Schawinski bekommt Talkshow im Schweizer Fernsehen

Der  Medienunternehmer und Radiopionier Roger Schawinski kehrt zum Schweizer Fernsehen zurück. Er erhält ab 22. August eine wöchentliche Talkshow auf SF1, die jeweils am Montagabend ausgestrahlt wird.  

Damit kehrt der Mitbegründer der Konsumentensendung Kassensturz nach 34 Jahren zur SRG zurück, wie das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) am Donnerstag mitteilte. Der Talk «Schawinski»soll jeweils eine knappe halbe Stunde dauern. Geplant sind kontroverse Gespräche mit den wichtigsten Exponenten aus Politik und Wirtschaft.
 
Für Fernsehdirektor Rudolf Matter stellt Schawinskis Anstellung die Rückkehr des verlorenen Sohnes dar, wie Matter am Donnerstag vor den Medien erklärte. Schawinski hat 1979 mit Radio 24 das erste Schweizer Privatradio gegründet und 1998 den ersten landesweiten privaten Fernsehsender Tele 24. Beim ebenfalls von ihm ins Leben gerufenen Tele Züri, das 1994 auf Sendung ging, moderierte er die Talkshow «Talk täglich». Von 2003 bis 2006 war Schawinski Geschäftsführer des deutschen Fernsehsenders Sat1.

Man habe seit längerem Pläne für eine neue Talksendung mit Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft gehegt, sagte Matter vor den Medien. Mit Schawinski habe man nun endlich den perfekten Moderator gefunden. Für einmal kam die Idee also nicht vom Medienpionier.

Schawinski übte jahrelang Kritik am SRG-Monopol. Dass er sich nun genau von diesem Unternehmen auf die Gehaltsliste setzen lässt, stellt für ihn keinen Widerspruch dar. Seine Opposition habe in erster Linie mit Ex-SRG-Chef Armin Walpen zu tun gehabt, sagte Schawinski. Nun sei eine neue Führung an der Arbeit, eine Führung, die journalistisch denke und deshalb vieles anders machen werde. Das Monopol finde er natürlich immer noch nicht gut, schob er nach. Er werde deshalb auch weiterhin Kritik üben.

Die neue Sendung will Schawinski neben seiner Haupttätigkeit, der Leitung von Radio1, machen. Ein grosses Arbeitspensum sei er sich gewohnt.

Zur Sache: Wir gratulieren

Schon zum 34. Mal verleiht die Werbewoche die Auszeichnung «Werber des Jahres». Das Auswahlprozedere für die Nomination zum Werber wurde dieses Jahr leicht modifiziert. Neben dem Wahlgremium, bestehend aus den ehemaligen Werbern und Werberinnen des Jahres sowie den jeweiligen Finalisten, haben erstmals auch die Leserinnen und Leser der Werbewoche zwei Kandidaten mit einer «Wildcard» ins Rennen geschickt. Sieben Persönlichkeiten der Schweizer Werbeszene wurden nominiert.  

Die Werberin des Jahres 2011 heisst Nadine Borter von der Berner Werbeagentur Contexta. Nadine Borter konnte im Zürcher Lake-Side die vom Schweizer Künstler Max Grüter gestaltete Trophäe namens Egon entgegennehmen. Es war ein klarer Sieg: Knapp 35 Prozent aller Stimmen entfielen auf Nadine Borter. 2005 wurde sie Geschäftsführerin und Managing Partner der Contexta. Seit Beginn 2010 ist sie auch Inhaberin der grössten Agentur ausserhalb des Zürcher Mekkas. Nadine Borter engagiert sich als Vizepräsidentin des Branchenverbandes BSW Leading Swiss Agencies.

Auf Platz 2 liegen mit je 16 Prozent Alexander Jaggy und Philipp Skrabal. Alexander Jaggy, Executive Creative Director von Jung von Matt/Limmat, ist nicht zum ersten Mal nominiert. Seit 2004 leitet er die kreative Arbeit der Zürcher Agentur. Er hat einen Bachelor und einen Master in Creative Leadership und ist Präsidiumsmitglied im ADC Schweiz und zudem Mitglied im ADC für Deutschland und Member des englischen D&AD.

Philipp Skrabal startete 1997 als Art Director bei Matter & Partner. 2003 wurde er dort Creative Director und GL-Mitglied, 2004 wechselte Skrabal als CD zu Publicis. Ab 2008 trug Skrabal als Executive Creative Director der Y&R-Gruppe wesentlich zum kreativen Erfolg bei. Seit Mai 2010 verstärkt er, als Executive Creative Director, die Geschäftsleitung von Wirz Werbung. Auch er ist nicht zum ersten Mal nominiert.

Mit einem hauchdünnen Rückstand von nur gerade einem Prozent belegt Markus Gut, der Chief Creative Officer der Young-&-Rubicam-Gruppe, den dritten Rang. Seit Jahren setzt sich Markus Gut für gute Werbung in der Schweiz ein. Seit mehreren Jahren führt der CCO seine Agentur auf Platz 1 im Kreativranking der Schweiz. Dies war mehrere Male bei Publicis der Fall und seit drei Jahren bei Young & Rubicam. Markus Gut hat dieses Jahr die Schweiz als Juror in Cannes vertreten. Er ist einer der vier ADC-Präsidenten der Schweiz.

Zum elften Mal verleiht eine breite Jury die Auszeichnung «Kampagne des Jahres». Zur Auswahl standen zwanzig wichtige Arbeiten von zwanzig Agenturen. Neben der Leserschaft der Werbewoche konnten sich dieses Jahr auch die Zuschauer von Star TV an der Wahl beteiligen. Das Verdikt der Jury war eindeutig: Die SMS-Kampagne für Sunrise von Spillmann Felser Leo Burnett war der Publikumsliebling: Mit 23 Prozent aller Stimmen liegt sie auf Platz 1. Auf Platz 2 mit 14 Prozent der Stimmen liegt die Kampagne für Pralinato der Werbeagentur Publicis. Mit 10 Prozent schaffte es die SBB-Trio-Kampagne der Werbeagentur Contexta auf den dritten Platz.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]

Früher war alles schlechter

Eine gute Werbeidee zu haben, ist heute wie früher gleich schwierig. Nur war es früher schwieriger, diese gute Idee zu realisieren. Warum ist denn die Werbung nicht besser geworden, wo doch alles einfacher geworden ist? Von Theophil Butz

Theophil Butz, einst Starwerber (Ringier), heute Inspirator und ab jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme». Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

Zuerst muss ich erklären, worum es geht: Ich habe den Eindruck, dass heute ein Grossteil der Werbung noch ideenloser, noch weniger unterhaltend und schon gar nicht überraschend daher kommt. Diese Werbung sieht aus wie Werbung und wird deshalb nicht beachtet. Als Beispiel nehme ich dieses Mal die AXA-Kampagne.

 


axa
 


Meine Theorie ist folgende: AXA möchte, dass wir Versicherten zu ihnen rüberwechseln. Es wird auf den Inseraten aber explizit gezeigt, dass nur gesunde, fitte und jugendlich wirkende Kunden erwünscht sind. Also solche, die noch locker über einen roten Strich hüpfen können. Welchen Vorteil sich daraus ergibt, ist zwar nicht ersichtlich. Hüben und drüben ist die Landschaft identisch grau.

Da gibt es auch noch Werbespots, bei denen nicht gehüpft, sondern sogar Weitsprung gezeigt wird. Auf den TV-Spot, bei dem Tausende gesunde Menschen auf einer riesigen betonierten Ebene den Sprung über den roten Strich wagen, möchte ich nicht näher eingehen. Nur soviel: eine beklemmende Möchtegern-Hollywood-Produktion für viel Geld und wenig Überzeugungskraft. Ein Sprung in eine ungewisse Zukunft.

An dieser konstruierten Kampagne zeichnen 4 Spezialisten von der Kundenseite und 20 aus der Werbeszene verantwortlich. Zwei Texter haben sich die Finger wund geschrieben. Und was ist dabei herausgekommen: «Kommen Sie auf unsere Seite.»

Diese Kampagne wird jetzt schon seit einem Jahr dem Konsumenten unter die Nase gehalten.

Ich behaupte, dass das Ende solcher Symbolwerbung naht. Das Ganze hat keine Ausbaufähigkeit. Der Strich muss immer gemalt und auf einer harten Unterlage platziert sein. Er kann auch nicht krumm sein, nicht über Wasser oder Schnee führen. Die hübschen, gesunden Models können vielleicht mal andere Kleider oder Verkleidungen tragen. Aber springen und lachen müssen sie immer. Ich bin froh, dass man sich in der Werbung noch über George Clooneys Nespresso-Kapseln, den begehbaren Heineken-Bier-Schrank oder das Migros-Huhn freuen kann.

Liebe Werber, nutzt Eure Zeit für gute, witzige, ausbaubare und auffällige Ideen. Eine Headline in Futura oder Garamond abzusetzen, hat früher zwei Tage und viel Geld gekostet. Ein Foto von einer Madame A. Meilland-Rose zu finden, geht heute auf Klick. Eine Inseratvorlage musste drei Wochen vor Erscheinen zum Lithografen für den Andruck und eine Woche vor Erscheinen zum Verlag. Heute ist es viel besser, weil viel effizienter. In der eingesparten Zeit könnte man für uns Konsumenten eine noch bessere Idee finden. Dann kommen sie eher auf Eure Seite.

Aufgestellt haben mich am letzten Dienstag die ADC-Jury-Kollegen der Kategorie Plakate und die zum Teil hervorragenden und intelligenten Einsendungen.

 

Kampagne des Jahres

Die Kampagne des Jahres heisst «Dialoge» von Spillmann Felser Leo Burnett und Ultra Images. Den Publikumspreis sichern sich die Migrolino-Spots von ViznerBorel und Manifesto Films.

01: Sunrise SMS «Dialoge»

sunrise

Spillmann Felser Leo Burnett und Ultra Images zeigen, wie SMS von Sunrise nicht nur witzig, sondern auch günstig sein können. Gold von der Fachjury der Werbewoche-Leser und auch in der Totalwertung.

02: Frisco Pralinato «Tagträumer»

pralinato

Publicis und WirzFraefelPaal lassen Sommerträume wahr werden und platzen gleichzeitig mit coolen Filmen für Eis. Silber Fachjury und auch in der Totalwertung von Werbewoche und Star TV zusammen.

03: SBB «Freizeittester»

sbb

Bronze in der Totalwertung Star TV + Werbewoche zusammen und ebenso von der Leserschaft der Werbewoche für die Freizeittester der SBB. Eine Kampagne von Contexta mit Filmen von Peek.

PUBLIKUMSPREIS

Migrolino

migrolino

Am meisten Stimmen im Voting über Star TV holte Migrolino. Der Publikumspreis geht damit an ViznerBorel und Manifesto Films für die witzigen Spots mit Kaya Yanar.

Walker findet im Schlafzimmer gewichtiges Argument für Pfister

Jede Nacht werden in der Schweiz Tausende von Träumen durch den unruhigen Schlaf des Partners gestört. Die Lösung, zumindest was die bewegungsabhängigen Störungen betrifft, hat Walker in Suhr gefunden.  

Pfister bietet neu die bewegungsdämpfenden LUNA Schlafsysteme. Der Preisgekrönte Regisseur Ben Gregor hat gemeinsam mit der Walker Werbeagentur das Schlafsystem ins Zentrum des neusten Pfister TV Spots gestellt.
 
Verantwortlich bei Walker: Carlos Friedrich (Leiter Marketing Kommunikation), Gianne Holmgren (Leiterin Werbung)m Pius Walker (CD), Golf Nuntawat (AD), Cornelia Nünlist/Lisa Binkert (Beratung). Knucklehead: Ben Gregor, Matthew Brown.

Der Taschen-Servicemann

Futurecom hat für Toko eine smarte App entwickelt.

Anders als die Skicracks konnten «normale» Skifahrer bisher nicht auf einen Servicemann zählen, der die Ski immer perfekt auf die herrschenden Verhältnisse hin präpariert. Das ist ab sofort anders. Futurecom hat für Toko eine smarte WaxCoach App entwickelt, die es jedem Wintersportler erlaubt, jederzeit das richtige Toko-Wachs zu wählen. Über einen einfachen Wählmechanismus können das verwendete Sportgerät, das eigene Level, die Schneetemperatur und der Schneezustand eingegeben werden. Und schon zeigt die App das ideale Wachs an. Dazu gibt es verschiedene Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die zeigen, wie die verschiedenen Wachsarten aufzutragen sind. So wird im Handumdrehen aus jedem Skifahrer, Snowboarder oder Langläufer ein Profi-Servicemann. Abgerundet wird die App von einem umfangreichen Wettervorhersagen-Bereich, der alle Länder mit wichtigen Skigebieten abdeckt. pan

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Mit Licht und Seele

Alain Schindler arbeitet seit 19 Jahren beim Lichtwerbe- und Beschriftungsunternehmen Westiform in Bern-Niederwangen, das seit 1959 der Gründerfamilie Imfeld gehört. Schindler ist mittlerweile Leiter der Westiform-Gruppe, Geschäftsführer der Schweizer und der deutschen Gesellschaften – und Teil der Familie, wie jeder der rund 400 Westiform-Mitarbeiter.  

Bei Westiform wird grösster Wert darauf gelegt, dass das Unternehmen ein Familienbetrieb ist: Man achtet aufeinander, arbeitet zusammen, respektiert sich, lässt unterschiedliche Meinungen gelten, schweigt Probleme nicht tot und findet für alles eine Lösung. Die Firma versteht sich als Motor, in dem jedes Rädchen und jedes Schräubchen auf das andere angewiesen ist. Sonst läuft nichts. «Auch ich bin nur ein Zahnrad im Getriebe», sagt Alain Schindler (48). «Zwar befinde ich mich als Leiter der Firmengruppe an einer zentralen Stelle des Räderwerks, aber eigentlich ist meine Position nicht wichtiger als die der Westiform-Mitarbeiter, die ihr Handwerk ausüben.»

Bescheidenheit, Dankbarkeit und eine positive Grundhaltung sind zentrale Charakterzüge von Alain Schindler. Er protzt nicht mit seinen Leistungen, seine Erfolge sind immer die der guten Leute im Unternehmen, der «Familie» eben. Und dafür ist Schindler dankbar, wie überhaupt für seine Arbeit, an der er offensichtlich Freude hat.

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«Westiform» ist abgeleitet vom Namen des amerikanischen Konzerns Westinghouse, aus dessen Neonsparte Westiform entstanden ist. Zunächst hiess das Unternehmen «Westineon», 1984 erhielt die Firma ihren heutigen Namen.

Dass sich Westiform als international agierendes Unternehmen den Luxus eines gleichermassen charismatischen wie zurückhaltenden Geschäftsführers gönnt, spricht für das Konzept «Familie»: «Bei uns wird sehr darauf geachtet, dass Mitarbeiter zu uns passen, sich wohl fühlen und an ihrem Arbeitsplatz gute Bedingungen vorfinden», betont Schindler. Dahinter steckt ein ebenso einfaches wie oft missachtetes Erfolgsrezept: Wer seinen Job gerne macht, ist auch kreativ, leistungsfähig und in der Lage, innerhalb weniger Wochen mit einem kleinen Team Grossprojekte auf die Beine zu stellen. Diese Kompetenz hat Westiform schon mehrfach unter Beweis gestellt. Binnen zwölf Wochen hat das Unternehmen das Besucherleitsystem des Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi erdacht, hergestellt und installiert: 1000 Beschriftungselemente und 60 000 Einzelteile auf 200 000 Quadratmetern. In nur sechs Wochen baute Westiform für den Launch des Grossraumflugzeugs A380 ein begehbares Modellsegment des Superfliegers. Und bei der europaweiten Einführung der neuen Corporate Identity von Opel rüstete Westiform pro Arbeitstag mehr als zehn Autohäuser mit Leuchtschriften aus, zum Teil sogar in kyrillischer Schrift. «Dieses Projekt war wegen seiner Komplexität für mich eines der eindrücklichsten», erzählt Schindler. «Von den Vertragsverhandlungen über die Finanzierungs- und Logistikfragen bis zur Implementierung war es absolut faszinierend.»

Licht – beständig
Alain Schindler wird 1962 in Biel geboren und wächst in Düdingen bei Fribourg auf. Nach dem Gymnasium absolviert er eine kaufmännische Lehre sowie eine Weiterbildung zum Diplom-Controller. Ausserdem eignet er sich Managementwissen an. Von 1984 bis 1987 arbeitet Schindler in der Treuhandbranche, danach leitet er fünf Jahre lang das Finanz- und Rechnungswesen der Klopfstein-Firmengruppe in Laupen bei Bern.

Als Schindler 1992 als Leiter Finanz- und Rechnungswesen bei Westiform einsteigt, sind die Kinder von Westiform-Gründer Niklaus Imfeld noch nicht alt genug, um eine Führungsposition in der Firma zu übernehmen. 1959 hatte die Familie Imfeld die Neonabteilung des amerikanischen Unternehmens Westinghouse gekauft, das in der Schweiz Leuchtröhren produzierte, und die Firma Schritt für Schritt weiter ausgebaut. Heute arbeiten drei der vier Imfeld-Kinder im Unternehmen, der einzige Nicht-Imfeld im Führungsstab ist Schindler. In dieser Konstellation managt «die Westiform-Familie» drei Standorte in der Schweiz, zwei in Deutschland und je einen in Österreich, Frankreich, Tschechien, China und Japan.

«Ich arbeite fast schon mein ganzes Leben bei Westiform», sagt Schindler und lacht, um seinen Stolz zu überspielen. 1995, nach drei Jahren als Westiform-CFO, übernimmt Schindler zusätzlich das Controlling der Unternehmensgruppe, weitere zwei Jahre später die Stellvertretung des Direktors in Bern-Niederwangen. «Seit dieser Zeit sind Kundenprojekte und Führungsaufgaben meine Passion», erzählt er. «In diesen Segmenten habe ich mich dann weiterentwickelt und das Finanz- und Rechnungswesen verlassen.» 19 Jahre
ist Schindler nun dabei. Die Beziehung scheint frisch geblieben zu sein.

Auch privat ist Schindler einer von der stetigen Sorte: Seit bald 20 Jahren wohnt er mit seiner Frau und seinen beiden erwachsenen Töchtern in Schmitten bei Düdingen. Ausgleich zur Arbeit sucht der Familienvater in der Natur – beim Wandern, Joggen, Tennisspielen oder Schneeschuhlaufen. Ausserdem ist Schindler regelmässig auf der Piste anzutreffen, zwischenzeitlich auf dem Snowboard, seit drei Jahren wieder auf Skiern. Schnee gehört zu Schindlers Elementen. Bis zum zwanzigsten Lebensjahr fuhr er Skirennen und wäre am liebs-
ten Skirennfahrer geworden: «Ich hätte gerne einmal zuoberst auf dem Podest gestanden», gibt er zu. «Aber ich war einfach nicht gut genug.» Eine grosse Leidenschaft hat Schindler ausserdem für handwerkliche Arbeiten. Am liebsten bastelt er an seinem Haus herum, sobald der Winter vorüber ist, will er einen Schwimmteich anlegen. Dass dem Manager einmal die Ideen ausgehen, scheint ziemlich unwahrscheinlich.

Die Geschäfte von Westiform laufen gut. Dennoch: «Wir sind in einem schwierigen Umfeld tätig», betont Schindler. «Wir haben ein ausgesprochen breites Portfolio, von Lichtwerbung über Lichtkunst und Werbelogistik bis zum Digital Signage und eine grosse Anzahl von Mitbewerbern, insbesondere international. Darum müssen wir die Nase immer ganz vorne haben.» Vor allem mit der Entwicklung neuer, nachhaltiger Technologien versucht Westiform, am Ball zu bleiben. Nach dem Motto: «Es darf nicht einfach alles nur schön sein, es muss auch einen Sinn haben.» Anfang 2010 lancierte das Unternehmen das innovative Leuchtmittel ConturaLED. Dank eines Sensors leuchtet es immer nur knapp heller als seine Umgebung. Das spart bis zu 90 Prozent Energie. Coop und Axa Winterthur setzen bereits auf ConturaLED. Ausserdem hat das Unternehmen ein Verfahren entwickelt, bei dem im Tiefziehverfahren geformte Acrylglas-Elemente gleichmässig mit einer dünnen, lichtdurchlässigen Silberschicht bedampft werden können. So entstehen hochwertige Leuchtschriften für markenbewusste Firmen, mit denen sich Westiform insbesondere gegen Konkurrenz aus Billiglohnländern durchsetzen möchte. Ausserdem will Westiform in Zukunft mit seinen Lichtsystemen kommunizieren können: «Sie sollen nicht nur Licht abgeben», erklärt Schindler, «wir wollen auch wissen, wie lange und wie stark sie leuchten, in welchem Zustand sie sind, und wir wollen eingreifen können, bevor es mit der Lichtquelle ein Problem gibt. Die Technologie dafür haben wir bereits, aber wir müssen noch umfangreiche Tests machen. Ausserdem muss der Markt dafür reif sein. Das wird schätzungsweise in drei Jahren der Fall sein.»

Die Entwicklung intelligenter Produkte wird bei Westiform auch in Zukunft einen hohen Stellenwert geniessen. Schindler: «Für uns ist es ganz wichtig, dass wir unsere Technologieführerschaft weiter festigen können, insbesondere in den Bereichen Licht und Oberflächentechnologie, mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit.» Mit einer Einschränkung, auf die Schindler grössten Wert legt: «Der Hauptgrund, warum wir erfolgreich sind, sind nicht Technologien, sondern unsere Mitarbeiter. Sie sind unser Kapital.» Westiform hat schon immer auf kreative Angestellte gesetzt. Seit 1980 lässt sich die Firma beispielsweise von der Schweizer Schriftikone Adrian Frutiger beraten, dem Entwickler der Post-Hausschrift und der Typo, die seit 2003 für alle Schweizer Strassenschilder eingesetzt wird. Bis 2002 war Frutiger Mitglied des Westiform-Verwaltungsrats, ein enger Freund der Familie Imfeld ist er bis heute.

Menschen im Mittelpunkt
Alain Schindler hat gern mit Menschen zu tun. Er ist kein Schreibtischhocker, sondern am liebsten in Bewegung, in Kontakt mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Wenn grosse Projekte im Ausland abgewickelt werden, reist er nicht nur für die Verhandlungen vor Ort, sondern auch, um bei der Umsetzung dabei zu sein. «Meine Stärke sehe ich im Bereich Führung, im Bewältigen der unterschiedlichen Herausforderungen, die sich uns an unseren Standorten in aller Welt stellen», sagt Schindler. «Ich bin nicht derjenige, der vom Chefsessel aus Anweisungen gibt, sondern eher jemand, der Anforderungen vor Ort gemeinsam mit den Mitarbeitern meistert. Denn eine Situation kann man nur verstehen, wenn man an Ort und Stelle ist.» In dieser Hinsicht ist Schindler ein Controller geblieben.

Westiform will seine Kunden mit neuen, cleveren Produkten, professioneller Arbeit und einem hohen Umsetzungstempo begeistern. Dieser Anspruch beginnt bei der kleinsten Schraube und reicht bis zur komplexen Lichtinstallation, die irgendwo auf der Welt zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Platz stehen muss. Die Projekte des Unternehmens sind oft sehr komplex. Klar, dass da auch schon einmal etwas schiefgeht. Doch das ist für Schindler kein Genickbruch. «Jede Situation, die oberflächlich negativ ist, hat in der Tiefe oft etwas Gutes», sagt er. «Das kommt darauf an, auf welcher Zeitschiene man die Geschichte betrachtet. Kurzfristig gesehen besteht ein Problem, langfristig macht man aber vielleicht eine Sache besser, weil Schwierigkeiten einmal aufgetaucht sind und behoben wurden.»

Seinen ganz persönlichen Erfolg misst Schindler ohnehin nicht am Gelingen einzelner Projekte. «Ich betrachte es eher als grossen Erfolg, dass wir es schaffen, uns in einem schwierigen Umfeld mit einer Mannschaft zu behaupten, die sich aufeinander verlässt und eine gemeinsame Kultur lebt.» Das Gegenüber ist für Schindler der Massstab allen Handelns. Das verrät auch sein Traum vom Glück: Gesund und aktiv bleiben, Gleichgewicht zwischen Beruf und Freizeit, Familie und Freunde herstellen, nicht in den eindimensionalen Strudel des Geschäftslebens geraten. Das klingt schlicht. Auf den ersten Blick.

Anne-Friederike Heinrich

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Windows Live Messenger mit Facebook-Chat verknüpft

Microsoft verknüpft den Windows Live Messenger 2011 mit dem Facebook-Chat. Diese Verbindung ermöglicht ein direktes Instant Messaging vom Messenger zur Chat-Funktion von Facebook. Seit heute Donnerstag ist diese Erweiterung auch in der Schweiz verfügbar.

Windows Live führt die wichtigsten Neuigkeiten aus den sozialen Netzwerken an einem zentralen Ort zusammen. Das ist die Grundidee der Verknüpfung von Windows Live mit Facebook und anderen Plattformen, wie es in einer Microsoft-Mitteilung heisst. Der Vorteil dabei: Windows Live dient so als Hub fürs Social Web, wo alle Updates von Facebook, YouTube, Netlog, Flickr oder Xing zusammen auf einer Oberfläche sichtbar sind. Beim Anmelden sieht der Nutzer auf einen Blick Statusmeldungen, Fotos oder Videos von Freunden. Einträge von Freunden können auch direkt aus Windows Live kommentiert werden.

Neu ist nun die direkte Einbindung des Facebook-Chats in den Messenger 2011. Nachrichten werden vom Messenger aus gesendet, bei Facebook erscheinen sie im herkömmlichen Chat-Fenster. Chat-Kontakte müssen dafür nicht mit Windows Live verbunden sein. Die Facebook-Anbindung bietet Basisfunktionen wie Standard-Emoticons, Eingabe-Anzeige oder die Benachrichtigung, wenn sich Freunde anmelden. Die Integration besteht im Messenger-Client, in der Web-Anwendung oder in mobilen Applikationen. Der Messenger 2011 bietet zudem Video-Chats in HD-Qualität und einen optimierten Mobilzugang: Nebst Anbindungen für Windows Phone 7 ist Windows Live über fast alle internetfähigen Smartphones erreichbar. Für das iPhone steht im App-Store eine App zum Download bereit.

Bereits wenige Monate nach der Lancierung in den USA, in Grossbritannien, Deutschland und zehn weiteren Ländern haben die User von Windows Live und Facebook bereits über 400 Millionen Chat-Konversationen miteinander geführt, was rund 3 Milliarden Minuten entspricht.

Unikat unterzieht «Barry & Hans» einem Sehtest

Im Februar treten die beiden Protagonisten «Barry & Hans» für die Vermarktung von Schweizer Früchte und Gemüse wieder mit einem neuen TV-Spot auf. Diesmal geht es um das klassische Wintergemüse der Schweizer: Rüebli.  

Der Spot macht sich die Volksweisheit zunutze, dass Rüebli dank des hohen Gehalts an Vitamin A die Sehkraft der Augen unterstützen. Genau diese Sehkraft ist es, die Hans der Gans jedoch völlig abgeht und die von Barry schonungslos aufgedeckt wird. Ausgedacht hat sich diesen Sehtest die Küsnachter Kreativagentur Unikat, die nun schon 9 Spots mit dem ungleichen Paar realisiert hat. Die Regie und Produktion zu all diesen Spots stammt von Reto Salimbeni und seiner Produktionsfirma Manifesto Films.
 
Verantwortlich bei VSGP: Bruno Aeschbacher. Verantwortlich bei Unikat Kommunikationsagentur: Daniel Meier (Kreation), Claudio Gentili(Beratung), Media Schneider(Media). Verantwortlich bei Manifesto Films: Shannon Mildon, Daniela Berther (Filmproduktion),  Reto Salimbeni (Regie), Roman Camendzind (Musik).  

Erste Ausgabe der Medienwoche ist online

Gestern Dienstag erschien anlässlich des Communication Summit 11 in Zürich die erste Ausgabe der Medienwoche als Veranstaltungspublikation in gedruckter Form. Ab heute ist die Medienwoche als digitales Medienmagazin unter Medienwoche.ch online. Als neues, von Medienjournalistinnen und -journalisten gemachtes Medium, verfolgt die Medienwoche ab sofort die Entwicklungen in der Medienwelt, widmet sich ihren Ereignissen und ordnet sie ein.  

Die Medienwoche ist jedoch kein weiterer täglicher Newsdienst. Die Autorinnen und Autoren konzentrieren sich nicht auf die kurzfristige Aktualität. Man wolle vielmehr die Ereignisse und Entwicklungen der Schweizer Medien tiefergreifend untersuchen und sich auch mit Trends und Strömungen aus dem Ausland auseinandersetzen, die für die hiesigen Verhältnisse relevant sind, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Die Medienwoche.ch beinhaltet Hintergründe, Analysen, Interviews, Meinungen und Debatten aus dem Medienland Schweiz, die nicht bloss in tierischem Ernst serviert werden.
 
Herausgeber der Medienwoche ist Thomas Paszti. Die Redaktion besteht aus Ronnie Grob, Nick Lüthi und René Worni. Auch Gastautoren kommen darüber hinaus regelmässig zu Wort. In der Rubrik «Frisch ab Presse» wird zudem täglich ab 10 Uhr morgens einen Lektüretipp aus dem deutschen Sprachraum offeriert. Die Beiträge sollen zum Diskurs anregen und Debatten anstossen – aber bloss nicht im Elfenbeinturm!

Schweizer Animations-Design Agentur für Annie Award nominiert

Schweizer David tritt gegen vier US-Goliaths an: Das Schweizer Motion Design Studio Kompost ist für den Annie-Award, gleichsam der Oscar für die Animationsindustrie, nominiert. Sein Werbeclip «Spaceman Stu»geht in der Sparte «Best Animated Television Commercial»ins Rennen.  

Der von Duck Studios bei den Schweizern in Auftrag gegebene McDonald's- Commercial tritt unter anderem gegen ein Werk des Animationsgiganten Dream Works an. Zur Verleihung am 5. Februar 2011 in Los Angeles begleiten seine Schweizer Macher Oliver Conrad (Creative Director) und Gian Klainguti (Executive Producer) ihr Werk.
 
Kompost betreibt Studios in Zürich und New York, hat seine Wurzeln aber im Engadin. Die Agentur wurde 2004 gegründet. Zu den Kunden des Studios gehören Werbeagenturen, Unternehmungen, TV Stationen, Musiklabel, Produktions- und Filmstudios ebenso wie unabhängige Produzenten.

Transformer mit neuen Kunden

Transformer startet das Jahr gleich mit zwei neuen Kunden:  Ergonomics und Tiara Teppichboden.  

Das IT-Dienstleistungs-Unternehmen Ergonomics  mit Hauptsitz in Zürich hat die Transformer Werbeagentur mit einem kompletten Relaunch der Marke beauftragt. Erste Arbeiten für das 20-jährige Unternehmen werden bereits Anfang März zu sehen sein. Ebenfalls neu im Portfolio ist die Tiara Teppichboden. Für das international tätige Unternehmen wird die Zürcher Werbeagentur die gesamte Kommunikation für den Bereich Kunst-Sportrasensysteme unter der Marke Sportisca übernehmen.
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