Anlass für den Abschluss der Kooperation gab das Problemthema Minibar: «Ich habe sowohl als Gast als auch als Mitarbeiter in vielen Hotels festgestellt, dass die Minibar ein unglückliches Produkt ist», erklärt Vogel. «Das Unangenehmste für den Gast ist die Frage beim Check-out: ‹Hatten Sie etwas aus der Minibar?› Er fühlt sich wie ein Verbrecher, meist zu Unrecht. Trotzdem wird oft mehr aus der Bar getrunken, als angegeben wird, Schnapsfläschchen werden mit Wasser wieder auf- gefüllt und viele Produkte werden zwar erwartet, aber gar nicht konsumiert, und müssen Ende der Saison fortgeworfen werden. Kurz: Die Minibar ist in der Regel ein Verlustgeschäft.» Aus diesem Grund wollte Vogel zunächst alle Minibars aus den Zimmern des Märchenhotels entfernen lassen – aber ein Familienhotel ohne Kühlmöglichkeit im Zimmer? Auch keine gute Idee. «Also haben wir uns ein neues Minibarkonzept einfallen lassen», sagt Vogel. «Wir haben alle Schnäpse, Säfte und Snacks entfernt und bieten nur noch Elmer Mineral ‹mit und ohne› sowie Elmer Citro an. Die Getränke sind für unsere Gäste kostenlos. Unsere neue Elmer- Minibar stellen wir jedem Gast bei seiner Ankunft vor und machen darauf aufmerksam, dass Elmer unser lokales Getränk ist, dessen Wasser nur gerade ein paar Kilometer von hier entspringt. Das erzeugt natürlich eine viel grössere Wertschätzung für das Produkt, als wenn der Gast denkt, es sei einfach irgendein Wasser.» In den Hotelzimmern weisen ein Kleber auf der Minibartür, ein Flyer und ein Flaschenöffner auf die Kooperation des Hotels mit dem Getränkelieferanten hin, der Flyer informiert ausserdem über die Geschichte der alpinen Elmer-St.-Martins-Quellen, die oberhalb von Elm tief im Berginnern entspringen. Alle Elmer-Getränke werden im Hotel auch in Elmer-Gläsern serviert, die Marke ist also stilvoll präsent, ohne penetrant zu wirken. Auch am Buffet und im Restaurant werden Elmer Citro und Elmer Mineral ausgeschenkt, ausserdem stehen die mit Elmer gemixten Begrüssungsdrinks sowie alle anderen Ramseier-Produkte wie Ramseier-Süessmost, Apfelschorle und Suure Moscht sowie Sinalco Original und Cola auf der Getränkekarte. «Vor allem aber wollen wir Elmer Citro wieder in den Köpfen unserer Gäste platzieren», sagt Vogel. «Die Marke hat eine tolle Tradition. Früher gehörte sie zum Kindsein, zu jeder Schulreise dazu, heute hat ‹s Citro› leider etwas an Bedeutung verloren. Aber vielleicht können wir die Erinnerung unserer Gäste ein wenig auffrischen.»
65 bis 70 Prozent der Märchenhotel-Gäste sind Bewohner der Schweiz. Die Chance, dass einige der Abreisenden das «Feriengetränk» auch zuhause mal wieder kaufen, ist deshalb gross – vor allem, wenn sich die Kids positiv an «das feine Citro» erinnern. Ein solcher Anschub für die Marke Elmer wäre sehr willkommen.
Werbung und Product-Placement mal zwei
«Die Kooperation mit dem Märchenhotel ist für uns eine ideale Plattform, um die Zielgruppe von Elmer Citro, die Schweizer Familie, in einer positiven Atmosphäre anzusprechen», betont Marco Imfeld, Leiter Marketing und Verkauf von Ramseier Suisse. «Wir sind überzeugt davon, dass diese Kooperation für Elmer einen positiven Marken- Foto: Keystone Fotos: Keystone w transfer erzeugt. Denn wir können unsere Konsumenten im Ferienumfeld viel stärker auf der emotionalen Ebene abholen und viel eher positive Erlebnisse schaffen als mit klassischer Werbung. Vor allem wird unsere Wirkung im Märchenhotel nicht von anderen, in der Regel internationalen Softgetränkeherstellern torpediert – was der Fall wäre, wenn wir zum Beispiel einen TV-Spot schalten würden.»
Nicht zuletzt deshalb war es für Patric Vogel ein Leichtes, die Verantwortlichen von Ramseier Suisse für eine Zusammenarbeit zu begeistern. Vogel: «Ich habe Ramseier gefragt, ob sie Interesse an einer starken Partnerschaft haben, durch die das Märchenhotel zum ersten Elmer-Citro-Hotel der Schweiz wird – Citro deshalb, weil unser Fokus ja auf Kindern und Familien liegt. Daraufhin haben wir einen gegenseitigen Austausch von Leistungen vereinbart, zunächst einmal für drei Jahre.» Ramseier als Besitzer der Elmer-St.-Martins-Quellen sponsert teilweise die für die Gäste kostenlosen Minibargetränke, dafür darf das Unternehmen das Märchenhotel für seine Werbung und Promotionen von Elmer Citro einsetzen. Beim aktuellen Fotowettbewerb von Elmer Citro beispielsweise winkt als erster Preis ein einwöchiger Aufenthalt im Märchenhotel Braunwald. Anfang Juli weihte die langjährige Markenbotschafterin von Elmer Citro, die Elmer Ex-Skirennfahrerin Vreni Schneider, den Zwerg-Bartli- Kinderwanderweg in Braunwald ein, das Märchenhotel wiederum verleiht an seine Gäste Elmer-Rucksäcke zum Wandern. Weitere Ideen, die Ziele beider Unternehmen miteinander zu verzahnen, warten bereits auf ihre Umsetzung.
«Einerseits ist unsere Zusammenarbeit sehr lokal aufs Glarnerland fokussiert», sagt Elmer-Marketer Marco Imfeld. «Andererseits können wir das Märchenhotel in unsere schweizweite Kommunikation integrieren, wie bei der aktuellen Promotion, die wir in regionalen Medien im Grossraum zwischen Zürich und Glarnerland sowie in der nationalen Handelskommunikation bewerben. Weil jeder den Partner einbaut, wo immer es möglich ist, ergibt sich eine optimale Symbiose.» Eine gemeinsame nationale Werbekampagne des Märchenhotels mit Elmer ist allerdings nicht geplant.
Marketing is always
Patric Vogel hat Betriebsökonomie, Banking und Finance studiert, sieben Jahre in der Bankbranche gearbeitet und schliesslich noch ein Nachdiplomstudium Hotelmanagement angeschlossen. Er war für Marketing, Events und Sales des Hotels Giardino in Ascona sowie des Hotels Montana in Luzern verantwortlich. Dass Vogel Marketing im Blut hat, belegt nicht nur die Kooperation, die er mit Elmer Citro auf die Beine gestellt hat. Der junge Hotelunternehmer schnürte auch mehrere attraktive Ferienpackages und rief seine Gäste dazu auf, ihn und seine zukünftige Frau Nadja als neues Leitungsteam des Märchenhotels «in ihrer Probezeit» zu bewerten. Eine Aktion, die dem jungen Paar viele Sympathien sicherte – und eine dreistellige Zahl verkaufter Packages. Durch die altehrwürdigen Flure des Märchenhotels, das Patric Vogel erst im Mai von seinem Vater übernommen hatte, weht also bereits jetzt ein frischer Wind. Der Generationenwechsel im Märchenhotel war für viele Getränkelieferanten Anlass, Patric Vogel mit Kooperationsangeboten zu bestürmen. Warum hat er sich ausgerechnet für eine Kooperation mit Elmer entschieden? Ganz einfach: Der junge Hotelier wollte mit einem regional verwurzelten Unternehmen zusammenarbeiten. Und da Braunwald und Elm seit diesem Jahr beide zur Gemeinde Glarus Süd gehören, drängte sich Ramseier Suisse als Partner geradezu auf. «Braunwald und Elm haben ein eigenes Wasser», sagt Vogel. «Und ich fand, dass wir daraus unbedingt eine gemeinsame Geschichte machen müssten.» Auch ins Kommunikationskonzept von Ramseier passt die Zusammenarbeit perfekt. Imfeld: «Wir suchen für Elmer Citro bewusst spezielle, regionale Aktivitäten, die von der Zielgruppe eher wahrgenommen werden als ein Auftritt in den Massenmedien. Dort gehen wir im Konkurrenzkampf mit den internationalen Softdrink-Multis mit dieser Familienmarke unter. Das Märchenhotel passt gut zu uns, weil es nicht einfach irgendein Hotel ist, sondern sich durch sein konsequentes Gesamtkonzept von der Masse abhebt.» Vogel und Imfeld werden nun die nächsten drei Jahre beobachten, wie die Zusammenarbeit läuft und ob sie sich für beide Seiten auszahlt. Aber bereits jetzt sind beide zuversichtlich, dass der Vertrag 2013 verlängert werden wird.
Anne-Friederike Heinrich
In Kürze
Das ehemalige Hotel Bellevue Braunwald, heute besser bekannt als Märchenhotel Braunwald, steht seit bald 40 Jahren für entspannte Familienferien vor dem herrlichem Bergpanorama des Ortstocks, des Braunwalder Hausbergs. 1907 wurde das ehrwürdige Haus als Grandhotel erbaut, gleichzeitig mit der Standseilbahn Braunwald. 1972 drohte dem Gebäude der Abriss. Patric Vogels Grossvater, Hotelier und Vater von drei Söhnen im Hotelfach, kaufte das Haus und eröffnete das Hotel Bellevue Braunwald. 1975 übergab er es seinem erst 27-jährigen Sohn Martin Vogel, der im Laufe der Jahre die Marke «Märchenhotel » prägte – als Märchenonkel für die jüngsten Gäste. Vogel senior führte das Hotel gemeinsam mit seiner Frau Lydia bis Mai dieses Jahres, dann übergab er die Leitung seinem Sohn Patric (31), der im Hotel aufgewachsen ist. Gemeinsam mit seiner zukünftigen Frau Nadja Bänziger (33) und den rund 30 Mitarbeitern will Patric Vogel die Marke Märchenhotel in neue Zeiten führen. Kürzlich wurde das Märchenhotel bei Karl Wilds renommiertem Hotelrating in der SonntagsZeitung als zweitbestes Familienhotel der Schweiz ausgezeichnet. www.maerchenhotel.ch
Elmer gehört zur Ramseier Suisse AG, der führenden Schweizer Produzentin von Obst- und Fruchtsaftgetränken. Das Unternehmen hat Produktionsstandorte in Sursee, Hochdorf, Kiesen und Elm. Neben Elmer Citro und Elmer Mineral führt Ramseier Suisse die Marken Ramseier und Sinalco. Ausserdem produziert Ramseier Suisse diverse Getränke für den Schweizer Detailhandel sowie für internationale Grosskonzerne. Das Wasser von Elmer Citro und Elmer Mineral stammt aus den alpinen St.-Martins- Quellen, die oberhalb von Elm tief im Berginnern liegen und Ramseier gehören. Die Region «Tektonikarena Sardona» und die Quellen wurden 2008 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.
www.elmer-citro.ch, www.ramseier-suisse.ch