Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Beim Kriterium Awareness liegt die BMWAnzeige der Werbeagentur Draftfcb/ Lowe an der Spitze, gefolgt von der Anzeige für 20 Minuten Friday der Werbeagentur Rod und der Hakle-Anzeige von JWT+H+F. Die Hakle-Anzeige siegt auch bei der Uniqueness vor der Anzeige für die Schweizer Familie der Agentur Festland und dem Sujet Outdoor SportXX der Migros der Agentur Inhalt & Form. Beim Kriterium Brand Fit liegt 20 Minuten Friday an der Spitze vor Hakle und BMW. Bei der Likeability siegt die Anzeige für Hakle, auf dem zweiten Platz liegt das Sujet 20 Minuten Friday und an dritter Stelle die Anzeige Outdoor SportXX der Migros.

> Die Ergebnisse im Überblick (PDF)

> Zu den detaillierten Ergebnissen

Top 2 der Woche: Schweizer Agenturen im Finale von One Show

Der One Club hat die Finalisten der Kreativwettbewerbe One Show, One Show Design und One Show Interactive bekannt gegeben.

Im Rennen um die «Pencils» sind auch einige Schweizer Agenturen. Advico ist mit der Kampagne für die SonntagsZeitung nominiert. Das Sujet «Uno» steht einmal, «Merkel» sogar zweimal auf der Liste der One-Show-Finalisten. Auch die Aussenwerbung für Citterio ist mit dabei. Viermal nominiert ist ausserdem die Werbeagentur Walker. Zweimal mit der Kleininseratenkampagne «Human Rights» für Amnesty International, zweimal mit der Kampagne für Greenpeace gegen Atomstrom. Der «Zonenplan» steht einmal auf der Liste für den One Show Award, einmal auf derjenigen für den One Show Interactive. Bei Letzterem sind auch Contexta mit «Lost in Val Sinestra» für Swisscom sowie die Kampagne von Jung von Matt/Limmat «One Minute of Silence» für Caritas nominiert – Contexta insgesamt dreimal. Ebenfalls unter den Finalisten für den One Show Award ist Publicis mit «Cars» für Renault. Als einzige Schweizer Agentur nominiert beim One Show Design ist Scholz & Friends. Dies mit ihrer Arbeit «Lightshow» für Emmi.

 

Prime: Relaunch für Conzzeta

Conzzeta hat ihre Mitarbeiterzeitschrift aufgefrischt. Für Konzeption und Umsetzung des Relaunch wurde Prime beauftragt.

Attraktiver, moderner und einfacher in der Leserführung lautete das eine Ziel der Verjüngungskur der Mitarbeiterzeitschrift von Conzzeta. Das andere hiess: lesenswert und verständlich für Mitarbeitende und Führungskräfte, die in sieben verschiedenen Geschäftsbereichen weltweit beschäftigt sind. Durch die breite Diversifikation ist die Conzzeta-Gruppe komplex. Dies habe für die Aufbereitung der Heftstruktur und der Inhalte eine besondere Herausforderung dargestellt, schreibt die Agentur in einer Mitteilung. Das Mitarbeitermagazin erscheint zweimal jährlich in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Chinesisch).

Conzzeta ist eine international tätige Schweizer Holding mit rund 3‘300 Mitarbeitenden. Ihre Aktivitäten liegen in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Schaumstoffe, Sportartikel, grafische Beschichtungen und Immobilien. Die sieben Geschäftsbereiche bedienen Kunden in über 100 Ländern und sind insgesamt in 25 Ländern mit eigenen Gesellschaften vertreten.

Verantwortlich bei Conzzeta Management: Carlo Menotti (Head of Corporate Services). Verantwortlich bei Prime Communications, Zürich: Philipp Metzler (Mandatsleitung), Martina Peyer, Sylvie Ruppli (Beratung), Basil Hangarter (Creative Director), Marcello Koch (Art Director), Stefanie Huber, Erwin Lötscher (DTP).

 

Aufgespiesst: Paywall für urbi et orbi

Werbewoche-Redaktorin Anne-Friederike Heinrich über den festen Glauben an Bezahlinhalte.

Der Papst ist zwar (immer) Katholik, noch dazu ist er (diesmal) Deutscher. Aber ich finde ihn toll. Ehrlich. Wie er am Ostersonntag wieder erhaben in der Benediktionsloggia des Petersdoms stand und sein «urbi et orbi» über die gläubigen Massen auf dem Petersplatz und vor den Bildschirmen ergoss, war einfach umwerfend. «Bauer sucht Frau» kommt da in punkto Unterhaltungswert einfach nicht mit. Immerhin stammt der spezielle päpstliche Segen aus dem 13. Jahrhundert, es gibt ihn nur Ostern und Weihnachten, er darf ausschliesslich von Papa himself erteilt werden und er garantiert allen, die ihn wollen, einen Sündenerlass wie im Mittelalter. Und das sogar gebührenfrei – wenigstens für die, die auf dem Peters¬platz stehen. Sie erinnern sich? «Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt.» Urbi et orbi. Der Stadt und dem Erdkreis. Allein dafür wäre es erstrebenswert, einmal Papst zu sein. Oder halt Päpstin.

Doch so heilig heilig und aufgeräumt, wie der Papst Ostern den Anschein erweckt, geht’s im Vatikan gar nicht zu. Alles Bluff. In Tat und Wahrheit sind die heiligen Herren unter Samt und Brokat mit allen Wassern gewaschen. Sie schmieden nämlich Pläne, ihren Schäfchen das Geld aus der Tasche zu ziehen: Der L’Osservatore Romano, die Zeitung des Vatikan, will zum Beispiel eine Bezahlschranke für seine neu gelaunchte Website errichten. Konnte sich bisher jeder-mann jeden Tag kostenlos an den geistigen und geistlichen Ausgiessungen des Blattes laben, müssen die User von www.osservatoreromano.va nun ab 1. September zum Geldsäckel greifen, wenn sie die heiligen Zeilen lesen wollen. Das hat Chefredaktor Giovanni Maria Vian beschlossen, berichtet der Guardian. Von irgendwas müssen die Politur für den Papstring und die Inspektion des Papamobils schliesslich bezahlt werden. Denn mit schwindender Zahl der Kirchgänger fällt die Kollekte nicht mehr so üppig aus.

Eigentlich ist die geplante Onlinegebühr für den Osservatore nichts anderes als ein Ablass: Wer zahlt, darf lesen und ist damit frei von Sünden. Ein super Package. Die Schaffhauser Nachrichten jedenfalls bieten ihren Abonnenten keine Vergebung inklusive. Die heilige Paywall nützt orbi et urbi – der Welt und vor allem der Vatikanstadt. Ob der Papst die Sache schon abgesegnet hat, war nicht in Erfahrung zu bringen.
 

Tablet-Publishing: Hype oder Zukunft?

Hinsichtlich der künftigen Verbreitung von Tablet-Computern herrscht Euphorie. Doch welche Möglichkeiten bieten sie für die journalistische Unternehmenskommunikation? Das aktuelle CP-Barometer, das das Marktforschungs- und Strategieberatungsunternehmen zehnvier für das Europäische Institut für Corporate Publishing durchgeführt hat, zeigt die Perspektiven auf.

Ringier: Edelweiss in neuem Gewand

Nach sechs Jahren im selben Kleid erscheint das Mode- und Lifestyle-Magazin Edelweiss in neuem Layout: mit mehr Bildern, Kultur, Reportagen, Mode und Beauty. Für das Umstyling wurde das Designstudio Schaffter Sahli beauftragt.

Das monatlich erscheinende Frauenmagazin, Edelweiss, wurde 1998 von Ringier Romandie auf den Markt gebracht. Die Zeitschrift startete überaus erfolgreich, hat heute 96’000 Leserinnen und Leser (Mach Basic 2011-1) und ist Marktführer in ihrem Segment in der Romandie bei Leserschaft und Anzeigenkunden. Nun hat das Designstudio Schaffter Sahli mit Hauptsitz in Genf den Auftrag erhalten, ein neues Kleid für Edelweiss zu schneidern. Schlicht und elegant sollte es sein, dynamisch und modern aber zugleich, wie es in einer Ringier-Mitteilung heisst.

Unter der Leitung von Laurence Desbordes, Chefredakteurin seit 2005, entwarf die Redaktion neue Rubriken, neue Präsentations- und Informationsformen über Mode, Beauty, Kultur und Design. Die Leitrubriken der Zeitschrift, wie «Les lieux qui comptent», Modetrends, Innovationen im Bereich Kosmetik und Wellness, literarische und musikalische Entdeckungen sowie Events, sind im Magazin auch weiterhin anzutreffen.

Das neue Edelweiss erscheint diesen Freitag, 29. April, an jedem Kiosk in der Schweiz.
 

Orange lässt uns ein Licht aufgehen

Publicis hat für Orange eine interne Kampagne lanciert, um damit Mitarbeitende als Akteure einer neuen Markenkampagne zu gewinnen. Diese bringen Orange jetzt zum Leuchten mit ihrem Tanzen, Kochen und Jonglieren.

Das Kommunikationsunternehmen Orange legt seinen Fokus nicht in erster Linie auf technische Dinge wie Netze und Preispläne, sondern auf Menschlichkeit. Konsequenterweise stellt es in der Kommunikation auch seine Mitarbeiter in den Vordergrund – diejenigen Menschen, die das Orange-Versprechen tagtäglich einlösen und deren Leidenschaft es ist, ihren Kunden von Mensch zu Mensch etwas zurückzugeben und ihnen durch kleine Aufmerksamkeiten das Leben einfacher zu machen. Zusammengefasst ist diese Haltung im Claim: «Care changes with Orange. Today changes with Orange.» Um zu beweisen, wie ernst es Orange mit diesem Versprechen ist, setzt die von Publicis erschaffene Kampagne keine Schauspieler ein, sondern lässt echte Orange-Mitarbeiter auftreten, wie CD Sacha Moser und Stratege Achill Prakash erklären.

Interne Kommunikation und Markenkampagne

Zur Rekrutierung jener Mitarbeiter hat Publicis in einer ersten Phase eine interne Kampagne lanciert. Unter dem Motto «How orange are you?» riefen der CEO Thomas Sieber und drei Kaderleute dazu auf, sich mit einer individuellen Leidenschaft für eine Rolle als Markenbotschafter zu empfehlen. Verbreitet wurde der Aufruf via Intranet mit Onlinefilmen
und Bannern, aber auch mit Liftplakaten und SMS. In Parks und auf Plätzen in Zürich «beschenkten» die ausgewählten Mitarbeitenden ihre Kundschaft dann mit zauberhaften Lichtzeichnungen als Symbole für effektive Extra-Services und Mehrwerte wie zum Beispiel den Orange Cine Day. Die filigranen Kunstwerke sind mit Unterstützung durch den Lichtkünstler Michael Bosanko entstanden. Ein TVSpot dazu wurde von Simon Cracknell realisiert, die Fotos von George Kavanagh. pan

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Top 1 der Woche: PR-Agenturmarkt hat sich 2010 etwas erholt

Nach einem Rückgang der Honorarerträge im Jahr 2009 um 9,2 Prozent zeigt die Umsatzerhebung und Marktstatistik des Bundes der PR-Agenturen der Schweiz (BPRA) Anzeichen der Erholung.

Die im BPRA zusammengeschlossenen PR-Agenturen erarbeiteten im Geschäftsjahr 2010 einen Honorarertrag von 67,1 Millionen Franken (Vorjahr 67,7 Millionen Franken). Während der Umsatz um 0,9 Prozent zurückging, stieg die Mitarbeiterzahl der im Verband zusammengeschlossenen Anbieter um zwei Prozent auf 309. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich die Branche verhalten optimistisch.

In allen Anbieterkategorien gab es Umsatzgewinner und -verlierer. Tendenziell besser halten konnten sich Anbieter, die sich entlang gewisser Branchen oder Angebote spezialisiert haben, wie der BPRA mitteilte. Unter Druck sind die kleineren Agenturen. Die Markttrends zeigten eine verstärkte Nachfrage nach Full-Service Leistungen. Das Projektgeschäft nehme weiter zu und das Nachfrageverhalten bleibe volatil. Eine steigende Nachfrage herrsche vor allem im Bereich der digitalen Kommunikation, im klassischen Reputationsmanagement sowie im Umgang mit öffentlichen Transparenzbedürfnissen und aktiveren Anspruchsgruppen.

Thomson Reuters mit steigendem Umsatz

Der Umsatz des Nachrichten- und Datenanbieters Thomson Reuters hat aufgrund neuer Produkte im ersten Quartal an Fahrt gewonnen. Die Erlöse legten - nicht um Währungsschwankungen bereinigt - um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu.

Thomson Reuters setzte im ersten Quartal im fortlaufenden Geschäft 3.2 Milliarden Dollar um. Auf vergleichbarer Basis stieg der Gewinn um ein Prozent. Die Marge lag bei 17.2 Prozent. Dies teilte der Konzern am Donnerstag gemäss SDA mit. Für das Gesamtjahr erwarte Thomson Reuters eine Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Bereich.

Die grosse Steigerung wurde getrieben von der Sparte Recht. Hier ergab sich ein Plus von zehn Prozent, dies vor allem von der Datenbank Westlaw Next, die seit ihrer Einführung im Februar 2010 mehr als 18'500 Mal verkauft wurde. Das Geschäft mit Finanzmarktkunden, Unternehmen und Medien legte beim Umsatz um zwei Prozent zu auf 1.87 Milliarden Dollar. Thomson Reuters konkurriert in diesem Segment vor allem mit Bloomberg und der News Corp-Tochter Dow Jones. Der Nachrichten- und Datenanbieter war 2008 aus der Verschmelzung der kanadischen Mediengruppe Thomson mit dem britischen Nachrichtenanbieter Reuters entstanden.
 

Hesskisssulzersutter gestaltet neues Logo für Dark-Sky

Die Agentur Hesskisssulzersutter hat für Dark-Sky ein neues Logo kreiiert. Die 1996 ins Leben gerufene Dark-Sky Switzerland ist eine mehrere hundert Mitglieder starke Non-Profit-Organisation, die sich für die Reduktion der Lichtverschmutzung einsetzt.

Die Agentur Hesskisssulzersutter hat für Dark-Sky ein neues Logo kreiiert. Die 1996 ins Leben gerufene Dark-Sky Switzerland ist eine mehrere hundert Mitglieder starke Non-Profit-Organisation, die sich für die Reduktion der Lichtverschmutzung einsetzt.

Die Organisation macht Bund, Kantone, Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen auf die Lichtverschmutzung aufmerksam, übernimmt bei Beleuchtungsfragen eine beratende Funktion und bietet Hand bei der Umsetzung von Lösungen. Dem aktiven DSS-Team gehören vor allem Lichtexperten, Architekten, Umwelt- und Elektroingenieure, Ökonomen, Juristen, Naturwissenschafter sowie Medienleute an. Sämtliche Teammitglieder arbeiten ausschliesslich ehrenamtlich.

Publicitas lässt «unwesentliche» Verlage fallen

Schluss mit der Universalvermittlung: Die Publicitas vermittelt keine Inserate mehr an Walliser Boten und Bieler Tagblatt. Auf Aufträge in weitere Titel wird sie wohl ebenfalls bald verzichten.

Als die PubliGroupe am 18. März ihre Bilanzpressekonferenz abhielt, berichteten CEO Hanspeter Rohner und der neue Publicitas-Direktor Beat Roeschlin, dass die Publicitas (P) ihr Geschäftsmodell angepasst und «per 1. Januar 2011 fast alle ihre Partnerschaften mit Schweizer Verlagen auf dieser Grundlage verlängert» habe. Konkret nannten sie die Vermittlungsabkommen mit Ringier, Tamedia, Edipresse und Axel Springer sowie die Regieverträge mit der NZZ Mediengruppe, dem Corriere del Ticino, Le Temps und Hersant. In der Werbewoche vom 1. April doppelte Rohner dann nach: Die P habe «mit allen wesentlichen Verlagen Zusammenarbeitsverträge auf der neuen kommerziellen Basis» abgeschlossen, sagte er.

Doch Rohner und Roeschlin stapelten offenbar hoch. Denn mit zwei Verlagen – W.Gassmann in Biel (Bieler Tagblatt/Journal du Jura) und Mengis Druck und Verlag in Visp (Walliser Bote) – konnte sich die P nicht einigen. Zudem ergab eine Werbewoche- Umfrage, dass wohl mindestens sechs weitere Eigenregie- Zeitungsverlage mit der P noch keine Kooperation nach neuem Modell eingegangen sind (siehe Kasten). «Hält Herr Rohner einen Grossteil der Zeitungen für unwesentlich?», fragt deshalb Marcel Geissbühler, Gesamtleiter Medien von Gassmann. «Was Herr Rohner sagte, entspricht nicht der Wahrheit, pflichtet auch Kurt Hasen, Direktor bei Mengis Druck und Verlag, bei. «Wohl hat er ein paar Verträge nach neuem Modell unterzeichnet, aber er scheint damit auch auf Widerstand zu stossen.»

Neue Grundgebühr als Hindernis

Der Grund für den Widerstand ist das Preismodell, das die P dem neuen Vermittlungsabkommen zugrunde legt. Die P verlangte bisher für die Inseratenvermittlung an Eigenregieverlage eine umsatzabhängige Kommission. Neu will die P zwar weiterhin einen prozentualen Umsatzanteil, kombiniert ihn jedoch mit einer Mindestgebühr pro Inseratschaltung. Diese bewegt sich dem Vernehmen nach zwischen 30 und 65 Franken, je nach Verlag und Titelportfolio. Wird dasselbe Inserat mehrmals geschaltet, fällt die Gebühr entsprechend oft an. Falls der Umsatzanteil je Schaltung die Gebühr übersteigt, entfällt letztere jedoch. «Bei uns würde die Kommission nach neuem Modell 60 Prozent mehr kosten als bisher – und dies ohne Mehrleistung!», kritisiert Hasen. Für den Visper Verlag sei dies nicht verkraftbar. Ursprünglich habe die P gar einen Preisaufschlag von 110 Prozent verlangt, mehr als das Doppelte wie bisher. Ähnlich lief es beim Verlag Gassmann, der erst vor einem Jahr von der P-Pacht in die Eigenvermarktung gewechselt hat. «Unsere neue Kommission würde fast gleich viel kosten wie seinerzeit die Vollregie – obwohl die P nun für uns nur noch vermitteln und nicht mehr die gesamten Regie-Dienstleistungen übernehmen würde», sagt Geissbühler. Zudem fiele die Abgabe für kleine Rubrikeninserate höher aus als deren Einschaltpreis – für Geissbühler völlig undenkbar. «Mit dem neuen Modell müssten wir die Preise erhöhen, doch das ist unmöglich. Wir müssen unsere Produkte attraktiver machen und nicht teurer werden», sagt er. Gassmann habe deshalb der P einen Kompromissvorschlag gemacht, auf den diese aber nicht eingegangen sei.

Jetzt sind Gassmann und Mengis auf sich gestellt

Fakt ist, dass die Produkte der beiden Verlage von der P nicht mehr vermittelt werden. «Von einigen Kunden haben wir gehört, dass die P nun Buchungen in unsere Titel ablehnt», berichtet Hasen. «Damit verabschiedet sich Publicitas von der neutralen Universalvermittlung. Sie kann nun ihre Kunden nicht mehr vollständig beraten», meint Martin Bürki, Geschäftsleiter bei Gassmann Media. Darauf angesprochen reagiert Beat Werder, Kommunikationsleiter bei PubliGroupe, mit einer Standardantwort. «Publicitas arbeitet mit allen Medien zusammen, sofern eine vertragliche Basis für die Zusammenarbeit gefunden werden kann. Dies ist leider bei den Medien der Gassmann AG nicht mehr gegeben, weil sich die Parteien nach intensiven Verhandlungen nicht auf betriebswirtschaftlich sinnvolle Kommissionen für die Vermittlung von Inserataufträgen einigen konnten», schreibt Werder. Auf andere Fragen geht er nicht ein. Auch zur Kündigung gegenüber Mengis nimmt er nicht Stellung. Was heisst das nun für die Zukunft der beiden Eigenregieverlage? Immerhin kamen bei Gassmann bisher etwa 25 Prozent des Werbeumsatzes über die P, bei Mengis waren es etwa 10 Prozent. Zwar haben beide der P weiterhin Gesprächsbereitschaft signalisiert, in erster Linie aber richten sie sich auf die neue Situation ein. «Wir informierten alle unsere Kunden, dass sie unsere Produkte online oder bei Gassmann Media, unserer Vermarktungsfirma, buchen können – wo wir übrigens auch Inserate für alle anderen Schweizer Printtitel annehmen», sagt Bürki. Auch Hasen will «in die Offensive gehen». Er denkt primär an ein koordiniertes Vorgehen mit den Partnern Bieler Tagblatt und Freiburger Nachrichten, mit denen der Walliser Bote im Zeitungspool verbunden ist. Markus Knöpfli

P MUSS MIT WEITEREM WIDERSTAND RECHNEN

Auf die Frage der Werbewoche, ob schon ein Vertrag nach neuem P-Modell bestehe, machte die AZ Medien keine Angaben. Da sie aber erst vor einem Jahr in die Eigenregie wechselte, dürfte sie derzeit mitten in den Verhandlungen mit der P stehen. Das gilt wohl auch für die Basler Zeitung Medien (BZM), wo Verlagsleiter Paul Herzog davon spricht, dass «noch einige Unklarheiten bezüglich des neuen P-Geschäftsmodells» bestünden. Unklar, aber selbstsicher ist die Antwort der Schaffhauser Nachrichten (SN): Da sie sowohl mit Tamedia-Titeln als auch mit solchen der NZZ in Werbekombis liiert sei, «haben wir eine grundsätzlich andere Ausgangslage», schrieb Verleger Norbert Neininger. Will wohl heissen: Unsere Situation ist komfortabel. Wir sind so gut eingebunden und über mehrere Kanäle buchbar, dass die P uns gegenüber keine Forderungen stellen kann. Klar ist die Situation hingegen beim Zofinger Tagblatt, den Freiburger Nachrichten (FN) und der Südostschweiz Mediengruppe: Hier kooperiert man mit der P nach wie vor nach bisherigem Muster. Bei den FN stehen demnächst aber Neuverhandlungen an, sagt Vizedirektor Gilbert Jenny, der zudem bereits die Grenzen absteckt: Er erinnert daran, dass die FN auch Anzeigen an Dritte vermittle, so in grösserem Stil an La Liberté und La Gruyère, die in P-Regie sind. «Sollte uns die P ihr neues Modell aufdrängen, würden wir dieses umgekehrt auch gegenüber den P-Titeln anwenden», mahnt Jenny. Ähnlich reagiert Susanne Lebrument, Mitglied der Geschäftsleitung bei den Südostschweiz Medien. «Die P hat uns das neue Modell schon vorgestellt – wir wären verrückt, wenn wir uns darauf einlassen würden», sagt sie. Sie hat denn auch bereits Kontakt mit der W. Gassmann AG aufgenommen. «Wir schauen, ob wir die Bieler irgendwie unterstützen und mit ihnen intensiver zusammenarbeiten können», sagt Lebrument, deren Anzeigenorganisation ebenfalls Inserate für Dritte vermittelt und erst noch in Zürich über ein eigenes Büro verfügt. – Gut möglich also, dass sich einige Verlage, die aus P-Sicht offenbar nicht mehr zu den «wesentlichen» gehören, nun zu einer Art «Zweitpublicitas» zusammenschliessen werden. (mk)

Seite für Deutsche im Tagblatt

Ab kommender Woche haben in der Stadt ansässige Deutsche eine eigne Seite im Tagblatt der Stadt Zürich. Darin sollen gesellschaftlich relevante Themen zur Sprache kommen, welche die Deutsche in Zürich beschäftigen.

Für die Seite sind Beiträge vorgesehen «von Deutschen für Deutsche». Der Redaktion sei es ein Anliegen, den Bürgern aus dem nördlichen Nachbarland in Zürich eine Plattform zu bieten, sagte Tagblatt-Chefredaktor Markus Hegglin in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger vom Donnerstag. Man ermögliche damit zugleich den Schweizer Leserinnen und Lesern einen Einblick in die Befindlichkeit der hier lebenden Deutschen. Ziel sei es, dass die deutschen Autoren selber bestimmen, was auf die Seite kommt. Bei der Themenwahl arbeite das Blatt mit dem Deutschen Club Zürich zusammen.

Man halte es für die Aufgabe des Blattes, im Verbreitungsgebiet dafür zu sorgen, dass «sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen auf unseren Seiten finden», betonte Hegglin. Dabei knüpfe die «deutsche Seite» an eine bestehende Tradition des Blattes an. So gab es früher eine «Pagina italiana». Die am 5. Mai zum ersten Mal erscheinende Seite soll gemäss Hegglin nicht nur bierernst daherkommen, sondern auch lustvoll Vorurteile demontieren.
 

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