Buess wollte sich zu dem Schritt noch nicht weiter äussern, solange er mit der Redaktion der BaZ noch nicht gesprochen habe. Dies soll am Montag geschehen. Buess bestätigte Angaben der NZZ am Sonntag sowie des Sonntag, dass er gekündigt habe.
Urs Buess war bisher als Gegengewicht zu Chefredaktor Markus Somm gesehen worden. Die früheren Baz-Eingentümer Markus Wagner und Tito Tettamanti hatten den ehemaligen Weltwoche-Vize und Blocher-Biographen Somm im letzten August an die Spitze der Baz gesetzt. Buess wurde dessen Stellvertreter.
Bereits zuvor war Buess Mitglied der Baz-Chefredaktion gewesen. Er war 2003zur Baz zurückgekehrt, nach Jahren als Inlandchef, Mitglied der Chefredaktion und zuletzt Paris-Korrespondent des Tages-Anzeigers. Bei der Baz war er schon in den 1980er-Jahren tätig gewesen.
Wechsel und Turbulenzen
Laut den zwei Berichten in der Sonntagspresse soll vor der Kündigung von Buess in der vergangenen Woche eine Aussprache zwischen der Redaktion, Chefredaktor Somm und BaZ-Verleger Moritz Suter stattgefunden haben. Weder Buess noch die Redaktionskommission wollten dies aber am Sonntag bestätigen. Die Baz hatte am 21. Februar den Abbau von acht Redaktionsstellen aus Spargründen bekannt gegeben, dies nach einem Abbau von 22 Vollstellen vor zwei Jahren. Die frühere Baz-Verlegerfamilie Hagemann hatte das Zeitungs- und Druckunternehmen im Februar 2010 an Wagner und Tettamanti verkauft.
Dass eine Firma Christoph Blochers bei dem Unternehmen ein Beratermandat erhalten hatte, löste später in der Region erhebliche Turbulenzen aus. In der Folge übernahm am 24. November der einstige Crossair-Gründer Moritz Suter die Firma, deren Schulden damals mit rund 100 Millionen Franken beziffert wurden.