Ogilvy & Mather: Kampagne für Allianz Suisse kreiert

Allianz Suisse bietet im Schadenfall verschiedene Dienstleistungen mit Garantie an. Um dies besser bekannt zu machen, hat Ogilvy eine Plakatkampagne entwickelt, bei der die Botschaft beim Betrachter ebenso schnell ankommen soll wie die Dienstleistungen selbst.

Mit kurzen, knappen Texten setze die Kampagne auffällige, farbige Akzente in der grauen Winterzeit und schaffe damit höchste Aufmerksamkeit, so die Agentur in einer Mitteilung. Auch online, mit Web-Banners im gleichen Look und einem Wettbewerb auf Facebook.

Verantwortlich bei Allianz Suisse: Urs Bretschger (Leiter Marketingkommunikation), Jolanda Heimann (Werbung/CI) und Simone Schmitt (Online Marketing). Verantwortlich bei Ogilvy & Mather: Dominik Abt (Gesamtverantwortung), Barbara Kottmann (Beratung), Thomas Bolliger (CD), Tino Heuter (AD), Markus Sidler (Text).

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Neues Markendach Mibelle Group

Die Migros-Unternehmen Mibelle AG, Mifa AG und Mibelle Ltd, drei Produktionsbetriebe des Migros-Geschäftsbereichs M-Industrie, treten ab sofort unter dem gemeinsamen Markennamen Mibelle Group auf.

Mit diesem neuen einheitlichen Markenauftritt würden die drei Unternehmen ihre Stärken in einer Unternehmensgruppe zusammenlegen und sich damit als Nummer 3 im europäischen Private-Label-Markt positionieren, heisst es in einer Mitteilung von Montag.

Mibelle AG, Mifa AG sowie die 2010 aus der Übernahme der Mehrheit an der britischen Hallam Beauty Ltd. hervor gegangene Mibelle Ltd. bearbeiten unter dem einheitlichen Markendach Mibelle Group die Kompetenzfelder Personal Care, Home Care, Nutrition und Biochemistry.
 

TBWA\ und Toblerone machen auf Blau

TBWA\ Switzerland wurde beauftragt, eine Launch-Kampagne zur Produkteinführung der neuen Toblerone Crunchy Almonds zu realisieren. Diese kommt in blauer Verpackung daher.

Dazu schuf TBWA\ ein integriertes Konzept, bei dem die Teilnehmer dafür sorgen müssen, dass ihre Freunde für sie voten. Auf Toblerone-blau.ch finden sich vorgegebene Challenges oder es können eigene Challenges erstellt werden. Nimmt ein Teilnehmer an einer Challenge teil, so postet er diese auf seiner Facebook-Wall. Die Challenge fordert ihn auf, etwas Nicht-Alltägliches mit der Farbe Blau anzustellen. So kann er zum Beispiel seine Haare blau färben oder einen Tag ganz in Blau bekleidet zur Arbeit gehen. Bevor er dies tut, müssen jedoch seine Freunde für ihn voten. Hat er die erforderlichen Votes erreicht, muss er die Challenge umsetzen und seinen Beweis per Video oder Foto einreichen. Erst dann wird er zur Wettbewerbsverlosung zugelassen.

Ergänzend zum Online-Wettbewerbskonzept werden traditionelle Werbemassnahmen wie Plakate, e-Panels und Online-Banner eingesetzt. Zudem werden in Zusammenarbeit mit Joiz TV diverse Fernsehbeiträge in Form von «Blue Games» realisiert. Diese kurzen Spielshows, in denen jeweils zwei Teams gegeneinander antreten und Aufgaben lösen müssen, werden von Anthony Ackermann moderiert und in Arosa, Bern sowie Zürich aufgezeichnet. Ausgestrahlt werden sie von Mitte Februar bis Anfang März jeweils in der Sendung «Noiz» und danach sind sie jederzeit im Internet abrufbar.

Verantwortlich bei Kraft Foods: Christina Lund Jakobsen (Senior Brand Manager Toblerone DACH), Nicolas Christen (Junior Brand Manager Toblerone CH). Verantwortlich bei TBWA\: Matthias Kiess (Managing Director), Frederick Rossmann (Creative Director), Johannes Dörig (Grafik), Matthias Ziegler, Cla Campell (Text), Claudia Wolfers (Beratung), Simona Mink (Desktop Publishing), Christina Buergin (Art Buying), Marcel Vogt (Technical Supervisor), Produktion Agnes Meier, Programmierung Facebook Gewinnspiel: Feinheit, 3D Animation: Viennapaint Wien.

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ROG kritisiert Inhaftierung von tunesischem Medienvertreter scharf

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die sofortige Freilassung des Geschäftsführers einer tunesischen Zeitung gefordert. Diese hatte auf ihrer Titelseite ein Aktfoto eines deutschen Models und eines tunesischstämmigen Fussballers abgedruckt.

Reporter ohne Grenzen forderte die Regierung in Tunis am Samstag auf, sich für den Schutz der Medien stark zu machen. Nasreddine Ben Saida drohen der Organisation zufolge eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren sowie ein Bussgeld. Aus Protest trat er in einen Hungerstreik. Ben Saidas Zeitung Ettounsia hatte vergangene Woche ein Foto des deutschen Models  Lena Gercke mit ihrem Freund Khedira abgedruckt. Gercke, die 2006 die erste Staffel der Sendung «Germany's Next Topmodel» gewonnen hatte, ist darauf freizügig zu sehen. Der deutsche Fussballnationalspieler Khedira hat tunesische Wurzeln.

Nach der Veröffentlichung des Bildes in der Ettounsia wurden am Mittwoch der Geschäftsführer, der Chefredaktor und ein Journalist wegen mutmasslicher «Gefährdung der guten Sitten» festgenommen und von einem Untersuchungsrichter befragt. Während die beiden anderen Mitarbeiter seiner Zeitung wieder freikamen, erging gegen den Geschäftsführer Haftbefehl.

Ben Saida sei der erste Medienvertreter, der seit dem Sturz von Ex-Machthaber Zine al-Abidine Ben Ali eingesperrt worden sei, teilte Reporter ohne Grenzen mit. Die Organisation warf der tunesischen Justiz «Heuchelei» vor, da ähnliche Fotos regelmässig auf den Titelseiten von ausländischen Magazinen zu sehen seien, die es in Tunesien ebenfalls zu kaufen gäbe. Nach Angaben einer Journalistin der Ettounsia trat er am Samstag in einen Hungerstreik, um gegen seine Inhaftierung zu protestierten. Die komplette Redaktion will sich demnach ab Montag an der Protestaktion beteiligen und ebenfalls die Nahrungsaufnahme verweigern, sollte Ben Saida bis dahin nicht frei sein.

Auch Journalistengewerkschaften kritisierten das Vorgehen der Justiz im Zusammenhang mit dem freizügigen Foto von Gercke und Khedira als «illegal» und «politisch motiviert». Justizminister Noureddine Bhiri mahnte die Medien dagegen im Radio zur Neutralität. Die Richter seien kompetent und seien nur dem Gesetz und ihrem Gewissen unterworfen, sagte er. (SDA/AFP)
 

SF: Sunrise-Spot abgewiesen

Sunrise wollte einen neuen Werbespot für sein TV-Angebot im Schweizer Fernsehen (SRF) ausstrahlen – zur besten Sendezeit. Doch SRF wies den Spot ab.

In einem Schreiben an Sunrise, das der Sonntagszeitung vorliegt, heisst es: «SRF will das eigene Kernangebot schützen, weshalb wir uns für eine taktische Einschränkung einzelner Produkteigenschaften entschieden haben.» Zwar verzichte man auf eine generelle Einschränkung für konkurrierende TV-Angebote. Aber: «Wir müssen die kommerziellen und wettbewerblichen Interessen gegeneinander abwägen.» Offizielle Absenderin ist Publisuisse, eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft, die exklusiv deren publizistische Angebote vermarktet.

Der Telecomkonzern bietet in seinem neuen TV-Angebot die Funktion Comeback-TV an, mit der Kunden das aktuelle Fernseh-Programm um 28 Stunden zurückspulen und ansehen können. Zudem können bei Sunrise TV – wie auch bei Swisscom und UPC Cablecom – verschiedene Filme auf Knopfdruck erworben werden (On-Demand-Angebote).

> Zum ganzen Artikel auf Sonntagszeitung.ch


 

Teleboy Awards: Die Gewinner

Die Gewinner der Teleboy Awards sind bekannt: Die Sieger sind Nik Hartmann, Viktor Giacobbo und Mike Müller, der grosse Verlierer ist Roger Schawinski.

In der Kategorie «Bestes TV-Duo» wurden Viktor Giacobbo und Mike Müller mit grossem Vorsprung zu den Siegern gewählt. Als Preis erhielten die Satiriker eine Patenschaft für einen Affen (dem Logo-Tier von Teleboy), die ihnen im Zoo Zürich überreicht wurde. In der Kategorie «TV Liebling» siegte Nik Hartmann vor Sven Epiney und Rainer M. Salzgeber. Hartmann gewinnt damit nach 2009 zum zweiten Mal einen Teleboy Award. Zum Wahljahr kürte das Publikum auch die «Beste Politsendung» – das Rennen machte der Dauerbrenner «Arena», Roger Schawinskis neuer Talk landete bloss auf dem vierten Platz. Noch schlechter schnitten nur «Polimag» mit Ex-Miss Linda Fäh und «Filippos Politarena» ab. Und in der Kategorie «Überflüssigste neue Sendung» gab es für Roger Schawinski noch eine Schlappe: Hier landete seine Talkshow auf Platz 2. Noch überflüssiger fanden die Zuschauer nur die Dokusoap «Mama ich bin schwanger» auf 3+.

Bester Schweizer Tatort

Die Schweizer Tatort-Ermittler Stefan Gubser und Sofia Milos, die beim

«TV-Duo» abgeschlagen auf dem letzten Platz landeten, erhielten ihre eigene Kategorie: Bei «Beste Schweizer Tatort-Folge 2011» sicherte sich ihre Tatort-Folge «Wunschdenken» den ersten Platz. Eine Überraschung ist das allerdings nicht: Schliesslich war die Episode der bislang einzige Schweizer Tatort-Beitrag seit der gross angekündigten Rückkehr von SF zur Krimi-Reihe. «Wunschdenken» war somit auch der einzige Nominierte in dieser Kategorie.

Bei den Teleboy Awards wählten die Nutzer der grössten Schweizer Online-TV-Plattform die Fernseh-Highlights des vergangenen Jahres. Das Voting wurde präsentiert von Melectronics.

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Mike Müller, Andres Hutter (Chefredaktor Teleboy) und Viktor Giacobbo
bei der Patenschafts- und Preisübergabe.

«Alperose»: Der musikalische Kreis der Quadratur funktioniert

Ein Musical mit den Rock-Songs von Polo Hofer – kann ein solcher Stilmix sein Zielpublikum finden? Der Kreis der Quadratur hat geklappt. Die rockigen Songs können auch rundgeschliffen einfahren, ohne dass das Publikum zum besseren Verständnis  verkifft sein müsste.

Am Freitag konnte in der alten Bea-Halle in Bern das Musical «Alperose» eine umjubelte Premiere feiern. Mit einem berührenden Gastauftritt von Polo Hofer durfte auch das Corpus Delicti dieser Idee seinen verdienten Applaus entgegen nehmen. Polo soll angeblich nicht besonders begeistert gewesen sein, dass seine Pionierrolle in politischen Unkorrektheiten und sein langjähriges Zeugen als Vater der Schweizer Rockszene nun in einem Musical weichgeduscht werden soll. Doch die Bedenken sind während den Proben immer mehr verflogen.

«Es gefällt ihm. Er hat es nur noch nicht persönlich in eine Kamera oder ein Mikrofon zugeben wollen», war bei der Premierenfeier am Freitag zu hören. Bei dieser feierten in der Erlebniswelt mit den diversen Gastro-Angeboten von Chinesisch über US-Hotdogs bis Italienisch eine hochkarätige Fangemeinde des Altrockers gemeinsam mit den Kids der diversen neuen Wellen, von denen Polo und seine Rumpelstilz oder Schmetterband bis jetzt immer noch nicht weggespült worden sind. Und mit dem neuen Mix aus Berner Rock und internationalem DJ-Sound, der in diesem Musical zum Heiraten kommt, dürfte der Hype noch einmal richtig angeheizt werden.

Immerhin sind noch vor der Premiere bereits über 40‘000 Tickets für «Alperose» verkauft worden. Im BernExpo Musicaltheater kann es zwar keine Verlängerung über Mitte April hinaus geben. Man sei aber schon im Gespräch mit Luzern und Zürich, war von Mediensprecher Heier Lämmler und den Produzenten Walter Hitz und Daniel Greber zu hören.

Zur Sprache beziehungsweise zum Singen kommen in «Alperose» die Geschichten aus dem Innern und die Sehnsüchte nach der grossen weiten Welt von ein paar der typischen Berner Bürger und Aussenseiter, wie sie in den Songs von Polo Hofer immer wieder eine Grundlage für einfühlsame Texte gegeben haben. 27 dieser Songs sind im «Musical» von Autor Walter Hitz und in der Regie von Mirco Vogelsang zu einer Handlung verknüpft worden. Der musikalische Teil der Kompositionen stammt von Stefan Mens und Polos langjährigem Keyboarder HP Brüggemann, der auch selber in der Bühnenband mitspielt, sowie von Remo Kessler, Hanery Amman, Georges Müller und Matthias Köhli.

Diese Songs und das langjährige Engagement von Greber und Hitz haben schliesslich ein Produktionsgeld von 5 Millionen Franken für eine neue Form als Musical generieren können. 40 Sattelschlepper haben das Bühnenbild aus den Werkstätten in Wien nach Bern transportiert. Da erscheint selbst die Bühne der Rolling Stones mit etwas Augenzwinkern fast wie ein kleiner Kiosk. Auf 33 Meter Breite spielt sich das Geschehen ab. Mit hübschen Details und viel überraschenden Ideen wurde von Ausstatterin Conny Kraus die Berner Matte als «Mini Bern» nachempfunden. Szenenapplaus gab es für die alles überspannende «Kirchenfeldbrücke».

Über diese fährt effektvoll und einsam auch «Ds letschte Tram», währenddessen sich in der Matte unten ein ebenso einsamer Rosenverkäufer unter tosendem Applaus zu erkennen gibt. Es ist Polo Hofer, der in 13 der bis jetzt 58 geplanten Vorstellungen einen kleinen Gastauftritt hat. Zu einem anderen Publikumsliebling wird Marc Dietrich, früher bekannt mit Peter, Sue & Marc. Er spielt den in die Jahre gekommenen Bünzli Heiri. Wäre es nach ihm gegangen, hätte es dieses Musical nie gegeben. Als die Figur Pesche ihm klagt, dass er extra für seine Lorraine früher einen Song mit dem Titel «Alperose» komponiert habe, findet Heiri das zwar schön, muss aber trocken feststellen: «Aber e Hit hets ämu nie gä». Er hat sich massiv getäuscht.

Kreativ eingebaut in die Handlung wurden auch die Sponsoren. Während ein «echt» einfahrender Zug der BLS zu einem Element des Dekors wurde, ist die Migros sinnvoll in einen Dialog eingeflossen. Die Region Pilatus wurde in einem Kalauer mit der Fitness-Technik Pilates verwechselt. Dabei haben an der Premiere nicht nur die eingeladenen Gäste dieser Sponsoren sondern auch das übrige Publikum die Winks mit dem Zaunpfahl als witzig empfunden und das kulturelle Engagement mit einem verdienten Applaus verdankt.

Andreas Panzeri

(Bilder: Keystone)
 

Trend-Zeichen: Super Bowl war auch Super Mobile

Super Bowl – der Mega-Sport-Event der USA war in diesem Jahr auch aus Mediensicht bemerkenswert: Mobile. Erstmals war es offiziell möglich, das Spiel live auf Smartphones mitzuverfolgen.

Dazu hatte die NFL einen exklusiven Deal mit der Telefongesellschaft Verizon abgeschlossen, bei der rund ein Drittel der amerikanischen Smartphone-Benutzer unter Vertrag sind. Zwar kritisierten manche Benutzer die grosse Verzögerung der Übertragung, so dass die Mobile App mit ihren Zusatzfunktionen nicht wirklich während der Live-Übertragung als Zweitschirm nutzbar war. Als Trendzeichen ist hingegen wichtig, dass Veranstalter beim Rechteverkauf nicht nur Online-Streaming, sondern Mobile als eigenständige Mediengattung begreifen und vermarkten – das Beispiel dürfte Schule machen.

Auch wenn nur vergleichsweise wenig amerikanische Sport-Fans das Spiel das Jahres auf dem kleinen Bildschirm verfolgt haben, waren die Smartphones während des Spiels sehr wohl und zwar werberelevant im Einsatz: Google berichtete, 41 Prozent aller Suchanfragen während des Spiels zu Themen der TV-Werbespots seien über mobile Geräte (Smartphones und Tabletts) eingegeben worden. Im Vergleich zur Woche vor dem Spiel stieg die Zahl der Suchanfragen zu Super Bowl-Spots um 200 Prozent auf Desktop-PCs, um 970 Prozent auf Tablett-PC und um kolossale 2700 Prozent auf Smartphones. Dies bestätigt den Trend zum Multitasking mit einem kleinen Bildschirm während auf dem grossen TV-Schirm eine Sendung verfolgt wird. So berichtete das Marktforschungsunternehmen Nielsen in einer kürzlich veröffentlichen Studie, dies sei bereits bei 40 Prozent der Tablett- oder Smartphone-Benutzer in den den USA der Fall. Dass mobile Geräte zunehmend selbstverständlicher Bestandteil des TV-Konsums sind, zeigen auch die Statistiken von Twitter: Während dem Spiel stieg das TPS-Meter (Tweets pro Sekunde) auf 12'233 Tweets – vor einem Jahr waren es noch maximal 4064 und 2008 gar nur 27 Tweets (was natürlich auch ein Zeichen für die zunehmende Verbreitung von Twitter ist). cjw
 

Murdoch lanciert neue Sonntagszeitung

Im britischen Zeitungsskandal um Rupert Murdochs Boulevardblatt The Sun geht der 80 Jahre alte Medienmogul in die Offensive. Eigens aus den USA nach London angereist, verkündete Murdoch am Freitag im Newsroom der Sun den Start einer neuen Sonntagszeitung.

Die Zeitung mit dem Titel Sun on Sunday werde schon «sehr bald» auf den Markt kommen. Das Projekt wird allgemein als Nachfolgeregelung für die im Juli 2011 eingestellte Skandalzeitung News of the World gesehen. Reportern des Blattes war nachgewiesen worden, die Mobilboxen von Prominenten und Verbrechensopfern abgehört zu haben. Nachdem Anzeigenkunden im grossen Stil die Zusammenarbeit aufgekündigt hatten, stellte Murdoch die News of the World ein.In der darauffolgenden monatelangen Untersuchung des britischen Mediensystems geriet auch das Schwesterblatt The Sun – mit täglich 2,7 Millionen verkauften Exemplaren grösste Zeitung Grossbritanniens – unter Beschuss.

In den vergangenen Wochen wurden zehn teils hochkarätige Journalisten der Zeitung vorübergehend festgenommen. Ihnen wird Bestechung von Polizisten und anderen Amtsträgern vorgeworfen. Die Belegschaft der Sun, die eine der grössten Boulevardzeitungen Europas ist, hatte sich gegen die Ermittlungsmethoden der Polizei verwahrt. Die Polizei sei im Morgengrauen gekommen und habe bei Hausdurchsuchungen Ehefrauen und Kinder der Betroffenen verängstigt.

Murdochs News Corp. geriet in die Kritik, weil eine von dem Unternehmen eingesetzte Kommission nach Meinung der Journalisten allzu freizügig Informationen an die Ermittlungsbehörden weitergegeben hatte. So wurde etwa ein Archiv mit 300 Millionen E-Mails zur Verfügung gestellt. Darunter seien auch vertrauliche Korrespondenzen mit Informanten.

Murdoch erklärte am Freitag in einer E-Mail an seine Belegschaft, dass «illegales Handeln schlicht nicht geduldet werden kann und werden wird». Allerdings werde er die Suspendierungen für Mitarbeiter, gegen die in der Affäre ermittelt wird, aufheben. Der Labour-Abgeordnete Chris Bryant bezeichnete dieses Schritt als «zynisch». (SDA/DPA)

(Bild: Keystone)
 

Zu guter Letzt: Folgenschwerer Swingerclub-Besuch

RTL 2 hat in der Sendung «Exklusiv – die Reportage» über Swingerclubs berichtet. Dabei sollten alle während der Dreharbeiten anwesenden Besucher vor der Ausstrahlung verpixelt werden. Wenn sie dies wünschten jedenfalls.

Ein Paar wünschte sich dies ausdrücklich – verständlicherweise irgendwie. Leider ist die Produktionsfirma diesem Wunsch nicht nachgekommen – beziehungsweise vergass ganz einfach, das Paar unkenntlich zu machen. Die 15-jährige Tochter, die wahrscheinlich nicht im Traum auf die Idee gekommen wäre, dass ihre topseriösen Eltern in ihrer Freizeit solch‘ unanständiges Zeug treiben, stiess im Internet auf die Sendung. Und fiel vermutlich aus allen Wolken. Die Eltern jedenfalls forderten daraufhin vor Gericht Schadensersatz von RTL 2. Obwohl der zuständige Richter durchaus Verständnis für die Situation der Familie aufbringen konnte («Da möchte ich nicht in Ihrer Haut stecken!»), wurde die Klage abgewiesen. Schliesslich hatte das Paar grundsätzlich zugestimmt, dass es gefilmt wird. Immerhin schlug der Richter vor, den Betroffenen 200 Euro pro Person als eine Art Lizenzgebühr für ihr Mitwirken zu zahlen. Insgesamt zahlten Produktionsfirma und Sender dann 3‘000 Euro als Statisten-Honorar und für die vorgerichtlichen Anwaltskosten. Hoffentlich geben die Eltern den einen oder anderen Euro davon an die arme Tochter weiter – die wahrscheinlich bei ihren Mitschülerinnen für den Rest ihres Lebens als Swinger-Kind abgestempelt ist.  (Quelle: Meedia.de/Sueddeutsche.de)
 

Weko: Verkauf von Orange Schweiz an Apax genehmigt

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat den geplanten Verkauf des Mobilfunkanbieters Orange Schweiz an die britische Beteiligungsgesellschaft Apax genehmigt. Die Weko hält die Übernahme für unbedenklich.

Der Besitzerwechsel führe zu keinen strukturellen Veränderungen der Marktverhältnisse, teilte die Wettbewerbsbehörde nach ihrer vorläufigen Prüfung gemäss SDA am Freitag mit. Bisher gehörte Orange Schweiz der France Télécom. Nach der Weko muss in der Schweiz noch die Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom) grünes Licht für das Vorhaben geben. Bereits zwei Wochen nach Bekanntgabe des Verkaufs von Orange Schweiz an Apax segnete der Verwaltungsrat von France Télécom den Deal ab. Das Gremium hiess den Verkaufspreis von 2 Milliarden Franken gut.

Orange Schweiz geht damit in die Hände der gleichen Beteiligungsgesellschaft über, die bis vor rund einem Jahr indirekt Sunrise kontrolliert hat. Denn TDC, der einstige Mutterkonzern von Sunrise, wird von Apax kontrolliert.
 

Wechsel an der Spitze von Swisscable

Hajo Leutenegger, Präsident von Swisscable, wird an der Generalversammlung vom 16. März 2012 von seinem Amt zurücktreten. Als Nachfolger schlägt der Vorstand Nationalrat Filippo Leutenegger zur Wahl vor.

Hajo Leutenegger habe sich entschlossen, sein Amt als Präsident von Swisscable abzugeben, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung vom Freitag. Er werde an der Generalversammlung vom 16. März 2012 zurücktreten. Die Kabelnetzbranche verliere mit ihm eine Persönlichkeit, die sich in den letzten 17 Jahren mit grossem Engagement, fundiertem Fachwissen und Offenheit um die Stärkung und Profilierung der Branche verdient gemacht habe.

Als Nachfolger schlägt der Vorstand von Swisscable Nationalrat Filippo Leutenegger zur Wahl vor, wie es weiter heisst. Die Wahl wird an der Generalversammlung vom 16. März 2012 in Bern stattfinden. Swisscable ist der Wirtschaftsverband der Schweizer Kabel-TV-Unternehmen. Ihm sind rund 240 privatwirtschaftlich wie auch öffentlich-rechtlich organisierte Unternehmen angeschlossen, die mehr als 2.8 Millionen Haushalte mit Radio, TV, HDTV, Internet, Telefonie und weiteren Angeboten versorgen.
 

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