Der vom Bakom verlangte Betrag entspreche 80 Prozent der Gelder, die für das Konzessionsgebiet Südostschweiz vorgesehen und seit zwei Jahren blockiert seien, teilte der Sohn von Südostschweiz-Verleger Hanspeter Lebrument am Freitag laut SDA mit. Das Bundesverwaltungsgericht habe die Möglichkeit einer solchen Übergangslösung dargelegt.
Das Gericht hob im Dezember nach einer Klage von Konkurrent Roger Schawinski die Konzessionsvergabe an Radio Grischa/Engiadina auf und ordnete eine Überprüfung des Gesuchs durch das Bakom an. Lebrument begründet die Forderung nach einer finanziellen Übergangslösung mit der besseren Qualität des Konzessionsgesuchs seines Senders. Zudem dürften dem Privatradio nach langen Konzessionsverfahren und einer nachträglichen Untersuchung keine Nachteile erwachsen. Die Konkurrenten in den angrenzenden Gebieten hätten die Konzession schon lange erhalten und verfügten über Planungs- und Rechtssicherheit.
Radio Südost sieht Gefahr der Zweckentfremdung
In einem Communiqué reagiert Radio Südost auf die Forderung von Radio Grischa. Radio Grischa habe trotz fehlender rechtlicher Grundlage ein Gesuch ans Bakom gestellt, im Rahmen einer Übergangslösung einen jährlichen Gebührenanteil von 1,85 Millionen Franken zu erhalten. Dagegen wende sich Radio Südost im Rahmen der vom Bakom kurzfristig angesetzten Vernehmlassung. «In der Eingabe von heute Freitag weist Radio Südost auf die Gefahr hin, dass diese Gelder zur Finanzierung von Tageszeitungen in Graubünden zweckentfremdet würden, die im Besitz von Hanspeter Lebrument sind.», heisst es in der Mitteilung. Hanspeter Lebrument habe am letzten Sonntag gedroht, ohne KOnzession für Radio Grischa zwei seiner kleineren Zeitungen einzustellen, wird Stefan Bühler, Mitinitiant von Radio Südost, zitiert. «Wir sind nicht dagegen, dass Radio Grischa bis zum definitiven Entscheid aufgrund der alten Konzession wetersenden darf.» Hingegen sei man erstaunt, dass sich im Gesuch von Radio Grischa kein einziger Hinweis dafür finde, wofür die 1,85 Millionen Franken pro Jahr zur Verbesserung des Radios eingesetzt werden sollen.
(Bild: Radiogrischa.ch)