Mit seinem diesjährigen Slogan «Verlieren wir die Beherrschung» spielt das Komitee mit dem Feuer. Dies kommt laut einer Mitteilung der Gewerkschaften vom Freitag nur den politischen Gegner des 1. Mai entgegen. Man werde nur noch mit Organisationen zusammenarbeiten, die sich ausdrücklich von Gewalt distanzieren, so die grossen Zürcher Gewerkschaften Unia, VPOD, Kommunikation und Comedia. Das Gleiche erwarten sie vom 1.-Mai-Komitee. Zweideutigkeiten gegenüber solchen Ausschreitungen seien nicht akzeptabel, heisst es in der Mitteilung. Die Arbeitnehmenden und ihre Familien hätten ein Recht darauf, auch in Zürich ihre Anliegen «ohne störende Nebengeräusche» zum Ausdruck zu bringen. Für die Organisation künftiger Tage der Arbeit müsse man über die Bücher, sagte Remo Schädler von der Unia auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Man werde sicher nicht mehr mit Organisationen zusammenarbeiten, die sich nicht klar und ausdrücklich von Gewalt distanzierten. Diese Distanz müsse auch in einem Slogan zum Ausdruck kommen. Es gehe nicht an, dass man überlegen und sich winden müsse, um ihn zu interpretieren. Doch der eigentliche Grund für die Distanzierung vom 1. Mai-Komitee ist der, dass die Gewerkschaften und Organisatoren nun in Verbindung gebracht werden könnten mit gewalttätigen Ausschreitungen. Bisher habe man es hinbekommen, dass die Gewerkschaften und Organisatoren nicht mit den gewalttätigen Ausschreitungen in Verbindung gebracht worden seien, so Schädler. Das sei mit dem diesjährigen Komitee-Slogan in Frage gestellt.
Am 1. Mai 2010 geht es um den Protest gegen die zunehmende Ungerechtigkeit in der Gesellschaft, wie die Gewerkschaften schreiben: Eine kleine Kaste von Abzockern reisse immer grössere Teile des erarbeiteten Reichtums an sich, während sich eine grosse Mehrheit der Bevölkerung um die Früchte ihrer Arbeit geprellt sehe. Zudem werde die soziale Sicherheit demontiert.