Walder, Werber: Kampagne für Energie Uster realisiert

Die Agentur Walder, Werber hat für Energie Uster eine Sympathiekampagne entwickelt. Diese soll aufzeigen, was die Energiedienstleisterin unauffällig im Hintergrund alles leistet und wie Privat- und Geschäftskunden davon profitieren.

Sie ist laut Mitteilung der Agentur 75 Mal im Ustermer Stadtzentrum zu sehen – an Strassenlaternen, Stromkästen, Hydranten, über dem Aabach, an Brückengeländern und an Brunnen. Die verschiedenen Aktionen finden dort statt, wo Energie Uster aktiv ist, den Alltag der Bevölkerung mit Strom, Trinkwasser und Erdgas prägt und die Geschäftstätigkeit ihrer Geschäftskunden unterstützt, ohne dass diese es wahrnehmen.
Verantwortlich bei Energie Uster AG: Philippe Joss, Bereichsleiter Vertrieb Energie Wasser. Verantwortlich bei Walder, Werber: Reini Walder (CD); Sascha Völki (AD), Michael Döös, Gregor Szabo (Grafik), Alex Muster (DTP), Daniel Wegmüller (Text), Sandro Walder, Andy Müller (Beratung). Produktion/Montage: Christinger Partner AG.
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Michael Reusser wird Moderator bei Radio 24

Michael Reusser startet ab 1. März 2010 als Moderator bei Radio 24. Der 30-Jährige wir die Vorabend-Informationssendung Info 24 ab 16 Uhr moderieren.

Reusser ist Lehrer, er war Flight Attendant, Redaktor bei der Berner Zeitung, Moderator bei Canal 3 und Extra Bern. Seit zwei Jahren moderiert er bei Capital FM von der Morgensendung bis zur Hitparade und Aussenveranstaltungen. Bei Radio Capital FM ist Michael Reusser Musikchef.

Bundesrat verabschiedet «Swissness-Vorlage»

Die Marke «Schweiz» soll besser geschützt werden. Der Bundesrat hat dazu am Mittwoch zuhanden des Parlaments Entwürfe für die Revision des Markenschutz- sowie des Wappenschutzgesetzes vorgelegt.

Mit der «Swissness-Vorlage» werde die Grundlage geschaffen, um den Wert der Marke «Schweiz» auch in Zukunft zu erhalten, sagte Bundesrätin Eveline Widmer- Schlumpf gemäss SDA vor den Medien in Bern. Denn immer häufiger komme es zum Missbrauch der «Schweizer Qualität» oder «Made in Switzerland».
Mit dem Gesetz soll nun geregelt werden, «wie viel ‚Schweiz‘ in einem Produkt oder einer Dienstleistung sein muss, damit auch ‚Schweiz‘ draufstehen darf», präzisierte Widmer-Schlumpf. Die geltenden Gesetze würden hier zu viele Fragen offen lassen. Konkret müssen Naturprodukte wie Pflanzen in der Schweiz oder maximal zehn Kilometer ausserhalb der Schweizer Grenzen geerntet worden sein, damit sie mit dem Schweizer Kreuz oder der Herkunftsbezeichnung „Schweiz“ beworben werden dürfen. Für verabeitete Naturprodukte müssen mindestens 80 Prozent des Rohstoffgewichts aus der Schweiz stammen.
Ausnahmen sind möglich
Ausnahmen gelten für Rohstoffe, die es in der Schweiz nicht gibt wie etwa Kakao, oder die etwa durch Ernteausfall infolge eines Unwetters vorübergehend nicht verfügbar sind. Bei Industrieprodukten müssen mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen. Dabei dürfen auch die Kosten für Forschung und Entwicklung berücksichtigt werden. Ausserdem muss bei Industrieprodukten und verarbeiteten Naturprodukten die Tätigkeit, die dem Produkt seine wesentlichen Eigenschaften verleiht, beispielsweise die Verarbeitung der Milch zu Käse, in der Schweiz erfolgen. Als schweizerisch bezeichnet werden dürfen Dienstleistungen, sofern sich der Sitz der Anbieterfirma und das tatsächliche Verwaltungszentrum in der Schweiz befindet. So will der Bundesrat verhindern, dass sich Briefkastenfirmen ein Stück des «Swissness-Kuchens» abschneiden können.
Schweizerwappen bleibt Eidgenossenschaft vorbehalten
Was das Schweizerwappen angeht, so bleibt dieses grundsätzlich der Eidgenossenschaft vorbehalten. Ausgenommen sind Unternehmen wie Victorinox oder der TCS, die das Wappen bereits seit Jahrzehnten als Teil ihres Unternehmenskennzeichens verwenden. Indem die Swissness-Vorlage künftig auch die Verwendung des Schweizerkreuzes für Produkte erlaube – heute ist dies lediglich für Dienstleistungen der Fall – , werde den Produzenten ein wichtiger Werbeträger zur Verfügung gestellt, sagte Widmer-Schlumpf weiter. Im In- und Ausland genössen Schweizer Produkte und Dienstleistungen nämlich einen hervorragenden Ruf.
Mit dem «Swissnessbonus» erzielten die betroffen Branchen bereits heute eine Reputationsprämie von rund 6 Milliarden Franken, was über 1 Prozent des Schweizer Bruttoinlandproduktes entspreche. Von der Vorlage profitieren dürften nach Meinung des Bundesrates neben den Konsumenten auch forschungsintensive Branchen, der Schweizer Arbeitsmarkt und die Landwirtschaft.
Exportierende Unternehmen dürften insbesondere von der Möglichkeit profitieren, auch nichtlandwirtschaftliche geografische Angaben oder geografische Marken wie «Genève» für Uhren oder «St. Galler Spitze» in ein Register eintragen zu lassen, das noch vom Eidg. Institut für Geistiges Eigentum geschaffen werden soll. Dies vereinfacht künftig die Durchsetzung des Schutzes insbesonder auch im Ausland.
Nicht verhindern kann die Vorlage allerdings, dass weiterhin etwa Käse mit Bezeichnungen wie «Swiss Cheese» oder «Emmentaler» verkauft wird, der nie auch nur in der Nähe von Schweizer Boden war. Solange diese Produkte nicht mit einem Schweizer Kreuz oder konkret als Schweizer Produkte beworben werden, sind diese Bezeichnungen zulässig.

Heads für Axpo unter Strom

Auf den 1. Oktober wurde die Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK) umfirmiert zur Axpo AG. Heads unterstützte das bald hundertjährige Unternehmen in diesem bedeutenden Schritt ihrer Firmengeschichte.

Mit der Umbenennung der NOK in Axpo AG soll der Brand Axpo zu einer noch stärkeren Marke im Schweizer Energiemarkt werden, wie es in einer Mitteilung heisst. In weniger als drei Monaten änderte Heads über 4’000 Beschriftungen, 2’000 elektronische Formulare, gegen 1’000 elektronische Dokumente, beschriftete rund 150 Fahrzeuge und gestaltete über 50 NOK-Broschüren im Axpo-Design. Heads verdoppelte für dieses Projekt ihr Personal: Unter der Leitung von Ralph Hermann und Mike Stillhard arbeiten für das Grossprojekt zusätzlich die Beraterinnen Andrea Bruggmann, Kristina Brunner und Lora Franceschini, der PR-Spezialist Felix Müller, der IT Management-Spezialist Dr. Jürg Eberhard, Esther Hirzel als Projektleiterin für Signaletik, die Gestalterin Petra Jörger und als Art Director Andreas Preis. Die Agentur wird sich noch bis April 2010 für die Umsetzung der Single Brand-Strategie der Axpo AG engagieren.

Neuer Anzeigenleiter von Limmattaler Zeitung und Bezirksanzeiger Dietikon

Predi Vukovic-Häfliger übernimmt am 1. Dezember 2009 die Anzeigen- und Verkaufsleitung der Limmattaler Zeitung und des Bezirksanzeigers Dietikon.

Er hat laut Mitteilung der AZ Medien langjährige Verkaufserfahrung in verschiedenen Branchen, davon mehr als zehn Jahre in leitenden Funktionen als Verkaufs- und Teamleiter. Vor zwei Jahren wechselte er von der Publicitas Mittelland/Aargauer Zeitung zur Gratiszeitung .ch. Dort war er als Verkaufs- und Anzeigenleiter für die regionalen Märkte der Deutschschweiz, insbesondere für den Verkauf im Mittelland und in Zürich, tätig.
Predi Vukovic-Häfliger rapportiert direkt Dietrich Berg, dem Geschäftsführer Anzeiger/Zeitschriften/Bücher der AZ Medien Gruppe. Oscar Meier, bisher verantwortlich für den Verlag von «Limmattaler Zeitung» und «Bezirksanzeiger Dietikon», wird sich auf die Führung der AZ Wochenzeitungen AG (Stadtanzeiger Baden, Stadtanzeiger Aarau, Lenzburger Bezirksanzeiger) konzentrieren.

Formeldrei: Imagekampagne für Das Zelt entwickelt

Die Berner Agentur Formeldrei hat für das Schweizer Tournee-Theater Das Zelt eine Imagekampagne realisiert.

Die Inserate, Prospekte, Plakate, Baderolen, TV-Spots und bald auch neu beschriftete Fahrzeuge sind ab November 2009 zu sehen. Ausserdem hat Formeldrei für Das Zelt einen neuen Internetauftritt entwickelt.
Verantwortlich bei Das Zelt, Zürich: Adrian Steiner, Direktor. Verantwortlich bei Formeldrei, Bern: Moritz Adler (CD), Christian Wüthrich (Text/Konzept), Patrick Ochsenbein (Beratung). Produktion TV-Spot: Efex GmbH, Schübelbach. Foto: Fotographie Simon B. Opladen, Bern.
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JWT+H+F: Für Tela neuen Markenauftritt und Image-Kampagne entwickelt

Seit über 70 Jahren produziert Tela Servietten und Zubehör in Schweizer Qualität. JWT+H+F hat das Corporate Design des Unternehmens umfassend überarbeitet sowie eine Imagekampagne lanciert.

Die Tela-Produkte mit neuem Logo und neuem Verpackungsdesign stehen ab 16. November in den Regalen der Gross-, Detail- und Gastrofachhändler. Gleichzeitig wurde auch eine Image-Kampagne lanciert. Um zu unterstreichen, welchen Beitrag Tela zur Tischkultur leistet, hat die Agentur den Claim «Tela macht aus jedem Tisch ein Kunstwerk» entwickelt und trägt damit nicht laut Mitteilung nur der Wertigkeit, sondern auch der Vielfalt an Möglichkeiten zur Tischdekoration Rechnung. Die verschiedenen Sujets sind ab sofort in Form von Fachanzeigen und auf Plakaten im Gastro-Umfeld zu sehen. Speziell für die Basler Gastrofachmesse IGEHO wurde zusätzlich ein Banner angefertigt. Ausserdem wartet eine kulinarische Überraschung in den neuen Tela-Farben auf die Besucher. Verschiedene BTL-Massnahmen runden die Kampagne ab.

Verantwortlich bei Kimberly-Clark GmbH: Franziska Leisi (Marketing Manager Family Care), Rico Germann (Business Manager). Verantwortlich bei JWT+H+F: Remy Fabrikant (Gesamtverantwortung), Enrico Bachmann, Grischa Rubinick (CD), Vanessa Lehmann-Spalleck (Beratung), Anna Kindlimann (Grafik), Mathias Bart (Text), Felix Streuli (Fotografie), Type Design (Bildbearbeitung), Peter Wandfluh (Produktion) .

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DSM vergibt internationalen Auftrag an BSSM

DSM Nutritional Products in Kaiseraugst hat die BSSM Werbeagentur beauftragt, die Kampagne zur Einführung eines Vitamins der nächsten Generation für Tiere zu entwickeln.

Die Massnahmen für den knochenstärkenden Futtermittelzusatz bestehen aus Anzeigen, Verkaufsunterlagen und Give-away. Erste Arbeiten werden im 2010 weltweit eingesetzt und von lokalen Agenturen adaptiert, wie die Agentur in einer Mitteilung schreibt.
DSM ist einer der Weltmarktführer bei Vitaminen, Carotinoiden und anderen Feinchemikalien für die Futtermittel-, Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Das in den Niederlanden domizilierte Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 22’000 Mitarbeitende.

Bing: US-Marktanteil weiter gesteigert

Microsofts Suchmaschine Bing wächst in den USA weiter – auf Kosten von Yahoo. Nach aktuellen Statistiken von Comscore erreichte Bing im Oktober 2009 9,9 Prozent Marktanteil auf dem US-Markt.

Google baute seine Führung laut Netzwoche.ch auf 65,4 Prozent aus, ein Plus von 0,5 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. Eindeutiger Verlierer ist Yahoo, das mit einem Marktanteil von 18 Prozent auf ein historisches Tief sank. Als Allianz halten Microsoft und Yahoo rund 28 Prozent – nicht einmal die Hälfte von Googles Anteil.

Jung von Matt/Limmat gewinnt BMC-Etat

Das Rennen gemacht: Jung von Matt/Limmat holt im Rahmen einer Agenturevaluation den Zuschlag für das BMC-Budget.

Die Zürcher Agentur begleitet den Schweizer Hersteller von Fahrrädern im Premium Segment international in der Kommunikation und realisiert eine Imagekampagne. Erste Arbeiten sind laut Mitteilung noch dieses Jahr zu sehen.
CEO BMC Mike Hürlimann: «Jung von Matt hat uns als integrierte und international vernetzte Kommunikationsagentur überzeugt, um unseren internationalen Geschäftsausbau durch eine überzeugende Erhöhung unserer Markenbekanntheit zu unterstützen.» Rolf Helfenstein, Client Service Director von Jung von Matt/Limmat, freut sich: «Als Agentur mit vielen begeisterten Rad-Enthusiasten wissen wir aus eigener Erfahrung, worauf es ankommt.»

Markenduft – Duftmarke

«Du bist dufte», «ich kann dich gut riechen» – wer hört das nicht gern? Trotzdem sind in der Schweiz bisher nur wenige Unternehmen auf die Idee gekommen, ihrer Marke neben einem Gesicht und einem Klang auch einen charakteristischen Duft zu geben.

Gerüche sind eng mit Emotionen verbunden, sie können Gefühle ausdrücken und Gefühle hervorrufen. Der Geruch von Zimt versetzt einen direkt in Grossmutters Küche, zwischen Lebkuchen und Zimtsterne. Feuchte Socken rufen – im besten Fall – Bilder von der letzten Skitour vor Augen, und Lederduft erinnert an den schweren Backensessel in Vaters Büro, in dem sich Kater Mikesch immer zusammenrollte. Der Geruchssinn war der erste Sinn, der während der Evolution ausgebildet wurde, und er ist der einzige menschliche Sinn, der bereits bei der Geburt voll entwickelt ist. Jeder Mensch kann etwa 10‘000 Gerüche speichern und wiedererkennen, 90 Prozent der Geschmackswahrnehmung laufen über den Geruchssinn. «Gerüche sind der einzige Sinneseindruck, der ungefiltert das Gehirn erreicht», sagt Hans Rudolf Keller*, Neuromarketingexperte, Mentaltrainer und Inhaber von Mental.ch. Das macht ihre besondere Kraft aus. Gerüche beeinflussen uns auch dann, wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen. Sie steuern unser Unterbewusstsein, herrschen über Sympathie und Antipathie. Die feinen Einflüsse von Düften reichen so weit, dass wir uns in einem Raum wohlfühlen oder einen Menschen mögen, ohne zu realisieren, dass es Düfte sind, die uns so empfinden lassen. Auch schlechte Gefühle können von Gerüchen hervorgerufen werden: «Ich kann ihn nicht riechen», ist weit mehr als eine Metapher. Düfte steuern unser Sozial- und Sexualverhalten, und sie beeinflussen den Hormonhaushalt. Auch mit unserer Partnerwahl hat die Nase mehr zu tun, als den meisten von uns bewusst ist.

Kaufentscheide sind Gefühlssache
Bei der Wahl einer Marke entscheiden wir uns ähnlich intuitiv wie bei der Auswahl unseres Lebenspartners. Warum tragen Sie Boss, nicht Hilfiger? Liegt es wirklich an der besseren Passform und den edleren Farben? Warum fahren Sie Audi, nicht Hyundai? Ausgereiftere Technik? Kurz: Marken mobilisieren Emotionen. Entweder passt eine Marke zu Ihnen und Sie fühlen sich mit ihr wohl, oder eben nicht. Was liegt näher, als diesen Beziehungsaufbau mit Düften in die gewünschte Richtung zu lenken? Caroline Demeulemeester** hat sich genau das auf ihre duftenden Fahnen geschrieben. Aus natürlichen Essenzen kreiert die Marketingberaterin und diplomierte Aromatologin seit 2006 Parfums und Raumdüfte für Privatleute und Unternehmen: «Ich übertrage die Werte einer Marke in Duft», erklärt sie. «Zu einer klassischen Marke passt zum Beispiel Patchuli, zu einer frischen, jungen Marke eher Lotusblume.»
Solche Duftnoten kombiniert Demeulemeester zu einem Markenduft, mit dem dann der Hauptsitz eines Unternehmens, seine Niederlassungen, Flagship-Stores, Messestände, Verkaufsräume, der POS und sogar Produkte beduftet werden können. Die Kunst am Ganzen ist die Dosierung: Die Düfte dürfen keine olfaktorische Ohrfeige sein, die à la «Parfumerie ganz kurz vor Weihnachten» oder «Vanillearoma auf dem WC» sofort Geruchssinn und Denkvermögen abtöten. Markendüfte werden via Duftsäule oder Klimaanlage so fein dosiert in der Luft verteilt, dass sie nicht einmal wahrnehmbar sind, wenn man ganz genau hinriecht. Sie schlängeln sich subtil durch unsere Nase in die Blutbahn und erzeugen ein gutes Gefühl – das unbewusst mit der Marke verknüpft und abgespeichert wird. «BMW und Mercedes haben bereits vor 30 Jahren mit der Beduftung ihrer Autos angefangen», berichtet Demeulemeester. «Zunächst ging es nur darum, zum Beispiel mit Lederduft unerwünschte Kleber- und Plastikgerüche zu vertreiben.» Mercedes hat inzwischen ein eigenes Duftkonzept für Räume und Produkte, das im gesamten Konzern eingesetzt wird. Die modebewussten Italiener zeigen, wie es weitergehen könnte: Wer im vergangenen Jahr in Italien einen Lancia Ypsilon kaufte, konnte zwischen drei Geruchsnoten für sein Fahrzeug wählen.

Vanille gegen nassen Hund
Doch nicht nur Automobilkonzerne setzen auf feine Gerüche. Auch Manor, Globus und die Migros beduften in allen Abteilungen, nicht nur bei Fleisch und Backwaren. Auch Kinderkleidung, Papierwaren und Haushaltgeräte haben einen eigenen Geruch. So bringen die Retailer ihre Konsumenten ganz subtil in Kaufstimmung. Einen auf die Marke abgestimmten Duft leisten sich Siemens, der Autosalon Genf, Singapore Airlines, der Flughafen Zürich und die Uhrenmarke Omega. Siemens verbucht seit Einführung seines neuen Duftkonzepts sogar 30 Prozent weniger Krankheitstage in der Belegschaft. Weil es gut riecht? Genau. Ein positiver Nebeneffekt der Raumbeduftung ist nämlich die Reinigung der Luft, nicht nur von üblen Gerüchen, sondern auch von Bakterien und Keimen. Die Firma Air Creative aus Rheinfelden zum Beispiel bietet ein Beduftungssystem an, das zuallererst den Schmutz aus der Luft filtert, in einem zweiten Schritt unangenehme Gerüche wie Rauch oder Schweiss eliminiert und erst dann die gut duftenden Essenzen in die saubere Luft abgibt. «Nasser Hund», «alte Sportschuhe» und «verschwitztes Hemd» werden mit Maisstärke also erst einmal neutralisiert, bevor sanfter Vanille- oder Grapefruitduft einen Wohlfühleffekt erzeugen. Alles andere ergäbe eine schier unerträgliche, olfaktorische Kakophonie.
Die Hotelketten Swissôtel und Hyatt haben längst erkannt, wie gut sie sich mit Düften von ihrer Konkurrenz abheben können. Swissôtel-Häuser haben an allen Standorten den gleichen «Corporate Scent», die Hyatt-Hotels in Paris, Dubai, Washington und Zürich besitzen einen individuellen Duft – jeweils passend zur Stadt. Für das Zürcher Hyatt hat sich der Pariser Parfumeur Blaise Mautin von Bellevue, Grossmünster und Limmat inspirieren lassen und aus Bergamotte, Grapefruit, Ylang-Ylang, Thymian und Patchuli einen frischen, jungen und dynamischen Duft geschaffen. So riecht Züri – jedenfalls für die Gäste des Hyatt. Sie erleben die Stadt nicht nur draussen vor der Tür, sondern auch in Raumspray, Kerzen, Körperlotion, Duschgel, Seifen und Badesalz. Und kommen hoffentlich wieder.

Atmosphäre macht den Unterschied
Gute Gerüche sind schön – aber haben sie wirklich Einfluss auf Markenimage und Umsatz? «Ja», sagt Duftexpertin Demeulemeester und belegt ihre Überzeugung mit einem Beispiel: Beiersdorf hat für Nivea ein Experiment in zwei Kinosälen durchgeführt. In beiden Sälen war vor dem Film ein Werbespot für ein Nivea-Produkt zu sehen, in einem der Säle wurde zudem Nivea-Duft versprüht. Nach dem Film wurden die Kinobesucher gefragt, ob sie sich an den Nivea-Spot erinnern können. Im bedufteten Kino waren es 37 Prozent, im duftfreien weit weniger. Bei einem anderen Test schauten sich 45 Probanden in zwei identischen Räumen das gleiche Paar Sportschuhe an. Der eine Raum war duftfrei, der andere in einen leichten Blütenduft getaucht. Auch wenn Blütenduft und Sportschuhe im Alltagsverständnis kaum zusammengehen: 84 Prozent der Versuchspersonen gefielen die Schuhe im bedufteten Raum besser als im unbedufteten. Eine sportliche Leistung.
«Beim Scent Branding und Scent Marketing gibt es noch erhebliches Entwicklungspotenzial», sagt Demeulemeester. «Discotheken und Beizen müssen in der rauchfreien Zukunft zum Beispiel ein wirksames Mittel gegen Schweissgeruch finden. In Trams, Postdienststellen und SBB-Schalterhallen muss man oft warten und unangenehme Gerüche ertragen. Warum eigentlich? Ärzte könnten mit gezielter Beduftung den Stress ihrer Patienten abbauen, und auch beduftete Ausstellungen kann ich mir gut vorstellen. Der Duft kann das Erlebnis noch verstärken.» Die Entwicklung eines Duftkonzepts mit einem Duft kostet bei Demeulemeester 2‘000 Franken, für jeden weiteren Duft kommt der gleiche Betrag dazu. Ausserdem muss noch die Duftsäule angeschafft werden, die zum Beispiel bei Air Creative je nach Gerätetyp und Raumgrösse zwischen 200 Franken und 3‘000 Franken kostet.
Natürlich darf, wer seine Verkaufsräume in einen angenehmen, kaum wahrnehmbaren Duft hüllt, nicht erwarten, dass sein Umsatz sprunghaft steigt. Der Duft kann aber durchaus bewirken, dass sich Kunden im bedufteten Geschäft wohler fühlen und sich dort lieber aufhalten als in einem anderen Laden. Sie verweilen dort länger, kommen eher wieder und kaufen im Endeffekt vielleicht auch mehr. Heute kann man alles überall kaufen. Da macht Atmosphäre eben den kleinen, aber entscheidenden Unterschied.

Anne-Friederike Wilhelm

Dieser Artikel erschien in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche. Weitere Beiträge finden Sie hier.

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Wemf: Neues Mitglied in der Forschungskommission

Der Verwaltungsrat der Wemf AG für Werbemedienforschung hat Marcel Korner in die Forschungskommission gewählt. Der 34-Jährige betreut bei Ringiers CEO Christian Unger den Bereich «Projects & Strategy».

Marcel Korner studierte Publizistik- und Medienwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Psychologie mit Abschluss Master of Arts (MA UZH) an der Universität Zürich und promovierte in Betriebswirtschaft zum Dr. oec. HSG an der Universität St. Gallen. Von 2003 bis 2005 war er als Research Assistant am Institut für Organisation, Technologie- und Innovationsmanagement der Universität Zürich angestellt. 2005 wechselte er zum japanischen Konzern JT International S.A., wo er als Brand Coordinator in der FMCG-Sparte tätig war. Von 2006 bis 2009 zeichnete er bei der Neuen Zürcher Zeitung als Product Manager von «NZZ Campus» und als Projektleiter im Bereich Verlagsprojekte verantwortlich. Heute ist er bei Ringiers CEO Christian Unger für den Bereich «Projects & Strategy» zuständig. Des Weiteren ist Marcel Korner als Dozent und Mitglied verschiedener Expertenkommissionen in den Bereichen Strategie, Medien, Kommunikation und Marketing tätig.
Der Forschungskommission (FK) gehören in- und ausländische Medienexperten aus der universitären und angewandten Medienforschung an. Die FK soll mithelfen, den Praxisbezug und die professionelle Qualität der laufenden Forschungstätigkeit zu sichern.

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