P-Forum zum Thema «Multichannel-Publishing»
Am Donnerstag fand in der Zürcher Kino Arena Filmcity das 17. P-Forum zum Thema «Multichannel-Publishing» statt. Der diesjährige Publicitas-Branchenevent stand ganz im Zeichen des Medienwandels und Einflusses der Online-Technologie auf die Medien- und Werbeindustrie.
Beat Roeschlin, CEO von Publicitas, eröffnete den Branchenevent und begrüsste die über 300 Teilnehmenden aus der Medien- und Werbebranche mit den Worten: «Die Technologie wird zunehmend zum Taktgeber der Medienindustrie. Eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten entstehen, um die Nutzer wo immer, wann immer und wie immer zu erreichen».
Andreas von Buchwaldt, Partner OC&C Strategy Consultants Düsseldorf, ein auf die Medienbranche spezialisiertes Beratungsunternehmen, sieht im Bereich «Multichannel-Publishing» klare Wachstumschancen, wobei vor allem die mobile Internetnutzung ein wichtiger Treiber sein wird. Aus Sicht des grössten Schweizer Medienunternehmens Ringier und dessen CEO Marc Walder ist «Multichannel-Publishing» eine Gelegenheit, sich auf den unterschiedlichsten Kanälen mit unterschiedlichen Inhalten einer Vielfalt von Nutzern zu präsentieren. Für ihn liegt ein Problem in einer nach wie vor ungenügenden Mediennutzungsforschung, die heute die effektiven und aktuellen digitalen Gegebenheiten nicht korrekt abbilden kann. Ueli Weber, Chief Operating Officer von Publimedia, teilt diese Meinung und unterstrich, dass dieses Problem vor allem in der Schweiz sehr virulent sei.
Die Ansichten eines internationalen Medienhauses vertrat Matt Gilbert, Head of Business Development beim englischen Medienhaus The Guardian. In der digitalen Welt gälte es durch das intelligente Setzen von Themenschwerpunkten, die Bedürfnisse der Mediennutzer konsequent zu erkennen und diese vermehrt in der Berichterstattung mittels Blogs oder Twitter miteinzubeziehen. Die richtigen Kooperationsmodelle zu finden, sei dabei äussert wichtig, so arbeitet The Guardian mit über 200 Bloggern zusammen. Xavier Ferguson, CEO Consenda, argumentierte, dass auch die lokalen Kleinverlage ihre redaktionellen Inhalte vermehrt digital vertreiben müssten, um für sämtliche Zielgruppen relevant zu bleiben und dem verändernden Mediennutzungsverhalten gerecht zu werden.
Zum Schluss diskutierte Stephan Klapproth, Moderator «10vor10», mit den Referenten und weiteren Branchenvertretern über verschiedene Fragestellungen: Bezahlt oder gratis, Kooperation oder Alleingang, welche Strategie wird sich durchsetzen? Die Branchenvertreter waren sich einig, dass es keine Strategie gäbe, die für alle gleichermassen funktionieren würde. Jeder Akteur muss seinen eigenen Ansatz finden, der seinem Zielpublikum und seiner spezifischen Ausrichtung gerecht wird. Einig war man sich, dass die Branche im Sinne eines «Frienemy» – respektive «Coopetition» -Ansatzes zusammenarbeiten müsse. «Friend» und gleichzeitig «Enemy», «Cooperation» und «Competition» seien Ansätze, um die Herausforderungen der Zukunft im Interesse aller Marktteilnehmer konstruktiv anzupacken.







