Joiz Schweiz will erwachsener werden und setzt auf Mobile First TV

Joiz baut das Programm aus, setzt auf aktuellere Beiträge und zusätzliches Live-Programm. Der Sender will vermehrt die 25- bis 30-jährigen Nutzer ansprechen und setzt auf Mobile First TV.

Die von der Redaktion gestalteten, mobilegerechten Beiträge werden zuerst online gestellt und später in die Sendungen integriert, und ganze Sendungen werden für mobilen TV-Konsum produziert. Die neue Website wird technisch für die mobile Nutzung optimiert und inhaltlich nach Themen gegliedert. Mit der Wrestling-Show RAW und der Gaming-Sendung werden neue Communitys bedient.

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grösser/ganzes Programm

Fünf Jahre nach dem Start von Joiz will der interaktive TV-Sender erwachsenerer werden. «Im Moment sind 50 Prozent unserer Nutzer zwischen 20 und 25 Jahre alt», erklärt Gründer und CEO Alexander Mazzara. «Mit dem neuen Programm will Joiz verstärkt auch die 25- bis 30-Jährigen ansprechen, wo wir ein grosses Potential sehen». «Wir wollen aktueller werden, Hintergrund liefern und auch thematisch breiter werden», so Mazzara. Vermehrt sollen auch nationale Themen Inhalt der Sendungen werden. Joiz investiert ins Programm und hat zum ersten Mal eine Chefredaktoren-Stelle geschaffen, welche von Marguerite Meyer besetzt wird (Werbewoche.ch berichtete).

Joiz erhöht den Live-Anteil: Die tägliche Sendung «Noiz» wird künftig live ausgestrahlt. Neu sind auch am Sonntag Live-Sendungen geplant. Joiz will vermehrt einzelne Communitys aufbauen und bedienen. Als einziger Free-TV-Sender wird Joiz die amerikanische Wrestling-Sendung «RAW» mit dem Schweizer Wrestler Cesaro ausstrahlen. Verstärkt wird auch die Gaming-Community mit einer Sendung, die in den kommenden Monaten startet.

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Die Weiterentwicklung des Joiz-Programms nimmt auf das geänderte Nutzerverhalten Rücksicht und setzt konsequent auf Mobile First. «Vor 5 Jahren schauten 3 Prozent unserer Zuschauer das Programm auf dem Handy – heute sind es 70 Prozent», erklärt Mazzara. Joiz kehrt deshalb den Programmprozess um. Die Redaktion wird aktuelle, mobilegerechte Videos produzieren, welche zuerst auf die neugestaltete Website gestellt und später in den Live-Programmen aufgenommen und dort mit der Community diskutiert werden. Zusätzlich führt Joiz im TV-Programm Snapshows ein: Moderierte, kurze mobileoptimierte Videos, die als ganze TV-Sendung zwei bis drei Minuten dauern.

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Die Website wird komplett erneuert und technisch für die mobile Nutzung optimiert. Im Vordergrund stehen nicht mehr die Sendungen, sondern Themen, die laufend aktualisiert werden. Das Look and Feel des Senders wird dem erwachseneren Profil des Senders angepasst. Alle bisherigen Studios, Logos und Erscheinungsbilder sind neu gestaltet worden.
 

Zu guter Letzt: Broblem gelöst

Arabischsprachige Menschen haben Mühe, den Buchstaben «P» auszusprechen. Eine Sprachschule hat diesen Umstand genutzt, um eine schöne Kampagne zu lancieren.

Man lernt nie aus: Im Arabischen gibt es offenbar den Laut «P» nicht. Das Zeichen, das der Aussprache am nächsten kommt, wird «B» ausgesprochen. Also sprechen viele arabischsprachige Menschen «P» wie «B» aus. Das kann zum Broblem werden, wenn man westliche Sprachen korrekt sprechen und sich mit Geschäftspartnern in gutem Englisch unterhalten will. Die Agentur Classic Partnership aus Dubai hat für die Sprachschule British Council deshalb ein Werbemittel entwickelt, das dem Lernenden umgehend ein Feedback gibt, ob er auf dem richtigen Weg ist. Und wer «Phhhhhhh» beherrscht, darf die frohe Werbebotschaft an weitere Bedürftige weitergeben. (hae)

https://www.youtube.com/watch?v=cADUqs-8z-E

Salt: Andreas Schönenberger wird neuer CEO

Nach dem abrupten Abgang des Vorgängers hat der Mobilfunkanbieter Salt einen neuen Chef gefunden: Er heisst Andreas Schönenberger und war früher Chef von Google Schweiz.

Seine neue Stelle wird der 50-jährige Schweizer Mitte März antreten, wie Salt am Montag mitteilte. Schönenberger folgt auf den Schweden Johan Andsjö, der im Dezember überraschend zurückgetreten war (Werbewoche.ch berichtete). In der Zwischenzeit führte Pierre-Alain Allemand das Unternehmen interimistisch. Weshalb Andsjö im Dezember unvermittelt und per sofort das Handtuch warf, ist nicht bekannt. Einige Medien spekulierten, dass es etwas mit dem Besitzerwechsel zu tun habe. Andere wiederum verneinten dies. Fakt ist, dass Salt rund zehn Monate vor Andsjös Abgang verkauft worden war. Der neue Besitzer ist der französische Telekomunternehmer Xavier Niel – genauer gesagt, dessen private Holding NJJ Capital. Niel gilt als schillernder Unternehmer. Mit seinem Unternehmen Iliad pflügte er innert kurzer Zeit den französischen Telekommarkt um. Als er die damalige Orange übernahm, erwartete die Finanzgemeinde ein Aufflammen des Wettbewerbs im Schweizer Telekommarkt. Der Swisscom-Kurs sackte zeitweise deutlich ab.

Zufrieden mit Besitzer

Der künftige Chef scheint mit dem neuen Besitzer jedenfalls zufrieden zu sein: «Ich bin begeistert, einen erfahrenen und erfolgreichen Unternehmer als Eigentümer zu haben, der eine langfristige Perspektive verfolgt», lässt sich Schönenberger in der Mitteilung zitieren. Und auch der Besitzer findet wohlwollende Worte für den künftigen Chef: «Ich bin überzeugt, dass wir mit der Ernennung von Andreas zum CEO von Salt ein starkes Management-Team haben, um unsere Strategie zu profitablem Wachstum und Innovation in der Schweiz umzusetzen», lässt sich Xavier Niel – ganz im Stil der branchenüblichen Duzkultur – zitieren. Niel habe einen Schweizer als neuen Chef gesucht, bestätigte Salt-Sprecherin Therese Wenger der Nachrichtenagentur SDA. Die Sonntagszeitung hatte unter Berufung auf das Umfeld von Niel bereits berichtet, dass dessen Vertreter einen Chef wollten, der die Schweiz bestens kenne, denn das Land sei «ungefähr das Gegenteil» von Frankreich (Werbewoche.ch berichtete). Gemäss der NZZ am Sonntag ist auch der künftige Verwaltungsratspräsident von Salt ein Schweizer. Der Name ist jedoch noch nicht bekannt. Der bisherige Präsident, Thomas Sieber, soll im März zum neuen Verwaltungsratspräsidenten des Energiekonzerns Axpo gewählt werden.

In Branche bekannt

Der künftige Salt-Chef, Andreas Schönenberger, kennt die Mobilfunkbranche bereits: Er ist Präsident des schweizerischen Mobile-Verbands Smama (the swiss mobile association). Daneben sitzt er im Verwaltungsrat des Handyverkäufers Mobilezone – allerdings nur noch bis zu seinem Amtsantritt bei Salt. Bei Salt solle ihm auch eine Schlüsselrolle bei der Festigung des Management- Teams zukommen, heisst es in der Mitteilung. Letztes Jahr hatte es zahlreiche Wechsel im Topmanagement gegeben. Im Sommer hatten vier von sieben Spitzenmanagern das Unternehmen verlassen. Schönenberger sei zudem «ein Wegbereiter für die Digitalisierung in der Schweiz», heisst es in der Mitteilung. Dieses breite Wissen werde für die weitere Entwicklung von Salt entscheidend sein. Der künftige Chef sitzt und sass ausserdem in verschiedenen Verwaltungsräten, etwa bei der Krankenkasse Sanitas oder bei der früheren Werbevermarkterin Publigroupe. Er hat einen Doktortitel in theoretischer Physik von der ETH Zürich. (SDA9

Bild: Publigroupe.com

Rod: Youtube-Kampagne für Wingo

Um das Fiber-Speed Internet-Package zu bewerben, hat Wingo in Zusammenarbeit mit Rod Kommunikation eine Kampagne entwickelt, die auf YouTube in Form von Pre-Roll-Ads und einem Masthead eingesetzt wird.

Der Insight: «Buffering» gehört zu den grössten Nervfaktoren im Internet; das einzige, was das Ärgernis einer Videounterbrechung verhindert, ist eine schnelle Internetverbindung – wie eben diese von Wingo. Dieser Insight wird in der neuen Kampagne von Wingo in Form von zehn Youtube-Fail-Videos à zehn Sekunden umgesetzt, bei denen immer im entscheidenden Moment das nervtötende Buffering-Symbol einsetzt. Eine Idee also, die sich in ihrer Umsetzung in das gewohnte Umfeld des Users einfügt.

https://www.youtube.com/watch?v=LnvVRjYiH9g

https://www.youtube.com/watch?v=hi1TuEEpU0s

https://www.youtube.com/watch?v=Olxp4d05jLg

Die Online-Kampagne ist nach einer ausgeklügelten Architektur geplant und umgesetzt. Das Message Cascading über zehn Schritte spricht den User mit unterschiedlichen Botschaften an, je nachdem wo er sich in der Customer Journey gerade befindet. Wer z.B. im Laufe der Kampagne einen Vertrag abschliesst, wird in den folgenden Spots zum Kauf beglückwünscht. Der Klick auf einen Spot führt auf die «Fuck Buffering»-Landingpage, wo die Spots in voller Länge zu sehen sind, natürlich ohne Buffering.

Die Kampagne ist ab sofort und bis auf Weiteres im Einsatz. Für die Produktion zeichnet Markenfilm verantwortlich, geplant wurde die Kampagne von Mediaschneider.
 

KSP neu mit .swiss-Domain

Als erste Schweizer Agentur hat sich KSP die neue .swiss-Domain gesichert.

Ende letzten Jahres begann die Ausschreibung für die neue Domain-Endung .swiss. Da KSP Krieg Schlupp Partner eine der ganz wenigen grossen, rein inhabergeführten Schweizer Agenturen sei, habe sie nun neu vom Bakom die URL Ksp.swiss zugesprochen bekommen, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Unter dieser Domain ist die Agentur ab sofort zusätzlich zu erreichen.

Facts zu den .swiss-Domains (dot.swiss.ch)

Zum Thema:

Vereine und Branchen können .swiss-Domain beantragen

Neue Domain .swiss: Rechte sichern?

Begehrt: Bereits über tausend Anträge für Domain-Endung .swiss

Bisher über 3000 Anträge auf .swiss-Adressen

Werbestadt: Schönheitschirurgin in Winterthur

JvM/Limmat: Digitale Wein-Beratung

Seit 1844 steht Baur au Lac Vins für Premium-Weinhandel. Um diesem Qualitätsanspruch auch online gerecht zu werden, kreierte Jung von Matt/Limmat für den traditionsreichen Weinhändler einen innovativen Webshop.

Eines der grössten Probleme heutiger Online-Shops ist laut Mitteilung, dass viele lediglich einen digitalen Produktkatalog darstellen. Wie ein Webshop mit dynamischen und einnehmenden Inhalten aussehen kann, zeigt der neue Online-Auftritt von Baur au Lac Vins.

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Das Ergebnis ist ein Einkaufsassistent, der es schafft, die hochstehende Expertise von Baur au Lac Vins spielerisch zu transportieren. Als Grundlage dient ein digitales Beratungsgespräch, welches den Kunden in wenigen Schritten zu seiner individuellen Weinempfehlung führt. Dabei werden für alle Kundengruppen – Gastronomen, Restaurants, Hotels, Fachhändler, Firmen und Weinliebhaber – massgeschneiderte Informationen und innovative Services bereitgestellt.

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Neben dem interaktiven Online-Shop setzt die Website auf spannende Geschichten sowie starke Bild- und Videoinhalte. In der Rubrik «Weinwelten» führen etwa umfassende Porträts über Weinexperten oder Hintergrundberichte zu den angebotenen Produkten den Kunden informativ an die komplexe Thematik heran. Auch hier stets abgestimmt auf seine individuellen Bedürfnisse. Diese gezielte Wissensvermittlung soll den Kunden bei seinem Kaufentscheid unterstützen und dabei massgeblich zu einer positiven User Experience beitragen.

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Tilllate.com wird zum Jugendkanal von 20 Minuten

Unter dem Claim «Läuft bei mir» präsentiert sich Tilllate.com ab 1. Februar brandneu. Die ehemalige Online-Plattform für Ausgehszene und Partyvolk wurde komplett überarbeitet und wird unter dem Namen «20 Minuten Tilllate» neuer Jugendkanal von 20 Minuten.

Inhaltlich ergänzt das neue Tilllate das redaktionelle Angebot von 20 Minuten und 20 Minuten Friday und legt den Fokus auf progressive und kreative Inhalte aus der Welt der Millennials, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst.

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Von Herger Imholz umgesetzt: Der neue Auftritt von 20 Minuten Tilllate

20 Minuten Tilllate wird unter der bestehenden URL Tilllate.com in einem auffälligen und frischen Design präsentiert und wird weiterhin von Robin Brühlmann geleitet. Der redaktionelle Schwerpunkt liegt auf Themen, die junge Menschen interessieren und bewegen.

Die Lancierungskampagne unter dem Claim «Läuft bei mir» wurde mit der Zürcher Leadagentur Rod Kommunikation entwickelt und umgesetzt. Die Kampagne zielt darauf ab, das «Kopfkino» der Zielgruppe anzuwerfen, indem sie Momentaufnahmen aus dem Alltag zitiert.

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«Tilllate.com hat sich in den vergangenen Jahren von einer Nightlife-Seite zu einem umfassenden Portal mit Content rund um die Themen Ausgehen und Trends entwickelt. Auf dieser Basis und mit dem Know-how in unserem Team haben wir das neue Konzept erarbeitet und positionieren uns nun klar als Jugendkanal von 20 Minuten», so Marco Gasser, Leiter Werbemarkt bei 20 Minuten.

 

Leo Burnett: Geschwindigkeitsbusse für Fussgänger

Leo Burnett hat für Sihlcity eine Weihnachts-Promotion umgesetzt. Wer zu schnell unterwegs war, wurde geblitzt.

Weihnachten sollte eigentlich eine besinnliche Zeit sein. Rund um die Zürcher Einkaufsmeile ist davon allerdings wenig zu spüren: gestresste Last-Minute Shopper hetzen von Laden zu Laden. Doch wer letztes Jahr beim Geschenkekauf zu schnell unterwegs war, wurde geblitzt: Leo Burnett Schweiz installierte mitten im Gewühl eine Radarfalle für gestresste Fussgänger. Dabei wurden hunderte von Passanten geblitzt. Die verteilten Strafzettel entpuppten sich allerdings als Gutscheine für einen Einkauf in Sihlcity. Denn dort kann man auch zur Weihnachtszeit entspannt und ohne grosse Laufdistanzen shoppen.

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Verantwortlich bei Sihlcity: Corine Maissen (Leiterin Marketing), Corinne Wiederkehr (Fachspezialistin Marketing. Verantwortlich bei Leo Burnett Schweiz: Barbara Hartmann, Anna Leudolph (Kreation), David Fischer (CD), Martin Stulz (ECD), Christoph Schwarz, Ingrid Zumkehr (Beratung), Erasmo Palomba (Art Buying), Daniel Strickler (Produktion). Verantwortlich bei 3dimensional: Martin Hurschler; Christian Massler Santiago (Kamera).
 

Kundenzuwachs und Pitch-Gewinne

Die Agentur am Flughafen und Contcept Communication freuen sich über Zuwachs im Kundenportfolio.

Revox neu bei der Agentur am Flughafen an Board

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Die Schweizer Marke Revox wurde 1948 vom Schweizer Willi Studer als Firma zur Herstellung von Tonbandgeräten gegründet. Heute setzt das Unternehmen den Standard für vernetzte Multiusersysteme und Boxen für zu Hause, für Hotels und für Shops. Die Agentur am Flughafen wurde von den Experten für integrierte Tonlösungen mit der kontinuierlichen Marken- und Kommunikationsberatung beauftragt.

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Contcept Communication: Pitch-Gewinn Türkei Tourismus

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Die Zürcher PR-Agentur Contcept Communication ist ab sofort für die externe Kommunikation des Kultur- und Tourismusbüros Türkei in der Schweiz zuständig. Das Mandat umfasst Medienarbeit, Events sowie eine Social-Media-Strategie und Community Management für verschiedene Kanäle. Die Arbeit wurde anfangs Januar aufgenommen. Projektleiter seitens Contcept sind Rico Schüpbach und Barbara Ryter. Contcept Communication ist eine inhabergeführte PR-Agentur mit Sitz in Zürich und Berlin.

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Zu guter Letzt: Nespresso… what ever

Nestlé findet die George-Clooney-Parodie des israelischen Kapsel-Herstellers Espresso Club immer noch nicht lustig. Ein Schweizer Anwalt soll in Tel-Aviv für Ordnung sorgen.

Das israelische Unternehmen Espresso Club hat mit dem Marktführer Nespresso einiges gemeinsam: Kaffeekapseln, Kaffeemaschinen, Klubvertrieb. Wenig überraschend, passen Espresso-Club-Kapseln laut Espresso-club.co.il (und Google Translate…) auch in Nespresso-Maschinen. Mit diesen Ähnlichkeiten kann (und muss) Nespresso leben – den ganzen Kapselstreit haben wir in der Schweiz ja zur Genüge miterlebt.

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Nicht akzeptieren hingegen will Nestlé gewisse Gemeinsamkeiten in der Werbung. Die israelische Kaffeefirma macht nämlich auch vor dem Nespresso-Testimonial schlechthin nicht halt und setzt in den Spots ein George-Clooney-Double ein. Ein ziemlich Gutes: David Segal. Die Werbung richtet sich offensichtlich gegen den Konkurrenten und lässt den vermeintlichen Nespresso-Botschafter im Vergleich zur günstigen Konkurrenz alt aussehen.
 

Bereits vor zwei Jahren hat Nestlé den israelischen Kaffeehersteller deswegen verklagt. Zu stark die Verknüpfung von Clooney und Nespresso – Nestlé sah das Firmenimage in Gefahr. Die israelischen Richter hatten jedoch kein Gehör für die Anliegen des Schweizer Kaffee-Giganten, lehnten die Forderung nach 50'000 Dollar Schadenersatz und dem Kampagnen-Stopp ab und erlegten Nespresso laut Haaretz.com die Gerichtskosten von über 14'000 Dollar auf.

Doch vom Tisch war das Thema deswegen längst nicht. Espresso Club warb weiter, Nestlé ärgerte sich weiter. Wie Timesofisrael.com berichtet, geht der Streit nun in die nächste Runde. Vergangene Woche sei ein Schweizer Anwalt in Tel Aviv gelandet. Denn obwohl Espresso Club in den Werbungen einen Hinweis platziert, dass es sich beim gezeigten Mann nicht um George Clooney handle, sorgt sich Nespresso, bei den Konsumenten könne es durch die Spots zu Verwirrungen und Verirrungen kommen.

Gegenüber der Zeitung Yedioth Ahronoth zeigt sich Espresso-Club-CEO Oren Tal zuversichtlich, den Rechtsstreit erneut zu gewinnen. Auch wenn der Fall für Nestlé ein Präzendenzfall sei, den das Unternehmen um jeden Preis für sich entscheiden wolle. Tal ist der Meinung, die Forderung von Nestlé ergebe keinen Sinn. In der Werbung sei es normal, sich auf Konkurrenten zu beziehen und sich über sie lustig zu machen. Die Espresso-Club-Spots seien zudem klar als Parodie zu erkennen.

Nespresso hingegen ist der Meinung, die Kampagne überschreite die Form des fairen Wettbewerbs. Man investiere viel in die Markenbildung, lege grossen Wert auf Produktqualität und auf den Kundenservice, wird ein Sprecher zitiert. Es sei folglich verständlich, dass man sich gegen Versuche Dritter, auf dieser Reputation mitzureiten, das Unternehmen zu kopieren und die Kunden zu täuschen, wehre.

Ob die wertvolle Reputation am Ende durch den ungleichen Kampf David gegen Goliath nicht mehr Schaden nimmt, bleibt abzuwarten. Die Leserkommentare in den internationalen Medien lassen vermuten, dass sich Nestlé durch den neuerlichen Rechtsstreit zumindest keine neuen Freunde schafft. (hae)
 

Google gefällt’s in Zürich

«Ein Glücksfall»: Google-Chef Eric Schmidt lobt den Standort Zürich in den höchsten Tönen und in aller Deutlichkeit.

Am WEF in Davos konfrontierte die Schweiz am Sonntag den Google-Chef mit den Vorwürfen am Standort Zürich, die ein Schweizer Ingenieur und Google-Mitarbeiter kürzlich gegenüber der NZZ am Sonntag geäussert hatte. Die Kritik: Zürich büsse Attraktivität ein und verliere Mitarbeiter an den Standort London, weil man keine Arbeitserlaubnisse mehr für Mitarbeitende von ausserhalb der EU erhalte. Ausserdem seien Vorschriften wie die Arbeitszeiterfassung schädlich für jeden Unternehmergeist.

Glaubt man den Worten von Schmidt, der seit August 2015 Chef der Google-Muttergesellschaft Alphabet ist, sieht die Situation alles andere als bedrohlich für den Standort Zürich aus. In Zürich zu investieren, sei die beste Entscheidung, die man bei Google je getroffen habe, so Schmidt. Auf die Frage, ob die Schwierigkeit, Ausländer zu rekrutieren, das Wachstum hemmen würde, antwortet Schmidt mit wenig Bedenken. Der Standort habe sich bisher sehr gut entwickelt und werde das auch weiterhin tun, weil alle Zürich liebten. «Zürich ist und bleibt für uns ein riesiger Erfolg», so sein Fazit.

Google ist seit 2004 in Zürich ansässig und begann mit einem Zwei-Mann-Büro. Heute beschäftigt der IT-Gigant 1600 Menschen in der Limmatstadt. Zur Zeit zieht Google schrittweise vom zu klein gewordenen Hürlimann-Areal in die neue SBB-Überbauung Europaallee, wo das Unternehmen theoretisch bis zu 5000 Mitarbeitende unterbringen könnte.

Auf den Standort Zürich kam Google durch den Schweizer Informatiker Urs Hölzle. Der Baselbieter ist nach den beiden Gründern Sergej Brin und Larry Page der dienstälteste Google-Mitarbeiter. Hölzle promovierte 1994 in Standford, wo er die beiden späteren Gründer kennenlernte. Heute ist er für die weltweite IT-Infrastruktur und die Datenzentren verantwortlich. (hae/Schweiz am Sonntag)
 

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