Die Klubschule Migros baut praxisnahe und vernetzte Ausbildungen im digitalen Bereich aus – und reagiert so auf die aktuellen Bedürfnisse der Arbeitswelt. Die führende private Bildungsinstitution der Schweiz bietet Kurse und Lehrgänge an, die dem neuesten technologischen Stand entsprechen und einen direkten Transfer in die Praxis erlauben. Man habe erkannt, dass Unternehmen wie Airbnb im Tourismus oder Uber in der Transportbranche durch ihren kometenhaften Aufstieg etablierte Geschäftsmodelle in Bedrängnis bringen, so Ursula Brunner, Projektleiterin «Management & Wirtschaft » der Klubschule Migros. Für viele Unternehmen sei es eine existenzielle Frage, neue Lösungen zu finden und die sich rasant entwickelnde Technologie profitbringend zu nutzen. Auch die Entwicklung der individuellen Berufskarriere ist davon bestimmt, ob der Arbeitnehmer mit seinem Wissen den Ansprüchen der digitalisierten Arbeitswelt gerecht wird.
Werbewoche: Die Klubschule Migros bietet eine neue Angebotspalette. Warum genau jetzt?
Ursula Brunner: Die strukturellen Veränderungen diverser Branchen durch die Digitalisierung waren für uns der Auslöser, unser Angebot zu hinterfragen. Was bieten wir an und wie tragen wir dazu bei, dass sich Berufstätige in der Klubschule Migros gezielt für den Wandel fit machen können? Die digitale Transformation ist kein vorübergehendes Phänomen. Sie betrifft die gesamte Gesellschaft und die Arbeitswelt im Speziellen. Der Wandel erfasst ganze Berufsbereiche, und die Anforderungen in der Arbeitswelt ändern sich laufend.
Das Angebot heisst «Digital Business». Was soll man sich darunter vorstellen?
Wolf Kammerlander: Digital Business ist kein geschützter Begriff, man kann vieles darunter verstehen. Die grosse Klammer ist die Verbindung wirtschaftlicher und technologischer Kompetenzen. Unser Ziel ist es, dem Ganzen ein Profil zu geben. Die Angebote haben wir innerhalb der Themenfelder Digital Marketing, Digital Design, Digital Collaboration über Digital Technologies und Digital Process geordnet. Kursteilnehmende sollen sich bei uns digital so weiterbilden, dass sie in ihrem Berufsalltag auch in Zukunft erfolgreich sind.
Brunner: Das Wort Business steht für uns ganz klar für die Berufsbezogenheit. Es geht hier um die beruflichen Kompetenzen und deren Weiterentwicklung. Der Begriff Digital auf der anderen Seite betrifft die ganzen technologischen Entwicklungen. Die Digitalisierung führt zu neuen Möglichkeiten und fordert neue Fähigkeiten. Berufstätige sind zunehmend mit neuen Arbeitsprozessen konfrontiert. Die Anwendung der neuen Technologien muss erlernt werden.
Wie sieht die neue Angebotspalette aus – welche Ausbildungsstruktur wird angeboten?
Kammerlander: Wir bieten eine Vielzahl von neuen Weiterbildungen im Bereich Digital Business an. Das Angebot reicht von Lehrgängen und Aufbaukursen bis hin zu kürzeren Einheiten und Einführungskursen. Auf der Website Klubschule.ch/digitalbusiness haben wir die gesamte Angebotspalette übersichtlich dargestellt.
Wie werden sich die neuen Weiterbildungsmöglichkeiten noch verändern?
Kammerlander: Aktuell analysieren wir, was wir bereits im Bereich Digital Business anbieten, und wo wir die Bedürfnisse noch besser abdecken können. Dies findet in unseren Angebotsbereichen «Management & Wirtschaft» sowie «Informatik & Neue Medien » statt. Bei «Informatik & Neue Medien» drehen sich die erweiterten Angebote vor allem um Technologie etwa um Tools oder Applikationen. Der Bereich «Management & Wirtschaft» deckt das Angebot hinsichtlich Kompetenzen und Prozessen ab.
Brunner: Die Schnittstellen zwischen den Angebotsbereichen «Informatik & Neue Medien» sowie «Management & Wirtschaft» waren eigentlich der Startpunkt der ganzen Veränderung. Diese beiden Abteilungen überschneiden sich immer mehr. Seit der Webdesign-Lehrgang von Wolf Kammerlander und Online-Marketing-Lehrgang von mir betreut werden, wurde uns dies immer stärker bewusst. Anstatt die Angebote an diesen Schnittstellen jeweils einer der beiden Abteilungen zuzuteilen, haben wir ein Gefäss geschaffen, das diese verschiedenen Kompetenzbereiche abdeckt.
Kammerlander: Es geht vermehrt um Themenfelder wie Digitales Marketing oder Design. Auf Klubschule. ch/digitalbusiness ist dies gut erkennbar. Es kommen auch laufend neue Ideen hinzu, die wir prüfen. Alle Angebote werden jedoch in die bereits genannten sechs Themenfelder eingeordnet.
Wohin solls mit der Angebotspalette Digital Business konkret gehen?
Kammerlander: Wir sind daran, bereichsübergreifend Angebote zu lancieren und dem Kundenbedürfnis anzupassen. Wir wollen unsere Kunden mit Kompetenzen ausstatten, sodass sie auf die kommenden Anforderungen vorbereitetet sind und ihren Berufsalltag bewältigen können. Schon im Privaten werden oft mehrere Geräte, etwa ein Smartphone und ein Laptop genutzt. Hier braucht es zum Beispiel Hilfestellungen für die Synchronisation. In einem Unternehmen gilt es weitere Aspekte wie die Datensicherheit zu berücksichtigen.
National oder international anerkannte Diplome stehen bei der Klubschule Migros nicht im Vordergrund. Ist dies beim neuen Ausbildungsangebot auch so?
Brunner: Im Marketingbereich haben viele Mitarbeitende bereits einen Fachtitel. Bei Digital Business geht es um die Frage, wie die digitalen Möglichkeiten im eigenen Umfeld sinnvoll anzuwenden sind: Was passt zu meiner Strategie, zu meinen Zielen und zu meiner Zielgruppe? Hierfür steht ein Diplom weniger im Vordergrund als vielmehr die Berufspraxis. Es ist uns sehr wichtig, die Kunden zur direkten Anwendung zu befähigen.
Kammerlander: Einerseits bieten wir Anwenderkurse und Grundlagenkurse an. Aber auch Fortsetzungskurse und Lehrgänge, die mit DIPLOMA – dem schweizweit anerkannten Abschluss der Klubschule Migros – abgeschlossen werden, stehen zur Auswahl. Die Palette ist also relativ breit gefächert, was den Ausbildungsstand anbelangt. Aber grundsätzlich soll der Kunde berufsbezogene Kompetenzen erwerben, die er direkt anwenden kann. Absolventen eines E-Publishing-Kurses sind natürlich noch nicht Grafiker, dafür aber in der Lage, Briefschaften den grafischen Standards entsprechend zu gestalten. Aber auch als Grafiker lernt man nie aus. Nur schon das Programm Adobe Photoshop ändert sich laufend. Das Wissen muss ständig weiterentwickelt werden. Wir überlegen auch bereits, wie wir den ganzen Bereich E-Commerce abdecken. Zukünftig werden vermehrt Privatpersonen als Kleinunternehmer ihre eigenen Ideen umsetzen wollen und ihre Produkte online anbieten. Hinzu kommen diejenigen Arbeitstätigen, die schon länger in ihrem Berufsfeld sind und plötzlich merken, dass sie mit neuen digitalen Strukturen und Prozessen konfrontiert sind. Digital Business soll am Puls der Zeit sein. Unsere Angebotspalette ist flexibel und ausbaufähig. Angesichts unserer schweizweit 50 Standorte werden wir Ausbildungen selbstverständlich auch nach den regionalen Bedürfnissen ausrichten.
Was sind die Vorteile einer solchen Ausbildungspalette?
Brunner: Unsere Dozenten stehen alle selber im Berufsleben und können so Erfahrungen direkt aus der entsprechenden Branche mitbringen. Dass sie direkt Know-how aus der Praxis erhalten, stellt für unsere Teilnehmenden einen grossen Nutzen dar. Hinzu kommt der Austausch mit anderen Berufstätigen während der Weiterbildung. Wir sehen das aktuell im Lehrgang Content Marketing, der letzten Herbst angelaufen ist. Unsere Kunden schätzen diesen Austausch sehr – dies umso mehr, wenn sie aus verschiedenen Branchen kommen und dann doch mit ähnlichen Problematiken und Strukturen konfrontiert sind. Ich erlebe das selber in meiner Weiterbildung: Es sind nicht nur die Dozenten, die Wissen vermitteln, sondern oftmals auch die Teilnehmenden untereinander. Den Praxistransfer werden wir auf jeden Fall weiter verbessern und ausbauen. Das ist auch ein persönliches Anliegen von mir. Auf keinen Fall soll lediglich Theorie vermittelt werden. Unsere Kunden sollen bei uns die Anwendung lernen und das Gelernte direkt in ihrem Arbeitsalltag umsetzen.
Kammerlander: Wir bieten zukünftig garantiert nicht nur Lehrgänge an, die zwischen 50 und 150 Lektionen beinhalten. Es gilt, grundlegende Problematiken des Digitalen in einem Unternehmen herauszufiltern und diese spezifisch in einzelnen Kursen – teilweise auch in kürzeren Einheiten – anzugehen. So stellen wir vielleicht in einem Kurs die spezifischen Möglichkeiten und Fragestellungen vor, ohne dabei in die Tiefe zu gehen. Ein Beispiel hierfür wäre etwa die Cloud. In einem Aufbaukurs stellen wir die verschiedenen Möglichkeiten vor. Fähigkeiten im Umgang mit den daraufhin gewählten Tools können in weiteren Vertiefungskursen je nach Interesse ausgebaut werden. Viele Leute lernen gerne und viel. Oftmals ist man als Berufstätiger aber auch froh, durch kompakte Weiterbildungsformate neue Perspektiven zu bekommen … Das bietet die Möglichkeit, daraufhin selber zu entscheiden, welche Vertiefung man wählen will. Dies kann dann auch auf anderen Wegen geschehen.
Der digitale Markt wird von Tools und Software- Angeboten überschwemmt. Auf welche Tools fokussiert Digital Business, und arbeiten Sie hierbei auch mit Agenturen zusammen?
Brunner: Wir bieten einige Ausbildungen in Zusammenarbeit mit Agenturen an. Unsere Seminare zu Facebook-Marketing werden von Spezialisten der Hutter Consult GmbH durchgeführt. Die Kurse zu Google AdWords führen wir in Zu-sammenarbeit mit der Agentur Webrepublic durch. Bei längeren Weiterbildungen wie beispielsweise dem Online- Marketing-Manager, bei dem verschiedene Dozenten und Dozentinnen zum Einsatz kommen, lassen wir die Qualität unserer Weiterbildung durch den Branchenverband IAB (Vertreterin der digitalen Werbebranche) überprüfen und zertifizieren.
Kammerlander: Neben der Zusammenarbeit mit Branchenverbänden haben wir auch Kooperationen mit Swisscom und Hostpoint. So können wir Synergien nutzen. Wir pflegen auch mit grossen Produkteherstellern wie Adobe Kooperationen. Hier haben wir für unsere Kursteilnehmer gute Lizenzangebote zu günstigen Konditionen. Ich halte es für ungemein wichtig, dass wir unseren Kunden diverse Tools auch zur Verfügung stellen können. Auch für spezifische Tools sind wir grundsätzlich offen. Wir wollen ja nicht das Rad neu erfinden, sondern gewissen Trends nachgehen. Wenn viele Kunden daran interessiert sind, nehmen wir das auch gern auf. Dabei gilt es jedoch klar zu unterscheiden, ob ein Trend eine gewisse Beständigkeit hat oder ob er nach einigen Monaten schon wieder von der Bildfläche verschwunden ist. Die Selektion fällt nicht immer leicht. Wir sind mit unserer Angebotspalette Digital Business in einem stetigen Entwicklungsprozess und ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Interview: Ursina Maurer
Neue Möglichkeiten im Job wahrnehmen
Seit Herbst letzten Jahres bietet die Klubschule Migros zwei neue Lehrgänge an. Der Content-Marketing-Lehrgang befähigt die Teilnehmenden zu neuen Kommunikationsstrategien als Ergänzung oder Weiterentwicklung von klassischen Werbemassnahmen. Auch Unternehmen mit kleineren Budgets können bei einer konsequenten Umsetzung dieser Strategien erfolgreich werben. Der Lehrgang «Desktop Publisher mit DIPLOMA» vermittelt nicht nur profundes Fachwissen in grafischer Gestaltung, sondern auch den Umgang mit den erforderlichen Computerprogrammen Adobe Photoshop, In-Design und Illustrator. Die beiden Lehrgänge zeigen exem- plarisch, wie durch das praxisorientierte Lernen Kompetenzen für das digitalisierte Arbeiten erlangt werden. Weitere Ausbildungen vermitteln ebenso umsetzungsorientiert Fachwissen in Webdesign, AdWords-Kampagnen, Suchmaschinenoptimierung oder Arbeiten in der Cloud. Die Seite klubschule.ch/digitalbusiness bietet Orientierungshilfe. Nach Rubriken und nach Lerninhalten geordnet, lässt sich aus der Angebotsübersicht von Digital Business die passende Ausbildung finden. Die Angebote sind unterteilt in Digital Marketing, Digital Design, Digital Collaboration, Digital Technologies und Digital Process.