen Wortkreationen Petabyte, Exabyte und Zettabyte. Bis zum Jahr 2011 wird die Gesamtmenge der erzeugten Daten laut einer IDC-Studie auf 1,8 Zettabyte – rund 1,8 Mrd. Terabyte – ansteigen, während der verfügbare Speicherplatz auf rund 50 Prozent absinken wird», erklärt André Golliez, Präsident der Schweizer Informatik Gesellschaft. «Unternehmen sind daher gut beraten, bereits jetzt einen Plan zu entwickeln, wie relevante von irrelevanten Daten zu unterscheiden sind und man die Langzeitspeicherung und Archivierung der wichtigen Daten in Angriff nehmen kann.»

Zur Sache: Böses Erwachen

Das Timing entbehrte nicht einer gewissen Pikanterie: Ausgerechnet am letzten Tag des diesjährigen Kongresses des Verbandes Schweizer Presse in Interlaken wurde bekannt, dass der Rekurs von Radio Energy vom Bundesverwaltungsgericht abgelehnt wurde. Energy ging bei der Neuvergabe der UKW-Frequenzen für das Sendegebiet Zürich-Glarus leer aus.

Das Timing entbehrte nicht einer gewissen Pikanterie: Ausgerechnet am letzten Tag des diesjährigen Kongresses des Verbandes Schweizer Presse in Interlaken wurde bekannt, dass der Rekurs von Radio Energy vom Bundesverwaltungsgericht abgelehnt wurde. Ener¬gy ging bei der Neuvergabe der UKW-Frequenzen für das Sendegebiet Zürich-Glarus leer aus. Der Entscheid des Bundesrates wurde vom Bundesverwaltungsgericht gestützt und ist somit rechtens. Der beliebte und erfolgreiche Sender darf somit nur noch bis Ende Jahr senden. Mehr als ¬270 000 Hörerinen und Hörer werden ihren Sender vermissen, 60 Mitarbeiter werden auf der Strasse stehen.
Die Reaktionen am Kongress waren dementsprechend. «Es herrscht tiefe Enttäuschung. Ein Medienverbot eines unbescholtenen, guten Senders ist absolut unverständlich. Die Politik hat versagt, wenn Sie ein solches Konzessionsverfahren zulässt», so Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument. SVP-Nationalrätin Natalie Rickli war empört: «Es ist ein Riesenskandal, dass der Staat ein funktionierendes Medium einstellt.» FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger schlug moderatere Töne an und meinte: «Bei der engmaschigen Regulierung des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) war der Entscheid absehbar, trotzdem ist er unverständlich.»
Das neue RTVG war eine Zangengeburt. Conrad Meyer, Verwaltungsratspräsident der AG für die Neue Zürcher Zeitung, sagte im April 2008 in einem Interview mit der Werbewoche zum RTVG: «Ein schwerfälliger, aufwändiger Prozess, bei dem ich mich frage, ob diese Kräfte, die da spielen, dann wirklich zum bes¬ten Resultat führen.» Die endlosen Debatten in der grossen und der kleinen Kammer machten das Regelwerk immer komplizierter und rigider. Die Kontrollschrauben wurden immer stärker angezogen. Das von den meisten Verlegern befürwortete Gebührensplitting führte zu weiteren Begehrlichkeiten seitens der Politik. Nicht der Markt sollte es richten, sondern der Leistungsauftrag. Der Begriff Service public wurde zum Mantra der Regulatoren, das von den Radiomachern eifrig nachgebetet wurde. Von einer Besitzstandsgarantie für im Markt etablierte und erfolgreiche Sender war nie die Rede. Die zu erwartenden Konzessionsgelder liessen die Furcht von einer zu grossen staatlichen Kontrolle und Regulation vergessen. Die Verleger liessen sich einlullen.
Ringier hoffte bis zum Schluss, dass ihr Rekurs Erfolg haben würde. Jetzt wollen sie eine Übergangsfrequenz beantragen, bis eine Verbreitung mittels DAB+ möglich sein wird.
Die Regulierung siegte über den gesunden Menschenverstand. Der obskure Service public über den Markterfolg. Da helfen auch markige Worte nichts mehr.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
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Werbemarkt legt wieder zu

Der Werbemarkt hat im August erstmals seit fünf Monaten wieder leicht zugelegt. Für 256,6 Millionen Franken wurde in den Medien Werbung geschaltet, das sind 0,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Media Focus Der Werbemarkt hat im August erstmals seit fünf Monaten wieder leicht zugelegt. Für 256,6 Millionen Franken wurde in den Medien Werbung geschaltet, das sind 0,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Juli hatte der Werbemarkt noch um 1,0 Prozent nachgegeben. Zulegen konnten in erster Linie die Medien TV, Radio und Plakate. Bei den Printmedien ging die steile Talfahrt allerdings weiter. Die Mediengruppe Tages-, reg. Wochen- und Sonntagspresse verzeichnet mittlerweile seit Anfang Jahr Werbeeinbussen von brutto 85 Millionen Franken im Vergleich zur Vorjahresperiode. Mehr geworben wurde im August besonders für Fahrzeuge (+ knapp 46 %). Auch das Segment IT legte deutlich zu (+gut 30 %). Deutlich mehr Werbung registrierte Media Focus auch in den Segmenten Energie, Gemeinnützige Kampagnen und Politische Kampagnen sowie Pharma. Am deutlichsten nach gab die Werbeaktivität für Uhren und Schmuck (- 43 %), dies insbesondere auf Grund des Rückgangs bei der Uhrenwerbung.
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Agentur am Flughafen: Knetkampagne für Roundtech realisiert

Rundkneten ist eine Bearbeitungstechnologie von Metallteilen, die kaum jemand kennt. Um das präzisionsmechanische Kaltumformverfahren bei den Zielgruppen in der Auto-, der Möbel- und der Medizinaltechnikindustrie sowie im Maschinen- und Apparatebau populärer zu machen, hat die Agentur am Flughafen eine Knetkampagne kreiert.

Rundkneten ist eine Bearbeitungstechnologie von Metallteilen, die kaum jemand kennt. Auch ausgewiesene Fachleute nicht. Um das präzisionsmechanische Kaltumformverfahren bei den Zielgruppen in der Auto-, der Möbel- und der Medizinaltechnikindustrie sowie im Maschinen- und Apparatebau populärer zu machen, hat die Agentur am Flughafen eine Knetkampagne kreiert, die seit September 2009 zu in Fachmedien, im Web sowie als Mailing und Broschüre zu sehen ist.
Verantwortlich bei Roundtech AG, Flums: Paul Hafner (Geschäftsführer). Verantwortlich bei der Agentur am Flughafen: René Eugstair (CD), Dominique Rutishauser (AD), Benita Sutter (Grafik), Patrick Lindner Text). Plastilin-Artwork: Eva Witschi, Illux Birrwil. Foto: Vision Studios, Balgach.
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Facebook: Kooperation mit Nielsen

Facebook will die Werbeindustrie vom Potenzial der Anzeigenwerbung auf der eigenen Plattform überzeugen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich das soziale Netzwerk nun mit dem Marktforschungsunternehmen Nielsen zusammengetan.

Facebook will die Werbeindustrie vom Potenzial der Anzeigenwerbung auf der eigenen Plattform überzeugen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich das soziale Netzwerk nun mit dem Marktforschungsunternehmen Nielsen zusammengetan, das künftig unabhängig die Wirksamkeit der Werbeeinblendungen auf der Community-Seite unter die Lupe nehmen soll. Auf diese Weise will man vor allem mehr Glaubwürdigkeit erreichen, was die Angaben zur eigenen Werbeeffizienz betrifft. «Die neue externe Bewertung wird den Unternehmen klar vor Augen führen, dass Werbung auf Facebook funktioniert», erklärt Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer der Community-Plattform, laut Bericht des Wall Street Journals.

Marken in Zeiten der Wirtschaftskrise

Nach welchen Marken sehnen sich die Konsumenten in der Wirtschaftskrise? Wie verändern sich ihre Konsumgewohnheiten? Eine gemischt qualitativ-quantitative Marketingforschungsstudie der Concept Zürich ging diesen Fragen nach. Als mögliche Gewinner der Krise gehen die zwei Detailhändler Migros und Coop hervor.

Wenn der starke Ritter in der eisernen Rüstung durch Flammen geht, um uns aus dem Schlamassel zu ziehen und den Weg zu weisen, und Engelsgestalten ihre wohlig weichen Flügel um uns legen und so ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln, dann wähnen wir uns normalerweise in einem Märchen. Diese zwei archetypischen Gegenpole resultieren aus einer Storytelling-Übung eines Krisenblogs: Krisenerprobte Teilnehmer waren eingeladen, sich über ihre persönlichen Krisen auszutauschen. Ziel dieses Ansatzes war einerseits, die emotionalen Bedürfnisse von Menschen in der Krise aufzudecken. Andererseits ging es darum, zu verstehen, wie diese Anliegen in die Realität der Wirtschaftskrise transferiert werden und welchen Einfluss sie auf die emotionale Markenführung haben können.
Krisenerprobte Menschen – das Spektrum reichte von Identitäts- über Ehekrisen bis hin zum Jobverlust und Bankrott – schauen den Folgen der Wirtschaftskrise relativ gelassen entgegen. Denn: Sie haben in ihrem Leben gelernt, dass Krisen auch Chancen sind. Chancen zur Veränderung. Von der Krise erhoffen sie sich auch eine substanzielle Erneuerung. Das klärende Gewitter der Wirtschaftskrise soll einen Wertewandel bringen: weg von der Kultur der Gier hin zu einer Rückbesinnung auf Werte wie Menschlichkeit und Nachhaltigkeit.
Konsumverhalten in der Wirtschaftskrise
Doch wie wird sich das Konsumverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten in der Wirtschaftskrise verändern? Dies wurde kürzlich in einer international angelegten Studie in Ländern, die schon stärker von der Krise betroffen sind als die Schweiz, mit einem ähnlichen Ansatz erforscht. In England, Frankreich und Deutschland hat sich die Konsumkultur schon merklich verändert. Die Zeiten des unbeschwerten Shoppings als Ausdruck eines hedonistischen Lebensgefühls sind definitiv vorbei. Einkaufen wird wieder zum bewussten Akt. Spontane Kaufräusche werden der Selbstzensur unterworfen. Ausgehen, Spa- und Coiffeurbesuche sind zu erbitterten Gegenspielern in der persönlichen Planwirtschaft der Konsumierenden geworden. Die Einkaufsrealität in den betroffenen Ländern ist zu einem täglich wiederkehrenden, harten Kalkulationskampf geworden. Das Ziel der Konsumenten ist, sich so viel wie möglich vom alten Lebensstil zu gönnen und gleichzeitig auch noch Geld auf die Seite legen zu können. Dies wird primär über Strategien des Ersatzes oder des Ausgleichs erreicht. Auf Luxus wird verzichtet, alltägliche kleine Annehmlichkeiten rationiert und Spülmittel beispielsweise mit Wasser gestreckt, um die Verwendungsdauer zu verlängern. Eine neue Kultur des DIY scheint sich zu entwickeln. Weniger ausgehen und Freunde vermehrt nach Hause einladen. An solchen Beispielen zeigt sich die neue Konsumkultur, die wohl – je nach weiterem Verlauf der Wirtschaftskrise – auch bald die Schweiz erreichen dürfte. Aber: «Bewusst einkaufen» bedeutet gemäss der internationalen Studie nicht nur kostenbewusst. Nachhaltige Produkte werden auf der anderen Seite der Skala zum alltäglichen Luxus, den sich gönnt, wer kann.
Was bedeutet dies für die Markenwelt?
Und welche Brands sind die möglichen Krisengewinner? 500 Schweizerinnen und Schweizer wurden gefragt, welche Marken ihnen in Zeiten der Wirtschaftskrise ein gutes Gefühl geben. Die Teilnehmer konnten aus über 300 Marken aus unterschiedlichen Produkt-Kategorien in den Bereichen Food, Near Food und Non-Food drei auswählen, die ihnen ein besonders gutes Gefühl vermitteln. Die drei präferierten Marken wurden anschliessend anhand 32 validierter Moodboards, die unterschiedliche emotionale Positionierungsdimensionen abbilden, bewertet.
Migros wird dabei von 61% der Teilnehmer ausgewählt und resultiert so als deutliche Gewinnerin, gefolgt von Coop mit 28%. An dritter Stelle folgt M-Budget vor Aldi und Denner. Von den internationalen Marken schaffen es H&M, Coca-Cola und Nivea in die Top Ten. Die Dominanz der Detailhandelsmarken in diesem Ranking überrascht nicht sonderlich.Wo man sparen kann, fühlt man sich in der Krise auch wohl. Während sich die Discounter Aldi und Denner primär über das Kostenbewusstsein der Konsumenten profilieren können, zeigen sie in der emotionalen Positionierung aber keine klare Profilierung. Anders bei Migros und Coop: Beide Retailer positionieren sich über Dimensionen wie Authentizität, Vertrautheit, Swissness und Natürlichkeit – das emotionale Äquivalent einer beiderseits konsequent geführten Strategie der Nachhaltigkeit. Warum wird die Migros so deutlich vor Coop präferiert? Dies hängt wohl damit zusammen, dass es der Marke gelungen ist, sich preislich gut zu positionieren und sich gleichzeitig auf emotionaler Ebene deutlich zu profilieren.
Wenn man die emotionalen Positionierungsprofile der anderen starken Marken genauer analysiert, drängt sich ein Vergleich mit der eingangs erwähnten archetypischen Typologie auf. Die emotionalen Profile der erfolgreichen Marken gleichen entweder dem starken Ritter, der Erfolg vermittelt und durch seine Führungsstärke Sicherheit und Aufbruch signalisiert. Oder sie muten eher engelhaft an und sind über Positionierungsdimensionen wie Geborgenheit und Vertrautheit charakterisiert.
Migros und auch Coop gelingt es, beide Pole anzusprechen. Durch ihre Nachhaltigkeitsstrategien vermitteln sie Führungskraft, durch die Swissness-Positionierung erzeugen sie beim Konsumenten gleichzeitig ein Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit.
Der von den Krisenblog-Teilnehmenden herbeigesehnte Wertewandel findet also in den Resultaten des quantitativen Teils der Schweizer Studie Bestätigung. Zumindest was die emotionale Markenwahrnehmung der Konsumentinnen und Konsumenten betrifft, scheinen Werte wie Nachhaltigkeit und Authentizität Aufwind zu erhalten.
Alain Messerli
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