Interaktive Kommunikation im Wandel der Zeit

Für die Akquisition eines neuen Kunden setzen sich Unternehmer heute nicht mehr in die «Trinkstube» eines Zunfthauses, sondern loggen sich beispielsweise auf Xing.com ein. Heute ist der User von Social-Media-Plattformen in der Lage, sich jederzeit und anhand der von ihm selbst definierten Kriterien interaktiv zu vernetzen.

Im Mittelalter organisierten sich Handwerker und Gewerbetreibende in Zünften. Die älteste urkundlich belegte Zunft ist die der Kölner Bettdeckenweber aus dem Jahr 1149. Die Zünfte definierten Ausbildungsregeln, Arbeitszeiten, Produktqualität, Preise und schanzten sich in ihren «Zunftstuben» gegenseitig Aufträge zu.

Was früher in der Macht der Branchenzünfte lag, wird heute teils vom Bund und den Kantonen, den Organisationen der Arbeitswelt sowie von Marketing- und Werbespezialisten erarbeitet und umgesetzt. Unsere Berufswelt ist somit einiges komplexer geworden und es erfordert Spezialisten, um diese einzelnen Disziplinen fachgerecht und konkurrenzfähig umzusetzen.

Social Media – eine rasante Erfolgsgeschichte

Die Erfolgsgeschichte der Social-Media-Plattformen ist hingegen noch sehr jung, hat sich rasant entwickelt und ist für die heutige Marketingkommunikation zu einem wichtigen Instrument geworden. Der unaufhaltsame Boom der neuen Medien ist erst seit Mitte 1990er zu beobachten und die Unternehmen haben erst seit kurzem das volle wirtschaftliche Potenzial erkannt. «Social Media» oder auch «Soziale Medien» genannt, werden alle digital basierten Kommunikationskanäle und Anwendungen verstanden.

In kürzester Zeit hat sich eine Vielzahl von Social-Media-Technologien in den Bereichen Kommunikation, Kollaboration, Wissensmanagement, Multimedia und Unterhaltung entwickelt. Zu den verbreitetsten Social-Media-Technologien zählen heute Weblogs, Foren, soziale Netzwerke, Wikis und Podcasts. Interessant sind die vielfältigen unternehmerischen Anwendungsfelder der Social-Media-Plattformen. Sie dienen zum Beispiel als Marketinginstrumente (Social Media Marketing – SMM) in Form von Onlinemarketing, welche Branding- und Marketingkommunikationsziele durch die Beteiligung in den Social-Media-Angeboten erwirken können. Oder im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, den sogenannten «Social Media Relations», dem Monitoring (systematische Beobachtung und Analyse von Beiträgen und Dialogen in Social-Media-Plattformen), dem Vertrieb (etablieren von Geschäftskontakten) oder dem Einsatz im Bereich Human Resources.

Die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten ist also populärer denn je und die Expansion von Anbietern und Anwendern nicht zu bremsen. Erst im Januar 2011 wurde zum Beispiel die neue Social-Media-Anwendung «sereive.com» in Betrieb genommen, welche es ermöglicht, mehrere Plattformen gleichzeitig mit Informationen zu speisen.

Die «Zusammenkunft» gestern – heute

Der Begriff «Zunft» bedeutet ursprünglich «Zusammenkunft» oder «Übereinkunft». Die Zunftmitglieder des Mittelalters pflegten den beruflichen und den sozialen Austausch in ihrer jeweiligen Branchenzunft und in ihren sogenannten Trinkstuben. In unserem heutigen digitalen Zeitalter ist ein deutlicher Trend erkenntlich, dass die «Zusammenkünfte» von Gleichgesinnten und Interessensgruppen immer mehr auf den digitalen Social-Media-Plattformen stattfinden. Beide Formen der «Zusammenkünfte» haben die Gemeinsamkeit, dass sie interaktiv funktionieren, der Austausch innerhalb einer Gruppe von Gleichgesinnten stattfindet und mit geringen Kosten verbunden ist.

Rolle der Zünfte in der heutigen Gesellschaft

Nach der Einführung der Handels- und Gewerbefreiheit und der Aufhebung der Zunftverfassung im Jahre 1798 endete das Wirken der Zünfte. Die heutigen Zünfte pflegen die aus der damaligen Zeit erbauten Zunfthäuser und stellen diese der Öffentlichkeit zur Verfügung. «Der soziale Austausch wird heute in den Zünften gepflegt», erklärt der heutige Zunftmeister der Zunft zur Saffran in Zürich, Hans G. Syz. Weiter erklärt er, dass diese informelle Form des Austausches im heutigen digitalen Zeitalter als bewusste Ergänzung gepflegt werde. Denn die direkte Kommunikation – ohne Zwischenvermittlung – sei auch wichtig.

Social-Media-Zu(ku)nft

Die Zukunft der «Social-Media-Zunft» ist gesichert und es gibt einiges zu tun für den innovativen Unternehmer – dem widersprechen auch nicht die zehn Thesen des deutschen Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) vom 7. Februar 2011.

Demnach wird zum Beispiel Costumer Relation Management (CRM) nicht mehr sein, was es war. 2011 werde eine zunehmende Verschmelzung mit Social-Media-Komponenten stattfinden. Leadmanagement, Kundenservice und Kundenbindung sind die ersten CRM-Felder, in welchen Social Media eine grössere Rolle spielen werden. CRM-Systemanbieter würden dafür sorgen, Daten und Prozesse mit Social-Media-Plattformen nutzbar zu machen. Auch die Produktentwicklung werde demokratisiert und mit einem schnellen Feedback-System von intern und extern sich zu einem «Adaptive Engineering» entwickeln. Bald könnten damit die langwierigen Analysen vor der Einführung eines Produktes vorbei sein.

Auch die ROI (Return on Investment) geht weiter. Die Messbarkeit des Erfolges wird auch im Jahre 2011 ein Thema sein. In Zukunft wird es darum gehen, was Marken für Ergebnisse erzielen, damit werden Social Media ein fester Bestandteil des Kommunikationsalltags sein. Eine weitere These meint, dass auch die Unternehmen aus der zweiten Reihe in der Welt der Social Media auftauchen werden und nicht mehr nur die grossen Brands wie bisher. 2011 werden somit auch die «small» und «medium» teilnehmen – für sie gilt es, aus den Fehlern der Grossen zu lernen und einzuschätzen, wo Social Media ihnen wirklich nützen.

Ein Return zu den Zunftstuben von anno dazumal ist nicht in den Thesen vorgesehen, aber dafür bieten die Zünfte heute ihre würdevoll renovierten Zunfthäuser an, in welchen auch die alten Traditionen des beruflichen und sozialen Austausches in neuer Form gelebt werden können.

Sinikka Jenni

saffran

Altes Zunfthaus zur Saffran in Zürich nach dem Umbau von 1670. Die Zunft zur Saffran ist nicht nur die älteste Handwerkerzunft Zürichs, sondern war auch die erste mit einem eigenen Lokal. Bereits die ursprüngliche Krämerzunft baute 1417 ihr eigenes Haus.
 

Der Motz von Butz: Hochprozentige Autowerbung

Neben Aktionsinseraten für Lebensmittelketten mit super Angeboten fällt zurzeit die mit allen Mitteln werbende Automobilbranche auf. Von Prrrrmotion bis 200% BMW ist alles möglich. Auch Schnapsideen. Von Theophil Butz.  

Es geht um die Werbung für unsere geliebten Autos: Ich, als Zielgruppe, nehme zurzeit eine penetrant auf mich einhämmernde Automobilwerbung wahr. Schon letztes Jahr fiel mir die Audi-Werbung dadurch auf, dass sie mich mit 110% Audi anlocken wollte. Jetzt ist BMW dran, mir 200% BMW schmackhaft zu machen. Ich habe weder von der einen noch von der anderen Botschaft nur 0% verstanden.

Gelernte Regeln: Wird etwas mit 50% angeschrieben, kostet es nur die Hälfte. Was soll ich jetzt mit 110% oder 200% anfangen? Die Beachtungszeit ist, wenn überhaupt, sowieso nur 1 Sekunde. Denken denn der AD, der Texter, der CD, der Berater und der Kunde auch über solche Tatsachen nach? Nein, nicht. Dumm!

Meine Theorie ist folgende: Alle Jahre wieder – das kenne ich noch aus meiner Zeit für Fiat, später für Lexus und Landrover – steht der Automobil-Salon vor der Tür. Also jetzt muss geworben werden, auf Teufel komm raus. In dieser Werbung muss möglichst von Super-Zins, Diamond Leasing, Best-Offer-Bonus bis zum Händlernetz alles reingepackt werden. Die Regeln von guter und auffallender Werbung sind vergessen gegangen. Hauptsache, es sind alle Modelle und alle Preise gut sichtbar.

Die Commercials am TV sind die grosse Show für die Special-Effect-Macher. Da wird mit Farbe geschossen, Roboter kämpfen um Marktanteile, nur, dass Autos auch noch fliegen könnten, habe ich bis jetzt noch nicht gesehen. Wer ist denn eigentlich die Zielgruppe, die angesprochen werden soll? Ich weiss, dass der Entscheid, welches Auto gekauft wird, mehrheitlich von den Partnerinnen (sprich auch Ehefrauen) entschieden wird. Darum habe ich jetzt auch den oberdoofen Radiospot von Franz AG begriffen. Da fragt die Ehefrau ihren Mann ganz naiv (in Dialekt): «Schatz, weisst du, dass man bei Franz AG jetzt auch Mazda kaufen kann?» Er: «Aber sicher weiss ich das und das schon seit 3 Jahren … (blabla bla).» Sie: «Komm, dann gehen wir doch hin, um zu schauen.» Er: «Was schauen, kaufen, Schatz!»
Mindestens einer der beiden wird für blöd verkauft. Es ist der Ehemann, der sofort kaufen will. Ich glaube nicht, dass solche Werbung bei den Konsumenten überhaupt ankommt. So was ist eher kontraproduktiv.

Dieses Beispiel ist nicht etwa eine Ausnahme. 80% der Automobilwerbung ist diesem Irrsinn verfallen, zu meinen, dass diese primitive Art der Werbung was bewirkt. Schaut euch mal auf YouTube unter «witzige Autowerbung» ein paar Beispiele an. Übrigens auch von Audi.

Aufgestellt hat mich diese Woche, dass ausser ein paar Lobesworten noch niemand meinen Motz zum Kotz erklärt hat. u. A. w. g.

Theophil Butz, einst Starwerber (Ringier), heute Inspirator und ab jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

butz
 

Zu guter Letzt: Männer zurück an den Herd von AEG

Ein hübscher Bursche betritt eine noch hübschere Küche: Gross, stählern, offen, und ein bisschen kühl. Er steuert auf die Einbaugeräte zu und blickt verzückt in Backrohr und Dampfgarer der Marke AEG. Mit diesem Werbespot bringt die Agentur Lowe den Mann für Electrolux zurück in die Küche.

Der Film beginnt eine Genuss-Collage,mit der die Agentur Lowe, London, an die AEG-Kampagne 2010 anknüpft: Schnell geschnittene Bilder von frischem Gemüse, Fisch, aufgeschlagenen Eiern – unterschnitten von Nahaufnahmen gierig verschlingender Lippen und betört blickender Augen. Der Werbefilm wurde unter der Leitung von Regisseur Mehdi Norowzian von RSA Films produziert,  mit Musik – «Autosense» – von Filmmusik-Profi Neil Claxton.
Der Werbespot ist der erste von dreien, die von Electrolux für AEG 2011 im Kino gezeigt werden. Protagonist der Filme ist die «Neue Kollektion» der Marke AEG. Die Spots sind Teil der neuen Marketingkampagne von Electrolux für AEG. Der Claim «Perfekt in Form und Funktion» bleibt. Dieser sei emotional und stehe für das, wonach wir streben: Perfektion. Und genau das wollen man mit der diesjährigen Marketingkampagne vermitteln, sagt Alexander Bühl, Director Marketing für Westeuropa gemäss Wuv.de. Ausgestrahlt werden die Spots im Umfeld von Kochformaten sowie auf Sky vor und nach Kinohits und auf dem Frauensender Sixx im Rahmen einer Kooperation rund um die Serie Desperate Housewives. Der erste Spot im Kino läuft zu «Kokowääh » von und mit Til Schweiger.
Verantwortlich für die Kreation der TV-Kampagne ist Kreativdirektor Steve Hanratty. Bei AEG James Methven, zum Zeitpunkt des Drehs AEG Brand Director Europe. In Deutschland plant und schaltet Zenithoptimedia, Düsseldorf.

Google: Neues Medien-Bezahlsystem One Pass

Google wagt den Angriff auf Apple. Mit dem elektronischen Kiosk «One Pass» drängt Google in den Markt für digitale Bezahlsysteme und hat auch schon mehrere große deutsche Verlage mit im Boot.

Der «One Pass» soll den Medienhäusern eine einfache Abwicklung von Abonnements für ihre Online-Ausgaben ermöglichen. Es sei eine Technologie, welche es den Verlegern erlaube, für Informationen Geld zu verlangen, kündigte Google-Chef Eric Schmidt gemäss Wuv.de in Berlin an. Erste Partner seien der Stern, die Burda-Tochter Tomorrow Focus und Axel Springer.

Auch einzelne Artikel und andere Inhalte auf den Website eines Medienunternehmens können neben Abonnements bezogen werden. Dafür kümmert sich Google um die Authentifizierung der Nutzer, verwaltet die Abos und die Zahlungsabwicklung. Die Kundendaten hingegen sollen gemäss Schmidt bei den Verlagen bleiben.

Erst einmal wird das System laut dem zuständigen Google-Manager Madhav Chinnappa für den Bezug von Online-Ausgaben auf dem PC eingeführt. Später soll auch eiene Version für Apps von Zeitungen und Magazinen auf mobilen Geräten eingeführt werden.

Im Gegensatz zu Apple will sich Google mit zehn Prozent des Umsatzes zufrieden geben.

Mehr dazu: «Apple: Abonnements für App-Store angekündigt»

 

AGB: Das verflixte Kleingedruckte

Allgemeine Geschäftsbedingungen haben ihre Fussangeln. Wir zeigen Ihnen, wie Sie nicht darin hängen bleiben. Von Michael Krampf, lic. iur., Rechtsanwalt, Jurist und Redaktor beim Beobachter-Beratungszentrum.

Von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) spricht man, wenn Vertragsbestimmungen für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert werden. Sie haben den Vorteil, dass Sie sich nicht bei jedem neuen Geschäft überlegen müssen, was alles in den Vertrag gehört.

Aber aufgepasst: AGB enthalten häufig auch Unnötiges oder Unmögliches, wie das Beispiel der Konditorei L. zeigt. In ihrem Kleingedruckten steht geschrieben: «Der Besteller einer Hochzeitstorte muss vor der Abreise in die Flitterwochen eine Person beauftragen, die den Tortenständer zurückbringt.» Und weiter: «Auf Produkten, die wir hergestellt, geliefert bzw. übergeben haben, besteht unser Eigentumsvorbehalt bis zum Begleichen der offenen Rechnung.» Der geneigte Leser fragt sich, woran das Eigentum denn geltend gemacht werden müsste, wenn die aufgegessene Hochzeitstorte nie bezahlt wird. An den Gästen oder am Verdauten?

Verwenden Sie selber AGB mit Ihren Kunden, sollten Sie Folgendes beachten:

– AGB sind keine Rechtsnormen. Sie gelten nur, wenn sie von den Parteien bei Vertragsabschluss übernommen werden. Nach Vertragsabschluss – zum Beispiel mit der Rechnung oder dem Lieferschein – ist es zu spät.
– Bei Verträgen mit Konsumenten müssen diese die Möglichkeit haben, von den AGB Kenntnis zu nehmen. Es genügt, wenn die AGB auf der Rückseite des Bestellformulars abgedruckt sind und sich auf der Vorderseite ein Hinweis befindet.
– Die AGB müssen im Verkehr mit Konsumenten verständlich formuliert sein. Ist dies bei einer Klausel nicht der Fall, muss sie im Streitfall vom Gericht ausgelegt werden. Führt die Auslegung nicht zu einem eindeutigen Ergebnis, gilt nach der sogenannten Unklarheitsregel die für den Verfasser – also Sie – ungünstigere Variante.
– Das Kleingedruckte darf keine Klausel enthalten, mit der der Konsument nicht rechnen muss und die einen atypischen, geschäftsfremden oder überraschenden Inhalt hat.
– Lassen Sie Ihre AGB von einer Fachperson überprüfen, falls Sie dies nicht bereits getan haben.

Schliessen Sie einen Vertrag mit einem Lieferanten ab, ist es gut möglich, dass dieser ebenfalls AGB verwendet. Dann müssen Sie klären, welche AGB gelten sollen, wenn sich diese in gewissen Punkten widersprechen. Ihre eigenen, diejenigen des Lieferanten oder gar keine? Wenn die AGB des Lieferanten gelten sollen, weil in der Offerte auf diese verwiesen wird, sollten Sie diese von Anfang bis zum Schluss genau durchlesen. Denn darin können sich unvorteilhafte Regeln verstecken, wie zum Beispiel folgende:

– Lieferverzug: Ein Lieferverzug berechtigt nicht zur Annullierung des Auftrags. Schadenersatzansprüche sind ausgeschlossen.
– Garantie: Bei Mängeln hat der Kunde seinen Garantieanspruch direkt beim Hersteller einzufordern.
– Mängelrechte: Im Garantiefall wird die Ware nach Ermessen des Verkäufers kostenlos repariert oder ausgetauscht. Ein Rücktritt vom Vertrag ist ausgeschlossen.

Falls Sie unsicher sind, ob Sie die AGB des Lieferanten richtig verstanden haben, sollten Sie eine Fachperson um Rat fragen.

Benötigen Sie eine Rechtsberatung?
Das Beobachter-Beratungszentrum bietet Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine telefonische Expertenberatung zu Rechtsfragen Ihrer Firma an – 6 Monate für nur Fr. 99.–. Bestellen Sie das Beratungs-Package für KMU unter www.beobachter.ch/kmu oder 0800 83 0800.

Buchtipp:

Lieferantenrechnungen türmen sich, Waren werden nicht bezahlt und die Bank dreht den Geldhahn zu – höchste Zeit zu handeln. Dieses KMU-Handbuch ist ein praktischer Werkzeugkoffer mit Instrumenten für den Notfall. Doch auch die langfristige Absicherung ist Thema: Forderungen eintreiben, zu neuem Geld kommen, Kunden pflegen und gewinnen oder Verträge korrekt ausfertigen. Der umfassende Ratgeber hilft Kleinunternehmern, bevor es brenzlig wird.

Autoren: Irmtraud Bräunlich Keller, Gabriela Baumgartner, Michael Krampf, Hans Schoch, 248 Seiten, gebunden, 1. Ausgabe Juni 2010, Beobachter-Buchverlag, ISBN: 978-3-85569-435-8, Ladenpreis: 45 Fr.

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Zehn Street-Artisten und Michel Comte haben den Zürcher HB während fünf Tagen in eine Kunsthalle verwandelt.

Zehn Street-Artisten und Michel Comte haben den Zürcher HB während fünf Tagen in eine Kunsthalle verwandelt.

Designmässig ist der neue Volvo S60 für viele Fans der schwedischen Autokunst bereits ein Stück «Street Art». Um diese Verbindung auch einem breiteren Publikum möglichst attraktiv vor Augen zu führen, hat Volvo vom 9. bis zum 13. Februar im Zürcher HB zehn Street-Artisten sowie den bekannten Fotografen Michel Comte zu einer viel beachteten Aktion aufgeboten. Während fünf Tagen haben die Künstler einen ausgestellten S60 immer wieder neu besprayt und künstlerisch verändert. Pro Künstler stand das Fahrzeug jeweils einen halben Tag Modell. Die Aktion wurde für verschiedene Medien lückenlos dokumentiert. Eine High-End-Fotokamera schoss alle 10 Sekunden ein Bild von Fahrzeug und Hintergrund. Was von der Volvo-Art-Session nun bleibt, ist ein filmisches Dokument über die fliessende künstlerische Veränderung der dreidimensionalen «S60-Leinwand». Dazu porträtierte Michel Comte den Event und die involvierten Künstler. Die¬se Bilder werden anschliessend zu einem Fotoband verdichtet. Als ein Highlight hat Comte am 10. Februar die Schauspielerin Melanie Winiger mit dem Volvo S60 in Szene gesetzt und foto¬grafisch festgehalten. Dem letzten der zehn Künstler wurde die Ehre zuteil, ein bleibendes Werk zu hinterlassen. Als Volvo S60 Art Car wird es am Autosalon in Genf vom 3. bis zum 13. März in der Volvo-Lounge im Hotel Starling ausgestellt. Im weiteren Verlauf des Jahres wird das exklusiv bemalte Auto für ein Charity-Projekt versteigert. Mit diesem künstlerischen Engagement unterstreicht Volvo seine Design-Kompetenz und Innovationsfreude. Die Aktion wurde in Zusammenarbeit mit Eqal Visual Productions realisiert. pan

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Reto Meissner ist bei den SBB für den Einsatz von Werbespielen zuständig

Reto Meissner, Leiter Marketing-Kommunikation bei den SBB, berichtet über seine Erfahrungen.

WW: Mit welcher Absicht haben die SBB bisher Online-Werbespiele eingesetzt?
Reto Meissner: Online-Spiele und Aktivierungs¬instrumente haben uns bisher dazu gedient, dass sich die Zielgruppe mit dem Thema der Kampagne intensiver und emotionaler auseinandergesetzt hat. Aber natürlich neben der Erhöhung des Involvements auch, um die Verweildauer auf der Site zu erhöhen.

Inwiefern wurden diese Erwartungen erfüllt und gemäss welchen Kriterien messen Sie den Erfolg?
Die bisher eingesetzten Interaktionen waren meist erfolgreich. Schlechter performende Aktionen haben wir während der Aktion entsprechend angepasst, dass die Werte sich verbesserten. Die Kriterien waren sehr unterschiedlich. Aber meist natürlich die Anzahl User, die Verweildauer und die Anzahl Interaktionen.

Welches sind aufgrund Ihrer bisherigen Erfahrung beim Einsatz von Online-Werbespielen die entscheidenden Erfolgsfaktoren? Was gilt es zu beachten und was sollte vermieden werden?
Da gibt es aus meiner Sicht keine Patentrezepte. Einen möglichst einfachen Zugang, eine Attraktion, damit überhaupt eingestiegen wird, und eine klare und einfache Benutzerführung waren bis dato die wichtigsten Grundvoraussetzungen. Da bei uns Online-Interaktionen immer zusammen mit einer Kampagne gelaufen sind, ist eine thematische Einbettung in die Kampagne natürlich zwingend.

Wie sehen Sie vor, künftig Online-Werbespiele einzusetzen, etwa im Mobile-Bereich?
Das werden wir auch weiterhin sehr situativ, je nach Aufgabenstellung und Zielgruppe für die crossmediale Marketing-Kommunikation einsetzen. Dies gilt sowohl im Online wie natürlich immer mehr auch für Mobile-Anwendungen.
cjw

Meissner
 

Der Eidgenössische Fachausweis für Texterin und Texter ist lanciert!

Im Herbst findet die erste Berufsprüfung statt.

Ein Texter hat pro Jahr nur ein Ausrufezeichen zur Verfügung, denn was der Text nicht ausdrücken kann in einem Satz, kann ein Ausrufezeichen auch nicht mehr retten. Mit dieser Prämisse eröffnete Ursula Gamper, Geschäftsführerin Schweizer Werbung (SW), die Präsentation des frisch geborenen Fachausweises. Im Zürcher Hotel Metropol fanden sich rund 30 Bewerberinnen und Bewerber ein, die im kommenden Herbst als Erste in der Schweiz ihre Fähigkeiten im ältesten Beruf der Werbung mit einem Eidgenössischen Diplom schmücken wollen. Damit lässt sich zwar auch in Zukunft eine fehlende Idee noch nicht mit einem Zertifikat ersetzen. Die Initianten des nun erstmals offiziell definierten Berufsbildes sind sich aber einig, dass Texten in einer ständig komplexer kommunizierenden Medienwelt endlich zu einem anerkannten Handwerk erklärt werden muss. Die Zeiten des Texters als «Mad Men», wie sie in einer Retro-Serie über eine Agentur im New York der Sixties gezeigt werden, sind heute nur noch Nostalgie. Wer texten will, muss nicht nur über eine möglichst verrückte Kreativität verfügen. Es braucht auch das entsprechende Wissen über Recht sowie die vielfältigen Mechanismen einer crossmedialen Werbung in allen Kanälen. Wie lernt man ein Briefing lesen? Wie funktionieren Strukturen in einer Teamarbeit? Ein echter Profi muss zudem fähig sein, je nach Tagesauftrag für eine neue Maggi-Suppe ebenso wie über das neue NZZ Folio schreiben zu können.

Seit rund drei Jahren arbeiten Exponenten des Trägervereins, bestehend aus Schweizer Werbung (SW), Schweizer Texterinnen- und Texterverband Script, Kantonale Schule für Weiterbildung EB Zürich und Publicité Romande daran, diesen Fachausweis zu konzipieren. Es mussten Dokumente wie Prüfungsrichtlinien und Wegleitungen erarbeitet werden, welche vom zuständigen Bundesamt für Berufsbildung und Technologie bewilligt werden mussten. Die nun präsentierte Ausbildung richtet sich in erster Linie an Einsteiger und Quereinsteiger, die ihr Handwerk neu lernen wollen. Angeboten werden entsprechende Kurse von bis jetzt vier Veranstaltern: EB Zürich, Sawi, Schreibszene und Schweizerische Text-Akademie. Die Kosten für die 165–256 möglichen Lektionen bewegen sich rund um 6000 Franken. An diesen vier Schulen werden im Herbst dieses Jahres nun auch die ersten Prüfungen abgenommen. «Nach der Ausbildung ist man aber noch kein fertiger Texter und steht auf einer Skala von 1 bis 100 etwa bei 80 Punkten», erklärte Roger Hausmann, Präsident der Prüfungskommission beim Launch des neuen Diploms. Aber er ist überzeugt: «Am Anfang einer Karriere ist der Fachausweis ein ers¬ter und wichtiger Schritt.» Und die Nachfrage nach guten Textern ist steigend. Bei Script haben sich die Stellenanzeigen innerhalb eines Jahres auf 173 Anfragen verdoppelt. In Deutschland sind unter 4670 Stellenanzeigen in der Werbung 364 für Text. Das ist ein Plus von 153 Prozent.

Mehr Infos zum Prüfungsreglement können auf der taufrischen Website www.texterin-texter.ch abgerufen werden. Andreas Panzeri

texter

Drei Stützen des Trägervereins: Roger Hausmann, Präsident Script; Ursula Gamper, Geschäftsführerin Schweizer Werbung (SW); Heinz Egli, Ausbildungs­beauftragter SW.
 

Top 1 der Woche Die Beliebtheit Schweizer Brands auf Facebook

Der Internetdienstleister Unic hat in einer Studie die Top 20 der Schweizer Brands auf Facebook erhoben. Sie zeigt, welche Schweizer Brands auf dem sozialen Netzwerk besonders beliebt sind und am meisten Fans haben.

Die Spitzenreiter sind international ausgerichtete Brands wie Toblerone, Nescafé und Lindt. Unter den Top 20 sind auch sonst auffallend viele Lebensmittelmarken zu finden – unter ihnen Nespresso, Nestlé, Lindor, Maggi, Suchard und Ovomaltine. Häufig vertreten sind auch Brands der Uhrenindustrie wie Swatch, Hublot, Tag Heuer, Tissot, Omega oder IWC. Mit 20 Minuten hat es ausserdem auch ein Vertreter der Medienbranche unter die besten 20 geschafft. Aufgefallen ist den Spezialisten bei Unic, dass einzelne Produkte eines Brands oftmals mehr Fans begeistern als die Muttermarke. So zeigt sich Migros Ice Tea mit einer Community von 82 000 Fans beliebter als Migros selbst mit 35 000 Fans. Als Grundlage für die Erhebung der Top 20 diente die Markenauswahl des Schweizer Markenplakats (Markenplakat.ch). Ergänzt wurde die Auswahl aufgrund folgender Kriterien: Die Marke wurde in der Schweiz gegründet, sie besitzt eine offizielle Facebookseite und hat einen hohen Aktualitätsbezug.
 

Erneut soll Scholz & Friends zum Verkauf stehen

Und wieder soll eine Deutsche Agenturkette verkauft werden. Der Finanzinvestor Cognetas, mit 69 Prozent der Anteile Mehrheitseigner der Scholz & Friends-Holding Commarco, soll eben diese zum Kauf anbieten.

Cognetas habe die Investmentbank Rothschild mit dem Projekt beauftragt. Dies meldet die Nachrichtenagentur Reuters gemäss New-business.de, jedoch ohne eine offizielle Bestätigung dafür zu haben. Die Information sei dennoch sehr plausibel, da es Ende vergangenen Jahres schon einmal sehr weitgehende Verhandlungen mit einer großen Network-Agentur um einen Verkauf von Commarco gegeben habe. Ausserdem verbessere der jüngste Gewinn des Europa-Etats von Opel durch Scholz & Friends die Chance für Cognetas auf einen guten Preis deutlich.

Die globalen Agentur-Holdings Omnicom, WPP und Interpublic gelten als interessierte Käufer. Allerdings könnte auch ein reiner Finanzinvestor Interesse am Kauf bekunden Martin Sorrell, der Vorstandschef von WPP, hatte auf Branchenveranstaltungen gemäss Faz.net wiederholt Interesse an Übernahmen in Deutschland bekundet. Neben Serviceplan ist Commarco die größte Agentur in Deutschland, welche nicht zu einem der internationalen Werbenetzwerke gehört. Der Honorarumsatz betrug 126 Millionen Euro im Jahr 2009.
 

Pro Juventute lanciert Ratgeber für Eltern mit Migrationshintergrund

Pro Juventute lanciert am 23. Februar den Elternratgeber «Pro Juventute Unser Kind» für fremdsprachige Eltern. Der Ratgeber soll auf die spezifischen Bedürfnisse von Eltern mit Migrationshintergrund eingehen – jeweils in der Muttersprache und einer der Landessprachen.

Jedes Jahr kommen in der Schweiz rund 20‘000 Kinder ausländischer Eltern und viele Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund auf die Welt. Ein Teil dieser Eltern ist wegen nicht ausreichender Sprachkenntnisse ungenügend über Präventions- Beratungs- und Frühförderungsangebote für ihre Kinder informiert. Dies schreibt Pro Juventute in einer Mitteilung. Darum lanciere man nun am 23. Februar 2011 den Elternratgeber «Pro Juventute Unser Kind» für fremdsprachige Eltern.

Eine nachhaltige Integration gelinge, wenn sie bereits in den ersten Lebensjahren gezielt die gesamte Familie einbeziehe, sagt Stephan Oetiker, Direktor Pro Juventute. Mit der Lancierung des Ratgebers leiste Pro Juventute «einen aktiven Beitrag zur Integration von Migranten». Der Elternratgeber richtet sich an fremdsprachige Mütter und Väter von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren. Eltern mit Migrationshintergrund erhalten pro Lebensjahr praxisorientierte Informationen zu Themen wie Pflege, Ernährung, Gesundheit und Entwicklung wie Tipps zu Bildung und Erziehung. Der Ratgeber erscheint in sieben Fremdsprachen: Albanisch, Türkisch, Tamilisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Portugiesisch, Spanisch und Englisch. Der Text der Broschüre ist leicht lesbar und zweisprachig: Deutsch & Fremdsprache oder Französisch & Fremdsprache. Illustrationen und Cartoons erleichtern die Verständlichkeit und die Sprachkompetenz sowie die Kommunikation in Beratungssituationen.

Gedacht ist der Ratgeber als Ergänzung zu den Elternbriefen. Diese bieten seit 40 Jahren jungen Eltern Unterstützung bei der Entwicklung, Erziehung und im Zusammenleben mit ihrem Kind. Ziel sei es, dass die Gemeinden «Pro Juventute Unser Kind» in das bestehende Elternbrief-Vertriebsnetz integrieren und damit einen aktiven Beitrag zur Integration und Gesundheitsförderung beisteuern, sagt Pro Juventute-Direktor Stephan Oetiker.
Im Lancierungsjahr 2011 stellt Pro Juventute den Gemeinden und Fachstellen in der Deutsch- und Westschweiz den Ratgeber kostenlos zur Verfügung.
 

Irene Portmann-Jung wird Chefredaktorin von Swiss Plastics

Irene Portmann-Jung übernimmt ab 1. Mai 2011 die Chefredaktion von Swiss Plastics. Sie tritt damit die Nachfolge von Marianne Flury an, die das Unternehmen per Ende April verlassen wird.

Nach dem Studium der Kunststofftechnik arbeitete die Diplom-Ingenieurin FH am Fraunhofer-Institut als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Silicatforschung. Danach startete Irene Portmann-Jung ihre journalistische Laufbahn beim Europäischen Wirtschaftsdienst in Gernsbach (D). Im Jahr 1999 zog sie in die Schweiz und begann als Redaktorin bei Pack aktuell. Seit 2004 ist sie freiberuflich als Fachredaktorin tätig.

SwissPlastics ist das Schweizer Magazin für die Kunststoffindustrie und das offizielle Organ des Kunststoff-Verband Schweiz. Die Fachzeitschrift erscheint 10x jährlich und wird vom AZ Fachverlag herausgebracht.
 

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