Das sind die Gewinner vom Edi.11

Am Donnerstagabend wurden im Schiffbau Zürich die Preise für die besten Schweizer Werbe- und Auftragsfilme verliehen.

Die Swissfilm Association «ist glücklich», dass es auch im zwölften Wettbewerb unter dem Patronat des Eidgenössischen Departements des Innern viele qualitativ herausragende Produktionen gab, «die auch dem internationalen Vergleich standhalten ». Von den rund 250 eingereichten Arbeiten in vier Kategorien schafften es 64 Filme in die Shortlist. 18 Werke wurden mit einem Preis ausgezeichnet. Die Produktionen wurden von fünf unabhängigen Jurys mit Fachpersonen aus den Sparten Film, Auftraggeber und Werbebranche bewertet. Die Siegerfilme mit den Credits der beteiligten Agenturen, Filmleute und Kreativen sind auf www.edinet.ch zu sehen. In dieser Printausgabe der Werbewoche zeigen wir die sechs Commercials, die mit einem Edi ausgezeichnet worden sind.

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Solo für die Single-Queen

Das Online-Business hat sie in der Geschäftsführung von Yahoo! gelernt, und als ehemalige Chefin des TV-Senders Viva weiss sie, wo die Musik spielt. Seit 2008 ist Martina Bruder CEO von FriendScout24. Das exklusive Interview über Kampagnen, Schweizer Agenturen und Kooperationen.

WW: Im September hat FriendScout24 erstmals in der Schweiz eine TV-Kampagne gestartet. Warum erst jetzt, sechs Jahre nach Gründung des Schweizer Ablegers?
Martina Bruder:
Wir treten nicht erstmals im Schweizer Fernsehen auf. FriendScout24 sponsert seit vier Jahren erfolgreich die Serien «Joya rennt» und «Super Single». Jetzt gehen wir einen anderen, einen direkteren Weg. Mit unserer neuen Kampagne gelingt es, unsere Botschaften noch pointierter und emotionaler zu präsentieren. Andere Anbieter versuchen, sich wissenschaftlich fundiert zu positionieren, oder sie lassen ein Pärchen Sprüche aufsagen. Wir sagen in unserem Spot gar nichts. Wir zeigen einfach den schönsten und emotionalsten Moment der Liebe, den Kuss. Bei FriendScout 24 geht es um das Lebensgefühl, die Leichtigkeit und die pure Freude.

Warum haben Sie für die TV-Kampagne keine Schweizer Agentur beauftragt?
Unser TV-Sponsoring in Zusammenarbeit mit Mediafisch unterstreicht, dass wir die kreative Arbeit der Schweizer Agenturen kennen und schätzen. Zunächst war unsere Kampagne «Küssen kann man nicht alleine» nur für Deutschland bestimmt. Weil der Spot aber so gut ankam und überdies unser Kooperationspartner Max Raabe auch durch die Schweiz tourt, hat ihn unsere Agentur Kolle Rebbe für die Schweiz adaptiert.

«Küssen kann man nicht alleine» hat in Deutschland ein zweistelliges Millionenbudget. Andere Online-Vermittler treten massiver auf, auch in der Schweizer. Warum so schüchtern?
Quantität ist nicht gleich Qualität. Unser Spotbudget liegt in der Schweiz im einstelligen Millionenbereich. Ausserdem waren wir schon im Schweizer TV, als unsere Mitbewerber noch gar nicht daran dachten. Wir setzen auf Kontinuität. FriendScout24 ist damit auch in der Schweiz zum Marktführer geworden und zu einer anerkannten Institution.

Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Bei der Awareness liegt die Swisscom-Kampagne von Saatchi & Saatchi vor der Manor- Yes-or-No-Anzeige von Rod Kommunikation und der Anzeige für die Post der Werbeagentur Wirz. Die Anzeige für Gault Millau/ Guide Schweiz 2010 der Agentur KSB liegt beim Kriterium Uniqueness an der Spitze. Auf Platz 2 folgt die Anzeige für Happysystems der Werbeagentur Ammarkt. Auf Platz 3 folgt dann die Kampagne der Swisscom. Die Anzeige für die Post liegt beim Kriterium Brand Fit an der Spitze, gefolgt von Manors Yes or No und der Swisscom-Kampagne. Bei der Likeability gewinnt Happysytems vor Swisscom und Gault Millau.

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Ausgezeichnete Mitarbeiter-Info

Der Schweizerische Verband für interne Kommunikation (SVIK) vergleicht seit über 50 Jahren die Qualität der «Hauszeitungen». 29 Magazine wurden für den Wettbewerb 2011 eingereicht.

Die interne Kommunikation hat sich seit der guten alten «Hauszeitung» über den Newsletter bis zum Intranet nicht nur technisch ständig weiterentwickelt. Auch grafisch und journalistisch sind die Angebote den modernen Bedürfnissen angepasst worden. Wo früher noch eine kritiklose Lobhudelei des letzten Firmenausflugs abgefeiert wurde, finden sich heute in den Mitarbeiter-Publikationen wertvolle Dialoge zu Fragen rund um die betriebliche Zukunft, Jobsicherheit und Strategien des Unternehmens. Die Sprache dazu muss unterhalten und gleichzeitig informativ sein, damit das Heft nicht nur als Pflichtlektüre wahrgenommen wird. Diese Ansprüche spiegeln sich in der Qualität zahlreicher Magazine, die heute längst nicht mehr von «B-Journalisten» realisiert werden, wie an der Award-Verleihung des SVIK letzte Woche in Zürich festgestellt wurde. 19 praxisbestandene und neutrale Experten haben 29 Magazine «von höchstem professionellem Niveau» bewerten dürfen. Erstmals sind die Publikationen in zwei Kategorien analysiert worden: Publikationen «über» und solche «unter» 750 000 Franken Jahresbudget. In der «teuren» Kategorie sind nur drei Titel eingereicht worden. Alle sind aber von der Jury als preiswürdig eingestuft worden und das Magazin der Credit Suisse hat auch noch Bronze bei der Federation of European business communicators associations FEIEA gewonnen, die SBB-Zeitung sogar Gold. Im Bereich «Konzepte und Strategien» wurden in diesem Jahr keine Ideen eingereicht. Wagt man sich nicht in die Karten zu schauen oder hat man in den Chefetagen keinen Mut, sein Konzept beurteilen zu lassen? Zum Glück haben die fertigen Resultate schliesslich einen ganz anderen Eindruck hinterlassen können. pan

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Fans wollen ihren Roger «for ever»

Swiss Indoors hat das Publikum den «besten Tennisspieler aller Zeiten» wählen lassen. Das Konzept für die Online-Aktion haben Alex Schmid und Notch Interactive realisiert.

Mit einer viralen Voting-Kampagne liessen die Swiss Indoors den besten Tennisspieler aller Zeiten wählen. Das Konzept und die Realisation stammen vom Doppel Notch Interactive und Alex Schmid. Gemeinsam mit den Presenting Partnern Manor und Blick ist für den History-Award eine interaktive Online-Voting-Plattform mit exklusivem Video- und Bildmaterial aus dem Swiss-Indoors- Archiv lanciert worden, kombiniert mit Aktionen auf Facebook und in Print-Publikationen. Visuell im Zentrum stand eine dreidimensionale Trophäe aus den Namen der grössten Tennislegenden. Zwei Monate lang konnten Fans ihren Lieblingsspieler wählen und ein VIP-Package mit Award-Übergabe gewinnen. Am meisten Stimmen holte Roger Federer. In der Breite wurde die Kampagne crossmedial mit Inseraten, Online-Bannern und diversen Kundenbindungsmassnahmen der Partner beworben.

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Das Wahl-Prozedere als integriertes Konzept von Alex Schmid und Notch Interactive

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WW: Was war der Job von Alex Schmid bei diesem Wettbewerb?
Alex Schmid: Roger Brennwald von Basel Swiss Indoors hatte die Idee, am 1.11.11 im Rahmen seines Turniers den «besten Tennisspieler aller Zeiten» wählen zu lassen. Dazu brauchte er ein Setup mit Sponsoren, die das Projekt tragen. Als erster ist Manor eingestiegen. Wir sind die Agentur für Manor im Bereich des Kartengeschäfts. Somit ist uns die Rolle des Generalunternehmens für dieses integrierte Konzept übertragen worden. Als Projektleiter durften wir in Zusammenarbeit mit unserem Partner Notch Interactive die strategischen Grundlagen erarbeiten sowie die Erstellung eines integrierten Konzeptes. Zur Projektkoordination gehörte auch das Erarbeiten des Contents für das Voting-Tool, das Aufbereiten der Texte sowie ihre Übersetzungen.

Nach welchen Kriterien wurden die verschiedenen Partner gewählt?
Manor ist traditionell ein Sponsor der Basel Swiss Indoors und war damit gegeben. Es ging noch darum, einen Medienpartner zu suchen, um in der Breite sichtbar zu sein. Da war der Blick mit seiner Sport- Kompetenz ideal.

Was hat Notch Interactive beigetragen?
Notch Interactive hat die Kreation und Animation der Keyvisuals übernommen, welches auch als Trophäe am Award zum Einsatz kommt. Zudem erstellte Notch Interactive das Onlinekonzept, das Webdesign, die Mobile-Applikation, alle Spielervideos, die Inserate und Banner. Sie zeichneten also auch für die technische Umsetzung verantwortlich.

Wie zeigt sich der Erfolg?
Bis zum Schliessen der «elektronischen Urnen» zählten wir 38 000 Votes. Da Interessierte jeden Tag einmal abstimmen konnten, bedeutet das bei 12 000 Teilnehmern durchschnittlich 3,2 Votes pro Teilnehmer. Wer seine Stimme auf der Plattform abgegeben hat, bekam von uns ein Bestätigungsmail. Daran war als PDF ein Bon für 10 Franken angehängt, den man ausdrucken und bei Manor einlösen konnte. Diese Bons haben am POS bis jetzt rund 100 000 Franken Umsatz generiert. Das entspricht einer Einlösequote von 2 Prozent, was im Vergleich zu anderen solchen Aktionen als sehr erfolgreich zu werten ist.

Wo war man überrascht, enttäuscht?
Wir haben den Kunden die Wahl gegeben, ihre Stimme entweder über E-Mail oder Facebook Connect abzugeben. Erstaunlicherweise erfolgten die meisten Stimmabgaben über den E-Mail-Kanal und sehr wenig über Facebook. Relativierend muss man anfügen, dass dieser Kanal nicht aktiv beworben wurde, sondern nur zur Verfügung gestellt. Facebook- Ads hätten sicher geholfen, den eher tiefen Wert der Facebook-Teilnahme zu steigern.

Was waren Knacknüsse und wie wurden sie gemeistert?
Wir haben mit drei grossen Partnern gearbeitet: Basel Swiss Indoors mit Roger Brennwald, Manor mit Bertrand Jungo und Marc Walder bei Ringier. Es war eine Herausforderung, diese drei Partner in einem ziemlich sportlichen Zeitplan immer auf dem Laufenden bezüglich der Entwicklung des Projektes zu halten und die Freigaben abzuholen. Auf der anderen Seite lebte die Voting-Plattform ja von einem spannenden Content. Diesen mussten wir in Archivaufnahmen finden, die in der History des Tennis relativ weit zurückgehen. Wir reden da bei den ältesten Spielern von Schwarz-Weiss-Fotos, die buchstäblich aus den Fotoalben herausgetrennt und dann technisch bearbeitet werden mussten. Dazu galt es, die Rechte zahlreicher Videos einzuholen, um sie auf die Website stellen zu können. Aus diesem Material hat Notch Interactive sehr schöne Dokumente zusammengeschnitten.

Was hat die Aktion den einzelnen Partnern gebracht?
Manor hat bestimmt profitiert vom Store-Traffic und vom Umsatz durch die Bons, die man als Dankeschön für seine Stimme in einer Manor-Filiale einlösen konnte. Beim Blick war es ein Mehrnutzen für den Leser. Für potenzielle Abonnenten gab es ein Schnupper-Abo, das rege genutzt wurde.

Interview: Andreas Panzeri
 

Xentran Communications: Newsletter für Alfa Romeo gestaltet

Xentran Communications hat das Template für den neuen Alfa Romeo Newsletter gestaltet. Dieses Template kann nun für jeden Alfa Romeo Newsletter verwendet werden, es muss lediglich noch der Text hinzugefügt werden.  

Xentran hat das Template für eine deutsche, italienische und eine französische Version erstellt. Die Verantwortlichen von Alfa Romeo werden zusätzlich das xNewsletter Tool von Xentran zum Versenden ihrer Newsletter in Anspruch nehmen. Mit der Nutzung des Tools profitieren die Verantwortlichen von Alfa Romeo von einem Newsletter System, welches das Abfüllen und Verschicken der Newsletter vereinfacht, so die Agentur. Im Tool selbst können die einzelnen Newsletter dann auch gleich ausgewertet werden.

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Aufgespiesst: Verkorkst

Werbewoche-Redaktorin Simone Fankhauser über «Reklame» für Damenhygiene-Produkte.

Neulich auf der Heimreise im Bus entspannte ich meinen Geist beim Schmökern in «Friday» von 20 Minuten. So erfuhr ich also, dass Schuhdesigner Walter Steiger vom Bundesamt für Kultur mit einem Preis geehrt wird, dass Abzeichen auf Jeansjacken (wieder) in sind und dass uns Kaffee wach macht. Schön, nächste Seite. Aha, die Models Nadine Strittmatter und Fabian Pfenninger präsentieren weiter hinten im Magazin die neueste Versace-for-H&MKollektion. Mein Blick schweift weiter. Und dann, auf der rechten Seite, an prominentester Stelle sozusagen, lacht sie mich an: Die, die «so flexibel ist wie mein Stil». Die, die dank ihren sanften, faltbaren Seiten in jedes Höschen passt und so dafür sorgt, dass ich «aus jedem Tag das Beste machen kann». Wow, ganz schön hohe Ansprüche an eine Slipeinlage. Damit die «flexiform» aus der Carefree-Familie ihr Können auch gleich unter Beweis stellen kann, haben die Marketingstrategen von Johnson & Johnson ein Sample beigelegt respektive geklebt. Das verdient meines Erachtens nochmals ein «Wow». Immerhin gleicht die Bewerbung von Damenhygiene- Produkten noch immer dem Gang durch ein Minenfeld.

Oder sollte man besser sagen, wieder? Es scheint, dass gerade in den Anfängen von Slipeinlagen und Tampons, die in den 1970er Jahren mit der Welle der sexuellen Revolution auch in die Regale gespült wurden, alle Beteiligten noch etwas unverkrampfter mit dem Thema umgingen. In den 80er Jahren beispielsweise traute man sich auf Anzeigen (siehe Vongestern.com) noch die Dinge beim Namen zu nennen. Da verkünden vier flotte Aerobic-Queens 1983, dass «die Anwendungshülse von Tampax viel hygienischer ist als ein Finger». Johnson & Johnson, ebenfalls Vertreiber der Marke «o.b.», preist 1985 die Vorteile des Produkts im Inserattext unter anderem damit, dass der Tampon an einer Stelle getragen werde, an der man ihn nichts spüre, «im mittleren Bereich der Scheide, wo kaum Empfindungsnerven sind». Für Carefree ihrerseits – übrigens eine der ersten Slipeinlagen überhaupt – wird am Beispiel der fiktiven Linda Vogt das Thema «Tage zwischen den Tagen» erörtert. Der Inserattext erklärt, dass viele Mädchen «an den Tagen zwischen den Tagen geringe Absonderungen haben». Ich gebe zu, «Absonderungen» ist nun auch nicht gerade eine geglückte Umschreibung von Ausfluss, wie die «Absonderungen » im Ärzte-Chargon genannt werden. Aber sie verdeutlicht immerhin, dass Frauen Slipeinlagen und Co. nicht einfach in ihre Unterwäsche kleben, weil sie deren Duft so mögen. Doch genau dieses Bild vermittelt die Werbung uns Frauen heute. Die schleichende Tabuisierung lässt sich sehr schön anhand der Slogans von Carefree verdeutlichen: «Der Wäscheschutz für jeden Tag», hiess es noch 1985.

Vier Jahre später gab man sich dann emanzipiert: «Vorrecht der Frau.» (Anmerkung der Redaktion: Gibt es Männer, die den Frauen das Vorrecht auf Slipeinlagen streitig machen wollen? Bitte melden!) Und dann, irgendwann in den darauffolgenden zehn Jahren kippte es: 1999 folgte «Feel free», 2005 «Feel fresh. Feel free. Carefree.» – ich kann mir ein Wow, für den originellen Reim kaum verkneifen –, 2007 «Jeden Tag frisch erleben!» und 2010 «Den ganzen Tag wie morgenfrisch».

Gehen wir nun davon aus, dass Hersteller von Damenhygiene-Produkten ihre Zielgruppe genau analysieren und wissen, wie sie diese impactstark ansprechen können. Dies würde bedeuten, dass das Verhältnis des weiblichen Geschlechts zum Thema Slipeinlage und Co. genau so verkorkst ist, wie die Werbebotschaften, die sie ansprechen sollen. Umso erstaunlicher, dass ein Unternehmen in einem trendigen Magazin, dass sowohl Männer wie Frauen anspricht, wirbt und dann noch mit einem Sample. Ich habe mich damals an jenem Freitag im Bus umgeschaut, ob vielleicht irgendeine der anwesenden Damen ihr Exemplar vorsichtig von der Seite ablöst und verstohlen in der Handtasche verschwinden lässt. Ich konnte aber nichts dergleichen entdecken. Vielleicht findet sich jene «Friday»-Ausgabe auch vielerorts bei den nächsten Altpapier-Sammlungen wieder, weil sich die Mehrheit der Mädchen und Frauen für den diskreten Weg entschieden haben, das Werbeversprechen der «flexiform» zu überprüfen. Ehrlich gesagt, wäre dies auch mein Plan gewesen. Dummerweise habe ich dann in geistiger Abwesenheit mein Magazinexemplar zwischen Bussitz und Wand geklemmt, wie ich das immer mache mit Gratiszeitungen.

 

Wie steht meine Website da?

Web-Analytics-Instrumente liefern interessante Daten. Doch es fehlen Vergleichswerte oder Benchmarks, die helfen, die Performance der Website zu beurteilen.

Google Analytics oder WebTrends liefern zwar interessante Daten zur Herkunft der Website- Besucher und deren Verhalten. Eine wichtige Frage beantworten uns diese Instrumente aber nicht: Wie sehen die erreichten Werte im Vergleich zu anderen Websites aus? Jetzt publiziert Google eine Studie zur Website-Nutzung, basierend auf der Analyse von Hunderttausenden von Websites weltweit.

Woher kommen die Besucher?
Im Vergleich zu 2010/2011 haben einzig die Suchmaschinen an Bedeutung als Traffic Driver gewonnen. Die Bedeutung von Kampagnen auf interna- tionalem Niveau ist im Vergleich zu unseren Schweizer Werten beachtlich. Das Resultat unserer nicht repräsentativen Analyse von Schweizer Websites ist eine massiv höhere Suchmaschinen-Relevanz, u. a. könnte der Grund da liegen, dass Schweizer Unternehmen lieber in AdWords als in Display-Werbung investieren.

Wie nutzen die Besucher die Website?
Die Analyse der Website-Nutzung zeigt weltweit rückläufige Werte. Ich interpretiere die Daten folgendermassen: Die Besucher erreichen die gesuchten Informationen immer gezielter und brauchen weniger lang zu suchen. Die Auswertung von Schweizer Websites zeigt signifikant tiefere Absprungraten und Verweildauer.

Durchschnittswerte Conversion Rate
Der Erfolg der meisten Websites basiert auf Aktionen (Bestellungen, Anfragen, Downloads), die mit der Conversion Rate (Umsetzungsrate) gemessen werden. Goolge hat die Zahlen für die Schweiz nicht ausgewertet. Darum müssen wir für die Schweiz von einem Wert zwischen Deutschland (1,0 %) und Österreich (2,1 %) ausgehen. Ein erster Schritt für das Benchmarking der Website ist getan. Ein Vergleich mit den Werten Ihrer Website lohnt sich auf jeden Fall, um den Hebel für die Maximierung des Besucherstroms sowie für die Website-Nutzung aufzudecken. Imre Sinka

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Nielsen: Studie zu den «Social Moms»

Nielsen hat kürzlich die Studie Women of Tomorrow veröffentlicht. Diese hob nicht nur den wachsenden Einfluss hervor, den Frauen auf Kaufentscheidungen haben, sondern sorgte auch für Einblicke in ihren Umgang mit sozialen Medien.  

Ein wesentliches Ergebnis dieser Forschungen zeigt, dass «Social Moms» (per Definition Frauen mit mindestens einem Kind, die sich aktiv in sozialen Netzwerken beteiligen) ziemlich einflussreich sind. Eine neue Studie von NM Incite und Nielsen bietet weiteren Kontext zu den Inhaltstrends, Einkaufsneigungen und dem gesamten Engagement der «Social Mom» in Social Media:

Die «Social Mom» greift gerne über mobile Endgeräte auf soziale Netzwerke zu. Fünfzig Prozent aller Mütter, die sich in Social Media engagieren, greifen über mobile Endgeräte auf diese Seiten zu, verglichen mit 39 Prozent aller Frauen und 37 Prozent der Gesamtbevölkerung allgemein. «Social Moms» sind in der Regel preisbewusst. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Gutscheine herunterladen, 56 Prozent höher als bei der allgemeinen Bevölkerung. Bei ihnen ist es auch wahrscheinlicher, dass sie online Kosmetik- und Schönheitsprodukte einkaufen, als andere Produktkategorien. Die Studie zeigt, dass 86 Prozent mit höherer Wahrscheinlichkeit online Kosmetik einkaufen als die allgemeine Bevölkerung; ausserdem kaufen sie auch Hautpflegeprodukte (85 Prozent), Haarpflegeprodukte (74 Prozent) und Düfte (68 Prozent).

«Social Moms»: Vorlieben und Abneigungen

Der wachsende Einfluss von Frauen ist zunehmend offensichtlich und desgleichen ihre Aktivität in Social Media, wie aus der Studie weiter hervorgeht. Bei Müttern, die sich aktiv mit Social Media beschäftigen, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein Fan einer Marke werden oder ihr online folgen, um 81 Prozent höher; die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Status aktualisieren, liegt um 86 Prozent höher und es ist um 84 Prozent wahrscheinlicher, dass sie Online-Inhalte kommentieren oder posten, als dies bei der allgemeinen Bevölkerung der Fall ist. Die Forschung zeigt zudem, dass Social Moms definitiv nicht schüchtern sind, wenn es darum geht, ihren Rat oder ihre Bewertung von Produkten mit anderen zu teilen. Bei diesem Segment liegt die Wahrscheinlichkeit, regelmässig Ratschläge zu den Themen Schönheit und Schönheitsprodukte zu teilen, um 85 Prozent höher als bei der allgemeinen Bevölkerung; die Wahrscheinlichkeit, regelmässig Ratschläge zum Thema Onlineshopping / E-Commerce zu geben, um 28 Prozent höher und die Wahrscheinlichkeit, eine Produktbewertung online zu posten, liegt um 6 Prozent höher.

 

Der Motz von Butz: Die heutige Werbung ist keine Werbung für die Werbung

Mit wenigen, aber wirklich wenigen Ausnahmen ist die Qualität der Werbung auf den Unternullwert abgesackt. Oder können Sie mir von einer kreativen, auffälligen und neuen Werbeidee erzählen? Von Theophil Butz.

Meine These: Einer der noch aktiven und wichtigen Werber, der auf Kunden- und Agenturseite tätig ist, hat mir auf die Frage «Wie geht es denn dem Werbe-Business?» geantwortet: «Früher hat es Freude gemacht, und wir haben gutes Geld verdient. Heute ist es mühsam, und wir verdienen nichts mehr.» Warum es finanziell nicht mehr stimmt, kann ich aus meiner Warte nicht beurteilen. Was aber den Plausch und die neuen kreativen Ideen anbetrifft, erlebe ich täglich. Inserate, Plakate, Radio- Spots, TV-Spots und alle diese E-mails sind zu 90 Prozent Schrott, also ineffektiv. Übrigens, so wie die penetrante SVP-Werbung, die mit den Stampfschuhen. Too much is too much. Das hat ja auch das Stimmvolk deutlich zum Ausdruck gebracht. Um gute, kreative Werbung zu machen, braucht es Mut, Kompromisslosigkeit und Humor. Fürchtet man, das Werbebudget zu verlieren, geht man Kompromisse ein und redet die drittbeste Lösung zur kreativen Superlösung schön, dann resultieren solche Kampagnen, die bei mir den Motz auslösen. Ich kann mir einen solchen Motz leisten, da ich kein Budget in dieser Grössenordnung zu verlieren habe. Ich denke aber, dass alle mehr Mut zu auffälligerer, witziger und kreativer Werbung aufbringen müssten.

Die unsäglichen Flyers, die in meinem Briefkasten und in meinem Mail-Konto landen, strotzen vor Langeweile, sind uninteressant und wecken auf keinen Fall Kaufgelüste. Dafür steht ja die Werbung. Wenn ich mir zum Beispiel einige Inserate aus dem vorletzten Tagi-Magazin genauer ansehe, kann ich nicht verstehen, wie man intelligente Produkte den nicht dummen Lesern so schlecht und unkreativ schmackhaft machen will. Auf Seite 2 konnte mir die Swiss Power Group Groupe Mutuel auch nach längerem Betrachten nicht klar machen, was die Message lautet. Auf Seite 9 versucht mich Lindt mit Passion und purer Leidenschaft erfolglos für ihr Produkt zu gewinnen. Mehrere Automarken wirken eher ideenlos und undifferenziert. Der Kalauer in der Headline des Mazda-Inserats ist Wegweiser für die Werbemisere. Und die geht so: «Jetzt einsteigen und lossparen» (siehe Bild). Haha. Meinen Motz zur Swisscom-Werbung auf Seite 43 bitte in der Werbewoche 18 lesen. Schon zwei Seiten weiter überzeugt mich Knorr, sicher nie so ein Bratensauce- Töpfli zu kaufen. Die Aktionitis-Inserate auf Seite 50/51 von Migros und Sunrise sind ein weiteres Musterbeispiel für die Kreations- und Gestaltungslosigkeit unserer Branche. Auf den nachfolgenden vier Seiten geht es nicht besser weiter. Dass die Werbung, so wie ich ihr heute begegne, keinen Spasse macht, verstehe ich. Und als Kunde würde ich für so viel Quatsch auch kein Geld bezahlen. Mein Aufsteller dieser Woche ist mein selbstgeschnitzter Halloween-Kürbis, dem das Lachen nicht vergangen ist (siehe Porträt):

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Theophil Butz, einst Starwerber (Zitat Ringier), heute Inspirator und jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

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TVO erhält definitive Konzession

Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Uvek hat dem Ostschweizer Fernsehen TVO heute nach dreijährigem Rekurs-Verfahren erneut die definitive Konzession zugesprochen. Bereits 2008 hatte TVO eine Konzession erhalten.

Der Mitbewerber Tele Säntis reichte daraufhin Beschwerde ein und das Bundesverwaltungsgericht entschied, dass die Frage einer möglichen Gefährdung der Meinungs- und Angebotsvielfalt vertieft abgeklärt werden müsse. Das Uvek hat diese Frage nun eingehend geprüft und kommt zum Schluss, dass in der Ostschweiz die Meinungs- und Angebotsvielfalt nicht gefährdet ist, wie es in einer TVO-Mitteilung heisst.

Es stützte sich dabei auf ein Gutachten der Wettbewerbskommission WEKO. Demnach hat die NZZ-Gruppe (NZZ, St. Galler Tagblatt, Radio FM1, Tele Ostschweiz) einzig im Radiowerbemarkt in der Ostschweiz eine beherrschende Stellung. Nach einer Prüfung diverser Hinweise auf einen möglichen Missbrauch dieser Stellung, kam das Uvek zum Schluss, dass keine Gefährdung der Meinungs- und Angebotsvielfalt vorliege.

Das unterlegene Tele Säntis kann den Entscheid des Uvek erneut beim Bundesverwaltungsgericht anfechten. Falls es sich herausstellen sollte, dass sich das UVEK wiederum nicht ausführlich zum Missbrauchsbegriff geäussert habe, werde Tele Säntis Beschwerde führen, schreibt Günter Heuberger, Geschäftsführer von Tele Top, in einer Medienmitteilung vom Donnerstagnachmittag.

Tele Ostschweiz verfügte bisher über eine provisorische Konzession. Noch nicht abgeschlossen sind zwei weitere Verfahren für UKW-Radiokonzessionen im Aargau und in der Südostschweiz. Auch hier hatte das Bundesverwaltungsgericht die Verfahren ans Uvek zurückgewiesen und nähere Abklärungen verlangt.

TVO plant Ausbau
Für TVO bringe der Entscheid in erster Linie Sicherheit bezüglich der zukünftigen Planung: Dank der mit der Konzession verbundenen Gebührenanteile würden Investitionen in Programm und Technik möglich. Sobald der heutige Entscheid rechtskräftig ist, will TVO den schon lange geplanten Ausbau seines Programms an die Hand nehmen. So sollen unter anderem auch am Wochenende News-Sendungen eingeführt werden und weitere neue Sendeformate sind geplant.

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