Die Ringier-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 ein gegenüber dem Vorjahr reduziertes Ebitda von 64 Millionen Franken erzielt (Vorjahr 115 Millionen Franken – darin waren auch die Sondereffekte durch die Formierung von Ringier Axel Springer Media enthalten). Dies teilte das Medienunternehmen am Mittwoch mit. Mit 1,147 Milliarden Franken erzielte die Ringier Gruppe 2011 einen Umsatz, der hinter Vorjahreswert zurück blieb (-9 Prozent).
Ringier-CEO Marc Walder (Bild): «Wir dürfen mit dem Geschäftsjahr 2011 zufrieden sein: Unsere Strategie greift, und wir setzen die schnelle Entwicklung von Ringier zu einem Medienhaus mit diversifizierter Wertschöpfungskette fort. Umsatz und Gewinn sind 2011 tiefer als 2010, dies hat drei Gründe: Erstens der Einbruch im Druckgeschäft. Zweitens der starke Schweizer Franken, den wir als international agierendes Unternehmen schmerzhaft spüren. Und drittens die europaweite konjunkturelle Abkühlung ab Mitte 2011. In den kommenden Jahren wird Ringier weiter diversifizieren – und gleichzeitig das Verlagsgeschäft stärken.»
«Befriedigendes Ergebnis» im Bereich Schweiz und Deutschland
Im Bereich Schweiz und Deutschland (exklusiv Druckgeschäft) konnte Ringier mit 610 Millionen Franken gemäss Mitteilung ein «befriedigendes Ergebnis» erzielen. Rund 65 Prozent des Umsatzes wurden 2011 im traditionellen Kerngeschäft mit Zeitungen, Zeitschriften, Druckereien und Online-Portalen erwirtschaftet. Die Blick-Gruppe übertraf in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld deutlich die Erwartungen.
Diese Entwicklung führt das Medienunternehmen auf das starke Anzeigenwachstum der Gratiszeitung Blick am Abend zurück. Im Zeitschriftenbereich, der eine stabile Umsatzentwicklung verzeichnete, konnte ein Teil der weiterhin hohen Gewinne für neue Line Extensions und insbesondere für die erfolgreiche Neulancierung des Magazins Landliebe eingesetzt werden. Von diesen Investitionen dürfen mittelfristig deutlich positive Ergebnisbeiträge erwartet werden, wie Ringier schreibt.
Auch in der Romandie konnten die Ringier-Publikationen zulegen, allen voran L’illustré. Ringier Romandie vermarktet zudem seit Herbst 2011 mit sehr Erfolg das Werbefenster des grössten französischen Privatsenders TF1 für die Schweiz.
Positive Entwicklung der Entertainment-Geschäftsfelder
Bereits 23 Prozent des Schweizer Umsatzes konnten 2011 aus dem Geschäftsbereich Digital Business erwirtschaftet werden. Im Sommer erwarb Ringier 60 Prozent der führenden Schweizer Group-Buying-Plattform Deindeal.ch. Im Februar tätigte Ringier über Scout24 Schweiz die strategische Beteiligung am führenden Schweizer Stellenportal jobs.ch. Scout24 Schweiz ist nun mit 15 Prozent an jobs.ch beteiligt. Im Mai ging zudem der neue eShop der Qualipet Digital AG mit mehr als 10‘000 Produkten online.
Und auch die Entertainment-Geschäftsfelder entwickelten sich positiv: Ticketcorner wuchs punkto Umsatz und Gewinn, und das Sportvermarktungsunternehmen Infront Ringier sicherte sich unter anderem die Marketing- und Sportrechte an der Fussball Super-League, am Schweizer Radsport und prüft eine mögliche Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2022.
Einbruch im Druckgeschäft
Im hart umkämpften Zeitungsmarkt schaffte es Ringier Print Adligenswil gemäss Mitteilung, sich auch 2011 erfolgreich weiterzuentwickeln. Durch zusätzliche Einzelaufträge und dank einem rigorosen Kostenmanagement konnte der Umsatz von Ringier Print Adligenswil auf Vorjahresniveau gehalten werden. Ausserdem nimmt die Ringier Zeitungsdruckerei als erste der Schweiz am Myclimate-Programm für Klimaschutz teil.
Swissprinters sah sich im Jahr 2011 mit einer schwierigen Marktsituation konfrontiert. Der zunehmende Volumenrückgang im Drucksektor sowie die geringen Gewinnmargen belasteten die Ertragslage der Betriebe trotz einer durchschnittlichen Auslastung von knapp 100 Prozent. Erschwert wurde die Situation durch den starken Franken und den damit verbundenen Verlust von Druckaufträgen an das europäische Ausland. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen seine Geschäftsstrategie an die sich wandelnden Marktbedingungen angepasst und einige zukunftsgerichtete Veränderungen vorgenommen. So musste Swissprinters im Oktober die Schliessung des Betriebs in St. Gallen per 30. Juni 2012 ankündigen.
(Bild: Keystone)
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