In grossen Lettern seht auf ganzseitigen Anzeigen geschrieben: «We love Apple». Diese Anzeigen wurden am Freitag weltweit in der Tagespresse und Wirtschaftstiteln wie der Financial Times, der Washington Post und der Financial Times Deutschland geschaltet. Im Kleingedruckten ist der Ton dann aber nicht mehr so liebenswürdig. Zwar versichert Adobe zunächst, auch Apple-Erfindungen wie Apps, Touchscreens sowie allgemein Kreativität, Innovation, das Internet, Flash und einen «gesunden Wettbewerb» zu lieben, kritisiert jedoch im weiteren Text die Geschäftspraktiken von Apple scharf. Das geht so weit, dass Adobe auf eine recht autoritäre-monopolistische Geschäftspraktik von Apple entgegen jeglicher Autonomie anspielt. So schreibt Adobe gemäss Horizont.net: «Was wir nicht lieben ist, wenn jemand Ihnen die Freiheit nimmt selbst zu entscheiden, was Sie für das Web entwickeln, wie Sie es entwickeln und was Sie im Internet nutzen».
Die Anzeigenschaltungen werden begleitet von Web-Bannern und einer Microsite. Dort werden, unter dem Slogan «Die Wahrheit über Flash» auch Zahlen und Fakten genannt, die Apple wegen seines Boykotts diskreditieren und die Öffentlichkeit auf die Seite von Adobe ziehen sollen.
Grund der Diskreditierungs-Kampagne von Adobe ist eine Weigerung seitens Apple, die von Adobe entwickelte Flash-Software auf seinen Geräten zuzulassen. Da das iPhone und neuerdings auch das iPad weltweit zu Kassenschlagern werden, ist Adobe mehr als alarmiert. Zurzeit gilt die Flash-Software als Standard für multimediale Inhalte wie etwa Video-Clips. Begründet hat Apple-Chef Steve Jobs die Blokade damit, dass der Standard technisch überholt sei und sich nicht für Geräte mit berührungsempfindlichem Bildschirm eigne. Ausserdem könne die Software in puncto Sicherheit und Performance nicht mit anderen Formaten mithalten. Wenn sich ein Mac-Computer aufhänge, so Jobs, dann liege das in den meisten Fällen an Flash. Auf den Vorwurf an Apple, dass dessen System geschlossenen sei, konterte Jobs: «Flash ist nach beinahe jeder Definition ein geschlossenes System».