Schaffhauser Nachrichten neu mit digitaler Sonntagsausgabe

Am Sonntag, 6. November 2011 erscheint die erste digitale Sonntagsausgabe der Schaffhauser Nachrichten - zuerst auf dem iPad und später auf weiteren Tabletcomputern und Smartphones.

Als ersten Schweizer Medienunternehmen lanciere Meier + Cie eine digitale Sonntagszeitung, heisst es in einer Mitteilung. Damit baue der Verlag seine regionale Marktstellung im Multimediabereich aus: Die Texte und Bilder sollen in der SN am Sonntag durch aktuelle Radioreportagen und Filmberichte in enger Zusammenarbeit mit Radio Munot und dem Schaffhauser Fernsehen ergänzt werden. Nachrichten und Berichte vom Samstag, darunter die regionalen Sportresultate, würden den Kern der neuen Sonntagszeitung bilden, für sonntägliche Unterhaltung sollen die Hintergrundberichte aus allen Gebieten sorgen. Diese Sonntagsausgabe werde einerseits die regionale publizistische Lücke am Sonntag schliessen, andererseits aber auch dem Medienhaus Meier + Cie zu weiteren Erfahrungen im zukunftsträchtigen Bereich der elektronischen Medien verhelfen.

Die App steht gemäss Mitteilung ab sofort in Apples iTunes App-Store direkt via iPad zur Verfügung. Das Angebot ist bis Ende 2011 kostenlos und wird ab Januar ins Abonnementssystem der Schaffhauser Nachrichten eingefügt.
 

TBWA\: McDonald’s spielt ein sauberes Blatt aus

Die Agentur TBWA\Zürich hat für McDonald’s ein Direct-Mail entwickelt, das 18 Spar-Bons enthält. Das Motto: Sparen ist Trumpf.

Diesen Herbst heisse es Karten auf den Tisch, schreibt die Agentur in einer Mitteilung. Denn Sparen sei auch für McDonald’s- Kundinnen und -Kunden Trumpf. Den Spar-Trumpf spiele man mit den 18 Bons aus, die diesen Oktober per Direct-Mail in der ganzen Schweiz gestreut worden seien. Als Aufhänger und zudem quasi After-Sales Goodie diene das McDonald’s Karten-Set, mit eigens dafür illustrierten Kartenmotiven. So könne man mit dem Karten-Set bei einer Runde Big-Mac und Coke ums nächste Menu spielen oder die Bons als Einsatz auf die hohe Tischkante legen. Spielregeln für eine Art Tschau-McSepp gebe selbstverständlich auch dazu.

Verantwortlich bei McDonald’s Schweiz: Yvonne Maurer (Local Restaurant Marketing Manager). Verantwortlich beii TBWA\Zürich: Thomas Ammann, Benny Goldstein (CD), Sabine Grossmann (Grafik), Natasa Maricic (Text), Guido Zehnder (Account Director), Simona Mink (DTP), Thomas Kriebaum (Illustration), S+K (Fotografie).

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Zur Sache: panem et circenses

Mein Mitleid hält sich in Grenzen: Die SRG steht seit längerer Zeit im Kreuzfeuer der Kritik. Schelte hagelt es von allen Seiten. Schon die Wahl von Roger de Weck zum SRGGeneraldirektor führte zu heftigen Reaktionen.

Vor allem die SVP schoss sich auf ihn ein. Endlich hatten sie einen Beweis für das angeblich linksunterwanderte Schweizer Fernsehen. Auch die Europafreundlichkeit von de Weck war ihnen ein Dorn im Auge. Als dann im Juli die Verhandlungen zwischen der Schweizer Fussballliga und der SRG abgebrochen wurden, gab es wieder Buh-Rufe. Die SRG hatte die TV-Rechte an den Fussballmeisterschaftsspielen verloren, verkauft wurden sie von der Liga für 186 Millionen an die Cinetrade.

Rechtsbürgerliche Kreise fordern seit langem eine Verschlankung der SRG-Strukturen. Die Aktionen Bye-Bye-Billag und Gebührenmonster, die in den Social Media gestartet und von der SVP-Nationalrätin Natalie Rickli kräftig unterstützt wurden, fanden breiten Anklang. Immerhin über 140 000 Unterschriften wurden für eine Petition zu einer happigen Gebührensenkung von 462 auf 200 Franken gesammelt. Die Parteien sind unzufrieden. Politiker jeglicher Couleur beschweren sich, sie würden gegenüber den Politikern der jeweiligen Gegner- Parteien benachteiligt werden.

Auch die Verleger sind unzufrieden. Dabei geht es bei deren Kritik nicht darum, der SRG zu verbieten, dass sie ihren Zuschauern die Möglichkeit gibt, via Online und demzufolge auch mit mobilen Devices einen neuen Zugang zu den Programmen zu finden. Die Verleger wehren sich vielmehr zu Recht gegen die inhaltliche Ausweitung der SRG-eigenen Senderportale. Denn durch eine solche droht eine klare Wettbewerbsverzerrung. Die SRG könnte dank den garantierten Einnahmen aus den Konzessionsgeldern problemlos genügend Ressourcen freischaufeln, um ein qualitativ hochstehendes Nachrichtenportal aufzubauen. Wenn dann auf diesem Portal noch Werbung erlaubt würde, kämen die Onlineportale der privaten Verleger stark unter Druck.

Ungemach also überall. Da kommt es doch gelegen, dass zufälligerweise ausgerechnet jetzt eine frohe Botschaft verkündet werden kann. Cinetrade und SRG haben sich geeinigt.

Ab nächster Saison gibt es jeden Sonntag um 16 Uhr eine Direktübertragung eines Fussballspiels. 18-mal pro Saison kann die SRG wählen, welches Spiel sie übertragen will. Und das in Länderspielqualität. Billig war der Deal wahrscheinlich nicht. Aber auch die SVP wird nur vorsichtig Kritik äussern, denn mit den Fussballfans will man es sich nicht verderben.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

Top der Woche 2: Öffentlichkeitsgesetz.ch gewinnt Medien-Award 2011

Der 6. Medien-Award 2011 des Vereins Qualität im Journalismus geht an den Verein Öffentlichkeitsgesetz.ch.

Damit wird eine junge Initiative von Deutsch- und Westschweizer Journalistinnen und Journalisten ausgezeichnet, die sich dafür einsetzen, dass das Öffentlichkeitsprinzip in der Schweiz gefördert und für Medien vermehrt nutzbar gemacht wird. Die Auszeichnung wird jedes zweite Jahr für die «beste Qualitätsinitiative im Schweizer Journalismus » vergeben. Die neunköpfige Jury liess sich gemäss Mitteilung vor allem von der seit Juni 2011 aufgeschalteten Internetplattform Oeffentlichkeitsgesetz.ch überzeugen. Mit wenigen Mausklicks lassen sich dort Anträge an Bundesstellen und Kantonsverwaltungen formulieren. Zurzeit wird die Website auf Französisch übersetzt. Sobald die Finanzierung gesichert ist, soll sie auch auf Englisch abrufbar sein. Der Verein Öffentlichkeitsgesetz.ch will bei Medien und in der Verwaltung einen Bewusstseinswandel fördern, wie es in der Mitteilung weiter heisst. In seinen Statuten hat er sich zum Ziel gesetzt, das Öffentlichkeitsgesetz «zu einem griffigen Arbeitsinstrument für Medienschaffende » zu machen».

Solo für die Single-Queen

Das Online-Business hat sie in der Geschäftsführung von Yahoo! gelernt, und als ehemalige Chefin des TV-Senders Viva weiss sie, wo die Musik spielt. Seit 2008 ist Martina Bruder CEO von FriendScout24. Das exklusive Interview über Kampagnen, Schweizer Agenturen und Kooperationen.

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WW: Im September hat FriendScout24 erstmals in der Schweiz eine TV-Kampagne gestartet. Warum erst jetzt, sechs Jahre nach Gründung des Schweizer Ablegers?
Martina Bruder: Wir treten nicht erstmals im Schweizer Fernsehen auf. FriendScout24 sponsert seit vier Jahren erfolgreich die Serien «Joya rennt» und «Super Single». Jetzt gehen wir einen anderen, einen direkteren Weg. Mit unserer neuen Kampagne gelingt es, unsere Botschaften noch pointierter und emotionaler zu präsentieren. Andere Anbieter versuchen, sich wissenschaftlich fundiert zu positionieren, oder sie lassen ein Pärchen Sprüche aufsagen. Wir sagen in unserem Spot gar nichts. Wir zeigen einfach den schönsten und emotionalsten Moment der Liebe, den Kuss. Bei FriendScout 24 geht es um das Lebensgefühl, die Leichtigkeit und die pure Freude.

Warum haben Sie für die TV-Kampagne keine Schweizer Agentur beauftragt?
Unser TV-Sponsoring in Zusammenarbeit mit Mediafisch unterstreicht, dass wir die kreative Arbeit der Schweizer Agenturen kennen und schätzen. Zunächst war unsere Kampagne «Küssen kann man nicht alleine» nur für Deutschland bestimmt. Weil der Spot aber so gut ankam und überdies unser Kooperationspartner Max Raabe auch durch die Schweiz tourt, hat ihn unsere Agentur Kolle Rebbe für die Schweiz adaptiert.

«Küssen kann man nicht alleine» hat in Deutschland ein zweistelliges Millionenbudget. Andere Online-Vermittler treten massiver auf, auch in der Schweizer. Warum so schüchtern?
Quantität ist nicht gleich Qualität. Unser Spotbudget liegt in der Schweiz im einstelligen Millionenbereich. Ausserdem waren wir schon im Schweizer TV, als unsere Mitbewerber noch gar nicht daran dachten. Wir setzen auf Kontinuität. FriendScout24 ist damit auch in der Schweiz zum Marktführer geworden und zu einer anerkannten Institution.

Ihre Bilanz nach gut einem Monat Laufzeit?
Ebenso wie in Deutschland erfahren wir in der Schweiz eine hohe Aufmerksamkeit und positive Resonanz. Es ist uns gelungen, neue Nutzer auf uns aufmerksam zu machen und auf unser Partnerportal zu lenken.

Ein Kollege hat mal ausgerechnet, dass sich eigentlich jedes Jahr der Mitgliederstand der Online- Dating-Anbieter komplett erneuern müsste, wenn man den Zahlen glaubt. Ist Ihr Geschäft nicht auch ein riesiges Karteileichen-Business?
Ein ganz klares Nein. Die Qualität unseres Partnerportals zeichnet sich durch die Aktivität unserer Mitglieder aus. Schon datenschutzrechtliche Regeln verpflichten uns, inaktive Profile nach einer bestimmten Zeit zu löschen. In Deutschland und in der Schweiz sind das 180 Tage. Selbstverständlich melden sich Mitglieder ab, wenn sie einen Partner gefunden haben. Aber sie melden sich auch wieder an, wenn die Partnerschaft nicht funktioniert. Manche haben mehrere Profile eingestellt. So entstehen hohe Summen. Letztlich entscheidend ist das Nutzungserlebnis und -ergebnis für unsere Kunden. Karteileichen können nicht antworten. Wir animieren zu Aktivität. Das gelingt uns sehr gut. Bei FriendScout24 werden in der Schweiz pro Monat 18 000 neue Fotos hochgeladen. Wir haben pro Monat 60 000 aktive Partnersuchende.

Mit Swissfriends und Swissflirt spielen laut Marktanalyse von Singlebörsen-Vergleich zwei lokale Anbieter bisher nur im Mittelfeld. Wie ernst nehmen Sie die Schweizer Konkurrenz?
Auch in der Position des klaren Marktführers sollten wir Wettbewerber selbstverständlich ernst nehmen. Wir sehen die beiden Unternehmen als Bereicherung des Marktes.

Anfang 2011 ist Ringier mit Citykiss.com ins Online-Dating eingestiegen. Verärgert?
Keinesfalls verärgert. Auch Citykiss ist ein erweiterndes Marktangebot, das einen sehr lokalen Ansatz hat und auf Mobile Dating abzielt.

Aber Ringier ist über die Mediaswiss bei Scout24 beteiligt. Wie hoch ist eigentlich diese Beteiligung?
Ringier besitzt über die Mediaswiss eine Minderheitsbeteiligung an der Scout24 Schweiz AG. Die Mehrheit liegt bei der Scout24 GmbH, München, die wiederum Muttergesellschaft der FriendScout24 GmbH ist.

Welchen Einfluss übt die Mediaswiss auf die Münchner FriendScout24 GmbH aus? Müssen bestimmte Kooperationen eingegangen werden, bestimmte Anzeigenschaltungen?
Wir haben mit der Mediaswiss ein sehr gutes partnerschaftliches Verhältnis und unterstützen uns gegenseitig.

Die NZZ hat vor einigen Monaten Ihren Konkurrenten Parship als erfolgreichen Marktführer gelobt. Eifersüchtig?
Diese und viele andere Publikationen beweisen zunächst einmal, wie stark das Thema Partnersuche im Internet in der Gesellschaft angekommen ist und Aufmerksamkeit erfährt. Aber die NZZ hat richtig recherchiert und FriendScout24 Schweiz mit 475'000 Mitgliedern als führend dargestellt. Mittlerweile haben wir 500'000 Mitglieder.

Aber wer ist denn nun Marktführer?
FriendScout24 wurde 2000 gegründet und ist seit Jahren, glauben Sies mir, Marktführer in allen Bereichen der Online-Partnersuche. Wir haben im deutschsprachigen Raum mit Abstand die meisten Mitglieder und die aktivste Zielgruppe. Wir denken nicht in Nischen oder Segmenten, sondern nehmen uns allen Beziehungsbedürfnissen unserer Nutzer an. Damit sind wir das Partnerportal Nummer 1.

Sind Sie denn nun Partnerschafts- oder Single-Börse?
FriendScout24 ist auch in der Schweiz das Partnerportal Nummer 1. Wie gesagt, eine Unterscheidung ist für uns unsinnig. Wir verstehen uns als «Full- Service-Anbieter für alle Beziehungswünsche» und sind selbstbewusst auch das Schweizer Kooperationsportal Nummer 1. Wir kooperieren mit den führenden Schweizer Online-Marken wie Swisscom, Blick, MSN, GMX und anderen.

Besonders am Herzen scheint Ihnen aber dieser Kundenstamm nicht zu liegen. Es gibt in der ganzen Schweiz kein einziges FriendScout- Büro.
Als marktführendes Online-Unternehmen ist unser Erfolg unabhängig von einer lokalen Präsenz. Selbstverständlich sind unter den 150 Mitarbeitenden in unserer Münchner Zentrale auch ausgewiesene Experten für die Schweizer Markt. Dies gilt für Produktentwicklung, Online Marketing und insbesondere für den Kundenservice.

Mit der Gründung von Secret haben Sie für Schlagzeilen gesorgt. Der Kress-Report titelte «Herz- Dame» und fragte «Frau Bruder, wie läuft Ihr Geschäft mit dem Sex?» Ein peinlicher Showdown?
Was bitte soll daran peinlich sein? Der Stern beschrieb Secret in seiner Titelstory als «jüngsten Player in der erogenen Zone». Alle relevanten Frauenmagazine beschäftigen sich gerade intensiv mit dem Trend Casual Dating in der Zielgruppe der selbstbewussten Frauen 35+. Exakt hier ist Secret als einzigartiges Premiumangebot positioniert.

Wie kommt denn in der Schweiz ihr Seitensprung-Portal an?
Der Begriff Seitensprung ist antiquiert und moralinsauer. Uns geht es um die selbstbewusste Frau, die nicht «Mister Right» sucht, sondern «Mister Right Now». Oft verfolgt sie übrigens beide Beziehungsbedürfnisse parallel, auch in der Schweiz.

Wie unterscheidet sich der Schweizer vom deutschen Single?
Die Bedürfnisse nach Flirt, Erotik und Lebensgemeinschaft sind grenzübergreifend die gleichen.

Wie ist Ihre Kommunikationsstrategie in der Schweiz? Was kommt nach der TV-Kampagne?
Über die Schweizer Leitmedien werden wir uns in Zukunft noch klarer darstellen. Dazu gehört, neben dem TV, selbstverständlich auch Print und, vor allem, unsere starken lokalen Online-Partner.

Experten schätzen das aktuelle Marktvolumen des Schweizer Online-Partnermarktes auf 23 bis 25 Millionen Euro. Rund zehn Millionen mehr als in Österreich. Wie sieht, Ihrer Meinung nach, die Entwicklung in den kommenden fünf Jahren aus?
Auch ich rechne mit einem weiteren Wachstum im Schweizer Markt. Allerdings ist er nicht durch mehr Nutzer bestimmt, sondern durch attraktivere Angebote. Es ist, wie in Deutschland, mit einer Marktkonsolidierung zu rechnen. Als Marktführer sehen wir uns bestens positioniert.

Haben Sie eigentlich Ihren Mann auch über ein Partnerschaftsportal kennen gelernt?
Ich kenne meinen Mann schon seit Studienzeiten. Aber wir haben mal den Beziehungstest bei Friend- Scout24 gemacht und fanden unsere Entscheidung in wunderbarer Weise bestätigt. Interview: Peter Ehm

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Zu guter Letzt: Abhörskandal wird teuer für Murdoch

Der Abhörskandal in Grossbritannien kostet den US- Medienkonzern News Corp. richtig viel Geld. Allein schon die Schliessung der Sonntagszeitung News of the World schlägt mit bis zu 91 Millionen Dollar zu Buche.

Dazu kommen weitere hohe Kosten für die am Ende auf politischen Druck hin abgeblasene Komplettübernahme der britischen Fernsehsendergruppe BSkyB. Dies teilte die News Corp.
am Mittwoch am Firmensitz in New York mit. Der von Rupert Murdoch geführte Medienreise musste wegen der Belastungen im Geschäftsquartal Juli bis September einen Gewinnrückgang von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 738 Millionen Dollar hinnehmen.

Doch was das Zeitungsgeschäft verbockt, machen Fernsehsender wieder wett. Denn abgeseehn vom Abhörskandal lief das Geschäft ziemlich gut. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf annähernd acht Milliarden Dollar. Denn vor allem die konzerneigenen Fernsehsender konnten dank fliessender Werbegelder höhere Einnahmen verbuchen. Die Filmsparte mit dem Studio 20th Century Fox warf ebenfalls mehr Geld ab. Als Blockbuster erwies sich «Planet der Affen: Prevolution».

In die Zeitungssparte gehören in Grossbritannien noch die Sun und Times. In den USA hatte Rupert Murdoch das Wirtschaftsblatt Wall Street Journal übernommen. Er vereint als Firmengründer rund 40 Prozent der Stimmrechte auf sich. Zusammen mit den Anteilen des verbündeten saudischen Prinzen Al-Walid bin Talal hat er sogar 47 Prozent aller Stimmen auf seiner Seite. Aktionäre beschwerten sich, dass Murdoch diese Macht ausnutze und den Konzern wie ein Familienunternehmen führe.

 

Pro Sieben Sat.1 auf Rekordkurs

Nach einem starken dritten Quartal bleibt die Senderfamilie Pro Sieben Sat.1 weiterhin auf Rekordkurs. Der TV-Konzern steigerte auch dank erneut höherer Werbeerlöse in den Kernmärkten Deutschland, Österreich und in der Schweiz seinen Umsatz zwischen Juli und September um knapp 9 Prozent auf 594.5 Millionen Euro.  

Pro Sieben Sat.1 verdiente unter dem Strich allerdings etwas weniger Geld. Dies auch wegen der Kosten für den Umbau der Finanzierungsstruktur, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Aus sämtlichen Zahlen sind die Beiträge der im Sommer verkauften Geschäfte in den Niederlanden und Belgien bereits heraus gerechnet.

Das Nettoergebnis sank von 19.7 Millionen Euro vor einem Jahr auf 11.4 Millionen Euro. Hingegen wuchs der operative Gewinn EBIT von 96.6 Millionen auf 101 Millionen Euro. Basis der positiven Geschäftsentwicklung sei die starke Positionierung im Kerngeschäft Fernsehen, sagte Konzernchef Thomas Ebeling der Mitteilung zufolge.

Die Sendergruppe Sat1, Pro Sieben und Kabel will bis 2015 ohne Zukäufe zusätzlichen Umsatz von 750 Millionen Euro erwirtschaften, eben auch mit Geschäften abseits des TV-Werbemarkts wie etwa der Produktion von Inhalten, Online- Angeboten oder Bezahlfernsehen. Für dieses Jahr bekräftigte Ebeling seinen positiven Ausblick. Für 2012 hatte der Konzernchef jüngst ebenfalls Wachstum in Aussicht gestellt, auch wenn das Jahr kein «Boom-Jahr» werden dürfte. (SDA)
 

Selber Nähen ist wieder im Trend

Publicis Communications hat einen internationalen Pitch gewonnen und ein Umstyling inklusive einer weltweiten Kampagne für die Schweizer Traditionsmarke Bernina realisiert.

Seit über 100 Jahren ist Bernina in Steckborn am Bodensee zu Hause. Mit revolutionären Ideen und zukunftsweisenden Technologien wuchs das Familienunternehmen schnell über die Landesgrenzen hinaus und ist heute in über 80 Ländern weltweit vertreten. Mit 60 Prozent des Konzernumsatzes macht der Markt in den USA heute den grössten Anteil aus. Publicis Communications setzte sich letztes Jahr in einem Pitch erfolgreich gegen Agenturen aus Deutschland und den USA durch und wurde von Bernina mit der Entwicklung eines komplett neuen und marktübergreifenden Markenauftrittes beauftragt. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Gewinnung einer jüngeren Zielgruppe. Die meisten Nähmaschinenanbieter werben heute noch gleich wie vor vielen Jahren. Eine Frau präsentiert freundlich lächelnd eine Nähmaschine. Das ist schon lange nicht mehr zeitgemäss. Nähen ist zu einem Hobby, einer Leidenschaft geworden und zu einer Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken und seinem Wunsch nach Individualität nachzugehen. Hinzu kommt eine deutlich steigende Wertschätzung für sorgfältig gefertigte Produkte. Seit einigen Jahren entwickelt sich daraus ein immer noch wachsender Trend zu selbstgemachten Produkten, der auch die Welt der Mode und der Accessoires beeinflusst. Es sind neue Nähmagazine für eine junge Zielgruppe entstanden, und auf dem Internet finden sich etliche Blogs und Shops, auf denen junge NähkünstlerInnen ihre selbstgefertigten Produkte zeigen oder verkaufen. Das neue Kommunikationskonzept von Publicis um Stratege Achill Prakash und CD Sacha Moser greift den kreativen Prozess auf, in den Nähkünstlerinnen sich vertiefen. Die Bilder und Geschichten der neuen Kampagne eröffnen zauberhaft verträumte und ästhetische Welten. Individuelle Zutaten erzählen Entstehungsgeschichten von liebevoll gefertigten Kleidungsstücken. Die Zutaten sind so individuell wie die Kunstwerke, die daraus entstehen. Nur eine Zutat kommt in allen Geschichten vor: Bernina. Denn Bernina ist das verlässliche Hilfsmittel, mit dem sich nahezu jede Idee umsetzen lässt. Mit zahlreichen Produkten schafft Bernina Raum für Kreativität und dient als Inspirationsquelle und Ideenlieferant. pan

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PWC-Studie: Medien- und Unterhaltungsbranche vor Wachstum

Die Schweizer Medien- und Unterhaltungsbranche dürfte in den nächsten Jahren kräftig wachsen. Das Beratungsunternehmen Pricewaterhouse Coopers prognostiziert bis 2015 ein Umsatzwachstum um bis zu 5 Prozent pro Jahr.

Profitieren werden laut Studie vorab Telekomunternehmen und Anbieter von Suchmaschinen sowie Onlinerubriken. Denn zwei Drittel des Wachstums entstehen durch – und dies unabhängig vom Konjunkturverlauf – höhere Ausgaben für leistungsfähigere Internetanschlüsse, für TV-Gebühren und -Abos sowie zunehmende Internetwerbung. Stark konjunkturabhängig und derzeit entsprechend unsicher sind hingegen die Perspektiven bei der Fernseh- und Aussenwerbung sowie bei den Einnahmen der Zeitungen, teilte PwC am Donnerstag mit.

In den letzten Jahren habe es ein Wirtschaftswachstum von über 2 Prozent gebraucht, damit die Werbeausgaben (ohne Internet) gestiegen sind, sagte der PWC-Branchenleiter Patrick Balkanyi vor Journalisten in Zürich. Trete aber die unlängst von einem ersten Konjunkturforschungsinstitut prognostizierte kleine Rezession um -0,4 Prozent ein, dürften die Werbeausgaben um 9 Prozent fallen. PWC legt der Grundprognose ein jährliches BIP-Wachstum von 2,5 Prozent zugrunde. Werden es nur 0,9 Prozent, dann steigen die Gesamtumsätze noch um jährlich 4,4 Prozent auf 15,0 Milliarden Franken.

Zeitungen weiterhin in Bedrängnis

Während die Werbung auf digitalen Kanälen immer direkter und selektiver den Weg zum Konsumenten sucht, wachsen die Bäume bei der Internetwerbung der Verlage weiterhin nicht in den Himmel. PWC sieht zwar bis 2015 ein Wachstum von 67 auf 113 Millionen Dollar, gemessen am gesamten Werbekuchen bleibt es aber eine kleine Nische. Auch mit Gebühren für ihre Portale werden die Zeitungshäuser 2015 laut der Studie lediglich 22 Millionen Franken erzielen. Einige Verlage überlegen sich laut Balkanyi flexiblere Abomodelle; etwa Digitalzugang in der ersten Wochenhälfte und nur in der zweiten gedruckte Ausgaben im Briefkasten. 2010 haben sich die Verlage aber besser geschlagen als erwartet, nicht zuletzt mittels höherer Abogebühren.

Auch im Musikgeschäft haben es Inhalteproduzenten schwer: Produktepiraterie drückt das Wachstum auf 1,7 Prozent pro Jahr. 2015 werden die Umsätze mit legaler Digitaler Distribution (199 Millionen) den rückläufigen Verkauf physischer Tonträger (115 Millionen) überholt haben.

Im Medien- und Unterhaltungsmarkt gehe die digitale Transformation weiter, sagte Balkanyi. Eine Rezession würde dies nur beschleunigen. Bis 2015 übersteigen die Ausgaben für Internetanschlüsse (2,7 Milliarden) sowie für TV- Gebühren und -Abos (2,5 Milliarden) jene der Zeitungen (2,2 Milliarden Franken). Neben Breitbandanschlüssen und Glasfasernetzen boomen Smartphones und Tabletcomputer. Die noch 299 Kinosäle in der Schweiz dagegen müssen aufrüsten, etwa in 3D. Auch Aussenwerber starten erste Versuche mit 3D-Annoncen. Und digitale Plakate werden schnell wechselnde Werbung ermöglichen: die Kaffeekette am Morgen, den Bierbrauer am Feierabend. (SDA)
 

Wahlen 2011 dominierten nicht in Medienberichterstattung

Im Hinblick auf die Wahlen 2011 haben die Medien sehr unterschiedlich berichtet. Im Gegensatz zu 2007 waren die Wahlen in diesem Jahr nicht das alles dominierende Thema.  

Für die Bevölkerung haben Tageszeitungen und Fernsehen, Radio und persönliche Gespräche die grösste Bedeutung als Informationsquellen. Diese Erkenntnisse erläuterten Fachleute am Donnerstag an einem SRF- Mediensymposium in Zürich. Die Sicht des Publikums war anhand von Befragungen in allen Landesteilen erhoben worden. Die Befragungen erfolgten in den vier Wochen vor und in der Woche nach der Wahl. Einbezogen wurden insgesamt rund 3‘600 stimmberechtigte Schweizerinnen und Schweizer.

Demnach werden als Informationsquelle am meisten Tageszeitungen und Fernsehen genutzt, danach Radio und persönliche Gespräche mit Bekannten und Freunden oder in der Familie. Deutlich geringer ist die Bedeutung des Internet, kaum genutzt werden im Zusammenhang mit den Wahlen die Social Media. Der Zusammenhang von Alter und Informationskanal ist wenig überraschend: Während Tageszeitungen und Fernsehen werden mehr von Älteren genutzt werden, wird das Internet am meisten von Jungen genutzt, wie Markus Jedele, Medienreferent SRG, sagte. Bei der Radionutzung erkannten die Forschenden ein deutliches Defizit bei den Jungen. Keine grösseren Unterschiede gibt es zwischen Männern und Frauen.

Grosse Themen-Konkurrenz
Im Gegensatz zu 2007 waren die Wahlen dieses Jahr nicht das alles dominierende Thema, erklärte der Soziologe Kurt Imhof gemäss SDA. Berichterstattungen zur Wechselkurspolitik, zur UBS, zum Krieg in Libyen und vieles mehr konkurrierten das Thema Wahlen stark. Dies habe dazu geführt, dass die Parteien ihre Kampagnen nicht richtig durchziehen konnten, so Imhof. Entsprechend konnten die Parteien und deren Exponenten weniger aufdrehen als 2007. Damals überflügelte Christoph Blochers Medienpräsenz alles – es herrschte eine «unschweizerische Personalisierung», die geradezu «etwas nordkoreanisch» anmutete, so Imhof.

Worüber und wie berichtet wurde, hing direkt mit der Art des Mediums zusammen. Während die Wahlen in den Abonnements- und Sonntagszeitungen Thema Nummer 1 waren, spielten sie in den Boulevard- und vor allem Gratiszeitungen kaum eine Rolle. Und wenn, wurden hier emotionale Themen bevorzugt, etwa die Entführung von SVP-Maskottchen Zottel.

Zwar standen in den öffentlichen Radio- und Fernsehsendern Finanzthemen an erster Stelle der behandelten Themen, die Wahlen aber folgten gleich dahinter auf Platz 2 (Radio) oder 3 (TV). Kaum in Erscheinung traten sie in den Privatradiosendern. Bei den privaten TV-Sendern standen sie ebenfalls an zweiter Stelle. Die Aufmerksamkeit der Social-Media-Nutzer schliesslich konnte besonders mit «Empörungsbewirtschaftung», so Imhof, geweckt werden. Sie beschäftigten sich gern mit der Zottel-Entführung, der als ungerecht empfundenen Bestrafung eines Rekruten, diskutierten über (De-)Regulation, Kleinkriminelle und dergleichen.
 

Ubi: SF-Berichterstattung beanstandet

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen Ubi hat dem Baumeisterverband Recht gegeben: Die SF Tagesschau habe in ihrer Spätausgabe im Herbst 2010 einseitig über den Lohnkonflikt im Bauhauptgewerbe informiert, indem nur Gewerkschaftsvertreter zu Wort gekommen seien.  

Am 20. November 2010 hatte die Tagesschau in ihrer Haupt- und Spätausgabe über den Stand der Lohnverhandlungen im Bauhauptgewerbe berichtet. An diesem Tag reagierten die Gewerkschaften mit grossem Unverständnis auf das aus ihrer Sicht völlig ungenügende Angebot des Baumeisterverbandes. In der Hauptausgabe der Tagesschau wurde die Sichtweise beider Parteien wiedergegeben, in der Spätausgabe nur noch der Standpunkt der Gewerkschaften. Dagegen erhob der Baumeisterverband Beschwerde

Dass der Schwerpunkt des Beitrags der Spätausgabe auf der gewerkschaftlichen Sicht lag, sei nicht zu beanstanden, stellt die UBI in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Entscheid fest. Die Ausblendung der Position der Baumeister habe jedoch die freie Meinungsbildung des Publikums in erheblicher Weise beeinträchtigt. Der Beitrag der Spätausgabe habe somit das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt. Daher hat die Ubi die Beschwerde des Baumeisterverbandes mit 5:3 Stimmen gutgeheissen. (SDA)
 

Surfen statt arbeiten?

Dürfen Betriebe ihren Angestellten den Internetzugang sperren und das private Handy verbieten? Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die neuen Kommunikationsmittel am Arbeitsplatz. Von Gabriela Baumgartner (lic.iur., LL.M.), Juristin für das Beobachter-Beratungszentrum und Arbeitsrechtsspezialistin. Neben dieser Tätigkeit doziert sie Arbeitsrecht für Führungskräfte im Gesundheitswesen.

In Zürich ist fertig lustig: Seit zwei Jahren können städtische Angestellte ihre privaten Kontakte nicht mehr während der Arbeitszeit über die Internetplattform Facebook pflegen. Nachdem die unzähligen Zugriffe die Leistungsfähigkeit des Netzwerkes massiv beeinträchtigten, liess der Stadtrat den Zugang sperren. Schliesslich sollen die Leute arbeiten, nicht surfen.

Rechtlich gesehen kann ein Arbeitgeber ein solches Verbot mit seinem Weisungsrecht begründen. Er darf seinen Angestellten vorschreiben, welche Aufgaben sie in ihrer Arbeitszeit zu erledigen haben und wie sie die ihnen überlassenen Arbeitsmittel einsetzen dürfen. Dazu gehört, dass er gewisse Sites sperren und die private Internetnutzung einschränken oder ganz verbieten kann.

Allerdings ist die juristische Lehre der Meinung, dass ohne anders lautendes Betriebsreglement Angestellte private Telefongespräche während der Arbeit führen dürfen, wenn sie dies nicht übermässig tun. Ansonsten sind private Telefongespräche während Pausen gestattet. Wenn nun in einem Unternehmen kein Betriebsreglement die private Internetnutzung regelt, so dürfen Angestellte davon ausgehen, dass beim Surfen und privaten Mailen die gleichen Regeln gelten wie beim privaten Telefonieren. Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich geht, gestützt auf einen Bundesgerichtsentscheid, sogar noch weiter: Seiner Meinung nach müssten Arbeitgeber ihren Angestellten einen Internetzugang für die Benutzung in Pausen zur Verfügung stellen, wenn die Nutzung am Arbeitsplatz untersagt oder nicht möglich ist.

Überwachungsmöglichkeiten und Sanktionen

Was tun, wenn Angestellte übermässig privat surfen und mailen? In der Praxis ist es schwierig, das Fehlverhalten überhaupt nachzuweisen. Das Arbeitsgesetz verbietet es, einen Angestellten permanent zu überwachen. Nur innerhalb bestimmter rechtlicher Schranken darf der Arbeitgeber überprüfen, was seine Angestellten während der Arbeitszeit im Internet tun. Eine solche Überwachung ist erlaubt, wenn die Belegschaft darüber informiert ist, dass gele¬gentlich stichprobeweise Überprüfungen stattfinden. Ständige Überwachungen sind nur dann zuläs¬sig, wenn sie keinen Rückschluss auf den Nutzer zulassen.

Stellt sich heraus, dass ein Angestellter während der Arbeitszeit übermässig privat surft, mailt oder chattet, so muss ihn der Arbeitgeber vorerst verwarnen. Führt dies nicht zum Erfolg, kann das Arbeitsverhältnis wegen Verletzung arbeitsrechtlicher Pflichten aufgelöst werden.
Nun können sich Angestellte leicht einer Überwachung entziehen, indem sie am Arbeitsplatz mit ihrem privaten Gerät telefonieren, chatten und surfen. Ein Handyverbot während der Arbeitszeit ist grundsätzlich zulässig, allerdings nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen. Dann etwa, wenn der Arbeitsablauf, die Leistung oder die Sicherheit im Betrieb gestört würden, wie zum Beispiel bei Berufen mit Publikumskontakt, im öffentlichen Dienst oder in Spitälern. Allerdings darf ein Arbeitgeber seinen Angestellten nicht verbieten, ihr Handy während der Pause zu benützen. Um Konflikten vorzubeugen, sollten Betriebe ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl solche Fragen in einem Betriebsreglement regeln.

Link: Merkblatt «Erläuterungen zur Telefonüberwachung am Arbeitsplatz» des eidgenössischen Datenschutzbeauftragten: http://www.edoeb.admin.ch/themen

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